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Prof. Dr. Tariq Ramadan - 12 Jahre im Dienste des europäischen Islamismus

"Er ist ein Ideologe, ein Pseudo-Intellektueller"

Im Fr√ľhjahr 1994, gerade zur√ľck aus Kairo nach einem Einzeluntericht in Islam an der Al-Azhar-Universit√§t, 1992/93, erscheint Tariq Ramadan unter den Muslimen Frankreichs. Der 31-j√§hrige Enkel des Gr√ľnders der Muslimbruderschaft Hassan al-Banna beeindruckt junge Muslime in Marseille. Die jungen Frauen, fast alle mit Kopftuch, die jungen M√§nner getrennt von ihnen, lauschen in einem Festsaal ergriffen seiner Predigt. "Seine Verf√ľhrungs- und √úberzeugungskraft sind enorm. Er bedeutet ihnen, sich gegen die Gottlosen (les impies) aufzulehnen ..., tugendhaft zu sein, er lehrt sie, da√ü Islam der Frieden sei, zuerst der innere Frieden. ... Allein an die Adresse der M√§dchen wendet er sich, da√ü Islam Schamhaftigkeit, da√ü das Tragen des Kopftuchs eine Geste des Glaubens sei, und da√ü sie wie die Jungen das Recht h√§tten zu studieren. Er l√§dt sie ein, sich in der Gesellschaft zu entfalten, aber Gott unterworfen zu bleiben," schreibt Antoine Menusier im "Figaro", vom 31. Januar 2004. Dort erf√§hrt man auch, da√ü die Moschee in Genf in der Hand der "Saudis" sei, "mal Freunde, mal Feinde der Muslimbr√ľder".

Nach einem Magisterexamen in Philosophie und franz√∂sischer Literatur beginnt Tariq Ramadan im Jahre 1993 seine Dissertation zum Thema "Das reformistische Denken des Islam seit dem 19. Jahrhundert". Sein Doktorvater, der Professor f√ľr Arabistik Charles Genequand, der sich selbst als la√Įzistischen Konservativen bezeichnet, f√ľhlt sich von Tariq Ramadan betrogen: "Er ist ein Ideologe, ein Pseudo-Intellektueller, sagt er von seinem ehemaligen Studenten. Ich halte ihn f√ľr einen eingebildeten Opportunisten, der danach strebt, als spiritueller F√ľhrer des europ√§ischen Islam angesehen zu werden. Seine Ideen? Eine engstirnige und reichlich r√ľckst√§ndige Vorstellung vom Islam, das ist alles."

Es habe sich um eine rein ideologische Arbeit ohne jeden wissenschaftlichen Aspekt gehandelt. "Er schreibt immer dasselbe Buch", sagt Professor Charles Genequand, der Spezialist f√ľr die arabische Welt, √ľber die Buchproduktion des Predigers. Von ihm verlangte Korrekturen habe der Doktorand Tariq Ramadan nicht vorgenommen: "Ich glaube, da√ü er sich √ľber mich lustig gemacht hat", meint er, "er wollte einen akademischen Titel, und zwar schnell." Deshalb sei er als Doktorvater zur√ľckgetreten und mit ihm zwei weitere Gutachter.

Mit Hilfe seiner Freunde, des Genfer Professors und Abgeordneten der Sozialisten Jean Ziegler, Berichterstatter der UNO gegen Israel und gegen die Globalisierung, und dessen Ehefrau Erica Deuber-Pauli, Mitglied des kommunistischen Parti Suisse du Travail, der Partei der Arbeit der Schweiz, findet Tariq Ramadan umgehend andere, willigere Gutachter, die ihm zu seinem Titel verhelfen. Vorsitzender des neuen Gremiums und Erstgutachter wird der Religionswissenschaftler der Antike Professor Philippe Borgeaud, Forscher √ľber das griechische Labyrinth in seinem Kontext, √ľber die Mutter der G√∂tter, √ľber Orpheus und den Gott Pan samt panischer Angst. (1) Zweitgutachter wird der Professor f√ľr Missiologie Richard Friedli, der auch das Vorwort zur franz√∂sischen Ausgabe von Tariq Ramadans "Islam in Europe" verfa√üt und inzwischen mit der Familie Ramadan befreundet ist. (2) Die Benotung ist nicht sonderlich, aber der Prediger interessiert sich haupts√§chlich f√ľr den Titel. Professor Reinhard Schulze, Leiter des Instituts f√ľr Islamwissenschaft und Neuere Orientalische Philologie der Universit√§t Bern, heutzutage bei sunnitischen Islamisten gern gesehener Gast, unter anderem auf der Buchmesse 2004, verfa√üt eigens ein spezielles Gutachten f√ľr den Rektor der Universit√§t Fribourg, um die akademische Qualit√§t der Arbeit zu bescheinigen. Professor Richard Friedli best√§tigt dem Doktoranden, da√ü er nicht nur Fakten darlege, sondern Position beziehe. Die Dissertation sei nicht ideologisch, selbst wenn bei Tariq Ramadan eine positive Einstellung zur islamischen Theologie vorausgesetzt werden k√∂nnte: "Eine These, die eine These verteidigt". (3)

√úber die Dissertation des Tariq Ramadan schreibt Mondher Sfar, der bekannte Antisemit und Autor des "Manifeste jud√©o-nazi d´Ariel Sharon": (4)

"Diese Studie ist eine wahrhaftige wissenschaftliche Abhandlung in Verteidigung des Denkens und des Werkes von Hassan al-Banna, des Gr√ľnders der Organisation der Muslimbr√ľder, gegen die Anschuldigungen, die im allgemeinen gegen die gewaltt√§tigen islamistischen Bewegungen vorgetragen werden...." Der Autor ergehe sich in Elogen auf seinen Gro√üvater, der gegen die Engl√§nder gek√§mpft und die pal√§stinensische nationalistische Sache unterst√ľtzt habe. Alles, was man seinem armen Vorfahren an Fundamentalismus und Terrorismus zuschreibe, stamme von seinem Mitbruder Sayyid Qutb. Dieser wird 1966, jener 1949 von der √§gyptischen Regierung liquidiert.

