
Gilles Kepel, wertvoller Wissenschaftler des welschen Staates
hébreu = hebräisch, Hebräer-; das Hebräische
c´est de l´hébreu = das ist unverständlich
welsch = keltisch, dann: romanisch, französisch, italienisch; fremdländisch
welschen = unverständlich reden
Gilles Kepels "Fitna"
Der französische Soziologe und Politikwissenschaftler DDr. Gilles Kepel, Jahrgang 1955, ist Professor am Lehrstuhl Moyen-Orient-Méditerranée, Nahost-Mittelmeer, des Institut des Etudes Politiques (IEP), mit Sitz in Paris, und Berater der französischen Regierung und der Nationalversammlung in Fragen der Entwicklung des Nahen Ostens. In dieser Eigenschaft ist er Gutachter des Außenpolitischen Ausschusses der Nationalversammlung zum Plan der USA zum "Greater Middle East", der nach den Vorstellungen der US-Regierung neben den arabischen Staaten auch Afghanistan, den Iran, Pakistan und die Türkei integrieren sollte. Er unterbreitet, am 12. Mai 2004, Vorschläge, wie die Politik der USA und deren Plan zum "Greater Middle East" für Frankreich genutzt, der Politik der USA keinesfalls gefolgt, sondern die USA stattdessen beerbt werden können. Die Staaten der EU seien sich in dieser Hinsicht nicht einig.
In diesem Zusammenhang äußert er sich zur "Schaffung der Mauer" in Israel, sie sei ein Symbol des Mangels an Vertrauen Israels gegenüber seiner Umwelt. "Die Morde an Scheich Yassin und Abdelaziz Rantisi vermitteln gleicherweise das Scheitern des Krieges gegen den Terror", die PLO überlasse den politischen Raum der Hamas und dem Palästinensisch-islamischen Jihad (PIJ), an denen als Akteure die palästinensische Gesellschaft nicht vorbei könne.
Der Plan des "Greater Middle East", behauptet Prof. DDr. Gilles Kepel, wäre ursprünglich die zivile Seite gewesen, die den "Krieg gegen den Terror" ergänzen und die Versorgung der USA mit Erdöl und die Gewährleistung der Sicherheit Israels begleiten sollte. Israel habe ins Zentrum der Region gerückt werden sollen. Heute sei der Plan vor allem zur Schadensbegrenzung da und dazu, die Wiederwahl George W. Bushs zu sichern. So sieht es auch Mohamed Sid-Ahmed, in der ägyptischen Regierungszeitung Al-Ahram.
"Europa findet sich seinerseits in vorderster Front der Tatsache der Unfähigkeit der gegenwärtigen amerikanischen Regierung wieder", sagt Gilles Kepel bei der Anhörung.
Der anerkannte Fachmann des Islams und des Islamismus, ist 1994 am New York City College und 1995 bis 1996 an der Columbia University Gastprofessor. Sein neuestes von insgesamt ca. zehn Büchern veröffentlicht er, am 2. September 2004 bei Gallimard, unter dem Titel "Fitna. Guerre au Coeur de l´islam", Fitna. Krieg im Innern des Islam. Deutsch ist das Buch, im Oktober 2004, bei Piper erschienen unter dem Titel "Die neuen Kreuzzüge", was wenig besagt. Welche Kreuzzüge - wer gegen wen? Englisch heißt es: "The War for Muslim Minds: Islam and the West". Darunter kann man sich etwas vorstellen.
"Fitna" besteht aus Widmung, Danksagung, Einleitung, dem Prolog "Das Scheitern des Friedens von Oslo", fünf Kapiteln, die der Autor folgenden Themen widmet: den Attentaten des 11.September 2001 und dem Terror der Islamisten außerhalb der islamischen Hemisphäre, der Terrororganisation al-Qaida, dem Wahhabismus Saudi-Arabiens, dem Krieg der USA und seiner Alliierten gegen den Irak, den Aktivitäten der Islamisten in Europa (Kapitel 2 bis 6) sowie dem ersten Kapitel, in dem er versucht, die Neokonservativen der USA einzuschätzen. Die Schlussfolgerung seiner Studien nennt der Autor "Jenseits von Jihad und Fitna", Anhänge mit Chronologie, Quellen, Bibliographie und Index helfen bei der Orientierung.
Die Kapitel 2 bis 6 sollen nicht Gegenstand dieses Artikels sein. Es gibt dazu im Internet eine Fülle von Rezensionen.
Widmung
Gilles Kepel widmet das Buch dem am 23. Mai 2004 verstorbenen marxistischen Philosophen, Anthropologen, Historiker und Soziologen Maxime Rodinson. Dessen Eltern sind russisch-polnische Juden, die vor seiner Geburt, am 26. Januar 1915, der zaristischen Judenverfolgungen wegen nach Frankreich emigrieren. Die Eltern werden in Auschwitz ermordet. Maxime Rodinson wird wie sein Vater Kommunist. Nach zwanzig Jahren Mitgliedschaft tritt er 1958 aus dem PCF aus. Er wird trotz der Familiengeschichte kein Zionist, sondern militanter Anti-Zionist. Im Juni 1967 erscheint in der Zeitschrift "Les Temps modernes" sein Artikel "Israel - koloniale Tatsache?", der in Frankreich beigetragen habe zum Verständnis Israels als kolonialem Staat. 1968 gründet er gemeinsam mit dem Berberforscher Jacques Berque die "Forschungs- und Aktionsgruppe für Palästina". Er ist Autor von Büchern über "Muhammad", "Die Araber", "Islam und Kapitalismus" u.a. Sein Tod wird von Islamwissenschaftlern aller Länder, vor allem von den arabischen, sehr betrauert.
Die Widmung ist Programm für das Buch.
Danksagungen
Gilles Kepel bedankt sich bei vielen Menschen und Institutionen, die ihn bei der Arbeit an seinem Buch unterstützen, und die ihn während seiner zahlreichen Reisen zur Materialsammlung empfangen, "vor allem auf der arabischen Halbinsel". Dazu gehören, in der Reihenfolge der Nennungen, der Botschafter Frankreichs in den Vereinigten Arabischen Emiraten François Gouyette mit seiner von ihm geschaffenen Datenbank "Réseau eurogolfe", der jetzige Botschafter in Bulgarien und zu Gilles Kepels Reisezeiten im Rang eines Ministers im Direktorat für internationale Entwicklung und Zusammenarbeit des Außenministeriums tätige Yves Saint-Geours, der frischgebackene Doktor (Dissertationsthema: Macht und Gesellschaft in Dubaï) am Lehrstuhl Moyen-Orient-Méditerranée des IEP Bernard El Ghoul, Koordinator des "Réseau eurogolfe", sowie sämtliche Botschaften des welschen Staates in der Region.
Gilles Kepel bedankt sich bei der, wie sie sich selbst auf ihrer Web Site bezeichnet, "unabhängigen Regierungsinstitution" des Scheichtums Abu Dhabi "Cultural Foundation of Abu Dhabi", deren Aufsichtsratsvorsitzender H.E. Ahmed Khalifa Al-Suwaidi ist. Der Dichter klassischer arabischer Verse H.E. Mohamed Ahmed Al Suwaidi ist dort Generalsekretär. Die Familie Al-Suwaidi stellt das Herrscherhaus Abu Dhabis.
Sein Dank geht an die "King Faysal Foundation Riyadh", in der als "Other Personnel" Prinz Turki bin Faysal bin Abd al-Aziz und Prinz Bandar bin Saud bin Khaled Al Abd al-Rahman gelistet sind.
