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Der Effekt Dieudonné - weitere rassistische Agressionen gegen Juden

Was bereits bei den Novemberkrawallen in den VorstĂ€dten Frankreichs zu beobachten ist, jetzt wird es immer offensichtlicher: Die afrikanisch- und die arabisch-stĂ€mmigen muslimischen und nicht-muslimischen Immigrantensöhne verstehen sich bestens. Auch einige junge europĂ€isch-stĂ€mmige Konvertiten sind willkommen; denn der Islam und der Haß gegen die Juden vereint sie alle. Da gibt es keine rassistischen Unterschiede. Ist einer Muslim, so gehört er zur Ummah, haßt einer die Juden, ist das eine gĂŒltige Eintrittskarte in die Gruppe. Die Gang der Barbaren des Youssouf Fofana zeigt es deutlich.

Überwunden sind die Zeiten, da Araber auf Afrikaner hinabsehen, es herrscht Gleichberechtigung. Im Kampf gegen die Juden sind alle gleich.

Ob es sich aber ĂŒberhaupt um antisemitische Taten handelt bei den Agressionen gegen zwei 17- und 18-jĂ€hrige Juden, die am Freitagabend in der NĂ€he der Synagoge von Sarcelles von zwei Individus de type africain krankenhausreif geschlagen werden, und bei dem einen 28-jĂ€hrigen Juden, der am Samstag von fĂŒnf Individuen, davon vier schwarz- und eines nordafrikanisch aussehend, zu Boden geworfen und verletzt wird, wobei ihm sein Handy gestohlen und er mit Worten beleidigt wird, das weiß der Fernsehsender TF1/LCI zwei Tage spĂ€ter immer noch nicht: Antisemitische Agressionen in Sarcelles? fragt er auf seiner Site, um dann von antisemitischen Beleidigungen des Opfers zu berichten, das eine Kippa getragen hĂ€tte. Auch er muß sich im Krankenhaus behandeln lassen; sie haben ihm eine Schulter ausgerenkt. HĂ€tte er doch nur auf den Rat des Oberrabbiners Joseph Sitruk gehört und eine Baseball-Kappe statt seiner Kippa getragen!

Erst am Abend des 5. MĂ€rz Ă€ndert der Sender den Titel in "Der Antisemitismus steigt in unserem Lande an", wobei das aber nicht als Ansicht des Senders geĂ€ußert wird, sondern als Zitat des Abgeordneten des Val-d´Oise Dominique Strauss-Kahn, der, wie am Namen ersichtlich, selbst Jude ist. Die gojischen Redaktionsmitglieder verharren anscheinend noch auf dem Niveau der Frage, jedenfalls distanzieren sie sich durch das Setzen der AnfĂŒhrungszeichen vom Inhalt der Aussage. Das ist beste Art der französischen Medien, Diener der Arabienpolitik des Jacques Chirac. Dem können sie nicht in den RĂŒcken fallen.

Jacques Chirac befindet sich seit Sonntag, 5. MĂ€rz 2006, auf schwerer Verkaufsmission in Saudi-Arabien, wo er die Gewinne aus dem angestiegenen Erdölpreis recyclen will und dazu dem König Abdullah, autoritĂ€rem Herrscher ĂŒber ein Volk, das seine Frauen unterdrĂŒckt, so daß sie nicht einmal Auto fahren dĂŒrfen, allergrĂ¶ĂŸte Sympathie bekundet. Im "Parlament", dem Majlis, lobt er zehn Jahre nach seiner strategischen Partnerschaft mit Riadh die vom König im Geiste der Demokratie betriebene (sic!) saudische Politik der Erneuerung und des Wachstums sowie die Vermittlerrolle des Königreiches. Es dĂŒrften sogar einige Frauen in FĂŒhrungskreisen der saudischen Handelskammer arbeiten. Dies werde mit Sympathie in Frankreich und in der Welt verfolgt, versichert der abgehalfterte Mann, der sich herausnimmt, fĂŒr die Welt zu sprechen, obgleich er nicht einmal in seiner Hauptstadt gleichberechtigtes friedliches Zusammenleben von Christen, Muslimen und Juden und die Durchsetzung der Rechte der Frauen gewĂ€hrleistet. Er ist eben ein echter Araber! (1)