Der Autor wende sich gegen das Argument, die religi√∂sen Reformatoren seien im Gegensatz zu den liberalen nicht in Einklang zu bringen mit Fortschritt und Modernit√§t. Der Koran beruhe auf der menschlichen Vernunft, er enthalte im Keim die positiven Prinzipien, die das Universum regieren. Er beziehe sich auf den Verehrer des Wahhabismus und Lehrer seines Gro√üvaters Rashid Ridha als "√§gyptischen Reformator", der als erster eine politische Partei auf der Grundlage seiner religi√∂sen Vorstellungen gr√ľndet. (5)

Der Verlag Bayard ist sich nicht zu schade, ein derartiges Machwerk herauszugeben. Inzwischen werden die Neuauflagen dort produziert, wohin sie gehören, und wo auch die anderen missionarischen Werke des Tariq Ramadan erscheinen, im salafistischen Lyoner Verlag Tawhid. (6)

In einigen Medien liest man heute, Tariq Ramadan habe √ľber Friedrich Nietzsche promoviert. Das schreibt auch die Zeitschrift "Time", die den Philosophen im Jahre 2000 unter die 100 bemerkenswertesten "geistigen Erneuerer" der Welt z√§hlt. Sein Buch "To Be a European Muslim" schl√§gt angeblich eine Br√ľcke von islamischen Werten zur westlichen Kultur". Dem Prediger kann nichts Besseres geschehen, als so grenzenlos mi√üverstanden zu werden. (7)

Von einer Dissertation √ľber Friedrich Nietzsche wei√ü die salafistische Oumma.com nichts, die ansonsten alles ver√∂ffentlicht, was ihrem bevorzugten Prediger schmeicheln k√∂nnte. Am 5. November 2003 schreibt Tariq Ramadan betreffend Friedrich Nietzsche, da√ü er diesen im Fach Philosophie lehre: (8)

"Ich selbst habe mich auf das Denken von Nietzsche spezialisiert, den ich neben Kant, Sartre oder Freud und vielen anderen lehre: wie k√∂nnte ich die √Ąu√üerungen getan haben, die Sie (Bernard-Henri L√©vy) erfinden?"

Tariq Ramadan verlinkt den Artikel von Nicolas Le Quesne auf seiner Site. Nicolas Le Quesne schreibt f√ľr "Time" von Paris aus. Im Vorort Saint-Denis hat Tariq Ramadan ein B√ľro. Der Autor mag dort die Geschichte √ľber die Nietzsche-Dissertation erz√§hlt bekommen haben. (9)

Tariq Ramadan streut seine angeblichen akademischen Titel der Zeitschrift Egypt Today mit dem F√ľllhorn ins Haus, man kommt dabei auf zwei Magister- und zwei Doktortitel:

"At the University of Geneva, I studied philosophy and French literature and, after completing two MA degrees, continued with a PhD on the concept of suffering in Nietzsche´s philosophy and later another PhD in Islamic Studies about contemporary Islamic reformist thinkers from Jamal El-Din El-Afghani to Hassan Al-Banna."

An der Universit√§t in Genf studierte ich Philosophie und franz√∂sische Literatur, und, nachdem ich zwei Magisterexamen bestanden hatte, machte ich mit einem Doktorat √ľber das Konzept des Leidens in Nietzsches Philosophie weiter und sp√§ter noch mit einem Doktorat in Islamwissenschaft √ľber die zeitgen√∂ssischen reformistischen Denker von Jamal El-Din El-Afghani bis Hassan al-Banna. (10)

"Alles f√ľhrt uns zum selben Schlu√ü: die Zukunft geh√∂rt dem Islam"

Dieses "Idol der jungen Muslime" samt seiner umfangreichen wissenschaftlichen und missionarischen Arbeit, schildert dessen Freund Xavier Ternisien in der "Le Monde" schon am 29. September 2000 in den pr√§chtigsten Farben. Auf der Web Site der salafistischen Islamisten "Oumma.com" ist der Artikel √ľber den "R√§tselhaften" zu lesen. Er nennt zwei seiner F√ľrsprecher: den Freund des Holocaust-Leugners Roger Garaudy und begeisterten Unterst√ľtzer des Hezbollah-Senders Al-Manar TV Michel Lelong, "le p√®re blanc", und den Pater Christian Delorme, der von der katholischen Kirche mit der Pflege der Beziehungen zu den Muslimen in der Di√∂zese von Lyon beauftragt ist. Dort befinden sich das Zentrum der Predigten des Tariq Ramadan und der salafistische Verlag Tawhid, in dem seit den 90er Jahren die "spirituellen" Werke des Tariq Ramadan in hohen Auflagen verlegt werden. Die Islamisierung des Westens ist darin angesagt. Er nennt das "Verwestlichung des Islams". Christian Delorme protestiert lautstark dagegen, dass Tariq Ramadan 1995 untersagt wird, sich in Frankreich niederzulassen. (11)

So tr√§gt das Personal der christlichen Kirchen zur Verbreitung des Islam in Europa bei. Auch Xavier Ternisien verweist auf die religi√∂se Qualit√§t der wissenschaftlichen Arbeit und best√§tigt somit indirekt die Richtigkeit der Entscheidung des Professors Charles Genequand: "In seiner Dissertation, die er 1997 der reformistischen islamischen Bewegung gewidmet hat, entwickelt Tariq Ramadan die Intuition seines Gro√üvaters, wie folgt: ´Alles f√ľhrt uns zum selben Schlu√ü: die Zukunft geh√∂rt dem Islam.´ Im Alter von 31 Jahren sei Tariq Ramadan in der muslimischen Landschaft erschienen, schreibt er bewundernd in "Le Monde", am 29. September 2000. (12)

Xavier Ternisien ist derjenige, der dem Tariq Ramadan bescheinigt, da√ü er nicht zu den Muslimbr√ľdern geh√∂rt. "Der junge Prediger f√§hrt weiter fort, Philosophie in Genf zu lehren und Islamologie in Fribourg". Dann schildert Xavier Ternisien ausf√ľhrlich die missionarische T√§tigkeit dieses Predigers, der jedes Wochenende europaweit vor √ľberf√ľllten S√§len Vortr√§ge h√§lt und an Kolloquien teilnimmt. In zw√∂lf St√§dten Frankreichs bilde er in Seminaren zum Islam aus. Seine Aktivit√§ten sprengten den Rahmen islamischer Vereinigungen. Drei Jahre habe er in einer Kommission zum Thema "Islam und La√Įzit√§t" der Ligue fran√ßaise de l´enseignement mitgearbeitet, einer Bewegung zur Volksbildung, die ihn inzwischen als gef√§hrlich einstufe und die Zusammenarbeit beendet habe. (13)

1998 verbringt Tariq Ramadan einen einj√§hrigen Forschungsaufenthalt in Markfield, Leicester/England bei der Sektion "Islam in Europa" der Islamic Foundation. Dort schreibt er das Buch "To be a European Muslim". Das Buch erscheint in deutsch unter dem Titel "Muslimsein in Europa. Auf dem Wege". Im Vorwort schreibt er, was es mit Muslimen in Europa auf sich hat. Es sind "die Europ√§er muslimischen Glaubens" gemeint. Erfreut stellt er fest, da√ü die j√ľngere Vergangenheit zeige, da√ü "auch in Deutschland die muslimische Gemeinschaft gleich welcher Herkunft bereits die Zeichen einer echten Verwurzelung an den Tag legt: selbstbewusstes Handeln, Entwicklung einer Reflexion √ľber Recht und Jurisprudenz, Partizipation am gesellschaftlichen Leben, kulturelle Projekte im Einklang mit der europ√§ischen Kultur und der muslimischen Ethik. Die Dinge sind in Bewegung. Abseits der medialen Repr√§sentationen und Ereignisse bauen die Muslime im Stillen, auf der lokalen Ebene, gr√ľndlich und mit immer gr√∂√üerer Gelassenheit das ´Zusammenleben´ auf. Sie geh√∂ren nunmehr zu Europa, sie sind eine Bereicherung und ihre Pr√§senz muss mittlerweile anerkannt werden." (14)

