Homepage von Gudrun Eussner
Gudrun Eussner
Links
Homepage von Gudrun Eussner
Artikel

Antisemitismus und Israelfeindschaft in Frankreich

Beispiele der letzten Zeit aus der Welt der Printmedien

Was die französischen Medien angeht, so passen folgende Veröffentlichungen gut in die antisemitische israel-feindliche Landschaft Frankreichs:

Thierry Meyssan: "L´effroyable imposture" - "Der inszenierte Terrorismus"

Das in 28 Sprachen √ľbersetzte, in mehr als 50 L√§ndern erh√§ltliche Verschw√∂rungsbuch √ľber den 11. September 2001 des Thierry Meyssan "L´effroyable imposture", erschienen bei den Editions Carnot.

Thierry Meyssan ist Nationalsekret√§r des Parti radical de gauche (PRG), der radikalen Partei der Linken ("100 Jahre im Dienst der Republik"), dort seit 1995 zust√§ndig f√ľr die Beziehungen zur internationalen Zivilgesellschaft. Er ist von 1995 bis 1999 Stellvertretender Koordinator des Nationalkommittees zur Wachsamkeit gegen√ľber der extremen Rechten, was ihm dazu verholfen hat, f√ľr die deutsche Ausgabe seines Buches, ver√∂ffentlicht unter dem Titel "Der inszenierte Terrorismus", den Verlag De Facto des Rechtsextremen Pierre Krebs, vom Thule-Seminar ausfindig zu machen, (1) und er ist Journalist und Schriftsteller, dessen "Buch der Untersuchung √ľber die gr√∂√üte Manipulation der Geschichte" sich mit dem Attentat vom 11. September auf das Pentagon befa√üt. Er behauptet, die Amerikaner h√§tten alles selbst inszeniert. (2)

Thierry Meyssan wei√ü Bescheid, und er macht damit viel Geld. In den arabischen Scheicht√ľmern und in Saudi-Arabien wird "der Sohn Frankreichs" herumgereicht. So ist er getreu dem Motto seiner Partei "im Dienst der Republik" und deren Interessen in den arabischen Staaten unterwegs. Am 8. April 2002 pr√§sentiert er, "der Investigationsjournalist, der Denker" unter der Schirmherrschaft der Arabischen Liga, bei Anwesenheit des diplomatischen Korps und der internationalen Presse seine "Forschungsergebnisse" im Zayed Zentrum, Abu Dhabi/UAE: Eventuell elf Flugzeuge, statt nur vier, oder ein Jagdbomber oder √ľberhaupt eine "Missile der letzten Generation", weitere zerst√∂rte Geb√§ude, "keine ausl√§ndischen arabisch-moslemischen, wenn auch einige Ausf√ľhrende moslemisch sein k√∂nnen, sondern US-amerikanische Terroristen": das ganze Attentat auf das Pentagon sei eine einzige L√ľge. Mathias Br√∂ckers und seine deutschen Anh√§nger m√∂gen ob der K√ľhnheit des Gedankenfluges des Thierry Meyssan bitte erblassen. (3)

Thierry Meyssan: Réseau Voltaire

Thierry Meyssan ist Gr√ľnder und Pr√§sident des R√©seau Voltaire "f√ľr die Freiheit des Ausdrucks". Dort berichtet er, am 18. November 2002, von seiner Unterredung mit f√ľhrenden Vertretern der Terrororganisation Hezbollah (Partei Allahs), "einer sozialen Bewegung islamischer Inspiration, h√§ufig verglichen der Befreiungstheologie in Lateinamerika", die nach der Invasion des Libanon durch Israel zu einer bewaffneten Organisation geworden sei, "engagiert in Aktionen des bewaffneten Widerstandes im Angesicht des US-Imperiums und der Kolonisierung der besetzten pal√§stinensischen Territorien". Sinnigerweise h√§lt auch der franz√∂sische Pr√§sident Jacques Chirac die Hezbollah f√ľr eine prim√§r soziale Einrichtung und legitime Gespr√§chspartnerin. Er l√§dt deren Generalsekret√§r Sheikh Hassan Nasrallah Ende Oktober 2002 zum Gipfel der Frankophonie ein. (4)

Es ist eben derjenige, der beim Austausch israelischer Gefangener neue Drohungen gegen Israel ausspricht, da sich der dreifache M√∂rder einer israelischen Familie, Samir Kuntar nicht unter den ausgetauschten Gefangenen befindet, und der zynisch erkl√§rt, man werde ja bald sehen, wer noch lebt von den gefangenen Israelis. Das zu einem Zeitpunkt, als er l√§ngst wei√ü, da√ü alle drei Soldaten tot sind und nur noch die S√§rge mit den √úberresten der Toten an die Israelis √ľbergeben werden.

Dieser Scheich ist der Gesprächspartner des französischen Präsidenten.

Sheikh Hassan Nasrallah lobt auf mehreren Veranstaltungen der letzten Zeit den bewaffneten Kampf der Pal√§stinenser und die Technik der Homizidattentate, die seiner Ansicht nach weltweit verbreitet werden sollten. Am 15. November 2002, also zwei Wochen nach seinem Treffen mit dem franz√∂sischen Pr√§sidenten und einige Tage, nachdem Thierry Meyssan das Vergn√ľgen der Unterredung mit den Terroristen hat, werden seine Reden in der offiziellen Wochenzeitung dieser "prim√§r sozialen Einrichtung" Hezbollah El-Intiqad ver√∂ffentlicht.

Ein Auszug aus seinen Erklärungen:

"Wir nehmen die USA wahr als einen Feind der islamischen Nation, aber im Augenblick sind wir nicht in einer militärischen Kampagne gegen sie engagiert."

"Die islamische Nation hat die Anwendung der Suizidattentate wieder aufgenommen, ohne diese Angriffe hat der Kampf keinerlei Sinn. Die amerikanische Regierung und die Experten in den USA und in Israel wie auch die Gener√§le der Armee hatten keinen Erfolg darin, die Konzeption der Suizidattentate zu eliminieren. ... Wir m√ľssen die Idee des Todes verbreiten, um zum Kampf der islamischen Nation zum Schutz unseres Landes dem Pfad Allahs und und den Selbstmordaktionen zu folgen."

Die EU hat inzwischen den milit√§rischen Arm der Hezbollah als "terroristische Vereinigung" anerkannt. Hassan Nasrallah, der politische und milit√§rische F√ľhrer der Bewegung ermutigt aktiv den pal√§stinensischen Terror gegen Israel und die Ver√ľbung von Terrorattentaten gegen westliche Ziele weltweit. (5) Am 11. Dezember 2002 erkl√§rt die kanadische Regierung die Hezbollah zur terroristischen Vereinigung.

Auf dem R√©seau Voltaire des Thierry Meyssan hat man es noch mit weiteren Terroristen zu tun. Ausf√ľhrlich ver√∂ffentlicht wird dort ein Interview mit der Verteidigerin des zum Islam konvertierten Terroristen, in der Pariser Sant√© einsitzenden Ilitch Ramirez Sanchez, alias Carlos, der Anw√§ltin Isabelle Coutant-Peyre, Mitarbeiterin des glamour√∂sen Anwaltes und Verteidigers des Tariq Aziz und vielleicht auch des Saddam Hussein, Jacques Verg√®s. Sie hat den 1997 zu lebenslanger Haft verurteilten Carlos im Gef√§ngnis geheiratet und will sich mit ihm nach seiner Haftentlassung in Venezuela niederlassen. Sie h√§lt Carlos f√ľr einen freundlichen Menschen und f√ľr unschuldig, alle Anschuldigungen seien manipuliert, Carlos sei ein Politiker, der sein Leben einem politischen Prinzip gewidmet h√§tte, einer revolution√§ren Vision. Terror h√§lt sie in bestimmten F√§llen f√ľr gerechtfertigt, die materialistische Ausbeutung sei ebenfalls Terror. In dem Interview stellt sie die Staatsgewalt in Frage, in Frankreich herrsche Staatsterror und Verrat.

Derartige Konfessionen einer Anwältin liest man auf dem Réseau Voltaire des linksrepublikanischen Thierry Meyssan. (6)

Ilitch Ramirez Sanchez, alias Carlos: "L´islam r√©volutionnaire"

Der zum Islam konvertierte Carlos, "der Schakal", schreibt im Gef√§ngnis ein Buch mit dem Titel "L´Islam r√©volutionnaire", der revolution√§re Islam. Text und Gespr√§che werden aufgezeichnet und vorgestellt von Jean-Michel Vernochet, der im Jahre 2002 auch einen Film √ľber Afghanistan dreht. Das Buch kommt im Juni 2003 bei den √Čditions du Rocher heraus. Es gibt Kapitel √ľber die Scharia, den Islam, Unterwerfung unter den g√∂ttlichen Willen, den politischen, islamistischen, revolution√§ren Islam, vom Glaubenskrieg zum heiligen Krieg, Terror und L√ľge und √ľber den Dritten Weltkrieg.

Carlos fordert in dem Buch alle Revolution√§re, einschlie√ülich der linken, auf, Osama bin-Laden als F√ľhrer anzuerkennen, um so Afghanistan und den Irak in einen Friedhof f√ľr den amerikanischen Imperialismus zu verwandeln. Die USA m√ľ√üten durch konzertierten st√§ndigen Terror zerst√∂rt werden. Carlos lernt dieses, auf Israel bezogen, in den 70er Jahren bei der People´s Front for the Liberation of Palestine (PFLP) des George Habash. Er beginnt seine Terrorkarriere, ermordet 1975 zwei franz√∂sische Polizisten und leitet im selben Jahr die Entf√ľhrung der OPEC Minister in Wien.

Das Buch gibt einen Einblick, wie arabische Staaten, √Ągypten, Algerien, der Irak, Libyen und Syrien routinem√§√üig Terror als Staatspolitik benutzen. Es zeigt auch die Verbindung zwischen radikalem Atheismus und fundamentalistischer Religion auf. Die √úberg√§nge zwischen beiden sind flie√üend. Unter beiden Flaggen kann die Zerst√∂rung des Imperialismus und der USA als seinem Hauptvertreter betrieben werden. Carlos sieht, da√ü nur der revolution√§re Islam die zur Zerst√∂rung des Imperialismus notwendige Quantit√§t an Terroristen und M√§rtyrern hervorbringen kann. Er fordert alle islamistischen Gruppen auf, Allianzen mit radikalen, auch linksradikalen Gruppen einzugehen. Dazu m√ľsse der Islam reformiert werden, die Pflichten der Moslems wie Beten, Fasten und Pilgerschaft nach Mekka seien nicht so vordringlich wichtig wie der Krieg gegen die USA. Es sei f√ľr alle Moslems n√∂tig, sich einen Bart wachsen zu lassen, und f√ľr alle Frauen, den Schleier oder das Kopftuch zu tragen. Beides k√∂nne als Terrormittel benutzt werden, den Amerikanern zu zeigen, da√ü der Feind mitten unter ihnen weile.