Prinz Turki bin Faysal bin Abd al-Aziz ist jenes Mitglied des al-Sudairi Clans, das nur einige Tage vor dem 11. September 2001 von König Fahd seiner engen Kontakte zu arabischen Terroristen wegen vom Amt des Sicherheitschefs der saudischen "General Intelligence", entfernt wird, und der heute Botschafter seines Landes in London ist, von wo aus er der "zionistischen Lobby der USA" unterstellt, sie wolle von den Terroranschlägen in Saudi-Arabien profitieren, um die traditionell starke Bindung zwischen den USA und Saudi-Arabien zu zerstören. Prinz Bandar bin Saud bin Khaled Al Abd al-Rahman ist ein Enkel des 1975 ermordeten Königs Faysal. Dieser wird am 17. Oktober 1973 berühmt, als er der Unterstützung Israels durch den Westen im Jom-Kippur-Krieg wegen das saudische Erdöl vom Markt nimmt und damit die Energiekrise der westlichen Staaten heraufbeschwört.
Die "King Faysal Foundation Riyadh" ist eine Hauptaktionärin der Hausbank der ägyptischen Muslimbrüder Al-Taqwa. Die Bank wird der Finanzierung des islamistischen Terrors verdächtigt.
Er bedankt sich weiterhin bei der "Qatar Foundation", Dhoha, deren Präsidentin Sheikha Mozah Bint Nasser Al-Misnad ist, die Ehefrau des Emirs von Qatar, Sheikh Hamad bin Khalifa Al-Thani, bei Kollegen der Sozialwissenschaften der Universität Kuwait sowie bei Kollegen und Studenten des IEP.
Seine Gesprächspartner auf der arabischen Halbinsel sind Programm.
In den USA hat Gilles Kepel "das Universum der Neokonservativen dechiffriert". Dafür bedankt er sich beim Mitbegründer des "Project for The New American Century" Hillel Fradkin, der zu seiner Reisezeit Präsident des "Ethics and Public Policy Center" ist und ihm die Welt der Neokonservativen nahe bringt. Seit Juni 2004 ist Hillel Fradkin Senior Fellow am konservativen Hudson Institute. Er leitet dort das Center on Islam, Democracy and the Future of the Muslim World. Er war Brady Fellow beim AEI, Vice President, Lynde and Harry Bradley Foundation, 1988-1998, Programmreferent bei der John M. Olin Foundation, 1983-1986 etc. Über das AEI und die genannten erzkonservativen Stiftungen befinden sich Informationen in den drei Think Tank-Artikeln, in meinem Archiv.
Israel besucht der Erforscher der Probleme des Nahen Ostens und der Beziehungen zwischen Israel und den Palästinensern sowie des Islamismus anscheinend nicht. Bei niemandem dort, im "Etat hébreu", dem Hebräerstaat, muss er sich bedanken. Auch das ist Programm.
Einleitung
Gilles Kepel kommt bereits in der Einleitung zu dem Ergebnis, dass die Islamisten überall darin gescheitert seien, die muslimischen Massen hinter sich zu versammeln. Die Terroristen heißen bei ihm "activistes jihadistes", Aktivisten des Glaubenskrieges. Schon in seinem Buch "Jihad. Expansion et Déclin de l´islamisme", Glaubenskrieg. Ausbreitung und Abstieg des Islamismus, deutsch erschienen bei Piper, im Februar 2002, unter dem reißerischen Titel "Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des Islamismus", kommt er zu dem Ergebnis, die Islamisten seien im Abstieg begriffen. Da das Buch kurz vor dem 11. September 2001 herauskommt, hat er mit dieser These zu der Zeit wenig Erfolg beim Publikum.
Unkommentiert zitiert Gilles Kepel den ägyptischen Arzt und Mentor des Osama bin Laden Ayman al Zawahiri, der die Abwesenheit einer großen Sache moniert, mit der sich die Muslime "spontan hätten identifizieren" können. An dieser Stelle wäre eine Bemerkung sinnvoll gewesen der Art, dass Islam und Spontaneität unvereinbar sind. Man lese nur die Fragen, die Muslime für alles und jedes an die Scheichs und Imame stellen. Stattdessen behauptet der Autor, "Palästina" wäre mit dem Ausbruch der Zweiten Intifada diese große Sache. Er will uns also allen Ernstes weismachen, dass die Angriffe auf israelische Zivilisten, auf Frauen und Kinder, dass die Homizidattentate spontaner Ausbruch der islamischen Seele und eine große Sache sind?
Bei der Gelegenheit soll auf die Benennung Israels durch Gilles Kepel hingewiesen werden. In den hier besprochenen Abschnitten und Kapiteln nennt er Israel sehr häufig "L´Etat hébreu", den hebräischen Staat, den Hebräerstaat, und das bei inzwischen an die 30 Prozent Nicht-Juden im Lande. Das Land Gilles Kepels soll deshalb hier als welscher Staat vorkommen: Frankreich, der welsche Staat. Der "Staat der Gallier" wäre ebenfalls in Erwägung zu ziehen, aber da sowohl "c´est de l´hébreu" als auch "welschen" bedeutet, dass etwas unverständlich artikuliert ist, bleibt es bei "welsch".
Mit Israel hat Gilles Kepel offenbar seine Probleme. Er erklärt nirgends, warum den Neokonservativen, unter denen es viele Juden gibt, Israel angeblich soviel mehr am Herzen liegt als anderen politischen Richtungen in den USA. Er setzt dies als akzeptiert voraus. Offensichtlich übernimmt er ungeprüft die Ansichten, wie sie auch von Antisemiten und Israelfeinden vertreten werden: die Juden der USA machen alles nur für und wegen Israel. Im Laufe der Geschichte der Neokonservativen, so ab deren Wirken im Dunstkreis von Henry M. "Scoop" Jackson, gibt es nirgendwo einen Beweis, dass ihnen Israel und die Juden als solche besonders bedeutsam wären. Sie passen gut in die Strategie der USA, das ist alles. Man kann das bis heute auch an den Aktionen der US-Regierung im Zusammenhang mit dem ursprünglich zur Erleichterung der Emigration von Juden aus der SU entstandene Jackson-Vanik Amendment sehen, das sehr opportun zu einer Kontroverse mit Russland über Hühnerbeine mutiert ist. Der Autor beschreibt das im Zusammenhang mit dem Sechstagekrieg treffend: dieser sei auf der regionalen Ebene ein Ausdruck des Gegensatzes zwischen dem Westens und dem Sowjetblock. Darum wird Israel unterstützt und, wenn das politisch und finanziell zu viel wird, sucht die US-Regierung nach Möglichkeiten, Israel für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Die Studie "A Clean Break", 1996, ist ein Beispiel dafür. Im Archiv findet sich ein ausführlicher Artikel zum Thema.
Infam ist der Vergleich der Neokonservativen mit den islamistischen Terroristen, die beide, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, den Fall der arabischen Petro-Diktaturen wünschten, und zynisch, wie der Autor die arabischen Herrscher als Nutznießer der Einkommen aus der Ausbeutung des Erdöls unterschlägt zugunsten "der Staaten, die von der Ausbeutung leben", und die "wenn die Preise für ein Barrel hoch sind, wie es der Fall 2004 ist - Massen von liquiden Finanzmitteln besitzen, die entscheidend den Gang der Welt bestimmen". Es bedarf schon der Schere im Kopf oder eines ergiebigen Besuches bei der "King Faysal Foundation", die Petrodollars von den reichen Petro-Monarchen auf deren Staaten "umzubuchen". Wie man nachlesen kann, hat der Staat Saudi-Arabien Hunderte von Milliarden Dollar Schulden, warum er Wissenschaftlern wie Victor Davis Hanson nicht mehr eines Blickes wert ist. Auch dazu findet sich im Archiv ein Artikel.