In bew√§hrter Manier verschleiert der Islamist, was genau er meint. Andeutungen wie "Reflexion √ľber Recht und Jurisprudenz" m√ľssen im Sinne der Einf√ľhrung der Scharia interpretiert werden; denn welcher Reflexion bed√ľrfte die Gesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland in diesem Zusammenhang sonst?

"Kulturelle Projekte im Einklang mit der europ√§ischen Kultur und der muslimischen Ethik", damit ist der systematische Einflu√ü des Islam auf die europ√§ische, westliche Kultur gemeint, das Zur√ľckdr√§ngen der dem Islam der Salafisten nicht entsprechenden √Ąu√üerungen der europ√§ischen Kultur. Es ist nicht √ľbertrieben zu bef√ľrchten, da√ü Gesang und Tanz, Gl√ľcksspiel, Alkoholgenu√ü und andere Freuden von diesem Prediger abgeschafft w√ľrden, wenn er und seinesgleichen Macht und Einflu√ü in Europa erhielten. Osama bin Laden fordert all dieses ebenfalls, wie jetzt auch schriftlich zusammengefa√üt in seinen Statements vorliegt: "Die Welt des bin Laden: kein Alkohol, kein Spiel, keine Bilder von Frauen". (15)

Neben dem Verbot von Banken und der Homosexualit√§t werden auch die umweltpolitischen Vorstellungen des Terroristenf√ľhrers von diesem mitgeteilt: er fordert von den USA die sofortige Ratifizierung des Kyoto-Protokolls. Selbstmordattentate, Steinigungen von Ehebrecherinnen, Hinrichtung von Homosexuellen, es geschehe in einer sauberen Umwelt! (16)

Die Muslime in Europa, und hier sind vor allem die Konvertiten angesprochen, haben darauf zu achten, da√ü der Machterweiterung des Islam nichts im Wege steht. Die Protestaktionen der Muslime in D√§nemark, wo 170 000 Muslime leben, anl√§√ülich der zw√∂lf Mohammed-Karikaturen in der Zeitung "Jylland-Posten" ist nur ein spektakul√§res Beispiel von vielen der letzten Zeit. 3500 Muslime, die offensichtlich nicht darauf kommen, die Karikaturen einfach nicht anzuschauen, demonstrieren, weil man ihre Gef√ľhle verletzt habe, die Zeichner erhalten Morddrohungen und m√ľssen untertauchen, elf Botschafter aus L√§ndern mit islamischer Mehrheit, darunter auch der t√ľrkische, protestieren auf Anweisung ihrer Regierungen und beantragen einen Termin beim Ministerpr√§sidenten Anders Fogh Rasmussen, um ihren Protest vorzubringen und ihn aufzufordern, die Karikaturen zu verbieten. Keiner dieser Abgesandten scheint sich im europ√§ischen Recht auszukennen, das einem Ministerpr√§sidenten, anders als in den diktatorisch oder autorit√§r regierten islamischen Staaten, nicht die Befugnis verleiht, derartige Eingriffe vorzunehmen.

In einem Interview mit "Jylland-Posten" stellt sich der Ministerpr√§sident hinter die Ver√∂ffentlichung der Karikaturen: "Ich werde nie und nimmer akzeptieren, da√ü Respekt vor religi√∂sen Haltungen zu Grenzen f√ľr Kritik, Humor und Satire in der Presse f√ľhrt." Diese Standhaftigkeit ist lobenswert, aber die Frage lautet, wieso es in Europa √ľberhaupt soweit kommen kann, da√ü demokratische Rechte auf diese spektakul√§re Weise verteidigt werden m√ľssen. (17)

Die jahrelange ungehinderte Verbreitung islamistischer Lehren und Forderungen durch Tariq Ramadan, Scheich Yusuf al-Qaradawi und andere Prediger in Europa trägt maßgeblich dazu bei.

Ein st√§ndiges Vordringen islamistischer Vorstellungen in den Schulen Europas wird ebenfalls seit Jahren beobachtet. Lehrer, Schulleitungen und Regierungen beeilen sich, den penetranten Forderungen der Islamisten zu entsprechen. Wenn man auch keine "deutsche Leitkultur" will - eine islamistische Leitkultur sollte man erst recht nicht wollen. Sie w√§re verbunden mit einem Abbau der Demokratie und der Rechte, vor allem f√ľr Frauen und M√§dchen sowie f√ľr Homosexuelle und "Ungl√§ubige". Zur bereits heute aktuellen Situation der M√§dchen und Frauen in einem muslimischen Umfeld schreibt Alice Schwarzer, am 16. November 2005, einen sehr lesenswerten Artikel in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Wer verbrennt wen?" (18)

Was die "immer größere Gelassenheit" angeht, die Tariq Ramadan in seinem Vorwort zu "Muslimsein in Europa" predigt, die kann er mit Recht hervorheben: in Europa tun viele Menschen aus Ignoranz oder aus Absicht ihr Bestes, der Islamisierung Vorschub zu leisten. Man findet das bis in den höchsten Klerus der katholischen und evangelischen Kirche, in den Medien, der Regierung, ihrer Behörden und Institutionen, sowie in allen politischen Parteien. (19)

Ein Beispiel mag das Bundesinstitut f√ľr politische Bildung (BpB) sein. Diese Vorfeldorganisation des Bundesinnenministeriums verbreitet in Schulen den Film "Paradise Now", in dem die Selbstmordattentate und ihre Vorbereitung verniedlicht und verf√§lscht werden. Der letzte Streich des BpB ist die Aufnahme des notorischen Islamisten Ibrahim El-Zayat, des Vorsitzenden der Islamischen Gemeinschaft e.V., als "Experte f√ľr Integrationsfragen" in die BpB-Expertenkartei.

BpB-Pr√§sident Thomas Kr√ľger leugnet nicht den islamistischen Hintergrund El-Zayats: "Wir k√∂nnen auch kontroverse Personen aus dem islamistischen Bereich nicht g√§nzlich au√üen vor lassen, wenn wir eine sachgerechte Meinungsbildung unterst√ľtzen wollen.", so Kr√ľger in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt". Der Begriff "islamistisch" steht im Gegensatz zu "islamisch" f√ľr Extremismus und Terror.

