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Der Antisemitismus in Frankreich: ein Krebsgeschw√ľr

"The recent decision by a French court against Le Monde for publishing an op-ed article which it ruled defamed Jews is but one example of the new form of anti-Jewish sentiment taking root in Europe", beginnt Abraham H. Foxman, der Nationale Direktor der Anti-Defamation League der USA, am 27. Juni 2005 einen Brief an den Herausgeber der "New York Times", √ľber die Verbreitung des Antisemitismus in Europa. Eine Untersuchung in zw√∂lf europ√§ischen L√§ndern, im Mai 2005, habe ergeben, da√ü sich eine neue Form des Antisemitismus herausgebildet habe, eine, die durch anti-israelische Gef√ľhle und von Fragen nach der Loyalit√§t j√ľdischer B√ľrger gen√§hrt werde. 29 Prozent der Befragten erkl√§rten, da√ü ihre Meinung √ľber Juden beeinflu√üt werde von Handlungen des Staates Israel. Von diesen 29 Prozent erkl√§rt die gro√üe Mehrheit, da√ü ihre Meinung sich deshalb verschlechtert h√§tte. 43 Prozent glauben, da√ü Juden loyaler zu Israel st√ľnden als zu ihrem jeweiligen Land. Am beunruhigendsten sei, da√ü die Ergebnisse zeigen, da√ü Menschen, die eine schlechte Meinung von Israel haben, eher als antisemitisch einzusch√§tzen seien als der Rest der Bev√∂lkerung. (1)

F√ľr mich beweist dies vor allem eines: der Antisemitismus ist zuerst da. Die Israelfeindschaft folgt; denn wie kann die Meinung √ľber Juden im allgemeinen beeinflu√üt werden von den Handlungen Israels, genauer seines Premierministers Ariel Sharon? Was kann Moshe Weinstein, aus Berlin, f√ľr die Entscheidungen der israelischen Regierung? Was hat die uneingeschr√§nkte Solidarit√§t mit den Israelis und ihrem Staat mit der Bef√ľrwortung der israelischen Politik zu tun? N√ľchtern betrachtet: nichts.

Bemerkenswert ist, da√ü der Brief mit dem Hinweis auf einen im Berufungsverfahren gegen die Zeitung "Le Monde" und ihre drei Autoren gewonnenen Proze√ü beginnt. Das scheint drei Gr√ľnde zu haben: Es ist in Frankreich selten, da√ü ein Proze√ü gegen antisemitische √Ąu√üerungen gef√ľhrt und gewonnen wird, und dann auch noch in der Berufung, nachdem die erste Instanz die Klage zur√ľckweist. Diesen Tag sollte man sich im Kalender anstreichen. Der zweite Grund scheint mir, da√ü der Hauptangeklagte selbst Jude ist. Er widerlegt durch den Artikel die Behauptung, da√ü die Juden loyaler zu Israel st√ľnden als zu ihrem Land. Der Artikel zeigt: Israel bedeutet ihm nichts. Die nun mit Hilfe der "Lib√©ration" losgetretene Unterschriftenkampagne zugunsten der verurteilten Autoren best√§tigt dies. Zahlreiche Juden signieren, als ob sie der Welt beweisen wollten, da√ü ihnen Frankreich, was immer dort f√ľr Sch√§ndlichkeiten getrieben werden, mehr wert ist als Israel. Der dritte Grund ist, da√ü der inkriminierte Artikel ma√ügeblich zur Versch√§rfung des Antisemitismus in Frankreich beitr√§gt.

Worum geht es?

Edgar Morin schreibt, am 4. Juni 2002, in "Le Monde" einen Artikel mit der rei√üerischen √úberschrift "Isra√ęl-Palestine: le cancer", Israel-Pal√§stina: das Krebsgeschw√ľr. Sami Na√Įr und Dani√®le Sallenave zeichnen diesen Ausbruch von Ha√ü gegen die Juden, gegen Israel und gegen dessen Premierminister Ariel Sharon mit.

Der 84-j√§hrige Edgar Morin ist Philosoph und Anthropo-Soziologe. Der emeritierte Direktor im Centre national de la recherche scientifique (CNRS) und Autor eines umfangreichen wissenschaftlichen Werkes sei einer der bedeutendsten Denker seiner Epoche, schreibt die Encycolp√©die de l´AGORA. (2)

Die beiden Mitzeichner des "Krebsgeschw√ľrs" sind

Sami Na√Įr, Professor an der Universit√§t Paris 8, ist bis 2004 Europaabgeordneter f√ľr die Partei Mouvement des Citoyens (MDC) und deren Vizepr√§sident. Pr√§sident des MDC ist der Mitbegr√ľnder der "Amiti√©s franco-irakiennes" Jean-Pierre Chev√®nement, und

Dani√®le Sallenave √úbersetzerin und Autorin des 2004 bei Gallimard erschienenen Buches "Dieu.com". Die Autorin gilt als Vertreterin des La√Įzismus und ihr Buch endet mit einer "kurzen Eloge auf den Atheismus". (3)

Die Universit√§t Paris 8 ist ein Nest der Antisemiten und Pal√§stinenserfreunde. ATTAC-Ehrenpr√§sident Bernard Cassen und ATTAC-Pr√§sident Jacques Nikonoff lehren ebenfalls dort. In meinem Artikel, vom 6. November 2002, "Woher der Wind weht ..." kann man √ľber das Treiben an der Universit√§t Paris 8 einiges erfahren. Alte Bekannte trifft man jetzt als Unterst√ľtzer des Edgar Morin und seiner Ko-Autoren. (4)

Das Urteil

Edgar Morin und seine Ko-Autoren Sami Na√Įr und Dani√®le Sallenave sowie Jean-Marie Colombani, Direktor der "Le Monde" werden, am 26. Mai 2005, vom Berufungsgericht in Versailles wegen antisemitischer und rassistischer √Ąu√üerungen zur Zahlung eines symbolischen Euro verurteilt. In erster Instanz werden sie am 12. Mai 2004 vom Gericht in Nanterre freigesprochen. Die Klage f√ľhren seit 2002 die Vereinigung "France-Isra√ęl G√©neral-Koenig" und "Avocats sans fronti√®res" (nicht zu verwechseln mit der "Association Avocats sans fronti√®res France") , deren Pr√§sident der ber√ľhmte Anwalt Gilles-William Goldnadel ist. An diese Institutionen ist der Euro zu zahlen. Die Verurteilten werden verpflichtet, das Urteil zu ver√∂ffentlichen. Man kann das fast nicht glauben bei der antisemitischen Grundstimmung, die in Frankreich herrscht, da√ü einem Urteil erster Instanz des Gerichtes aus Nanterre widersprochen wird.

Das Gericht st√ľtze sich bei seinem Urteil in der Hauptsache auf zwei aus dem Zusammenhang gerissene √Ąu√üerungen in dem Artikel, behauptet Edgar Morin in einem Interview mit Silvia Cattori: (5)

"On a peine √† imaginer qu´une nation de fugitifs, issus du peuple le plus longtemps pers√©cut√© dans l´histoire de l´humanit√©, ayant subi les pires humiliations et le pire m√©pris, soit capable de se transformer en deux g√©n√©rations en peuple dominateur et s√Ľr de lui et, √† l´exception d´une admirable minorit√©, en peuple m√©prisant ayant satisfaction √† humilier". Et "les juifs qui furent victimes d´un ordre impitoyable imposent leur ordre impitoyable aux Palestiniens."

