
Aktivitäten der "Volksfront zur Befreiung Palästinas" (PFLP) von ihrer Gründung bis heute
Die Terrorgruppe "Volksfront zur Befreiung Palästinas" (PFLP), die sich zu dem Selbstmordattentat in Tel Aviv, vom Montag, den 2. November 2004, bekennt, besteht seit dem 11. Dezember 1967. Das Hauptbüro der PFLP hat seinen Sitz in Syrien und im Westjordanland. Die PFLP gehört zu den Organisationen, die sich nicht an der palästinensischen Waffenpause ("Hudna") beteiligen, die während der Amtszeit des ehemaligen palästinensischen Ministerpräsidenten Abu Masen im Sommer 2003 ausgehandelt wird.
- Am 23. Juli 1968 entführen drei Terroristen der PFLP ihr erstes Flugzeug, eine Boeing der israelischen El Al, die statt von Rom nach Tel Aviv zu fliegen, nach Algerien umgeleitet wird.
- PFLP Terroristen lassen Flugzeuge während des Take-offs explodieren.
- Am 29. August 1969 entführen Leila Khaled und Salim Essawi von der PFLP die Maschine des Fluges TWA 707 Rom - Tel Aviv und landen in Damaskus, wo die Passagiere bis auf zwei Israelis freigelassen werden. Diese werden später gegen 13 in israelischen Gefängnissen inhaftierte Syrer ausgetauscht. Die Entführer werden unter Hausarrest gestellt und können einige Wochen später unbehelligt aus Syrien ausreisen.
- Am 6. September 1970 beauftragt George Habash seine Terroristen, vier Flugzeuge simultan zu entführen. Leila Khaled und Patrick Arguello entführen eine El Al Maschine, die von Amsterdam nach New York fliegen soll. Die Entführung mißlingt, da zwei weitere Terroristen es nicht schaffen, ins Flugzeug zu kommen. Das Flugzeug landet in London Heathrow, Patrick Arguello wird erschossen. Leila Khaled wird in London inhaftiert.
- Nach 28 Tagen Haft entscheidet Premierminister Edward Heath, Leila Khaled gegen Geiseln auszutauschen. Sie wird angeklagt, aber nicht dem Gericht vorgeführt. (Obgleich sie jederzeit in England angeklagt und verurteilt werden kann, reist sie im Mai 2002 zehn Tage unbehelligt durch England, wo sie u.a. vor Studenten der School for Oriental and African Studies Terrortaktiken lehrt und erklärt: Es gibt keine Suizidbomber, das sind Freiheitskämpfer.)
- Weitere Flugzeuge werden entführt und zerstört, eines davon wird nach Kairo umgeleitet, weil es zu groß für die von den Palästinensern beflogene frühere britische Piste Dawson´s Field im nordjordanischen Zarka ist. Ein anderes landet erfolgreich, und die Piste wird daraufhin von der PFLP in Revolution Airstrip umbenannt.
- Schwarzer September 1970. Die palästinensischen Terroristen werden von König Husseins Armee aus dem Lande vertrieben. Der Terrorist Ilich Ramirez-Sanchez, alias Carlos der Schakal, ist unter ihnen. Er geht für die PFLP nach London.
- 1971 begeht der in Paris stationierte PFLP Terrorist Mohamed Boudia (er wird am 28. Juni 1973 von einem israelischen Kommando in Paris beseitigt) mehrere geglückte und nicht geglückte Attentate in Rotterdam, Jerusalem, Triest, auf die dortige Ölraffinerie, wobei ein Schaden von 2,5 Milliarden Dollar entsteht, und im Schloß Schonau/Oesterreich, dem Durchgangslager für russische Juden auf ihrem Weg nach Israel.
- Im Februar 1972 wird eine Lufthansa Maschine entführt. Die Passagiere, unter ihnen ein Mitglied der Kennedy-Familie kommen frei, nachdem Deutschland 5 Millionen Dollar Lösegeld bezahlt.
- Im Mai 1972 ermorden PFLP Terroristen gemeinsam mit der Japanischen Roten Armee 23 Passagiere auf Israels internationalem Flughafen Lod. 76 Menschen werden verwundet.
- Am 30. Dezember 1973 versucht Carlos, den einflußreichen jüdischen Geschäftsmann Joseph Sieff, den Präsidenten von Marks and Spencer, in dessen Londoner Haus zu ermorden. Er überlebt schwerverletzt.
- Im September 1974 wirft Carlos, inzwischen als zweiter Mann unter Michel Moukharbal in Paris, eine Handgranate in das Pariser Café Les deux magots und tötet damit zwei Menschen und verwundet 34.
- 1976 entführen Terroristen der PFLP gemeinsam mit der Baader-Meinhof-Bande einen Air France Flug nach Tel Aviv und zwingen ihn zur Landung in Entebbe/Uganda. Ein israelisches Kommando stürmt die Maschine und befreit die Geiseln.
- 1981 entführen und bedrohen PFLP Terroristen vier US-amerikanische Journalisten (zwei von der New York Times, je einen von der Washington Post und der Newsweek) in Beirut.
- Ab Januar 1982 organisiert Carlos weitere Attentate in Frankreich.
- Im Oktober 1989 werden 12 Terroristen der PFLP in Amman verhaftet, da sie ein Attentat auf Israel planen.
- Am 8. März 1990 fordert George Habash die Palästinenser auf, gegen einen Friedensschluß mit Israel zu mobilisieren.
- Im September 1991 versucht Carlos, der aus Syrien ausgewiesen wird, mit seiner Familie im Libanon unterzukommen. Das wird dort abgelehnt.
- Im Oktober schafft er es mit syrischer Hilfe, illegal nach Jordanien einzureisen. Dort wird ihm gestattet, für zwei Jahre zu bleiben. Er nimmt sich eine zweite Ehefrau, die 23-jährige Jordanierin Abdel Salam Adhman Jarrar Lana. Seine übrige Familie reist aus Jordanien aus.
- Im Mai 2000 zieht sich George Habash aus gesundheitlichen Gründen zurück. Sein Nachfolger wird Abu Ali-Maztaffa.
- Seit September 2000 werden Terroranschläge unter der Leitung von Abu Ali-Maztaffa ausgeführt.
- Maztaffa wird im August 2001 getötet und durch Ahmad Saadat ersetzt.
- Ahmad Saadat baut die Terrorzelle auf, die am 17. Oktober 2001 den früheren israelischen Tourismusminister Rehavam Ze´evi ermordet.
- Die PFLP ist verantwortlich für das Selbstmordattentat in Karni-Shumron, Israel, mit drei Toten, am 16. Februar 2002,
- das Selbstmordattentat an der Geha-Kreuzung mit vier Toten, am 25. Dezember 2003, und
- das Selbstmordattentat, vom 2. November 2004, auf einen belebten Markt in der Tel Aviver Innenstadt. Es sterben drei Israelis und der 16jährige Attentäter aus Nablus.
Quellen:
- Platform of the Popular Front for the Liberation of Palestine (1969)
- http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Terrorism/pflppl at.html
- The New Leader of the PFLP speaks (Mai 10, 2000)
- http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Terrorism/pflp1. html
- Habash, George, by Yasha. What Israelly going on?, 24 April 2004. Aus: Yasha Manuel Harari and Karin J. England, An Historical Encyclopedia Of The Arab-Israeli Conflict, Bernard Reich, ed., (Westport, CT: Greenwood Press, 1996), pp. 199-201
- http://www.isreally.com/modules.php?name=News&file=article&s id=38
- Newsletter der Botschaft des Staates Israel, 3. November 2004
3. November 2004
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