Im folgenden schreibt der Autor von der desolaten Lage in den Ländern. Die autokratischen Herrscher wollten das ideologische System mittels des Islams kontrollieren, um somit politische und soziale Gleichgewichte in der Region zu erhalten - als wenn es derartige Gleichgewichte dort heutzutage gäbe oder gestern gegeben hätte. Es ist bis zur "Revolution" genannten Machtergreifung des Ayatollah Ruhollah Khomeini und bis zum Beginn des Krieges des Irak gegen den Iran die Politik der USA, ein militärisches Gleichgewicht in der Region herzustellen. Waffenlieferungen an den Irak, den Iran und an Saudi-Arabien sichern das ab. Mit den politischen Entwicklungen im Iran kommt dieses fragile Gleichgewicht schon vor 25 Jahren abhanden. Die Iran-Contra Affäre und der Krieg des Irak gegen den Iran sind nur zwei der unmittelbaren Folgen.
Ähnlich dem inflationistischen Gebrauch des Begriffs "L´Etat hébreu" findet man ständig wiederholt die Behauptung, dass den USA und hier besonders den Neokonservativen zweierlei angelegen sei: die Sicherheit Israels und die Versorgung mit Erdöl, der " ‚Krieg gegen den Terror´ bringt die Unterstützung des Hebräerstaates in den Vordergrund, die Bindungen mit Saudi-Arabien, dem hervorragenden Erdölproduzenten relativierend, dessen mit der Familie Bush liierte königliche Familie ein unverbrüchlicher Alliierter der USA ist." Belege für die Liaison werden nicht beigebracht, es sei denn Geschäftsbeziehungen oder die Besuche des saudischen Botschafters in Washington auf der Ranch in Texas genügten als solche. Es ist, wenn man die Ereignisse der letzten Zeit im Nahen Osten, in den USA und in Europa betrachtet, nicht ersichtlich, wie der Krieg gegen den Terror Israel stärker in den Vordergrund gerückt hätte. Das Gegenteil ist eher der Fall.
Mit den Kriegen gegen Afghanistan und den Irak versprächen sich die USA die Einsetzung von demokratischen Regimen nach amerikanischem Muster und den Einzug Israels in einen "großen befriedeten Nahen Osten". Er erwähnt hier die Initiative der US-Regierung zum "Greater Middle East". Israel solle das Zentrum ("le coeur") dieses Raumes bilden, sagt er in der Anhörung, vom 12. Mai 2004, dem Außenpolitischen Ausschuß der französischen Nationalversammlung.
Interessant ist hier, dass er ausdrücklich die Demokratie nach amerikanischem, nicht etwa nach westlichem Muster betont. Demnach haben der welsche Staat und andere westliche Staaten eine andere Art von Demokratie als die USA? Haben sie vielleicht auch einen anderen Kapitalismus, der im Gegensatz zum amerikanischen nicht bekämpft werden sollte? In Afghanistan campen und kämpfen jedenfalls auch Truppen der EU, vor allem 2250 deutsche (die Aufstockung zu den Wahlen, vom 9. Oktober 2004 nicht gerechnet) und 1200 französische. Sie werden vom General des Eurocorps Henri Bentegeat befehligt. Die französischen Truppen arbeiteten, wie die "Le Monde", am 24./25. Oktober 2004, stolz berichtet, mit den US-Truppen ausgezeichnet zusammen.
Recht hat Gilles Kepel damit, dass der Sturz Saddam Husseins nicht mit dem Fall der Berliner Mauer zu vergleichen ist. Die "Büchse der Pandora" ist geöffnet, meint er. Von wem? Von den neokonservativen Intellektuellen, von Paul Dundes Wolfowitz, von Richard Perle?
Eine merkwürdige Behauptung des Autors ist die, dass durch das Internet die traditionellen geographischen Grenzen zwischen dar al islam, der Domäne des Islam, und dar al harb, der Domäne des Krieges, ausgelöscht worden seien. Sie hätten die islamische Geopolitik seit 1400 Jahren bestimmt. Sind diese Grenzen, die übrigens nicht für die Friedfertigkeit des Islam und der Muslime sprechen, sondern eher denjenigen Recht geben, die erklären, die Ränder des islamischen Reiches seien mit Blut getränkt, durch das Internet verwischt oder vielleicht durch die Immigration von Millionen Muslimen nach Europa und in die USA? Was diese Immigranten angeht, so sind sie bis auf einen winzigen Kreis um Muslimbrüder wie Said Ramadan, dem Schwiegersohn von Hassan al-Banna und Vater von Aymen, Hani und Tariq Ramadan, und andere Anhänger der "reinen Lehre" in die westlichen Staaten gekommen, um dem Elend und der politischen und religiösen Unterdrückung zu entgehen und nicht, um sich von Petro-Dollar finanzierten Predigern Bart oder Kopftuch vorschreiben zu lassen. Es sind die Immigranten der ersten Generation, die laizistisch leben wollen. Ihre Kinder und Enkel sind es, die sich auf die islamistischen Scharlatane vom Niveau der Yusuf al Qaradawi, Scheich Mohamed Said Ramadan al-Bouti und des smarten Tariq Ramadan einlassen.
Was die imaginierte "Wiedereroberung" des alten Andalusiens durch die Glaubenskrieger und das damit vom Autor in Zusammenhang gebrachte Attentat in Madrid, vom 11. März 2004, angeht, so wird Spanien im Jahre 711 von den Muslimen erobert, nachdem es bereits seit 589 katholisch ist. Von Israel in dem Zusammenhang von "Wiedereroberung" zu reden, ist umso abwegiger. Der Autor kritisiert nirgends die Anmaßung der Islamisten und ihrer Kämpfer, die meinen, die Geschichte der Länder fange jeweils mit ihrer Eroberung durch den Islam an. Wer prägt die Begriffe "Land der kuffar", der Ungläubigen, und Haus des Krieges, dar al harb? Der Glaubenskrieg ist nicht nur im Islamismus, sondern im Islam positiv besetzt, fürs Innenleben und dafür, die unbelehrbare Menschheit den unantastbaren Gesetzen des Korans zu unterwerfen.
Nebenbei: auch Gilles Kepel spricht von "Palästina", als wenn es den Staat schon gäbe. Anti-Zionisten halten eben nichts vom Existenzrecht Israels, da spielen sich dann die Konflikte nicht etwa in Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten West Bank und Gaza, sondern "in Palästina oder im Irak" ab. So ist der "Hebräerstaat" mittels der Sprache schon beseitigt.
Prolog
In diesem Abschnitt wie auch in der im Anhang aufgelisteten "Chronologie" ist besonders interessant, was nicht erwähnt wird, beispielsweise das in Camp David in Anwesenheit von Bill Clinton unterbreitete Angebot von Ehoud Barak, vom Juli 2000, an Yasser Arafat und dessen Ablehnung, vom 19. Juli 2000, und die umgehend folgende Vorbereitung einer neuen Intifada. Der Autor beginnt den "Prolog" mit dem Gang Ariel Sharons, seinerzeit Kandidat für das Amt des Premierministers, auf den Tempelberg, am 28. September 2000. Dieser Gang sei als "provokatorisch" eingeschätzt worden. Von wem? Damit habe Ariel Sharon den Friedensprozeß von Oslo schwer gestört. Mittels von der Fatah-Organisation Tanzim wohl organisiertem Terror habe Yasser Arafat Ariel Sharon wieder an den Verhandlungstisch bringen wollen, und dieser wollte jenen als Terroristen hinstellen und beseitigen. Die verarmte marginalisierte Jugend der Lager sei ausschließlich gegen Israel gerichtet worden, zur Sicherung der Macht Yasser Arafats und um Druck auf Israel auszuüben. Yasser Arafat als nationalistischer Kämpfer, wie in alter Zeit.
