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Olivier Besancenot und andere Gönner der muslimischen "jeunes"

Denkt noch jemand an die Krawalle vom Nobember 2005, ausgelöst vom Tod zweier muslimischer Jugendlicher in einem Trafohäuschen? In meinem Archiv befinden sich eine Reihe von Artikeln zum Thema. Ich erinnere mich an viel Schmäh, daß ich mich der Ansicht anschließe, die Zerstörungstaten seien gelenkt von muslimischen Führern, die damit eine Vorstadt-Intifada entfachen, und daß Rufe Sarkozy, sale juif ertönen. Man rät mir, zum Ohrenarzt zu gehen, um besser in die Ideologie und selektive Wahrnehmung der Linken zu passen. Hier sei der Artikel Vorstadt-Intifada - "Allah Houakbar !", vom 5. November 2005, exemplarisch zitiert. (1)

Auch die Artikel über die Diffamierung des Philosophen Alain Finkielkraut als Rassist, "Finkielcrotte", handeln vom Thema. Bis in die israelische Zeitung Haaretz, die bevorzugte Lektüre des Jerusalemer und Tel Aviver Establishments verbreitet Dror Mishani die Lügen und die Sympathie für Murad und Mounir, wobei die muslimischen Frauen und Mädchen keiner Sympathie würdig sind. Fünf Artikel findet man dazu in meinem Archiv. (2)

Dror Mishani versteht sich bestens mit diesen misogynen "jeunes"; er trifft sich mit Alain Finkielkraut im Café Rostand, am Jardin du Luxembourg, im Schlepptau eine nette junge Frau, Aurelia Smotriez, die weder einst noch jetzt jemals mit bemerkenswerten Äußerungen hervortritt. Aurelia Smotriez ist im Jahre 2001 im Pariser Centre d´Études et de Recherches Internationales (CERI) als Forschungsdoktorandin zum "Israelisch-palästinensischen Konflikt" beim Forschungsdirektor Prof. Alain Dieckhoff aufgeführt. Dort stellt sie für den Herrn Professor auf vier Seiten eine Bibliographie zusammen; es lohnt sich einen Blick hineinzuwerfen. Bei diesem Professor lernt die Doktorandin, daß die Palästinenser mit der Anerkennung der UN-Resolution Nr. 242, vom November 1967, Israel indirekt anerkannt hätten. Das hätten sie seit 1993 ausführlich bestätigt durch Verhandlungen über einen palästinensischen Staat auf 22 Prozent des ancienne Palestine mandataire, des alten Mandatsgebietes von Palästina. Das mit dem alten Mandatsgebiet aber ist doppeldeutig, da es schon einmal 22 Prozent gibt, die vom gesamten Mandatsgebiet Palästina abgetrennt werden, im April 1921 nämlich das abgetrennte Restpalästina; denn 78 Prozent werden unter dem Begriff Transjordanien von den Briten im September 1923 dem König des Hejaz als Ersatz für sein verlorenes Reich in Saudi-Arabien zugewiesen. Es könnten mit den 22 Prozent des ancienne Palestine mandataire also auch die Westbank, Gaza und Israel gemeint sein. (3)

Selbstverständlich geht Prof. Alain Dieckhoff weder darauf ein, daß die Palästinenser bis heute niemals offiziell und schriftlich, ihrer Verfassung entsprechend, Israel anerkennen, noch erwähnt er das Pallywood um Mohammed al-Dura. Das nämlich führt zur Intifada II, der Bummel des Ariel Sharon auf dem Tempelberg allein reicht nicht aus, die Massen zu mobilisieren. (4)

Man weiß nun, was die Interviewpartnerin des Alain Finkielkraut lernt. Weitere Informationen über Aurelia Smotriez, beispielsweise, was aus ihr seit 2001 geworden ist, habe ich bis zum 6. Dezember 2005 dem Internet nicht entnehmen können. (5)

Jetzt aber gibt es Neuigkeiten. Sie ist weiterhin Doktorandin; diesmal in der Abteilung Orient-Mittelmeer des Institut d´Etudes Politiques de Paris. Eine Art ewige Studentin also, deren Thema Die Debatten in Israel über den Multikulturalismus der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts lautet. Wenn sie so weitermacht, kann sie das 21. Jahrhundert gleich mit einbeziehen, gewissermaßen zwei Jahrtausende behandeln, und inzwischen die Begleiterin des Dror Mishani auf der Suche nach neuen Interview-Opfern spielen. (6)

Das sind die Menschen, die einem Sylvain Cypel, Chefredakteur des Monde, das Rohmatieral liefern, aus dem er mittels verleumderischer Montage die Diffamierungskampagne gegen Alain Finkielkraut zusammenschreiben kann, gipfelnd in einem Interview mit dem Titel J´assume ... (7)