Der Terrorismus sei durch seine psychische Wirkung, da√ü er n√§mlich die Moral des Gegners zerst√∂re und ihn von gr√∂√üeren Aktionen abhalte, die sauberste und effizienteste Form der Kriegf√ľhrung. Carlos widmet sich der Aufhetzung der Moslems gegen die USA, ein Regimewechsel in den diktatorischen arabischen Staaten interessiert ihn nicht.

Der Kampf gegen die Juden und Israel ist nur eine Etappe im Glaubenskrieg. So sehen es die Islamisten weltweit, von den Da´wa-Predigern der vornehmen Islamic Foundation, in Markfield/Leicester, √ľber Scheich Mohamed Sa´id Ramadan al-Bouti, von der Universit√§t Damaskus, bis zu den Terroristengruppen von Hamas und PIJ. Sie legen Koran, Suren und Hadithe so aus, da√ü damit ihr Anspruch auf Machterweiterung abgesichert ist. Israel und die USA werden dabei als die h√§rtesten Hindernisse wahrgenommen. (7)

Die Infamie der EU-Kommission und der Regierungen Frankreichs, Deutschlands und Gro√übritanniens besteht darin, da√ü sie die Angriffe der Islamisten und ihrer Terrorgruppen zur Schw√§chung der strategischen und wirtschaftlichen Position der USA ohne R√ľcksicht auf die betroffenen Israelis und Pal√§stinenser auf Kosten der USA zur Ausweitung ihres eigenen Machtbereichs dulden und f√∂rdern. Darum wird auch die √Ąchtung dieser Gruppen von der EU verweigert. Ein gef√§hrliches Spiel, bei dem Antisemitismus und Israelfeindschaft ganz unweigerlich anfallen.

Israel Shamir: "L´Autre visage d´Israel"

Kommen wir nun zu den Ereignissen und Diskussionen um das am 2. Oktober 2003 erschienene revisionistische Buch des notorischen Antisemiten und Israelhassers Israel Shamir "L´Autre visage d´Israel", das andere Gesicht Israels, Trotz Widerspruchs des Mitverlegers Franck Spengler, √Čditions Blanche, zieht der Verleger Denis Bourgeois, √Čditions Balland, das Buch zur√ľck. Der Skandal ist, da√ü es √ľberhaupt erst erscheinen kann. Das ist dem Gutachten der Mitarbeiterin des Roger Garaudy Maria Poumier zu danken, der Freundin der Carlos-Anw√§ltin Isabelle Coutant-Peyre. Die √úbersetzung des Buches stammt von Marcel Charbonnier, der sich auch auf der Web Site des Christian Bouchet √§u√üert, dem Gr√ľnder der Neo-Nazi Gruppe Unit√© Radicale, dessen Mitglied am 14. Juli 2002 ein Attentat auf den franz√∂sischen Pr√§sidenten aus√ľbt.

Marcel Charbonnier und sein Mitstreiter Pierre-Alexandre Orsoni, beide bekannt als "propal√§stinensische Linke", ver√∂ffentlichen bereits am 20. M√§rz 2003 in einem √ľber E-mail an mehr als 6 800 Adressaten verschickten Rundbrief der Association m√©dicale franco-palestinienne de Marseille (AMFP) einen von Marcel Charbonnier √ľbersetzten Artikel des Israel Shamir "Les oreilles de Midas", die Ohren des Midas. Darin behauptet Israel Shamir, das "organisierte Judentum" w√§re verantwortlich f√ľr den Irakkrieg, wie es auch f√ľr den Zweiten Weltkrieg verantwortlich w√§re. (8)

Als "B√ľcherholocaust" bezeichnet der Liebhaber antisemitischer und israelfeindlicher Kleinodien, der Z√ľrcher Rudolf Br√§ndli die Entscheidung des Verlegers Denis Bourgeois, das Machwerk vom Markt zu nehmen: "Der franz√∂sische Verlag Balland zieht Shamirs Buch ´L´autre visage d´Isra√ęl´ vom Markt zur√ľck und verbrennt die Auflage, auf Druck der zionistischen Inquisition - die zionistisch-rassistische Bevormundung der ´freien Welt´ geht weiter." (9)

Das Buch ist nach wie vor zum Preis von 19 Euro √ľber www.alapage.com erh√§ltlich. Israel Shamir stellt darin mehrere seiner zwischen Februar 2001 und November 2002 ver√∂ffentlichten Artikel und Vortr√§ge zusammen, gehalten auch in den Universit√§ten der USA. Die Unterst√ľtzung der Juden der USA f√ľr Israel und der "Krieg" der israelischen Regierungen gegen die Pal√§stinenser werden denunziert. Er fordert nicht zwei, sondern einen pal√§stinensischen Staat.

Auf dem Einbanddeckel liest man, die Zweite Intifada sei mehr als ein lokaler Konflikt, sie sei vielmehr ein zentraler Teil eines Kampfes der Ideen, eine Vision der Welt. So sieht es auch Carlos, so sehen es die wahhabitischen Islamisten, der Pal√§stinensische Islamische Djihad (PIJ), so sehen es die Moslembr√ľder. Die Hamas als pal√§stinensischer Zweig der Moslembr√ľder ist gemeinsam mit dem PIJ dabei, diese Vision in Israel in die Tat umzusetzen. Tariq Ramadan und seine Anh√§nger f√ľhren diesen Kampf der Ideen mit nichtmilit√§rischen Mitteln, u.a. mit dem Kopftuch.

"Die Opfer von gestern, k√∂nnen sie die Schl√§chter von heute werden? Gibt es nicht seitens des Zionismus einen Willen zur Hegemonie, gleichg√ľltig der Preis, der zu ihrer Erreichung zu zahlen ist? ... Boshafte Rabbiner kehren dem Gesetz den R√ľcken zu, um ihre Tr√§ume der Weltherrschaft zu befriedigen. ...

In seinen (des Israel Shamir) Artikeln wird Pal√§stina wahrgenommen wie ein verkleinertes Modell der Welt. Die agierenden Kr√§fte wollen die Eliminierung der Bev√∂lkerung, die Zerst√∂rung seiner Kirchen und Moscheen, die Verw√ľstung seiner nat√ľrlichen Ressourcen mit der nachdr√ľcklichen und blinden Unterst√ľtzung der USA. Aber dagegen leisten materielle und spirituelle, neue und alte Kr√§fte Widerstand, und sie machen, da√ü sich die besten M√§nner und Frauen in der Schlacht f√ľr Pal√§stina engagieren."

Israel Shamir k√§mpfe mit unerh√∂rtem Mut und setze sich f√ľr die Befreiung seines Landes und f√ľr die √∂ffentliche Diskussion ein. Wenn diese Schlacht verloren werde, werde auch der Fall des Heiligen Landes einen Wendepunkt f√ľr die Menschheit sein, die vollst√§ndige Knechtung des Menschen durch die Kr√§fte der Hegemonie. Der Autor glaube an die friedliche Koexistenz unterschiedlicher Kommunit√§ten. Er ist √ľbrigens zum Christentum √ľbergetreten.

Israel Shamir in der √úbersetzung von Marcel Charbonnier wird auf zahlreichen pal√§stinensischen und arabischen Web Sites ver√∂ffentlicht. Marcel Charbonnier √ľbersetzt zuletzt den Artikel "Il est minuit moins cinq docteur Sharon", es ist f√ľnf Minuten vor zw√∂lf, Doktor Sharon, ver√∂ffentlicht auf Al-Oufok, der elektronischen Publikation der "demokratischen arabischen Bewegung", und vielen anderen. (10) Der angeblich Linke Marcel Charbonnier ist eine Art Chef√ľbersetzer des Israel Shamir. (11)

Die Humanit√© und ihre Kolumnistin R√©gine Deforges, Mutter des Mitverlegers Franck Spengler, was sie in ihrer Kolumne nicht erw√§hnt, sehen den Skandal im R√ľckzug des Buches, die Verleger w√§ren bedr√§ngt und gen√∂tigt worden (von Juden selbstverst√§ndlich). Die Kolumne "L´√©claircie", Lichtblick, Silberstreifen, erscheint am 5. November 2003. Nach Protesten nimmt die Humanit√© die Kolumne kommentarlos von ihrer Web Site. (12)

Nima Zamar: "Je devais aussi tuer"- und Jacques-Pierre Amette: "La ma√ģtresse de Brecht

Ein weiterer Fall ist "Je devais aussi tuer" von Nima Zamar. In Frankreich erscheint das Buch im September 2003 beim Verlag Albin Michel. In Deutschland ist es f√ľr den 16. Januar 2004 zur Ver√∂ffentlichung vorgesehen, aber der Kindler-Verlag zieht es auf Grund massiver F√§lschungsvorw√ľrfe s√§mtlicher konsultierter Experten zur√ľck. Der Journalist Christhard L√§pple kommt nach Recherchen vor Ort, in Israel, zu dem Ergebnis, was dieses Buch ist: "der gro√üe Bluff." (13)

Dem staunenden Journalisten Henning Biedermann von der ARD erkl√§rt der bei Kindler f√ľr das Buch verantwortliche Alexander Fest , da√ü einwandfreie Nachpr√ľfbarkeit bei einem Sachbuch f√ľr ihn nicht das Wichtigste sei: "Dann m√ľssen Sie auf ungeheuer viel Interessantes und auch in der Geschichte der politischen Literatur - der restlichen Literatur ebenso - Wichtiges verzichten. Und das ist einfach nicht meine Position." (14)

Was Alexander Fest unter "Wichtigem" versteht, und was er 1999 in seinem eigenen Verlag ver√∂ffentlicht? Beispielsweise Joachim Fest: Speer. Eine Biographie. Ist Albert Speer Adolf Hitlers "ungl√ľckliche Liebe"? Das ist vom Abri√ü des historischen Berlin bis zu "so noch nicht gelesenen Schilderungen planm√§√üiger Menschenvernichtung, vor allem des Holocaust" erschreckend und spannend zu lesen, oder dies: Keusch wie Eis, schon tot, die dunkle Sch√∂ne aus Wei√üru√üland. (15)

