Homepage von Gudrun Eussner
Gudrun Eussner
Links
Homepage von Gudrun Eussner
Artikel

Tariq Ramadan. Was der Westen vom Islam lernen kann: Lektion 1 - 24

In einem langen Artikel, bestehend aus 24 Abschnitten, bringt Tariq Ramadan an den Kuffar, was dieser vom Islam lernen kann. Vorweg die enttäuschende Nachricht: der 25. Abschnitt ist der bei weitem interessanteste. Den hat allerdings nicht der Da´wa-Prediger verfaßt, sondern der ist vom Chronicle of Higher Education. (1)

Lektion 1 - 5

Die ersten fünf Lektionen sind Vorwürfe, den Offenen Brief betreffend, den Tariq Ramadan im Januar 2005 an den eben wiedergewählten Präsidenten der USA richtet: Offener Brief an Präsident George W. Bush von einem "aus dem Lande ausgewiesenen" Muslim an einen gewählten Präsidenten. (2)

Die Lüge besteht darin, daß der muslimische Intellektuelle nicht des Landes verwiesen wird, "expelled", sondern daß ihn die USA gar nicht erst einreisen lassen. Diese Feinheit ist insofern bedeutsam, als Tariq Ramadan auf seiner Web Site behauptet, er sei Professor am Kroc Institute gewesen und von dem Posten zurückgetreten: Tariq Ramadan has resigned from the post of Professor of Islamic Studies at Notre Dame University (Classic Department) and Luce Professor at the Kroc Institute (Religion Conflict and Peacebuilding). Stattdessen endet seine Reise in die USA auf den gepackten Koffern in Genf. (3)

Was wir aber lernen, und das ist doch endlich einmal eine bemerkenswerte Nachricht: der Prediger hat zum 1. Januar 2007 in der Erasmus Universität von Rotterdam endlich eine Universität gefunden, die sich nicht zu schade ist, ihn für zwei Jahre als Visiting Professor zu beschäftigen und ihm den Gastprofessorentitel zu verleihen: Sinds 1 januari bekleedt hij als gasthoogleraar aan de Erasmus Universiteit Rotterdam de leerstoel Identiteit en Burgerschap, ingesteld door de Gemeente Rotterdam. Welch ein schönes holländisches Wort für Gastprofessor am Lehrstuhl für Identität und Staatsbürgerschaft der Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Der Stadtrat der Gemeinde Rotterdam leistet sich diesen Luxus: gasthoogleraar. (4)

Nun kann er im kleinen Holland tun, was ihm die US-Behörden vorenthalten: ganz legal Da´wa betreiben in seinen Vorlesungen zum Thema Identität und Staatsbürgerschaft, womit sich auch die Fakultäten für Sozialwissenschaften und für Geschichte und Kunst befassen.

Die Universität stellt in einer Pressemitteilung den neuen Gastprofessor vor, ohne auch nur das geringste zu erwähnen über die Zusammenhänge, aus denen er stammt; er ist ein Swiss citizen with Egyptian background who partly grew up in France. Von 1997 bis 2004 sei er der Abteilung Philosophie der Universität Fribourg angegliedert gewesen, attached to. Er habe kürzlich eine Studie über das Wachstum islamischer Gemeinden in Europa verfaßt. Er sei ein starker Verfechter der Beteiligung der Muslime an der europäischen Gesellschaft. Kein Wort davon, was das für Tariq Ramadan heißt: Bewahrung der Identität als Muslime durch Bindung an die Scharia, in Europa den Gesetzen nur deshalb zu folgen, weil man per Vertrag daran gebunden ist und noch nicht die Macht besitzt, und nicht etwa aus Überzeugung, keine Integration, sondern Wahrung der Identität als Muslim in Abgrenzung zur umgebenden Gesellschaft. (5)

Zur Geschichte der Affinität der Stadt Rotterdam zu dem Islamprediger habe ich ausführlich im April 2006 berichtet: Die Rotterdamer Islam- und Integrationsdebatte. Sie ist dem unermüdlichen Einsatz von Dr. Beate Winkler zu verdanken, der Direktorin des EUMC. Im Jahr 2004 können sich die Rotterdamer vor Expertentreffen und Integrationsdebatten kaum retten. Auf der Web Site der Stadt Rotterdam wird berichtet, daß die Muslime lieber mit ihren eigenen Landsleuten in Kontakt treten wollen, sie fühlten sich in zunehmendem Maße ausgeschlossen.

