Homepage von Gudrun Eussner
Gudrun Eussner
Links
Homepage von Gudrun Eussner
Artikel

Die Welt ohne Zionismus

Wer den martialischen Umzug der franz√∂sischen Waffengattungen zum Nationalfeiertag, von Kontingenten der Fremdenlegion bis zu schwerer Technik, die eben einmal so die Stra√üe demoliert, √ľber die Champs-√Člys√©es und die vom politisch erledigten Staatspr√§sidenten gehaltenen Reden und Feiern im Garten und sonstwo am Fernseher verfolgt, einen Blick auf den keine zehn Minuten mit seiner Ehefrau C√©cilia anwesenden und zu seiner eigenen Feier im Innenministerium abrauschenden Nicolas Sarkozy wirft und dann noch meint, er m√ľ√üte selbst auch feiern, der kann sich nur einen hinter die Binde gie√üen, um diesen Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit in Frankreich zu verkraften: la Brigade Activiste des Clowns. (1)

Das √ľppige Feuerwerk in Perpignan, um 23 Uhr, am 14 Juillet, entsch√§digt einen ein wenig, und so schl√§ft man trotz der Hitze recht gut.

Am n√§chsten Morgen aber hat die Arroganz der franz√∂sischen Politik und ihrer Sprachrohre einen unerbittlich wieder. Die Nachrichten vermitteln Eindr√ľcke von den Kriegshandlungen zwischen Israel und dem Libanon. Wortreich beklagt der Sprecher in France Musique die Operationen der israelischen Armee gegen die Hezbollah und ihr Hauptquartier; Scheich Hassan Nasrallah habe sich retten k√∂nnen, und nun st√ľnden die Israelis der Situation gegen√ľber, da√ü die Hezbollah sich in dem von ihr besiedelten Stadtteil von Beirut in zahlreichen zivilen H√§usern aufhalte. Dort seien alle miteinander bekannt, das Eindringen eines Fremden sei unm√∂glich, und man sp√ľrt die Erleichterung des Sprechers √ľber jeden Terroristen, der auf diese Weise den Nachstellungen durch die Israelis entgeht. Die Szenerie entspricht den Bed√ľrfnissen des offenbar noch vom Vortage beeindruckten Journalisten. Bastillest√ľrmende Revoluzzer schlagen der Staatsmacht bis heute gern ein Schnippchen. Bei ihrer St√ľrmung, im Jahr 1789, liegen in der Bastille einige Munitionsvorr√§te, und es sitzen dort vier Urkundenf√§lscher, zwei Geisteskranke und vermutlich der adlige Schriftsteller und Pornograph de Sade, den seine Familie wegen seines w√ľsten Lebenswandels in der Bastille festsetzen lassen hatte. Die Folgen der Zeit des Terrors und die Tatsache, da√ü es sich um eine nie vollendete Revolution handelt, werden bei den Feiern ausgeblendet. (2)

Der Maisausrei√üer Jos√© Bov√©, die Pr√§sidentschaftskandidaten Arlette Laguiller, Olivier Besancenot und Dieudonn√© M´bala M´bala sind die Erben der franz√∂sischen Revolution, sie wirken mit ihren Taten befreiend auf Geisteskranke und Kriminelle. Die Hezbollah t√§te es Israel gegen√ľber gleich, scheinen die Vertreter der medialen Spa√ügesellschaft anzunehmen, die ihre Wahrnehmung f√ľr das Ma√ü der weltweit passenden Einsch√§tzung halten. Der Terror der Revoluzzer bleibt damals wie heute au√üen vor. Entsprechend ist die Berichterstattung, von der offiziellen Stellungnahme bis zu den Medien.

Reaktion des Außenministers Philippe Douste-Blazy auf die Ereignisse, die im Libanon eingetreten sind

Auch der Au√üenminister Frankreichs Philippe Douste-Blazy ist ein Erbe der franz√∂sischen Revolution. Man wei√ü nicht, ob er mit seinen Worten Geisteskranke oder Kriminelle erreichen will, wahrscheinlich beide. Er beweist w√§hrend seiner Amtszeit mehrfach, da√ü er von Geschichte und Au√üenpolitik wenig Ahnung hat, aber eines wei√ü er doch und tut es in einem Interview mit dem staatsnahen Fernsehkanal Europe1 kund: Wir verurteilen diese unverh√§ltnism√§√üige Kriegsaktion. Sie habe zwei Auswirkungen, man k√∂nne nur noch zu Wasser oder zu Lande, vom Mittelmeer oder von Syrien aus, in den Libanon, und sie berge die Gefahr, den Libanon in die finstersten Zeiten des Krieges zur√ľckzuwerfen, mit der Flucht von Tausenden von Libanesen, die gerade dabei seien, ihr Land wieder aufzubauen.

F√ľr ihn ist nicht der vom Boden des Libanon aus erfolgte kriegerische Akt das schlimmste, diesen erkennt er nicht einmal als solchen, sondern, da√ü der Zugang √ľber den Flughafen nicht mehr m√∂glich ist. Er geht nicht ein auf die von Premierminister Ehud Olmert am Tag zuvor gegebene Erkl√§rung: Die Ereignisse dieses Morgens waren kein terroristischer Angriff, sondern die Handlung eines souver√§nen Staates, der Israel, unbegr√ľndet und ohne provoziert zu sein, angriff. Die libanesische Regierung, deren Mitglied die Hezbollah ist, versucht, die regionale Stabilit√§t zu untergraben. Libanon ist verantwortlich, und Libanon wird die Folgen seiner Handlung tragen.

Die Tatsache, da√ü die Hezbollah Regierungsmitglied ist, wird vom Au√üenminister Frankreichs √ľbergangen. Wei√ü er es nicht besser?

Die k√ľrzlichen Entwicklungen an der israelisch-libanesischen Grenze f√ľllen ihn mit Sorge. Diese nicht n√§her bezeichneten Entwicklungen haben den Tod mehrerer israelischer Soldaten zur Folge; mehr erf√§hrt das Publikum von Europe1 nicht, Entwicklungen eben, die unverh√§ltnism√§√üige israelische Reaktionen zur Folge haben.

