
Der Jesuit Christian Troll und der Sieg des Islams in Deutschland. Dokumentation
Soest (epd 03845/1.4.2007). Der katholische Theologieprofessor Christian Troll wird mit dem Friedenspreis des Zentralinstituts Islam-Archiv in Soest ausgezeichnet. Der Jesuit sei eine der profiliertesten Persönlichkeiten des christlich-islamischen Dialogs und gehöre zu den Brückenbauern zwischen der islamischen Welt und der römischen Kirche, teilte das Islam-Archiv am Sonntag in Soest mit. Der Muhammad-Nafi-Tschelebi-Friedenspreis wird am 4. November zur 80-Jahr-Feier der Islam-Archiv-Deutschland Stiftung überreicht.
Das Zentralinstitut vergibt die undotierte Auszeichnung jährlich an Menschen, die mit ihrem Islamverständnis für Völkerverständigung stehen. Der Preis ist nach dem Gründer des Zentralinstituts, dem Syrer Muhammad Nafi Tschelebi, benannt. Im vergangenen Jahr waren der lutherische Pfarrer der Weihnachtskirche von Bethlehem, Mitri Raheb und die erste Ausländerbeauftragte von Berlin, Barbara John, mit dem Preis ausgezeichnet worden. (1)
Allah schickt die Arbeiter ins Abendland, um den Islam zum Sieg zu führen!
"1683 sind die islamischen Heere des Osmanischen Reiches bis vor Wien gekommen und mußten unverrichteter Dinge wieder zurückkehren. Für mich steht fest: Allah schickt die Arbeiter ins Abendland, um den Islam zum Sieg zu führen!" Mohammed Salim Abdullah alias Herbert Krawinkel, verantw. Redakteur, Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland Stiftung e.V. in der Heilbronner Stimme, 5. Januar 1991 (2)
Der 75-jährige ehemalige Journalist M. Salim Abdullah Krawinkel aus Bad Salzuflen, Detmold und Schöttmar ist Direktor des Zentralinstituts Islam-Archiv. Burghard Schröder schreibt, und der ganze Artikel wäre sehr erheiternd, wenn´s nicht so peinlich wäre, wer in Sachen Islam in Deutschland als Islam-Experte herumläuft, als ob Michael Lüders nicht schon reichte:
Muhammed Salim Abdullah ist für die Deutsche Welle und auch für andere Anstalten tätig gewesen und hat sich maßgeblich in die Lehrplanformulierung für islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen eingeschaltet. Zusammen mit einem katholischen Priester, Prof. Adel Theodor Khoury aus Münster und Pater Wanzura vom Missonsorden der Weißen Väter in Köln hat er eine umstrittene Koran-Ausgabe herausgebracht. Sein Versuch, 1995 das Bundesverdienstkreuz zu bekommen, scheiterte. Mohammed Salim Abdullah alias Herbert Abdullah Krawinkel ist sicher eine der schillernsten Gestalten im deutschen Islam. Aber man möchte schon fordern, dass die Heute-Redaktion des ZDF und die geschätzen Kolleginnen und Kollegen aus anderen Medien vielleicht ein wenig recherchieren, bevor sie jemanden wie Abdullah zum "Islam-Experten" machen. (3)
Der Jesuit Christian W. Troll und der Islamprediger Tariq Ramadan
Völlig gleiche Wellenlänge gibt es zwischen Jesuiten und Tariq Ramadan, stammen sie doch aus der gleichen autoritären Familie. In Deutschland wäre da zu nennen Christian W. Troll SJ. Er schreibt gemeinsam mit Tariq Ramadan und Reinhard Schulze ein Buch über den Islam in Europa.
