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Der Fernsehkanal France 2 als aktiver Kämpfer der Al-Aqsa Intifada

Erstes Motto: Nachrichten, ob wahr oder erfunden, schnellstens an ausgewählte Multiplikatoren streuen. Es zählt nur das, was einmal behauptet wurde. Dementis dagegen sind völlig unwirksam.

Das wirkt immer gleich. James Harff von der PR-Firma Ruder Finn ("# 1 in Client satisfaction") plaudert es gegen√ľber dem franz√∂sischen Journalisten Jacques Merlino aus. Ruder Finn wird von den Regierungen Kroatiens und Bosnien-Herzegowinas mit der Schaffung eines positiven Bildes und der Diffamierung Serbiens beauftragt. Dazu dienen Nachrichten, ob wahr oder erfunden. Sie werden an Multiplikatoren verteilt, an einige Hundert Journalisten, Politiker und Repr√§sentanten von humanit√§ren Organisationen und Universit√§ten. Schnelligkeit sei die Hauptsache. "Uns ist klar, da√ü nur das z√§hlt, was einmal behauptet wurde. Dementis sind dagegen v√∂llig unwirksam."

Ein ausf√ľhrlicher Auszug aus diesem Interview des Jacques Merlino mit James Harff findet sich am 11. M√§rz 2005 auf der Site Transatlantic Intelligencer, von John Rosenthal. (1)

So wird auch im Falle des angeblichen Massakers von Tantura verfahren. In den offiziellen Medien der PLO und der PNA wird die Nachricht √ľber das von Teddy Katz entdeckte "Massaker in Tantura" umgehend verbreitet, eine Menge angeblicher arabischer und j√ľdischer Zeitzeugen werden mit ihren √Ąu√üerungen zitiert, und die internationalen Medien der Pal√§stinenserfreunde verbreiten sie sofort weiter. Es ist nicht von Bedeutung, da√ü die Fakten anders liegen. Das Dementi bleibt unwirksam. (2)

Die Kampagne des Senders France 2 gegen Israel wirkt nach dem gleichen Schema: die angebliche Ermordung des 12-j√§hrigen Mohammed al-Dura durch gezielte Sch√ľsse eines israelischen Postens, an der Netzarim Kreuzung in Gaza, am 30. September 2000, zwei Tage nach Er√∂ffnung der Intifada II durch Yasser Arafat, der seinem Volke die Vorschl√§ge des israelischen Ministerpr√§sidenten Ehud Barak, von Camp David II, 11. bis 25. Juli 2000, nicht verkaufen will und somit erneut eine M√∂glichkeit zum Frieden verstreichen l√§√üt. (3)

Zweites Motto: Das pal√§stinensische Volk findet darin (im Tod des Mohammed al-Dura) einen tiefen Sinn seines Leidens, das es ertr√§gt. Dieser Tod ist nicht nur ein Symbol, er wird wie eine Offenbarung erlebt, wie ein g√∂ttliches Ereignis, eine Pr√ľfung, die vor aller √Ėffentlichkeit den tiefen Sinn der Tatsache erscheinen l√§√üt, da√ü dem pal√§stinensischen Volk die historische und theologische Aufgabe zugefallen sei, dem israelischen Volk gegen√ľberzutreten. Bis dahin gab es f√ľr die Pal√§stinenser ein unterdr√ľckendes (die Israelis) und ein unterdr√ľcktes Volk (die Pal√§stinenser). Der Konflikt fand statt im Rahmen der nationalen Befreiung. Aber mit diesem Ereignis handelt es sich um ganz etwas anderes: um einen Kampf zur theologischen Befreiung. (G√©rard Huber: Contre-expertise d´une mise en sc√®ne, p. 85)

Anders als bei der Intifada I sind die Pal√§stinenser diesmal nicht so schnell f√ľr den erneuten Kampf zu entflammen, und so m√ľssen Ereignisse her, das zu √§ndern. Eines ist der Besuch des Ariel Scharon, zu der Zeit Chef der Likud-Partei und Konkurrent des Ehud Barak um den Posten des Ministerpr√§sidenten, auf dem Tempelberg, am 28. September 2000. Der Besuch ist vorher mit der Pal√§stinensischen Autonomiebeh√∂rde abgesprochen, er dient aber nun als Vorwand, um die pal√§stinensische Jugend zum Kampfe anzuspornen: Israel wolle ihnen den Tempelberg nehmen, und √§hnliche Greuel werden verbreitet.

Ein zweites Ereignis wird vom pal√§stinensischen Kameramann Talal Abu Rahma geschaffen, der zwei Tage nach dem Besuch des Ariel Scharon auf dem Tempelberg Bildmaterial von dem angeblich gezielten Mord an Mohammed al-Dura vorlegt. Obgleich w√§hrend der Schie√üerei an der Netzarim-Kreuzung Journalisten und Kameraleute von Reuters, AP u.a. zahlreich vorhanden sind, und es entsprechendes Bildmaterial reichlich gibt, findet sich darunter nichts √ľber die Erschie√üung Mohammed al-Duras.