Am 6. April 2005 findet die krönende Abschlußsitzung statt. Vorgestellt von Bürgern aus Rotterdam werden Bausteine einer Sozialcharta. Der Bürgermeister von Rotterdam Ivo Opstelten, der für Soziale Integration zuständige Ratsherr Leonard Geluk, der niederländische Premierminister Peter Balkenende und - wie könnte es anders sein, der Islamexperte und Philosoph Tariq Ramadan halten vor 1500 Personen ihre Reden. In dem sechsseitigen Bericht über das Rotterdamer Projekt der Debatten und Konferenzen steht nicht ein Satz, der über Banalitäten hinausweist. Tariq Ramadan ist auf der Web Site der Stadt Rotterdam unter Islam en Integratie verlinkt: Islam und Integration.

Der Rotterdamer Stadtrat profitiert von den Debatten, meinen jedenfalls einige Ratsherren. Sie werden sich sicherlich positiv auf die Geschäftsbeziehungen mit den arabischen Staaten auswirken. Es bleiben certain issues, nämlich die wichtigsten Probleme der Integration, gänzlich unerörtert zurück, weshalb staatliche Institutionen Unterstützung zu geben hätten, was nun offensichtlich mit der Gastprofessur für Tariq Ramadan geschieht. Er wird in Wort und Schrift dafür sorgen, daß unter dem Begriff der Identitätswahrung der Muslime in folgenden Bereichen die von den arabischen Staaten ausdrücklich nicht gewünschte Integration unterbleibt: (6)

  • arrangierte Hochzeiten
  • diskriminierende Einstellung und Verhalten gegenüber Frauen
  • diskriminierende Einstellung und Verhalten gegenüber Homosexuellen
  • Beziehungen zu Menschen eines anderen Glaubens/ohne Glauben
  • Eltern-Kind-Beziehung (einschließlich Gebrauch physischer und psychischer Gewalt)
  • Radikalisierung

Die Lektionen 1 - 5 enthalten Unschuldsbeteuerungen, den Terrorismusverdacht gegen Tariq Ramadan betreffend, seine Beschimpfungen Israels und von US-Gruppen, die Israel rückhaltlos unterstützen und keine Kritik an der Politik der USA gegenüber Israel zuließen, der US-Politik und der Behörden, die ihn nicht ins Land lassen wollten, weil er deren Außenpolitik Israel gegenüber kritisiere, sie enthalten Vorwürfe, Redefreiheit und Demokratie würden abgebaut und des "globalen Kampfes gegen Terror" wegen die Bürger aufgefordert, alle gleich zu denken. Den gobalen Krieg gegen den Terror setzt er in Anführungszeichen, was bedeutet, daß es für ihn einen solchen Kampf nicht gibt.

In Lektion 5 wendet er sich gegen die seit langem anhaltende Arroganz der israelischen Politik.

Lektion 6 - 24

Ab Lektion 6 nimmt der Leser teil am Wir-Gefühl des Tariq Ramadan. Dieses "wir" wird meist verbunden mit dem Imperativ, es heißt dann "we must", wobei nicht immer klar ist, ob die nicht-muslimischen US-Bürger, die Muslime, Politik und Öffentlichkeit oder Tariq Ramadan im Pluralis maiestatis gemeint sind. Meist sind die Nicht-Muslime und ihre Institutionen der American society gemeint, was in sofern merkwürdig ist, da Tariq Ramadan gar kein US-Bürger ist. Er spricht wie ein Mitglied der US-Regierung. Durch das jede Distanz aufhebende "wir" macht er sich in gutem islamischen Brauch das ganze Gebiet der USA zu eigen. Die Muslime inmitten der nicht-muslimischen US-Bürger, in our midst, sei eine Quelle der Kraft.

