
Versäumte Gelegenheiten?
"Palestinians never miss an opportunity to miss an opportunity." Abba Eban
Palästinenser lassen nie eine Gelegenheit aus, eine Gelegenheit auszulassen, meint der israelische Staatsmann Abba Eban im Jahre 1978 über die PLO des Yasser Arafat, und so zitiert ihn Wikipedia. Dort steht auch noch dieser böse Satz: "His ignorance is encyclopedic", seine Ignoranz ist enzyklopädisch, sie ist umfassend. (1)
Wenn man die Elogen liest, die vom britischen "Al-Guardian" anläßlich des Todes von Abba Eban, am 17. November 2002, verfaßt werden, sollte man sich den zweiten Satz genauer ansehen. Abba Eban ist von 1959 bis 1988, als die Labour Party von dem 73-jährigen endlich genug hat, Knesset-Abgeordneter. Von 1959 bis 1960 ist er Minister ohne Geschäftsbereich, anschließend bis 1963 Kulturminister, bis 1966 Stellvertretender Premierminister und von 1966 bis 1974 Außenminister Israels. "Er war immer derjenige israelische Minister, der am besten in der Lage war, die Araber zu verstehen und zu ihnen zu reden ..." (2)
Der Spruch über die verpaßten Gelegenheiten widerlegt das leider. Nicht viel versteht Abba Eban anscheinend von den Arabern; denn spätestens ab 1920 belehrt einen die Geschichte eines besseren: die Palästinenserführer, allen voran der von den Briten gekürte Großmufti Hadj Amin al-Husseini, lassen keine Gelegenheit aus, eine Gelegenheit beim Schopf zu fassen. Ihre "Gelegenheiten" sind nämlich nicht, Frieden mit den Juden zu halten, sondern die Juden zu vertreiben, auszurauben und zu vernichten. Abba Eban versäumt in seinem eingängigen Spruch mitzuteilen, welches die Gelegenheiten sein sollten, die von den Palästinensern verpaßt werden. Mit dem Spruch definiert er den Grund des palästinensisch-israelischen Konfliktes einfach weg.
Es gibt in der Geschichte des Nahen Ostens bis zum Tode Yasser Arafats, am 11. November 2004, keine einzige Aktion der Palästinenser und der Araber, die nicht unter dem Motto "Tod den Juden!" stünde. Ob es die Aufstände und Revolten von 1920, 1921, 1929 und 1936 bis 1939, die Terroranschläge auf Juden in Palästina nach der Verabschiedung der UN-Resolution Nr. 181, vom 29. November 1947, oder der Überfall unter der Anleitung der Briten von 30 000 Soldaten aus sieben arabischen Staaten, am 15. Mai 1948, auf das soeben gegründete Israel sein mögen: "Tod den Juden!" - sie lassen keine Gelegenheit aus, daran zu arbeiten, ob es sich dabei um einzelne Juden in Israel und in anderen Staaten der Welt oder um den Staat Israel handelt. (3)
Ein Beispiel möge die 1964 von der Ersten palästinensischen Konferenz angenommene Palästinensische Nationalverfassung sein. Man erinnert sich: die West Bank steht zu der Zeit unter jordanischer und der Gazastreifen unter ägyptischer Verwaltung. Ost-Jerusalem wird von Jordanien verwaltet. 1964 gibt es keine besetzten Gebiete, keine Siedler in West Bank und Gaza. Das wird sich erst mit dem Sechstagekrieg, Juni 1967, ändern.