Talal Abu Rahma √ľberzeugt seinen Auftraggeber vom Fernsehkanal France 2, den Auslandskorrespondenten Charles Enderlin, die Bilder umgehend weltweit zu verteilen. Es sind 55 Sekunden von angeblich insgesamt 27 Minuten einer 45 Minuten w√§hrenden Schie√üerei zwischen Pal√§stinensern und Tsahal . Das tut France 2, und zwar kostenlos, weil man an solch einem traurigen Ereignis nicht verdienen wolle. Wahrscheinlich ist eher, da√ü diese 55 Sekunden Bildmaterial ohne gro√üe Zeitverschwendung die √Ėffentlichkeit in Frankreich und dar√ľber hinaus in aller Welt auf die Sache der Pal√§stinenser und gegen Israel einstimmen sollen. Es f√§llt sofort auf, da√ü die Szene nicht zeigt, wie der kleine Mohammed al-Dura stirbt: "Ich habe die Agonie des Kindes rausgeschnitten. Das war unertr√§glich ... Das h√§tte auch zus√§tzlich nichts ergeben", sagt Charles Enderlin. Es gibt unter allem Bildmaterial, auch dem der anderen Nachrichtenagenturen, ebenfalls keine Aufzeichnung, die zeigen k√∂nnte, da√ü Mohammed al-Dura tot ist. Es ist unwahrscheinlich, da√ü sich die anderen Agenturen zur√ľckgehalten h√§tten, das medienwirksame Ereignis zu verbreiten, h√§tten sie die Szene beobachtet.

Charles Enderlin, der sich zu der Zeit nicht in Gaza, sondern in Ramallah aufh√§lt, glaubt seinem Kameramann unbesehen und erkl√§rt noch am selben Tag, im "Journal de 20 heures", da√ü die israelischen Soldaten den Jungen mutwillig erschossen, also ermordet h√§tten. So tr√§gt er dazu bei, die Wut der Pal√§stinenser und der gesamten arabischen Welt anzuheizen. Der Tod des Jungen l√∂st gewaltsame Proteste und auch weltweit eine riesige Emp√∂rung aus. Er steht exemplarisch f√ľr die Brutalit√§t der israelischen Armee. Drei Tage vorher wird an eben der Netzarim-Kreuzung ein israelischer Soldat durch eine pal√§stinensische Bombe get√∂tet. Das tritt nun vollst√§ndig in den Hintergrund.

Briefmarken mit dem Konterfei "der bleibenden Ikone" der Intifada II Mohammed al-Dura werden in √Ągypten (4) und Tunesien gedruckt, in Kairo wird eine Stra√üe nach ihm benannt, eine wahre Hysterie bricht aus. Keiner beh√§lt vor der Aufregung den klaren Kopf. Die israelische Armeef√ľhrung r√§umt "nach einer eiligen internen Untersuchung" bereits am 3. Oktober 2000 ein, es k√∂nne m√∂glich sein, da√ü ihre Soldaten den Jungen erschossen h√§tten. (5)

Kaum einer der internationalen Journalisten fragt auch, wieso der Vater Jamal al-Dura mit seinem 12-jährigen Sohn von einem Gebrauchtwagenkauf mitten in die Schießerei läuft. Die beiden seien mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht bis nach Haus gekommen - und dann rennen sie mitten in eine Schießerei zwischen Palästinensern und Tsahal?

Schon bald kommen Zweifel auf. Als J√ľrgen Els√§sser, seinerzeit Redakteur bei KONKRET, am 18. Januar 2001, vor einem Publikum der Universit√§t Leipzig √ľber Ungereimtheiten berichtet, die den Tod des pal√§stinensischen Jungen betreffen, erntet er "unverst√§ndliches Kopfsch√ľtteln seiner Zuh√∂rer" und Schm√§h. (2) Schon im November 2000 schreibt er √ľber den Fall. Der Artikel ist heute noch sehr lesenswert. Vor allem wird klar, auf welcher Seite die deutschen Medien stehen, auf der gleichen wie die franz√∂sischen: Scharon = Brandstifter (SZ), Scharon = Terrorist (Die Zeit). Die FAZ entdeckt "den gespr√§chsbereiten Arafat", "der ´unter Pal√§stinensern zum Au√üenseiter wird´, weil er die Gewalt ´nicht gewollt´ habe." Ludwig Watzal bezeichnet im "Freitag" die Ergebnisse von Camp David als "pal√§stinensisches Versailles", und Josef Joffe, Herausgeber der "Zeit", sieht Israel als "heilloses Land". J√ľrgen Els√§sser weist auf die l√ľckenlos einseitige Berichterstattung aus dem Krisengebiet hin.