Die Ver√∂ffentlichung der Verleumdungen √ľber den israelischen Geheimdienst Mossad und seine angeblichen Arbeitsmethoden, die ist ebenso wichtig und unverzichtbar f√ľr Alexander Fest. Sein Gew√§hrsmann ist Thierry Pfister, der Cheflektor des "renommierten Pariser Verlags Albin Michel". Er garantiert dem Kindler Verlag, da√ü Nima Zamars Buch wahr ist. Angeblich kennt er Nima Zamar seit ihrer Kindheit, und er glaube ihr, vertraut er Alexander Fest an. Man sollte vielleicht erg√§nzen: er vertraut ihr wie sich selbst. (14)

Der Verlag Albin Michel beweist erst k√ľrzlich, da√ü er einen Hang zu abstrusen, aber sehr gezielten Fiktionen hat, in dem er ein Buch des Literaturkritikers der Zeitschrift "Le Point" und Autors Jacques-Pierre Amette ver√∂ffentlicht, "La ma√ģtresse de Brecht", die Geliebte Brechts. Dort wird diesem nach 15-j√§hrigem Exil heimgekehrten, mit zahlreichen Frauen √ľberreich gesegneten Deutschen eine weitere Geliebte angedichtet, in sein Leben eingeschmuggelt, eine Agentin der Stasi, die sp√§ter ihre Erlebnisse bei der CIA beichtet, und die franz√∂sischen Intellektuellen und Kritiker sind´s nicht nur zufrieden, sondern sie sind begeistert. Sie verleihen dem Autor, und damit vor allem dem Verlag, den begehrten Prix Goncourt 2003, der seinen 100. Geburtstag feiert. Jacques-Pierre Amettes Lesungen und seinen Erfolg in ganz Frankreich kann man auf seiner Web Site bewundern. (16)

Was macht es, ob die Geschichte wahr ist oder erfunden? Im Buche, von dem 13 Seiten Leseprobe angeboten werden, gibt es, auf Seite 19, im Jahre 1948 bereits die "RDA", die DDR: "Dymschitz las seinen Willkommenstext und fragte sich, ob der alte Brecht, heute, eine Axt unter seinem Mantel versteckt h√§tte. Den Sch√§del der Schriftsteller der DDR spalten ....". Der 1932 von Slatan Dudow gedrehte ber√ľhmte Film hei√üt auf Seite 22 der Leseprobe "K√ľhle Wampe". (17)

Er setzt eigens den Umlaut, der im Franz√∂sischen nicht vorkommt, den er bewu√üt einsetzen mu√ü. H√§tte er umgekehrt irgendwo einen Umlaut √ľbersehen, es k√∂nnte einem Franzosen passieren. Zwei kleine P√ľnktchen zuviel aber zeigen, da√ü der Autor keine Ahnung hat. Man gewinnt einen Eindruck, was vom √ľbrigen Text zu halten ist: nichts.

Aber die Geschichte ist gut und spannend geschrieben, finden die franz√∂sischen Kritiker und Leser, die heutzutage weniger auf Qualit√§t als auf antiamerikanische Spr√ľche abfahren: "Sie wissen, auf der anderen Seite, die Amerikaner, das ist der Krieg, den sie vorbereiten, von neuem. Wir wollen wissen, wer er ist. So lange Zeit verbracht in Kalifornien ...", so zitiert die Pr√§sentation des Verlages aus dem Buch. Diese Zeilen findet er von den 306 Seiten des Buches die wichtigsten. Berlin-Ost 1948: kriegsl√ľsterne Amerikaner sowie Bertholt Brecht und eine junge Schauspielerin aus der Retorte, Agentin der Stasi Maria Eich (deutsche Eiche-Ost), ... (18)

Marktrenner "Je devais aussi tuer"

Der Unterschied zum Buch Nima Zamars ist nur graduell. Hier wird einfach alles erfunden. Der Verlag stellt das angebliche Dokument so vor:

"Ein einzigartiges Dokument. Ein au√üergew√∂hnliches menschliches Abenteuer. Das einer jungen franz√∂sischen J√ľdin, die nichts zu dieser Art Abenteuer pr√§destinierte, bevor sie in eine israelische Spezialeinheit eingegliedert wurde, eingef√ľhrt in den Krieg im Dunkeln, ins ´gro√üe Spiel´. Unter dem Decknamen Nima Zamar wird sie einer rigorosen Ausbildung unterworfen, um sich in einem Trainingslager der Hezbollah in Libyen einzugliedern, wo sie, in gnadenlosen und blutigen Methoden der Terroristen ausgebildet, t√∂tet.

Nima Zamar läßt zehn Jahre unglaublicher Gewalt eines Krieges wieder erstehen, der täglich im Nahen Osten weitergeht. Eingedrungen in die Netzwerke der palästinensischen Kämpfer, entdeckt sie die Medienmanipulationen der Intifada, erleidet syrische Torturen, nimmt an der Ausbildung amerikanischer Truppen teil, die ihrer selbst zu sicher sind, und stößt sich an den diskreten aber allgegenwärtigen Russen.

Dieser manchmal unertr√§gliche Bericht beleuchtet in au√üergew√∂hnlich grellem Licht die Konfrontation Israels und seiner Nachbarn, in dem er sie in einen √ľber die Pal√§stinenser hinausweisenden Zusammenhang eines feindlichen Zusammensto√ües der Hauptm√§chte gegen einander stellt." (19)

Thierry Pfister und den Verlag Albin Michel hindern die belegten F√§lschungsvorw√ľrfe nicht daran, das Buch mit den Erfindungen der Nima Zamar und den Verleumdungen √ľber den israelischen Geheimdienst Mossad weiter zu verbreiten. In Frankreich verkauft sich das Buch √ľber die angebliche Computerspezialistin wie warme Semmeln. "Der Verlag verspricht sich offenbar gute Gesch√§fte mit Israel-Stories aus schlechten F√§lscherwerkst√§tten", res√ľmiert "aspekte" das Gebaren der √Čditions Albin Michel. (13)

Medienberichte zu "Je devais aussi tuer"

"Female Bond with a story to sell", berichtet Charles Bremner in der Londoner Times, am 14. September 2003. Welch ein gefundenes Fressen f√ľr das israelfeindliche Indymedia und f√ľr die britischen Antisemiten und Israelhasser!

"Nima Zamar, eine ausgebildete M√∂rderin f√ľr den Mossad, glaubte, da√ü sie ´wirklichen Dreck´ beseitigte, obgleich Israel sie gern zur Phantastin erkl√§ren w√ľrde."

Die Geschichte sei "ein Stoff f√ľr Alptr√§ume oder f√ľr die schw√§rzesten Thriller", in Paris macht es Furore, aber es sei so grauenhaft, "da√ü einige Medien es zur Fiktion erkl√§ren". So herum schafft es Charles Bremner, dieses Argument von vornherein zu entkr√§ften. Thierry Pfister, schiebt er nach, kenne Zamar, deren Familie rum√§nisch-j√ľdische Immigranten seien, seit deren Kindheit. Zwei Jahre Training, das Arabisch, Mordtechniken und Abrichtung auf ein Leben als Agentin und unter Folter einschlie√üt, lasse ihr eine Abteilung des Mossad angedeihen. Ihr erster Mord wird ihr von der Hezbollah an Yasmina, einer mit ihr befreundeten Mitagentin befohlen, rein willk√ľrlich, um sie zu pr√ľfen. Bedenkenlos f√ľhrt sie ihn aus, denn "jeder tote Terrorist hie√ü israelische Leben retten." Dann beschreibt Nima Zamar ausf√ľhrlich, wie sie den Mord begeht. Der Mossad habe sie f√ľr solche Pr√ľfungen vorbereitet, "sagt sie ruhig. Ich tat, was ich zu tun hatte." Sie beschreibt in dem Buch ausf√ľhrlich und in Einzelheiten weitere an ihren Opfern begangene Morde. "Frauen sind, sagt sie, vielleicht bessere Killer als M√§nner, weil sie weniger ichbezogen sind und williger, bescheiden im Schatten zu dienen, ohne Ruhm und Anerkennung." (20)

So sehen es die Hamas neuerdings, und der PIJ schon seit längerem.

Ausf√ľhrlich beschreibt sie die an ihr durch Syrer und Russen ver√ľbte Folter: "F√ľr mich war es eine Art Chutzpeh. Ich √ľberlebte. Und die Araber waren nicht sehr effizient." Charles Bremner schreibt nicht, da√ü keine dieser Foltern durch √§rztliche Gutachten belegt sind, weil sich die Autorin, angeblich auf Grund ihrer Menschenw√ľrde weigert, sich untersuchen zu lassen. Er schreibt nicht, da√ü keines ihrer Abenteuer belegt werden kann, sondern da√ü im Gegenteil, unabh√§ngige Experten die Unwahrscheinlichkeit bescheinigen. Es reicht, da√ü die Autorin g√§ngige hebr√§ische W√∂rter einstreut. In dem Buch soll es noch mehr davon geben, schreibt der Nouvel Obs: "tov (gut), todah (danke), kadima (vorw√§rts), als Lokalkolorit zwischen Cis-Jordanien und Syrien, en passant den S√ľdlibanon. "Man erf√§hrt, da√ü der Flughafen in Beirut Tradition und Modernit√§t vereint, da√ü man der Folter widerstehen kann, in dem man sehr intensiv an das zweite Konzert von Rachmaninow denkt, vor allem aber daran, da√ü die Araber viel zu dumm sind, das Attentat vom 11. September 2001 zu begehen, das klar die Handschrift tr√§gt ... von Moskau. Thierry Meyssan ist geschlagen." (21)

Es gibt weiterhin die Anschuldigung an den Mossad, der sie beseitigen will, als sie Anfang 2001 aussteigt aus dem Killergesch√§ft. Mit einer Giftspritze soll sie auf dem Flughafen von Istanbul von einem Mitagenten beseitigt werden: "Er √ľberlebt es nicht."

Das wei√ü der Leser schon lange. Der Mossad ist √ľberall mordend und sengend unterwegs. Harte Br√§uche. So sind sie, die Israelis. Die europ√§ische Welt bescheinigt es ihnen in Umfragen: Nr. 1 als Gefahr f√ľr den Weltfrieden, das ist Israel. So sehen es durchschnittlich 59 Prozent der Befragten, darunter 65 Prozent der Deutschen und 55 Prozent der Franzosen.