"Man kann sich kaum vorstellen, da√ü ein aus Fl√ľchtlingen hervorgegangenes, am l√§ngsten in der Geschichte verfolgtes Volk, das den schlimmsten Dem√ľtigungen und Mi√üachtungen unterworfen war, bis auf eine bewundernswerte Minderheit f√§hig w√§re, sich innerhalb zweier Generationen in ein seiner selbst sicheres herrisches Volk verwandeln k√∂nnte, in ein ver√§chtliches Volk, das Genugtuung empfindet zu dem√ľtigen." Und: "Die Juden, die Opfer einer gnadenlosen Ordnung waren, zwingen den Pal√§stinensern ihre gnadenlose Ordnung auf."

In der "Lib√©ration" wird, am 24. Juni 2005, auf Initiative des Schriftstellers Jean-Claude Guillebaud, Verleger des Soziologen Edgar Morin, eine Unterst√ľtzungskampagne mit Unterschriftenliste aufgelegt f√ľr die drei der "rassischen Diskriminierung" wegen verurteilten Pal√§stinenserfreunde, wobei Edgar Morin als international bekannter "Humanist" bezeichnet wird, der sein ganzes Leben lang jede Form der Erniedrigung anderer bek√§mpft habe, die beiden Ko-Autoren Sami Na√Įr und Dani√®le Sallenave seien ebenfalls bekannt f√ľr ihre politischen und intellektuellen K√§mpfe gegen jede Form der Diskriminierung. Auf die Zeitung "Le Monde" und ihren Direktor Jean-Marie Colombani erstreckt sich die Unterst√ľtzungskampagne nicht. Das w√§re wohl zuviel der Werbung f√ľr die Konkurrenz. Die Solidarit√§t wird zugeteilt, wie es opportun ist.

Zensur!, Kritik an Israel ist kein Antisemitismus etc. sind die Parolen. Die Autoren h√§tten nur √ľber international ge√§chtete Taten berichtet, √ľber besonders gewaltt√§tige israelische Unterdr√ľckung und die Folgen des Konfliktes f√ľr die ganze Welt, vor allem f√ľr Frankreich, wo sie "Judeophobie und Arabophobie" bewirkten, schelten sie das Urteil des Versailler Berufungsgerichtes und fordern es dadurch heraus, da√ü die vom Gericht inkriminierten √Ąu√üerungen ungezeichnet in aller √Ėffentlichkeit in der "Lib√©ration" wiederholt werden. Keiner ihrer Redakteure gibt seinen Namen daf√ľr her, es ist eine Kollektivtat. Der Schmerz der zweitausendj√§hrigen Geschichte der Verfolgung und Dem√ľtigung der Juden h√§tte diese nicht im geringsten gehindert, die Pal√§stinenser zu verfolgen und zu dem√ľtigen. Die Kampagne und die Namen der Erstunterzeichner werden am 29. Juni 2005 noch einmal ver√∂ffentlicht, damit sichergestellt ist, da√ü auch der letzte Antisemit und Israelfeind die Gelegenheit bekommt zu unterzeichnen. (6)

Die "Lib√©ration" scheint darauf zu setzen, da√ü sie durch ihren selbstlosen Einsatz f√ľr die Interessen Frankreichs im Irak gegen jede juristische Verfolgung immun ist, und da√ü ihre durch die Geiselaff√§re der Florence Aubenas zugedr√∂hnten Leser den Original-Artikel nicht kennen oder sich nicht mehr an seinen Inhalt erinnern; er ist aber mehrfach im Internet dokumentiert.

"Israel-Pal√§stina: das Krebsgeschw√ľr"

Die Quelle der "territorialen Pathologie", hei√üt es im Artikel gleich zu Anfang, stamme "aus der Schaffung zweier Nationen auf demselben Land, "die eine geboren aus Herrschaft, die andere aus Beraubung". Nun kann man sich vorstellen, wie es weitergeht. √úber den Angriff der Araber, am 15. Mai 1948, einen Tag nach der gem√§√ü UN-Resolution 181, vom 29. November 1947, erfolgten Gr√ľndung des Staates Israel, hei√üt es k√ľhl: "Seine (Israels, d.V.) durch die arabischen Nachbarn attackierte Entstehung h√§tte beinahe seinen Tod bedeutet." Dann geht es weiter mit allen Stereotypen der Israelfeindschaft, mit dem "Massaker von Jenin", wo Soldaten der israelischen Armee "pl√ľnderten und t√∂teten, manchmal bis zum Massaker"; mit Ariel Sharon, der die Politik der Hamas betreibe, und die Hamas seine Politik, mit den "f√ľrchterlichen Suizidattentaten", die aus dem Elend und der Hoffnungslosigkeit der Pal√§stinenser entspr√§ngen, es wird unterstellt, da√ü die Israelis mit dem Wort "Shoah" ihr Schicksal als einzig herausstellten und die anderen Schicksale gering achteten, das der Zigeuner, des Gulag, der versklavten Schwarzen, der Indianer Amerikas.

"Das Recht der Juden auf eine Nation hat das Recht der Pal√§stinenser auf ihre Nation getr√ľbt." Kein Wort wird dar√ľber verloren, da√ü die in Gaza und der Westbank lebenden Araber jahrzehntelang keinen eigenen Staat wollen, sondern da√ü die PLO sich allein das Ziel setzt, Israel zu vernichten, und bis heute mittels ihrer Terrorgruppen an der Verwirklichung arbeitet.

Der Artikel pl√§diert f√ľr das R√ľckkehrrecht aller Pal√§stinenser und stellt dieses Recht der "R√ľckkehr von Juden gegen√ľber, die niemals in Pal√§stina gelebt haben". √úber die Homizidattentate hei√üt es: "Es ist schrecklich, Zivilisten nach einem System der Kollektivschuld zu t√∂ten, aber das ist ein Prinzip, angewandt vom seit den Zeiten von Sabra und Chatila zuschlagenden Israel." Israel betreibe "Staatsterrorismus gegen pal√§stinensische Zivilisten als Selbstverteidigung und sieht nichts als Terrorismus im pal√§stinensischen Widerstand. Der Unilateralismus weist Arafat die Alleinschuld am Scheitern der Verhandlungen zwischen Israel und der Pal√§stinensischen Autonomiebeh√∂rde zu".

Im Artikel wird behauptet, in der Charta der PLO sei das Ziel der Vernichtung Israels aufgehoben, und die PA habe "ihrem Besatzer" das Recht auf einen eigenen Staat zuerkannt, was "der Besatzer" ihr vorenthalte. Selbstverständlich wird nicht darauf verwiesen, daß die Aufhebung des Zieles der Vernichtung Israels bis heute nirgends schriftlich festgelegt ist, und daß die Araber selbst ihre Chance auf einen eigenen Staat von Anfang an vertun.

Dann folgt das erste der vom Gericht verurteilten beiden Zitate, gefolgt von der Behauptung, die israelische Armee pl√ľndere, zerst√∂re, t√∂te, exekutiere bis heute, "wo das auserw√§hlte Volk wie die √ľberlegene Rasse handelt." Dieser rassistische Spruch wird im von der "Lib√©ration" zitierten Urteil nicht ausdr√ľcklich erw√§hnt. Ist er nicht Gegenstand des Verfahrens gewesen?

