
Beleidigungen gegen die Sängerin Shirel - Fünf Minderjährige verhaftet
Nah an der Szene, auf den besten Plätzen, gut verteilt unter den Zuschauern der Benefizveranstaltung "Pièces jaunes", Kleingeld, auf der die jüdische Sängerin Shirel (drei Pässe: französisch, israelisch und US-amerikanisch) beleidigt wurde, befanden sich mindestens dreißig maghrebinisch-stämmige Personen, Männer und Frauen, die ihren Haß herausausschrien. Sie müssen die Aktion vorher schon geplant haben, so gut verteilt unter den Zuschauern, wie sie waren.
Mehrere Berichterstatter erklären übereinstimmend, daß Bernadette Chirac, die Gattin des französischen Präsidenten, sich hinter der Bühne, direkt gegenüber und in unmittelbarer Nähe dieser Personen befand. Sie habe geschwiegen, angeblich, um nicht die Sache noch zu verschlimmern. Anschließend habe sie die Sängerin getröstet.
Shirel sang das Lied "Israel", von dem auf bekannten deutschen antisemitischen Foren wie dem Semit.net bald die abenteuerlichsten Gerüchte kursierten. Keiner kannte den Text, aber alle ahnten, es müßte etwas Schlimmes gegen die Araber Gerichtetes im Text enthalten gewesen sein. Kurz, die Täter waren einmal mehr die Opfer, die "reagierten".
Hier der Text:
Là où le soleil se change en larmes
Où les oliviers ont tant de charme
Là où les murs de pierres se légende
Pour ceux qui viennent y cueillir y mendier offrande
A Jérusalem, je suis venue tant de fois redire ce poème
A ces femmes voilées depuis Mathusalem
Il y a quelque part un D. qui prie qui nous aime
Il y a quelque part un D.
Là où mon prénom a pris racine
Au cœur du désert qui se dessine
Là où la frontière devient si mince
Que personne n´entend plus la parole du Petit Prince
A Jérusalem, je suis venue tant de fois redire ce poème
A ces femmes voilées depuis Mathusalem
Il y a quelque part un D. qui prie qui nous aime
Il y a quelque part un D.
Et qu´il s´appelle Mohammed, Jésus, Buddha ou
Vishnou, il y a toujours un D. qui voit ce que l´on fait
A Jérusalem, je suis venue tant de fois redire ce poème
A ces femmes voilées depuis Mathusalem
Il y a quelque part un D. qui prie qui nous aime
Il y a quelque part un D.
Reichlich Polizei und Organisatoren waren dort anwesend, niemand fühlte sich bemüßigt, etwas zu unternehmen. Alle Täter konnten ungeschoren abziehen. Der Sender TF1 (Besitzer: Bouygues) hat anläßlich der Ausstrahlung der Sendung, in der Nacht vom 2. auf den 3. Februar, nach Mitternacht, den Ton abgedreht, als die antisemitische Szene ablief.
Nun haben die französische Polizei und Justiz zu tun.
Heute, Mittwoch, den 4. Februar, hat die Polizei drei Minderjährige verhaftet, gegen die eine Untersuchung eingeleitet werden könnte (sic!). Sie wurden auf dem vom Fernsehen gedrehten Film erkannt. Mouloud Aounit vom Mouvement contre le racisme et pour l´amitié entre les peuples (MRAP), der sich jahrelang gemeinsam mit Tariq Ramadan, Vincent Geisser und ihresgleichen um nichts als um die "Islamophobie" kümmert, stellt sich zu diesen Zeiten des Wahlkampfes plötzlich auf die Seite der Juden, um so desto besser den politischen Gegner in Gestalt der Bernadette Chirac zu treffen. Sie habe geschwiegen, wie auch die Organisatoren. Sie habe nur privat ihr Bedauern ausgesprochen, anstatt aufzustehen und das Wort gegen die Hetzer zu ergreifen.
Sie haben alle geschwiegen und tatenlos zugesehen, comme d´habitude!
Im nachhinein verurteilen sie nun die Ausschreitungen, der Premier- und der Justizminister, der Bürgermeister von Mâcon und UMP-Senator Jean-Patrick Courtois sowie jeder, der etwas auf sich hält.
Nun macht man sich an die Minderjährigen, die man bald wieder freilassen wird. Ob sie derweilen erzählen, wer sie beauftragt hat?
Allmählich kann man es mit der Angst bekommen. Jetzt werden auch die Richter massiv bedroht, die den ehemaligen Premierminister und Vorsitzenden der UMP Alain Juppé zu 18 Monaten Haft mit Bewährung und 10 Jahren Aberkennnung der politischen Rechte, gewählt zu werden, verurteilt haben. Zahlreiche UMP-Politiker, allen voran Jacques Chirac, ergehen sich in Lobpreisungen des Verurteilten und seiner Verdienste. Das wird seine Wirkung auf das Versailler Berufungsgericht nicht verfehlen. Bis zum Berufungsverfahren, das nicht vor Ende 2004, Anfang 2005 stattfinden wird, bleibt der Verurteilte in seinen Ämtern.
Die Demokratie in Frankreich wird zerstört. Dies wird nicht nur die Juden, sondern alle Franzosen treffen.
ANTISÉMITISME. Shirel insultée : trois mineurs en garde à vue
NOUVELOBS.COM | 04.02.04 | 09:40
http://permanent.nouvelobs.com/societe/20040203.OBS3634.html
Jerusalem. Text: Diedier Barbelivien. Interpretation: Shirel
Da wo die Sonne sich in Tränen verwandelt,
Wo die Olivenbäume so anmutig sind,
Da wo die Mauern aus Stein sich erklären
Für die, die Opfer einnehmen und erbetteln
Nach Jerusalem bin ich so oft gekommen, dieses Gedicht zu rezitieren
Für die seit Methusalem verschleierten Frauen
Es gibt irgendwo einen G-tt, der uns einlädt, der uns liebt
Es gibt irgendwo einen G-tt
Dort wo mein Name Wurzeln geschlagen hat,
Im Herzen der Wüste, die sich abzeichnet,
Dort wo die Grenze so fein wird
Daß niemand mehr das Wort des Kleinen Prinzen versteht
Nach Jerusalem bin ich so oft gekommen, dieses Gedicht zu rezitieren
Für die seit Methusalem verschleierten Frauen
Es gibt irgendwo einen G-tt, der uns einlädt, der uns liebt
Es gibt irgendwo einen G-tt
Und ob er sich Mohammed, Jesus, Buddha oder
Vishnu nennt, es gibt immer einen G-tt, der sieht, was wir tun
Nach Jerusalem bin ich so oft gekommen, dieses Gedicht zu rezitieren
Für die seit Methusalem verschleierten Frauen
Es gibt irgendwo einen G-tt, der uns einlädt, der uns liebt
Es gibt irgendwo einen G-tt
Dieser Artikel erschien zuerst in der "Jüdischen", http://www.juedische.at, Artikelrubriken - Antisemitismus, am 4. Februar 2004
25. April 2004
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