
Was "Dr. Chirac" ans Sterbebett des Yasser Arafat führt
Frankreichs unverbrüchliche Freundschaft zu palästinensischen Terroristenführern
Die Führer palästinensischer Terrororganisationen können von Frankreich allezeit Hilfe und Aufnahme erwarten. Das beginnt schon nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem palästinensischen Kriegsverbrecher Großmufti Hadj Amin al-Husseini, den Frankreich 1946 auf Grund seiner Interessen in den arabischen Staaten nicht an Jugoslawien ausliefert, sondern nach Kairo ausreisen läßt. Mit dieser Aktion sind Maßstäbe gesetzt. Die Sympathie aller französischen Regierungen mit arabischen Terroristen besteht bis in die Gegenwart fort.
Man denke nur an den Skandal der Aufnahme des Hardliners George Habash, des Terroristenchefs der 1968 von ihm und Wadi Haddad gegründeten marxistisch-leninistischen Popular Front for the Liberation of Palestine (PFLP), zur medizinischen Behandlung in Frankreich, im Februar 1992, durch Staatspräsident François Mitterrand. George Habash kommt in einem Privatjet nach Paris, wo der Antiterrorismusrichter Jean-Louis Bruguière einen Haftbefehl gegen ihn erstellt. Auf Anweisung des Staatspräsidenten kann er ihn nicht vollstrecken. Trotz der von George Habash über 24 Jahre gelenkten terroristischen Aktivitäten der PFLP behauptet die französische Regierung, es liege gegen ihn nichts vor, was eine Verhaftung rechtfertige, seine Polizeiaufsicht wird am 1. Februar 1992 beendet, und er darf nach drei Tagen unbehelligt Richtung Tunis ausfliegen.
Eine solche Freundschaft besteht auch mit dem Vorsitzenden der Palestinian Liberation Organization (PLO) und Präsidenten der Palestinian Authority (PA) Yasser Arafat, der seit dem 2. Mai 1989 sechsmal von französischen Präsidenten empfangen wird, und dem Staatspräsident Jacques Chirac jetzt auf Kosten der französischen Steuerzahler ein Regierungsflugzeug nach Amman schickt, um ihn ins Militärkrankenhaus Percy, in Clamart bei Paris, zu überführen und dort zu behandeln. "Wenn ich ein Problem habe, konsultiere ich Dr. Chirac", erklärt Yasser Arafat während seines sechsten Besuches, im Januar 1997. Nun eilt "Dr. Chirac" an sein Sterbebett, hält seine Hand und regelt mit den anwesenden Arafat-Freunden und Kampfgenossen noch rasch einige Angelegenheiten im Sinne Frankreichs für die Nach-Arafat-Zeit. Zu kurz kommen werden dabei einmal mehr die Palästinenser und die Israelis.
Frankreich tut schon immer alles, um seinem Freund Yasser Arafat zu helfen. In der EU hält Frankreich bis zuletzt die offiziellen Kontakte mit ihm aufrecht. Noch im Juni diesen Jahres verzichtet der französische Außenminister Michel Barnier eher darauf, Israel zu besuchen, als von einem Besuch Yasser Arafats Abstand zu nehmen. Er übernachtet sogar in der Mukata. Auf diese Weise demonstriert Jacques Chirac seine guten Beziehungen zu den arabischen Staaten, und nicht umsonst kürt ihn die Bevölkerung dieser Diktaturen zum beliebtesten Staatsmann, noch vor Gamal Abdel Nasser, Saddam Hussein und Osama bin Laden.
Die Verfassung der Terrororganisation PLO des Yasser Arafat
Die Verfassung der PLO, vom Juli 1968, fordert gemäß Artikel 6 die Vertreibung aller "nach Beginn der zionistischen Invasion" in Israel eingewanderten Juden und deren Familien und Nachkommen. Dazu wird gemäß Artikel 9 und 10 der "bewaffnete Kampf" mittels "Kommandoaktionen" geführt, Israel habe kein Existenzrecht, das Gebiet gehöre zu Palästina. Artikel 15 der Verfassung fordert dazu auf, "den Zionismus in Palästina zu eliminieren". Die PLO macht sich die Schwächung der arabischen Staaten nach dem im Juni 1967 verlorenen Sechstagekrieg zu nutze und schreibt in Artikel 2 der Verfassung den Anspruch auf das gesamte britische Mandatsgebiet fest, also auch auf Jordanien.