Die Arabische Liga, 1964 bestehend aus 14 in loser Konföderation zusammengeschlossenen arabischen Staaten, gründet in Kairo eine Körperschaft, die sich mit den Problemen der palästinensischen Araber befassen soll, die Palestine Liberation Organization (PLO). Ihr erster Führer ist der Ägypter Ahmed Shukairy. Er sieht die Arbeit unter dem Motto "Tod den Juden!", packt die Gelegenheit beim Schopfe und prägt sein eigenes Motto: "driving the Jews into the sea", die Juden ins Meer treiben. Am 31. Mai 1956 erklärt Ahmed Shukairy vor dem UN-Sicherheitsrat noch, Palästina sei nichts anderes als Süd-Syrien. So ändern sich Zeiten und Gelegenheiten. (4)
In der Einleitung ruft die Palästinensische Nationalverfassung zum "Jihad", zum Glaubenskrieg bis zum vollständigen und endgültigen Sieg über Israel auf. Palästina wird definiert als dasjenige in den Grenzen des britischen Mandates (Artikel 2), als Palästinenser gelten alle Araber, die bis 1947 normalerweise in Palästina lebten und deren Nachkommen, ob im In- oder im Ausland geboren. Die seit Ende des 19. Jahhunderts zugezogenen Juden und ihre Familien, die bis 1947 dort leben, gelten demnach nicht als Palästinenser, diejenigen jüdischen Familien, die vor den Einwanderungswellen dort leben, dürften wohnen bleiben, wenn sie friedfertig und loyal wären. (Artikel 6 und 7) Damit eindeutig klar ist, daß die palästinensischen Araber sich ausschließlich auf die Vernichtung Israels konzentrieren wollen, legen sie in der Verfassung fest, daß sie keinerlei Souveränität über die West Bank und den Gazastreifen anstreben. (Artikel 24) Sich des Staates Israel und der Juden zu entledigen, ist ihrer Meinung nach, vom internationalen Standpunkt aus betrachtet, ein defensiver Akt, wie er durch die in der Charta der Vereinten Nationen dargelegten Anforderungen der Selbstverteidigung gerechtfertigt ist. (Artikel 16) (5)
Zur Zeit der ersten Palästinensischen Nationalverfassung ist die 1959 von Yasser Arafat und vier weiteren Terroristen, darunter der jetzige Chef der Fatah Faruq al-Qaddumi alias Abu Lotf, zur Befreiung Palästinas von Israel und den Juden gegründete Fatah die größte der Gruppen. 1968 packt Yasser Arafat die Gelgenheit beim Schopfe und läßt sich zum Vorsitzenden der PLO küren. Eine Geldquelle ungeahnten Ausmaßes tut sich ihm auf. Bei seinem Tode sind er und seine Freunde im Terror mehrfache Dollar-Millionäre. Allein das Vermögen des Yasser Arafat wird von der Sonderausgabe 2003 des "Forbes Magazine" auf bei Schweizer Banken angelegte 300 Millionen Dollar geschätzt. Er ist der sechstreichste in der Rubrik "Könige, Königinnen und Despoten". Jeder Palästinenser, der sich dem Yasser Arafat zur Ermordung von Juden und zur Zerstörung Israels anschließt, tut dies aus Judenhaß, und weil er die Gelegenheit wahrnimmt, sich und seine Familie zu bereichern. Das gilt von seinen engsten Vertrauten aus der Gründerzeit bis zu den Familien der Suizidbomber. (6)
Bis 1978, dem Datum des geflügelten Abba Eban Wortes, sind sämtliche Aktionen der Palästinenser und ihrer arabischen Freunde und Unterstützer von diesen als solche eingeschätzte Gelegenheiten, den Juden und Israel zu schaden, sie und den Staat zu vernichten und damit ordentlich Geld zu verdienen. Sie versuchen es mit allen Mitteln und auf allen Ebenen, mit Überfällen der palästinensischen Terrorgruppen auf Zivilisten in Israel, der Ermordung der israelischen Athleten in München, September 1972, dem Yom Kippur-Krieg der arabischen Staaten, Oktober 1973, Überfällen vom Libanon aus auf israelische Schulkinder, wie dem in Maalot, "an einem schwarzen Tag im Mai 1974", dem "Phased Plan", vom Juni 1974, und dem Auftritt des Yasser Arafat vor der UNO-Generalversammlung, mit der Smith&Wesson Pistole im Halfter, im November 1974, um nur einige zu nennen. Mit stehenden Ovationen wird der Terrorist von der UN-Generalversammlung bedacht. Welch eine gut genutzte Gelegenheit! (7)
Abba Eban spricht das geflügelte Wort, nachdem die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) in Gestalt des Yasser Arafat den im Camp David Accord, vom 17. September 1978, enthaltenen Plan zur Kontrolle der Palästinenser über den größten Teil der West Bank und den Gazastreifen ablehnt. Warum sollte er ihn annehmen? Es hätte das Ende seiner Herrschaft, das Ende der Zuwendung von Millionen Dollar aus den Erdölstaaten und von zu Spenden genötigten Palästinensern in aller Welt an ihn und seine Terrorbanden bedeutet. Gelder wären in den Aufbau gesellschaftlicher Strukturen geflossen und nicht auf Schweizer Konten des Jasser Arafat und seiner Freunde.