Es wird das M√§rchen von den hilflosen, verzweifelten Pal√§stinensern wiederholt, die sich an den Israelis insgesamt r√§chen und "sporadische Akte des Widerstandes oder des Terrorismus" ver√ľben, um "ihre verlorene Ehre wiederherzustellen und endlich in einem m√∂rderischen Tod ihre eigen W√ľrde und Freiheit zu finden", w√§hrend die Israelis ununterbrochen Krieg gegen die Pal√§stinenser f√ľhrten. Im Artikel wird einger√§umt, da√ü "offensichtlich hinter diesen Akten eine politisch-religi√∂se Organisation steht, die Sprengstoff und Strategie liefert sowie durch Indoktrination den Willen zum M√§rtyrertum und das Fehlen von Schuldgef√ľhlen best√§rkt." Diese Taten w√ľrden so begangen, "da√ü die zuk√ľnftigen Chancen der Vernichtung Israels gewahrt bleiben." Dies sowie der Begriff "M√§rtyrertum" wird nicht hinterfragt, erl√§utert oder gar kritisiert. (7)

"Das schreckliche Paradox"

Dann folgt das vom Gericht inkriminierte zweite Zitat, das Edgar Morin im Interview mit Silvia Cattori so verk√ľrzt, (4) und das von der "Lib√©ration" ebenso verk√ľrzt zitiert wird: "Die Juden, die Opfer einer gnadenlosen Ordnung waren, zwingen den Pal√§stinensern ihre gnadenlose Ordnung auf." (8)

Das ganze Zitat lautet vielmehr so: (7)

"Und hier sind wir vor dem unglaublichen Paradox. Die Juden Israels, Nachkommen der Opfer einer Apartheid, die Ghetto genannt wird, ghettoisieren die Pal√§stinenser. Die Juden, die gedem√ľtigt, mi√üachtet, verfolgt wurden, beleidigen, mi√üachten, verfolgen die Pal√§stinenser. Die Juden, die Opfer einer gnadenlosen Ordnung waren, zwingen den Pal√§stinensern ihre gnadenlose Ordnung auf. Die Juden, Opfer der Unmenschlichkeit, zeigen eine schreckliche Unmenschlichkeit. Die Juden, S√ľndenb√∂cke aller √úbel, erkl√§ren Arafat und die Pal√§stinensische Autonomiebeh√∂rde zum S√ľndenbock, verantwortlich f√ľr die Attentate, die man sie hindert, sie zu verhindern."

Solches Verhalten Israels f√ľhre zu "einer neuen Welle des Antijudaismus, entstanden aus dem israelisch-pal√§stinensischen Krebsgeschw√ľr", das sich "in der arabisch-islamischen Welt verbreitet, und ein weltweites Ger√ľcht schreibt selbst die Zerst√∂rung der beiden T√ľrme von Manhattan einer j√ľdisch-amerikanischen List zu, um die Repressionen gegen die islamische Welt zu rechtfertigen." Edgar Morin und seine Ko-Autoren nehmen keine Stellung zu diesem Ger√ľcht, und es ist nicht auszuschlie√üen, da√ü sie die Ansicht teilen.

Dann folgen Erl√§uterungen, warum die Juden am Antisemitismus selbst schuld sind, da√ü aber der franz√∂sische Fall bemerkenswert sei: "Trotz des Algerienkrieges und seiner Nachwirkungen, trotz des Irakkrieges (1990-91, d.V.) und trotz des israelisch-pal√§stinensischen Krebsgeschw√ľres leben Juden und Muslime in Frankreich in Frieden zusammen. Inzwischen beginnt eine Trennung." An der seien die Juden Frankreichs schuld: "Ein offensichtlich unausl√∂schlicher Ha√ü befindet sich am Grunde des Herzens fast aller Pal√§stinenser und bringt den Wunsch mit sich, Israel auszul√∂schen." Die UNO m√∂ge eine Schutztruppe entsenden. Zum Schlu√ü werden noch die Initiative des saudischen Kronprinzen Abdullah zur Anerkennung Israels als Staat und die Bedingungen daf√ľr positiv erw√§hnt. Diese unrealistische Initiative auf der Grundlage des R√ľckkehrrechtes der Pal√§stinenser gem√§√ü UN-Resolution 194, vom 11. Dezember 1948 (!), st√ľtzt Frankreich bis heute, zuletzt bekr√§ftigt auf dem Gipfel der Francophonie in Ouagadougou, 26./27. November 2004. (9)

Die "Lib√©ration" f√ľhrt eine Solidarit√§tskampagne f√ľr Edgar Morin an

Catherine Loridant, die Mitarbeiterin von Edgar Morin an der √Čcole des hautes √©tudes en sciences sociales (EHESS), der Hochschule f√ľr Sozialwissenschaften, j√ľdisch wie Edgar Morin, organisiert eine Unterschriftenkampagne zur Unterst√ľtzung ihres Chefs gegen das Gerichtsurteil. Die "Lib√©ration" stellt ihre Seiten und ihr Personal daf√ľr bereit und erniedrigt sich so zum Kampfblatt der rechtm√§√üig verurteilten Antisemiten und Israelfeinde.

Der "Figaro" steht dem nicht nach. St√©phane Denis wendet sich dort gegen das Urteil, es beschneide die Meinungsfreiheit. Die antisemitischen Ausf√§lle der drei Autoren sind f√ľr ihn eine Meinungs√§u√üerung. Es wird hier deutlich, welches Verh√§ltnis die franz√∂sischen Medien zum Recht haben. Skrupellos stellen sie sich dar√ľber, jeder zimmert sich seine Version zusammen, wann und wie es ihm genehm erscheint. Diese Einstellung kann man mit derjenigen der Holocaustleugner und deren Verteidigern vergleichen, die machen das schon seit langem ebenso. (10)

Die Unterst√ľtzer wenden sich gegen das Herausrei√üen eines Fragmentes aus dem Gesamttext und dem Kontext. Dadurch werde das Gegenteil von dem ge√§u√üert, was die Intention der Autoren sei. Die Initiatoren der Kampagne rechnen also damit, da√ü die zur Unterschrift aufgerufenen Intellektuellen und anderen Sympathisanten des Edgar Morin den Text nicht kennen oder, wenn sie ihn kennen, ihn gut und richtig finden. Sie t√§uschen sich nicht. Die Unterst√ľtzer des Edgar Morin f√ľrchten die Einschr√§nkung der Freiheit, die Politik eines Staates zu kritisieren, welcher auch immer es w√§re. Ein imaginierter Antisemitismus tr√ľge, so bef√ľrchten sie, zur massiven Ausbreitung des wirklichen Antisemitismus bei. Wann der Antisemitismus imaginiert ist, das bestimmen sie. Es ist von der Konjunktur abh√§ngig. Wenn es ihnen n√∂tig erscheint, dann verkleiden sie ihren notd√ľrftig als Kritik an der Politik der israelischen Regierung.

Abgesehen davon, da√ü man staunen mu√ü, wie hier Sozialwissenschaftler die Entstehung und Ausbreitung des Antisemitismus zu erkl√§ren versuchen, kann man einmal mehr registrieren, da√ü es bei der Kritik der "Politik eines Staates ..., welcher auch immer es w√§re", in allen F√§llen um Israel geht. Das wird schon bei Pascal Boniface klar, und es kann ausf√ľhrlich nachgelesen werden in meinem Artikel √ľber Fran√ßois Zimeray. Pascal Boniface werden wir im Zusammenhang mit den Unterschriften f√ľr Edgar Morin begegnen. (11)

Inzwischen sind mehr als 300 Unterschriften bei den Initiatoren eingegangen. Im Internet gibt es reichlich Zustimmung zu den inkriminierten und vom Berufungsgericht Versailles verurteilten √Ąu√üerungen. Unter allen Antworten, die Catherine Loridant auf den Aufruf zur Solidarit√§t erh√§lt, und es m√ľssen Hunderte sein, ist eine, in der Edgar Morin als "Schuft" bezeichnet wird, der "auf sein Volk spukt, in dem er es beleidigt". Das Ende der Nachricht lautet: "Wir m√ľssen Ihnen leider mitteilen, da√ü wir Ihren Namen und den Ort kennen, wo Sie arbeiten, und wir werden Sie also bald besuchen, Sie und Ihren alten Edgard (sic), um Ihnen die POINGS, die F√§uste, aufs ´i´ zu setzen", wobei "poings" hier lautmalerisch gebraucht ist und ausgesprochen auch "points", Punkte, n√§mlich aufs "i", hei√üen kann.