Dann aber wird BpB-Pr√§sident Thomas Kr√ľger auf Grund der zahlreichen Proteste doch nachdenklich - er mag auch an seine Karriere denken, und nun handelt es sich pl√∂tzlich um einen Irrtum, und die Site mit den Daten des "Experten f√ľr Integrationsfragen" wird vom Netz genommen. Der Irrtum ist vielmehr, im BpB Personal einzustellen, das nichts dabei findet, Islamisten als Experten f√ľr Schulen zu empfehlen. (20)

Ibrahim El-Zayat und seiner Ehefrau Amena wird von Tariq Ramadan neben Yusuf Kuhn f√ľr die ausgezeichnete Zusammenarbeit bei der Erstellung der deutschen Ausgabe des genannten Buches "To be a European Muslim" im Vorwort gedankt: "Ich bin ihnen sehr dankbar und meine Gebete begleiten sie. Ohne die Mitwirkung von Ibrahim und Amena El-Zayat w√§re das vorliegende Buch gewiss nicht erschienen. Daf√ľr m√∂chte ich ihnen an dieser Stelle herzlich danken." (21)

Sollen wir nun unsererseits BpB-Pr√§sident Thomas Kr√ľger daf√ľr danken, da√ü er den Schulen Experten und Lehrmittel zur Islamisierung Deutschlands an die Hand gibt?

Tariq Ramadans Unterricht in Genf und Fribourg ist beendet

Tariq Ramadan ist laut Auskunft der Fribourger Zeitung La Libert√©, vom 29. Januar 2004, bis zum Fr√ľhjahr 2004 Studiendirektor f√ľr Philosophie am Coll√®ge de Saussure, einem Gymnasium. (22)

"Professor" ist in Frankreich nicht nur der Titel f√ľr Hochschullehrer, sondern auch f√ľr Lehrer an Gymnasien, unserem Studienrat zu vergleichen. Michel Gurfinkiel schreibt unter dem Titel "Ramadan im Herzen der Kirche", wie die francophonen Medien den Prediger mal als Lehrer, mal als Universit√§tsprofessor vorstellen, Tariq Ramadan selbst nennt sich auf seiner eigenen Web Site Professor. In seiner franz√∂sischen Biographie informiert er dar√ľber, da√ü er von 1988 bis 1992 als Doyen am Coll√®ge de Gen√®ve lehrt, also vor seinem Aufenthalt in Kairo. (23)

Es mag seiner Stilisierung als Hochschulprofessor entgegenstehen, da√ü er bis Fr√ľhjahr 2004 Gymnasiallehrer ist. Die einfachen Fakten einer Biographie bereits werden von Tariq Ramadan doppeldeutig und verschwommen pr√§sentiert, oder, wie im Fall des Interviews mit Egypt Today durch Aufz√§hlung angeblicher akademischer Titel √ľberladen. (10)

Michel Gurfinkiel jedenfalls weist darauf hin, daß Tariq Ramadan Lehrer am Collège de Saussure und zusätzlich als Kursleiter einer der gelegentlichen wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität Fribourg ist: (24)

"Das hat an sich nichts Unehrenhaftes. Man kann annehmen, daß Tariq Ramadan selbst ohne akademischen Titel ein guter Philosoph ist, oder daß er die islamische Theologie besser kennt als mancher westliche durch akademische Kurse gegangene Spezialist aus der Schweiz, aus Frankreich oder den USA. Aber ein Titel ist ein Instrument. Oder eine Waffe. Als ordentlicher Hochschulprofessor könnte Ramadan in die öffentliche Debatte mit einer Sicherheit eingreifen, die er bislang nicht besitzt. Das ist diese Waffe, die ihm (die Universität) Notre Dame heute schenkt."

Man kann es leicht herausfinden. Tariq Ramadan unterrichtet bis einschließlich Windersemester 2003/2004 alle zwei Wochen zwei akademische Stunden "Islamologie" an der Universität von Fribourg. Dieser Kurs wird bereits vor der beabsichtigten Übersiedlung des Lehrbeauftragten Tariq Ramadan aus dem Programm des Sommersemesters (2004) entfernt. (25)

Die rechtsextreme Web Site Altermedia.info nimmt sich des Tariq Ramadan an und zitiert den Artikel der Fribourger Zeitung La Libert√©, vom 29. Januar 2004. "Tariq Ramadan geht auf Distanz zur europ√§ischen Szene", schreibt das Blatt. Der Studiendirektor f√ľr Philosophie am Genfer Coll√®ge de Saussure hat ein Jahr unbezahlten Urlaub genommen. (22) Zur gleichen Zeit erkl√§rt Tariq Ramadan vor den Medien, da√ü er zum Sommer an die Katholische Universit√§t Notre Dame, Bundesstaat Indiana/USA, in die N√§he von Chicago, wechseln werde. Dort werde er am Joan B. Kroc Institute als "Luce Professor of Religion Conflict and Peacebuilding" wirken. (26) Diese Information kann der Prediger desto sicherer geben, als er am 17. und 18. Januar 2004 von den britischen und US-Au√üenministerien als Keynote Speaker zum Arab Western Summit of Skills nach Berlin eingeladen wird, wo man ihm bedeutet haben wird, da√ü alles klargehe. Eine Green Card f√ľr die USA hat er allerdings zur Zeit der Ank√ľndigung noch nicht. (27)

In und um Chicago befinden sich Zentren der islamistischen Aktivit√§ten. Tariq Ramadan, mit professoralen Weihen, h√§tte exzellente M√∂glichkeiten der Missionierung vorgefunden. Auf seiner Web Site breitet er dann entsprechend seine Entt√§uschung √ľber die kurzfristige Absage der US-Regierung aus. Die Absage erfolgt auf Grund von Bestimmungen des US Patriot Act. Einzelheiten √ľber die Gr√ľnde der Absage werden dem Antragsteller nicht mitgeteilt. In seiner Kurzbiographie nennt er sich, obgleich er nun den Lehrstuhl nicht besetzen wird, dennoch "Professor". Er ist nicht der erste Islamist, der sich mit akademischen Titeln schm√ľckt, deren Erwerb im Dunkeln liegt. 20 B√ľcher und 700 Artikel zu verfassen, Vortr√§ge und Predigten in aller Welt zu halten und Mitglied zahlreicher internationaler Organisationen und Lenkungsaussch√ľsse zu sein, macht jedenfalls noch keinen Professor aus. (28)

Wohin mit dem Philosophen des Flickwerkes?