In einem sorgf√§ltig vorbereiteten nicht provozierten Angriff dringen 17 Tage nach der Entf√ľhrung, vom 25. Juni, in Gaza, des Korporals Gilad Shalit, eines franz√∂sischen Staatb√ľrgers doppelter Staatsb√ľrgerschaft, Terroristen der Hezbollah am Morgen des 12. Juli in Israel ein und beschie√üen an der Westgrenze, nahe Sarit, israelische Milit√§rpatrouillen mit Anti-Tank-Raketen, wobei drei israelische Soldaten get√∂tet und zwei entf√ľhrt werden. Vier weitere Soldaten werden get√∂tet, als sie die entf√ľhrten Soldaten suchen und dabei auf eine Mine fahren. Als unter schwerem Feuer der Hezbollah israelisches Milit√§r in den Libanon eindringt, um die toten Soldaten zu bergen, wird ein weiterer Soldat im Schu√üwechsel mit der Hezbollah get√∂tet. Die Hezbollah er√∂ffnet somit eine zweite Front gegen Israel. Das sind die vom franz√∂sischen Au√üenminister so bezeichneten Entwicklungen, die Israel allerdings als vom Boden des Libanon ausgehenden Kriegsakt bezeichnet. (3)

Das sieht Frankreich anders. Es stellt sich an die Seite des Terroristenf√ľhrers Hassan Nasrallah, der an das israelische Volk gerichtet erkl√§rt: "Ihr wollt einen offenen Krieg, Ihr bekommt ihn ... Das wird ein Krieg auf allen Ebenen sein ... bis nach Haifa und dar√ľber hinaus ... Ihr seid es, die die Spielregeln √§ndern wolltet", erg√§nzt mein Provinzblatt Midi Libre v√∂llig unkritisch. (4)

Darauf geht Philippe Douste-Blazy nicht ein, sondern auf die Frage des Interviewers Jean-Pierre Elkabbach, der √ľbrigens auf der offiziellen Site des Au√üenministeriums nicht genannt wird, ob er dem Libanon, dessen Freunde wir sind, beispielsweise nicht rate, die Hezbollah aus der libanesischen Regierung zu entfernen und die Hezbollah, die im Libanon macht, was sie will, zu entwaffnen, antwortet er gar nicht, sondern weicht aus, da√ü die Einheit des Libanon gewahrt bleiben m√ľsse. Davon handelt das Interview, von der totalen Unterst√ľtzung Frankreichs f√ľr den Libanon gegen Israel, die Kriegshandlungen der Hezbollah vom Libanon aus werden condamn√©, verurteilt. Ansonsten seien Vermittlung, Verhandlung, politischer Proze√ü angesagt, wobei es sich versteht, da√ü die franz√∂sische und die EU-Diplomatie daf√ľr in Frage kommen. Die Spirale der Gewalt f√ľhre zu nichts, womit er einmal mehr die verbrecherischen Akte der arabischen Terrorgruppen mit der Reaktion darauf gleichsetzt, und wenn er meint, da√ü diese angebliche Spirale zu nichts f√ľhre, dann versteht sich ebenso, da√ü es nicht zum Vorteil Frankreichs gereicht, das den Libanon als seinen letzten Au√üenposten im Nahen Osten betrachtet. Es folgen noch Ausf√ľhrungen zum Iran, der offensichtlich in keinem Zusammenhang mit den Kriegshandlungen der Hezbollah gesehen wird, sondern es geht um das Streben des Iran nach der Atombombe. Nebenbei wird deutlich, da√ü Jean-Pierre Elkabbach den Namen des deutschen Au√üenministers nicht kennt, der hei√üt bei ihm l´Allemand, der Deutsche. Den Namen der US-Au√üenministerin kennt er aber inzwischen. Die Iraner haben das Recht auf Nuklearenergie, unter der Bedingung, da√ü sie zu friedlichen Zwecken genutzt wird, meint Philippe Douste-Blazy blau√§ugig. (5)

Der Interviewer fragt nicht, und der Au√üenminister hat schon deshalb keine Veranlassung, darauf einzugehen, da√ü die Hezbollah von den Iranern mit Millionen Dollar ausgestattet wird. Weder der Iran noch Syrien haben f√ľr den Au√üenminister anscheinend irgend etwas zu tun mit den tollk√ľhnen Kriegshandlungen der Hezbollah. Dann geht der Interviewer √ľber zum bevorstehenden G8-Gipfel, zu Wladimir Putin, dem K√∂nig des Erd√∂ls und des Erdgases.

Das Interview kann auf der Site von Europe1 gehört werden. (6)

Die Berichterstattung der Zeitung Le Monde

Bei den Interessen Frankreichs in den arabischen Staaten und dem Gleichschritt der meisten franz√∂sischen Medien als regierungstreue Stimmen ihrer Herren wundert es nicht, da√ü Le Monde ihren Leitartikel mit Unverantwortlichkeiten √ľberschreibt. Im Visier ist der US-amerikanische Pr√§sident, seine Regierung habe eine Art leerer H√ľlle erfunden: das Quartett aus USA, Ru√üland, der EU und der UNO, Gegenstand sei, so zu tun, als ob ein israelisch-pal√§stinensischer Dialog gef√∂rdert w√ľrde. Das Quartett sei zu nichts nutze. Seit Amtsantritt des George W. Bush h√§tten die USA ihre Rolle als, "honn√™te m√©diateur", ehrlicher Makler verlassen und klebten an der Politik Israels, wie die auch immer sei. Es herrsche schlechter Wille √ľberall. Von Frankreich ist in diesem Leitartikel nicht die Rede. Wenn es um Kritik geht, weicht der Leitartikler auf das in Frankreich beliebte "on" aus, "man", da verschwindet das handelnde Subjekt. Gemessen an dem pomp√∂sen Aufmarsch auf den Champs Elys√©es zur Feier des 14. Juli ist das sehr d√ľrftig.