Es versteht sich, da√ü die "Lib√©ration" daraus einen ganzen Artikel macht, in dem den Juden indirekt unterstellt wird, diese beleidigende Nachricht geschickt zu haben. Das ist allerdings wahrscheinlich. Sie sei "eine Schrift des Hasses", meint Catherine Loridant, die sich wie in der Aff√§re Dreyfus f√ľhlt, nur umgekehrt, sie werde von Juden verfolgt. Wie oben zusammengefa√üt, ist der ganze Artikel des Edgar Morin ein einziger Ausbruch des Hasses gegen die Juden und gegen Israel. Ein Jude scheint dadurch ausgerastet zu sein. Schlimm genug; denn nun kann man vom Thema ablenken, weg vom Ha√ü des Edgar Morin. Der und seine Mitarbeiterin Catherine Loridant sind nun die Opfer. (8)

Eine weitere Mitstreiterin Edgar Morins ist Silvia Cattori, eine Schweizer Journalistin, die nicht nur Edgar Morin nach dem Urteil interviewt und bemitleidet, sondern die auch Artikel schreibt, in denen sie den Antisemiten Alain Ménargues interviewt, bedauert, daß George W. Bush und Ariel Sharon die Hamas unschädlich machen wollen, und daß Israel Kinder inhaftiere. "Habt keine Angst. Die Hamas ist eine palästinensische Widerstandsbewegung", schreibt sie am 16. Mai 2005. Diejenigen, die ihre Stimme der Hamas gäben, wollten die Juden nicht ins Meer werfen. Das ist beruhigend zu lesen. Dieser und weitere ihrer Artikel können auf der Site der Association France Palestine Solidarité (AFPS) Nord Pas-de-Calais eingesehen werden. (12)

Ein Mitstreiter ist auch der praktizierende katholische Christ Robert Thomson, ehemaliger Jurist am Chambre de commerce international (CCI), an der Internationalen Handelskammer. Er wirkt heute als Übersetzer von palästinensischen Propaganda-Artikeln, u.a. des 22-jährigen Studenten der Bostoner Northeastern University Junaid Alam, veröffentlicht in den linksradikalen US-Zeitschriften "Counterpunch" und "Left Hook". (13)

"Die Zionisten sind die Alliierten der israelischen Panzer und Bulldozer. ´Antisemitismus oder Ultra-Semitismus?´, fragt Herr Junaid Alam". So √ľberschreibt Robert Thomson die √úbersetzung. (14)

Er stellt sich ebenfalls vorbehaltlos an die Seite des Edgar Morin. Der habe durch das Versailler Berufungsgericht eine "Verurteilung erlitten", kommentiert der Jurist. Er habe das pal√§stinensische Volk verteidigt gegen die dauernde Verfolgung durch die aus einer anderen Kultur gekommenen Eindringlinge: "Ich begr√ľ√üe diesen Mann, der die Ungerechtigkeit nicht hinnimmt ... Unser Pr√§sident, gew√§hlt, einem anderen Mann der Ungerechtigkeit zu widersprechen, l√§dt ein Individuum nach Frankreich ein, dessen bekannte Verbrechen riesig sind, ein ´lieber´ Alliierter des gegenw√§rtigen Nachfolgers der Nazis, dessen Liste der Verbrechen uns zwingt, Herrn Milosevic als Chorknaben einzusch√§tzen. Unser Pr√§sident k√∂nnte leicht mit einem Federstrich die Verurteilung des Herrn Morin korrigieren, in dem er einen guten Gebrauch von der pr√§sidentiellen Gnade macht, aber was macht man mit Herrn Sharon, diesem Monster, das er in unser Land einl√§dt?" schreibt der Jurist Robert Thomson auf einem Server von Indymedia Quebec und so jeder Verfolgung enthoben.

Robert Thomsons Startseite empfängt den Leser mit einer "Hommage à Yasser Arafat". Er ist der Ansicht, daß Jasser Arafat die Juden in Palästina herzlich willkommen geheißen habe. Indymedia Quebec gibt dem Thema breiten Raum und verweist auf andere verfolgte aufrechte Kämpfer gegen die Politik Israels, auf Daniel Mermet, Pascal Boniface und Alain Ménargues. (15)

Robert Thomson geh√∂rt zu "Palestine 45", der Sektion Loiret der Association France Palestine Solidarit√© (AFPS), die auch auf der vom franz√∂sischen Au√üenministerium gef√∂rderten Plate-forme des ONG fran√ßaises pour la Palestine, der Plattform der franz√∂sischen NRO f√ľr Pal√§stina auftritt. So schlie√üt sich der Kreis: "Huldigung an Jasser Arafat" durch die AFPS, Drohung der PLO-Vertreterin Le√Įla Shahid mit einer "Dritten Intifada", Warnung des Au√üenministers Philippe Douste-Blazy vor einer "Dritten Intifada", Finanzierung der Plattform durch das Au√üenministerium, auf der Plattform Ver√∂ffentlichung der AFPS von Beitr√§gen von und mit Le√Įla Shahid, von ihr Ver√∂ffentlichungen bei Gush Shalom, die bringt ihrerseits Beitr√§ge auf der Site der AFPS, die huldigt dem Jasser Arafat ...

Robert Thomson informiert auf seiner Site "Palestine 45" auch √ľber die Solidarit√§tsaktivit√§ten f√ľr "Pal√§stina", auf dem Fest der kommunistischen CGT, vom 1. Mai 2005, wobei auf Postern auf dem Stand der AFPS unbeanstandet zu lesen ist: "Criminel de guerre en exercice", Kriegsverbrecher im Amt. "Gaza - Veritable camp de concentration", Gaza, wahrhaftiges KZ. Solche √Ąu√üerungen fallen f√ľr die CGT unter Meinungsfreiheit, und weder die Besucher des Standes noch die anwesenden Medien haben daran etwas auszusetzen. (16)

Soweit auch zum Thema, warum ich mich nicht mehr als Linke verstehe.

Der Autor der islamistischen Web Site "Oumma.com" Karim Kettani setzt die Unterschriftenkampagne aus der "Lib√©ration", vom 24. Juni 2005, auf die Seite "Minorit√©s.org". Dort erh√§lt sie den harmlosen Titel: "Eine Petition gegen die Verurteilung des Edgar Morin f√ľr einen Israel betreffenden kritischen Artikel." (17)

Auf j√ľdischen Web Sites gibt es geharnischten Protest. Der von St√©phane Juffa, Metula News Agency, m√∂ge hier als Beispiel ausreichen. St√©phane Juffa erkl√§rt sich im totalen intellektuellen Konflikt mit den Unterzeichnern. Bereits einige Tage nach dem Erscheinen des Artikels von Edgar Morin, Sami Na√Įr und Dani√®le Sallenave in der "Le Monde", am 4. Juni 2002, schreibt er: "(...) es ist unm√∂glich vorzugeben, da√ü der Artikel des Trios Morin, Na√Įr, Sallenave, vertrieben von ´Le Monde´ (...) eine Kritik der Politik der israelischen Regierung darstellt! Wenn diese Autoren versichern, da√ü Israel ein "ver√§chtliches Volk ist, da√ü Genugtuung dabei empfindet zu dem√ľtigen!", k√∂nnte tats√§chlich jemand eine solche Beschreibung des b√∂sartigen Atavismus der Juden verwechseln mit einer Kritik der politischen Aktion des Ariel Sharon?"