Schon bald geht die PLO an die Verwirklichung der von ihrer Verfassung vorgegebenen Aufgaben, was 1970 zum "Schwarzen September", und der anschließenden Vertreibung der Palästinenser aus Jordanien führt. Sie gehen in den Libanon. Von Beirut aus führen Yasser Arafat und seine PLO schreckliche Attentate gegen Israel aus.
Am 5. September 1972 überfallen auf Anordnung von Yasser Arafat acht Fatah-Terroristen, der von ihm geleiteten PLO-Gruppierung, in München die israelische Olympiamannschaft, deren Mitglieder als Geiseln genommen werden sollen zur Erpressung der Freilassung von 234 in Israel einsitzenden palästinensischen Gefangenen und zwei deutschen, in Deutschland einsitzenden Terroristen . Die Geiselnehmer nennen sich "Schwarzer September". Innerhalb von 24 Stunden sind nach einem Schußwechsel elf Israelis, fünf Terroristen und ein deutscher Polizist tot. Yasser Arafat setzt später die überlebenden Terroristen und die für die Planung verantwortlichen in hohen Ämter in der PA ein. Abu Daoud, der Leiter und Planer des Anschlags wird 1999 mit dem "Palästinensischen Preis für Kultur" für sein Buch über den Anschlag gefeiert.
Am 6. Oktober 1973 beginnt mit Unterstützung der Sowjetunion der Jom-Kippur-Krieg, in dem Ägypten und Syrien mit Hilfe von zehn weiteren arabischen Staaten Israel überfallen. Als klar wird, dass Israel nicht besiegt werden kann, bringen die USA und die Sowjetunion den Konflikt vor den Sicherheitsrat. Am 22. Oktober 1973 fordert die UN-Resolution Nr. 338 zum Waffenstillstand auf. Im Dezember 1973 werden in Genf die in der Resolution geforderten Friedensverhandlungen begonnen. Sie werden am 9.Januar 1974 ergebnislos beendet. Syrien nimmt an den Verhandlungen nicht teil. Die PLO ist auf Grund der Ablehnung der USA und Israels nicht eingeladen.
Die "Drei-Phasen-Strategie" der PLO zur Beseitigung Israels
Da die Araber im Jom-Kippur-Krieg sehen, dass sie die Juden nicht vertreiben und Israel militärisch nicht zerstören können, beginnen sie mit einer anderen Strategie zur Zerstörung Israels. Am 9. Juni 1974 beschließt dazu der Palästinensische Nationalrat den "Phased Plan", die "Drei-Phasen-Strategie":
- Durch "bewaffneten Kampf" eine "unabhängige kämpfende nationale Autorität" über jedwedes Gebiet einzurichten, das von israelischer Herrschaft "befreit" ist (Artikel 2)
- Den Kampf gegen Israel von dem befreiten Gebiet aus fortzusetzen (Artikel 4)
- einen totalen Krieg in Gang zu setzen, in dem seine Nachbarn Israel vollständig zerstören ("das gesamte palästinensische Territorium befreien") (Artikel 8)
Im Artikel 1 wird die UN Resolution Nr. 242, vom 22. November 1967, für nichtig erklärt: "Der Rat lehnt deshalb ab, irgendetwas mit dieser Resolution zu tun zu haben...". In der Resolution schreiben die Vereinten Nationen das Existenzrecht Israels fest.
In Artikel 5 und 6 wird aufgerufen zu einer Revolution in Jordanien, um dort ein neues Regime zu installieren, das sich mit der Palästinensischen nationalen Autorität und mit "allen Kräften der arabischen Befreiungsbewegung" verbündet, um ein Großpalästina in den Grenzen des britischen Mandatsgebietes zu gründen. Zur Erinnerung: die Briten trennen 76 Prozent ihres Mandatsgebietes Palästina als Transjordanien, das spätere Jordanien, bereits 1922 ab und setzen einen zum Emir von Transjordanien gekürten nichtpalästinensischen Herrscher ein, Abdullah, aus dem heutigen saudischen Hejaz.
In Artikel 9 will die PLO ihre Solidarität mit den sozialistischen Saaten und Befreiungsbewegungen weltweit stärken "mit dem Ziel der Zerschlagung aller Komplotte des Zionismus, der Reaktion und des Imperialismus".
Yasser Arafat läßt noch nach dem Oslo-Vertrag, vom 13. September 1993, nicht von diesem "Phased Plan" ab, sondern er will ausdrücklich einen Plalästinenserstaat im Einklang mit diesem Plan, der das Existenzrecht Israels bestreitet.