Sie schreibt das Buch als Zeugin, als "Rechenschaft f√ľr ihre Tochter, deren Vater ein Kamerad war, der bei einem Einsatz im Iran get√∂tet wurde, sagt sie. Dort w√ľhlt der Mossad also auch, was f√ľr deren Agenten t√∂dlich endet. Sie streitet weder ihre Handlungen noch ihre Liebe zu Israel ab." Der Mossad aber wolle sie hindern, die Wahrheit zu ver√∂ffentlichen, nachdem er zun√§chst einverstanden gewesen sei. Eine zensierte Version komme zur√ľck, auf eine Gliederung reduziert. Solange sie nicht √ľber Training und Eins√§tze berichtet habe, sei alles in Ordnung gewesen, und "da√ü ich ein bi√üchen israelfreundlicher zu sein h√§tte." (20)

Nichts von allem ist wahr. Wahr ist, da√ü mit einem solchen Buch gezielt Judenha√ü und Israelfeindschaft gesch√ľrt und bekr√§ftigt werden. Das weiter gewinnbringend zu verbreiten, daf√ľr verkauft der Verlag Albin Michel die Rechte an der √úberrsetzung in die VR China, die Niederlande, nach Deutschland und Italien.

Bei soviel Glamour kann der Fernsehstar Thierry Ardisson, der Herr in Schwarz, nicht fern bleiben. In seiner Sendung auf France 2 "Tout le monde en parle", Wovon alle Welt spricht, am 13. September 2003, interviewt er die Autorin. Schwarz maskiert wie zum Karneval in Venedig und mit Kopftuch sitzt sie da, "die israelische Spionin, die alles auspackt", neben Humoristen, Literaten und anderen Komikern, und berichtet von ihren Abenteuern als Mörderin im Auftrag des Mossad. (22)

F√ľnf schicke Fotos vom Auftritt der gut aussehenden Dame finden sich im Internet, auf einer Seite, die sich "Espionnage" nennt. Da gibt es au√üerdem zur Anleitung f√ľr Glaubensk√§mpfer auch das "Mujahideen Poison Handbook", das Handbuch zur Herstellung verschiedener Arten von Giften, von Breather (pbuh) und Abdul Aziz und andere Aktualit√§ten. (23)

Abdul Aziz, oder wer immer die Seite unterh√§lt, macht sich Sorgen, warum der franz√∂sische Geheimdienst diese M√∂rderin, diese Mossad-Spionin, in Frankreich frei herumlaufen l√§√üt, sie sei eine "Gefahr Nr. 1". √úber die Amateure von der Hezbollah am√ľsiert sich Abdul Aziz. Leider m√ľssen die Israelis in der Realit√§t, im wirklichen Leben, das anders einsch√§tzen. Jedenfalls, konstatiert Abdul Aziz, "die israelischen Geheimdienste opfern ihre Agenten im Namen der Sicherheit und f√ľr das j√ľdische Volk, das ist die offizielle Entschuldigung. Der Mossad respektiert das menschliche Leben der arabischen Bev√∂lkerung nicht, sie sind bereit zu allem, um einen sogenannten Terroristen zu t√∂ten, w√§hrend diese Frau ja noch nicht einmal etwas Illegales getan oder verbrochen hat. ... Wenn ein Agent des Mossad einen Einsatz verweigert, versucht dieser, ihn mit allen m√∂glichen Mitteln zu liquidieren ... Die Chefs des Mossads sind Manipulateure, L√ľgner und Folterer gegen√ľber ihren Spionen, wenn dieser sich einem Einsatz verweigert oder ihn beenden will. Voil√†, das habe ich als Wichtigstes zur√ľckbehalten. Aber das Sch√∂nste ist, da√ü in Frankreich Mossad-Spione, die professionelle M√∂rder sind, frei herumlaufen. ... Um Frieden mit den Juden zu haben." (24)

Die √Ąu√üerung des Abdul Aziz sind exemplarisch. Es ist genau das, was das Buch vermitteln soll, und was offensichtlich ankommt. Sch√ľren des Antisemitismus und des Hasses auf Israel, auf seine Regierung und Institutionen, auf deren Bem√ľhungen, sich des Terrorismus zu erwehren, Infragestellen der Urheberschaft der Araber am Attentat vom 11. September und Schuldzuweisung an andere, hier also nicht Abw√§lzen auf die USA, sondern die Variante Moskau. Tausende von Franzosen nehmen diese Botschaft dankend an.

Der Funktionär des Parti Socialiste (PS) Thierry Pfister und seine Partei

Der 1945 geborene Thierry Pfister ist ein Vollblutjournalist. Reporter bei Europe 1, zehn Jahre politischer Redakteur bei Le Monde und drei Jahre Chef der poltischen Redaktion des Nouvel Observateur, in den 70er Jahren kurzzeitig Verlagsmitarbeiter bei den √Čditions Balland, dem Verlag des Israel Shamir: "L´Autre visage d´Israel", sowie st√§ndiger Mitarbeiter f√ľr Politik von Zeitungen und Zeitschriften. Er ist Autor politischer B√ľcher, "Le Gauchisme" (1972), Der Linksradikalismus, "Les Nouveaux Communistes" (Koautor 1973), die "Neuen Kommunisten", erneut herausgegeben 1977 als "Les Nouveaux Communistes aux portes du pouvoir", die Neuen Kommunisten an der Pforte der Macht, und "Les Socialistes", die Sozialisten.

Mit dem Einzug Fran√ßois Mitterands in den √Člys√©e-Palast wird Thierry Pfister Regierungsmitglied. Er ist 1981 bis 1982 Stellvertretender Kabinettschef des Premierministers Pierre Mauroy und 1983 bis1984 Charg√© de mission aupr√®s du Premier ministre, eine Art pers√∂nlicher Beauftragter f√ľr besondere Eins√§tze des Premierministers Laurent Fabius. √úber die Zeit seiner Mitgliedschaft in der franz√∂sischen Regierung schreibt er gemeinsam mit Pierre Mauroy und anderen das Buch "La nouvelle citoyennet√© - La d√©claration de politique g√©n√©rale du 8 juillet 1981", √ľber die Grundlinien der Politik, vom 8. Juli 1981. Das Buch wird im Jahre 2001 von der PS Stiftung "Fondation Jean Jaur√®s" herausgegeben, zur Erinnerung an alte Zeiten, da Fran√ßois Mitterand, am 10. Mai 1981, im Pantheon drei Rosen auf den S√§rgen von Jean Jaur√®s, Jean Moulin und Victor Schoelcher deponiert. Pierre Mauroy ist heute Mitglied der Kommission f√ľr Au√üenpolitik, f√ľr Verteidigung und die Streitkr√§fte. (25)

√úber den Parti socialiste (PS) w√ľrden wohl alle drei in ihren S√§rgen rotieren, wenn sie w√ľ√üten, da√ü der PS im Dezember 2003 seine Mitglieder aufruft, einen "Appel des Socialistes pour une Paix Juste et Durable au Proche-Orient", einen Aufruf der Sozialisten f√ľr einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten, zu unterschreiben. Darin wird zwar das Existenzrecht Israels anerkannt und ein R√ľckkehrrecht der Pal√§stinenser auf der Grundlage der Genfer Initiative, vom Anfang Dezember 2003, und nicht das absolute R√ľckkehrrecht von inzwischen mehreren Millionen Pal√§stinensern gefordert, was ja heutzutage schon erw√§hnenswert ist, dann aber geht es sofort zu Israels "brutaler Okkupationspolitik in Verletzung des Rechts" √ľber, diese lasse die pal√§stinensische Bev√∂lkerung t√§glich mehr in Elend, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit versinken. Die Mauer der "Sicherheit" wird verurteilt und die Verantwortlichen der franz√∂sischen und der EU-Politik werden aufgefordert, Israel zur Vernunft zu bringen.

Zum Schlu√ü werden noch mit einem Satz der Antisemitismus und die "Suizid-Attentate gegen unschuldige israelische Zivilisten" verurteilt, ohne da√ü auch nur einmal erw√§hnt wird, wer sie begeht. Von neun Abs√§tzen dieses Appells f√ľr einen gerechten dauerhaften Frieden enthalten acht massive Anklagen gegen Israel, das die ganze Schuld zugewiesen bekommt. Die Pal√§stinenser sind die Opfer. Der Appell ruft auf, die israelischen Autorit√§ten "aufzufordern zum nicht verhandelbaren Respekt des internationalen Rechts". (26)

Ehemalige Minister und weitere hochrangige Funktionäre der sozialistischen Politik unterschreiben den Appell. Das ist die Politik der Partei, deren Regierungspolitik Thierry Pfister Anfang der 80er Jahre aktiv mitbestimmt. Das Buch von Nima Zamar paßt trefflich in diesen Kontext. (27)

Seine sensationellen Erfahrungen als Insider teilt Thierry Pfister nach seinem Ausscheiden aus der Regierung mit der Leserschaft Frankreichs durch das preisgekr√∂nte Buch "La Vie quotidienne √† Matignon au temps de l´Union de la Gauche", Der Alltag im Matignon-Palast zur Zeit des Linksb√ľndnisses (1983), "Les Coulisses du pouvoir", Hinter den Kulissen der Macht (1987) sowie "La R√©publique des fonctionnaires", Die Funktion√§rsrepublik (1988). (28)

Nachdem Thierry Pfister die leidige Politik der Linken und der Rechten, ihre Machenschaften vor und hinter den Kulissen der Macht ausf√ľhrlich enth√ľllt hat, widmet er sich einem neuen Themenbereich, der Computerspionage.

Thierry Pfister und Fabrizio Calvi auf deutschen Spuren

Wir machen zu√§chst einen kleinen Abstecher nach Deutschland. Dort erscheint 1995 im Rowohlt Verlag √ľber den Fall PROMIS: "Die Datenmafia", der Autoren Egmont Koch, eines in Biochemie akademisch ausgebildeten, seit 1972 investigativ t√§tigen Journalisten, und Jochen Sperber, Lehrer f√ľr Englisch und Geschichte, seit den 80er Jahren nebenbei journalistisch auf dem Gebiet "Neue Technologien" t√§tig.

Eine Dokumentation aller Romane und Gechichten √ľber Computer-Themen, www.Computer-Thriller.de, rezensiert das inzwischen nicht mehr lieferbare Buch so:

"Die Autoren nehmen die Spur eines gigantischen Spionagefalls auf: Die amerikanische National Security Agency und der israelische Mossad stehlen mit Hilfe h√∂chster Regierungsstellen einer kleinen Softwarefirma ein geheimnisvolles Computerprogramm namens ´PROMIS´. Mit dessen Hilfe dringen sie in vertrauliche Datentr√§ger bei Banken, Konzernen und Beh√∂rden in aller Welt ein. Ein amerikanischer Journalist, der in dieser Sache recherchiert, stirbt unter mysteri√∂sen Umst√§nden; einer seiner Informanten wird ermordet. Die Autoren enth√ľllen die kriminellen Machenschaften einer neuen Datenmafia. Ein realer Krimi aus der digitalen Welt." (29)

Da haben wir ihn wieder, den Mossad, er ist wirklich allgegenwärtig. Eine kleine Softwarefirma, sie heißt Inslaw, wird schnöde um ihre Erfindung gebracht, mysteriösen kriminellen Machenschaften der USA und Israels ist es geschuldet. Die ganze unschuldige, hilflose Welt ist Opfer dieser Machenschaften.