Er begr√ľ√üt das Urteil des Berufungsgerichtes, meint allerdings zu recht, da√ü dies das einzige sei, was sich ge√§ndert habe. "Die Rassisten und ihre Anh√§nger sind weiterhin entschieden wie 2002", angef√ľhrt von der "Lib√©ration" wendeten sie sich gegen die Verurteilung der Autoren durch die Justiz der Republik, wobei die "Lib√©ration" ihre Rolle des Berichterstatters √ľberschreite und den Internetkontakt herstelle, mittels dessen die Leser ihre Unterschrift dem Denken der Rassisten beigesellen k√∂nnten. Der Text der Zeitung bestreite die Fundiertheit des Urteils.

Stéphane Juffa nimmt sich noch einmal den gesamten Text des Edgar Morin und seiner Ko-Autoren vor. (18)

Man kann davon ausgehen, da√ü kein Argument die rassistischen, antisemitischen Autoren und ihre Unterst√ľtzer von ihrer vorgefa√üten Meinung abbringen wird. Die "Lib√©ration" nimmt sich, seit ihre Bedeutung durch die Geiselaff√§re der Florence Aubenas in ungeahnte, die der "Le Monde" bei weitem √ľbertreffende H√∂hen gestiegen und sie nun vollends eine Regierungszeitung geworden ist, alle Freiheit, die einseitig arabergenehme Politik der franz√∂sischen Regierung zu verbreiten, dabei √ľber ein Gerichtsurteil hinwegzugehen sowie in Bereiche vorzusto√üen, die der Regierung aus diplomatischen Beschr√§nkungen (noch) untersagt sind. Die Hilfe f√ľr die franz√∂sische Regierung in Gestalt der Geisel Florence Aubenas ist dabei eine Komponente, die Kampagne f√ľr Edgar Morin und seine Ko-Autoren eine andere. Die "Lib√©ration" mu√ü nicht bef√ľrchten, da√ü die Justiz sich ihrer annimmt. Man sieht schon im Falle des Didier Julia und seiner Gruppe, da√ü die Justiz sich im Regelfall im Dienste der franz√∂sischen Regierung befindet, und Verfahren eingeleitet werden oder nicht, ganz nach staatspolitischem Interesse. Versailles wird sicherlich eine Ausnahme bleiben. Den mutigen Richtern sei Dank!

Die Unterst√ľtzerliste

Die "Libération" veröffentlicht mit der Kontakadresse der Catherine Loridant den Stand der Unterschriften. Es werden ständig weitere Unterschriften erwartet. Primo-Europe.org nimmt zu einigen Namen auf der Liste Stellung. (19)

Ich bin die ungefähr 300 Namen durchgegangen und an folgenden Namen hängengeblieben:

Jean-Christophe Attias, Studiendirektor der √Čcole pratique des hautes √©tudes (EPHE), einer Institution der Sorbonne, gern gesehener Gast in der Sendung L√†-bas si j´y suis des Daniel Mermet, der seine H√∂rer auffordert zu erkl√§ren, die Juden profitierten von der Shoah

Jacqueline Aubenas, Mutter der Florence Aubenas, Auslandskorrespondentin bei der "Libération" und 157 Tage Geisel im Irak

Yvan Aumont, Generaldirektor der rechtsextremen Nouvelle Action Royaliste (NAR), der Nachfolgeorganisation der ber√ľchtigten antisemitischen Action fran√ßaise des Charles Maurras. Er "ist immer unersch√ľtterlich, und seine eisener Hand in einem Samthandschuh, wacht." (20)

Anis Balafrej, Ingenieur, Rabat/Marokko, ATTAC-Mitglied, aktiv in der Vereinigung Association Marocaine de Soutien au Peuple Palestinien, Verk√ľnder von vielen Hundert Toten in Jenin (Israelis und Pal√§stinenser stimmen √ľberein bei der Zahl der Toten: 52 Pal√§stinenser und 23 Israelis) (21)

Esther Benbassa, Studiendirektorin der EPHE, Freundin der LCR und des PCF, unerm√ľdliche Leugnerin des Anstiegs des Antisemitismus in Frankreich (22)

Salhia Ben-Messahel, Lehrbeauftragter an der Universität Lille III, Gegner der Zerlegung des Surrealisten André Breton und der Verschleuderung seiner Einzelteile (23)

Alain de Benoist, Rechtsextremer, Kopf der "Nouvelle Droite", der Neuen Rechten in Frankreich, Preisträger der Académie française (24)

Pascal Boniface, Direktor des regierungseigenen Institut de Relations internationales et strat√©giques (IRIS) , Autor des Buches "Peut-on critiquer Isra√ęl", setzt den rechtsextremen J√∂rg Haider mit Ariel Sharon gleich, kennt einen Staat auf der Welt, der zu kritisieren ist: Israel (25)

Henri Callat, Professor f√ľr Philosophie, Pr√§sident des MRAP-Departement Aude und K√§mpfer gegen den Rassismus

Olivier Cazenave, siehe unter Régis Debray

Marcel Charbonnier, "pro-pal√§stinensischer Linker" und √úbersetzer pal√§stinensischer Propagandaschriften sowie der B√ľcher des Antisemiten und Israelfeindes J√∂ran Jermas alias Israel Shamir (26)

Annick Coupé, Nationalsekretärin der linksradikalen Gewerkschaft Union syndicale Solidaires, mit Pierre Khalfa und Jean-Michel Nathanson, gern veröffentlichte Autoren bei der Ligue Communiste Révolutionnaire (LCR) und der "Libération". (27)

Alain Coutte, Buchautor und Besitzer der am 27. April 2005 "von Zionisten" zerhackten Web Site "Le Nouveau Monde". Letzte Werke: "Einleitung zu ´6000 Jahre der Mythen - Von den Patriarchen zu den Zionisten´, ´Zionismus und Christentum - Die Allianz´, ´Hitler - Die Marionette der Zionisten´, ´Israel - Das Vierte Reich´ ", besprochen von Maria Poumier, der Freundin des Holocaustleugners Roger Garaudy (28)

Jean Daniel, Direktor des "Nouvel Observateur", auf dessen Diskussionsforum der Korrespondent des Fenrsehsenders FR2 Charles Enderlin in aller Ausf√ľhrlichkeit seine durch drei unabh√§ngige Journalisten widerlegten L√ľgen √ľber Mohamed al-Dura ver√∂ffentlichen kann (29)

R√©gis Debray, Altlinker, Schriftsteller und Philosoph, Institut europ√©en en sciences des religions, "Stimme des Widerstandes", will den Sitz der UNO ins pal√§stinensische Jerusalem verlegen, Freund und Autor des "Monde diplomatique", Consultant und Berichterstatter beim franz√∂sischen Au√üenministerium. Bericht ver√∂ffentlicht bei der Zentralverwaltung des Premierministers "Documentation Fran√ßaise", dessen Direktor Olivier Cazenave Mitunterzeichner der Unterst√ľtzerliste ist (30)