  • Der Westen lernt, daß "wir" ein von Tariq Ramadan bestimmtes Subjekt ist. Wir müssen lernen, daß Tariq Ramadan und seinesgleichen die Definitionshoheit besitzen.

In Lektion 7 bedeutet "wir" den Westen insgesamt. Den westlichen Gesellschaften verordnet er Anpassung an die Muslime. Was diese angeht, so habe er seit langem die Muslime zu Anstrengungen aufgefordert, westliche Muslime zu werden. Das heißt, ihre muslimische Identität in einer nicht-islamischen Umgebung zu bewahren.

In Lektion 8 geht er mitten in die Geschichtsfälschung, in dem er behauptet, ab dem 13. Jahrhundert kämpften die Muslime gegen westliche Aggression. Den Europäern sei es geschuldet, daß man in islamischen Staaten von dar al-islam und dar al-harb spreche.

Heute wie ehedem gilt aber für Muslime, was der berühmteste Sohn Tunesiens, der arabische Philosoph, Historiker und malakitische Jurist Abd ar-Rahman Ibn Mohammad, bekannt unter dem Namen Ibn Khaldun (1332-1406) erklärt, daß in der muslimischen Gesellschaft der Jihad, der Glaubenskrieg, der Universalität der islamischen Mission wegen eine religiöse Pflicht sei. Jedermann habe zum Islam bekehrt zu werden, entweder durch Überzeugung oder mit Gewalt. Der Islam habe die Verpflichtung, Macht über andere Nationen zu gewinnen. Über das Christentum und seine Heilige Schrift sagt Ibn Khaldun in seinem berühmten Werk Muqaddimah: It is for them (the Christians) to choose between conversion to Islam, payment of the poll tax, or death. An diese Politik haben sich die arabischen Kalifen und die osmanischen Sultane allzeit gehalten. (7)

  • Der Westen lernt, daß seit Jahrhunderten christliche Reiche und Gebiete zu überfallen, westliche Aggression ist.

In Lektion 9 würdigt Tariq Ramadan seine in England, Frankreich und den USA veröffentlichten Werke und erklärt: We all possess multiple identities, was nichts anderes heißt, als daß er seine anscheinend bestehende Persönlichkeitsspaltung als normalen Fall einordnet und sie auch uns unterstellt. In Lektion 9 bedeutet "wir" die Muslime. Der Koran stärke die Idee der Beratung, und er führt die Shura als Beispiel an, eine von muslimischen Herrschern erbetene Beratung, wobei die Berater keinen Einfluß darauf haben, was aus ihrem Rat wird. Shura ist auch nicht vorgeschrieben zur Entscheidungsfindung. Diese Institution stellt er an die Seite der westlichen Demokratie: the two are not so far different from each other.

  • Der Westen lernt, daß in islamischen Staaten gewissermaßen Demokratie herrscht, wenn sie nur die Shura anwenden. Die Demokratie kommt aus dem Koran.

In Lektion 10 und 11 bestimmt Tariq Ramadan, daß "wir", diesmal die Muslime, gleich sind, nicht im Sinne des Grundgesetzes, integriert in die Gesellschaft als einfaches Mitglied, sondern, der Gesellschaft etwas für eine gemeinsame Zukunft anbietend, den Islam. Die Obsession von Sicherheit, die Krise (sic!) der dänischen Mohammed-Karikaturen und die Bemerkungen des Papstes über den bösen und unmenschlichen Islam haben die Diskussion polarisiert in "wir" und "sie".

  • Der Westen lernt, daß Tariq Ramadan bestimmt, daß die Muslime ihren Islam einzubringen haben, und daß Vorkehrungen gegen weitere Terroranschläge eine Obsession sind, die zusammen mit den dänischen Mohammed-Karikaturen und den Papstworten die Gründe für eine Distanzierung der Nicht-Muslime von Muslimen und umgekehrt abgeben. Polarisierung durch Aussprechen von Tatsachen ist abzulehnen.