Olivier Besancenot, der Schrecken der etablierten Linken

Der Kandidat der trotzkistischen Ligue Communiste Révolutionnaire (LCR) erhält eine Million = 4,25 Prozent der Stimmen bei den Präsidentschaftswahlen 2002, bei den anschließenden Wahlen zur Nationalversammlung, erhalten die extremen Linken zusammen nur 2,74 Prozent. Danach also entwickelt der Briefträger des Alain Krivine sich zum Schrecken der Linken? So jedenfalls berichtet es die Parteizelle 94 Marne-la-Vallée, einen Artikel der Zeitschrift Le Point kopierend. Wie kommt´s?

Das kommt, weil der Aktivist sich ins Getümmel wirft zu allem, was den antiliberalen Spinnern und Spontis heilig ist, fürs Nein zur Verfassung der EU, über das Maisausreißen bis zu den Krawallen in den Vorstädten. Er wird zu einer der beliebtesten politischen Persönlichkeiten Frankreichs. Treffen mit den Journalisten hält er in arabischen Cafés des Pariser 18. Arrondissements ab, seine Vorstellungen von einer gerechten Welt sehen so aus: (8)

30-Stundenwoche, Verteidigung und Ausweitung der öffentlichen Dienste, Recht auf kostenlosen Zugang zum Gesundheitssystem und zur Ausbildung für alle, aber auch Verbot von Kündigungen, Aufhebung des Bankgeheimnisses, Generalstreik als Gegenmacht und sozialistische Selbstverwaltung der Unternehmen, voilà, das Programm. Es versteht sich, daß er der Idee einer gewissen Gewalt, um mit dem Kapitalismus zu brechen, nicht abgeschworen hat - er nennt das "Selbstverteidigung".

Das sieht auch Tariq Ramadan auf dem Höhepunkt der Novemberkrawalle, am 13. des Monats, in der Sendung des Serge Moati so. Leider hat France 5 das Video mit den entsprechenden Äußerungen: "Il y a une légitimité à la violence ! Il y a une légitimité à la revolte !" entfernt. Was ist diese Rede anderes als Billigung von Terrorismus? Solche Ansichten können in Frankreich in den Medien vertreten werden, Tariq Ramadan, vorgestellt als Professor in Oxford, wo er Forschungsstipendiat ist, noch nicht Professor in Rotterdam, wird sogar wieder eingeladen und stampft in einem unglaublichen Redeschwall der Taqiyya den Biedermann und ultrarechten Präsidentschaftskandidaten Philippe de Villiers in Grund und Boden. Das Video dazu, bei dailymotion.com und auf YouTube, ist auch für Menschen aufschlußreich, die nicht französisch verstehen. Tariq Ramadan gesteht alles zu, was man von ihm hören will, seine Anhänger wissen eh, wie er´s meint. (9)

Der Kandidat gegen die Diskriminierung der Muslime und gegen die "Mißachtung der Rechte der anderen" durch Israel

Olivier Besancenot, gibt der salafistischen, dem Tariq Ramadan nahestehenden Oumma.com, am 2. April 2007, ein Interview, in dem er unter anderem Fragen beantwortet zur Stellung der Immigranten, deren Wahlrecht, über die Glorifizierung der französischen Kolonialismus, die Frage bezüglich der von Jacques Chirac anerkannten Verantwortung des französischen Staates für die Deportation der Juden Frankreichs, ob eine solche Verantwortung auch auf die Opfer der Kolonialverbrechen ausgedehnt werden sollte. Antwort: das ganze Gesetz, vom 23. Februar 2005, und nicht nur sein Artikel 4, sei ein Skandal. Er ist für den unbegrenzten Moscheebau, für alle Vorkehrungen der Einhaltung der Speisegebote der Scharia, aber "Islamophobie" sieht er nicht überall, die Kritik an Religionen sollte nicht kriminalisiert werden. Er erklärt, der Kopftuchzwang für Musliminnen führe schnell zur Diskriminierung dieser Frauen; dennoch ist er gegen das diskriminierende Kopftuchgesetz und gegen den Ausschluß von bekopftuchten Schülerinnen von den Schulen. Der vom Innenminister Nicolas Sarkozy forcierten Gründung des Dachverbandes der Muslime Conseil Français du Culte Musulman (CFCM) steht er ablehnend gegenüber, er ist für die vollständige Freiheit der Selbstorganisation der religiösen Gruppen.

Oumma.com wechselt über zu internationalen Fragen, zum dramatischen militärischen Abenteuer der Regierung des George W. Bush im Irak und den Lektionen die er daraus nicht gelernt habe: Welche Position nehmen Sie im Falle eines Krieges gegen den Iran ein?