Ob die USA die Ablehnung noch einmal √ľberdenken, ist nicht klar. Er soll Anfang Oktober einen erneuten Antrag auf eine Green Card gestellt haben, und er berichtet, die USA seien heute bereit, ihm die Green Card auszustellen. W√§hrend der Wartezeit bedient sich die britische Regierung des Tariq Ramadan. Im September 2005 wertet sie ihn auf und beruft ihn in eine 13-k√∂pfige Kommission zur Untersuchung der Gr√ľnde f√ľr islamistischen Terror. (29) Anschlie√üend ist er "Visiting Fellow", Forschungsstipendiat, am St Anthony´s College der Oxford Universit√§t, wo er, vom 19. Oktober bis 30. November 2005, vier Vortr√§ge zur Reform klassischen Herangehens an das Scharia-Recht h√§lt: "Toward Reform of Classical Approaches to Usul al-Fiqh". Auf seiner Site benennt er sich "Visiting Professor at Oxford St Antony´s College". (30)

Inzwischen greift die bl√ľhende Phantasie des Tariq Ramadan auch auf die Medien √ľber. F√ľr die Zeitung "Al-Guardian" hat Tariq Ramadan gleich zwei Doktortitel, woher hat sie das nur? Aus Egypt Today? Und wozu braucht der Mann so viele Titel?

Vielleicht, weil seine Philosophie Flickwerk ist, das von einem Titel nicht abgedeckt werden kann, oder weil es f√ľr die eine und f√ľr die andere Seite der Ambivalenz je eines Titels bedarf, oder zur Belohnung, weil er schon im "Guardian" den Vergleich mit sich und den Juden bringt? (31)

"Ramadan sagt, eine Kampagne laufe gegen ihn. ´Was √ľber mich heute gesagt wird, ist genau das, was √ľber die Juden in den 30er und 40er Jahren gesagt wurde. √úber doppelte Loyalit√§t, zu sagen, ich w√§re zu keiner Seite loyal´."

Tariq Ramadan nimmt sich neu gegr√ľndeter Stiftungen an

Nun kann es also sein, da√ü die USA ihm doch eine Green Card ausstellen, oder da√ü die Universit√§t Oxford ihm eine Gastprofessur anbietet, so da√ü er endlich seinen Titel legal f√ľhren k√∂nnte, und nicht mehr mit "professeur=Studienrat" tricksen m√ľ√üte. In seiner franz√∂sischen Biographie kommt seine Lehrt√§tigkeit an der Universit√§t Fribourg gar nicht vor. Um sich ins professorale Gesch√§ft zu bringen, arbeitet er auch als Senior Research Fellow, als h√∂herer Forschungsstipendiat, bei der Lokahi Stiftung, mit Sitz in London. Die ist eine Neugr√ľndung diesen Jahres der auf Hawaii geborenen Engl√§nderin Gwen Griffith-Dickson, die Kulturbr√§uche aus Hawaii nutzen will, um religi√∂se Zwietracht aufzul√∂sen. Die Stiftung rekrutiert Personal und sucht finanzielle Hilfe. Da ist Tariq Ramadan mit seinem "Tawhid=Einheit" goldrichtig. Hawaiisch hei√üt lokahi Gemeinschaft f√ľr Einheit und Harmonie, und Petrodollar kann er auch einbringen. Obgleich die Stiftung offiziell noch gar nicht er√∂ffnet ist, hat sie doch schon einen Auftrag: "eine Anfrage der britischen Regierung, sich die Beziehungen zwischen dem FBI und der muslimischen Gemeinschaft in Kalifornien anzusehen und die britische und die US-Methoden zu vergleichen." Dabei kann Tariq Ramadan sicherlich wertvolle Hilfe leisten. (32)

Wem der Name Gwen Griffith-Dickson nichts sagt, dem kann durch Googeln von "Gwen Griffith Dickson Tariq Ramadan" geholfen werden. Man st√∂√üt auf Teil 2 eines langen zweiteiligen Artikels in der Asia Times, Hong Kong, vom 8. November 2005. Es wird berichtet von einem in √Ągypten geborenen irischen Staatsb√ľrger, Professor Bashir Musa Mohammed Nafi, der Geschichte und Islamwissenschaft in London lehrt, ein Anh√§nger der Lehren des Ibn ´Abd al-Wahhab ist und in Florida gerade einer terroristischen Verschw√∂rung, aus dem Jahre 2003, im Rahmen des Pal√§stinensischen islamischen Djihad (PIJ), zu Mord und K√∂rperverletzung von Personen au√üerhalb der USA angeklagt ist. Die Anklage wirft ihm vor, Mitbegr√ľnder des PIJ und der F√ľhrer des PIJ in Gro√übritannien zu sein. Diese Person h√§lt Gwen Griffith-Dickson dennoch f√ľr einen "hochrespektablen" Mann, den sie f√ľr seine Bem√ľhungen lobt, "mit Energie und Engagement kritisches Denken √ľber religi√∂se Fragen und akademische Ausgewogenheit unter Studenten zu ermutigen und so die gesellschaftliche Verantwortung zu f√∂rdern." (33)

Einmal in London als Berater der britischen Regierung, h√§lt Tariq Ramadan auch einen Vortrag bei der Young Foundation. Leider hat die es bislang nicht geschafft, den versprochenen Vortragstext auf ihre Site zu setzen. Schade; denn man h√§tte gern gelesen, was der Prediger zum Thema "Der Platz des Islam in nicht-islamischen Gesellschaften" gesagt hat. Im Grunde aber reicht schon die √úberschrift zu verdeutlichen, da√ü f√ľr Tariq Ramadan der Islam das einzige ist, was z√§hlt. Sofort auffallen w√ľrde diese Ungeheuerlichkeit, wenn man sie in einen anderen Satz packte: "Der Platz des L√∂wen im Nicht-L√∂wen-Rudel". Der L√∂we ist hier das allein erw√§hnte Tier. Das f√§llt jedem sofort auf: kein anderes Tier hat einen Namen.

