
Auf geht´s! Laßt die alten Medien links liegen, und lest stattdessen Blogs!
Honest Reporting zitiert zu den Schauermärchen über die Grabungen am Mughrabi Tor einen Artikel von Michael Freund, in der Jerusalem Post: Right On!: Circumvent old media - go for the blogosphere. (1)
Zu dieser Erkenntnis kann man ihm nur gratulieren. Die Berichterstattung der Mainstream Media (MSM) ist schon seit langem kaum noch zum Aushalten, wobei in Europa Häufungen der Lügen, Phantasien, der Auslassungen und Erfindungen in den außenpolitischen Nachrichten und Dokumentationen über die USA und Israel, bei der Innenpolitik über die Rolle des Islam und die Islamisierung Europas nachzuweisen sind. Blogger kommen gar nicht nach mit der Richtigstellung.
Der Mordversuch an Roger Köppel
Ein Musterbeispiel für die innenpolitische Berichterstattung ist der Mordversuch des Pakistaners Amer Cheema am Chefredakteur der Welt Roger Köppel, vom 20. März 2006, weil die Welt im Februar 2006 die dänischen Mohammed-Karikaturen veröffentlicht. Der Täter begeht am 3. Mai 2006 Selbstmord im Gefängnis. Über den Mordversuch hat man bis zu dem Tag von den MSM nirgends gehört oder gelesen, nicht einmal in dem betroffenen Blatt oder gar von Roger Köppel selbst. Noch am 7. Mai 2006 formuliert die Welt am Sonntag (WamS) es nur als Möglichkeit, daß es sich bei dem Pakistani nicht um einen Einzeltäter gehandelt haben könnte, obgleich es als Tatsache bekannt ist, daß die Muslime mit einer Fatwa aufgerufen sind, die Frevler zu töten und ihnen dafür finanzielle Belohnung versprochen wird. (2)
Die Gulf Times aus Qatar, und das österreichische Networld.at, schreiben über den Fall des 28-jährigen pakistanischen Selbstmörders Amir Cheema, der Mann hätte den Chefredakteur der Welt Roger Köppel angeblich töten wollen, er sei inhaftiert worden, weil er versucht haben soll, ihn zu töten. Er sei dessen bezichtigt, obgleich der Täter selbst dies aussagt, wie man im WamS-Artikel liest. Schon wieder funktioniert die Schere im Kopf. Aus Mord wird Tötung, und der Fall wird heruntergespielt. (3)
Der Blog Politically Incorrect berichtet am 5. Mai 2006: Erfahren, dass Roger Köppel überhaupt wegen der Veröffentlichung der Karikaturen angegriffen wurde, haben wir aus den Medien nicht. Von der schweren Folter in deutscher U-Haft mit Todesfolge des unschuldigen moslemischen Häftlings erfahren wir sicher bald viel, viel mehr. Wir sind gespannt, wann ai und die UN-Menschenrechtskommission sich des Falles annehmen werden. (4)
Und so kommt es, noch ehe der Beitrag richtig auf dem Blog eingestellt ist. Der Spiegel, der weder ein Gebot zur umfassenden Information über den Skandal der Folgen aus der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen sieht, noch gar aus Solidarität mit den Jyllands Posten die Karikaturen nachdruckt, berichtet ausführlich über den Selbstmord des 28-jährigen und die Foltervorwürfe, die seine Familie gegen deutsche Behörden erhebt. Da erst hat der Spiegel von dem Untersuchungshäftling erfahren, der seit März einsitzt, berichten gleich zwei Spiegel-Mitarbeiter geradezu vorwurfsvoll. Den Autoren ist anscheinend auch die Peinlichkeit nicht bewußt, ihren Lesern mitzuteilen, Roger Köppel habe es als seine "journalistische Pflicht" angesehen, die Karikaturen nachzudrucken, ebenso die Tageszeitung, die Berliner Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Letztere habe bereits im Herbst auf den sich anbahnenden Streit hingewiesen. (5)