Aber zurĂŒck zu den Agressionen der letzten Woche gegen Juden. Wie auch im Fall des Mordes am DJ Lam.c werden Namen und Alter der Opfer ausfĂŒhrlich berichtet, nicht jedoch die Namen der TĂ€ter. Eines der Opfer sei der Sohn des Rabbiners der Synagoge von Garges-lĂšs-Gonesse. So können weitere "Judenfreunde" durch einfaches Nachschlagen im Telefonbuch die Adressen ausfindig machen und das Werk fortsetzen. Der Mord an Ilan Halimi setzt MaßstĂ€be. (2)

Um mehr zu erfahren darĂŒber, was Linke und Linksradikale zu den erneuten FĂ€llen des Antisemitismus mit Fragezeichen meinen, schaue ich auf der Site Bella Ciao nach. Dort findet sich nichts. Es ist kein Thema fĂŒr das Collectif Bella Ciao. Man kann sich schließlich nicht um alles kĂŒmmern. Themen sind der Vietnamkrieg der USA, ein Besuch im Britischen Museum, das AustellungsstĂŒcke zeigt, die aus den Kolonien entwendet wurden, wobei nicht mitgeteilt wird, daß es die meisten StĂŒcke gar nicht mehr gĂ€be, wenn man sie dort gelassen hĂ€tte, Themen sind weiterhin der isolierte Bush, die Reise in die partizipative Demokratie des Hugo ChĂĄvez, der MitbegrĂŒnder von ATTAC Manu Chao, der sich in Kuba mit ungeheurer Energie auftanken kann usw.

Auch ĂŒber eine Demonstration von 50 000 Menschen wird berichtet - in Indien, gegen den Besuch des US-PrĂ€sidenten. Eine Barbarei der italienischen Polizei gegen einen Marokkaner, der nur betrunken ist, fĂŒllt die Zeilen, und die Äußerungen des israelischen Botschafters in Rom, der - nein, nicht seine eigene Botschaft ĂŒbern Zaun entert und abfackelt, sondern der sich ĂŒber die Kandidatur auf der Liste der kommunistischen Partei zum italienischen Abgeordnetenhaus eines kĂŒrzlich eingebĂŒrgerten PalĂ€stinensers abfĂ€llig Ă€ußert und damit die diplomatischen Regeln verletze. So sind sie, die Israelis, kritisieren die Angriffe der von den dĂ€nischen Karikaturen beleidigten Muslime gegen westliche Botschaften, und machen letztlich nichts anderes. Auch sie verletzen die diplomatischen Regeln. (3)

DieudonnĂ© M´bala M´bala Penseur - Youssouf Fofana Tueur

Zum Thema Ilan Halimi gibt´s von Bella Ciao Schelte gegen die seit 50 Jahren herrschende Rechte, die habe mit ihrer Politik gegen die Immigranten letztlich verschuldet, was jetzt in dem Mord an Ilan Halimi kulminiert. Außerdem wird von der Web Site des PrĂ€sidentschaftskandidaten 2007 DieudonnĂ© das Foto eines Flugblatts gezeigt, das auf der Demonstration des CRIF verteilt wurde, und auf dem ZusammenhĂ€nge zwischen den antisemitischen Reden und Auftritten des DieudonnĂ© und dem Mord durch Youssouf Fofana behauptet werden. Unter den Fotos der beiden steht prĂ€gnant beim einen Denker und beim anderen Mörder. Denker steht unter dem Foto von DieudonnĂ©. (4)

Das KampagnenbĂŒro des DieudonnĂ© ist empört und interpretiert es so, daß der PrĂ€sidentschaftskandidat als instigateur, Verantwortlicher oder gar Anstifter des Mordes bezichtigt werden soll. Das Leben des Kandidaten sei nun gefĂ€hrdet. Alle Teilnehmer der Demonstration zum Angedenken an Ilan Halimi, vom 26. Februar 2006, werden aufgerufen das Flugblatt zu verurteilen. Wenn DieudonnĂ© etwas zustoßen wĂŒrde, dann wĂŒĂŸten wir, wer diesen Haß geschĂŒrt hat, und wir wĂŒrden alle politischen Konsequenzen daraus ziehen. Klar, die Juden wĂ€ren es, die diesen Haß schĂŒrten und entsprechend zu bestrafen wĂ€ren. Womit? Mit weiteren Morden? Jedenfalls tobt auf der Site von DieudonnĂ© die Empörung. SelbstverstĂ€ndlich wird einmal mehr Klage eingereicht, weil derartige Unterstellungen gerichtlich geklĂ€rt zu werden hĂ€tten. Wer schreibt die Zeilen? Die Leugnerin der Judenvernichtung und kritiklose PalĂ€stinenserfreundin Ginette Hess Skandrani, vom Komitee der Kampagne des Kandidaten DieudonnĂ©. So wĂ€chst zusammen, was zusammengehört. (5)