Zwei Jahre sp√§ter ver√∂ffentlichen Thierry Pfister und Fabrizio Calvi ("zwei alte F√ľchse") im Verlag Albin Michel ihre erste Koproduktion: "PROMIS. L´Oeuil de Washington", Das Auge Washingtons, einen geschw√§tzigen Spionage-Thriller ohne jede pr√§zise Quellenangabe.

Fabrizio Calvi schreibt schon seit Jahren Spionageb√ľcher, B√ľcher √ľber Korruption, Geheimdienste und die Mafia. Von 1974 bis 1981 ist er Journalist bei der Lib√©ration. 1995 dreht er gemeinsam mit Jean-Michel Meurice den Dokumentarfilm "Familles macabres. D´Al Capone √† l´√©lection de Silvio Berlusconi, l´analyse du fonctionnement de la mafia en Italie et aux Etats-Unis", Makabre Familien. Von Al Capone bis zur Wahl Silvio Berlusconis. Eine Analyse des Funktionierens der Mafia in Italien und in den USA. (30)

www.Computer-Thriller.de wei√ü √ľber "PROMIS. L´Oeuil de Washington" zu berichten und zitiert dazu Le Monde, Le Point und AFP:

"Der US-Geheimdienst ließ eine manipulierte Version programmieren, die es erlaubt, alle Operationen der Computer mitzuverfolgen.

So wurde PROMIS in alle Welt verkauft: zum Beispiel durch Robert Maxwell an den russischen Milit√§rgeheimdienst und zur √úberwachung der Atomtests, nach Israel zur Kontrolle der Intifada, an den Iran, nach Jordanien, √Ągypten, Chile, an Banken in Frankreich und in der Schweiz. Die brisante Untersuchung von Calvi und Pfister beruht auf umfangreichen offiziellen Dokumenten und Zeugenaussagen zahlreicher Beteiligter. Sie enth√ľllen ein globales Beziehungsgeflecht bis hinauf ins Wei√üe Haus, ein weltumspannendes Netz von Spionagediplomatie, Nachrichtendiensten, Mafia und Drogenszene, zwischen gro√üer Politik und Big Busine√ü."

"Im Laufe der letzten Jahre wurden bereits zahlreiche Dokumente √ľber den Fall PROMIS ver√∂ffentlicht. Der amerikanische Geheimdienst und einige israelische Agenten haben diverse Versionen dieses Systems √ľber eine Hintert√ľr in andere amerikanische und internationale Firmen eingeschleust, um danach die Informationen in ihr eigenes System √ľbertragen zu k√∂nnen.

.... Die Israelis haben dieses System in Jordanien und √Ągypten eingesetzt", wird Le Monde de Renseignement zitiert. Wie im Falle des Buches von Nima Zamar √ľbersteigt auch hier die Realit√§t bei weitem die Vorstellungskraft. Es handle sich um Piraterie und Diebstahl durch das amerikanische Justizministerium. Jean Guisnel, von der Zeitschrift Le Point, wo Jacques-Pierre Amette f√ľr Literatur zust√§ndig ist, sieht den Fall √§hnlich:

"W√§re die Geschichte die Ausgeburt der Phantasie eine Kriminalautors, man hielte sie f√ľr an den Haaren herbeigezogen und die Lawine von Fakten, die einen √ľberrollen, f√ľr zu ausget√ľftelt. Das Problem an der Sache ist jedoch, da√ü alles in dieser abstrusen Geschichte der Wahrheit entspricht: Die Wirklichkeit √ľbertrifft die Phantasie ‚Ķ" (31)

F√ľr die FNAC rezensiert ein Leser, auf www.fnac.com: "Ein ausgezeichnetes gut recherchiertes Dokument, schrecklich genug √ľber die Methoden eines Amerikas, das zu allem bereit ist, um Herrscher der Welt zu bleiben, insbesondere dank eines Computerprogrammes, das sie uns vor 25 Jahren aufgezwungen haben."

Der Skandal zieht in den USA mehrere Prozesse nach sich, Untersuchungskommissionen werden vom US-Kongre√ü und vom Senat eingesetzt. Elliot Richardson, Richard Nixons ehemaliger Justizminister, der sich seinerzeit weigert, den Watergate Skandal zu vertuschen, vertritt Bill Hamilton, den gesch√§digten Besitzer der Firma Inslaw. Er ver√∂ffentlicht in der New York Times, am 21. April 1991, einen Artikel dar√ľber: "Ein High Tech Watergate."

"Und die israelischen Geheimdienste treten auf den Plan. Wer gibt ihnen Promis, und warum?" Und an wen speziell? An Rafi Eitan, der am 11. Mai 1960 auch Adolf Eichmann in Buenos Aires aufgesp√ľrt hat, "eine Legende der Aufkl√§rungsarbeit". Die Pal√§stinenser der besetzten Gebiete werden erfa√üt, die Daten werden an Jordanien geliefert, nachdem sie pr√§pariert wurden. Alles, was der jordanische Geheimdienst nun speichert, landet bei den Amerikanern und den Israelis. (32)

Das mag ja alles stimmen. Allerdings ist der Fall in den USA Gegenstand von Prozessen und Untersuchungen im Kongre√ü und im Senat. Hochrangige Pers√∂nlichkeiten des √∂ffentlichen Lebens wie Elliot Richardson schalten sich ein, unterst√ľtzen den betrogenen Bill Hamilton und vertreten ihn vor Gericht. Der Fall ist auch spannend und f√ľr Thriller aller Art wie geschaffen. Widerlich aber ist die Art der Pr√§sentation, diese ankl√§gerische N√∂rgelei, und die Rolle, die Israel zugeschoben wird. Auf dieser Welt toben nur zwei "Schurken" herum, die USA und Israel. Alle anderen Staaten und ihre Bewohner sind Opfer, allen voran Frankreich und die Pal√§stinenser.

Als wenn andere Staaten keine Geheimdienste unterhielten! Die gesamte Welt ist Opfer der USA und Israels. Was tun derweil die franz√∂sischen Geheimdienste DST und DGSE? Sie infiltrieren die Unternehmen. Aber angeblich sind nur die USA zu allem bereit, und zwar um Herrscher der Welt zu bleiben, die friedliebenden Staaten der EU versuchen stattdessen anst√§ndig zu bleiben und recht und schlecht ihr Leben zu fristen. Wenn es nicht so peinlich w√§re, k√∂nnte man dar√ľber lachen! (33)

Was wir heute auch bei den Friedensfreunden erleben, die gegen den Irakkrieg auftreten: Anti-Amerikanismus, Antisemitismus und Israelfeindschaft. Als wenn es Friedensliebe gewesen wäre, aus der heraus Frankreich und Deutschland nicht mitgemacht haben beim Krieg gegen den Irak, und nicht etwa ihre sich von derjenigen der USA unterscheidende Interessenslage. Oder wie erklärt sich sonst die im Falle Jugoslawiens so ganz andere Haltung? Da werden die Vereinten Nationen auch nicht gefragt, da wird ein Land zerbombt, das keinen der Bomberstaaten angreift, da sind sie sich einig, die USA und die EU. Was im Angesicht der KFOR-Truppen, zu denen auch große französische Kontingente gehören, aus den Juden wird, die dort leben und von aus Albanien kommenden Mafiosi gequält und umgebracht werden, interessiert niemanden.

Wenn die EU und die arabischen Staaten nicht seit Jahren so gro√üz√ľgig w√§ren, die korrupten Pal√§stinenserf√ľhrer mit Hunderten von Millionen Dollar und Euro zu unterst√ľtzen, ohne hinzuschauen, in welche Terrorkan√§le das Geld abflie√üt, dann br√§uchte Israel auch kein PROMIS. Wie weit es sch√ľtzen kann, dieses PROMIS, das sehen wir st√§ndig: Homizidattentate, Leid und Tod in Israel.

Das ehemalige Regierungsmitglied, der Spezialist der gro√üen politischen und Geheimdienstenth√ľllungen Thierry Pfister, schreibt mit und ohne seinen Kollegen Fabrizio Calvi noch weitere bei Albin Michel und anderswo ver√∂ffentlichte Rei√üer, wie "Le repas des fauves", Die Mahlzeit der Wilden, worin die Autoren linke und rechte Politiker anklagen, auf Staatskosten eine neue Generation von Kapitalisten zu schaffen, sowie ein Buch, das der darin enthaltenen Beleidigungen wegen verboten wird, aber dennoch wie schon bei dem hetzerischen Buch des Israel Shamir √ľber Israel zu beobachten ist, auf dem Markt zum Verkauf frei angeboten wird. "Lettre ouverte aux gardiens du mensonge", Offener Brief an die Bewahrer der L√ľge, hei√üt das bei www.amazon.fr aufgelistete Buch, auf dessen Umschlag in gro√üen Buchstaben "INTERDIT", verboten, prangt. Vielleicht sind ja die inkriminierten Stellen, in denen der j√ľdische Anwalt Georges Kiejman beleidigt wird, und f√ľr die das Berufungsgericht den Verlag zu Strafen und Gerichtskosten in H√∂he von insgesamt 500 000 Franc (ca. 77 000 Euro) verurteilt, inzwischen geschw√§rzt. Juristische Verfolgung ist inzwischen zur g√§ngigen Waffe geworden, um die Wahrheit zu unterdr√ľcken, meint Thierry Pfister dazu. Er ist Opfer, die T√§ter sind die anderen, allen voran der Jude.

Der Nachrichtendienst Services Documentaires Multimédia schreibt lapidar: "Der Autor beklagt die Tatsache, daß einige offizielle Versionen der Ereignisse nicht revidiert werden können."

Impressionen aus der französischen Verlagslandschaft

300 000 Franc der Strafe gehen an den Anwalt Georges Kiejman daf√ľr, da√ü er von Thierry Pfister beleidigt wird. Das Gericht habe sogar Adjektive als beleidigend eingestuft, die es nicht waren, sagt dazu der verurteilte Verleger Francis Esm√©nard, Enkel des Verlagsgr√ľnders Albin Michel. In der ersten Verhandlung wird der Verlag freigesprochen, was den Verleger zur Meditation veranla√üt: "Mu√ü man daraus schlie√üen, da√ü eines der beiden Tribunale inkompetent war und das andere parteiisch?" (34) In solchen √Ąu√üerungen zeigt sich das Rechtsverst√§ndnis dieses Verlegers, das er bald darauf noch einmal beweist, als er vertragswidrig dem Konkurrenten Grasset, aus dem Hause Hachette-Lagard√®re die Erfolgsautorin und Preistr√§gerin des "Goncourt des lyc√©ens" 2001, des Sch√ľler-Goncourt, Shan Sa abspenstig macht, in dem er ihr mehr bietet. Auch dieser Fall geht nicht ohne einen b√∂sen Juden ab. Anwalt Georges Kiejman n√§mlich, der "Erzfeind des Verlages Albin Michel", wird vom Verlag Grasset eingeschaltet, was den Verlag nicht hindert, das Buch "Imp√©ratrice", die Kaiserin, im August 2003 unter der Marke Albin Michel herauszubringen. Vor Gericht siegen Grasset und sein Anwalt Georges Kiejman auf der ganzen Linie. Der Verlag Albin Michel und die Autorin sehen sich als Opfer.