Der Aufmacher in LeMonde.fr befa√üt sich ausschlie√ülich mit dem Libanon. Die Israelis bombardieren libanesische H√§fen, Beirut fordert einen allgemeinen Waffenstillstand. Mit keinem Wort wird die iraelische Zivilbev√∂lkerung erw√§hnt, der Raketenbeschu√ü auf Tiberias, im Nordosten Israels. Bereits seit General Charles de Gaulle existiert Israel f√ľr Frankreich nicht mehr, oder wenn, dann nur als St√∂renfried der franz√∂sischen Arabienpolitik. (7)

Wer sich des Abends in englischer Sprache informieren will √ľber den letzten Stand, der klicke JerusalemOnline an. Man kann sich auf den Verteiler setzen lassen. Auch einen t√§glichen Blick in das Online-Tagebuch der Achse des Guten empfehle ich. Dort werden oftmals informative Links zu aktuellen Nahost-Themen ver√∂ffentlicht. (8)

Le Monde jedenfalls gibt dem Leser keine auch nur halbwegs ausgewogene Information. So werden sich die Leser kaum die AFP-Eilmeldung erkl√§ren k√∂nnen, die mitteilt, da√ü die israelische Regierung die Einwohner von Tel-Aviv am Sonntagmorgen vor eventuellen Raketeneinschl√§gen warnt. Bislang werden sie √ľber die milit√§rische Kraft der Hezbollah so informiert, als wenn das eine kleine schlecht ger√ľstete Gruppe von Freiheitsk√§mpfern w√§re, die irgendwo im S√ľden des Libanon hausen, dessen Regierung mit ihnen nichts zu tun hat. In Montpellier gibt es am Tag zuvor sogar eine pro-Hezbollah-Demonstration: man mu√ü den verbrecherischen Arm Israels aufhalten. Der Raketenbeschu√ü, der neun Todesopfer fordert, mit iranischen Waffen Raad-1 und Raad-3 auf Haifa, wird von Le Monde nur beil√§ufig und aus einer Verlautbarung des Islamischen Widerstandes zitiert, des bewaffneten Armes der Hezbollah, nicht etwa aus Erkl√§rungen der israelischen Regierung. Die Hezbollah bekommt Gelegenheit, ihre Sicht des Raketenbeschusses auf Haifa darzustellen. Durch die Betonung des Islamischen Widerstandes als Autor der Verlautbarung suggeriert die Zeitung gleichzeitig einen Unterschied zwischen dem politischen und dem milit√§rischen Arm der Hezbollah. Ein solcher Unterschied besteht nicht; wie auch bei der Hamas handelt es sich um zwei verschiedene Vorgehensweisen zur Erlangung der Herrschaft der Repr√§sentanten der Polit-Ideologie Islam. (9)

Daneben befindet sich der gro√üe Aufmacher √ľber die trotz internationaler Aufforderung zur M√§√üigung erfolgte Bombardierung des S√ľdens von Beirut, wo die Hezbollah samt ihrem Sender Al-Manar TV ihren Sitz hat. Dieser Sender ist der franz√∂sischen Regierung und des Staatspr√§sidenten Jacques Chirac lieber Partner. Es bedarf zahlreicher Proteste j√ľdischer Vereinigungen, bevor seine Ausstrahlung in Frankreich verboten wird. In meinem Archiv befinden sich Artikel dazu. Solche Aufforderungen des Hassan Nasrallah, der in dieser Zeit angeblich verschl√ľsselte Verhandlungsangebote an Israel macht, werden von Al-Manar TV als Video ausgestrahlt: (10)

Almout le Israel (Tod Israel!)

Scheich Hassan Nasrallah:
"Unsere Entscheidung ist unumstößlich, so auch unsere Zugehörigkeit zum Widerstand, zu seinen Waffen, zu seiner Munition, zum Blut der Glaubenskrieger. Tod Israel!"

Die Menge:
"Tod Israel!"
"Tod Israel, ein Ende diesem eitrigen Abszeß, Tod Israel!
Dank der Kämpfer sowohl der Ayyache als auch der Ezzeddine,
kämpfen wir gegen die Besatzer bis zum Sieg.
Ausgehend vom glorreichen Boden von Jerusalem
kreuzen wir die Klinge mit dem Besatzer,
und wir werden Zion in den Griff bekommen.
Tod Israel, ein Ende diesem eitrigen Abszeß, Tod Israel!"

Scheich Hassan Nasrallah:
"Niemand hat das Recht, auch nur ein Sandkorn der Erde Palästinas fortzugeben, und niemand hat das Recht, etwas aufzugeben, und sei es auch nur ein Buchstabe vom Namen Palästinas."

Die Menge:
"Dank der Kämpfer sowohl der Ayyache als auch der Ezzeddine,
kämpfen wir gegen die Besatzer bis zum Sieg.
Der Besatzer ist immer ein L√ľgner,
aber der Sieg wird unser sein, das ist unser Entschluß.
Wir werden den Unterdr√ľcker in den Griff bekommen.
Tod Israel, ein Ende diesem eitrigen Abszeß, Tod Israel!"

Scheich Hassan Nasrallah:
"Israel ist das absolute B√∂se, eine angreifende, unterdr√ľckende, besetzende, terroristische Einheit, ein Krebsgeschw√ľr, ohne das geringste Recht und die geringste Legitimit√§t, und es wird die niemals haben."

Die Menge:
"Zu den Waffen gegen den Feind, der uns kolonisiert hat.
Der Tod ist ehrenhaft im Angesicht des Feindes,
der Uniformen und Kleidung der Kolonisatoren trägt.
Vom revoltierenden Boden Jerusalem aus greift der Besatzer an.
Tod Israel, ein Ende diesem eitrigen Abszeß, Tod Israel!"

