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Eine leuchtende Episode der Arabienpolitik des Jacques Chirac. Dokumentation

Der Präsident Frankreichs "verhält sich wie ein echter Araber"

Die syrische Regierung bedrohte die anderen Länder der Region: wenn die sie betreffende Untersuchung über die Ermordung des Rafic Hariri weiter mit dem von den Vereinten Nationen eingesetzten deutschen Richter Detlev Mehlis durchgeführt werde, würde sie nicht zögern, Unruhen zu provozieren, die sämtliche Monarchien der Golfregion erschüttern würden. Der offiziell den Machenschaften des Bashar al-Assad feindlich gesonnene König Abdallah von Saudi-Arabien änderte daraufhin unvermittelt seine Ansicht und bat Kofi Annan, der syrischen Regierung nachzugeben. Präsident Chirac, dessen freundschaftliche Beziehungen zu Rafic Hariri bekannt sind, empfing im Präsidentenpalast Elysée den Abgesandten des Königs Abdallah Prinz Bandar Bin Sultan, den Chef des nationalen Sicherheitsrates Saudi-Arabiens. Während der Unterredung bekräftigte Chirac zunächst, daß er alles ablehne, was als eine Behinderung der Untersuchung des Mordes an seinem Freund erscheine. Zum Schluß gab er den Einlassungen der Saudis nach und akzeptierte, daß Syrien der Aufforderung des Richters nicht nachkommen müsse, den Chef des syrischen militärischen Geheimdienstes General Assef Shawkat zu vernehmen, der dringend verdächtigt wird, das Attentat organisiert zu haben. Deshalb demissionierte Richter Mehlis umgehend, und der Belgier Serge Brammetz ist von nun an mit dem Fall betraut. Damit verdiente sich Chirac des Königs Abdallah Lobgesang, der in Asharq al-Awsat, der in London herausgegebenen arabischen Zeitung, nachzulesen ist:

"Der Präsident Chirac (...) ist eine edle, aufrechte und anständige Persönlichkeit, die sich wie ein echter Araber verhält", qui se comporte comme un vrai Arabe. Von jetzt an versteht man, warum der Präsident der Republik urteilte, daß unsere Veröffentlichung (der dänischen Karikaturen, G.E.) eine "Provokation" wäre.

Philippe Val, Herausgeber und Redaktionsdirektor, Charlie Hebdo Nr. 713, 15. Februar 2006, S. 2 - freie Übersetzung von mir.

Prinz Bandar Bin Sultan

Seit Juli 2005 ist bekannt, daß der persönliche Freund von vier US-Präsidenten Prinz Bandar Bin Sultan nach 22 Jahren vom Botschafterposten in Washington zurücktritt. Sein Vater Prinz Sultan bin Abdul Aziz ist der vierte Sohn der "al-Sudeiri Seven". Die Geschäftsbeziehungen des Prinzen Bandar im Rüstungs- und Militärbereich können in der Washington Post nachgelesen werden. Man gewinnt einen Eindruck, warum die USA sich im Krieg gegen den Terrorismus Saudi-Arabiens nicht intensiver annehmen. Prinz Bandar scheint im Nachfolgekampf, der beim Tode des heute 82-jährigen als moderat geltenden Königs Abdullah einsetzen wird, seine Anwesenheit in der saudischen Hauptstadt der in Washington vorzuziehen. (*)

(*) Saudi-US Relations. Top Saudi Diplomatic Post in Washington to Change Hands. Information Service Newsletter - July 18-24, 2005 - #118
http://www.saudi-us-relations.org/newsletter2005/saudi-relat ions-118.html

Die Quelle des Terrorismus liegt in Saudi-Arabien, vom 13. Oktober 2001 - ergänzt am 3. August 2005
http://www.eussner.net/artikel_2004-06-24_20-42-32.html



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