Die Formulierung zeigt, da√ü au√üer "Islam" nichts erw√§hnenswert ist, nichts existiert. Wie Muslime in einer vorherrschend nicht-muslimischen Gesellschaft des Westens ein authentisches Leben f√ľhren k√∂nnen, hei√üt: wie kann der Westen am besten genutzt werden, ohne da√ü die Muslime mehr als den geringstm√∂glichen Beitrag an die nicht-muslimische Welt leisten. Eine solche Einstellung zeugt von abgrundtiefer Verachtung alles Nicht-Islamischen. Die Juden sind auf Grund ihrer strategischen N√§he als erste betroffen. (34)

Die gleiche Einstellung zeigt sich in dem schon andernorts zitierten Artikel "Die ersten Steine", wo er den grundlegenden Werten der Verfassung der westlichen Staaten eine klare Absage erteilt. Sie sind den Muslimen nur √§u√üerlich, durch Vertrag, auferlegt. Teile der Verfassung, die nicht dem "verf√ľgten islamischen Prinzip" entsprechen, sind f√ľr die Muslime in Europa schon heute nicht g√ľltig, sie widersprechen den √úberzeugungen und der Identit√§t der Muslime. Der Prediger fordert die Muslime indirekt auf, daran zu arbeiten, den Tag herbeizuf√ľhren, da der "moralische, gesellschaftliche und politische Vertrag" mit den Ungl√§ubigen zugunsten einer vollst√§ndigen Herrschaft des Islams endlich aufgek√ľndigt und der nicht im Einklang mit der Scharia stehende Teil der Verfassung au√üer Kraft gesetzt werden kann. (35)

Schaut man sich die Young Foundation genauer an, so ist auch sie in diesem Jahr gegr√ľndet worden, und zwar durch die Zusammenlegung des Institute of Community Studies mit dem Mutual Aid Centre. Motto: Soziologische Familien- und Gruppenforschung und gesellschaftliche Neuerung. Nach dem Tode Michael Young´s, Lord Young of Dartington, des Gr√ľnders der beiden genannten sowie von an die sechzig weiteren gesellschaftlichen und Wohlfahrtsvereinigungen scheint eine Umstrukturierung stattgefunden zu haben. Auch diese neue Institution, die Young Foundation, wird wie die Lokahi Foundation Geld ben√∂tigen. Tariq Ramadan ist zur Stelle, bei den von Michael Young eingerichteten Wohlfahrtsvereinigungen in den Betrieb einzutreten und sie im Sinne der weiteren Islamisierung Europas als "Wirtspflanzen" zu benutzen. (36)

Tariq Ramadan vermittelt den Islam √ľberall in Europa

Tariq Ramadan orientiert sich, dem Europagedanken verpflichtet, auch nach Spanien. Dort erh√§lt er eine Einladung der Fundaci√≥n Atman para el Di√°logo entre Civilizaciones, der Atman Stiftung f√ľr den Dialog zwischen Zivilisationen, einer der Sozialistischen Partei des Jose Luis Rodriguez Zapatero verbundenen Stiftung, zu einer hochrangigen Konferenz zum Thema "Allianz der Zivilisationen", nach Madrid, Ende Oktober 2005. Pr√§sident der Stiftung, die "gegen den Anstieg von Dogmatismus und Intoleranz k√§mpft", ist Farshad Zandi, Gesch√§ftsf√ľhrender Vorsitzender der Gesellschaft Trade Petroleum. Mitglieder der spanischen Regierung, der ehemalige Ministerpr√§sident Felipe Gonz√°lez sowie der Theologe Leonardo Boff sind im Vorstand und im Beraterstab der Fundaci√≥n Atman para el Di√°logo entre Civilizaciones vertreten. (37)

Der Theologe Leonardo Boff ist meinen Lesern kein Unbekannter. Er kommt von der brasilianischen Befreiungstheologie und befa√üt sich in den letzten Jahren mit einer "neuen Spiritualit√§t". Er lehrt, da√ü der Mensch die spirituelle Dimension als objektive Dimension des Kosmos entdecken werde. Da hat er mit dem Spiritualisten Tariq Ramadan vieles gemein, unter anderem Bewunderung f√ľr den Holocaust-Leugner Roger Garaudy; denn Leonardo Boff ist einer der drei lebenden Autoren des im Juni 2000 im Verlag L´Harmattan ver√∂ffentlichten Buches von Roger Garaudy mit dem Titel "Le XXIe Si√®cle. Suicide plan√©taire ou r√©surrection?" Das 21. Jahrhundert. Planetarer Selbstmord oder Wiedergenesung? (38)

In diesem erlauchten Kreise redet au√üer dem spanischen Ministerpr√§sidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero, dem Au√üenminister Miguel √Āngel Moratinos und dem t√ľrkischen Staatsminister f√ľr religi√∂se Angelegenheiten Mehmet Aydin auch Tariq Ramadan, am 28. Oktober 2005. (39)

Zwei geladene Gäste des Partido Popular (PP) verzichten daraufhin auf die Teilnahme an der Konferenz. Einer der beiden ist Gustavo de Arístegui, der auf seinem Blog eine treffende Einschätzung der Gefahr gibt, die von dem weltgewandten islamistischen Prediger ausgeht. (40)

Diesem "Ersten Atman Treffen der internationalen Debatte" sei ein voller Erfolg beschieden, liest man auf der Atman Web Site. Sie findet statt unter gro√üer Beachtung der Medien, ist doch Teresa Aranda, die Gattin des Gesch√§ftsf√ľhrenden Vorsitzenden Juan Luis Cebri√°n der Kommunikationsgesellschaft PRISA Stellvertretende Pr√§sidentin der Stiftung. (41)

Spannend ist es zu warten, wie die Entscheidung √ľber die Green Card in den USA ausgeht, sollte Tariq Ramadan tats√§chlich im Oktober einen Antrag gestellt haben. Im f√ľr Tariq Ramadan postiven Fall w√§ren die angels√§chsischen Islamisierungsprojekte besser zu koordinieren. Der Prediger, Gastprofessor oder gar ordentliche Professor an der University of Notre Dame, k√∂nnte sie durch seine charismatische Per√∂nlichkeit lenken, und es w√§re nicht wieder so wie bei seinem Vater Said Ramadan, dem es durch Einreiseverbot 1967 verwehrt wird, an der Seite des jordanischen K√∂nigs Jerusalem vor den Juden zu retten.

19. November 2005

Prof. Dr. Reinhard Schulze schickt, am 25. November 2005, an Samuel Laster, den Herausgeber der "J√ľdischen", eine Gegendarstellung

Sehr geehrter Herr Laster,

In dem Beitrag von Frau Gudrun Eussner in DIE J√úDISCHE vom 21.11.2005 [auch http://www.eussner.net/artikel_2005-11-19_05-29-16.html], der den Titel tr√§gt: "Prof. Dr. Tariq Ramadan - 12 Jahre im Dienste des europ√§ischen Islamismus" wird √ľber mich folgende Feststellung getroffen:

"Professor Reinhard Schulze, Leiter des Instituts f√ľr Islamwissenschaft und Neuere Orientalische Philologie der Universit√§t Bern, heutzutage bei sunnitischen Islamisten gern gesehener Gast, unter anderem auf der Buchmesse 2004, verfa√üt eigens ein spezielles Gutachten f√ľr den Rektor der Universit√§t Fribourg, um die akademische Qualit√§t der Arbeit zu bescheinigen."

Diese Darstellung ist falsch. Richtig ist, dass ich auf der Buchmesse 2004 in Frankfurt nicht anwesend war. Ausserdem ist es falsch zu behaupten, ich sei ein gern gesehener Gast bei sunnitischen Islamisten. Richtig ist, dass ich niemals Gast bei einer islamistischen Vereinigung gewesen war.