(Ayyache, benannt nach dem "M√§rtyrer" Yahya Ayyache, und Ezzeddine, nach Kata√ęb Ezzeddine Al-Qassam, sind pal√§stinensische Terrorzellen)

Die Berichterstattung der Libération

Die Lib√©ration beginnt, man glaubt es kaum, einen Artikel √ľber die Luftangriffe der israelischen Armee gegen den Libanon mit den Worten: Die schiitische libanesische Bewegung (Hezbollah), die dem j√ľdischen Staat einen "offenen Krieg" erkl√§rt hat, hat den Beweis f√ľr ihre milit√§rische St√§rke geliefert, in dem sie am Freitagabend ein israelisches Kriegsschiff bescho√ü und sich zur Bombardierung der israelischen Stadt Tiberias, am Samstag, bekannte. Hier wird klargemacht, worum es geht: um die Kriegserkl√§rung der Hezbollah an Israel, des Islam an die Kuffar, die Ungl√§ubigen, allen voran an die Juden, die auf vom Islam f√ľr die Ewigkeit beanspruchten islamischen Waqf einen Staat errichtet haben. (11)

Die Libération, man glaubt es noch immer nicht, macht am Sonntag auf mit den Opfern des Raketenbeschusses auf Haifa. Es handele sich um den schlimmsten Raketenbeschuß durch die Hezbollah seit zehn Jahren und die höchste Anzahl an Toten seit dem Suizidanschlag in Tel-Aviv, vom April diesen Jahres. Ein Foto aus Israel, vom Ort des Einschlags wird veröffentlicht. (12)

Die √Ąnderungen in der Leitung des linksliberalen Blattes lassen hoffen.

Die Dokumentation des israelischen Terrorism and Information Center

In Israel berichten zahlreiche Institute und Medien √ľber die Hezbollah. Niemand braucht R√ľcksicht zu nehmen auf strategische Erw√§gungen, zu denen Frankreich sich veranla√üt sieht.

Das Terrorism and Information Center ist eines dieser Institute. Es dokumentiert und analysiert seit vielen Jahren die terroristischen Aktivit√§ten der Hezbollah in Israel und in anderen L√§ndern sowie die finanzielle und logistische Unterst√ľtzung des Iran und Syriens f√ľr die Terrororganisation. Seit dem Amtsantritt von Bashar al-Assad unterst√ľtzt Syrien die Hezbollah verst√§rkt politisch und milit√§risch. Der Iran gr√ľndet und unterst√ľtzt die Hezbollah seit 1982 finanziell, mit Waffen und durch Training der Terroristen. F√ľr den Iran ist die Hezbollah ein Mittel zum Export der iranischen Revolution und eine Waffe im islamischen Kampf gegen Israel. Dieser Kampf ist eindeutig. An seinem Ende soll die Vernichtung Israels stehen. Darin sind sich Pr√§sident Mahmud Ahmadinejad, Hezbollah-F√ľhrer Hassan Nasrallah und der F√ľhrer der Hamas im Exil Khaled Mashal lange einig. Sie dokumentieren diese Einigkeit erneut, am 25. Oktober 2005, auf der Teheraner Konferenz The World without Zionism. Der Pr√§sident droht dort: Sehr bald wird dieser Schandfleck (Israel) aus der Mitte der islamischen Welt verschwunden sein. Israel werde von der Landkarte ausradiert. Hassan Nasrallah erg√§nzt in einer Gru√übotschaft an die Konferenz: Wir vereinen alle Mittel, um das Regime zu vernichten, da√ü Jerusalem besetzt. (13)

Kontinuierlich fordert der Iran die Hezbollah auf, entlang der israelisch-libanesischen Grenze Terroraktionen durchzuf√ľhren und Gebiet zu "befreien", das angeblich libanesisch und von Israel besetzt sei, obgleich die Erkl√§rungen des UN-Sicherheitsrates betonen, da√ü Israel in Erf√ľllung der UN-Resolution Nr. 425 sich vollst√§ndig aus dem Libanon zur√ľckgezogen habe.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Iran, der Hezbollah und der Hamas besteht seit vielen Jahren. Ein Foto von Hassan Nasrallah, dem iranischen Parlamentsabgeordneten und Mitbegr√ľnder der Hezbollah Ali Akbar Mohtashemi-Pour und dem Hamas-F√ľhrer im Exil von Damaskus Khaled Mashal, im Special Information Bulletin des Terrorism Information Center, auf einer Konferenz islamischer Kleriker in Beirut, am 6. Januar 2002, dokumentiert die herzliche √úbereinstimmung im Glaubenskampf gegen Israel, im Djihad. (14)

Berichte von Jane´s, der ARD und der israelischen YnetNews

Es ist wie immer. Wer erfahren will, was in der Welt los ist, der meide europ√§ische Mainstream Medien. Was berichtet Jane´s?

Die Hezbollah mag sich von ihrem Einfall in Israel eine M√§√üigung der israelischen Milit√§raktionen in Gaza versprochen haben. F√ľr die Hezbollah gehe das leider nach hinten los. Israel habe mit der Reaktion auf die vom Hamas-F√ľhrer Khaled Mashal von Damaskus aus orchestrierte Entf√ľhrung des Soldaten Gilad Shalit Ma√üst√§be gesetzt f√ľr die Reaktion der israelischen Regierung auf die Entf√ľhrung der zwei Soldaten durch die Hezbollah. Das habe allerdings die Reduzierung von diplomatischen M√∂glichkeiten zur Beilegung des Falles zur Folge. Eine Wiederbesetzung des S√ľdlibanon wie in der Zeit von 1982 bis 2000 sei aber auf Grund des Druckes der USA und der von der Hezbollah zu erwartenden Antwort nicht wahrscheinlich. Internationaler Druck auf Israel, die Intensit√§t der Reaktion zu mildern, und auf Hezbollah und Hamas, die drei Soldaten freizulassen, werde ansteigen, obgleich Israel zu diesem Zeitpunkt von einem etwaigen Gefangenenaustausch nichts wissen wolle.

So erf√§hrt man bei Jane´s, wer die Beteiligten sind an der Partie: Israel, Hezbollah, Hamas und die USA. Die anderen kommen als internationaler Druck vor, sie werden wie der deutsche Au√üenminister von Jean-Pierre Elkabbach nicht einmal namentlich erw√§hnt. (15)

Die klaren Worte des Hezbollah-F√ľhrers Hassan Nasrallah hindern ARD-Auslandskorrespondent Patrick Leclerq nicht daran, den staunenden Zuschauern am Freitagabend, 14. Juli, in den Sp√§tnachrichten aus Beirut mitzuteilen, die Drohung, Israel mit Krieg zu √ľberziehen, meine der nicht so, es bedeute in Wirklichkeit das Gegenteil, n√§mlich ein Verhandlungsangebot.