Die Berichterstattung über die Affäre und der Abdruck der Karikaturen sind allerdings unter den gegebenen Bedingungen der weltweit herumtobenden, sengenden und marodierenden Muslime eine journalistische Pflicht; ihr kommt der Spiegel nicht nach, wohl aber der ausführlichen Würdigung des Foltervorwurfs. Der Vater eines der beiden Spiegel-Autoren stammt aus Jordanien, dem Teil der heute angeblich Palästina heißt: der in Osnabrück geborene Yassin Musharbash zeichnet sich sonst durch gute Kenntnisse des Nahen Ostens und kompetente Berichte aus, aber die Leser des Spiegels erfahren nichts darüber, warum die pakistanische Familie so hartnäckig darauf besteht, Amer Cheema sei ermordet worden. Dazu bedarf es des Bloggers Kewil, der darauf hinweist, daß ein Muslim keinen Selbstmord begehen darf, außer er sprengt sich mit Unschuldigen in die Luft. Finanzielle Leistungen muslimischer Wohlfahrtseinrichtungen aus Saudi-Arabien gibt es nur für Märtyrer gelungener terroristischer Anschläge und nicht für einen dilletantischen erfolglosen Selbstmörder. Die Familie in Pakistan geht also aus dem Abenteuer als gesellschaftlich geächtet und finanziell geschädigt hervor. Da versucht sie, bei der deutschen Regierung etwas zu holen.
Es sind die Blogger, die der journalistischen Informationspflicht über die Mohammed-Karikaturen nachkommen und sie samt ausführlichen Nachrichten und Erläuterungen veröffentlichen, die den Mordversuch des Pakistanis in Zusammenhänge stellen. Die Blogger berichten unermüdlich über die Rolle des politischen Islam in Europa, die Versuche der Islamisierung und die Konsequenz, mit der die Muslimfunktionäre dabei vorgehen. (6)
Wer noch einmal nachsehen will, wie sich die deutsche Blogosphäre in der Affäre um die Mohammed-Karikaturen verhalten hat im Gegensatz zu den armseligen etablierten Medien, der lese in den Fundsachen Solidarität mit Dänen-Zeitung Jyllands Posten! Am 26. Januar 2006 ist bereits eine stattliche Blogger-Gemeinde ihrer Informationspflicht nachgekommen. Derweil eiern die deutschsprachigen Printmedien herum, oder erklären in länglichen Artikeln, warum man die Karikaturen besser nicht veröffentlicht. (7)
Rinnsteinpresse
Manchmal gehen die gescholtenen Medien zum Gegenangriff über; da sie aber kaum Sachargumente vorbringen können, schlagen sie unter die Gürtellinie.
Am 7. Mai 2006 erklärt im Midi Libre, einem meiner zwei Provinzblätter, ein Kommentator, daß die Internet-Blogs auf dem Niveau der Boulevardpresse, wörtlich: der Rinnsteinpresse, anzusiedeln seien, "presse de caniveau" ! Cyberlernen gibt den Ehrentitel in vier Sprachen wieder: Boulevardpresse - yellow press, gutter press - la presse de caniveau / à sensation - prensa (f) sensacionalista / prensa (f) amarilla , vermerkt aber dazu, daß es sich um die Gesamtheit der sensationell aufgemachten, in großen Auflagen erscheinenden Zeitungen handele, also um eben diejenigen, von denen die Blogger heuer beschimpft werden. (8)
Die Leser meiner Beiträge werden in fast jedem Artikel mit dem merkwürdigen Verständnis von Berichterstattung deutscher und französischer MSM konfrontiert, manchmal beginne ich meine Berichte mit der Klage darüber. Den Figaro und seine abstrusen Berichte über die französische Politik gegenüber dem Iran und Saudi-Arabien habe ich gerade jetzt den Lesern vorgestellt. Jede einzelne Zeile dieser im Staatsauftrag schreibenden Journalisten, die sich sogar als Geiseln mißbrauchen lassen, kann man auseinandernehmen. Name Dropping ersetzt sorgfältige Recherche, der Rest ist Vernebelung, und so nehme ich mich der Nachrichten an und durchleuchte sie. Wer ist Pascal Ménoret, wer Mansour al-Turki, wer Roland Dumas? (9)