Die Vereinten Nationen belohnen den "Phased Plan" der Palästinenser zur Zerstörung Israels, am 22. November 1974, mit der Resolution Nr. 3236 zur Selbstbestimmung des palästinensischen Volkes. In der Resolution wird das Rückkehrrecht der Palästinenser festgeschrieben. Die USA votieren gegen die Resolution, Frankreich dafür.
Yasser Arafat zur Zeit des Bürgerkrieges im Libanon
Von 1975 bis 1989 tobt im Libanon der durch den Einfall der Palästinenser in das Land entfachte Bürgerkrieg zwischen ihnen und linken Libanesen einerseits sowie den christlichen konservativen Phalangisten andererseits. Syrien unterstützt erst die einen, dann die anderen.
Weitere Attentate gegen Israel werden vom Libanon aus von Yasser Arafat gelenkt. Am 5. März 1975 verüben acht PLO-Terroristen ein Attentat auf das Tel Aviv Savoy Hotel. Auch Ausländer sind unter den Opfern. Am 11. März 1978 überfallen elf vom Libanon nach Israel eingedrungene Terroristen der Fatah einen Bus, der mit Kindern unterwegs ist. Bei der abschließenden Schießerei zur Beendigung des Dramas, an einer Kreuzung nahe Herzliya, sterben 35 unschuldige Menschen und 100 werden verletzt. Israelische Truppen besetzen daraufhin in der "Operation Litani" den Süd-Libanon, um eine Sicherheitszone zu schaffen.
Yasser Arafat bekämpft alle Friedensbemühungen in der Region. Er ist gegen den Frieden zwischen Ägypten und Israel, vom 26. März 1979.
Im Juni 1981stoßen israelische Truppen und palästinensische Kämpfer im Süd-Libanon aufeinander. Israel bombardiert Beirut. Am 6. Juni 1982 dringen israelische Truppen in der "Operation Frieden in Galiläa" erneut in den Libanon ein und belagern Beirut. Im August und im September 1982 werden unter dem Schutz eines französischen Militärkontingents 15 000 palästinensische Kämpfer aus Beirut evakuiert.
Frankreichs Staatspräsidenten François Mitterand und Jacques Chirac sowie Regierungsmitglieder empfangen Yasser Arafat nicht nur oder reisen zu ihm, sondern sie beweisen sich auch als Freunde in der Not und holen den Terroristen aus für ihn lebensgefährlichen Lagen.
François Mitterand beginnt damit Ende August 1982, da Yasser Arafat mit Hilfe französischen Militärs aus dem seit dem 6. Juni durch israelische Truppen belagerten Beirut gerettet und per Schiff nach Athen gebracht wird. Von dort fliegt er am 3. September nach Tunis, wo er und ca. 1000 Kämpfer, die mit dem Schiff in Bizerta ankommen, das PLO-Exekutivkomitee, die Führung der Fatah, die politische Leitung und die palästinensische Presseagentur Wafa sich trotz des Mißmuts des tunesischen Staatspräsidenten Habib Bourgiba über die ganze Stadt und deren Umgebung verbreiten. Mit Unterbrechungen bleibt er dort, bis zum 1. Juli 1994. Ein großer Teil seiner 15 000 Kämpfer flüchtet nach Syrien. Der Oberste Militärrat richtet sich in Sanaa, seinerzeit Nord-Jemen, ein.
Frankreich bekommt im Dezember 1982 von Saudi-Arabien einen Kredit in Höhe von zwei Milliarden Dollar zur Milderung seines Handels- und Zahlungsbilanzdefizits von 102 bzw. 75 Milliarden Franc.
Im September 1983 kehrt Yasser Arafat "in einer Expedition" mit unbekannter Hilfe in den Libanon zurück, um seine Männer gegen die syrische Armee zu unterstützen. Am 23. Oktober 1983 töten palästinensische Selbstmordattentäter in Beirut 241 US-Sodaten in den Kasernen der Marine und 58 französische Fallschirmjäger in ihrer Kaserne. Am 4. November 1983 ermorden palästinensische Selbstmordattentäter in Tyr/Libanon einen israelischen Armeeposten, wobei 60 Menschen sterben. Am 17. November 1983 antwortet die französische Luftwaffe auf das Attentat, vom 23. Oktober 1983, mit einem Angriff auf ein Terroristenlager in Baalbek.
Am 20. Dezember werden Yasser Arafat und 4000 seiner Kämpfer von der syrischen Armee aus Tripoli, im Nordlibanon, vertrieben. Französische Militärs retten ihn vor den Syrern und vor syrerfreundlichen palästinensischen Dissidenten.