Das aber ist noch gar nichts gegen die Berichterstattung des WDR-H√∂rfunkkorrespondenten aus dem ARD-Studio Amman J√ľrgen Hanefeld. Der √∂ffentlich-rechtliche WDR ist seit langem bekannt als Sprachrohr der Polit-Ideologie Islam. Dort bekommen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Welle, willf√§hrigen Kirchenvertretern und der Sparkasse Bonn die Aktivisten der Islamisierung Europas wie der Prediger Tariq Ramadan und der Konvertit Sulaiman Wilms, von der Islamischen Zeitung, ein Forum zur Verbreitung ihrer Lehre. Der Kommentar des J√ľrgen Hanefeld im WDR 2 ist kaum zu unterbieten. F√ľr ihn gibt es keine Kriegserkl√§rung gegen Israel, die Absicht, Israel zu vernichten, kann Hassan Nasrallah verk√ľnden, so oft er will, allein oder im Schulterschlu√ü mit dem Pr√§sidenten des Iran und den F√ľhrern des PIJ und der Hamas, f√ľr diesen Journalisten handelt es sich um einen √úberfall Israels auf einen friedfertigen Staat. Im Grunde sagt er damit kra√ü, was der Au√üenminister Frankreichs nur andeutet.

Syrien, der Iran, Nordkorea, keiner dieser Staaten h√§tte seine Staatsgrenzen √ľberschritten, wohl aber Israel. Das ist richtig, die Staatsgrenze zu Israel haben nicht diese, sondern die Terroristen der vom Iran und von Syrien ausgehaltenen libanesischen Hezbollah sowie die Raketen des Iran √ľberquert. Vertretern Nordkoreas ist man wahrscheinlich dort nicht ansichtig geworden, da mag J√ľrgen Hanefeld recht haben. Der in Amman residierende Korrespondent sollte nicht wissen, da√ü die Hezbollah Teil der libanesischen Regierung ist, also von einem relevanten Teil der 5 Millionen "unschuldigen" Libanesen mit dem Auftrag ausgestattet wurde zu regieren?

Israel hat die Zukunft des Libanon zerst√∂rt? Israel hat Interesse am Krieg? Wer bringt J√ľrgen Hanefeld zur Vernunft und zieht ihn ab aus einer Umgebung, deren Indoktrination er erlegen ist? Israel hatte noch nie Anspruch, als "kleiner David mit der Steinschleuder" Sympathien zu erwerben. Das ist es ja gerade, was gro√üe Teile der deutschen Bev√∂lkerung den Israelis vorwerfen. Ein in der Region residierender Korrespondent sch√§tzt die politische Lage derartig fehl ein? Der westliche Diplomat, der gegen√ľber dem J√ľrgen Hanefeld das mit dem "kleinen David" bemerkt haben sollte, w√§re gleich mit nach Hause zu schicken. Er scheint aus dem Stall des Joschka Fischer zu stammen. (16)

Nicht nur im Willen, Israel zu vernichten, sondern auch in der Leugnung des Holocaust sind sich die islamischen F√ľhrer einig. Mohammad Ali Ramin, der politische Berater des iranischen Pr√§sidenten, lernt und vervollkommnet die Argumentation w√§hrend seines Studiums in Deutschland. Dort gr√ľndet er auch eine islamische Vereinigung zur Verbreitung des friedlichen Islam. 1994 kehrt er mit seiner Familie in sein Heimatland zur√ľck: Juden wurden im Laufe der Geschichte angeklagt, t√∂dliche Krankheiten zu verbreiten, weil sie dreckig sind. Solange Israel exisitiere, werde niemals Frieden und Sicherheit im Nahen Osten herrschen. Die L√∂sung der Frage des Holocaust auf einer Konferenz werde zur Vernichtung Israels f√ľhren. (17)

Um diese bald zu verwirklichen, liefert der Iran direkt aus seiner Waffenkammer an die Hezbollah 10 000 bis 12 000 Fajr-3, Fajr-4 und Fajr-5 Raketen und Katjuschas. Die Reichweite der Raketen betr√§gt zwischen 30 und 70 Kilometer. Die Fajr-3 werden ab Beginn der Infifada II geliefert, die Fajr-5 ab 2002, mit ausdr√ľcklicher Genehmigung durch den Pr√§sidenten Bashar al-Assad, vom Iran √ľber den Flughafen Damaskus, wo sie von Hezbollah-Terroristen und der Iranischen Revolutionsgarde verladen und in die Bekaa Ebene gebracht werden. Einige Ladungen gehen auch direkt zum Beiruter Flughafen, was ab sofort nicht mehr m√∂glich ist, da die Israelis durch ihre "unverh√§ltnism√§√üigen" Reaktionen auf die Kriegshandlungen des Libanon dessen Flughafen Beirut zerst√∂rt haben. (18)

Wie deutsche und europäische Politiker und Medien auf diese Kriegserklärung aus dem Libanon reagieren, ist bei Lizas Welt zusammengefaßt und verlinkt: (19)

"Israel greift an zwei Fronten an" (S√ľddeutsche Zeitung), "Angriffe auf Touristenziele im Libanon" (FAZ), "Freie Fahrt f√ľrs Milit√§r" ‚Äď das israelische, versteht sich ‚Äď (taz), "Israels Angriffe l√§hmen den Libanon" (Frankfurter Rundschau) oder "Israelische Milit√§roffensive: S√ľndenbock Libanon" (WDR) schlagzeilt es allenthalben. Europ√§ische Politiker wie der franz√∂sische Pr√§sident Jacques Chirac ("v√∂llig unverh√§ltnism√§√üig") oder die deutschen Minister Frank-Walter Steinmeier ("Destabilisierung des Libanon") und Heidemarie Wieczorek-Zeul ("v√∂lkerrechtlich v√∂llig inakzepabel") sekundieren unterdessen.

Wie ideologisch verbohrt mu√ü man sein, oder wie sehr mu√ü man seine eigenen strategischen Interessen in den Vordergrund r√ľcken, da√ü man die augenscheinlichen Tatsachen derartig verdreht? Allen denjenigen, die meinen, sie k√∂nnten durch pro-arabische Lippenbekenntnisse √ľber die Kriegshandlungen ihre strategische Position gegen√ľber den USA verbessern, kann man nur nahelegen, ihre Wunschtr√§ume nicht mit der Wirklichkeit zu verwechseln.

