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Mit Faschisten gegen die USA. Miguel Martinez und seine antiimperialistischen Freunde

"Amerikanismus - eine Weltgefahr", ist der Titel einer vom Reichsführer-SS Heinrich Himmler 1938 herausgegebenen Hetzschrift gegen die USA und die dort angeblich alles beherrschenden Juden. Bei Wilhelm Langthaler und Werner Pirker heißt der Titel ihres im Jahre 2003 im Promedia Verlag ("Ein Stück anderes Österreich") erschienenen Buches: "Ami go home. Zwölf gute Gründe für einen Antiamerikanismus." (1)

Die Tradition ist ungebrochen. Über die Beständigkeit dieses Ressentiments informiert Dan Diner. (2)

Der seit 1983 existierende Verlag Promedia präsentiert sich als "gesellschaftlich engagiertes Projekt". Erich Fried zählt zu seinen Autoren, Lebensgeschichten von Widerstandskämpferinnen werden ediert, Maria Leitners Reportagen aus dem Amerika der 20er Jahre und "Bauen unterm Hakenkreuz". Der Verlag sei in seinen Anfängen links gewesen, stellt er sich selbst dar, die Autoren stünden "für einen kritischen Diskurs". Dabei handelt es sich offensichtlich um die nationalistische antisemitische Variante der Linken, wie das Verlagsprogramm der letzten Jahre nicht erst seit dem Langthaler/Pirker-Buch zeigt. ATTAC gibt dort "Die geheimen (sic!) Spielregeln des Welthandels" und Stefan Bollinger "Imperialismustheorien" heraus. Der ehemalige Maoist und Ex-Sprecher der französischen Grünen Alain Lipietz ist Autor von "Grün. Die Zukunft der politischen Ökologie".

Im Frühjahr 2005 wird es so weitergehen mit der Veröffentlichung der deutschen Übersetzung des Buches "The Flowers of Galilee", deutsch "Blumen aus Galiläa", des russisch-israelisch-schwedischen antisemitischen Autors Israel Shamir alias Jöran Jermas. Die Ankündigung des Verlages kolportiert alle Lügen und Halbwahrheiten über Israel Shamirs frühere Übersetzer- und Journalistentätigkeiten und seinen Wohnort, angeblich Jaffa, und betont, daß er für die Einstaatenlösung in Palästina ist: "One Man, One Vote, One State". Israel Shamir gilt selbst bei Palästinensern als ein nicht allein gegen Israel gerichteter Antisemit. Seine Opposition gegen Israel sei nichts anderes als eine Wiederauflage der klassischen Elemente der europäischen antisemitischen Tradition.

Über die Verbindungen Israel Shamirs und seines norwegischen Übersetzers Hans Olav Brendberg zu rechtsextremen und konspirativen Kreisen informiert die Zeitschrift "Searchlight Magazine", im Mai 2004. Weitere Informationen und Links vom und über den Autor, der "das organisierte Judentum" für den Irakkrieg und den Zweiten Weltkrieg verantwortlich macht, finden sich in meinem Artikel "Antisemitismus und Israelfeindschaft in Frankreich" und auf seiner Web Site, in dreizehn Sprachen. (3)

Miguel Martinez ist "ein guter Mann und Freund" des Israel Shamir, wie dieser auf der Konspi- und Holocaustleugner-Site "The Truth Seeker" bekennt. Kolumnisten beim "Truth Seeker" sind neben Israel Shamir unter anderem auch Charley Reese, Robert Fisk, John Pilger und Uri Avnery. Leser, die erstmalig die Site besuchen, werden eingeführt in folgende Themen: "Who are the Illuminati?", Prophezeiungen der amerikanischen Indianer, ein vom britischen Geheimdienst zurückgehaltenes Dokument und die Befreiung der Konzentrationslager, über die Theodore J. O´Keefe, der Herausgeber der Revisionistenzeitschrift "Journal of Historical Review" schreibt: "It is tantamount to virtual heresy to question the ´Holocaust´ today. But did the extermination of 6 million people really happen as we´ve been taught?". Er leugnet den Holocaust. (4)