Mit der EinschĂ€tzung, daß die Juden selbst den Haß schĂŒren, kann Jean-François Kahn, der Herausgeber der Zeitschrift Marianne, sicher einverstanden sein; er macht bereits anlĂ€ĂŸlich der Rede des CRIF-PrĂ€sidenten Roger Cukierman auf dem unsĂ€glichen DĂźner des CRIF 2005 diesen verantworlich fĂŒr die Äußerungen des DieudonnĂ©. Jean-François Kahn stellt einen kausalen Zusammenhang her zwischen den Äußerungen Roger Cukiermans und denen des DieudonnĂ©. So sind einmal mehr die Juden schuld, wenn man sie beleidigt und verfolgt - es liegt an ihrem Verhalten. Juden sagen das selbst, angeblich sogar der Botschafter Israels in Paris! (6)

Der arme fehlinterpretierte DieudonnĂ©, was hat er mit dem Haß von Schwarzen auf die Juden zu tun? Wird er nicht immer von allem freigesprochen, das jemals in diese Richtung gedeutet werden könnte? Was ist beispielsweise mit seinem Auftritt als orthodoxer Jude mit Löckchen und schwarzem Hut und seinem Ruf Isra-heil ? bei Olivier Fogiel in dessen Sendung On ne peut pas plaire Ă  tout le monde, Man kann nicht jedermann gefallen? Ich ermutige die jungen Leute, die uns heute in den VorstĂ€dten zuschauen, ihnen zu sagen: konvertiert wie ich, versucht, Euch zu fangen, schließt Euch der Achse des Guten an, der amerikanisch-zionistischen Achse, ruft der Komiker dort, woraufhin einige SMS ĂŒber den Bildschirm geschickt werden, was in der Sendung ĂŒblich ist. Die Staatsanwaltschaft von Paris eröffnet gegen DieudonnĂ© ein Ermittlungsverfahren wegen Rassenhaß, aber der dreht den Spieß um und verklagt den Moderator von France 3, weil als Antwort auf seine Freundlichkeiten den Juden gegenĂŒber beleidigende SMS ĂŒbern Bildschirm laufen. (7)

DieudonnĂ© spricht am 16. Februar 2005 in Algerien die Judenvernichtung betreffend angeblich auch nicht als erster von der Pornographie der Erinnerung, sondern er zitiert nur die Historikerin Idith Zertal, die wiederholt versichert, den Begriff niemals gebraucht zu haben. Im englischen Text schreibe sie das sehr wohl, behauptet dagegen ihr Übersetzer Marc Saint-UpĂ©ry, fĂŒr den französischen hĂ€tte sie es nicht fĂŒr angebracht gehalten. So liefern nicht zuletzt auch Juden die Argumente fĂŒr DieudonnĂ©s Auftritte. (8)

Der KĂ€mpfer gegen den Zionismus erklĂ€rt am 28. April 2005 auf Radio Beur FM, was er darunter versteht: das Komplott richtet sich nicht nur gegen die Schwarzen, die Muslime und die Araber. Es richtet sich gegen alle Nicht-Juden. Deshalb sei der Kampf gegen den anti-gojischen Rassismus notwendig. IsmaĂ«l, ein junger Zuhörer, ruft ihm durchs Telefon auf den Sender: Ich bin ein Goi und darauf stolz! DieudonnĂ© antwortet: Ich auch. Zum Thema der Pornographie der Erinnerung habe er nie dergleichen gesagt, das sei eine Manipulation. Der Begriff stamme von der Historikerin ..., und da vergißt er deren Namen. Den Begriff findet er jedenfalls zutreffend.

Sehr schnell werde man von extremistischen Zionisten als Antisemit bezeichnet. Die behaupteten auch, die französische Justiz sei antisemitisch. Alle seien Antisemiten, wenn man mit diesen Zionisten nicht einverstanden sei. Man könne gegen die Justiz, Presse, gewisse Medien, gegen Bernard-Henri LĂ©vy oder Finkenkraut (sic) nichts ausrichten, sie hielten die Schwarzen fĂŒr Untermenschen. Mit dieser Art Persönlichkeiten gleite man allmĂ€hlich in die Negrophobie ab. Interessant ist, daß ihm wieder nur jĂŒdische Namen einfallen. Wenn es ihm darauf ankĂ€me, negrophobe Menschen zu finden, Menschen also, die die Schwarzen ablehnen bis hassen, brĂ€uchte er sich nur in eine Versammlung des Front National oder des Mouvement pour la France zu begeben. Der Front National aber ist inzwischen objektiv sein VerbĂŒndeter. Zutritt hĂ€tte er wohl bei beiden nicht. Beim Front National kann´s vielleicht noch werden.