Israels Existenz steht auf dem Spiel

Das h√∂rt man von keinem europ√§ischen Politiker, liest es in keinem der europ√§ischen Mainstream Medien, die sich nicht einkriegen im Mitleid f√ľr den friedfertigen Libanon und die unschuldigen Opfer israelischer Kriegshandlungen: Israels Existenz steht auf dem Spiel und das nicht erst k√ľrzlich, sondern seit dem Tag der UN-Resolution Nr. 181, vom 29. November 1947, zur Teilung Restpal√§stinas in einen j√ľdischen und einen arabischen Staat.

Charles Krauthammer, von der Washington Post Writers Group, berichtet dar√ľber. Man m√ľsse kein Historiker sein, um die Absichten der Feinde Israels zu verstehen. Es kann aber hilfreich sein, sich mit der Geschichte zu befassen.

Am 29. November 1947 stimmen 33 Staaten f√ľr die Resolution, darunter die UdSSR, die USA und Frankreich; 13 stimmen dagegen, darunter die sechs arabischen Mitgliedsstaaten; 10 enthalten sich der Stimme, darunter Gro√übritanien und China. Die Resolution hat damit die Zweidrittelmehrheit erhalten und gilt als angenommen. Die sechs arabischen UN-Delegationen, √Ągyptens, des Irak, Syriens, des Libanon, Saudi-Arabiens und des Jemen verlassen daraufhin unter Protest und mit Krieg und Ausl√∂schung der pal√§stinensischen Juden drohend, die Versammlung.

Saudi-Arabien, der Irak, Syrien und der Jemen erkl√§ren in ihrer Antwort an die UN-Vollversammlung offen, sich nicht an die Resolution gebunden zu f√ľhlen. Emir Feisal Al Saud, Sohn des saudischen Usurpators und Wahhabitenk√∂nigs Abdul Aziz Al Saud "beh√§lt sich das Recht vor, frei zu handeln, in welcher von ihm f√ľr angemessen gehaltenen Art auch immer, im Einklang mit den Prinzipien von Recht und Gerechtigkeit". Mr. Jarnali, Irak, erkl√§rt: "Der Irak erkennt die G√ľltigkeit dieser Entscheidung nicht an und beh√§lt sich die Freiheit der Entscheidung gegen ihre Durchsetzung vor." Emir Arslan von Syrien sagt: "Mein Land wird eine solche Entscheidung niemals anerkennen. Es wird niemals zustimmen, f√ľr sie verantwortlich zu sein. M√∂gen die Folgen √ľber andere kommen, nicht √ľber uns." Prinz Seif El Islam Abdullah von Jemen erg√§nzt: "Die jemenitische Delegation hat bereits fr√ľher erkl√§rt, da√ü der Teilungsplan gegen die Gerechtigkeit und gegen die Charta der Vereinten Nationen verst√∂√üt. Deshalb zieht die Regierung des Jemen nicht in Betracht, sich an eine solche Entscheidung gebunden zu f√ľhlen. Die Regierung des Jemen beh√§lt sich die Freiheit von Ma√ünahmen gegen die Durchsetzung dieser Entscheidung vor." (20)

Im Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und den arabischen Staaten, die Israel am 15. Mai 1948 mit britischer Hilfe √ľberfallen, um es noch im Entstehen zu vernichten, kommen Judea und Samaria, die "Westbank", unter jordanische und der Gazastreifen unter √§gyptische Herrschaft, Jerusalem wird geteilt, wobei Jordanien den Ostteil einschlie√ülich der Altstadt und Israel den Westteil kontrolliert.

Die Vernichtungsabsichten haben nichts zu tun mit der Besetzung der Westbank und des Gazastreifens in Folge des Sechstagekrieges, vom Juni 1967. Die arabischen Staaten kennen √ľberhaupt keine Grenzen Israels an, weil sie den Staat als solchen nicht anerkennen. Heutiger Bezug auf Grenzen von vor dem Sechstagekrieg ist Heuchelei. Der Abzug Israels aus dem Gazastreifen, im September 2005 kann insofern nicht zu einer friedlichen Entwicklung dort f√ľhren, sondern das Gebiet wird als durch Terror erobert betrachtet und im Sinne des Phased Plan zur Errichtung eines pal√§stinensischen Staates auf dem Territorium Israels, der West Bank, Gazas und Jordaniens (!), vom 9. Juni 1974, zur Ausgangsbasis weiterer Eroberungen israelischen Territoriums benutzt. (21)

Sie verwandelten Gaza in eine Basis zum Abschu√ü von Raketen gegen Israel und zum Ausheben von Tunnels unter der Grenze, schreibt Charles Krauthammer. Das alles ist vor mehr als drei√üig Jahren angek√ľndigt worden.

Was den Libanon angeht, von dessen Boden aus die Hezbollah am 12. Juli ihren offenen Krieg gegen Israel f√ľhrt, er ist im Jahr 2000 vollst√§ndig von den Israelis ger√§umt worden. Die UN-Sicherheitsrat best√§tigt den exakten Grenzverlauf. Die Hezbollah macht mit dem ger√§umten Gebiet genau das, was die Hamas mit Gaza tut, sie verwandelt es in eine Milit√§rbasis f√ľr terroristische Angriffe gegen Israel. Von dem Gebiet aus fallen Terroristen der Hezbollah in den letzten sechs Jahren in Israel ein, von dort werden Raketen nach Israel abgeschossen. Am 12. Juli beginnt aus dem v√∂llig unbesetzten Gebiet (S√ľdlibanon) die kriegerische Offensive der Hezbollah zur Unterst√ľtzung der Hamas, in eben solchem unbesetzten Gebiet (Gaza).