Der Autor erwähnt nicht, dass die Gewaltaktionen bald abgehen von dem Anspruch auf einen palästinensischen Staat, der Israel in den Grenzen von 1948 akzeptieren will, und dass das ganze Palästina "befreit" werden soll. Er berichtet nicht, dass der Terror von den Despoten der arabischen Halbinsel angeleitet und finanziert wird. Die Attentäter sind nicht arm und verzweifelt, sondern intelligent und gebildet. Sie wollen, was ihnen von den arabischen Diktaturen verwehrt wird: sich einen Namen machen und der Macht des Islam dienen. Die Despoten erreichen, dass die Unzufriedenheit solcher Attentäter sowie der Bevölkerung insgesamt sich nicht gegen sie richtet, sondern dass sie nach außen umgeleitet wird.
Deshalb wenden sich selbst linke Friedensgruppen Israels und linke Juden weltweit von den Palästinensern ab, von "Friedensaktivisten" wie Uri Avnery einmal abgesehen.
Nur wenn man den Inhalt des Angebotes Ehoud Baraks unterschlägt, das ihn übrigens bei der folgenden Wahl um sein Amt bringt, kann man die Geschichte so darstellen. Gilles Kepel berichtet nichts über dieses Angebot, die Übergabe von 97 Prozent des Gebietes von Gaza und der West Bank, sondern dass Yasser Arafat die Wiederaufnahme von Verhandlungen ablehnt. Sie finden aber statt, im Juli 2000, und Yasser Arafat lehnt das Angebot ab.
Gilles Kepel bringt das Rührstückchen der verarmten aus Israel in den Grenzen von 1948 vertriebenen Familien und mit den Homizidattentätern aus Verzweiflung über ihre "lamentable Existenz". Er erspart dem Leser wirklich nichts. "Das freiwillige (sic!) Opfer des Lebens wird deshalb fast zur rationalen Wahl". Die Palästinenser bemächtigten sich vor den Fernsehzuschauern der Sprache und der Symbole der Sprache der Opfer und wendeten sie gegen die Juden: nicht gegen die Israelis, sondern gegen die Juden. Hier zeigt sich der "wahre Kepel".
Selbstverständlich erwähnt der Autor weder im "Prolog" noch in der "Chronologie" die UN Resolution vom 27. November 1947 und den Krieg von fünf arabischen Staaten, die ab dem 15. Mai 1948 unter der Führung Großbritanniens über das einen Tag vorher gemäß UN Resolution gegründete Israel herfallen. Er erwähnt als "Gerücht", dass die Palästinenser u.a. deshalb arm sind, weil Milliarden Dollar und Euro auf den Privatkonten Yasser Arafats und seiner Clique verschwinden, nicht gerechnet das Geld, das zur Unterstützung der diversen palästinensischen Terrorgruppen abgezweigt wird.
Werden die Eingriffe der USA in die Verhältnisse anderer Staaten von Linken immer kritisiert, so wirft Gilles Kepel dem George W. Bush nach dessen Amtsantritt vor, dass der sich nicht einmischen wolle, sondern seine Hände, die Zweite Intifada und deren Folgen betreffend, in Unschuld wasche. Er deutet den Einfluß an, den die Neokonservativen auf George W. Bush hätten, und er erwähnt kurz das Strategiepapier "A Clean Break", von 1996. Im Kapitel über den Einfluß der Neokonservativen auf die Regierungspolitik gegenüber Israel wird dann deutlich, dass der Autor die Macht dieser Intellektuellen völlig überschätzt. Vielleicht kommt das ja, weil er, der doppelte Doktor, selbst ein Intellektueller ist. Er behauptet, dass man sage, George H. Bush habe die Wahlen an Bill Clinton durch ein "vote de sanction" der US-amerikanischen Juden verloren, weil er Israel nach dem Ende des Zweiten Golfkrieges in Madrid an den Verhandlungstisch gezwungen habe. Wieder sind es die Juden, die angeblich ihre Macht ausspielen. Wer ihm das wohl erzählt haben mag? Einer der Botschafter des welschen Staates? Prinz Turki?
Die Gründe sind trotz der Beliebtheit des Präsidenten George H. Bush, nach dem gewonnenen Golfkrieg, innenpolitischer Art, Steuererhöhungen entgegen dem von ihm gegebenen Versprechen beispielsweise. Davon wird in meinen Artikeln über "Stiftungen, Think Tanks, Fellows and Scholars" berichtet, auch über die Rolle, die Newt Gingrich dabei spielt.
Ariel Sharon stellt Gilles Kepel als "Schlächter von Sabra und Chatila" vor, von dem Yasser Arafat dem Autor gegenüber im April 2001 annehme, dass er nicht als solcher, sondern als Unterzeichner eines dauerhaften Friedens mit den Palästinensern in die Geschichte eingehen wolle. Warum fragt Gilles Kepel den Premierminister Ariel Sharon oder Mitglieder seiner Regierung nicht selbst? Ist es von Ramallah bis nach Jerusalem so weit, oder haben die unter den "Danksagungen" aufgelisteten Franzosen und Araber etwas dagegen? Stattdessen schiebt er allein Israel die Schuld dafür zu, dass keine Verhandlungen mehr in Gang kommen, und dass die Palästinenser mit dem Terror weitermachen "müssen". So ist Ariel Sharon auch schuld, wenn Yasser Arafats Reputation dahinschwindet und wenn Hamas und Palästinensisch-islamischer Jihad (PIJ) wieder voll auf der Szene agieren, wobei wahllos Zivilisten, Frauen und Kinder ermordet werden. Einige Sätze später hat dann doch die PLO selbst ihren Reputationsverlust verschuldet, weil sie sich im Irakkrieg zu stark auf die Seite Saddam Husseins gestellt habe. Die Finanzierung der Hamas durch die Petro-Monarchien, in denen ein konservativer Islamismus regiere, berichtet der Autor ohne jeden Kommentar.
Gilles Kepel präsentiert den Fernsehprediger (mehr als 40 Millionen Zuschauer weltweit) Scheich Yusuf al Qaradawi als "moderaten" Islamisten. Er selbst setzt "moderat" in Anführungszeichen, ohne die geringste Erklärung dafür abzugeben. Distanziert er sich davon, den Scheich als moderat einzuschätzen, oder nicht? Scheich Yusuf al Qaradawi komme nur durch die störrische Haltung des Ariel Sharon dazu, die Homizidattentate gegen Zivilisten zu rechtfertigen, die gemäß dem frommen Mann alle auf die eine oder andere Art zur israelischen Armee gehörten und damit Feinde des Islam und zu bekämpfen seien. Jeder weiß, dass dieser Scheich als Theologe der Homizidbomber gilt. Er hat noch nie etwas anderes gepredigt, genau wie der syrische Scheich Mohamed Said Ramadan al-Bouti.
Als wenn das noch nicht reichte, legt er nach: seit dem Untergang der Sowjetunion sei keine arabische Armee mehr in der Lage, ein militärisches Gleichgewicht zu Israel zu bilden, und dass die Jugend deshalb, der unüberwindbaren technologischen Suprematie der Israelis wegen, zu anderen Methoden des Widerstandes greife, den Homizidattentaten. Als wenn die arabischen Armeen jemals in der Lage gewesen wären, einen Sieg gegen Israel zu erringen, selbst nicht bei dem Überraschungsangriff des Jom-Kippur-Krieges, vom 6. Oktober 1973. Dieser Krieg heiße in der Region auch "Ramadan-Krieg", weil er "zusammentraf mit dem jüdischen Fest und dem muslimischen Fasten". Der überfall durch die Ägypter und Syrer ist also, folgt man dem Autor, nicht planmäßig zu Beginn des Jom Kippur erfolgt, da Israel seines höchsten Feiertages wegen so gut wie lahm gelegt ist, sondern der Angriff "trifft zusammen" mit den Festtagen sowohl der Juden als auch der Muslime: "der Krieg fängt mit einer arabischen Offensive an", schreibt er verharmlosend. Schon einen Satz später liefert er die Information nach, dass die Araber einen Überraschungseffekt erzielen wollten. Es mutet an, als wenn zwei Seelen in seiner Brust ruhten. Es kann aber auch sein, dass ihn die intellektuelle Redlichkeit noch nicht ganz verlassen hat.