Jean-Pierre Dubois, seit kurzem Pr√§sident der Ligue des Droits de l´Hommer (L.D.H.), wie Michel Tubiana Freund des salafidischen Islamisten Tariq Ramadan (31)

Franz-Olivier Giesbert, Redaktionsdirektor der Zeitschrft "Point", Gesprächspartner der salafidischen Web Site Oumma.com, der er versichert, die Medien in Frankreich seien nicht islamophob, was Oumma.com schon lange weiß (32)

Pierre Khalfa, ATTAC-Gr√ľndungsmitglied. Siehe Annick Coup√©

Henri Leclerc und Michel Tubiana, Ehrenpr√§sidenten der L.D.H., gemeinsam mit Jean-Pierre Dubois, Pr√§sident der L.D.H., Unterzeichner der Unterst√ľtzerliste

Federico Mayor, ehemaliger Generalsekretär der UNESCO, Mitglied des Opus dei, Autor des Appells "Halt der Schlächterei im Irak und in Palästina", Unterzeichner u.a. der ehemalige Präsident Portugals Mario Soares, Edgar Morin, die ATTAC-Vizepräsidentin Susan George (33)

Edwy Plenel, Journalist, "vom Trotskisten in die oberen R√§nge der ´Le Monde´ ", deren ehemaliger Redaktionsdirektor z.Zt. des Morin-Artikels, LCR-Mitglied seit 1970 (34)

Mazarine Pingeot, Schriftstellerin, 30-jährige Tochter von François Mitterand und Anne Pingeot

Maria Poumier, Lehrbeauftragte f√ľr Spanisch an der Universit√§t Paris 8, Freundin des Verlages L´Harmattan, Mitarbeiterin des verurteilten Holocaustleugners Roger Garaudy, und Herausgeberin von dessen Revue "√Ä Contre-Nuit", Freundin der Rechtsanw√§ltin Isabelle Coutant-Peyre, der Verteidigerin und Ehefrau des Terroristen Carlos, Mitarbeiterin des ber√ľhmt-ber√ľchtigten Ma√ģtre Jacques Verg√®s (3)

José Vidal Beneyto, Präsident der Amis du Monde diplomatique, der Freunde der israelfeindlichen Monatszeitschrift, und Unterzeichner gemeinsam mit Edgar Morin des vom ehemaligen Generaldirektor der UNESCO Federico Mayor verfaßten Appells "Halt der Schlächterei im Irak und in Palästina!" (35)

Ein breites B√ľndnis von Linksradikalen, Antisemiten, Israelfeinden, Regierungsbeamten, Medienvertretern, Nichtregierungsorganisationen, Altlinken und anderen Pension√§ren bis hin zu Rechtsextremen und Holocaustleugnern kann sich darauf einigen, den vom Berufungsgericht Versailles verurteilten Edgar Morin und seine Ko-Autoren Sami Na√Įr und Dani√®le Sallenave in Medienkampagnen zu unterst√ľtzen, und das Urteil als eine Art "Schandurteil von Versailles" vorzuf√ľhren. Das Recht der franz√∂sischen Republik k√ľmmert sie dabei wenig, sie stehen dar√ľber.

Ich schließe mich der Einschätzung von Stéphane Juffa an. (17)

Die Zeitung "Liberation" tut sich besonders hervor in der Kampagne. Ihr erfolgreicher Einsatz f√ľr die Interessen Frankreichs im Irak und im Nahen Osten durch ihre Auslandskorrespondentin Florence Aubenas hat ihr Reputation und viel Bargeld beschert, sie in einen rauschhaften Taumel versetzt und zu H√∂henfl√ľgen in Bereiche gewirbelt, in denen sie sich nicht wird halten k√∂nnen. Unsanft wird sie schon bald auf den Boden der Tatsachen zur√ľckfallen, wie Ikarus.

"Le Monde" berichtet von einer "Kontroverse nach dem Richterspruch, der Edgar Morin verurteilt

Am 2. Juli setzt Nicolas Weill in der "Le Monde" noch einmal nach. F√ľr diese Zeitung versteht es sich ebenfalls, da√ü ein Urteil der Berufungsinstanz zu schelten ist. Wie die "Lib√©ration" wiederholt auch die "Le Monde" die inkriminierten Stellen, als wenn sie damit gesellschaftsf√§hig gemacht werden sollten. Auch im Ausland mehrten sich die Solidarit√§tsbekundungen mit den drei Autoren, setzt Nicolas Weill hinzu. In den USA allerdings sehe man das anders, dort seien Proteste gegen die Publikation ausgebrochen: " ´Le Monde´ wegen Antisemitismus verurteilt." Die Autoren legten jedenfalls Berufung ein gegen das Versailler Urteil.

Auch Nicolas Weill klammert sich an die Email, in der Catherine Loridant geschm√§ht wird. Ob sie von einem Juden stammt oder vielleicht eine Provokation ist, um die Klage und das Urteil zu diskreditieren, sei bis heute nicht erwiesen, wird Gilles-William Goldnadel zitiert. Dani√®le Sallenave habe ebenfalls anonyme Briefe bekommen, wei√ü Nicolas Weill. Betreffs der Unterschriften gibt es inzwischen Verwirrung. Der Studiendirektor an der EHESS Michel Wieviorka zieht seine zur√ľck, weil der Rechtsextreme Alain de Benoist unterschreibt. Der ist allerdings nur einer der braunen Unterst√ľtzer des Edgar Morin. Wie Viviane Miles von Metula News Agency berichtet, zieht Michel Wieviorka seine Unterschrift auch wegen Maria Poumier, der Freundin des Holocaustleugners Roger Garaudy zur√ľck, was Nicolas Weill verschweigt. Es gibt noch zahlreiche weitere braune und rotbraune Unterzeichner. "Die Liste ist gespickt mit Namen, die man ansonsten nicht in der Lib√©ration liest", schreibt Viviane Miles, und Unterzeichner z√∂gen scharenweise ihre Unterschrift zur√ľck, so da√ü mehr gestrichen als dazu kommen w√ľrden.

Die Liste wird inzwischen nicht mehr fortgef√ľhrt bei der "Lib√©ration", die allm√§hlich zu begreifen scheint, in welchem der Kampagne sch√§dlichen rot-braunen Sumpf sie watet. Eine neue Liste werde aufgelegt, da werde prophylaktisch kontrolliert, wer unterschreibt, sagt Edgar Morin, der die Kampagne anscheinend lenkt. Leider kann das nicht ungeschehen machen, da√ü alle Welt nun wei√ü, wer sich einig f√ľhlt mit den Autoren und der "Le Monde": Rechtsextreme und Holocausteugner. Nicht diese aber h√§lt Edgar Morin f√ľr "faschistoid", sondern kleine Gruppen, die ihn bedrohten, was nicht weiter schlimm sei. Was schlimmer sei, "da√ü man sich in einer Lage wiederfindet, wo viele ´redliche Leute´ darin enden, in die Illusion zu verfallen, da√ü ich anti-j√ľdisch bin." Die "redlichen Leute" h√§lt er nicht daf√ľr, sonst h√§tte er sie nicht in Anf√ľhrungszeichen gesetzt. (36)

Um auf den Journalisten Nicolas Weill zur√ľckzukommen, der sich so einsetzt f√ľr das arme Opfer Edgar Morin, sei zitiert, was Sympathisantenkreise des Edgar Morin von ihm halten, die "h√§mische Zweimonatszeitschrift gegen die Instrumente des Spektakels der kapitalistischen Weltordnung" "Pour lire pas lu (PLPL)" beispielsweise, "die Zeitung die bei√üt und abhaut", wie sie sich treffend bezeichnet. Herausgeber des Blattes sind der Redakteur des ATTAC-Gr√ľndungsmitglieds "Monde diplomatique" Serge Halimi und der Sozialwissenschaftler und Autor des "Monde diplomatique" Pierre Rimbert, ATTAC Paris, mit dem Lehrbeauftragten an der Universit√§t Paris 8 Henri Maler Herausgeber des "Observatoire des m√©dia - acrimed: action - critique - m√©dias".