Der Islam ist das Jahresthema 2001 bei den Jesuiten, und so veröffentlicht Christian Troll "Islamische Stimmen zum gesellschaftlichen Pluralismus", und gibt der Präsentation des Tariq Ramadan breiten Raum. Sehr schlicht stellt er ihn vor als Enkel "des Gründers der Muslimbrüder Hasan al-Banna (1906-1949) und ... Sohn des ägyptischen Diplomaten und Rechtsgelehrten Said Ramadan." Er stellt die Intentionen Tariq Ramadans vor: Die in Europa lebenden Muslime hätten die Aufgabe, die Vision vom Islam als affirmativem Glauben und ihre unmittelbaren Konsequenzen für das menschliche Leben verständlich zu machen im neuen Kontext der europäischen Gesellschaft. Tariq Ramadan also weist den in Europa lebenden Moslems ihre Aufgaben zu. Er redet den Moslems ein Verlangen ein, "die islamische Identität neu zu entdecken und ... den Willen, nach dem Islam zu leben.", einem Islam, frei im Raume, losgelöst von nationalen Traditionen der islamischen Staaten, "der Herkunftsländer", wie er sagt. Das ist ein Islam, der sich dann mittels Missionierung in Europa ausbreiten kann.
Die Moslems sollen in Europa nach eigenen Gesetzen leben, einem Ensemble von Vorschriften zur Regelung von Gefühlen, Lebensformen und Sitten bis hin zu Speisen und Kleidung. (4)
Jesuitenpater Christian Troll – Ein westlicher Quasimam
Nicht nur die Imame, sondern auch ihre westlichen "Dialog"-Helfer bedienen sich einer zweideutigen Begrifflichkeit, um der Öffentlichkeit einen Wandel des Weltbilds nach islamischen Regeln schmackhaft zu machen. Dabei ist jedoch dem verbreiteten Irrtum vorzubeugen, hierin etwa eine Verschwörung erkennen zu können. Vielmehr folgen die Akteure diversen Motivlagen, die unter den Flaggen von Idealismus, Opportunismus, Korruption und Dummheit laufen. Sie alle sind Teil eines langfristigen Großtrends, der eher sie steuert, als sie in der Lage wären, ihn zu beeinflussen. Mehr als Amerika wurde von diesem Trend Europa erfaßt, das sich aufgrund seiner Orient-Tradition einer beschleunigten Islamisierung ausgesetzt sieht (vgl. Raddatz, Allahs Frauen 2005, Iran 2006).
Je monotoner die Protagonisten, die man auch "Islamreferenten" nennt, diesen Trend mit Euphemismen wie "Frieden", "Toleranz", "Respekt" u.a.m. fördern, desto mehr verbessern sie ihre Chancen, nicht nur in die höheren Weihen der Krypto-Technik, sondern auch in die höheren Etagen der Kulturkarriere aufzusteigen. In der Kirche hat sich durch lange Dialogpraxis dieser Art der Jesuitenpater Christian Troll ein einschlägiges Renommee erworben. Seit vielen Jahren schöpft er aus einem reichen Arsenal janusköpfiger Begriffe und Praktiken, die ihn und seine kongenialen Mitstreiter in anderen Bereichen in einen Status muslimähnlicher Mutanten driften ließen. Je effizienter sie die öffentliche Desinformation gestalten und je unauffälliger sie damit die Interessen des Islam wahrnehmen, desto mehr verähnlicht sich ihre Tätigkeit mit einer assimilatorischen Führungsrolle, die wir "Quasimam" nennen.
Ein zuverlässiger Maßstab für die pro-islamische "Dialog"-Qualität ist der Erfolgsgrad, mit dem das Hauptinstrument des Dialogisten, der "Negativfilter", zum Einsatz kommt. Dabei handelt es sich um eine universale Methode, die das islamische Heilsobjekt sowohl sachlich als auch zeitlich von jedweder Verunreinigung befreit. Unschwer erkennbar steigert sich der Wirkungsgrad dieses Filters, je größer die Reichweite der Bedeutungsinhalte wird.