So nimmt es nicht wunder, da√ü der von Charles Enderlin berichtete Tod des Mohammed al-Dura von der SZ als "brutale Ermordung" dargestellt wird, vors√§tzliche T√∂tung also. J√ľrgen Els√§sser weist darauf hin, da√ü zu fr√ľheren Zeiten die Unterstellung, Juden seien Kinderm√∂rder, zu Pogromen f√ľhrte. Der "Spiegel" gar reduziert und frisiert ein vom israelischen Verteidigungsministerium auf seiner Site ver√∂ffentlichtes Luftbild des Schu√üwechsels zwischen Pal√§stinensern und israelischen Soldaten so, da√ü nur noch ein einziger Pfeil √ľbrigbleibt, der vom israelischen Posten auf Mohammed und seinen Vater weisende. Der Posten wird aber, wie auf dem Originalluftbild zu sehen, von sechs Seiten angegriffen. "Bei soviel Voreingenommenheit nimmt es nicht wunder, da√ü die Zwischenergebnisse der ballistischen Untersuchung, wonach die t√∂dliche Kugel m√∂glicherweise eine pal√§stinensische war, in den deutschen Bl√§ttern nicht mehr vorkommen - der Schuldige steht f√ľr sie schon fest", schreibt J√ľrgen Els√§sser. Genau das bewirken Charles Enderlin, sein Kameramann und ihr Sender France 2.

So fordern denn auch TAZ und FAZ unisono einen UN-Einsatz: "Deutsche Landser zeigen den Juden, wie man Menschenrechte richtig sch√ľtzt", meint J√ľrgen Els√§sser - und franz√∂sische, m√∂chte man nach heutiger Kenntnis erg√§nzen. Der Komiker Dieudonn√© und seine Partei "Euro-Palestine" fordern das auch. (6)

Es sind Israelis wie Nahum Schahaf, ein Physiker und Ingenieur, denen die Sache keine Ruhe l√§√üt. James Fallows berichtet im "Atlantic Monthly", vom Juni 2003, ausf√ľhrlich √ľber den Fall. Demnach kommen die Sch√ľsse eventuell sogar von Pal√§stinensern, direkt hinter dem Kameramann, was dessen L√ľge beweisen w√ľrde. James Fallows schreibt auch, da√ü diese ballistischen Ergebnisse selbstverst√§ndlich von der arabischen Welt nicht ernst genommen w√ľrden - und von Teilen der israelischen Medien wie der Haaretz ebenfalls nicht. Die israelische Regierung resigniert bald: "kein einziger neuer ´Beweis´ k√∂nne die Bilder vom Tod des Jungen vergessen machen." So ist es. Dementis sind schon unter friedlicheren Bedingungen zwecklos, geschweige denn, in solch einer aufgeheizten Situation.

"Wirklich interessiert an dem Fall waren im Grunde nur einige israelische und europ√§ische Juden, die der Ansicht sind, dass dieser Zwischenfall inszeniert wurde, um Israel vor der Welt√∂ffentlichkeit anzuschw√§rzen", schreibt James Fallows. Nahum Schahaf ist ihr Wortf√ľhrer. Inzwischen glaubt er, da√ü es sich bei dem ganzen Geschehen an dem Tag um Theater handelt. "Der Junge ist tot", wird schon gerufen, als dieser noch gar nicht getroffen ist: ein Kind stirbt den M√§rtyrertod. Es gibt keine einzige Aufnahme von dem Kind, nachdem es getroffen ist. Es gibt keine Blutspuren. Das T-Shirt des Vaters Jamal al-Dura bleibt wei√ü und rein.

Bereits am 18. M√§rz 2002 wird in der ARD der Dokumentarfilm von Esther Schapira ausgestrahlt: "Wer erscho√ü Mohammed al-Dura?" (7) Esther Schapira wundert sich, da√ü France 2 nicht zur Herausgabe von Filmmaterial √ľber den Tod von Mohammed al-Dura bereit ist. Heute verwundert es nicht mehr; denn es gibt solches Material nicht.

Der Editorialist von Primo Europe Albert Capino schreibt daraufhin einen Offenen Brief an den Conseil sup√©rieur de l´audiovisuel (CSA), den Rundfunk- und Fernsehrat, mit Kopien an France 2 und weitere Medien, worin es darum geht, da√ü France 2 sich weigert, eine erg√§nzende Reportage zu der Behauptung von Charles Enderlin, am 30. September 2000, √ľber den Tod von Mohammed al-Dura zuzulassen. Er weist darauf hin, da√ü auf Grund der Darstellung des Charles Enderlin der tote Junge eine Symbolfigur geworden ist. Es sehe so aus, als da√ü die Sch√ľsse von Pal√§stinensern gekommen seien. France 2 wolle die neuen Erkenntnisse verschweigen. In der Sendung vom 30. September 2000 sei Mohammed al-Dura zum M√§rtyrer der israelischen Armee gemacht worden, von M√∂rdern in den Augen der Welt, die dem Fernsehkanal France 2 nur zu gern glaube: "Unvollst√§ndige Reportage, get√ľrkte Bilder, Erg√§nzung der Untersuchung unterdr√ľckt, Dementi verweigert: das ist ein wirklich d√ľrftiges Bild, das Sie vom franz√∂sischen Journalismus und Fernsehen geben." (8)

Arlette Chabot, Informationsdirektorin von France 2, weist im Auftrag des Senders alles zur√ľck. Es versteht sich, da√ü seitens des CSA nichts geschieht.