Zur Zeit der französischen Rettungsaktionen sind die Verfassung der PLO, vom Juli 1968, und die "Drei-Phasen-Strategie", vom Juni 1974, voll gültig. Yasser Arafat und seine Kämpfer sind seit zwanzig Jahren unermüdlich tätig als Terroristen gegen Israel und seine Bevölkerung. Heute steht Jacques Chirac am Krankenbett des angeblich zum Staatsmann mutierten Terroristen. Der ist in all den Jahren nicht untätig. Intifada I und II, von Tunis aus gelenkte Terroranschläge, Unterstützung des Irak gegen die Interessen eines friedlichen Zusammenlebens mit Israel, eine bis heute nicht schriftlich niedergelegte Revision der PLO-Verfassung von 1968, Unterstützung von Terroranschlägen der al-Aqsa-Brigaden sowie der anderen palästinensischen Terrororganisationen, der Hamas und des Palästinensischen islamischen Djihad (PIJ), Korruption, eine ungeregelte Nachfolge: "Die Palästinenser versuchen, sich ohne Yasser Arafat zu organisieren", titelt die Le Monde, vom 5. November 2004. Das alles nimmt Yasser Arafat zum Schaden für Israel und für die Palästinenser nichts von einem unverbrüchlichen Freund Frankreichs.
Jahrelang fördert die EU, allen voran Frankreich, das Treiben Yasser Arafats mit Hunderten von Millionen Euro. Die Konkurrenz zu den USA um Machtbereiche im Nahen Osten bringt es bis heute mit sich, dass Yasser Arafat, diesem Unglück für die Palästinenser, der große Bahnhof bereitet wird. Es werden nicht Kosten und Mühen gescheut, noch den Todkranken auszunutzen für die nationalen Zwecke. Möge er bald in Frieden in Gaza ruhen!
6. November 2004 - letzter Stand: 11. November 2004
Quellen:
As Arafat is treated in France Hamas, Jihad: "Determined to preserve the unity of the gun, the Intifada and the Resistance". Monday Morning Issue 1662, Beirut, November 1, 2004
http://www.mmorning.com/articleC.asp?Article=1859&CategoryID =6
Arafat chez "Docteur Chirac". Par Jean-Pierre PERRIN, Libération.fr, 30 octobre 2004
http://www.liberation.fr/page.php?Article=250152
L´horreur à Beyrouth/the horror
http://www.hemaridron.com/twodescphotos14.html
Terrorist Bombings Of The Marine Barracks, Beirut Lebanon
http://www.arlingtoncemetery.net/terror.htm
1982-1994, les douze ans d´exil tunisien de Yasser Arafat. LaLibre.be, 4 novembre 2004
http://www.lalibre.be/article.phtml?id=10&subid=83&art_id=19 0542
Depuis les années 1970, par Catherine Gouësset, L´Express en ligne du 22/03/2001
http://www.lexpress.fr/info/monde/dossier/liban/dossier.asp? ida=420389
The Palestinian National Charter: Resolutions of the Palestine National Council July 1-17, 1968. MidEast Web Historical Documents
http://www.mideastweb.org/plocha.htm
The PLO´s "Phased Plan". Political Programme, Adopted at the 12th Session of the Palestinian National Council, Cairo, June 9, 1974
http://www.netaxs.com/~iris/plophase.htm
Resolution 3236 Question of Palestine, 24 November 1974. United Nations
http://domino.un.org/UNISPAL.NSF/0/025974039acfb171852560de0 0548bbe?OpenDocument
Israel 1967-1991. Palestine Facts. History
http://www.palestinefacts.org/pf_1967to1991.php
Hier zum letzten Stand:
Suspicions grow that Arafat is dying of AIDS. By israelinsider staff November 6, 2004
http://web.israelinsider.com/Articles/Diplomacy/4348.htm
Yasir Arafat and Terrorism. Committee for Accuracy in Middle East Reporting in America (CAMERA), November 5, 2004
http://www.camera.org/index.asp?x_context=7&x_issue=11&x_art icle=795
Yassir Arafat: 1929-2004. HonestReporting´s biography, with links to important sources, including Arafat´s Dark Legacy, 1-minute online film. HonestReporting.com
http://www.honestreporting.com/articles/45884734/critiques/Y assir_Arafat_1929-2004.asp
Der Artikel ist auch veröffentlicht bei der "Jüdischen", http://www.juedische.at - Artikelrubriken "Soziales"
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