Dem PrĂ€sidenten des CRIF unterstellt er in Frageform das Ziel, eine Schlammschlacht gegen Schwarze und Araber organisieren und Frankreich fĂŒr was auch immer teilen zu wollen - um den Interessen eines anderen Landes zu dienen?

DieudonnĂ© M´bala M´bala RĂ€cher der Sklaven

Den Juden, vor allem denen in den USA, lastet er den Sklavenhandel an, sie hĂ€tten damit gut ihr Leben fĂŒhren können. Er behauptet, die Juden hĂ€tten das Monopol auf den Schiffstransport der Sklaven gehabt, und nennt dazu einen zu Ende des 18. Jahrhunderts in Newport tĂ€tigen Abraham Lopez, der tatsĂ€chlich Aaron Lopez hieß. Diesen Namen und den Zusammenhang mit einem umfangreichen angeblich von Juden monopolisierten Sklavenhandel, vermutet die Ligue Internationale contre le racisme et l´antisĂ©mitisme, Die internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus (Licra), habe DieudonnĂ© von dem notorischen Antisemiten Jacques Daudon, GrĂŒnder des Parti des Français Progressistes et Humanistes (P.F.P.), der Partei der fortschrittlichen und humanistischen Franzosen. Jacques Daudon gibt dazu die BĂŒcher dreier Antisemiten und Leugner des Judenmordes als Referenz: La pieuvre mondialiste attestĂ©e par les Protocoles des Sages de Sion, von C. Sulkos, Les responsables de la seconde guerre mondiale, von Paul Rassinier, und Les mythes fondateurs de la politique israĂ©lienne, von Roger Garaudy. Die Blutsauger der Welt, bestĂ€tigt von den Protokollen der Weisen von Zion (eine 570 Seiten starke kommentierte Wiederauflage der "Protokolle"), Die Verantwortlichen fĂŒr den Zweiten Weltkrieg und Die Mythen der BegrĂŒnder der Politik Israels, sind die Titel. Die Autoren sind bekannte Antisemiten und Leugner der Judenvernichtung. (9)

Die Licra weist auf die Ironie hin, daß die Hauptvertreter der Propaganda des Mythos von den jĂŒdischen SklavenhĂ€ndlern amerikanische Nazis sind, die den Juden ihre Rolle in der Kampagne fĂŒr die Rechte der Schwarzen in den USA nicht verzeihen.

DieudonnĂ© Ă€ußert sich weiterhin ĂŒber den Code Noir von 1685, die juristische Rechtfertigung der Sklaverei. Der abscheulichste Text der modernen Geschichte sei das, meint Louis Sala-Molins, emeritierter Professor fĂŒr politische Philosophie in Paris und Toulouse. Man kann nur staunen, daß solche unwissenden oder böswilligen Personen zum Professor aufsteigen können. Der Mann hat noch nichts vom Beschluß zur Endlösung der Judenfrage gehört. Auf solche FehleinschĂ€tzungen weist schon Alain Finkielkraut hin und wird dafĂŒr einer Opferkonkurrenz geziehen. Antisemiten verlieren rasch jedes Maß fĂŒr VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit und Anstand. (10)

Es ist nicht verwunderlich, daß eben dieser Professor fĂŒr einen 10 Millionen Euro teuren Film des DieudonnĂ© ĂŒber den Code Noir mit DieudonnĂ© und der Schriftstellerin Claire Gothon das Drehbuch schreibt, in dem der Komiker die stumme Rolle des Hausnegers spiele. Dazu interviewt ihn Jean-Michel Vernochet, von der Schweizer Zeitung Le Courrier. Dieser und andere Mitarbeiter der Zeitung, darunter ihr Chefredakteur, werden in meinen Artikeln als Freunde des Salafisten Tariq Ramadan erwĂ€hnt. Die Web Site des DieudonnĂ© Les Ogres ĂŒbernimmt das Interview; denn die Mitarbeiter des Courrier sind nicht nur die Freunde des Tariq Ramadan, sondern auch des DieudonnĂ©; und sie sind auch politische Freunde des Collectif Bella Ciao. (11)