Amnon Lord, Mitarbeiter der Zeitschrift "Makor Rishon", geht noch weiter als Albert Capino, er kommt gar zu dem Schlu√ü: "Vielmehr haben die Pal√§stinenser, in Zusammenarbeit mit ausl√§ndischen Journalisten und den Vereinten Nationen, seinen Tod geschickt arrangiert und inszeniert". James Fallows zweifelt daran. Er kann es sich selbst bei seinem schlimmsten Feind nicht vorstellen, da√ü er aus Gr√ľnden der politischen Propaganda zu solchem f√§hig w√§re. Nun, die Geschichte ist voll davon, da wird schon f√ľr weniger gemordet. Er meint, die Wahrheit herauszufinden, k√∂nne noch m√∂glich sein. Im Falle von Alfred Dreyfus habe es auch zw√∂lf Jahre gedauert. (5)

G√©rard Huber ver√∂ffentlicht √ľber den Tod des Mohammed al-Dura im M√§rz 2003 im Verlag Rapha√ęl eine Dokumentation: "Contre-expertise d´une mise en sc√®ne". Wichtig ist f√ľr ihn der Kontext, in dem der Vorfall stattfindet: der Mi√üerfolg von Camp David II, vom 25. Juli 2000.

  • \fi284Yasser Arafat begibt sich in die Privatresidenz von Ehud Barak, woraus eine Fortsetzung der Beziehungen zu entnehmen ist,
  • am 28. September 2000 begibt sich Ariel Scharon auf den Tempelberg, wozu er die Genehmigung des Waqf hat,
  • am 29. September 2000 beginnt die Intifada II, die Al-Aqsa Intifada,
  • am 30. September 2000 stirbt Mohammed al-Dura w√§hrend eines 45 Minuten w√§hrenden Schu√üwechsels zwischen Pal√§stinensern und einem israelischen Posten in den Armen seines Vaters.

Primo-Europe ver√∂ffentlicht ausf√ľhrlich Fakten, Argumente und ein Interview mit dem Autor. (9)

Am 22. Oktober 2004, schon nach vier Jahren und nicht erst nach zw√∂lfen, sichten die beiden angesehenen Journalisten Denis Jeambar, Herausgeber der Zeitschrift "L´Express", und Daniel Leconte, ein ehemaliger Mitarbeiter von France 2, gemeinsam mit Luc Rosenzweig, einem ehemaligen Redakteur der "Le Monde" und heutigen Mitarbeiter der israelischen "Metula News Agency (Mena)", das gesamte Filmmaterial und stellen fest, da√ü es die von Charles Enderlin angeblich herausgeschnittene Szene von der Agonie des Mohammed al-Dura nicht gibt.

Denis Jeambar und Daniel Leconte warten eine geraume Zeit auf eine Stellungnahme seitens des Senders und schreiben erst am 25. Januar 2005 einen sehr vorsichtigen Artikel im "Figaro". Die "Monde" will den Artikel nicht drucken, Sylvain Cypel, der Nachfolger von Edwy Plenel, findet das alles "bizarre". Er ist allerdings ein Freund des Charles Enderlin und teilt dessen Ansichten √ľber die israelisch-pal√§stinensischen Beziehungen. (10) Beide Journalisten werden beispielsweise vom israelfeindlichen "Diplo" zustimmend zitiert, als sich Sylvain Cypel beklagt, da√ü er nach gewissen Artikeln zehn bis f√ľnfzig Schm√§hbriefe und Mails bekomme, oftmals mit identischem Text, also orchestriert, und Charles Enderlin meint, einige wollten ihn rausschmei√üen, was sie nicht einmal versteckten. Es ist wie immer in solchen F√§llen, man kennt es auch von den Pal√§stinensern: sie haben nie etwas verursacht, sie sind v√∂llig grundlos immer Opfer. (11)

Hinzu kommt, da√ü wie √ľberall die Journalistenkollegen sich nicht ohne weiteres gegenseitig "die Augen aushacken". Denis Jeambar und Daniel Leconte kommen aber nicht umhin mitzuteilen, da√ü f√ľr sie aus dem gesamten Filmmaterial hervorgeht, da√ü es sich um durch die Pal√§stinenser gestellte Szenen handelt. Sie spielen Krieg mit den Israelis, simulieren Verwundungen, wenn einer angeblich am linken Bein verwundet ist, h√§lt er sich sp√§ter das rechte, sofort kommen Krankenwagen an, nur als Mohammed al-Dura stirbt (?) kommt keiner. Es tue ihnen leid, da√ü France 2 dazu schweige und sich gar hinter juristischen Argumenten verschanze. (12)