In Lektion 12 erklärt Tariq Ramadan den Muslimen, was sie zu tun haben, teilzuhaben an Erziehung, an Gesellschafts- und Stadtpolitik. Sie müssen aus ihren Ghettos kommen, they must. Sie müssen sich nicht länger als "Minderheit" ansehen. Die tatsächliche Minderheit der Muslime muß sich demnach aufführen, als hätte die Islamisierung die anderen bereits in die Minderheit gedrängt.

  • Der Westen lernt, daß die Western Muslims sich entgegen den Tatsachen aufzuführen haben als Sieger, als Mehrheit.

In Lektion 13 zeigt Tariq Ramadan dem Westen, daß die Muslime auf dem Vormarsch sind, ein neues "wir" zu schaffen. In Rotterdam arbeitet er daran seit einigen Jahren. Nun ist er dort endlich Gastprofessor. Am 20. und 21. Mai 2005 gibt´s eine der zahlreichen Konferenzen zum Thema. A general Citizens´ Charter, eine allgemeine Bürgercharta soll erarbeitet werden, in der die gesamte Bevölkerung angesprochen wird, um so the ´us and them´ mentality, die Wir und sie Mentalität, zu durchbrechen. Die Stadt sollte nicht in Muslime und Nicht-Muslime geteilt sein. Selbstverständlich wird nirgends thematisiert, wer systematisch die Integration hintertreibt, die Imame und Prediger wie Tariq Ramadan nämlich, die in Wort und Schrift alles tun, um die Muslime an der Integration zu hindern. (6)

Zunächst aber wird in Rotterdam eine Charta für die Polizei entwickelt. Sie soll gegen Diskriminierung und Rassismus kämpfen. Muslime sollen vermehrt in den Polizeidienst aufgenommen werden: develop and improve police services for a multiethnic society. (8)

Die Elite des Westens wird gescholten, daß sie sich nicht schnell genug den Bürgerbewegungen zur Zusammenarbeit in einer multi-ethnischen Gesellschaft anschließen.

  • Der Westen lernt, daß seine Eliten nicht auf einer Integration aller in eine republikanische, demokratische Gesellschaft bestehen sollten, sondern daß sie zur besseren Islamisierung eine multi-ethnische Gesellschaft zu akzeptieren haben; denn nur durch Separierung der Muslime ist eine Gewinnung von Konvertiten gewährleistet.

In Lektion 14 lehrt Tariq Ramadan die islamischen Lehrer, die ulema, was sie zu tun haben, nämlich den Salafistenansatz zu wählen und zurück zu den ersten Sahaba zu gehen, zu den Traditionen der Altvorderen und den Islam von allen Beweisen seiner Mord- und Raubideologie zu befreien, seiner Geschichte zu entheben. Das soll gleichzeitig auch auf die arabischen und islamischen Staaten ausstrahlen, um auch dort die salafistische Lehre zu verbreiten. Westliche und Muslime in mehrheitlich islamischen Staaten träten ein in eine Debatte über Rechte und Freiheiten, über die Auslegung der Scharia. Tariq Ramadan hat darüber seine Dissertation verfaßt.

  • Der Westen lernt, daß die ideologische Aufrüstung der Muslime im Westen auch dazu dienen soll, die Muslimbrüder in arabischen Staaten westliche Art zu lehren, um sie kompatibel zu machen. Aufruhr wie wegen der Mohammed-Karikaturen ist kontraproduktiv für die Islamisierung des Westens.