Shan Sa, Tochter eines Vaters, der angeblich der Schrecken der Ereignisse vom Tiananmen wegen nach Paris √ľbersiedelt und an der Sorbonne unterrichtet, nach einem Jahr aber merkw√ľrdigerweise wieder nach China zur√ľckkehren mu√ü und die Tochter allein in Frankreich zur√ľckl√§√üt, ist "√ľberzeugt, da√ü die Justiz dieses unmenschliche Urteil im Berufungsverfahren zur√ľcknimmt." Das Opfer Shan Sa ist eine Chinesin, derer sich eine els√§ssische Schule annimmt, die privilegierte Beziehungen zur VR China unterh√§lt. Sie lernt die Tochter des Malers Balthus kennen, dessen Sekret√§rin sie wird, und von da an ist ihr Leben gemacht.

"Wie jeder Roman," meint die Autorin der "Imp√©ratrice", ist dies auch eine Art ertr√§umter Autobiographie. Ein Buch √ľber die Beharrlichkeit einer alleinstehenden Frau, die sich erheben will und eine gewaltt√§tige Verteidigung benutzt, um ihr Ziel zu erreichen." Die Worte k√∂nnten von Nima Zamar stammen, die allerdings noch um einiges disziplinierter zu sein hat, um ihre angeblichen autobiographischen Erlebnisse stringent zu vermarkten. Das schafft sie so gut, da√ü die Rechte an dem Buch auch an die VR China verkauft werden k√∂nnen.

Dieser Fall ist einer mehr zu verdeutlichen, was in Frankreich auf dem Verlagssektor an Verflechtungen und Konkurrenz los ist. Grasset-Hachette-Lagard√®re handelt nicht anders, macht dem kleineren Verlag √Čditions du Rocher diese Autorin abspenstig. Kritiker fragen sich beim Erstling der Autorin, wie sie nach nur einigen Jahren Aufenthaltes in Frankreich druckreife Literatur hervorbringen kann. Aber Nima Zamar kann ja auch nach zwei Jahren Ausbildung durch den Mossad flie√üend und ohne Akzent arabisch. Wir haben es mit begabten Frauen zu tun.

"Man mu√üte daran (am ersten Buch) viel arbeiten, vor allem an der Form", sagt Jean-Paul Bernard, vom Verlag Rocher. Das ist 1997, als Shan Sa 25 Jahre alt ist. Sp√§ter lernt sie viele einflu√üreiche M√§nner kennen, u.a. den einflu√üreichen Anwalt Paul Lombard, bei dem sie einen ihrer Romane schreibt, und die Familie Lagard√®re. Jean-Paul Bernard tr√∂stet sie: "Ihnen gebe ich die B√ľcher, die ich Ihnen schulde, wenn ich ber√ľhmt bin!"

Shan Sa tingelt durch die Provinz. Sie wird zur "Botschafterin dieses ewigen Chinas, das so gef√§llt", ihre B√ľcher signiert sie in Kalligraphie. Sie beteiligt sich an der Vorbereitung des "Jahres Frankreichs in China", wirkt als Kontakt zwischen franz√∂sischen und chinesischen Diplomaten, sicherlich sehr zur Freude der Familie Lagard√®re und des europ√§ischen R√ľstungskonzerns EADS, an dem die Familie Hauptaktion√§r ist. Da m√∂gen drau√üen einige Tibet-Anh√§nger gern protestieren. Schlie√ülich ist der Dala√Į Lama auch nicht demokratisch gew√§hlt. (35)

Albin Michel soll ins große Geschäft einsteigen

Im Jahre 1996 wird Jean-Marie Messier mit Hilfe der politischen Freunde des Pr√§sidenten Jacques Chirac an die Spitze der 150 Jahre alten "G√©n√©rale des Eaux" berufen. In f√ľnf Jahren macht er daraus den zweitgr√∂√üten Kommunikationskonzern der Welt, nach AOL-Time Warner. Bis 2001 produziert er, "J6M - Jean-Marie Messier Moi-M√™me Ma√ģtre du Monde", wie er sich selbst bis zu seinem Rausschmi√ü als Pr√§sident von Vivendi Universal (VU) bezeichnet, Jean-Marie Messier, Ich, Herrscher der Welt, durch seine Gigantomanie ein "Enron √† la fran√ßaise". So titelt der Nouvel Observateur. J6M tritt von der B√ľhne ab, hinterl√§√üt 20 Milliarden Euro Schulden sowie u.a. die Vivendi Universal Publishing (VUP), die der R√ľstungs- und Medienkonzern Lagard√®re im Oktober 2002 von Vivendi f√ľr 1,25 Milliarden Euro aufkauft. Das gef√§llt dem EU-Kommissar f√ľr Wettbewerb Mario Monti gar nicht, denn diese Einheit w√§re zehnmal gr√∂√üer als der n√§chste Wettbewerber. Im Oktober 2003 wird VUP in Editis umbenannt. Lagard√®re mu√ü nach einer Entscheidung der EU-Kommission f√ľr Wettbewerb, vom 7. Januar 2004, die Verlage f√ľr allgemeine Literatur, Schulb√ľcher und Taschenb√ľcher ver√§u√üern. Das sind rund 60 Prozent von Editis. (36)

Die französische Regierung will dennoch nicht von einer Lösung auf nationaler Ebene ablassen, denn Lagardère und Editis sind die beiden Hauptpfeiler der französischen Buchproduktion. (37)

Nun kommt der Verlag Albin Michel ins Spiel. Sein Besitzer Francis Esm√©nard √ľbernimmt diesen Verlag im Jahre 1967 und verzweihundertfacht seinen Umsatz in 35 Jahren. Sein Geheimnis: literarische Kn√ľller und Rentabilit√§t. Die gibt´s in den letzten 15 Jahren reichlich. Der rege Verleger macht zweimal in allerletzter Zeit Schlagzeilen: einmal mit dem Prix Concourt 2003 f√ľr "La ma√ģtresse de Brecht", von Jean-Pierre Amette, und ein weiteres Mal als mit gro√üem Pomp sein Eintritt in den sehr geschlossenen Kreis der eventuellen K√§ufer des von Lagard√®re abzutretenden Teils von Editis bekannt wird. Dieser Teil n√§mlich soll auf jeden Fall in franz√∂sischem Besitz bleiben. Das ist f√ľr die franz√∂sische Politik umso dringlicher, da es sich auch um die Schulb√ľcher handelt. Wahrscheinlich verzichtet Lagard√®re auf diesen Teil bewu√üt, damit so die Notwendigkeit f√ľr ein Eingreifen des Staates zur Rettung der Bildung der franz√∂sischen Kinder begr√ľndet werden kann. Will man die etwa ausl√§ndischem, gar US-amerikanischem Einflu√ü anheim geben?

Albin Michel hat mit seiner Produktionspolitik hinreichend Nationalbewu√ütsein bewiesen. Thierry Pfister b√ľrgt daf√ľr: Gegen die USA, gegen die Juden und Israel, f√ľr die Pal√§stinenser, f√ľr die Ann√§herung an die VR China. Querelen mit Verlagen der Hachette-Gruppe des EADS-Konzerns sind dabei das Salz in der Suppe.

Nun m√ľssen Geldgeber gefunden werden, die den Verlag Albin Michel unterst√ľtzen. Der 1952 von Francis Bouygues als Baufirma gegr√ľndete Konzern Bouygues kommt ins Gespr√§ch. Die einstige Baufirma, gro√ü geworden durch Auftr√§ge der franz√∂sischen Regierung, ist heute ein in 91 L√§ndern t√§tiger diversifizierter Betrieb mit 121 000 Mitarbeitern. Bouygues geh√∂rt u.a. der Fernsehsender TF1-LCI. Das ist der Sender, der Partner der unter der Schirmherrschaft der franz√∂sischen Regierung und des Pr√§sidenten Romano Prodi der EU-Kommission wirkenden Association Euro-M√©diterran√©e Science, D√©veloppement &Paix" ist, die zu einer UNESCO-Veranstaltung den islamischen Fundamentalisten Hani Ramadan einl√§dt. Dieser vertritt gem√§√ü islamischem Recht offen die Steinigung unz√ľchtiger und untreuer Frauen, k√∂rperliche Z√ľchtigung ungehorsamer Ehefrauen und Vielweiberei und verurteilt die Homosexualit√§t.

Im Jahre 2002 erreicht TF1 32,7 Prozent der gesamten Fernsehzuschauer Frankreichs. TF1 ist seit 1987 dabei, sich zu diversifizieren. Da wird der Sender privatisiert, und Bouygues √ľbernimmt Anteile. Es w√ľrde den Konzern somit gut erg√§nzen, wenn er in das Gesch√§ft des Verlages Editis einstiege.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2003 steigt die Rentabiliät des Bouygues-Konzerns bemerkenswert an. Ein Gewinn von 341 Millionen Euro wird eingefahren. An der Börse nimmt Bouygues 750 Millionen Euro Kredite auf, die 2011 fällig werden. (38)

Sowohl bei Albin Michel als auch bei Bouygues stimmt die nationalistische Richtung: propalästinensisch, Israel- und USA-feindlich sowie, zumindest was Bouygues betrifft, UMP-nah. Stichproben beweisen dies im Übermaß.