Ich bin gegen die potentielle Nuklearwaffe des Iran, aber ebenso gegen die bereits bestehende Bewaffnung der Länder, die darüber schon verfügen (darunter die EU, Frankreich und Israel). Aber ich prangere die Heuchelei der Staaten an, die über Atomwaffen verfügen, und die darüber zu entscheiden gedenken, wer sonst das Recht hätte, welche zu besitzen. Wohlgemerkt, ich bin gegen jede militärische Intervention im Iran, unter diesem von der EU angeführten Vorwand.

Die krönende Frage der Redaktion zu Israel kommt zum Schluß: Israel fährt fort, das internationale Recht ganz ungestraft zu mißachten. Die Kolonisierung immer mehr ausgeweitet, fortwährende Unterdrückung des palästinensischen Volkes, Mißachtung der Resolutionen der Vereinten Nationen. Kann Frankreich gegen das Recht der Stärke die Stärke des Rechts durchsetzen?

Der Kandidat antwortet: Israel kommt in den Genuß eines unbeschränkten Rechtes, die Rechte der anderen nicht zu achten und sein eigenes Recht zu setzen. Das ist besonders zutreffend für die Weigerung, das Recht der Palästinenser auf einen lebensfähigen Staat anzuerkennen. Ich bin solidarisch mit den Bevölkerungen, die von Israel angegriffen werden, und ich glaube, daß man beitragen muß zur Stärkung der internationalen Solidaritätsbewegung mit denen, die heute Widerstand leisten, einschließlich den israelischen Pazifisten, die einen mutigen und schwierigen Kampf führen.

Es versteht sich, daß dieser Präsidentschaftskandidat kein Wort für die Lage Israels und die Israelis findet.

Olivier Besancenot auf Stimmenfang in den Pariser Vorstädten

Jetzt tingelt er zur Wahlkampfzeit auf Stimmenfang in den Pariser Vorstädten herum. Dort schreiben sich die "jeunes" reihenweise in die Wahllisten ein, und die Medien berichten, daß sich einerseits die Linksradikalen Olivier Besancenot und José Bové und andererseits Jean-Marie Le Pen, vom rechtsextremen Front National, um die Stimmen reißen. Das Wahlprogramm des Olivier Besancenot kommt den "jeunes" weitgehend entgegen. Wer von den seriösen Kandidaten propagiert schon ganz offen Gewalt als "Selbstverteidigung"? (10)

Die aktuellen Vorstellungen des Kandidaten Olivier Besancenot, der dazu feixend auf einem kleinen Foto zu bewundern ist, werden aktuell auf der Site von LCR 94 Val-de-Marne so beschrieben: (11)

  • Aufteilung des Reichtums: Mehr als 1500 Euro monatlich für alle Bürger
  • Arbeitsteilung: Verbot von Kündigungen, 32-Stundenwoche ohne Lohnabstriche, Dauerarbeitsplätze
  • Ende von Diskriminierung und Rassismus: Schluß mit Ausweisungen, Regularisierung aller Illegalen im Lande, Wahlrecht zu allen Wahlen für alle, die in Frankreich leben
  • Recht der Jugend: finanzielle Beihilfen für die Unabhängigkeit bei Studium, Ausbildung, Arbeitssuche, kostenlose öffentliche Bildung, Schluß mit den Repressionen gegen die Jugendlichen, les jeunes
  • Recht auf Wohnung: Beschlagnahme freier Wohnungen, Mietpreisbindung, Bau von Sozialwohnungen von öffentlicher Hand
  • Recht der Frauen: kostenlose Abtreibung und Verhütung, ein Rahmengesetz gegen Gewalt an Frauen, sofortige Angleichung der Gehälter
  • Recht auf Rente: Rücknahme des Rentengesetzes loi Fillon (berücksichtigt die demografischen Entwicklungen), volle Rente mit 60 Jahren, 75 Prozent des letzten Gehaltes und keinesfalls unter dem Mindestlohn liegend, Rückkehr zu 34,5 Einzahlungsjahren für alle im öffentlichen Dienst und in Privatunternehmen
  • Recht auf Gesundheit: Rücknahme der liberalen Reformen, kostenlose ärztliche Betreuung, Erstattung aller Kosten für Medikamente, kostenloser öffentlicher Gesundheitsdienst in staatlichen Krankenhäusern und Gesundheitszentren, Beschlagnahme der Unternehmen der pharmazeutischen Industrie
  • Bedarfsgerechte öffentliche Dienste: Rücknahme aller Privatisierungen und Öffnungen für Konkurrenz, Erziehung, Gesundheit, Energie, Kultur, Wasser, Telekommunikation oder Transport ... sind keine Handelsware und müssen in den öffentlichen Sektor zurückgeführt werden, Schaffung von Anstellungen im öffentlichen Dienst, Ausdehnung des öffentlichen Dienstes auf den Bereich Kleinkinder und viertes Alter ...
  • Ökologie vor Profit: ein öffentlicher Dienst, der Energie ohne Atomkraft und erneuerbare Energien und Energieeinsparungen entwickelt, Verbot genveränderter Pflanzen auf freiem Feld, kostenloser kollektiver Transport, radikale Reduzierung des Straßentransports von Waren
  • Solidarität zwischen den Völkern: Rückzug aller Besatzungstruppen, Streichung der Schulden der Entwicklungsländer