In Lektion 15 behauptet Tariq Ramadan, daß die Anwesenheit von Muslimen in westlichen Gesellschaften von vitalem Interesse für diese ist. Die Meinung, der Westen ruhe auf griechisch-römischen und jüdisch-christlichen Pfeilern, wobei der Islam ein Außenseiter ist, diese fehlgeleitete historische Konstruktion ist falsch. Der Westen muß, must, einen Dialog mit sich selbst führen und seine eigenen intellektuellen, philosophischen und kulturellen Traditionen revidieren. Die Leute müssen beginnen noch einmal zu lernen, daß muslimisches Denken vom Mittelalter an integraler Bestandteil der Konstruktion westlicher Identität gewesen ist. Er zitiert dazu ausgerechnet Abu Hamid Muhammad al-Ghazali (1058/59-1111), einen orthodoxen Philosophen und Islamlehrer, der die absolute Einhaltung des Pflichtenkanons gemäß Sure 3:104 zur Verhinderung von unrechtem Tun predigt. Er hat die pathologische Vorstellung von der Allgegenwart Gottes, von der Einheit des privaten und gesellschaftlichen Lebens und seiner lückenlosen Kontrolle, und er gesteht jedem Muslim zu, bei von ihm erkannten oder eingebildeten Verstößen gegen Religion und Scharia tätig zu werden, Recht und Ordnung an Ort und Stelle wieder herzustellen. Das führt vom New Yorker Taxifahrer, der keinen Gast mit Alkohol befördert, bis zu den Selbstmordattentätern. Siehe dazu auch Dan Diner: Versiegelte Zeit. (9)

  • Der Westen lernt, daß demokratische Werte zu einem monolithischen Block führen, daß sie zur Aufweichung dieses Blockes Interesse am Islam zu entwickeln haben, und sie lernen, daß Muslime darüber bestimmen, welches die Pfeiler sind, auf denen unsere Kultur ruht.

In Lektion 16 und 17 preist Tariq Ramadan Muslimen und Nicht-Muslimen sein neues Propagandawerk In den Fußtapfen Mohammeds als islamische spirituelle Lehre an. Nicht-Muslime sollen sich von ihren Traditionen lösen.

  • Der Westen lernt, daß Tariq Ramadan den Weg weist, den Propheten zu verstehen, er lehrt, wie man seinen eigenen Glauben zugunsten des Islams aufgibt, wie man Mohammed so versteht, wie Tariq Ramadan es für richtig hält.

In Lektion 18 lehrt uns Tariq Ramadan das islamische Gottesverständnis, wie es durch das leuchtende Vorbild Mohammeds zu den Arabern kommt. Er schildert die Lebensgefahr, unter der Mohammed anfangs lebt, Gefahr geht von den anderen Religionen gegen den armen Propheten aus, der sich von Abu Talib und Hamzah schützen lassen muß.

  • Der Westen lernt daraus, warum man "Nichtgläubige" ermorden muß.

In Lektion 19 bis 21 schildert Tariq Ramadan Erlebnisse des Mohammed und erklärt, daß das Modell für Muslime auch schon einmal kleine Fehler macht. Man darf niemals einen Menschen gering achten, niemals Prinzipien zugunsten von Reichtum und Ansehen aufgeben. Man sehe daran, daß Muslime und Nicht-Muslime vieles gemeinsam hätten. Ein Zugang zum Islam ist vonnöten, der könnte neue Perspektiven eröffnen.

  • Der Westen lernt vom Islam, daß die Würde des Menschen zu achten ist.

Das Leben des Propheten, schreibt Tariq Ramadan in Lektion 22, zeige als erstes die Wichtigkeit der Liebe. Tariq Ramadan meint damit aber wohl nicht die sexuelle Liebe des 53-jährigen zu einem 9-jährigen Mädchen namens Aishe. Für Nicht-Muslime sollte das Leben des Propheten eine Erinnerung an den Wert des Respektes sein.

  • Der Westen lernt, daß auch für Nicht-Muslime der Prophet und seine Religion Gültigkeit haben und die islamischen Gesetze anzuwenden sind. Wenn der Westen dem nicht folge leistet, dann Gnade ihm Allah!