Diese Politik der ergriffenen Gelegenheiten hält mindestens bis zum Tode Yasser Arafats an, also bis zum 11. November 2004. Ob eine Änderung eintritt, ist heute nicht abzusehen. Unmittelbar nach dem Tod des Yasser Arafat ist die Meinung der arabischen Welt so, und es ist kaum anzunehmen, daß die Palästinenser selbst das anders sehen:
"Eine von der Al-Arabia Network Website nach dem Tode Yasser Arafats durchgeführte Erhebung in der arabischen Welt zeigte, daß 73,72% wollen, daß ein Vertreter der Hamas Arafat ersetzt, berichtete ITIM. Dagegen erwarten nur 0,7%, daß einer der PLO-Führer Nachfolger wird. 25,58% zogen einen unabhängigen Kandidaten vor. 113 107 Personen aus der ganzen arabischen Welt nahmen an der Erhebung teil." (8)
Das hindert Historiker und Journalisten nicht daran, den Spruch des Abba Eban wieder und wieder zu zitieren und den Leser damit abzunerven und in die Sackgasse zu führen. Zuletzt lese ich den Spruch bei Yoel Marcus, in der israelischen Zeitung "Ha´Aretz", vom 27. September 2005. Auf diesen Spruch baut der Autor seine weitere Argumentation auf und fährt damit voll gegen die Wand. (9)
Die Palästinenser verpassen keine Gelegenheiten. Sie wollen nicht in Frieden leben, oder warum sonst sind 73,72 Prozent der Araber auf Seiten der Hamas, die nichts anderes zum Ziel hat als die Zerstörung Israels? Warum fordert die Hamas in der West Bank zwei Netzwerke, in Ramallah und Hebron, zu neuen Angriffen auf, wenn nicht, weil sie weitere finanzielle Unterstützung für die Aufrechterhaltung des Status quo erwarten kann? Die Arab Bank überweist keine Gelder der Saudis für einen palästinensischen Staat, sondern sie überweist das Geld als Honorar für weitere Terroranschläge, für den Nicht-Frieden. Dazu wird der Mord an Sasson Nuriel von der Hamas begangen, an einem israelischen Juden, der sich gut mit den Arabern versteht. Hätte die Hamas auch nur einen Augenblick die Befürchtung, von den Finanzströmen der Gönner abgeschnitten zu werden - sie würde nicht mehr morden. Stattdessen sagen sie und kündigen weitere Entführungen und Morde an: "die Operation beginnt gerade erst." (10)
Wenn man von verpaßten Gelegenheiten sprechen kann, dann von denjenigen, die seit Jahren von der Europäischen Union verpaßt werden, nämlich, Schluß zu machen mit der wahllosen, unkontrollierten Finanzierung in Höhe von Hunderten von Millionen Euro der Palästinensischen Autonomiebehörde und von zweifelhaften palästinensischen Institutionen, aufzuhören mit der Hofierung und Stützung Yasser Arafats, des größten palästinensischen Terroristen, des Mörders und Revoluzzers, Schluß mit den Lügen der europäischen Medien, allen voran der französischen, über die Situation in Israel und den besetzten Gebieten, wie solchen des Charles Enderlin auf France 2 über die angebliche kaltblütige Ermordung des Palästinenserjungen Mohamed al-Dura durch israelische Militärposten, an der Netzarim-Kreuzung in Gaza, am 30. September 2000, passend zur Anheizung der Al-Aqsa-Intifada, Schluß mit dem Mißbrauch der Palästinenser im Poker der EU um eine strategische Position im Nahen Osten auf Kosten der USA. Die Palästinenser jedenfalls nutzen jede sich ihnen bietende Gelegenheit: they never miss an opportunity!
3. Oktober 2005 - Mit einer Ergänzung in Anmerkung 8, vom 4. Oktober 2005
Quellen
(1) Abba Eban (February 2, 1915 - November 16, 2002)
http://en.wikiquote.org/wiki/Abba_Eban
(2) Abba Eban, By Guardian Newspapers, Buzzle.com, November 17, 2002
http://www.buzzle.com/editorials/11-17-2002-30508.asp
(3) British Mandate
http://www.palestinefacts.org/pf_mandate.php
(4) What led to the founding of the Palestine Liberation Organization (PLO) in 1964? Israel 1948 to 1967
http://www.palestinefacts.org/pf_1948to1967_plo_backgd.php
(5) The Palestinian National Charter (Al-Mithaq Al-Kawmee Al-Philisteeni). Adopted in 1964 by the 1st Palestinian Conference
http://www.palestine-un.org/plo/pna_two.html
(6) Israel 1948 to 1967
http://www.palestinefacts.org/pf_1948to1967.php
Faruq al-Qaddumi alias "Abu Lotf" - 12. November 2004, mit einer Aktualisierung vom 9. August 2005
http://www.eussner.net/artikel_2004-11-12_20-22-57.html
(7) Maalot-Tarshiha - israelische Partnerstadt von Perpignan, 21. Juli/29. November 2004
http://www.eussner.net/artikel_2004-07-21_19-53-13.html
The PLO´s "Phased Plan". Political Programme, Adopted at the 12th Session of the Palestinian National Council, Cairo, June 9, 1974
http://www.netaxs.com/~iris/plophase.htm
(8) Poll: Palestinians Support Hamas, In The Bullpen, November 27, 2004
http://www.inthebullpen.com/archives/2004/11/27/poll-palesti nians-support-hamas/
(9) Wer sich mit Raketen ins Bett legt… Kommentar von Yoel Marcus, Ha´aretz, 27.09.2005. Übersetzung: Daniela Marcus. Die Jüdische, Artikelrubriken: Israel, Naher Osten
http://www.juedische.at
(10) West Bank Hamas plans new attacks in spite of `lull´. By Amos Harel and Arnon Regular, Ha´Aretz, Wed., September 28, 2005 Elul 24, 5765
http://www.haaretz.com/hasen/spages/630031.html
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