Serge Halimi und Pierre Rimbert sind gern geh√∂rte Gespr√§chspartner des ATTAC-Gr√ľndungsmitglieds Daniel Mermet in seiner Sendung "L√†-bas si j´y suis". (37)

PLPL verteilt in jeder Ausgabe eine "goldene Hundeleine", mit der besonders h√ľndische, winselnde Kollegen oder andere Personen des √∂ffentlichen Lebens beehrt werden: "La lutte est acharn√©e mais PLPL ne d√©cerne la laisse d´or qu´au plus servile." Der Kampf ist erbittert, aber PLPL verleiht die goldene Leine nur dem unterw√ľrfigsten.

In diesem Jahr werden dieser Ehre f√ľr w√ľrdig befunden:

Februar 2005: der Politikwissenschaftler Dominique Reynié, "Politikaster, eingebildet und weitschweifig, Tussi des Medef (Mouvement des entreprises de France, der Unternehmerverband, d.V.) und Schmierenkomödiant der Medien."

April 2005: der Schriftsteller und Philosoph Andr√© Glucksmann, "pr√§tenzi√∂se Null" und "Professioneller einer "pens√©e jetable", eines Wegwerfdenkens". Die Lobrede steht nicht im Internet, das Heft kann man vielleicht noch vom Verlag erhalten, wenn man unterw√ľrfig bittet.

Juni-August 2005: der Schriftsteller und Philosoph Toni Negri, "neuer Kumpan von Jacques Barrot, Raymond Barre und José Manuel Barroso, Strategen der neuen Roten Brigaden". (38)

"Die ´Goldene Hundeleine´ der Nr. 10 des PLPL (Juni-August 2002) wurde an unseren Mitarbeiter Nicolas Weill, f√ľr seinen ´militanten Zionismus´ √ľberreicht," schreibt PLPL. Die Lobrede beginnt so:

"Weill est vil, Weill est veule, Weill est vilain. Nicolas Weill sert de ´M. Pens√©e´ au Monde, un quotidien vesp√©ral des march√©s (QVM) qui n¬īa que trois pens√©es en t√™te : entrer en Bourse, l√©cher l¬īAm√©rique et r√©cup√©rer dans ses colonnes avilies les contestataires assez narcissiques (ou assez d√©consid√©r√©s) pour lui servir de caution."

"Weill ist widerlich, Weill ist weichlich, Weill ist verworfen. Weill dient als ¬īHerr Meinung¬ī im ¬īMonde¬ī, einem Abendblatt der M√§rkte (QVM), das nur drei Gedanken im Kopf hat: an die B√∂rse zu gehen, vor Amerika zu kriechen und in seinen heruntergekommenen Kolumnen hinreichend narzistische (oder hinreichend in Verruf gekommene) Protestler zu sammeln, um ihm als B√ľrge zu dienen." (39)

Nun macht "der militante Zionist" Nicolas Weill mit seinem Artikel, vom 2. Juli 2005, dieser Auszeichnung alle Ehre, in dem er mit dem Mainstream Frankreichs schwimmt, mit Linksradikalen, Antisemiten, Israelfeinden, Regierungsbeamten, Medienvertretern, Nichtregierungsorganisationen, Altlinken und anderen Pensionären, mit Rechtsextremen und Holocaustleugnern: widerlich, weichlich, verworfen.

1. Juli 2005 - ergänzt am 4. Juli 2005

Quellen

(1) Letters to the Editor. The New York Times. ADL, June 27, 2005
http://www.adl.org/media_watch/newspapers/NYTimes_062905.htm

(2) Edgar Morin. L´Encycolp√©die de l´AGORA
http://agora.qc.ca/mot.nsf/Dossiers/Edgar_Morin

(3) Sami Na√Įr
http://users.skynet.be/suffrage-universel/fr/nair.htm

Ath√©isme. L´homme majuscule. Bibliographie, page 5/5
http://atheisme.free.fr/Atheisme/Bibliographie_5.htm

(4) "Woher der Wind weht ..." √úber Auschwitzleugner, Judenhasser und Israelfeinde beim Verlag L¬īHarmattan und an der Universit√§t Paris 8, St Denis. Gudrun Eussner, 6. November 2002
http://www.eussner.net/artikel_2004-05-25_19-33-56.html

(5) Edgar Morin: "On a cr√©√© un √©tat d´intimidation". Entretien r√©alis√© par Silvia Cattori. Quibla, le quotidien online des Musulmans libres et actifs et leurs alli√©s, 17 juin 2005
http://quibla.net/alire/cattori3.htm

Entretien réalisé par Silvia Cattori : Edgar Morin. Bella Ciao, mardi 21 juin 2005
http://bellaciao.org/fr/article.php3?id_article=16422

(6) En t√©moignage de solidarit√© avec Edgar Morin. Apr√®s sa condamnation pour "diffamation raciale" √† la suite d´un article sur Isra√ęl et la Palestine, vendredi 24 juin 2005 et mercredi 29 juin 20005
http://www.liberation.fr/page.php?Article=306350

(7) Edgar Morin, avec S. Na√Įr et D. Sallenave: Isra√ęl-Palestine: le cancer. Le Monde, 2 juin 2002. Qibla.net
http://quibla.net/protocoles/protocoles107.htm

Edgar Morin, avec S. Na√Įr et D. Sallenave: Isra√ęl-Palestine: le cancer. Le Monde, 2 juin 2002. Programme europ√©en MCX "Mod√©lisation de la CompleXit√©". Association pour la Pens√©e Complexe
http://www.mcxapc.org/docs/conscienceinextenso/morinext.htm

(8) Edgar Morin, condamn√© pour un texte sur Isra√ęl, est d√©sormais menac√© et trait√© de "juif honteux" : "Ces insultes nient toute ma vie". Par Jean-Pierre THIBAUDAT, Lib√©ration, mercredi 29 juin 2005
http://www.liberation.fr/page.php?Article=307521

(9) Résolution sur le Proche-Orient, Organisation internatioale de la Francophonie (OIF), 27 novembre 2004

(10) N´en d√©plaise √† ses d√©tracteurs, le d√©lit d´opinion existe bel et bien en France. Par Nicole Leibowitz, Proche-Orient.info, 24 juin 2005
http://www.proche-orient.info/xjournal_edito.php3

(11) Warum François Zimeray vom Parti Socialiste (PS) keine Chance als Kandidat des Europaparlaments 2004 bekam. Abschnitt: Ein Schreiben, vom April 2001, des Pascal Boniface an François Hollande und Henri Nallet. Gudrun Eussner, 27. Juni 2004
http://www.eussner.net/artikel_2004-06-28_00-16-26.html

(12) Textes et entretiens. Silvia Cattori. AFPS Nord Pas-de-Calais CSPP
http://www.nord-palestine.org/ressources_Silvia_Cattori.somm aire.htm