Charles Enderlin antwortet mit einem Rechtfertigungsartikel, in dem er keines der Argumente von Denis Jeambar und Daniel Leconte widerlegt. France 2 schickt inzwischen denselben Kameramann Talal Abu Rahma, der unter Eid am 3. Oktober 2000 aussagt, (13) die israelischen Besatzungstruppen h√§tten Mohammed al-Dura kaltbl√ľtig erschossen, nach Gaza, um den Vater Jamal al-Dura mit seinen Narben zu filmen, die angeblich aus demselben Schu√üwechsel stammen, von dem sein Sohn am 30. September 2000 get√∂tet wird. Der Vater wird seinerzeit bei dem Schu√üwechsel verletzt. Eine von der "Mena" geforderte √§rztliche Begutachtung lehnt France 2 ab. Der Vater schw√∂rt √ľber dem Grabe seines Sohnes, da√ü dieser tot sei. "Mena" und andere im Internet f√ľhrten eine Kampagne gegen ihn, sagt Charles Enderlin, er werde bedroht. Das trifft zu. Es gibt in Israel bereits eine Verurteilung deswegen. Er habe in France 2 erkl√§rt, der Junge sei von Israelis get√∂tet worden, weil der Kameramann, der seit 1988 f√ľr France 2 arbeite, es ihm so gesagt habe. Andere Journalisten h√§tten das best√§tigt. Hierf√ľr findet sich allerdings keinerlei Spur. Dann sagt er etwas, da stockt jedem Journalisten der Atem:

"Und dann (habe er, Charles Enderlin, in seiner Reportage gesagt, da√ü die Kugeln vom israelischen Standort kamen), weil f√ľr mich dieses Bild der Wirklichkeit der Lage nicht nur in Gaza, sondern auch in Cisjordanien entsprach."

Er z√§hlt die Anzahl der Munition auf, die von den israelischen Truppen in den ersten Monaten der Intifada II verschossen wird, und da√ü pal√§stinensische Kinder in vorderster Reihe gefunden w√ľrden. Das allerdings beklagt die israelische Armee auch, da√ü n√§mlich die Pal√§stinenser ihre Kinder nicht sch√ľtzen, sondern da√ü sich die Terroristen inmitten oder hinter Kindern verstecken und von dort auf israelische Soldaten schie√üen. In den Medien in Frankreich, Deutschland und sonstwo wird dann jedesmal beklagt, da√ü die Israelis wieder unschuldige Kinder umgebracht h√§tten.

Er, Charles Enderlin, hätte das Filmmaterial gesendet, weil alles andere "Zensur an der Quelle" gewesen wäre. (14)

Das reicht Luc Rosenzweig, und am 3. Februar schreibt er f√ľr "Mena" einen geharnischten Artikel, "Charles Enderlin, L√ľgner in allen Sprachen". Er beginnt: "Ein deutsches Sprichwort sagt ´L√ľgen haben kurze Beine´."

Gegen√ľber einem israelischen Fernsehsender habe Charles Enderlin im Oktober behauptet: "Ich habe niemals gesagt, es w√§ren die Israelis gewesen, die das Kind get√∂tet haben." Er beziehe sich aber auf die eidesstattliche Aussage seines Kameramannes. Alle Aktionen der Pal√§stinenser h√§tten zum Ziel, den Israelis die Verantwortung aufzub√ľrden, schreibt Luc Rosenzweig. CNN habe sich geweigert, die Szene zu senden, weil sie nicht gegengecheckt gewesen sei. F√ľr die pal√§stinensischen Mitarbeiter der westlichen Agenturen sei eine gute Beziehung zur Pal√§stinensischen Autonomiebeh√∂rde lebens- und √ľberlebenswichtig. Sie k√∂nnten nicht neutral sein, sondern sie h√§tten sich f√ľr die pal√§stinensische Sache zu engagieren. Seit der Schlie√üung durch die Israelis des pal√§stinensischen Propagandab√ľros der Raymonda Tawill, Mutter der Suha Arafat, zu Beginn der Intifada I, bef√§nden sich unz√§hlige kleine Nachrichten√ľbermittler unterwegs, die Propaganda der Pal√§stinenser zu verbreiten.

Der politische Augenblick habe von Arafat gefordert, daß die Aufstände wieder begönnen, die zur Intifada Al-Aqsa wurden, der Besuch des Tempelberges durch Ariel Scharon habe nicht ausgereicht. Luc Rosenzweig zählt noch mancherlei auf, es ist in seinem Artikel nachzulesen. (15)

Eine Zusammenfassung des letzten Standes dieses Skandales der einseitigen Parteinahme um jeden Preis f√ľr die Pal√§stinenser kann bei Media-Ratings nachgelesen werden. (16) Seinem Besitzer Philippe Karsenty wird von France 2 inzwischen mit juristischer Verfolgung gedroht. Ein ausf√ľhrlicher sehr pr√§ziser Artikel der Zeitschrift "Jeunes Afrique" wird dort erw√§hnt: " L´horreur manipul√©?", Der manipulierte Horror? (17)