"Ein knappes Buch über ein solch großes Thema", lobt dieser gute Mann und Freund des Israel Shamir Miguel Martinez das Buch von Wilhelm Langthaler und Werner Pirker auf seiner Web Site "Kelebek", Schmetterling (türkisch): "Langthaler und Pirker gelingt es indes, eine Vielzahl von Elementen in einfacher aber geordneter Weise zu behandeln." Er zählt die "zwölf guten Gründe für einen Antiamerikanismus" auf, und zwar in deutsch, italienisch und englisch: (5)

  • \fi426Gesellschaft der Gewalt. Eine Analyse der Kultur der Gewalt, die die Vereinigten Staaten seit ihrer Gründung charakterisiert.
  • Verfassungsputsch. Die Auswirkungen des Patriot Act.
  • Der gefängnisindustrielle Komplex. Die Sklavenhalter kehren zurück.
  • Rechtsnihilismus. Die Verletzung des internationalen Rechts.
  • Umweltzerstörung. Nachhaltiger Raubbau an der Natur.
  • Die Diktatur des Dollars. Globalisierung als politische Ökonomie des Amerikanismus.
  • Intervention in Russland. Die Abwicklung der Sowjetunion.
  • Krieg gegen Jugoslawien. Die Demontage der Selbstverwaltung.
  • Pax americana im Nahen Osten. Mit Gewalt gegen die arabische Emanzipation.
  • Kreuzzug gegen den Islam. Die Zähmung der Zauberlehrlinge.
  • Europa im Würgegriff. Die Kontrolle über den alten Kontinent.
  • Der Amerikanismus. Die Zersetzung der Vernunft.

Den Rezensenten beeindruckt, daß das Buch so klar geschrieben sei, daß er nicht einmal ein Wörterbuch gebraucht habe. Das zeugt von der Schlichtheit der Argumente des Buches und von einer beeindruckenden Vielsprachigkeit des Rezensenten Miguel Martinez, Sohn eines mexikanischen Vaters und einer US-amerikanischen Mutter. Aufgewachsen ist er in Italien.

Seinen Lebensweg von der klassischen italienischen Oberschule über die von der theosophischen Gesellschaft der Helena Petrovna Blavatsky beeinflußte Sekte "New Acropolis" des Argentiniers Jorge Angel Livraga Rizzi bis hin zur Entdeckung des "rassistischen, kolonialistischen und imperialistischen" Westens und seiner Unterdrückung der arabischen Welt erzählt er auf seiner Site. Leider sind es fast nur Worthülsen dieses "Experten des Kultes". Er entdeckt den "Kreuzzügler in jedem von uns, noch nicht bereit, für Unsere Zivilisation zu sterben, aber sehr einverstanden zu applaudieren, wenn ´unsere´ Söldner das Töten für uns erledigen" in einem Krieg gegen "die dunklen Horden des islamischen Orients". (6)

Miguel Martinez veröffentlicht die Rezension nicht nur auf seiner Web Site "Kelebek", sondern auch auf der italienischen Site "Italia Sociale. Il Settimanale del Socialismo Nazionale, Soziales Italien. Wochenzeitschrift des nationalen Sozialismus. (7)

Gemeinsam mit Thierry Meyssan, Noam Chomsky und den notorischen Faschisten Carlo Terracciano, Maurizio Murelli und Robert Steuckers ist er Autor einer Publikation über den 11. September 2001: "11 Settembre 2001: Quale Verità?", 11. September 2001: Welche Wahrheit? Er behauptet darin unter anderem, die Regierung der USA zwinge die EU, ihre Verfassung zu ändern. Zu finden ist das in der "Bibiloteca" der Neo-Nazi Site "Il Franco Tiratore". Dort gibt es auch "Il Mito dello Sterminio Ebraico", den Mythos der Judenvernichtung, von Carlo Mattogno, "I Miti Fondatori della Politica Israeliana", die Gründungsmythen der israelischen Politik, des bekannten französischen Holocaustleugners Roger Garaudy, und "La Menzogna di Ulisse", die Lüge des Odysseus, des Paul Rassinier. Er und Maurice Bardèche sind die Urväter aller Holocaustleugner. Von Carlo Terracciano kann man im Doc-Format aufrufen: "Rivolta contro il Mondialismo Moderno. Attualità rivoluzionaria dell´ opera di Julius Evola nell´era della globalizzazione", Aufstand gegen den modernen Mondialismus. Die revolutionäre Aktualität des Werkes von Julius Evola im Zeitalter der Globalisierung. Julius Evola ist der Wegbereiter des italienischen Faschismus. (8)