Mit freundlichen Gr√ľssen
Prof. Dr. Reinhard Schulze
Dekan

Philosophisch-historische Fakultät Universität Bern

Mein Kommentar

Prof. Dr. Reinhard Schulze hat dem wichtigsten Teil der √Ąu√üerung, der Aff√§re der Dissertation des Tariq Ramadan nicht widersprochen. F√ľr eine Propagandaschrift hat er ein positives Gutachten erstellt. In meinem Artikel √ľber die Frankfurter Buchmesse 2004 habe ich allerdings Prof. Dr. Reinhard Schulze zum Erstgutachter der Dissertation erhoben. Das habe ich in dem obigen Artikel korrigiert: Vorsitzender des neuen Gremiums und Erstgutachter wird der Religionswissenschaftler der Antike Professor Philippe Borgeaud, Forscher √ľber das griechische Labyrinth in seinem Kontext, √ľber die Mutter der G√∂tter, √ľber Orpheus und den Gott Pan samt panischer Angst.

Wenn Prof. Dr. Reinhard Schulze nicht auf der Buchmesse 2004 war, so war er doch als Diskutant eingeladen. Das Symposium stand unter der Schirmherrschaft der saudischen Arab Thought Foundation, einer politischen Institution zur Vermittlung "korrekten islamischen Denkens". Siehe dazu die Seite 2 des offiziellen Programms der Buchmesse 2004. 6. Oktober 2004: Symposium "Arabische und deutsche Kultur im Dialog - eine Chance f√ľr die Orientalistik". Das Programm ist heute noch unver√§ndert im Internet aufzurufen.

Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2004
http://www.ehrengast-arabische-welt.de/img/PRG_Arabische_Wel t.pdf

Arab Thought Foundation
http://www.arabthought.org/ATF/English/

Islamisten und deren Freunde auf der Frankfurter Buchmesse 2004 - eine Nachlese
http://www.eussner.net/artikel_2004-10-14_14-45-41.html

Ich habe nicht von islamistischen Vereinigungen geschrieben, sondern von Islamisten. Mit dem Salafisten Tariq Ramadan ist Prof. Dr. Reinhard Schulze sehr verbunden. Man google "Tariq Ramadan - Reinhard Schulze". Prof. Dr. Reinhard Schulze findet nichts dabei, wenn Dr. Tariq Ramadan unter "Universit√§t Fribourg" firmiert, wo er als Lehrbeauftragter alle zwei Wochen eine Doppelstunde Einf√ľhrungen in den Islam hielt. Die Universit√§t hat von sich aus diese "Kurse" gestrichen. Dr. Tariq Ramadan war "professeur" bzw. "Doyen", Studienrat bzw. Studiendirektor, an einem Gymnasium in Genf, dem Coll√®ge de Saussure, bevor er sein mi√üratenes US-Abenteuer gestartet hat.

29. November 2005

Quellen

(1) Philippe Borgeaud
http://www.unige.ch/lettres/antic/HR/Borgeaud.html

(2) Richard Friedli, Professor f√ľr Missiologie und Religionswissenschaft an der Theologischen Fakult√§t der Universit√§t Freiburg
http://www.unifr.ch/sr/fr/collab/FriedliR.htm
http://www.unifr.ch/imr/

(3) La th√©ologie au service d´une strat√©gie politique, par Antoine Menusier, Le Figaro, 31 janvier 2004. Islam politique : la France en ligne de mire. NoxMorTus, 31 janvier 2004
http://discuss.agonist.org/yabbse/index.php?board=12;action=display;threadid=16838

(4) Un pamphlet antisémite circule dans les milieux propalestiniens radicaux. Xavier Ternisien, Le Monde, 13 juin 2002
http://moise.sefarad.org/belsef.php/id/826/

(5) Aux sources du nouveau musulman, par Mondher Sfar, Paris. Studies in Religion / Sciences Religieuses. Revue canadienne/ A Canadian Journal, Volume 28 Number 3 / 1999
http://info.wlu.ca/~wwwpress/jrls/sr/issues-full/28.3/sfar.fr.html

(6) Aux sources du nouveau musulman. D¬īal-Afghani √† Hassan al-Banna un si√®cle de r√©forme islamique, par Tariq Ramadan. Coll. "R√©ligion en dialogue", Paris Bayard Editions/Centurion, 1998

Aux sources du renouveau musulman. D´al-Afghani √† Hassan al-Banna - un si√®cle de r√©forme islamique, par Tariq Ramadan. √Čditions Tawhid, Lyon 2002
http://images.amazon.com/images/P/2909087972.08._SCLZZZZZZZ_ .jpg

(7) Trying to Bridge A Great Divide. By Nicholas Le Quesne, Time Magazine
http://www.time.com/time/innovators/spirituality/profile_ram adan.html

(8) Ce que j´ai toujours dit. R√©ponse √† Bernard-Henri L√©vy, Oumma.com, 5 novembre 2003
http://www.oumma.com/article.php3?id_article=757

(9) Innovators - Tariq Ramadan, tariqramadan.com, 28 septembre 2004
http://www.tariqramadan.com/article.php3?id_article=76

(10) Tariq Ramadan, by Rania al Malky, Egypt Today, The Magazine of Egypt, October 2004
http://www.egypttoday.com/article.aspx?ArticleID=2481

(11) Un entretien avec Christian Delorme sur les probl√®mes de l¬īimmigration. Propos recueillis par Philippe Bernard et Xavier Ternisien. Le Monde, 4 d√©cembre 2001
http://perso.wanadoo.fr/felina/doc/bfeuil/delorme.htm

(12) Aux sources du renouveau musulman, Bayard √©ditions, pp. 368 et 372. Tariq Ramadan l´√©nigmatique (Le Monde du 29/09/00). Par Xavier Ternisien, lundi 2 octobre 2000
http://oumma.com/article.php3?id_article=89

(13) Quand le journaliste se fait chercheur. A propos du dernier livre de X. Ternisien sur les ¬ę Fr√®res Musulmans ¬Ľ Par Vincent Geisser, Oumma.com, 4 avril 2005
http://www.oumma.com/article.php3?id_article=1451&var_recher che=xavier+ternisien

Der Islamist Tariq Ramadan: "verunglimpft wie ein muslimischer Jude". Darin: Tariq Ramadan, seine Freunde und die Konvertiten. 15./16. November 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-11-15_23-54-57.html

(14) Muslimsein in Europa. Auf dem Wege. Vorwort zur deutschen Ausgabe. Tariq Ramadan, Genf, Mai 2001. Amana Online, Leseprobe, vom 20. Dezember 2001
http://www.amana-online.de/pp/aa/muslimsein/tr_muslimsein_03 .shtml