Jean-Michel Vernochet ist darĂŒber hinaus der Herausgeber eines Buches ĂŒber den RevolutionĂ€ren Islam des Terroristen Carlos, bei den Éditions du Rocher, 2003. Carlos "bestĂ€tigt seine UnterstĂŒtzung des Osama bin Laden", berichtet Jean-Michel Vernochet in einem Interview der AFP. Carlos gibt seine Version der Welt und erklĂ€rt das Warum des Terrorismus. Er sage gemĂ€ĂŸ Jean-Michel Vernochet, der Terror sei nicht das, was wir uns dabei vorstellen, sondern er sei die Waffe der Schwachen in einem asymetrischen Konflikt. Carlos fĂŒhre nun einen ideologischen Kampf, erklĂ€rt uns sein Herausgeber, der ihn in seinem GefĂ€ngnis in Saint-Maur-Bel-Air niemals persönlich gesprochen, sondern seine Briefe mit EinverstĂ€ndnis des Terroristen diskret aber nicht in Form eines Komplotts ĂŒber den Verlag Rocher erhalten habe. So liest man es unter anderem auf dem rechtsextremen Altermedia, wenn man bei ggogle.fr editions rocher carlos vernochet eingibt, leider nur noch cachĂ©. Jedenfalls wĂ€chst auch da zusammen, was zusammengehört. (12)

Auf Radio Beur FM weiß DieudonnĂ© noch viel mehr. Er bemitleidet Bruno Gollnisch, vom Front National, der wegen der Leugnung der Judenvernichtung juristisch verfolgt wird. FĂŒnfzig Jahre nach Kriegsende wĂŒnscht er eine endlich freie Diskussion ĂŒber die Gaskammern und die BeschlĂŒsse des NĂŒrnberger Prozesses: Man nimmt ihm seine Arbeit, ohne das er verurteilt ist, allein unter dem Druck einer Lobby, ich finde das skandalös, und ich sage und wiederhole das. Was Herrn Gollnisch geschieht, ist strikt illegal, und ich hoffe, daß er gewinnen wird ... unter dem Druck einer Lobby, die Druck macht, zitiert ihn L´Arche no 563-564, vom MĂ€rz-April 2005. Hier wird offensichtlich, wie DieudonnĂ© seine Gemeinschaft mit dem Front National vorbereitet. Es bedarf nur noch weniger Schritte. Die Mitglieder des Front National werden sich aufteilen in diejenigen, die mit den Islamisten und Schwarzen wie DieudonnĂ© gemeinsame Sache machen, um somit die Stimmen der Muslime und Schwarzen Frankreichs und deren immer zahlreicher werdenden Nachwuchses zu gewinnen, und in solche, die als harter orthodox-christlicher Kern der Feinde der Muslime zum Mouvement pour la France des Philippe de Villiers ĂŒberlaufen. Letztere werden immer weniger, da auch die orthodoxen Christen immer weniger werden. Die Rechnung sowohl des DieudonnĂ© als auch des Jean-Marie Le Pen wird aufgehen: die Judenfeinde, diejenigen von linksradikal bis extrem rechts, die meinen, die Juden seien Chouchous der Republik, ihre Lieblinge, die sich alles erlauben dĂŒrfen, diese Judenfeinde werden sich in der nĂ€chsten Zeit zusammenschließen und gemeinsam daran arbeiten, die Republik auszuhebeln. (13)

Nazis und Muslime arbeiten schon zu Zeiten des Dritten Reiches und wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges gut zusammen, der Großmufti von Jerusalem Hadj Amin al-Husseini indoktriniert ab 1941 von Berlin und Zeesen aus seine muslimischen Freunde in den arabischen Staaten, er grĂŒndet in Bosnien zwei muslimische SS-Divisionen, Handschar, Schwert, und Kama, Dolch. Es ist somit nicht richtig anzunehmen, der Front National mĂŒsse letztlich islamfeindlich sein, im Gegenteil. Ihr Haß auf die Juden eint sie alle; die Teilnahme an der Demonstration fĂŒr Ilan Halimi sollte einen nicht auf die falsche FĂ€hrte locken. (14)

DieudonnĂ© kann im April letzten Jahres erklĂ€ren, er habe die Seiten ĂŒber die Judenvernichtung aus den SchulbĂŒchern seiner Kinder entfernt, sie herausgerissen. Wie man inzwischen weiß, dĂŒrfen in Frankreich Muslime bestimmen, was sie lernen wollen und was haram ist. Der Obin-Bericht, der auf meiner Site dokumentiert ist, gibt zahlreiche Beispiele fĂŒr die Freiheit der Muslime, uns ihre Gesetze zu oktroyieren. (15)