Zur Erklärung: Der Begriff des "Friedens" erfaßt z.B. weniger Bedeutung als der "Respekt". Denn während einzelne, unfriedliche Aspekte Widerspruch erregen können, ist der Respekt eine allgemeine Haltung, die ein Spektrum von Gegensätzen abfangen kann, bevor sie sich erschöpft. Dabei ist wie bei jeder Therapie die Dosierung wichtig. Werden die Begriffe überstrapaziert – wie im Falle des "Generalverdachts", aus dem sich eine Mischung aus Freibrief und Amnestie für gewalttätige Muslime ergab – können sich die Anwender irgendwann der Lächerlichkeit aussetzen, was ihrem Projekt natürlich schadet.
In diesem Sektor einer Islampropaganda, die mit übergeordneten, im Grunde unangreifbaren Begriffen ein Heilsobjekt vermittelt, hat es Christian Troll zu hoher Meisterschaft gebracht. In einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" (9.11.06) zog er beispielhaft die Register seiner Expertise. Im Zentrum seiner dort formulierten Schöpfungen steht die Botschaft: "Viele islamische Grundhaltungen können den Christen helfen, ihren Glauben zu reinigen." Logischerweise geht aus diesem Abgleich das Christentum als implizite "Irrlehre" hervor. Nach unserer Analyse müßten die 38 Imame sehr bedauern, diese Kreation nicht selbst erfunden und ihrem Manifest einverleibt zu haben.
Welche der "vielen Grundhaltungen" es sind, bleibt unausgesprochen, weil dem "Dialog" nichts so sehr schadet wie eine konkrete, faktenorientierte Information. Indem unser Quasimam mit kühnem Schwung den Negativfilter maximal aufgespannt hat, gelingt es ihm, eine islamische Heilsgewißheit zu erzeugen, der ein hilfsbedürftiges und unreines Christentum gegenübersteht. Um diesem Mißstand Abhilfe zu schaffen, lassen sich zwei Aspekte perfekt verknüpfen: die christliche Offenbarung, die Troll noch nicht "ausgeschöpft" sieht, und eben jene, nicht näher bezeichneten "Grundhaltungen" des Islam. Analog zur Reformation sollen sie nun die Kirche "reformieren". Die Logik dieses Bedarfs bleibt Troll schuldig. Denn halbwegs scheint die Kirche schon im Islam angekommen zu sein, da "es eigentlich keine Lehre im Islam gibt, die von einem tief verstandenen Christentum abgelehnt werden könnte".
Da er das Christentum hinreichend "tief" versteht, kann er "Verneinungen" im Islam übergehen und direkt in eine pro-islamische Grundlinie einschwenken, die alle Unklarheiten durch Bejahungen beseitigt. Sie erscheinen in positiven Bewertungen des Islam, die dessen totalitäres Recht für den Rechtsstaat verdaulich machen sollen. In der Frage der Vernunft sticht der Krypto-Könner sogar die Original-Imame aus. Den dominanten Gesetzesglauben ersetzt er durch die Mu´tazila (arab.: Isolation), jene spekulative Theologie, deren Vertreter den Koran als erschaffen sahen, oft den Ketzern zugerechnet wurden, und im 12. Jahrhundert untergingen. Was er heute als "Neo-Mu´tazila" zu erkennen glaubt, sind einige isolierte Intellektuelle, die sich unter strikter Kontrolle der Machthaber und öfter im Gefängnis als in Freiheit befinden.
So nimmt Troll keine Kenntnis von der Scharia-Orthodoxie mit Knechtsstatus und Ichlosigkeit (s.o.), sondern schöpft – aus dem Nichts – eine "Verantwortung vor Gott", die das Christentum "herausfordert". Diese "Verantwortung" läßt offen, wer die Verantwortung hat, wenn es um den Kampf für den Glauben geht. Laut Koran ist es Allah, der dem Muslim die Hand führt, wenn er tötet (8/17). Ein "tief verstandenes Christentum" kann, wie es heißt, "überschattete Wahrheiten" neu interpretieren und geschichtlich in das eigentliche, somit vielleicht auch tödliche "Geheimnis Gottes hineinwachsen".