Carlo Terracciano tritt ein für das Projekt einer eurasisch-islamischen Integration. Eine notwendige spirituelle Einheit Eurasiens müsse entwickelt werden: nicht Kampf der Kulturen, sondern Schmelztiegel. "Turchia, ponte d´Eurasia", die Türkei, Brücke Eurasiens, lautet sein Beitrag zur neuen Zeitschrift "Eurasia". Weitere Autoren sind die Rechtsextremen Claudio Mutti, Martin A. Schwarz u.a. Autorin der letzten Ausgabe, vom Januar/März 2005, ist neben Israel Shamir, Claudio Mutti und Carlo Terracciano auch die antizionistische linksradikale deutsche Aktivistin Susanne Scheidt mit einem Artikel über Palästina. (9)

Sie gibt gemeinsam mit Miguel Martinez die antizionistische Web Site der Gruppe "Al-Awda, the palestine right to return coalition" heraus. Al-Awda steht der Popular Front for the Liberation of Palestine (PFLP) nahe. Als Logo findet man, rechts oben auf der Startseite, den Umriß ganz Palästinas. Das "Factsheet" beginnt mit den Forderungen aus der UN-Resolution Nr. 194, vom 11. Dezember 1948, noch vor dem Waffenstillstand also. Es wird keinerlei historischer Zusammenhang dargestellt. Israel ist zu beseitigen.

Al-Awda veranstaltet, vom 15. bis 17. April 2005, in Los Angeles die Dritte Internationale Jahresversammlung: "Stärkung der palästinensischen Rückkehrrecht-Bewegung". Dazu wird im befreundeten Washington Report on Middle East Affairs (WRMEA) geworben. (10)

Miguel Martinez schreibt auch für Palästina Web Sites wie "Arab.it" und "Arabcomint", auf denen ganz Palästina beansprucht wird. Auf Arabcomint sind die israelischen Städte als "seit 1948 besetzt" angegeben. Seinen Beitrag auf Arabcomint beginnt Miguel Martinez mit einem Zitat von Israel Shamir. Unter seinem Beitrag steht: "Experte der arabischen und islamischen Welt und des westlichen Fundamentalismus, ist er im Begriff ein Buch über die Beziehung der nahöstlichen Politik zu dem evangelikanischen und hebräischen Fundamentalismus zu schreiben." (11)

Am 13. Oktober 2003 veröffentlicht Magdi Allam im Corriere della Sera einen Artikel über die von der "Antiimperialistischen Koordination (AIK)" für den 6. Dezember 2003 geplante Solidaritätsdemonstration für den irakischen Widerstand. Darin, so behauptet die AIK, habe er eine "rassistische, antiislamische Hexenjagd ausgelöst" und die "Satanisierung des Antiimperialistischen Lagers" betrieben. Magdi Allam schreibt, daß sich als Unterstützer der Demonstration Linksradikale und Rechtsextreme zusammenfinden. Das bezeichnet die AIK als "Märchen, das von der Berlusconi-Regierung und ihren Gehilfen verbreitet wird":

"Was den verleumderischen Vorwurf eines angeblichen Bündnisses mit Faschisten betrifft, so ist dieser schlicht und einfach nicht wahr. Niemand war jemals in der Lage auch nur einen einzigen Beweis zu zeigen." (12)

Am 22. Oktober 2003 bringt Indy-Media Deutschland einen Artikel von Giulio de Felice: "AIK am 6. Dezember mit Faschisten gegen USA". Im Artikel zählt er Unterstützer auf, von denen er erklärt, sie seien faschistisch. AIK empört sich schon am nächsten Tag: "Die politischen Vorwürfe entkräftigen sich selbst, denn der Schreiberling ist einfach für den amerikanischen Imperialismus und damit für den permanenten Krieg gegen die Armen und den Völkermord", und "an der Demo nehmen nur Antiimperialisten und Antifaschisten teil."