(15) The world of bin Laden: no drinks, no gambling, no pictures of women. By Francis Harris in Washington, news.telegraph, November 17, 2005
http://www.telegraph.co.uk/news/main.jhtml?xml=/news/2005/11 /17/wladen17.xml

(16) Es musste so kommen: Bin Laden f√ľrs Kyoto-Protokoll! Gepostet von Dirk Maxeiner, Tagebuch der Achse des Guten, 18. November 2005
http://www.achgut.de/dadgd/view_article.php?aid=1337&ref=0

(17) Demonstrationen vor dem Redaktionsgeb√§ude. Erbitterter Streit √ľber Mohammed-Karikaturen. Handelsblatt, 31. Oktober 2005
http://www.handelsblatt.com/pshb?fn=tt&sfn=go&id=1130651

(18) Gewaltdebatte. Wer verbrennt wen? Von Alice Schwarzer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. November 2005
http://www.faz.net

(19) Berlin: Katholischer Rektor hilft Moschee-Verein. Geschrieben von Forum am 21. Februar 2004 23:30:18
http://f24.parsimony.net/forum60488/messages/23204.htm

(20) Bundeszentrale empfiehlt Islamisten als Experten, Die Welt, 18. November 2005
http://www.welt.de/data/2005/11/18/805129.html

Dipl.Vw. Ibrahim F El-Zayat - Fehler 404 - Seite nicht gefunden!
http://www.bpb.de/wissen/GJ8R3K,0,0,Referent_Detailseite.htm l?rid=586

(21) Vorwort zu Muslimsein in Europa. Untersuchung der islamischen Quellen im europäischen Kontext. Von Tariq Ramadan. Leseprobe, Amana Online, 20. Dezember 2001
http://www.amana-online.de/pp/aa/muslimsein/tr_muslimsein_03 .shtml

(22) Tariq Ramadan n´enseignera plus √† l´Universit√© de Fribourg. La Liberet√©, Fribourg, 29 janvier 2004. Altermedia.info
http://ch.altermedia.info/gnral/tariq-ramadan-nenseignera-pl us-luniversit-de-fribourg_300.html
http://ch.altermedia.info/date/2004/01/

Coll√®ge de Saussure. Ecole d´enseignement g√©n√©ral. Les √©coles du postobligatoire. Site officiel de l´√Čtat de Gen√®ve
http://www.geneve.ch/po/infos_generales/liste_ecoles_po/welc ome.html

(23) Tariq Ramadan. Biographie, 25 ao√Ľt 2004
http://www.tariqramadan.com/rubrique.php3?id_rubrique=11

Tariq Ramadan. Biography. 22 August 2004
http://www.tariqramadan.com/rubrique.php3?id_rubrique=13;

(24) Ramadan au cŇďur de l´√Čglise. Par Michel Gurfinkiel. Valeurs Actuelles n¬į 3507 paru le 13 F√©vrier 2004
http://www.valeursactuelles.com/magazine/monde/index.php?num =3507&position=0&nb=1

(25) Autres cours. Let-7 Ramadan Tariq Islam III: Introduction III; mercredi, 15-17 h. (tous les 15 jours) (164)
http://www.unifr.ch/imr/E40page_anglais24.htm

(26) The Joan B. Kroc Institute for International Peace Studies
http://kroc.nd.edu/

(27) Agenda. Arab Western Summit of Skills, Berlin, Germany, January 17-18, 2004
http://www.awsummit.org/agenda.htm

Tariq Ramadan bei Eddie Freddie: super Taqiya. Wir wollen froh sein, daß wir ihn los sind! 16. Februar 2004
http://www.eussner.net/artikel_2004-03-17_23-28-23.html

(28) Tariq Ramadan. Biographie. 25 ao√Ľt 2004
http://www.tariqramadan.com/rubrique.php3?id_rubrique=11

(29) Muslim Scholar Whom U.S. Barred From Notre Dame Will Take Post at U. of Oxford, by Aisha Labi. The Chronicle of Higher Education/Campus Watch, August 31, 2005
http://www.campus-watch.org/article/id/2171

UK picks Tariq Ramadan for anti-terror panel, by Robert Spencer. Dhimmi Watch, by Robert Spencer, August 31, 2005
http://www.jihadwatch.org/dhimmiwatch/archives/007919.php

(30) Dr Tariq Ramadan. Visiting Fellow at St Antony´s College. St Anthony¬īs College, Oxford
http://www.sant.ox.ac.uk/mec/middleeastlectures.shtml#tariq

(31) Tariq Ramadan: Dream of a patchwork philosopher. By Polly Curtis. The Guardian, October 4, 2005
http://education.guardian.co.uk/higher/profile/story/0,11109 ,1583864,00.html

(32) Londoner taps Hawaiian precepts to ease religious strife. By By Ron Staton. Associated Press. News Starbulletin.com, June 13, 2005
http://starbulletin.com/2005/06/13/news/story7.html

(33) CRISIS OF FAITH IN THE MUSLIM WORLD. PART 2: The Islamist response. By Spengler, Asia Times, 8 November 2005
http://www.atimes.com/atimes/Front_Page/GK08Aa01.html

Nafi, Bashir. MITP Terrorism Knowledge Base
http://www.tkb.org/KeyLeader.jsp?memID=157

Weblog. Basheer M. Nafi, Co-Editor and Accused Terrorist. Daniel Pipes, August 19, 2005
http://www.danielpipes.org/blog/494

(34) Professor Tariq Ramadan. The Young Foundation
http://www.youngfoundation.org.uk/?p=152

(35) Les premi√®res pierres, par Tariq Ramadan, tariqramadan.com, 30 ao√Ľt 2005
http://www.tariqramadan.com/article.php3?id_article=0401

(36) The Young Foundation. Our History
http://www.youngfoundation.org.uk/?p=19

(37) Fundación Atman
http://www.fundacionatman.org/

(38) Woher der Wind weht ... √úber Auschwitzleugner, Judenhasser und Israelfeinde beim Verlag L¬īHarmattan und an der Universit√§t Paris 8, St Denis, 6. November 2002
http://www.eussner.net/artikel_2004-05-25_19-33-56.html

(39) PSOE-linked foundation hosts radical Islamist banned from US, France. The Spain herald, October 24, 2005
http://www.spainherald.com/1808.html

The Atman Encounter. A success! fundación Atman, 31.10.2005
http://www.fundacionatman.org/index.php?s=not_311005

(40) Monstruos disfrazados. El Blog de Gustavo de Arístegui. 25.10.2005
http://blogs.periodistadigital.com/aristegui.php/2005/10/25/ monstruos_disfrazados

(41) encuentro atman 2005. √Čxito del primer Encuentro Atman de Debate Internacional. Fundaci√≥n Atman, 31.10.2005
http://www.fundacionatman.org/index.php?s=not_311005



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