Daß diese "Ausschöpfung" der Offenbarung auch in die Kirche "wachsen" wird, ist sicher, weil sie das seit Jahren praktizierte Erfolgsrezept des "Dialogs". bildet. Benedikt XVI sagt hierzu zwar etwas ganz anderes – "Seine (Jesu) ‚Rache´ ist das Kreuz, das Nein zur Gewalt, die ‚Liebe bis ans Ende´" (München 10.9.06) – doch verpuffen solche Aussagen wirkungslos, solange sie nicht von nachhaltigen, organisatorischen Maßnahmen in der Kirche begleitet werden.
So geheimnisvoll Trolls Krypto-Sprache für manche klingen mag, so offen tritt seine Absicht zutage, die beiden Religionen unter Führung Allahs zu vereinen. Dabei ist unserem Quasimam zu raten, sich weiterhin von so uninformierten bzw. wohlmeinenden Interviewern befragen zu lassen wie im hier vorgestellten Beispiel. Ein Kenner des Islam könnte ihn in bezug auf die Mu´tazila leicht in Verlegenheit bringen. Denn ihr verlorener Kampf gegen die Orthodoxie ergab sich exakt aus jenem Dilemma, das wir in bezug auf die "Transzendenz" Allahs diskutiert haben: aus der unmöglichen Auflösung des Gegensatzes zwischen den geschaffenen Attributen und der Ewigkeit Allahs sowie dem Einschluß des Gegensatzes in der Einsheit Allahs, die in der Dauerschöpfung Willkür erzeugt.
Auch wenn er solches vielleicht nicht bewußt anstrebt, wird Troll auf Dauer einer Art Selbst-Islamisierung nicht entgehen können. Er ist bereits einem Muslim, der sich der Täuschung der "Ungläubigen" verpflichtet sieht, zum Verwechseln ähnlich. Indem er wichtige Aspekte des Islam einseitig verändert, verhindert er einen kompetenten Dialog und setzt die unveränderte Islam-Ideologie als gestaltendes Instrument ein. Demgemäß bleibt dem Christentum, was ihm schon immer zugewiesen war: die Rolle des gestalteten Elements, das sich nach der Dhimmi-Doktrin zu unterwerfen hat.
Damit steht die Richtung des "Strukturwandels" fest. Wie unrein Troll das Christentum erscheint, macht er auf die Frage nach der islamischen Gewalt deutlich, die er wie alle Dialogisten mit der Erinnerung an die christliche Gewalt unterdrückt. Er lobt das Schuldbekenntnis Johannes Pauls II. (2000), ohne freilich an ein reziprokes Schuldbekenntnis des Islam zu den Millionen Toten der historischen Eroberung und Dhimmi-Repression zu denken. Denn ebenso wie das Beten gehört auch das Töten zur muslimischen Frömmigkeit, die im dialogischen "Respekt" hohe Wertschätzung genießt. Des Quasimams Ordensstifter indessen, der Hl. Ignatius von Loyola (gest. 1556), der einst die "Unterscheidung der Geister" anmahnte, würde dieses Treiben wohl höchst skeptisch verfolgen.
Troll steht stellvertretend für einen Trend, in dem willfährige Kleriker die Kirche zur Islamfiliale umformen, solange sie verhindern können, daß das Evangelium und sein Gewaltverzicht als aktive Botschaft in den "Dialog" integriert wird. Während sie dem Papst in den Rücken fallen, werden sie zu Komplizen von Islamführern wie Ali Bardakoghlu, dem Leiter der türkischen Religionsbehörde. Da er sich der kirchlichen Quasimame und ihrer "islamischen Grundhaltungen" sicher weiß, kann er dem Kirchenoberhaupt umgekehrt seine "feindliche", d.h. christlich-unislamische "Grundhaltung" vorhalten und alsdann in die übliche Angriffshaltung übergehen: "Wer den Islam kritisiert, gefährdet den Weltfrieden."