Zu einigen behauptet die AIK, sie hätten nie auf der Unterstützerliste gestanden. Zu Miguel Martinez weiß die AIK: "Miguel Martinez, war einmal rechts aber ist heute Antiimperialist und Antifaschist". (13)

Niemand war jemals in der Lage, auch nur einen einzigen Beweis zu zeigen? Die Beweise zu Miguel Martinez sind hiermit erbracht.

8. März 2005

Quellen

(1) Promedia Verlag. Ein Stück anderes Österreich
http://www.mediashop.at/002port.htm

Wilhelm Langthaler/Werner Pirker: Ami go home. Zwölf gute Gründe für einen Antiamerikanismus
http://www.mediashop.at/022polit/202amigohome.htm

(2) Dan Diner: Feindbild Amerika. Über die Beständigkeit eines Ressentiments. Propyläen, München 2002

(3) Israel Shamir: Blumen aus Galiläa. Schriften gegen die Zerstörung des Heiligen Landes.
http://www.mediashop.at/022polit/202shamir.htm

Israeli Writer is Swedish anti-Semite. By Tor Bach, Sven Johansen and Lise Apfelblum, Searchlight Magazine, Mai 2004
http://www.searchlightmagazine.com/index.php?link=template&s tory=6

Antisemitismus und Israelfeindschaft in Frankreich. Israel Shamir: L´autre visage d´Israel
http://www.eussner.net/artikel_2004-04-25_00-27-51.html

The Writings of Israel Shamir. Championing Democracy for Israel and Palestine
http://www.israelshamir.net/

(4) On the Move. By Israel Shamir (in Absatz III)
http://www.thetruthseeker.co.uk/article.asp?ID=189

Crucial articles, documents and perspectives that have either been suppressed by the authorities, or altogether ignored by the mainstream media
http://www.thetruthseeker.co.uk/firstvisit.asp

(5) Miguel Martinez: Zwölf gute Gründe für einen Antiamerikanismus
http://www.kelebekler.com/occ/lang_de.htm

(6) Note about the Editor of this Site. Kelebekler
http://www.kelebekler.com/cesnur/txt/miggb.htm

(7) Miguel Martinez: Articolo. Dodici buone ragioni per l´antiamericanismo
http://www.italiasociale.org/Libri/Dodici%20buone%20ragion.h tm

(8) 11 SETTEMBRE 2001: QUALE VERITA´? PARTE TERZA: LA "GUERRA AL TERRORISMO". Il Franco Tiratore
http://members.xoom.virgilio.it/ilfrancot/speciali/11settemb re/

Il Franco Tiratore
http://ilfrancot.altervista.org/

Julius Evola. Lexikon des Informationsdienstes gegen Rechtsextremismus
http://lexikon.idgr.de/e/e_v/evola-julius/evola-julius.php

(9) Eurasien und die Türkei. Eurasia. Revista di Studi Geopolitici, Numero 1/2004
http://www.geocities.com/capitolhill/1404/eurasia1.html

Eurasia. Rivista di studi Geopolitici, Numero 1/2005, gennaio marzo
http://www.eurasia-rivista.org/

(10) Al-Awda.org. the palestine right to return coalition
http://www.al-awda.org/

(11) Domanda sulla Palestina, di Miguel Martinez
http://www.arab.it/vari/palestina/domande_palestina.htm

E nata la giovenca rossa, di Miguel Martinez.
http://www.arabcomint.com/lagiovenca.htm

(12) Die Wahrheit ist revolutionär, AIK, 19. Oktober 2003
http://www.antiimperialista.com/de/view.shtml?category=2&id= 1066577774&keyword=+

(13) Einfach Lügen wiederholen bis sie geglaubt werden. Campo Antiimperialista, 23. Oktober 2003
http://www.antiimperialista.com/view.shtml?category=2&id=106 6917519&keyword=+



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