In Lektion 23 und 24 bestimmt Tariq Ramadan unser Verhalten gegenüber den Muslimen. Wir haben herauszufinden, was sie lieben, wie sie lieben, und welche Wünsche und Vorstellungen sie haben. Das könne der Beginn eines respektvollen Zusammentreffens sein. Die Lieben und Umständlichkeiten derjenigen zu achten, mit denen wir nicht den Glauben und nicht die Gesamtheit unserer Erinnerungen teilen, mit denen wir aber unsere Zukunft gestalten müssen, must build a future together. Das sei seine Lebensaufgabe seit vielen Jahren im akademischen, politischen und sozialen Bereich. Aber die jetzige US-Regierung disqualifiziere seine Arbeit, von der er meint, sie sei deeply relevant, zutiefst bedeutend für die amerikanische Gesellschaft: We must refuse to accept the notion that borders can stop the free exchange of ideas.

  • Der Westen lernt, daß er die Ideen und die Missionierung des Islams zulassen muß, den Lehren nichts in den Weg zu stellen hat, bei gleichzeitiger Hinderung der westlichen Ideen, seiner Religion, seiner Ethik und Moral, der Menschenrechte, der Gleichberechtigung von Männern und Frauen, auch nur einen Millimeter Einzug zu halten in das geschlossene Lehrgebäude des Islams und in die islamischen Länder. Exchange, Austausch, heißt, mit den westlichen Vorstellungen und Werten in die Diskussion zu gehen, und mit den islamischen wieder herauszukommen: unterworfen.

10. März 2007

Quellen

(1) What the West Can Learn From Islam. By Tariq Ramadan. The Chronicle of Higher Education, February 16, 2007
http://chronicle.com/temp/reprint.php?id=mk4phhfw6qh399ql5g4 0d24l0j9vpq99

Tariq Ramadan. Was der Westen vom Islam lernen kann: Lektion 25. 10. März 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-03-10_13-58-33.html

(2) Open letter to President George W. Bush From an "expelled" Muslim to an elected American. Tariq Ramadan. Al-Ahram Weekly Online, 20 - 26 January 2005, Issue No. 726
http://weekly.ahram.org.eg/2005/726/op11.htm

Seine Hoheit Tariq Ramadan, Kalif aller sunnitischen Muslime, schreibt an den Präsidenten der USA. 16 Dhul-Hijjah 1425 H. - 26. Januar 2005
http://www.eussner.net/schaf_2005-01-26_23-52-18.html

(3) Tariq Ramadan. Biography. 22. August 2004
http://www.tariqramadan.com/rubrique.php3?id_rubrique=13;

(4) 23 maart: lezing en discussie met prof. Tariq Ramadan, prof. Han Entzinger en anderen "What the *bleep* is so funny? Column door Mohammed Benzakour. Erasmus Universiteit Rotterdam
http://www.eur.nl/fsw/nieuws/23maart

(5) Dr Tariq Ramadan appointed Visiting Professor at Erasmus University Rotterdam
http://www.eur.nl/english/pressroom/releases/2006/december/r amadan/

(6) Die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) im Dienste der Islamisierung Europas. 27. April 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-04-27_00-37-34.html

(7) Rekindling an Ancient Rage. By Andrew G. Bostom. FrontPageMagazine.com, September 22, 2006
http://www.frontpagemag.com/Articles/ReadArticle.asp?ID=2454 5

(8) Rotterdam Charter. Foundation Policing for a Multi-Ethnic Society
http://www.rotterdamcharter.nl/read/2147?sublist=2148

(9) Dan Diner. Versiegelte Zeit. Über den Stillstand in der islamischen Welt. List Taschenbuch, Februar 2007, S. 223 ff.
http://www.ullsteinbuchverlage.de/listtb/buch.php?id=9993&pa ge=suche&auswahl=a&pagenum=1&page=buchaz&PHPSESSID=cb1650a6f ef191d546ff0d248bc0bcac


Hoch zum Seitenanfang Diese Seite drucken
Zurück zur vorigen Seite Zum Archivdieses Abschnitts Weiter zur nächsten Seite