Wer dieses Vorgehen übertrieben oder vielleicht sogar etwas paranoid findet, kennt weder den Islam noch die türkische Religionsbehörde. Sie vermutet im Christenanteil, der mit 0.1% zu den niedrigsten im ganzen Islamland zählt, ein staatsgefährdendes Potential. Im Jahre 2005 haben christliche Missionare 368 Konvertiten getauft, was den Beamten als "gezielter politischer Angriff auf die Türkei" erschien. Sie wiesen daher alle 70.000 Moscheen des Landes an, in den Freitagspredigten vor der ungeheuren "Unterwanderungsgefahr" zu warnen, welche diese Konversionskampagne für die "Sicherheit des Staates" bedeute (Focus, 25.2.06), dessen Bevölkerung über 90 Millionen zählt. Welche Katastrophe war dann wohl von den Christenlegionen zu befürchten, die im Zuge des Papstbesuchs im Herbst 2006 anrollen würden? (5)
Jesuitenpater Christian Troll fällt auf die Taqiyya der Muslime herein
Enorm bedeutsam, ja geradezu revolutionär, ist der letzte Satz der These (der Islamischen Charta für Deutschland): Muslime akzeptieren "auch das Recht, die Religion zu wechseln, eine andere oder gar keine Religion zu haben." Damit sagt der Zentralrat ein bedingungsloses Ja zu den Maßgaben des Art. 18 der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" und des "Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte (1966)". Er widerspricht unmissverständlich der in muslimisch mehrheitlichen Ländern herrschenden Meinung, die mit Hinweis auf Texte der Tradition Apostaten mit Strafen bis zum Tod bedroht. Der inner-islamische Dialog wird zeigen, ob man über die faktische Anerkennung der Religionsfreiheit hinaus auf breiter Basis auch eine entsprechende, wirklich neue, historisch-kritische Interpretation der Grundtexte in Angriff zu nehmen gewillt ist. (6)
Ob deutsche Staatsbürger oder nicht, bejahen die im Zentralrat vertretenen Muslime daher die vom Grundgesetz garantierte gewaltenteilige, rechtsstaatliche und demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland, einschließlich des Parteienpluralismus, des aktiven und passiven Wahlrechts der Frau sowie der Religionsfreiheit. Daher akzeptieren sie auch das Recht, die Religion zu wechseln, eine andere oder gar keine Religion zu haben. Der Koran untersagt jede Gewaltausübung und jeden Zwang in Angelegenheiten des Glaubens. (7)
Im islamischen Klerus herrscht Übereinstimmung darüber, dass der Abtrünnige mit dem Tod bestraft werden muss. Der ägyptische Religionsgelehrte Muhammad al-Gazali, auf dessen Betreiben hin Nagib Mahfuz´ Roman "Kinder unseres Viertels" verboten wurde, lässt nicht den geringsten Zweifel daran, dass "das Urteil Gottes von niemandem in Frage gestellt werden darf. Wenn der Abtrünnige keine Reue zeigt, so muss er getötet werden."
Fällt ein vordem Gläubiger vom "wahren Glauben" ab, so fühlt sich jeder eifrige "Muslim" dazu berufen, das Urteil Gottes zu vollstrecken. Dabei bedarf es nicht einmal unbedingt einer persönlichen negativen Äußerung über den Islam und seine Symbole, um für abtrünnig erklärt zu werden. (8)
Das Islamische Zentral-Institut zu Berlin und die aktivere deutsche Nahostpolitik
Die Moslemische Akademie für Religiöse und Soziale Bildung. Die Akademie ist Rechtsnachfolgerin des am 19. Juni 1933 in Berlin vom Islamischen Weltkongress gegründeten "Islam Kolloquiums". (9)
Was sich bis hier (Oktober 1940) abspielte, dürfte zu den Profilierungs- und Ressourcenkämpfen gehören, die im Berliner Islam leider nicht selten waren; das Islam-Institut geht gewissermaßen auf sie zurück. Deutsche Stellen, namentlich das Polizeipräsidium, die NSDAP-Reichs- und Gauleitung, die Gestapo und der SD, registrierten diese Zwiste eher mißmutig und waren ansonsten bestrebt, die Beteiligten unter Kontrolle zu behalten: Weder gegen die Gemeinde, noch gegen das Institut gab es "Bedenken", auch nicht gegen den Islamischen Weltkongreß, allerdings gegen die Deutsch-Muslimische Gesellschaft sowie die Baha´i-Bewegung, die 1937 verboten wurde ...