Der Grund ist nicht die Besatzung, die dient den Arabern zum Vorwand, die westlichen Staaten f√ľr die pal√§stinensische Sache zu gewinnen, sondern der Grund ist wie immer Israels Existenz; darum geht es. Bereits zwei Jahre vor der Besatzung feiert Yasser Arafat am j√§hrlichen Fatah Day den ersten Angriff seiner Terrorgruppe auf ein israelisches Ziel, den National Water Carrier, das Versorgungssystem aus Pipelines, Aquadukten, D√§mmen, Tunneln und Pumpstationen, am 1. Januar 1965. (22)

F√ľr diejenigen, die sich mit der Geschichte Israels und der pal√§stinensischen Araber befa√üt haben, wird die neue Qualit√§t des Kampfes der fundamentalistischen Muslime zur Vernichtung Israels deutlich. Beschwingt und ermutigt durch die √ľppige finanzielle und milit√§rische Unterst√ľtzung aus dem Iran bilden sich die islamischen Terrorgruppen ein, sie k√∂nnten den Versuch wagen, Israel endlich den Todessto√ü zu versetzen. Dagegen wehrt sich Israel, gegen den von den iranischen Ayatollahs aufgezwungenen Krieg.

Den USA passe dabei die Sto√ürichtung nicht. Die Regierung des George W. Bush meine, Israel h√§tte nicht gegen den Libanon, sondern gegen den Verursacher Syrien und damit indirekt gegen den Hauptunterst√ľtzer der Hezbollah, den Iran losschlagen sollen. Der Krieg, der von den Ayatollahs in Israel losgetreten wird, ist der gleiche, den der Iran und Syrien im Irak gegen die USA und gegen die irakische Regierung f√ľhrten, schreibt Laurent Murawiec zutreffend und: Wenn die Israelis sich als Ziel die riesige iranische Botschaft in Damaskus vorn√§hmen, von der aus der Krieg des Iran im Nahen Osten gegen den Westen gef√ľhrt werde, k√∂nnte Israel mit Unterst√ľtzung durch die USA rechnen. Man m√ľsse die Chance nutzen, wenn sie sich biete. Wenn Israel z√∂gere, werde die B√ľrokratie der "Realisten", der Kapitulierer und der Araberfreunde in den USA obsiegen, sie w√ľrden hinweisen auf die feindlichen Reaktionen Ru√ülands und Frankreichs, oder den franz√∂sischen Parti pogromiste, die Pogrompartei gegen Israel, die im Au√üenministerium herrsche, werde sich durch die Stimme des Ministers Philippe Douste-Blazy melden und beide Seiten zur Vernunft aufrufen.

George W. Bush unterst√ľtzt das Recht Israels, sich zu verteidigen: m√∂ge sich Israel also verteidigen, mit Damaskus angefangen. Washington wird dem zustimmen, meint Laurent Murawiec. (23)

Wer denkt bei solchen Erw√§gungen nicht an den Clean Break, vom 8. Juli 1996, fast auf den Tag vor zehn Jahren, als der im Mai 1996 ins Amt gew√§hlte Premierminister Benjamin Netanyahu von einer Studiengruppe aus US-Amerikanern und Israelis unter der Leitung von Richard Perle, vom American Enterprise Institute (AEI), √ľbrigens einem F√∂rderer des Laurent Murawiec, die Studie Clean Break, Ein sauberer Bruch: Eine Neue Strategie zur Sicherung des Reiches, vorgelegt bekommt, prompte Implementierung gew√ľnscht:

Den USA k√∂nne es gefallen, wenn Israel gegen die Hezbollah, Syrien und den Iran vorginge, durch Kampf gegen syrisches Drogengeld, durch milit√§rische Angriffe auf Syrien vom Libanon aus, mittels Stellvertreterk√§mpfern (proxy forces), und israelische Angriffe auf syrische milit√§rische Ziele im Libanon, und wenn sich das als unzureichend herausstelle, auf ausgew√§hlte Ziele in Syrien selbst. Israel wird von der Studiengruppe beauftragt, sein strategisches Umfeld neu zu ordnen, gemeinsam mit der T√ľrkei und Jordanien die Macht Syriens zu schw√§chen, einzud√§mmen und sogar zur√ľckzudr√§ngen. Seinerzeit soll Israel sogar darangehen, Saddam Hussein zu beseitigen. Im Angesicht der Zust√§nde seit dem Irakkrieg der USA, M√§rz 2003, ist dieses Ansinnen besonders infam. Sind die Verh√§ltnisse seinerzeit der Verwirklichung solcher W√ľnsche nicht f√∂rderlich, so sind sie es heute noch weniger, und man kann hoffen, da√ü die USA bis zum Jahr 2016 gemeinsam mit der "internationalen Staatengemeinschaft" zu anderen L√∂sungen des Nahostkonfliktes kommen. (24)

Die √ľbrige nicht-muslimische Welt, die EU, Ru√üland und China werden abw√§gen m√ľssen, ob sie die Existenzbedrohung Israels und damit die Kampfansage der fundamentalistischen Muslime an die USA auf Grund strategischer Interessen positiv bewerten wollen, oder ob sie sich im klaren dar√ľber sind, da√ü die Herrschaftsanspr√ľche der Muslime mit der Schw√§chung oder gar Vernichtung Israels nicht etwa enden, sondern erst so richtig angefacht werden, und zwar in der EU, in Ru√üland und in China.

16. Juli 2006 - ergänzt durch den neuen Link Nr. 5, am 17. Juli 2006

Quellen

(1) 14 juillet 2006 d√©filez avec l´Arm√©e des Clowns. Actup Paris, 14 juillet 2006
http://www.actupparis.org/portfolio2.php?id_document=2987

(2) Bastille. Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Sturm_auf_die_Bastille

(3) Eight IDF soldiers killed, 2 kidnapped on northern frontier. Jaakov Katz, Herb Keinon, Jerusalem Post, July 12, 2006
http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1150885976658&pag ename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull

(4) Nouvelle guerre au Libanon. Aucune trève. RFI, 15 juillet 2006
http://www.radiofrance.fr/reportage/laune/?rid=295000077

(5) Die internationale Krise um das iranische Nuklearprogramm. Von Joachim Krause. Kieler Analysen zur Sicherheitspolitik Nr 15, April 2006
http://www.isuk.org/1/wp-content/uploads/2006/05/Kieler Analysen zur Sicherheitspolitik Nr. 15 Iran Joachim Krause.pdf