Ähnliche Verdrehungen gibt es bei anderen Palästinenserfreunden mit der Flucht und Vertreibung der Palästinenser; sie wird, ohne irgendwelche politische und militärische Ereignisse zu berücksichtigen, als "Naqba", Katastrophe, bezeichnet: die "trifft zusammen" mit der Gründung Israels.
Die Verträge von Oslo, unterzeichnet in Washington, am 13. September 1993, hält Gilles Kepel letztlich für verantwortlich für den 11. September 2001. Dazu bringt er einen kurzen historischen Abriß von Yalta bis heute unter besonderer Berücksichtigung der Unterredung des Präsidenten der USA Franklin D. Roosevelt mit König Abd al-Aziz Ibn Saud, auf der USS "Quincy", vom 14. Februar 1945: "Im Austausch gegen die Lieferung des saudischen Erdöls an das Kartell der amerikanischen Unternehmen Aramco verpflichteten sich die USA das Königreich dauerhaft zu schützen." Die USA hätten somit das britische Quasi-Protektorat ersetzt. Die europäischen Kolonialstaaten könnten nur noch hinter den amerikanischen Unternehmen auftreten. Das scheint den welschen Staat heute noch zu schmerzen.
Nun kommt Gilles Kepel zum "Sechstagekrieg zwischen Israel und den arabischen Staaten im Juni 1967". Wie er es formuliert, hat Israel einfach so angegriffen. Es gibt nicht einmal eine Andeutung der Angriffe Syriens von den Golanhöhen auf israelische Kibbuzim und Dörfer, 1965 und 1966, der ständigen Drohungen Gamal Abdel Nassers, Israel zu vernichten, der wiederholten Terrorattacken auf Israel, des Aufmarsches der arabischen Armeen von 250 000 Soldaten, davon die Hälfte im Sinai, mit 2000 Panzern und 700 Flugzeugen, von Nassers Blockade der Straße von Tiran, der Militärpakte vom Mai 1967 zwischen Ägypten, dem Libanon, Syrien, Jordanien und dem Irak zum "totalen Krieg gegen Israel". Die von Israel im Sechstagekrieg eroberten Gebiete des 1948 nicht gegründeten palästinensischen Staates sind vordem besetzt von Ägypten und Jordanien. Die PLO wird schon zwei Jahre vor dem Sechstagekrieg gegründet. Davon erfährt man in Gilles Kepels "Prolog" und in der "Chronologie" nichts, stattdessen über die sozialistischen Aufbauleistungen des Gamal Abdel Nasser, der sich Moskau zuwende, weil der Westen ihm seinen Assuan-Staudamm nicht finanziere, und über Nationalisierungen in Syrien und im Irak samt der Zerstörung des bürgerlichen Mittelstandes in diesen Ländern.
Der Autor berichtet über die Diskriminierungen, denen die Juden noch bis ans Ende der 60er Jahre in den USA ausgesetzt seien, vor allem an Universitäten und im politischen Establishment. Wie verträgt sich das mit Behauptungen über den großen Einfluß der Juden in den USA? Es hat sich vieles zum Besseren geändert, aber man sieht doch das antijüdische Potential, das auch in den USA vorhanden ist, und das nicht nur bei den Kreisen der Erdöl-Lobby und ihrem "Washington Report on Middle East Affairs" (WRMEA). Wieso kommt der Autor schon einige Zeilen später mit in den USA herrschender Solidarität für "das kleine demokratische und westliche Land", das zu verteidigen sei, und mit moralischer Rechtfertigung des Engagements für Israel der Shoa wegen? Was ist diesbezüglich in den USA von 1945 bis 1967 los? Warum entdeckt Präsident Lyndon B. Johnson gerade jetzt die Stimmen einiger Millionen Juden? Nur des Vietnamkrieges wegen oder vielleicht doch mehr der Einbindung Israels in die Strategie zur Niederwerfung des Sowjetblocks wegen?
Die Juden und Israel sind schon immer und überall Figuren auf dem strategischen Schachbrett der Mächte, mal als Bauern, oft als Läufer und Springer, nie als Turm oder gar Dame - oder warum nennt man Andrej Gromyko auch "Theodor"?
Trotz der Maßnahmen König Faysals und der folgenden Energiekrise im Westen, nach dem Jom-Kippur-Krieg, hätten die USA die Grundlagen eines israelisch-arabischen Friedens unter ihrem exklusiven Vorzeichen gelegt, zum Nachteil der Sowjetunion und ihrer Klienten - und zum Nachteil des welschen Staates, was Gilles Kepel hier nicht anmerkt. Der Friedensvertrag Ägyptens mit Israel, vom 26. März 1979, entfernt Ägypten nämlich nicht nur von der Sowjetunion, sondern auch von Frankreich. Ein gemeinsamer Einsatz der arabischen Staaten gegen Israel sei nun nicht mehr möglich. Für Europa ist noch der soeben "revolutionierte" Iran da, mit dem Deutschland und Frankreich ihre Geschäftsbeziehungen ausbauen könnten. Die Interessen Frankreichs aber liegen im Irak, so dass sich die Bundesrepublik Deutschland des Iran annimmt. Autoritäre, diktatorische Verhältnisse in den Ländern interessieren die Europäer dabei genauso wenig wie die USA. Der Iran verfolge eine "revolutionäre Außenpolitik", schreibt der Autor ohne jede kritische Distanz. Für ihn ist also das Zurückfallen hinter die bürgerliche Demokratie, ins Mittelalter, revolutionär. Terroristen werden zu Revolutionären. So wird von Linken auch die "freie Entscheidung" von jungen Frauen gesehen, sich hinter einem Kopftuch zu verstecken. Das ist ebenfalls "revolutionär".
Gilles Kepels Informationen lassen generell die Interessenslage Frankreichs und des übrigen Europas unerwähnt. Im ganzen Buch kommt Frankreich und seine Politik im Nahen Osten nicht vor. Es geht immer nur um die schnöden Interessen der USA und deren Inkompetenz auf der arabischen Halbinsel. Das hat er gemein mit den Linken und Linksradikalen in Europa, die des Anti-Amerikanismus nicht genug äußern können, sehr zur Freude ihrer Regierungen, denen sie mit dieser Haltung und den daraus entspringenden Aktionen einen großen Dienst erweisen. Eine ganze Wochenzeitung, "Le Monde diplomatique", ist in diesem Sinne tätig, und ein José Bové darf mit seinen "faucheurs volontaires" einige Hektar Maispflanzen ausreißen, selbst wenn sie nicht alle von Feldern amerikanischer Firmen stammen. Wo gerissen wird, fallen Spelzen.
Die Politik Frankreichs im Nahen Osten vernebelt der Autor, in dem er die Terroraktionen der vom Iran und von Syrien finanzierten Hizbollah als solche von "lokalen schiitischen Organisationen" bezeichnet, die "von Khomeini inspiriert" seien, mehr nicht. Sonst könnte vielleicht jemand fragen, warum Jacques Chirac den Chef dieser Terrorbande im Oktober 2002 zum Gipfel der Frankophonie einlädt. Die Hizbollah wird im folgenden Absatz als "die Speerspitze des schiitischen Widerstandes" bezeichnet, ohne dass dies mit dem Iran oder mit Syrien in Verbindung gebracht wird. So ist dem Autor seine nächste Einladung bei den iranischen Mollahs und bei Basher al-Assad sicher. Er verscherzt sich nichts. Selbstverständlich kommt an dieser Stelle auch die dem Ayatollah Ruhollah Khomeini verpflichtete, 1979 gegründete und vom Iran finanzierte Terrororganisation PIJ nicht vor, obgleich sie hierher gehörte.