Die Versammlung wurde von Herrn Dr. Kamal Eldin Galal geführt. Einleitend wies Dr. Galal auf die Notwendigkeit hin, die Arbeit des im Jahre 1927 von M.N. Tschelebi begründeten Islam-Institutes wieder aufzunehmen und fortzuführen. (10)
Wann deutsche Stellen in den Streit eingriffen und ihm Richtung gaben, ist nicht genau zu sagen. Anzunehmen ist, daß das spätestens im Frühjahr 1941 begann, als sich Konturen einer aktiveren deutschen Nahostpolitik herausbildeten. Vor ihrem Hintergrund dürfte die Gründung des Islamischen Zentral-Instituts zu Berlin e.V. am 21. September 1941 zu sehen sein, dessen Statuten bereits sieben Monate vorher errichtet worden sein sollen. Initiator dieses Schrittes, der im Restaurant Berliner Kindl am Kurfürstendamm erfolgte, war Galal, der damit wohl auch einen Schlußstrich unter das Gerangel um Tschelebis Erbe setzen wollte. Er war sich dabei des Wohlwollens des Auswärtigen Amtes sicher, das – wie später vom Leiter seines Orient-Referats, Wilhelm Melchers, bestätigt wurde – die "Neugründung des Instituts besonders begrüßt und befürwortet" hatte. ... gute Beziehungen ... genoß hingegen Galal, der in dem von seinem Landsmann Abdel Halim EI Naggar (´Abd al-Halim al-Naggar) geführten Stiftungsrat Generalsekretär wurde (11) und in der Folge ein wichtiger Gewährsmann Goebbels´ und von Ribbentrops blieb.
Ich empfehle, den verqueren Bericht der Exkulpierung der Muslime, die einmal mehr und wie immer Opfer sind, von Haj Amin al-Husseini, von Rashid Ali al-Kaylani, der deutschen Nahostpolitik, von der sie instrumentalisiert wurden, hier zu lesen: Muslime unterm Hakenkreuz. (12)
Zu Sayyed Rashid Ali al-Kaylani siehe auch: Die Entstehung des arabischen Antisemitismus und die Vertreibung der Juden aus den arabischen Staaten. (13)
Der Großmufti Haj Amin al-Husseini eröffnet das Islamische Zentral-Institut, am 18. Dezember 1942
Als am 18. Dezember 1942 im Berliner "Haus der Flieger" anläßlich des ld al-Adha mit Pomp das Islamische Zentral-Institut (al-Ma´had al-islami al-´Ã¢mm) eröffnet wurde, fand der Großmufti von Jerusalem, Amin al-Husseini, in seiner Festrede wie in seinem Grußtelegramm an Adolf Hitler zwar viele starke Worte gegen die "eingefleischten Feinde der Muslime" (14), die "Juden, Bolschewisten und Angelsachsen" (15), er ging jedoch mit keinem Satz auf die Bestimmung der neuen Einrichtung, geschweige denn auf die Umstände ein, die zu ihrer Gründung geführt hatten. Dabei – das belegen Archivalien – werfen besonders letztere ein Licht darauf, wie sich islamisches Leben im Dritten Reich gestaltete, wie es sich mit deutscher Innen- und Außenpolitik verschränkte und schließlich von ihr vereinnahmt und für faschistische Kriegsziele instrumentalisiert wurde. Vielleicht war dies auch der Grund für die Zurückhaltung des Muftis und der am Festakt beteiligten deutschen Offiziellen.