(6) Jean-Pierre Elkabbach. Invit√© Philippe Douste-Blazy, Ministre des Affaires √©trang√®res. √Čcoutez la chronique. Europe1, 13 juillet 2006
http://www.europe1.fr/informations/chronique-t1.jsp?idboitie r=591773

Entretien de M. Philippe Douste-Blazy avec "Europe 1" Minist√®re des Affaires √Čtrang√®res, Paris, 13 juillet 2006
http://www.diplomatie.gouv.fr/fr/pays-zones-geo_833/liban_41 8/communaute-internationale-liban_4377/entretien-m.-philippe -douste-blazy-avec-europe-1-paris-13-juillet-2006_39124.html

(7) √Čditorial. Irresponsabilit√©s. Le Monde, 15 juillet 2006
http://www.lemonde.fr/web/article/0,1-0@2-3218,36-795728@51- 759824,0.html

L´arm√©e isra√©lienne frappe les ports libanais, Beyrouth demande un cessez-le-feu global. AFP et Reuter, Le Monde, 15 juillet 2006
http://www.lemonde.fr/web/article/0,1-0@2-3218,36-795713@51- 759824,0.html

(8) JerusalemOnline. Your Link to Israel
http://www.jerusalemonline.co.il/

Online-Tagebuch der Achse des Guten
http://www.achgut.de/dadgd/index.php

(9) Poursuite des frappes isra√©liennes, nouvel √©chec de l´ONU pour faire voter un cessez-le-feu
http://www.lemonde.fr/web/article/0,1-0@2-3218,36-795905@51- 759824,0.html

Apr√®s Gaza, Le Liban : Il faut arr√™ter le bras criminel d´Isra√ęl. Rassemblement samedi 15 juillet √† 17h Place de la Com√©die, Montpellier
http://marseille.indymedia.org/news/2006/07/6468.php

(10) Der Fernsehsender Al-Manar TV, die französische Regierung und der CRIF. 21./25. November 2004 - mit einer Ergänzung, vom 15. August 2005
http://www.eussner.net/artikel_2004-11-21_02-47-37.html

(11) D√©cha√ģnement de violence au Proche-Orient. AFP, Lib√©ration, 15 juillet 2006
http://www.liberation.fr/actualite/monde/193618.FR.php

(12) Au moins huit morts à Haifa prise pour cible par le Hezbollah. Par Ilan Rosenberg, Reuters. Libération, 16 juillet 2006
http://www.liberation.fr/actualite/monde/193656.FR.php

(13) Iranian President at Tehran Conference: "Very Soon, This Stain of Disgrace [i.e. Israel] Will Vanish from the Center of the Islamic World - and This is Attainable", MEMRI Special Dispatch Series No. 1013, October 28, 2005
http://memri.org/bin/articles.cgi?Page=archives&Area=sd&ID=S P101305

Scheich Hassan Nasrallah, Gast der Konferenz "The World without Zionism". 31. Oktober 2005
http://www.eussner.net/fundsachen_2005-10-31_19-12-27.html

(14) Iran as a State Sponsoring and Operating Terror, Terrorism Information Center, Special Information Bulletin, April 2003. Chapter 4: Iranian Aid to Hezbollah, Seite 63 - 79.
http://www.terrorism-info.org.il/malam_multimedia/ENGLISH/IR AN/PDF/APR_03.PDF

(15) Israel fights on two fronts with Lebanese border escalation. By By David Hartwell, Middle East Editor, Jane´s Country Risk, July 13, 2006
http://www.janes.com/security/international_security/news/mi sc/janes060713_1_n.shtml

(16) Israelische Milit√§roffensive: S√ľndenbock Libanon. Von J√ľrgen Hanefeld, WDR Klartext, 15. Juli 2006
http://www.wdr.de/radio/wdr2/dertag/342208.phtml

(17) Iran leader´s aide: Jews are filthy. Yediot Ahronot/YnetNews, June 8, 2006
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3260391,00.html

Iranische Holocaust-Konferenz. "Unser Präsident meint es nur gut". Von Philipp Wittrock, SpiegelOnline, 17. Februar 2006
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,401326,00.html

(18) Hezbollah´s Strategic Threat to Israel. Spirit of Entebbe, December 6, 2005
http://spiritofentebbe.blogspot.com/2005/12/hezbollahs-strat egic-threat-to-israel.html

(19) Israel forces defence. Lizas Welt, 16. Juli 2006
http://lizaswelt.blogspot.com/2006/07/israel-forces-defence. html

(20) United Nations General Assembly. The Reponse of The Arab States Delegation to UN Res. 181, A/RES/181(II) (A+B), 29 November 1947 (Link ist vom Netz genommen)
http://www.ee.princeton.edu/~xzhu/documents/resolution181.html

Die Entstehung des arabischen Antisemitismus und die Vertreibung der Juden aus den arabischen Staaten. Das Fl√ľchtlingsthema einmal anders betrachtet. 11. Oktober 2003
http://www.eussner.net/artikel_2004-03-16_00-10-27.html

(21) The PLO¬īs "Phased Plan". Political Programme, Adopted at the 12th Session of the Palestinian National Council, Cairo, June 9, 1974
http://www.netaxs.com/~iris/plophase.htm

(22) Israel´s Existence at Stake. By Charles Krauthammer. Real Clear Politics, July 14, 2006
http://www.realclearpolitics.com/articles/2006/07/israels_ex istence_at_stake.html

(23) Feu sur Damas ! La Maison Blanche et l´offensive isra√©lienne. Par Laurent Murawiec. Metula News Agency (info # 011607/6), 16 juillet 2006
http://www.menapress.com/article.php?sid=1452

(24) A Clean Break: Eine Neue Strategie zur Sicherung des Reiches, vom 8. Juli 1996. Die mißlungene Instrumentalisierung Israels zur Durchsetzung US-amerikanischer strategischer Interessen im Mittleren Osten und die Folgen. 21. April 2003
http://eussner.net/artikel_2004-05-01_19-21-39.html



Hoch zum Seitenanfang Diese Seite drucken