(13) Anti-Semitism or Ultra- Semitism? The Politics of Smear and Self-Absorption, by Junaid Alam, Counterpunch, April 29, 2005

Anti-Semitism or Ultra- Semitism? The Politics of Smear and Self-Absorption, by Junaid Alam, Left Hook - A Radical Youth Journal Based in the US, May 2, 2005
http://www.lefthook.org/Politics/Alam050205.html

(14) Les sionistes sont les alli√©s des chars et bulldozers israeliens. Traduction de l´anglais par Robert Thomson. Anti-S√©mitisme ou Ultra- S√©mitisme? interroge M. JUNAID ALAM, Boston, Massachussetts, Palestine. Quibla.net, 29 avril 2005
http://quibla.net/palestine2/pal122.htm

(15) Sharon et Edgar Morin. Par Robert Thomson, Centre des médias alternatifs du Quebec (CMAQ). Sortir de la pensée unique, dimanche, 19/06/2005 - 03:32
http://www.cmaq.net/fr/node.php?id=21433

Diffamation et chasse aux sorcières en France. Par Mike Grandville, Centre des médias alternatifs du Quebec (CMAQ). Sortir de la pensée unique, samedi, 25/06/2005
http://quebec.indymedia.org/fr/module.php?mod=node&or=14&fro m=15

(16) De R Thomson. Hommage à Yasser Arafat
http://www.palestine45.net/de_r_thomson.htm

(17) Une p√©tition contre la condamnation d´Edgar Morin pour un article critique √† l´√©gard d´Isra√ęl. Ethnicit√©. Minorit√©s.org, 28 juin 2005
http://www.minorites.org/article.php?IDA=9951

(18) Appel dans "Libération" à la solidarité raciste engendrant ma déclaration de guerre intellectuelle totale. Par Stéphane Juffa, Metula News Agency, 25 juin 2005
http://www.menapress.com/article.php?sid=1125

(19) La liste des signataires, Libération, mardi 28 juin 2005
http://www.liberation.com/page.php?Article=306241#

Signature, siou plait ! A la une : A propos de la liste parue dans Libération. Primo Europe.org
http://www.primo-europe.org/documents.php?numdoc=Do-13869625 6

(20) Les Manants du Roi. La Nouvelle Action royaliste
http://www.lesmanantsduroi.com/20_royalistes/21_Mouvements.p hp

(21) Anis Balafrej. Un autre Maroc est possible ...
http://www.forumalternatives.org/fsmaroc/auteur.php3?id_aute ur=11

(22) Antisemitismus in Frankreich und kein Ende ... Zu Esther Benbassa Informationen im Bereich der Anmerkung 8. Gudrun Eussner, 23. März 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-03-23_02-11-11.html#fn8

(23) Breton: TE BRADER, NON ! Par Didier Daeninckx, remue.net - collectif littérature, 3 mars 2003
http://www.remue.net/litt/breton_01.html

(24) Alain de Benoist. IDGR. Lexikon gegen Rechtsextremismus
http://lexikon.idgr.de/b/b_e/benoist-alain/benoist-alain.php

(25) Institut de Relations internationales et stratégiques (IRIS). Experts
http://www.iris-france.org/fr/pages/experts.php3

(26) " Notre ami Isra√ęl Shamir", par Henri Pasternak. L¬īArche, n¬į 543, mai 2003
http://www.phdn.org/antisem/antision/notreami.html

(27) Les trois t√Ęches de l´apr√®s-non. Par Annick Coup√©, Pierre Khalfa et Jean-Michel Nathanson. Ligue Communiste Revolutionnaire du Val-de-Marne (LCR 94). Cette tribune a √©t√© publi√©e dans la rubrique Rebonds de Lib√©ration, le 3 juin 2005
http://www.lcr94.org/article.php3?id_article=436

(28) √Ä l´√©coute d´Alain Coutte, Bouquins. Par Maria Poumier, Geostrategie.com, 10 mai 2005
http://www.geostrategie.com/cogit_content/a_lire_voir/lcoute dAlainCoutte.shtml

Libert√© d´expression: Le R√©seau Islamique √Člectronique Ekhlaas. La Voix des opprim√©s
http://news.stcom.net/modules.php?name=News&file=categories& op=newindex&catid=13

(29) Forum du 10/02/2005 avec Charles Enderlin. NouvelObs.com
http://www.nouvelobs.com/forum/archives/forum_235.html

Der Fernsehkanal France 2 als aktiver Kämpfer der Al-Aqsa Intifada. Gudrun Eussner, 11. Februar/12. März 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-02-10_01-52-36.html

(30) Régis Debray
http://www.regisdebray.com/

Cinquante voix de la résistance. Par Dominique Vidal, Diplo, juin 2004, p. 29
http://www.monde-diplomatique.fr/2004/06/VIDAL/11264

Rapport au Ministre des Affaires √©trang√®res M. Dominique de Villepin du Comit√© ind√©pendant de r√©flexion et de propositions sur les relations Franco-Ha√Įtiennes, janvier 2004
http://www.france.diplomatie.fr/actual/pdf/rapport_haiti.pdf

Rapport au Ministre des Affaires étrangères M. Dominique de Villepin ... La documentation Française
http://www.ladocfrancaise.gouv.fr/brp/notices/044000056.shtm l

(31) LDH: L´orientation problematique confirm√©e. Par Caroline Fourest, Observatoire du communitarisme √† Mantes-la-Jolie, 8 juin 2005
http://communautarisme.mlj.free.fr/article.php3?id_article=7 9

(32) Entretien avec Franz-Olivier Giesbert, Video, Oumma.com, 10 juin 2005
http://oumma.com/article.php3?id_article=1573

(33) Halte au carnage en Irak et en Palestine ! UBUNTU, 21 mai 2004
http://ubuntu.upc.es/comunicat/index.php?id=basta&lg=fra

(34) Edwy Plenel, du militantisme trotskiste à la haute hiérarchie du Monde, Tun-e-zine, AFP, 29 novembre 2004
http://www.tunezine.net/breve.php3?id_breve=1353

(35) Solidarité avec le Sud. Par José Vidal Beneyto, Président Amis du Monde diplomatique, Les Amis du MONDE diplomatique, vendredi 23 janvier 2004
http://www.amis.monde-diplomatique.fr/article.php3?id_articl e=133

(36) Controverse après un jugement condamnant Edgar Morin. Par Nicolas Weill, LE MONDE | 02.07.05 | 12h07
http://www.lemonde.fr/web/article/0,1-0@2-3224,36-668694@51- 668776,0.html

Sans queue ni tête, 1+2. Par Viviane Miles. Metula News Agency, 2+3 juillet 2005
http://www.menapress.com/
http://www.desinfos.com/article.php?id_article=3469
http://www.desinfos.com/article.php?id_article=3473

(37) Oui, Oui, Oui, Oui, Oui, Oui !!!!! (1+2) Union europ√©enne. L√†-bas si j´y suis, 18 et 19 mai 2005
http://www.la-bas.org/article.php3?id_article=687
http://www.la-bas.org/article.php3?id_article=688

(38) Pour Lire Pas Lu. Un bimestriel sardonique contre les organes du spectacle de l´ordre mondial capitaliste
http://www.homme-moderne.org/plpl/#extraits

(39) La laisse d´Or : Nicolas Weill. Pour lire pas lu no 10, juin-ao√Ľt 2002
http://www.homme-moderne.org/plpl/n10/index.html



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