Mohammed Salim Abdullah alias Herbert Abdullah Krawinkel und der katholische Theologe Christian W. Troll: "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört!" kann man dazu mit Willy Brandt sagen.
3. April 2007
Quellen
(1) Theologieprofessor erhält islamischen Friedenspreis. epd Newsticker, Evangelischer Pressedienst, 1. April 2007
http://www.epd.de/
(2) Allah schickt die Arbeiter ins Abendland. Islamisierung Deutschlands, Europas, kreuzforum.net, 16. November 2006
http://www.kreuzforum.net/showthread.php?tid=1171
(3) Der Kim Schmitz des deutschen Islam. Von Burghard Schröder. www.burks.de, 30. September 2003
http://www.burks.de/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=2273&view=p revious&
(4) KATHOLISCHE AKADEMIE BERLIN (Hg.): Der europäische Islam. Eine reale Pespektive. Autoren: Christian W. Troll, Tariq Ramadan, Reinhard Schulze. Schriften zum Dialog der Religionen Bd. 2, Berlin: Morus 2001
Der Islamist Tariq Ramadan und die Globalisierungskritiker vereint im Kampf. 24. November 2003 (ab Anmerkung 17)
http://www.eussner.net/artikel_2004-03-16_00-22-23.html
(5) Dialog nach Muslimart. Von Hans-Peter Raddatz. Die "offene" Replik der Imamschaft auf Benedikt XVI. Die neue Ordnung. Nr. 6/ Dezember 2006
http://www.die-neue-ordnung.de/Nr62006/HR.html
(6) Christian Troll SJ: Eine Islamische Charta für Deutschland. Stimmen der Zeit. Heft 5 - Mai 2002, Band 220, S. 289-290, Philosophisch Theologische Hochschule St. Georgen
http://www.sankt-georgen.de/leseraum/troll7.html
(7) Islamische Charta. Grundsatzerklärung des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zur Beziehung der Muslime zum Staat und zur Gesellschaft. Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V., 20. Februar 2002
http://zentralrat.de/3035.php
(8) Aus dem Islam kann man nicht austreten. Der Zentralrat der Ex-Muslime rührt an ein Tabu. Von Hussain Al-Mozany. Berliner Zeitung, 3. April 2007
http://listi.jpberlin.de/pipermail/wertkritik/Week-of-Mon-20 070402/002580.html
(9) Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland Stiftung e.V. Verantwortlich für den Inhalt und für die Gestaltung M. Salim Abdullah (verantw. Redakteur)
http://www.islamarchiv.de/index2.html
(10) Protokoll der neuen Gründungsversammlung des Islamischen Zentral-Institutes Berlin, 21. September 1941
http://www.islamarchiv.de/iarchiv/gruend2.html
(11) Der Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes, Kurt Munzel, sollte mit dem Palästinenser Nuruddin Abdul-Hadi die wirtschaftliche ... Abteilung leiten.
(12) Muslime unterm Hakenkreuz. Zur Entstehungsgeschichte des Islamischen Zentralinstituts zu Berlin e. V. Von Gerhard Höpp
http://www.islamarchiv.de/iarchiv/fasch.html
(13) Die Entstehung des arabischen Antisemitismus und die Vertreibung der Juden aus den arabischen Staaten. 11. Oktober 2003 (nach Anmerkung 23)
http://www.eussner.net/artikel_2004-03-16_00-10-27.html
(14) Rede Seiner Eminenz des Großmufti anläßlich der Eröffnung des Islamischen Zental-Instituts zu Berlin e.V. am Tage des Id-ul-Adha. Bundesarchiv, Abteilung Potsdam (BArchP), Auswärtiges Amt, Film 15451, Bl. 298027.
(15) Bundesarchiv, Abteilung Potsdam, Auswärtiges Amt, Film 15451, Bl. 297940a
Kursiv gesetzte Worte sind Einschübe von mir.
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