Gilles Kepel bekommt es fertig, den Krieg des Irak gegen den Iran vorzustellen, ohne auch nur ein Wort über die Rolle der EU zu verlieren. Er bezieht sich allein auf die USA und ihre Außenpolitik. Pakistan, CIA, Ummah und Salman Rushdie bilden die glamourösen Versatzstücke, angereichert mit afghanischen Mudjaheddin und internationalen islamistischen Brigaden. So geht auch der Krieg der Sowjets am 15. Februar 1989 etwa gleichzeitig zu Ende - die Berliner Mauer und die Sowjetunion bald darauf.
Die positiven Folgen dieser Entwicklungen für die EU sind dem Autor keinen Nebensatz wert, oder in welcher Phase wäre die EU heute, wenn die Ereignisse nicht stattgefunden hätten - um einmal eine "kontrafaktische Frage" zu stellen.
Die Abmachung von der USS Quincy hat es dem Autor angetan. Sie tritt in Kraft, als Saddam Hussein in die Falle rennt und, am 2. August 1990, Kuwait überfällt. Was hätten die USA nur gemacht, wie hätten sie reagiert, wenn diese Abmachung nicht gewesen wäre, nebst dem schrillen Gezeter der britischen Premierministerin Maggy Thatcher? Müssten wir heute noch auf den Irakkrieg warten? Selbstverständlich berichtet der Autor nicht über die Rolle des welschen Staates und der übrigen EU, anders als beim Sechstagekrieg, da Charles de Gaulle ausführlich zitiert wird, dass Israel den Krieg angefangen habe. Hätte er nicht Hans Eichel fragen können, wie viel und wie lange Deutschland hat zahlen müssen, wenn er sich schon nicht traut, Minister Yves Saint-Geours zu behelligen?
Warum George H. Bush den Irakkrieg 1991 nicht zu Ende führt, erklärt Gilles Kepel nur halb, dass die USA keinen Finger rühren, um dem schiitischen Aufstand beizustehen, findet er seltsam und "von vielen Beobachtern kaum verstanden". Man braucht ihn sich nur vorzustellen, den Sieg der irakischen Schiiten und des Iran samt der Verschiebung der strategischen Lage zwischen dem Irak, dem Iran und Saudi-Arabien, dann hat man die Erklärung. Die Ansichten der Herrscher der arabischen Staaten zur Beseitigung Saddam Husseins mit "amerikanischen ‚imperialistischen´ Waffen" sind gewiss nicht die zentrale Sorge der USA und des Westens, sondern eher die Wirkung, die eine solche Beseitigung für die Zukunft anderer arabischer Herrscher haben könnte. So sieht´s dann auch der Autor, und wie schon in anderen Fällen zu beobachten, schiebt er eine zweite Version nach, in dem er ausmalt, was es bedeutete, wenn der Irak dominiert würde von einer schiitischen Mehrheit, die sich auf einen schiitischen Iran stützten könnte, "wo das revolutionäre (sic!) Fieber kaum gefallen ist".
Gilles Kepel versucht erneut, sich der Frage zu nähern, warum der "Hebräerstaat" eine derartige Bedeutung für die USA hat. Jüdische Lobby in den USA? Oder hat er diese Bedeutung gar nicht? "Washington hat die Anliegen Israels, seine Sicherheit betreffend, als ‚quantité négligeable´ abgetan", meint er zum Zweiten Golfkrieg und dem "Verbot" einer israelischen Antwort auf die irakischen Scud.
Was wäre die Folge einer solchen Antwort gewesen? Israel stellt sich diese Frage bestimmt. Da es schlecht ausgesehen hätte, wenn Israel aus eigenen Stücken auf die Antwort verzichtet, musste ein Verbot durch die USA her.
Dann kommt er auf die Anerkennung der PLO durch Israel, die der US-Präsident der israelischen Regierung aufgezwungen habe. Von einer etwaigen Anerkennung Israels durch die PLO weiß der Autor nichts zu berichten, die interessiert ihn nicht. Er hält es nicht für bemerkenswert, dass Yasser Arafat erst 1993 im Rahmen von "Oslo" Israel per Brief anerkennt, und dass es bis 1996 braucht, bis die durch den Palestinian National Covenant, die PLO-Verfassung von 1969, vorgesehene Versammlung zusammentritt, um mit 2/3 Mehrheit die widersprechenden Paragraphen der PLO-Verfassung außer Kraft zu setzen. Bis heute gibt es keine neue schriftliche PLO-Verfassung.
Der "Prolog" hält noch viele bemerkenswerte Funde und Auslassungen bereit, angeblichen trügerischen "Frieden" zwischen Israel und den Palästinensern, israelfreundliche Mitglieder, "des partisans d´Israel" der Regierung Clinton, die spektakuläre Abschiebung von 415 "islamistischen Aktivisten" (!) in den Libanon durch Premierminister Yitzak Rabin, den Einzug Yasser Arafats "als Befreier in Gaza und Jericho 1994", die nicht erwähnten Angebote Ehoud Baraks, vom Juli 2000, den Gang Ariel Sharons auf den Tempelberg als Grund der Zweiten Intifada, die fehlende Einschätzung der Rolle Russlands und der EU, denen jede Verantwortung abgesprochen wird: "Allein Washington kann die Mittel mobilisieren, die sich um den Frieden sammeln, um aus dem Nahen Osten eine integrierte, blühende Wirtschaftsregion zu machen", mangelnde internationale Direktinvestitionen und mangelndes Engagement der EU, wobei Gilles Kepel nicht zu bemerken scheint, dass Privatunternehmer in derartig unsicheren Gegenden grundsätzlich nicht investieren. Diese Unsicherheiten sind verursacht durch den von den Petro-Monarchen finanzierten Terror, den sie schon deshalb in Gang halten müssen, weil eine befriedete Region ihr Ende bedeuten würde. Deshalb verstehen sie sich trotz reduzierter Hilfen bestens mit Yasser Arafat; denn auch dessen Schicksal wäre mit einem solchen Frieden besiegelt.
Kapitel 1: Die neokonservative Revolution
Gilles Kepel bezeichnet mancherlei als "revolutionär" und als "Revolution", beispielsweise den islamistischen Terror und die Neokonservativen. So rückt er sie einander nahe, sie werden zwei Seiten einer Medaille. Die Sprache macht´s möglich.
Wie viele anti-amerikanische Linke überschätzt er die Rolle der neokonservativen Intellektuellen grenzenlos. Er sitzt dabei dem Hillel Fradkin und dessen Erklärungen zum Thema "Was ist Neokonservatismus?" auf. Merke: nicht jeder Hillel ist weise, und mancher, der weise ist, bindet das nicht jedem hergelaufenen Professor aus Welschland auf!