Ein Interview mit Denis Jeambar und Daniel Leconte im "Radio de la communité juive" macht die Ergebnisse ihrer Sichtung des Filmmaterials, im Beisein der Informationsdirektorin von France 2 Arlette Chabot, noch deutlicher: Es handelt sich demnach, und das bestätigt auch Arlette Chabot, durchweg um von Palästinensern gestellte Szenen, was weder Talal Abu Rahma noch Charles Enderlin entgangen sein kann. (18)

Inzwischen zieht der Fall immer weitere Kreise, und auch Doreen Carvajal, von der "International Herald Tribune", hat das Material gesichtet und die Auswirkungen der voreingenommenen Pr√§sentation durch Charles Enderlin herausgestellt. Suizidattent√§ter bez√∂gen sich auf Mohammed al-Dura. Erg√§nzen mu√ü man, da√ü auch Osama bin Laden sich auf die angeblich kaltbl√ľtige Ermordung des Jungen bezieht, um die Brutalit√§t der Israelis deutlich zu machen. Die franz√∂sischen Medienkreise aber hielten zusammen, schreibt Doreen Carvajal. Allein der "Figaro" habe einen vorsichtigen Artikel ver√∂ffentlicht, die Zeitung "Le Monde" ihn zur√ľckgewiesen, die ganze von der "winzigen Agentur Mena" aufgewirbelte Debatte sei bizarr, meine Sylvain Cypel. Der Artikel von Doreen Carvajal ist in englisch und franz√∂sisch nachzulesen. (19)

Wie sich die franz√∂sischen Medienkreise verhalten, sieht man am "Nouvel Observateur". Der l√§dt wie aus Trotz seine Leser ein, am Donnerstag, den 10. Februar 2005, von 14 bis 16 Uhr, im Forum mit dem Autor der Dokumentation "R√™ve bris√©, Histoire de l´√©chec du processus de paix au Proche-Orient (1995-2002)", Der zerbrochene Traum. Geschichte des Mi√üerfolges des Friedensprozesses im Nahen Osten (1995 - 2002) zu diskutieren. Der Autor Charles Enderlin erh√§lt daf√ľr "von gewissen extremistischen j√ľdischen Bewegungen einen Preis f√ľr Desinformation oder ´Goebbels-Preis´, wie gewisse Mitglieder dieser extremistischen Ligen nicht z√∂gern, den Preis zu benennen (zur Erinnerung, Chef der Nazipropaganda ...). Warum dieser Ha√ü? Diese Organisationen (die Ligue de D√©fense Juive, Liga zur j√ľdischen Verteidigung, beispielsweise) prangern die Unterst√ľtzung an, die Charles Enderlin in seiner Berichterstattung den Pal√§stinensern zukommen l√§√üt", schreibt eine Site "Intelligence-Center" und f√ľhrt dann auf, wer angeblich gegen Charles Enderlin hetzt. (20)

Selbstverst√§ndlich geh√∂rt der Mitbegr√ľnder der ATTAC Daniel Mermet mit seiner Sendung "L√†-bas si j´y suis" zu den Verehrern Charles Enderlins. Am 24. Oktober 2002 interviewt er ihn ausgiebig zu seiner Dokumentation "R√™ve bris√©". (21)

F√ľr "R√™ve bris√©" erh√§lt der Autor im Januar 2003 den "Prix de la Presse diplomatique", schreibt Menahem Macina, von der Union des Patrons et Professionnels juifs de France (UPJF) und erg√§nzt:

"Im Fall, daß Sie es nicht bemerkt haben sollten, daß die Vierte Gewalt in Frankreich ihre wertvollen Diener zu schätzen weiß.

Was die Komplizenschaft des französischen Staates mit den Gegnern Israels angeht, setzt die Anwesenheit des Außenministers bei der Zeremonie ein klares Zeichen.

Vereinsamung Israels.

Schande der Nation, die als erste die Juden emanzipierte und sie dann dem Nazi-Unget√ľm √ľberlie√ü.

Die Geschichte wiederholt sich subtil, auf dem Umweg des Antisemitismus, der den Feiglingen und den sch√§ndlichen Antisemiten gestattet, ein antikolonialistisches Hymen wieder zu bekommen, indem sie sich lauthals entr√ľsten ... √ľber den Israeli und den Juden ...

Es ist widerwärtig!" (22)

Das Buch kommt unter die ersten zw√∂lf in der Vorauswahl des Preises f√ľr das politische Buch der franz√∂sischen Nationalversammlung. Charles Enderlin ist wie Christian Chesnot, Georges Malbrunot und Florence Aubenas ein willf√§hriger Diener des franz√∂sischen Staatsinteresses. Antisemitismus und Israelfeindschaft geh√∂ren dazu. (23)

Inzwischen tritt die √ľble F√§lschung des Bildmaterials immer deutlicher zutage. Es besteht kein Zweifel, schreibt Primo Europe, am 7. Februar, da√ü sich Charles Enderlin aus welchen Gr√ľnden auch immer, aus bekannten oder verdeckten, eines Presse- oder Fernsehkorrespondenten unw√ľrdig verhielt. (24)

Aber wie schon von James Harff von der PR-Firma Rudder Finn dem Jacques Merlino verraten: ein Dementi n√ľtzt nichts. Was n√ľtzen w√ľrde, das w√§re, solchen F√§lschern das Handwerk zu legen. Da aber seien France 2, der CSA und die franz√∂sische Regierung vor. Sie brauchen f√ľr ihre verfehlte Nahostpolitik solche Journalisten in den Medien.