Angesprochen auf derartige √úbernahmepl√§ne gibt sich Francis Esm√©nard bescheiden, er wolle nicht der Frosch sein, der gro√ü wie ein Ochse werden wollte. Dennoch ist der Verleger im Sommer 2003 in st√§ndigem Kontakt mit Lagard√®re, und das gewi√ü nicht der Shan Sa wegen. Weitere Kontakte pflegt der Verleger zur staatlichen Caisse des d√©p√īts, ohne die eine √úbernahme durch ihn unm√∂glich w√§re. Fragen stellen sich, schreibt "Challenges.fr", im November 2003, wenn der "kleine" Albin Michel den gro√üen Editis aufkaufen wolle. (39)

Die Caisse des d√©p√īts (CDC) ist eine der wichtigsten Anstalten des √∂ffentlichen Rechts. Sie wird 1816 zum Schutz von Privateinlagen gegr√ľndet, f√ľr die ein hohes Ma√ü an Absicherungen erforderlich ist. Inzwischen ist sie eine einflu√üreiche Finanzgruppe, deren Bilanzsumme bei 349 Millionen Euro liegt. Sie verwaltet im √∂ffentlichen Interesse die Spargelder in H√∂he von 209 Milliarden Euro und √ľber ihre privatwirtschaftlich operierende Tochter CDC IXIS zus√§tzlich 300 Milliarden Euro f√ľr Investitionen und Finanzierungen. Es gibt zur Wahrnehmung marktwirtschaftlicher Aufgaben insgesamt drei wichtige Tochtergesellschaften. Der Aufsichtsrat der Gruppe ist zusammengesetzt aus Vertretern der Nationalversammlung, der Justiz, des Finanzministeriums und dem Direktor der Franz√∂sischen Zentralbank.

Die Gruppe unterst√ľtzt die franz√∂sische Sparkasse und die Gruppe "La Poste" bei deren Reorganisation und Entwicklung marktwirtschaftlicher Aktivit√§ten. Sie ist jedoch gleichzeitig offen f√ľr europ√§ische Partnerschaften. Im Jahr 2002 verbucht die Gruppe einen Nettogewinn von 710 Millionen Euro. (40)

Bei solchen Summen wird das Vorhaben zur √úbernahme von 60 Prozent der Verlagsgruppe Editis durch Albin Michel kein Problem sein, und darum behandelt, am 19. November 2003, die Nationalversammlung gleich nach den Tabakpreisen auch den Fall der Finanzierung des Kaufes von Editis. Das Wort hat der UMP-Abgeordnete des burgundischen Department l´Yonne Philippe Auberger, der eine Frage an den Minister f√ľr Kultur und Kommunikation Jean-Jacques Aillagon stellt. Philippe Auberger kennt sich bestens aus. Er ist Aufsichtsratsvorsitzender der CDC. Zun√§chst z√§hlt er die Verlage der Gruppe Editis kurz auf. Auf Grund der zw√∂lf gravierenden Einw√§nde des EU-Kommissars f√ľr Wettbewerb Mario Monti k√∂nne die L√∂sung des Kaufes von Editis durch Lagard√®re nun nicht aufrecht erhalten werden:

"Unter diesen Bedingungen ist das Risiko sehr gro√ü, da√ü eine f√ľr den Pluralismus in Frankreich so wichtige Gruppe sich aufl√∂st und in ausl√§ndische H√§nde ger√§t. Meine Frage wird einfach sein: ist die Regierung in der Lage, das Auftreten eines von Finanzgruppen unterst√ľtzten Professionellen zu erleichtern, was verhindern w√ľrde, da√ü amerikanische Rentenfonds oder gegenw√§rtig in den letzten Z√ľgen liegende ausl√§ndische Verlage die Hand auf Editis legen? (Beifall auf den R√§ngen der Union pour un mouvement populaire, der Einheit f√ľr eine Volksbewegung)."

Der Minister f√ľr Kultur und Kommunikation antwortet:

Herr Abgeordneter des Department Yonne, Sie haben recht, daran zu erinnern, da√ü das Buch keine gew√∂hnliche Handelsware ist ("le livre n´est pas une marchandise ordinaire", ist auch Slogan der ATTAC, nur ohne "ordinaire"). (´Bravo!´ auf vielen B√§nken der sozialistischen Gruppe). ...

Auf diesem Hintergrund ist auf ungl√ľckliche Art vor einem Jahr der Verkauf des Verlagszweiges von Vivendi geschehen. Diese Initiative wurde abgeschlossen mit dem Kauf durch die Gruppe Lagard√®re. Ich habe in diesem Augenblick wissen lassen, da√ü die Regierung, ohne in den Lauf privater Gesch√§fte einzugreifen, einer L√∂sung den Vorzug gibt, die finanzielle M√∂glichkeit, Fachwissen in der Branche und eine wirkliche N√§he zu den kulturellen Interessen unseres Landes vereint. ...

Auf jeden Fall werden wir daf√ľr sorgen, da√ü nicht noch einmal geschieht, was sich ungl√ľcklicherweise im Jahr 2001 ereignete, als Vivendi bei Gleichg√ľltigkeit der damaligen Regierung seine Fachpresse auf den Markt brachte. Das franco-amerikanische Konsortium, das sie gekauft hat, brachte sie nach Realisierung eines Gewinnes schon wieder auf den Markt und brachte damit gro√üe H√§user der Fachpresse wie die Gruppe "Le Moniteur" in eine sehr grausame Lage. (Beifall auf mehreren B√§nken der Union pour un mouvement populaire)". (41)

So wird die Bahn frei f√ľr den Verlag Albin Michel, Editis zu kaufen. Er gen√ľgt den Anforderungen "Fachwissen in der Branche und eine wirkliche N√§he zu den kulturellen Interessen unseres Landes". Nun mu√ü noch daf√ľr gesorgt werden, da√ü er auch die finanziellen M√∂glichkeiten bekommt. Daf√ľr sorgt die CDC. Sie beruft im Januar 2004 ein Beratungskollektiv, das ihr helfen soll Fragen des Managements betreffend die Beteiligung an b√∂rsennotierten Gesellschaften zu regeln. Dieses Kommittee soll nicht in Investitionsstrategien derjenigen Gesellschaften eingreifen, an denen sie beteiligt ist.

Dieses Kollektiv wird geleitet von René Barbier de la Serre, dem ehemaligen Präsidenten des Ethik-Kommittees (!) des Unternehmerverbandes MEDEF. Er ist auch im Aufsichtsrat des Credit Lyonnais, wo er im Kommittee zur Festsetzung von Gehältern wirkt.

Er und der Aufsichtsratspr√§sident der Versicherungsgruppe Axa Claude B√©b√©ar, der ehemalige Pr√§sident von Vivendi Universal Jean- Marie Messier ("J6M"), der ehemalige Pr√§sident von Alstom Pierre Bilger und der Pr√§sident des MEDEF Ernest-Antoine Seilli√®re werden gerade im Oktober 2003 von der Nationalversammlung zu ihren √ľberh√∂hten Verg√ľtungen vernommen. Die ersten zwanzig h√∂chstbezahlten franz√∂sischen Unternehmenschefs genie√üen im Jahre 2002 eine durchschnittliche Gehaltssteigerung von 20,75 Prozent, w√§hrend zur selben Zeit die B√∂rse zusammenschmilzt. (42)

Claude B√©b√©ar ist derjenige, der am 16. Oktober 2002 Marine Le Pen, vom Front National, in das von ihm gegr√ľndete Institut Montaigne einl√§dt, dort einen Vortrag zu halten. Zu der Zeit ist er neben Jean-Ren√© Fourtou de facto Kopr√§sident des in Aufl√∂sung begriffenen Konzerns Vivendi Universal, von dem Teile jetzt unter dem Namen Editis verkauft werden sollen. Er wertet also sein Gehalt und den Front National auf. Ren√© Barbier de la Serre wertet sein Gehalt und die CDC auf. Es pa√üt alles gut zusammen. (43)

Neben den Aufsichtsratsmitgliedern der CDC Gruppe Philippe Auberger, u.a. zwei weiteren Mitgliedern der CDC, dem Leiter Finanzen und Strategie und dem des Hauptkontrollorgans der Gruppe, ist besonders interessant, da√ü in diesem neuen Kommittee auch der Exekutivpr√§sident der EADS-Gruppe Philippe Camus vertreten ist. Er wird daf√ľr sorgen, da√ü die Investitionen angemessen angelegt werden und sich Editis und die Mediengruppe von Lagard√®re nicht ins Gehege kommen.

Zur Sicherung solcher Verflechtungen beansprucht die franz√∂sische Regierung eine Sonderregelung f√ľr Kultur: "B√ľcher sind keine gew√∂hnliche Handelsware", vor allem die Schul- und Studienb√ľcher nicht. Derer wird sich mit gro√üem Fachwissen Albin Michel besonders widmen. Schulen und Universit√§ten entwickeln sich gegenw√§rtig zu Brutst√§tten des Antisemitismus, wie Emmanuel Brenner, Michele Tribalat and Jeanne-Helene Kaltenbach berichten. In manchen Schulen best√ľnden Sch√ľler und Eltern darauf, die Geschichte in mehr antij√ľdischer und anti-isralischer Weise umzuschreiben, Lektionen √ľber Judentum und Holocaust zu streichen, die Teil des von der Regierung vorgegebenen Lehrprogramms sind. J√ľdische Sch√ľler, Studenten und Lehrer werden von Gruppen verbal und t√§tlich angegriffen, ohne da√ü ihnen ihre Kollegen zu Hilfe kommen. Die T√§ter kommen in fast allen F√§llen aus arabisch-islamistischen Kreisen, die das Attentat vom 11. September 2001 und den Nahostkonflikt ausnutzen, um die moslemischen Jugendlichen gegen Frankreich, Israel und die USA auszurichten. Es wird vers√§umt diese Jugendlichen in die Gesellschaft zu integrieren. Stattdessen wird, besonders auch von Linksradikalen, der "Ethno-Differenzialismus" gepflegt. Statt Assimilation, die nach und nach die Unterschiede einebnet, wird ein neuer Kampf f√ľr die "kulturelle Verschiedenheit" gef√ľhrt. (44)

Mit B√ľchern aus dem von Albin Michel erworbenen Konzern Editis kann dieser Trend dann wissenschaftlich unterlegt werden. Neu ist er nicht, sondern der Rechtsextreme Alain de Benoist predigt das schon seit Jahrzehnten. Endlich ist seine Lehre in der Mitte der Gesellschaft angekommen

Es braucht fast nicht mehr erw√§hnt zu werden, da√ü "Le monde diplomatique" sich √ľber die Untersuchung von Emmanuel Brenner und seines Autorenkollektivs emp√∂rt. Alllerdings erst acht Monate nach Erscheinen des Buches pr√§sentiert der Stellvertretende Chefredakteur Dominique Vidal diese sp√§te Rezension. Emmanuel Brenner konzentriere sich auf den Antisemitismus, " und er geht so weit, daf√ľr verantwortlich zu machen ... die Lehrer von der Linken! Der Kampf gegen die Judeophobie hat offenbar nichts zu gewinnen von einer Abkoppelung von der Schlacht gegen die anderen √Ąu√üerungen des Rassismus." (45)

Die Juden ihrerseits haben nichts zu gewinnen von Thierry Meyssan, Carlos und Israel Shamir, nichts von Verlagen wie Albin Michel, nichts von Zeitungen wie dem "Diplo" und nichts von der französischen Regierung.