DieudonnĂ© kann stolz von sich behaupten, daß er fĂŒr noch keinen einzigen seiner antisemitischen AusfĂ€lle verurteilt wurde. Im Gegenteil, sein Anwalt François Roux teilt mit, daß man gegen jeden vorgehe, der ihn auch nur von weitem beleidigt und ihm Rassenhaß unterstellt. François Roux ist jetzt einer der beiden französischen AnwĂ€lte, die in den USA an den Gerichtsverhandlungen gegen Zacarias Moussaoui, in Alexandria, Virginia, teilnehmen. Zacarias Moussaoui ist der Komplizenschaft bei den Attentaten des 11. September 2001 angeklagt und erklĂ€rt sich fĂŒr schuldig, der zwanzigste AttentĂ€ter zu sein. Er macht sich aber bereits im August 2001 verdĂ€chtig und wird wegen fehlender Aufenthaltserlaubnis inhaftiert. Nun ist er angeklagt, sein Wissen ĂŒber den Attentatsplan nicht mitgeteilt zu haben. Er kann dafĂŒr mit dem Tode bestraft werden, was ihn als glĂ€ubigen islamischen Terroristen aber nicht schreckt, im Gegenteil. (16)

DieudonnĂ© demonstriert gegen das Verbot des Hezbollah-Senders Al-Manar und beleidigt Juden Ă  volontĂ©, ihm kann keiner, und es kann ihm auch gleichgĂŒltig sein, daß Stimmen laut werden, die ihm eine Mitverantwortung daran geben, daß nun auch Schwarze sich an der Judenverfolgung in Frankreich beteiligen, Stimmen wie die des Sprechers des Parti Socialiste Julien Dray, dieses zionistischen Geisteskranken, wie ihn Dieudo auf seiner Site nennt, der in der Sendung Parlons-en, Sprechen wir darĂŒber, auf dem Sender LCP der französischen Nationalversammlung den Mord an Ilan Halimi einem DieudonnĂ©-Effekt zuschreibt: Es gibt einen Antisemitismus, der sich in die französische Gesellschaft eingegraben hat. Es gibt Personen von Symbolkraft, die TrĂ€ger davon sind. Und ich sage es deutlich: es gibt heute verschiedenartige Wirkungen alles dessen, was DieudonnĂ© ĂŒber die Jahre gemacht hat. Es gibt einen Effekt DieudonnĂ©. (17)

Da ist aber Schluß mit lustig bei DieudonnĂ©. Er fordert Julien Dray ultimativ auf, sich umgehend fĂŒr diese infamen Äußerungen zu entschuldigen, innerhalb der nĂ€chsten 24 Stunden, sonst klage er vor Gericht. SelbstverstĂ€ndlich erklĂ€rt Julien Dray den DieudonnĂ© nicht zum Komplizen des Mordes, was dieser daraus macht. Es lĂ€uft Ă€hnlich wie bei den Äußerungen des Alain Finkielkraut ĂŒber die Krawalle der jeunes, es wird ihm das Wort im Munde herumgedreht. Auf die Frage, wen er denn fĂŒr verantwortlich halte fĂŒr den Antisemitismus, antwortet DieudonnĂ©: Wenn jemand eine Verantwortung hat, dann bin das gewiß nicht ich (...), ich habe vom Zionismus gesprochen. Das hat absolut nichts zu tun mit dem Judaismus. So sind die Juden einmal mehr schuld daran, daß man sie ermordet, verletzt, bedroht und beraubt. France 2 sendet die Worte des PrĂ€sidentschaftskandidaten 2007 DieudonnĂ©. Auch sind ihm schon von 800 BĂŒrgermeistern die Unterschriften fĂŒr seine PrĂ€sidentschaftskandidatur versprochen. Nur 500 braucht er. (18)