Wenn jemals einer die Rinnsteine hier in Frankreich gesehen hat, les canniveaux, und die Hundescheiße, die dort rottet, die aber nur ein kleiner Teil der Scheiße ist, die auf den Gehsteigen zum geflissentlichen Hineintreten herumliegt neben den achtlos weggeworfenen Bierdosen und von der Tramontane verwehtem Papier, der kann nachempfinden, daß es mich mit Stolz erfüllt, vom Midi Libre, aus der Le Monde-Gruppe, zum Rinnstein gehörig gezählt zu werden. Liebe Freunde der schreibenden Zunft, es wäre für Euch eine Ehre, wenn Ihr mir im Rinnstein Gesellschaft leisten dürftet, aber Ihr genügt leider nicht den Anforderungen, deren Erfüllung Euch Zutritt zum Kreis der Rinnstein-Blogger verschaffen könnte. Ihr befindet Euch in einem ganz anderen Dreck, zum Elysée-Palast habt Ihr Zugang und zum saudischen Herrscherhaus, im Vorzimmer des Ayatollah Ali Khamenei treibt Ihr Euch herum, und den Alain Finkielkraut wollt Ihr dahin ziehen, wo Ihr euch befindet, den Robert Redeker bewerft Ihr mit dem, was Euch umgibt, mit Scheiße. Verpißt Euch!
Ich bin eine Bloggerin der Rinnsteinpresse, ich bekenne es, wie sich im 16. und 17. Jahrhundert die Geusen stolz zu ihrem Schimpfnamen bekennen. (10)
1. März 2007
Quellen
(1) Missing the Big Picture. Honest Reporting, March 1, 2007
http://www.honestreporting.com/articles/45884734/critiques/M issing_the_Big_Picture.asp
Right On!: Circumvent old media - go for the blogosphere. By Michael Freund, The Jerusalem Post, February 27, 2007
http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1171894533431&pag ename=JPost%2FJPArticle%2FPrinter
(2) Bedrohung für Journalisten. Von Thomas Heuzeroth, Welt am Sonntag,
7. Mai 2006
http://www.welt.de/print-wams/article141942/Bedrohung_fuer_J ournalisten.html
(3) Die Rinnsteinpresse und der pakistanische Attentäter. 7. Mai 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-05-07_13-18-13.html
"Verwirrter" Pakistani wollte WELT-Chefredakteur abstechen. Kewil, Fakten&Fiktionen, 5. Mai 2006
http://myblog.de/kewil/art/3483467
(4) Foltervorwürfe gegen deutsche Justiz. Pakistaner erhängt sich nach Attentatsversuch auf Roger Köppel. Politically Incorrect, 5. Mai 2006
http://myblog.de/politicallyincorrect/art/3482663
(5) Selbstmord nach versuchtem Angriff auf Chefredakteur der "Welt". Von Matthias Gebauer und Yassin Musharbash. SpiegelOnline, 5. Mai 2006
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,414669,00.h tml
(6) Porträts. September 2005: Yassin Musharbash, 29, Journalist.
Netzwerk Integration
http://www.teil4.de/intqua/pages/4_portraet_musharbash.htm
In Pakistan brennt deutsche Flagge. Kewil, Fakten&Fiktionen, 7. Mai 2006
http://myblog.de/kewil/art/3491411
(7) Solidarität mit Dänen-Zeitung Jyllands Posten! 26. Januar 2006
http://www.eussner.net/fundsachen_2006-01-26_12-40-39.html
(8) Boulevardpresse. Lernen im Cyberspace. Fremdspracheninstitut der Landeshauptstadt München
http://www.fim.musin.de/Cyberlernen/gabi2/AJ_text.html
(9) Frankreichs Spagat zwischen Saudi-Arabien und dem Iran: vier tote Franzosen. 27. Februar 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-02-27_21-37-42.html
Georges Malbrunot unterwegs als Figaro Frankreichs. 28. Februar 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-02-28_20-03-07.html
(10) Geusen. Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Geusen
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