Anmerkungen

(1) Krebs, Pierre. Lexikon Rechtsextremismus. Informationsdienst gegen Rechtsextremismus
http://lexikon.idgr.de/k/k_r/krebs-pierre/krebs-pierre.php

(2) L´effroyable imposture. Biographie de Thierry Meyssan
http://www.effroyable-imposture.net/biographie-fr.php

Der PRG ist eine linksrepublikanische Splitterpartei in Frankreich. Sie stellt zu den Pr√§sidentschaftswahlen 2002 eine Kandidatin auf, Christiane Taubira, Vizepr√§sidentin des PRG und Deputierte von Guayana. Sie schreibt am 19. Juni 2003 einen Brief an den franz√∂sischen Innenminister Nicolas Sarkozy und setzt sich ein f√ľr die inhaftierten Anh√§nger der Maryam Radjavi, der Anf√ľhrerin der Terrororganisation MKO und selbsternannten Pr√§sidentin des Iran .

(3) Conférence sous les auspices de la Ligue arabe: Qui a commandité les attentats du 11 septembre ? Par Thierry Meyssan, le 8 avril 2002, à Centre Zayed, à Abu Dhabi. KAFEMETZ
http://sites.estvideo.net/sadoki/menucomprendre.htm

(4) Entretien avec le Hezbollah. Réseau Voltaire, 18.11.2002
http://www.reseauvoltaire.net/article8732.html

(5) Dossier d´Information. Nasrallah: la culture des attentats-suicide doit √™tre export√©e dans le monde. Unit√© du Porte-parole de l´Arm√©e de D√©fense d´Isra√ęl, 29 janvier 2004
Quelle arabisch: http://www.intiqad.com/moqawama/doc2.htm

(6) Isabelle Coutant-Peyre abogada del venezolano Ilich Sánchez Ramírez más conocido como "Carlos" o "El Chacal" por Sandro Cruz . Réseau Voltaire, abril des 2002
http://www.redvoltaire.net/imprimer130.html

Isabelle Coutant-Peyre √ľbernimmt 1998 von Jacques Verg√®s auch die Verteidigung im Berufungsverfahren des Negationisten Roger Garaudy, der den Holocaust und die Existenz der Gaskammern bestreitet und die Zeugen im Proze√ü der Falschaussage bezichtigt.

(7) L´islam r√©volutionnaire. Auteurs: Ilich Ramirez Sanchez "Carlos". Texte et propos recueillis, rassembl√©s et pr√©sent√©s par Jean-Michel Vernochet. Editions du Rocher 26 juin 2003

(8) " Notre ami Isra√ęl Shamir", par Henri Pasternak. L´Arche, n¬į 543, mai 2003. http://www.phdn.org/antisem/antision/notreami.html

(9) Inquisizionisten bewirken Buchverbrennung in Frankreich: Holocaust der freien Meinung
http://www.etrend.ch/fundgrube/win_fundgrube/is_031031_buech erholocaust.htm

(10) Il est minuit moins cinq docteur Sharon, par Israel Shamir. Al-Oufok, Publication √©lectronique du Mouvement d√©mocratique arabe, dedi√©e √† l´intifada
http://www.aloufok.net/article.php3?id_article=670

(11) Les √©crits d´Isra√ęl Shamir. Articles en fran√ßais
http://www.israelshamir.net/french_articles.html

(12) Antisémitisme: la Bicyclette bleue déraille. Par Didier Daeninckx. Amnistia.net no 28, novembre 2003
http://www.amnistia.net/siteabon/news/articles/negdoss/shami r/shamir.htm

(13) Ich mußte auch töten. Eine gefälschte Biographie. aspekte. ZDF-Kultur, 19.12.2003
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/5/0,1872,2090725,00.html

(14) "Ich mu√üte auch t√∂ten". Buch zur√ľckgezogen. n-tv.deCNN.de
http://www.n-tv.de/5202771.html

Super-Spionin oder L√ľgen-Baroness? Der Kindler-Verlag riskiert seinen Ruf mit einem fragw√ľrdigen Mossad-Enth√ľllungsbuch (Autor: Henning Biedermann), 4.1.2004
http://www.br-online.de/kultur-szene/capricci/report/thema04 0104_4.html

(15) Horst Wagner. Hitlers "ungl√ľckliche Liebe"? Joachim Fest: Speer. Eine Biographie. Berliner Lesezeichen
http://www.berliner-lesezeichen.de/lesezei/Blz00_01/text17.h tm

Drei Buchtitel des Alexander Fest Verlages, bei Carpe Librum
http://autorenverzeichnis.de/content/buch/kategorie/verlage/ alexander_fest_verlag.html

(16) Jacques-Pierre Amette
http://amette.free.fr/

(17) Berlin-Est 1948. Auszug
http://www.albin-michel.fr/article/extrait/2003/978222614163 7-t01.pdf

(18) La ma√ģtresse de Brecht. Albin Michel
http://www.albin-michel.fr

(19) Je devais aussi tuer. √Čditions Albin Michel
http://www.albin-michel.fr/

(20) Female Bond with a story to sell. UK Indymedia "They have decided Upon Cold-Blooded Murder", 14. September 2003 (Im Thread √ľber die Absichten Israels, sich des Yasser Arafat zu entledigen)
http://www.indymedia.org.uk/en/regions/world/2003/09/277410. html

(21) Sifflets. Après Meyssan, Zamar ! Par René Backmann. Le Nouvel Obs en ligne, semaine du jeudi 2 octobre 2003
http://www.nouvelobs.com/articles/p2030/a217640.html

(22) Les invités de Thierry Ardisson à TLMP, classement chronologique
http://www.melinistes.net/tlmp_ardissons/invites-TLMP-chrono .htm#13/09/2003

(23) Espionnage
http://www.chez.com/couincouin/index.html
http://www.chez.com/couincouin/actualite/espionnemossad.html

(24) 13 septembre 2003, "Tout le monde en parle" sur France 2. Un peu d´actualit√©
http://www.chez.com/couincouin/actualite/actu.html

(25) La nouvelle citoyennet√© - La d√©claration de politique g√©n√©rale du 8 juillet 1981. Mauroy, Pierre/ Pfister, Thierry/ Perraudeau, Eric/ D´Almeida, Fabrice, Fondation Jean Jaur√®s, 2001(leider vergriffen, aber noch zu lesen)
http://193.45.254.92/bdd/doc/notes22_0.pdf

(26) Appel des Socialistes pour une Paix Juste et Durable au Proche-Orient
http://pagesperso.laposte.net/paixjuste/article.php3?id_arti cle=1

(27) Premiers signataires √† soutenir l´Appel des militants socialistes
http://pagesperso.laposte.net/paixjuste/

(28) Thierry Pfister (1945-…). Source: Le Livre de Poche, LGF
http://www.livrenpoche.com/auteur/Thierry_Pfister/181.html

(29) Romane aus der Datenwelt. Egmont R. Koch + Jochen Sperber: Die Datenmafia. Computerspionage und neue Informationskartelle
http://www.computer-thriller.de/die_datenmafia.html

(30) D´Al Capone √† l´√©lection de Silvio Berlusconi, l´analyse du fonctionnement de la mafia en Italie et aux Etats-Unis. 1995 / 100 min. S√©ances
http://www.seances.org/fiche.asp?film=8259

(31) Fabrizio Calvi - Thierry Pfister: PROMIS. Das Auge Washingtons
http://www.computer-thriller.de/promis.html

(32) Espionnage. Comment Washington a piégé les ordinateurs du monde entier. C.A.R.L.
http://membres.lycos.fr/ecarl/espionnage.html

(33) Secrètes affaires : les services secrets infiltrent les entreprises, de Guillaume Dasquié, Flammarion, 2 avril 1999

(34) L´√©dition au banc des accus√©s. √Čditer √† quels risques? par Daniel Bermond. Lire, juin 2002
http://www.dicosdor.com/enquete.asp?idC=40365#

(35) Rentr√©e litt√©raire. L´affaire Shan Sa, par Olivier Le Naire. L´Express Livre, 11 septembre 2003
http://livres.lexpress.fr/dossiers.asp?idC=7304&idR=4

(36) EU billigt Verlags√ľbernahme von Lagardere unter Auflagen. VWD, Dirk M√ľller-Thederan, 7. Januar 2004
http://de.biz.yahoo.com/040107/11/3ttx6.html

(37) Bruxelles autorise la reprise partielle d´Editis, ex-VUP, par Lagard√®re
http://www.neteconomie.com/perl/navig.pl/neteconomie/infos/a rticle/20040107183241

(38) Bouygues. L´Esprit Challenger
http://www.bouygues.fr/

(39) La r√©v√©lation. Avec Editis, il signerait encore un coup fumant, par Paul Loubi√®re, novembre 2003 - Challenges.fr No 211 - T√™te d´Affiche
http://www.challenges-eco.com/articles/p211/a223973.html

(40) Caisse des D√©p√īts et Consignations. Profil der Gruppe
http://www.caissedesdepots.fr/fr/upload/rapport2002_allemand /presentation.pdf

(41) Editis. JOURNAL OFFICIEL DE LA R√ČPUBLIQUE FRAN√áAISE DU JEUDI 20 NOVEMBRE 2003
COMPTE RENDU INT√ČGRAL, 1re s√©ance du mercredi 19 novembre 2003
http://www.assemblee-nat.fr/12/cri/2003-2004/20040068.asp#PG 10

(42) Messier, Bébéar et Seillière auditionnés sur leurs salaires
http://news.tf1.fr/news/economie/0,,1409082,00.html

(43) Bienvenue sur le site de l´Institut Montaigne! par Claude B√©b√©ar
http://www.institutmontaigne.org

(44) Les Territoires Perdus de la Republique. Antis√©mitisme, racisme et sexisme en milieu scolaire. Sous la direction de Emmanuel Brenner. Collectif de professeurs de coll√®ge et de lyc√©e, √Čditions Mille et une nuits, septembre 2002

La Republique et L´Islam, par Michele Tribalat et Jeanne-Helene Kaltenbach, Gallimard 2002

(45) Les Territoires Perdus de la Republique. Antisémitisme, racisme et sexisme en milieu scolaire, par Dominique Vidal. Le Monde diplomatique, mai 2003, page 31
http://www.monde-diplomatique.fr/2003/05/VIDAL/10157

Dieser Beitrag erschien zuerst auf der "J√ľdischen", http://www.juedische.at, Artikelrubriken - Antisemitismus, am 3. Februar 2004

25. April 2004



Hoch zum Seitenanfang Diese Seite drucken