Julien Dray ist Jude. Erinnert er sich nicht daran, wie es François Zimmeray ergeht? Wer dem PS schadet, in dem er die potentiellen muslimischen und afrikanisch-stĂ€mmigen WĂ€hler vergrĂ€tzt, der wird beim nĂ€chsten Mal nicht mehr aufgestellt. In meinem Archiv befinden sich Artikel darĂŒber, wie ĂŒbel der PS dem François Zimmeray mitspielt. So verwundert es nicht, daß der GeneralsekretĂ€r des PS François Hollande, der Erfinder der Sauce hollandaise und LebensgefĂ€hrte der potentiellen PrĂ€sidentschaftskandidatin SegolĂšne Royal, am 1. MĂ€rz 2006 im Canard enchainĂ© den Genossen dafĂŒr heftig kritisiert, eine moralische Verantwortung des DieudonnĂ© am Mord des Ilan Halimi zu sehen. Es gibt schon Probleme der Harkis wegen, und man wird nicht noch weitere mit den Schwarzen schaffen. Kaum nĂ€mlich hat Julien Dray die Äußerung getan, wird der PS eingedeckt mit Protest-Telefonaten. Was daraus werden kann, das wissen alle noch seit der Veröffentlichung der dĂ€nischen Karikaturen. Die druckt der Canard enchainĂ© im Gegensatz zum Charlie Hebdo nicht nach, und so kann er dann heute ein glaubwĂŒrdiges Sprachrohr des PS sein zur Anbiederung an die potentiellen WĂ€hler aus afrikanisch- und arabisch-stĂ€mmigen Kreisen.

Julien Dray ist aber nicht allein mit seiner EinschĂ€tzung. Man soll es nicht fĂŒr möglich halten, aber auch Redaktionsdirekteur Laurent Joffrin, berĂŒchtigt aus der Kampagne des Nouvel Observateur gegen Alain Finkielkraut, stellt eine Ă€hnliche Frage. Er verdammt jedoch den Komiker nicht, sondern erhofft sich von ihm eine Beruhigung der Lage. Da kennt er DieudonnĂ© schlecht. Anscheinend verfolgt er dessen Treiben nicht. (19)

Die Juden sehen diese ZusammenhĂ€nge sowieso, aber sie sind auch diejenigen, die auf der Demonstration zum Angedenken an Ilan Halimi die Mehrheit der 30 000 bis 80 000 Teilnehmer ausmachen, je nach SchĂ€tzung interessierter Gruppen. Nur der CRIF trĂ€umt von 100 000, und bis zum nĂ€chsten DĂźner des CRIF, im Februar 2007, ist lange Gras darĂŒber gewachsen, es sei denn, die Jagd von Schwarzen und Nordafrikanern auf Juden fingen jetzt erst so richtig an. Dann wird der Ehrengast des DĂźners Premierminister Dominique Galouzeau de Villepin wieder Stoff fĂŒr eine neue Rede haben, in der den Juden versichert wird, sie möchten sich nicht Ă€ngstigen, sie seien Teil der Republik. DieudonnĂ© erklĂ€rt in Algerien, der CRIF sei eine verfassungswidrige sektiererische Organisation, dieser Gaunertruppe mĂŒsse man immer in den Arsch kriechen, diesen Mafiosi, die im Begriff sind, die französische Republik in einen BĂŒrgerkrieg zu zerren, sagt er und beklagt die vollstĂ€ndige Unterwerfung der FĂŒhrer und Verantwortlichen Frankreichs unter den Willen des CRIF. (6)

Das aber wird der wĂŒrdigen Feier keinen Abbruch tun ...

6. MÀrz 2006 - im Bereich der Anmerkung 16 ergÀnzt am 7. MÀrz 2006.

Der Anwalt des Dieudonné François Roux vertritt in Alexandria, Virginia, auch die Interessen des Zacarias Moussaoui.

Quellen

(1) La sympathie de Chirac pour Abdullah. Midi Libre, 6 mars 2006, p. 3

(2) Agressions antisémites à Sarcelles ? TF1/LCI, Créé le 04 mars 2006. Mis à jour le 05 mars 2006 à 12h48
"L´antisĂ©mitisme monte dans notre pays", TF1/LCI, CrĂ©Ă© le 04 mars 2006. Mis Ă  jour le 05 mars 2006 Ă  21h16
http://tf1.lci.fr/infos/france/0,,3287985,00.html?trk=100

(3) Bella Ciao, acceuil (6 mars 2006)
http://bellaciao.org/fr/

(4) Manifestation du CRIF : UN IGNOBLE APPEL AU MEURTRE EN CIRCULATION, Bella Ciao, 1 mars 2006
http://bellaciao.org/fr/article.php3?id_article=23696