Das Projekt der Neokonservativen ist in Wirklichkeit das der "klassischen" konservativen Republikaner und der amerikanischen Rüstungsindustrie, denen die originellen und genialen Ideen der neokonservativen Intellektuellen zur Durchsetzung dieses Projektes sehr gelegen kommen. Bill Kristol schiebt mit seinem "Weekly Standard" die lahme GOP an, wie er selbst sagt. Nicht die Demokraten, sondern die kriegsmüden zahlungskräftigen Mitglieder der Republikanischen Partei, der GOP, sollen endlich den Hintern hochkriegen. Das "Project for The New American Century (PNAC)", vom Autor fälschlich als "Project for a New American Century" bezeichnet, wird von Bruce Jackson, dem früheren Vizepräsidenten für Planung und Strategie des Rüstungskonzerns Lockeed Martin, geleitet. Was das American Enterprise Institute (AEI) angeht, so wird es von den konservativen Stiftungen finanziert, nicht etwa umgekehrt. Das AEI ist nicht dazu da, die Vision einer binären Welt zu pflegen, etwa Washington/Moskau, Gut/Böse, sondern dazu, die Systeme weltweit im Sinne der USA umzustrukturieren. Gut und Böse sind ethische oder religiöse Kategorien, die allenfalls einen Vorwand bilden. Das ist bei den Islamisten ebenso, sie betreiben ihr Handwerk nur dilletantischer. Sie sind auf Grund ihres starren Systems noch weniger lebensfähig als der sowjetische Block. Die Entwicklung der Welt wird an ihnen vorbeigehen und sie nicht einmal streifen.
Das Geld für Bill Kristols defizitäres Blättchen kommt vom Multimilliardär Rupert Murdoch, die neokonservativen Think Tanks werden alle von klassischen teils antisemitischen Republikanern finanziert. Besser haben die ihr Geld schon lange nicht mehr angelegt. Juden sind unter diesen Finanziers eine verschwindende Minderheit. Das erzählt Hillel Fradkin dem staunenden Professor aus Welschland nicht, und deshalb steht es auch nicht in seinem Buch.
Die Neokonservativen liefern die Untermauerung der Pläne der klassischen konservativen Republikaner, sie stehen in Diensten der nicht-jüdischen Herren der Rüstungsindustrie. Sie sind dankbar, dass sie endlich anerkannt und gebraucht werden. Schon Henry "Scoop" Jackson, ihr Idol, ist Vertreter von Boeing. Die Neokonservativen in der Regierung gehören ausnahmslos zu Rüstungs- und Erdölfirmen. Sie sind vor ihrem Eintritt in die Regierung ihre Vertreter, mancher bleibt es weiterhin, und Richard Perle ist in Diensten aller.
Das bis zum endgültigen Ende der SU geforderte Gleichgewicht des Schreckens zwischen ihr und dem Westen, und erst recht die Fähigkeit zum Zweitschlag, bedürfen der Rüstungsgüter in großen Mengen. Veraltete Waffen werden an die Entwicklungsländer verscherbelt und durch technologische Neuentwicklungen ersetzt. Lokale Kriege und Aufstände vernichten die Rüstungsgüter. Die Erdölstaaten und Israel bekommen modernste Waffen. Der Dollar rollt.
All das wäre nach dem Ende der SU nicht mehr nötig, was die Rüstungslobby nicht rasten noch ruhen lässt. Die Rüstungsfirmen gehen reihenweise pleite. Einige Informationen hierzu, und wie die maroden Rüstungsfirmen durch die Carlyle Group gewinnbringend wieder reaktiviert werden, finden sich in den drei Think Tank Artikeln und im Artikel über die Carlyle Group, im Archiv. Die Strategien Henry Kissingers, angewandt auf die arabische Welt, hätten gleichen Erfolg gebracht wie die gegen die SU. Der Unterschied wäre allerdings gewesen, dass die Waffenarsenale nicht gebraucht worden wären, sondern dass andere Industrien sich ´ne goldene Neese verdient hätten. Die sind in den USA entsprechend gegen den Krieg und sauer auf die Neokonservativen.
Gilles Kepel bringt nichts Neues über die Neokonservativen, einschließlich der üblichen Schelte. Wer sagt es ihm und den neokonservativen Intellektuellen denn nur, dass die Entwicklung der Welt, bis zum endgültigen Verlöschen der SU nicht "der Kombination der strategischen Vision Wohlstetters, der Taktik Irving Kristols und in gewissem Maße der politischen Philosophie Strauss" zu verdanken oder geschuldet ist, sondern Strategen wie Zbigniew Brzezinsky und Henry Kissinger? Ihn nennt er abwertend "einen der Hauptunterhändler der Amerikaner in dieser wenig ruhmvollen Zeit, während der Präsidentschaft von Nixon und Ford." Das sowjetische System wird durch eine Strategie wie die des Henry Kissinger nicht deshalb ruiniert, weil es korrumpiert ist, sondern es verschwindet, weil es aus sich heraus nicht lebensfähig ist. Wenn ein System durch Korruption ruiniert werden könnte, müsste Frankreich schon geschlossen werden. Man google "Jacques Chirac corruption": 28 200 Angebote, "Alain Juppé corruption": 2090 Angebote, "Charles Pasqua corruption": 2430 Angebote usw.
Wer holt die Neokonservativen aus ihren Machtträumen auf den Teppich der Tatsachen, unterstellt, dass sie nicht heucheln, sondern das wirklich meinen, was sie so von sich geben. Diese Hegemonieträume, halten sie dem echten Leben stand? Ist es nicht so, dass die 23 mehrfach zerbombten Ziele in Afghanistan die Arsenale der USA im Herbst 2001 derartig entleeren, dass man fast eineinhalb Jahre warten muss, um mit dem Irak erst im März 2003 weiterzumachen? Die 50 zu zerbombenden Schurkenstaaten des Dick Cheney, sie werden rasch auf fünf zusammengestrichen. Michael Ledeen ist allerdings immer noch unermüdlich in Sachen Krieg gegen die iranischen "Terror Masters" unterwegs: "Der Irak ist nur ein Kriegsschauplatz in einem regionalen Krieg".
Die Neokonservativen beziehen sich auf Albert Wohlstetters Strategien für die Post-Sowjetzeit. Es ist jedoch fraglich, ob diese Strategien unter heutigen Bedingungen greifen. Wenn Wohlstetter etwas auszeichnet, dann ist das gesunder Menschenverstand, der aber scheint heuer so selten, dass man in Elogen ausbricht, kommt mal einer seiner Vertreter daher. Nukleare Weiterverbreitung im Nahen Osten, die Logik des Zweitschlages, der Einsatz intelligenter Waffen, das sind einige Themen, die seine großen Verdienste um die USA ausmachen. Was aber bemerkenswert sein soll an militärischen Siegen über so kaputte Staaten wie Jugoslawien, Afghanistan und den Irak, das sollte erklärt werden. Das einzig Bemerkenswerte scheint ein US-Haushalt, der dank der regen Tätigkeit der Rüstungsfirmen von ca. 200 Milliarden Dollar Plus in 500 Milliarden Dollar Schulden gefallen ist, wenn´s nicht inzwischen noch mehr ist.
Gilles Kepel preist Albert Wohlstetter, man hört Hillel Fradkin förmlich schwärmen. Seine Lehre sei weltweit verifiziert an den Kriegen gegen Jugoslawien, Afghanistan und den Irak. Was von diesen Strategien wirklich zu halten ist, sieht man jetzt in den drei Staaten, die Warlords und die Taliban formieren sich in Afghanistan, der Irak dümpelt im Chaos, Zoran Djindjic hat´s dahingerafft, und Slobodan Milosevic ist immer noch nicht erledigt. Beeindruckend!
Die Präzisionswaffen, sie gibt es teilweise schon im Zweiten Weltkrieg. Sie sind bis heute weiterentwickelt und noch präziser. Wenn sich der Autor in dem Zusammenhang an die Einschätzung der Bombardierung von Dresden macht, wird´s komisch: die Bombenschäden hätten bei besserer Präzision verringert und die Bevölkerung verschont werden können. Eine solche Äußerung gibt einen Eindruck von seinen Geschichtskenntnissen. Die überwältigende Mehrheit der Deutschen ist bis zum letzten Kriegstag und darüber hinaus fanatisch dem Führer ergeben, alle Deutschen, bis auf diejenigen, die in den KZs vernichtet werden, kämpfen bis zum letzten Hitlerjungen und zum ältesten Greis. Sie wollen den Krieg nicht beenden, anders als im Irak, wo niemand gefragt wird, ob er Krieg will, gar den totalen.