11. Februar 2005 - Ergänzung eines Links unter (1), am 12. März 2005

Ergänzung, vom 16. Februar 2005

Inzwischen ist das Diskussionsforum mit Charles Enderlin, im Nouvel Observateur, fast eine Woche vorbei. Obgleich die drei Journalisten Denis Jeambar, Daniel Leconte und Luc Rosenzweig im Beisein der Informationsdirektorin von France 2 Arlette Chabot das Material des pal√§stinensischen Kameramannes Talal Abu Rahma sichten, und obgleich auch die Journalistin der "International Herald Tribune" Doreen Carvajal das Material sichtet, und alle die angeblich herausgeschnittene Sequenz √ľber die Agonie des Jungen Mohammed al-Dura nicht finden, sondern im Gegenteil sehen, da√ü es sich um durchweg gestellte Szenen handelt, wiederholt Charles Enderlin auf dem Diskussionsforum seine Behauptung, er h√§tte die Szene entfernt, da sie unertr√§glich sei. Er antwortet auf die Frage eines Internauten, vom 9. Februar 2005, um 14:35 Uhr, ob er heute seinen Bericht √ľber den Fall genauso geben w√ľrde wie seinerzeit, am 30. September 2000:

"Je pense que je dirai le m√™me commentaire et que je ferai le m√™me montage. Avec peut √™tre une diff√©rence. Sachant combien on me le reproche aujourd´hui, je diffuserai les quelques secondes de l´agonie de l´enfant que j´avais coup√© consid√©rant √† l´√©poque que cel√† rendait le sujet trop dur." (25)

Ich denke, ich g√§be denselben Kommentar und ich machte dieselbe Montage. Vielleicht mit einem Unterschied. Wissend, wie sehr man es mir heute vorwirft, w√ľrde ich die paar Sekunden der Agonie des Kindes senden, die ich herausgeschnitten hatte, weil ich zu der Zeit meinte, das w√ľrde den Fall zu schwer machen.

Es ist eine Schande, wie Charles Enderlin l√ľgt, eine Schande, wie der Nouvel Observateur das im Raume stehen l√§√üt, eine Schande, da√ü der Fernsehsender France 2 diesem F√§lscher nicht das Handwerk legt, eine Schande, da√ü der Conseil sup√©rieure d´audiovisuel (CSA), der Rundfunk- und Fernsehrat, nichts unternimmt, und es ist eine Schande, wie die franz√∂sische Politik sich der Medien bedient, um ihre Nahostpolitik durchzusetzen, gegen Israel, f√ľr die arabischen Staaten und f√ľr die Pal√§stinenser.

Anmerkungen

(1) Ruder Finn, Inc
http://www.ruderfinn.com/default.asp?bhcp=1

Serbs are also victims -- of a massive propaganda campaign, by Charley Reese. The Orlando Sentinel on April 25, 1999
http://www.diaspora-net.org/food4thought/reese.htm

Les vérités Yougoslaves ne sont pas toutes bonnes à dire ? Par Jacques MERLINO, Albin Michel 1993
zitiert in: Kurt Köpruner: Reisen in das Land der Kriege, Espresso Verlag, Berlin 2001, S. 159 ff.

The Return of Ruder Finn (Background on a "Pro Bono" Advisor to Kofi Annan). John Rosenthal, Transatlantic Intelligencer, March 11, 2005
http://trans-int.blogspot.com/2005/03/return-of-ruder-finn-b ackground-on-pro.html

(2) Flucht und Vertreibung der Palästinenser in deutschen Online-Medien. Der Staat Israel erklärt feierlich sein Bedauern ... Das "Massaker von Tantura", von Gudrun Eussner, 22. Oktober 2003
http://www.eussner.net/artikel_2004-03-16_00-15-07.html

√úbernommen bei Henryk M. Broder: Fremde Federn
http://www.henryk-broder.de/html/fr_eussner.html
Und im Katz-Directory des Dan Censor, Department of Electrical and Computer Engineering, 6. November 2003
http://www.ee.bgu.ac.il/~censor/katz-directory/

(3) Israelische Sicht:
The Israeli Camp David II Proposals for Final Settlement, July 2000. Mideast Web
http://www.mideastweb.org/campdavid2.htm

Palästinensische Sicht:
Camp David Projection, July 2000
http://www.passia.org/publications/bookmaps/page2.htm

(4) Die Briefmarke aus √Ągypten ist hier abgebildet:
ERREUR, CULTE DE L´AUDIMAT OU SERVICE COMMANDE ? 26 octobre 2004
http://harald-tribune.skynetblogs.be/?date=20041028&number=1 &unit=weeks