Manifestation du CRIF : UN IGNOBLE APPEL AU MEURTRE EN CIRCULATION. Politico Dieudo. Liberté - Egalité - Fraternité, 27 février 2006
http://dieudo.net/2007/article.php3?id_article=67
(5) Ginette Skandrani : une négationniste "exemplaire", Jean-Pierre Chemla, Primo-Europe, 14 mai 2005
http://www.primo-europe.org/showdocs.php?rub=12.php&numdoc=D o-781354964

(6) Dieudonné-Cukierman. La double défaite des antiracistes. Par Jean-François Kahn. Marianne, 19 au 25 février 2005, page 3
http://www.proche-orient.info/images/mbd/Marianne_Dieudonne. pdf

Dieudonné und das Dßner des CRIF, 24. Februar 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-02-24_16-23-00.html

(7) Dieudonné saisit la justice dans son différend avec Marc-Olivier Fogiel, Le Monde, 7 janvier 2004. communauté online
http://www.col.fr/article-422.html

(8) Pornographie der Erinnerung. Der Humorist DieudonnĂ© geht zum Gegenangriff ĂŒber, 23. Februar 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-02-21_01-01-24.html

(9) Paul Rassinier (1906 - 1967). Lexikon. Informationsdienst gegen Rechtsextremismus
http://lexikon.idgr.de/r/r_a/rassinier-paul/rassinier-paul.p hp

Roger Garaudy (1914 - ) Lexikon. Informationsdienst gegen Rechtsextremismus
http://lexikon.idgr.de/g/g_a/garaudy-roger/garaudy-roger.php

(10) Le Code noir : la justification juridique de l´esclavage. Le texte juridique le plus monstrueux de l´histoire moderne"
http://www.aidh.org/esclav/txt-codnoir1.htm

(11) Dieudonné, candidat rebelle. Propos receuillis par Jean-Michel Vernochet et Roderic Mounir. Le Courrier, 25 février / dieudo.net/2007, février 2006
http://www.lecourrier.ch/modules.php?op=modload&name=NewsPap er&file=article&sid=41002&newlang=fra&topic=15
http://lesogres.org/article.php3?id_article=1610

La victoire du Hamas : une aubaine pour Washington. Par Jean-Michel Vernochet, Le Courrier, 27 janvier / Bella Ciao, 28 janvier 2006
http://www.lecourrier.ch/modules.php?op=modload&name=NewsPap er&file=article&sid=40771&mode=thread&order=0&thold=0
http://bellaciao.org/fr/article.php3?id_article=22681

(12) Carlos, L´Islam rĂ©volutionnaire, textes et propos prĂ©sentĂ©s par Jean Michel Vernochet, Éditions du Rocher, Paris, 2003

Carlos publie depuis sa cellule une "défense et illustration" du terrorisme. Altermedia.info, 25 juin 2003
fr.altermedia.info/?p=1957 (caché)

(13) Bruno gollnisch en octobre 2004. Gilles Karmasyn 16 octobre 2004 / 26 janvier 2005
http://www.phdn.org/negation/gollnisch2004.html#note11

(14) Von Zeesen bis Beirut. Nationalsozialismus und Antisemitismus in der arabischen Welt. Von Matthias KĂŒntzel, 2004
http://www.matthiaskuentzel.de/artikel.php?artikelID=79

(15) DieudonnĂ© : "Dans les livres de classe de mes enfants, j´ai arrachĂ© les pages sur la Shoah". Interview sur Beur FM, 28 avril 2005
http://www.licra.org/index.php?section=news&id=1678

Les documents de la nouvelle affaire DieudonnĂ©. Ce qu´il a dit sur les Juifs et les Noirs, sur l´esclavage et la Shoah. Extrait de L´Arche n°563-564, mars-avril 2005
http://www.col.fr/arche/article.php3?id_article=98

(16) La mĂšre de Zacarias Moussaoui arrive Ă  Washington pour le procĂšs de son fils. AFP, Le Monde, 5 mars 2006
http://www.lemonde.fr/web/depeches/0,14-0,39-26897928@7-37,0 .html

(17) Pour le malade mental sioniste Julien Dray, le meurtre d´Ilan, c´est "l´effet DieudonnĂ©"
http://dieudo.net/2007/article.php3?id_article=58

(18) Meurtre d´Ilan : DieudonnĂ© menace de porter plainte aprĂšs les propos de Dray - AFP - radiofrance.fr
http://dieudo.net/2007/article.php3?id_article=81

(19) Affaire Halimi : Dieudonné sur le banc des accusés ? grioo.com, 4 mars 2006
http://www.grioo.com/info6382.html



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