Der Sieg der Neokonservativen ist der Sieg der Rüstungsfirmen und anderen Kriegsgewinnler über den Verstand. Diese Gruppen bedürfen mindestens eines neuen, für sie einträglichen Gegners. Die Neokonservativen sind dazu da, den aufzubauen, und wenn er nicht vorhanden ist, ihn zu schaffen. Die Islamisten mit ihrer menschenverachtenden Politik sind eine leichte Beute für die Neokonservativen.
Der Autor hinterfragt nichts. Er liefert keinen plausiblen Erklärungsversuch. Wie kommt es, dass Asiaten und Latinos sich mit hohem persönlichen Einsatz aufmachen, teilzunehmen an der Entwicklung und zur Mittelklasse aufzusteigen? Warum tun das Muslime nicht, von einer Minderheit abgesehen? Der Autor macht Symptome zu Ursachen: es komme, weil im Orient allgemeine Korruption herrsche, der Run nach Gewinnen aus dem Erdölgeschäft dominiere, das autoritäre System die Entwicklung der Klasse von Arbeitsplätzen und Wohlstand schaffenden Unternehmern verhindere. Nur eine solche Entwicklung aber könnte zur Demokratie führen. Die Neokonservativen prangerten das mit fast links zu nennenden Argumenten an. Zur Änderung dieser Situation steuert Gilles Kepel schon mal die Türkenbelagerung von Wien,1683, Croissants zum Frühstück, bitteren Kaffee und den nach dem katholischen Prediger gegen die Türken Fra d´Aviano benannten Capuccino bei. Es fehlt nur noch die Geschichte, von ihm selbst erzählt, des Osman Aga aus Temeschwar, wie er in die Gefangenschaft der Giauren, der Ungläubigen gerät und Zuckerbäcker in Wien wird.
Linke und linksradikale Intellektuelle sind von jedem System gut zu gebrauchen. In den USA bilden sie die Clique der Neokonservativen, in Europa sind sie multikulturell orientiert, studieren bunte Sprachen und verbandeln sie sich mit den Herrschern der arabischen Halbinsel oder mit Islamisten. Die Konkurrenz der EU gegen die USA und der USA gegen die EU, Russland und China braucht jede Idee. Die Linken sind für gute, originelle, schrille und schräge Ideen bekannt. Pech für Europa, allen voran Deutschland, dass seine Regierungen im 20. Jahrhundert so viele gute Ideenproduzenten ausgerottet haben.
25. Oktober 2004
Quellen
Zur Kritik des Planes zum "Greater Middle East":
Mohamed Sid-Ahmed: On the Greater Middle East.
Al-Ahram No. 679, 26 Frebruary to 3 March 2004
http://weekly.ahram.org.eg/2004/679/op3.htm
FANTASY OF A REGION THAT DOESN´T EXIST. Greater Middle East: the US plan, by Gilbert Achcar, University Paris VIII. Le Monde diplomatique, April 2004
http://mondediplo.com/2004/04/04world
Commission des Affaires étrangères, Compte rendu no 46 sur l´initiative américaine du Grand Moyen-Orient, mercredi 12 mai 2004
http://www.assemblee-nat.fr/12/cr-cafe/03-04/c0304046.asp
Fitna. Guerre au Coeur de l´islam, par Gilles Kepel, 382 pages,
Gallimard, 2 septembre 2004
In der "Chronologie", im Anhang, werden den Terroranschlägen der Araber keine Namen zugeordnet, wohingegen Baruch Goldstein und Yigal Amir namentlich erwähnt werden.
Maxime Rodinson, le savant et le militant, par Farouk Mardam-Bey,
Politis, 3 juin 2004
http://www.politis.fr/article984.html
Maxime Rodinson. republique-des-lettres.com, mai 2004
http://www.republique-des-lettres.com/journal/rl05200404.php
Nachruf von Martina Sabra. Qantara, Dialog mit der islamischen Welt, 2. Juni 2004
http://www.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-143 /i.html
Yves Saint-Geours, ministre plénipotentiaire (Stand : 23.5.2002)
http://www.admi.net/jo/20020525/MAEA0220269D.html
Exemples de thèses récemment soutenues. Bernard El Ghoul: De la Cité marchande à la cité globale : pouvoir et société à Doubaï. Chaire Moyen-Orient Mediterranée
http://www.sciences-po.fr/entreprises/chaire_moyen_orient_me diterranee/publications.htm
Cultural Foundation of Abu Dhabi
http://www.cultural.org.ae/E/default.htm
When Spirit, Money and Technology come together … A Visit to the "Cultural Foundation" in Abu Dhabi. A Report. DAAD Kairo, 26. April 2002
http://cairo.daad.de/aktuelles/26.04.2k2_en_cf.html
King Faysal Foundation Riyadh
http://www.datarabia.com/gov/vu_org.asp?ID=39
FTR#396-Economics, Geopolitics and Proxy War in the Middle East, 26 January 2003, TOP 8: King Faysal Foundation one of the principal shareholders of Muslim Brothers Al-Taqwa bank
http://www.spitfirelist.com/f396.html
Prince Turki: The Jewish Lobby Takes Advantage of Terrorism to Damage U.S.-Saudi Ties. U.S.-Saudi Ties. In: Saudi Officials Reinforce Crown Prince Abdallah´s Accusation that Zionists Are Behind Terror Attacks in Saudi Arabia. MEMRI, June 3, 2004
http://www.memri.org/bin/articles.cgi?Area=antisemitism&ID=S P72604
Qatar Foundation
http://www.qf.edu.qa
Her Highness Sheikha Mozah Bint Nasser Al-Misnad is Chairperson of the Qatar Foundation and Consort of the Emir of Qatar, His Highness Sheikh Hamad bin Khalifa Al-Thani. Qatar Foundation for education, science & community development. Royal Statements
http://www.qf.edu.qa/rs.htm
RAND-QATAR POLICY INSTITUTE OPENS AND SELECTS BOARD OF OVERSEERS. Rand Corporation Newsroom, October 13, 2003
http://www.rand.org/news/press.03/10.13b.html
Die Instabilität in Afghanistan ist alarmierend, von von Sophie Mühlmann, Die Welt, 30. September 2004. Zitiert in: afghanistan
http://www.afgha.com/?af=article&sid=46251
Français et Américains louent une coopération exemplaire en Afghanistan, par Laurent Zecchini, Le Monde, 24-25 octobre 2004, p. 3
Hillel Fradkin. Ethics and Public Policy Center
http://www.eppc.org/scholars/scholarID.46/scholar.asp
Hillel Fradkin. Elena´s Choice. Benador Associates
http://www.benadorassociates.com/fradkin.php
Hillel Fradkin. Profile. Right Web. The architecture of power that´s changing our world. Last update: November 20, 2003
http://rightweb.irc-online.org/ind/fradkin/fradkin.html
Hillel Fradkin. Senior Fellow. Hudson Institute
http://www.hudson.org/learn/index.cfm?fuseaction=staff_bio&e id=FradHill
The 1967 Six-Day War, by Mitchell Bard, Jewish Virtual Library
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/History/67_War.h tml
Jom-Kippur-Krieg
http://de.wikipedia.org/wiki/Jom-Kippur-Krieg
The Washington Report on Middle East Affairs
http://www.wrmea.com/
The Nato Expansion Lobby, by Tom Barry, Right Web, March 19, 2004
http://rightweb.irc-online.org/analysis/2004/0403natoexp.php
Iran When? By Michael Ledeen. National Review Online, October 5, 2004
http://www.nationalreview.com/ledeen/ledeen200410050930.asp
|
 |