(5) Wer erschoß Mohammed al-Dura? Von James Fallows. The Atlantic Monthly. Aus dem Englischen von Matthias Fienbork. Weltwoche.ch, 29/2003
http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=5498&CategoryID=60

(6) Der M√∂rder ist immer der Jude. Die deutsche Medienberichterstattung √ľber Israel ist voller Ressentiments. J√ľrgen Els√§sser, Allgemeine J√ľdische Wochenzeitung, 24.11.2000. J√ľrgen Els√§sser-Archiv
http://www.juergen-elsaesser.de/html/template.php?inhalt=arc hiv#

(7) "Wer erschoß Mohammed al-Dura?" HaGalil Online, 17. März 2002
http://www.nahost-politik.de/palaestina/al-dura.htm

(8) Le doute ne suffit pas. Le 13 avril 2002
http://www.antisemitisme.info/new/desinfosavril.htm

(9) DOSSIER "Contre-expertise d´une mise en sc√®ne", de G√©rard Huber aux Editions Rapha√ęl, mars 2003
http://www.primo-europe.org/dossier1.php

(10) Isra√ęl - Palestine : Comment la paix s´est fracass√©e. Par Sylvain Cypel, article paru dans "Le Monde" radio-t√©l√©vision du Samedi 26 octobre 2002
http://mapage.noos.fr/moulinhg/Histoire/actuel/israel.palest .echec.negoc.html

(11) LES ALLIANCES DOUTEUSES DES INCONDITIONNELS D´ISRA√čL. Au nom du combat contre l´antisemitisme. Par Dominique Vidal, Le Monde diplomatique, D√©cembre 2002
http://www.monde-diplomatique.fr/2002/12/VIDAL/17276

(12) Article paru dans le Figaro du 25 janvier 2005. Par Denis JEAMBAR et Daniel LECONTE
http://www.laveritemaintenant.org/Members/webmestre/Document .2005-01-27.2115

(13) Statement under oath by a photographer of France 2 Television. The killing of the child Mohammed al-Durrah by Israeli Occupying Forces was intentional and happened in cold blood, 3 October 2000
http://www.pchrgaza.org/special/tv2.htm

(14) Non à la censure à la source. Par Charles Enderlin, Le portail de la communité juive francophone. TOPJ.net, 27 janvier 2005
http://www.topj.net/fr/actus/info.tpl?sku_arch=3189698193107 1873&pays=IL

(15) Charles Enderlin, menteur en toutes les langues. Par Luc Rosenzweig . La Vérité maintenant. Thursday 03 February [13:31:00 GMT]
http://www.laveritemaintenant.org/Members/webmestre/Document .2005-02-03.4314
Metula News Agency http://www.menapress.com

(16) Nouveaux éléments accablants dans la mise en scène de Francetélévisions. Philippe Karsenty. Media-Ratings, 3 février 2005
http://www.m-r.fr/actualite.php?id=1083

(17) L´horreur manipul√©? Par Jacques Bertoin avec Farid Alilat. Palestine, 23 janvier 2005
http://www.lintelligent.com/gabarits/articleJAI_online.asp?a rt_cle=LIN23015lhorrelupin0

(18) Guet-apens dans la guerre des images : Qui a tu√© le jeune Palestinien de Netzarim, le 30 septembre 2000 ? Des images et ses commentaires ont-ils √©t√© manipul√©s pour plus facilement accuser Isra√ęl ?
http://www.radiorcj.info/reecouter_detail.tpl?sku_arch=31901 043442802177

(19) The mysteries of an iconic video frame. By Doreen Carvajal, International Herald Tribune Online, 7 February 2005
http://www.iht.com/articles/2005/02/06/business/video07.html

Les myst√®res d´un montage d´ic√īne vid√©o. 8 f√©vrier 2005 - Par D. Carvajal, International Herald Tribune. Traduction fran√ßaise de Simon Pilczer. DesInfos.com
http://www.desinfos.com/article.php?id_article=3043

(20) La haine envers Charles Enderlin correspondant de France 2 à Jérusalem: Pourquoi?
http://c.asselin.free.fr/french/enderlin.htm

Charles Enderlin invité de nouvelobs.com . OUVELOBS.COM | 08.02.05 | 17:47
http://permanent.nouvelobs.com/etranger/20050208.OBS8325.htm l

(21) Le rêve brisé. Entretien avec Charles Enderlin. Diffusé 24 octobre 2002
http://www.la-bas.org/article.php3?id_article=450

(22) Enderlin : Prix de la Presse diplomatique pour "Le Rêve brisé"
http://www.upjf.org/documents/showthread.php?s=&threadid=351 9

(23) Prix du Livre politique, mars 2003
http://www.assemblee-nat.fr/evenements/livre-politique-2003- 2a.asp

(24) Affaire Al-Dura. Primo Europe, 7 février 2005
http://www.primo-europe.org/docs.php?numdoc=Me-22904579

(25) Forum du 10/02/2005 avec Charles Enderlin. NouvelObs.com
http://www.nouvelobs.com/forum/archives/forum_235.html



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