Solch ein Programm haben selbst die Staaten des Realen Sozialismus nicht gesehen. Sie sind schon an weniger eingegangen. Wer das finanzieren soll? Na, die Reichen, diejenigen, die im Falle eines Sieges solcher Ideen noch schneller das Land verlassen, als sie das heute schon tun. Die internationalen Unternehmen, die Konzerne, die Wissenschaftler, sie haben andernorts oftmals bessere Bedingungen als in Frankreich. Die Vorschläge dieser Scharlatane der LCR erinnern mich an den Witz der 80er Jahre: Erich Honnecker öffnet die Grenzen zum Westen. Wieso das denn? Er sagte gestern, er wolle seinen Geburtstag im kleinsten Kreise feiern.

Aber der Kandidat der LCR meint: Das ist möglich! Er will die vorhandenen Reichtümer neu verteilen. Milliarden Euro befinden sich in Händen von Milliardären, das soll rückgängig gemacht werden. Er will an die Gehälter und Einkommen der Unternehmer, an die Dividenden der Aktionäre, die Subventionen sollen gestrichen werden und die Unternehmen 50 Prozent Einkommenssteuern zahlen. Schluß will er machen mit den Steuergeschenken an die Reichen. Das Staatsbudget setzt er für soziale Belange ein, und den Verteidigungshaushalt verringert er radikal, wenn er gewählt wird.

Wie das bewerkstelligt wird? Einfach: man muß es nur wollen. Man muß sich mutig gegen die Diktatur der multinationalen Konzerne und des liberalen Europa stellen. Das einzige Bollwerk gegen die harte Rechte ist die Mobilisierung einer kämpferischen unabhängigen Linken: eine andere Welt ist möglich!

Wer bislang nichts von den USA vernommen hat, soll nicht enttäuscht werden: In den USA beneiden uns viele um die zwei Wahlgänge, weil es dort nur einen gibt mit zwei Kandidaten, von den Republikanern und den Demokraten, das heißt, die Wahl zwischen Pepsi und Cola.

Man soll es nicht für möglich halten, daß in Frankreich mehr als 500 Bürgermeister einen Kandiaten unterstützen, der solchen hanebüchenen Unsinn verbreitet. Vorbeter des Briefträgers ist der Trotzkist Alain Krivine, zunächst ab 1959 Mitglied des PCF, 1966 ausgeschlossen, wenig populärer Langweiler, Jahrgang 1941, Präsidentschaftskandidat 1969, 1974 und 1988 mit 1,5 Prozent, 0,35 Prozent und 2,1 Prozent der Stimmen. 1968 wird der von ihm gegründete revolutionäre kommunistische Jugendverband wegen Subversion und Untergrundarbeit verboten. 1974 gründet er die Ligue Communiste Révolutionnaire (LCR), deren Sprecher er wird. Heute ist er gegen den Irakkrieg, für Gerechtigkeit, Frieden und Demokratie im Nahen Osten, für die Rechte der palästinensischen politischen Gefangenen. Man glaubt es nicht, aber ein solcher wird von den Franzosen ins Europaparlament gewählt. (12)

Die internationalen Investitionen müssen der Volkskontrolle unterliegen, meint er. Wer das Volk ist, das bestimmt er. (13)

Olivier Besancenot ist His Masters Voice, den PR-wirksamen adretten jungen Mann hält sich Alain Krivine. Nicht nur 500 Bürgermeister Frankreichs unterstützen den Kandidaten, sondern auch ein leibhaftiger Philosoph, womit man einen Eindruck gewinnt, was so alles in Frankreich als Philosdoph durchgeht. Der Mann mit den wallenden Haaren und dem melancholischen Blick heißt Michel Onfray, Gründer der Volksuniversität von Caen. Auf dem NouvelObsOnline hat er einen eigenen Blog. Michel Onfray hat zunächst den Maisausreißer José Bové unterstützt. Die Reaktionen auf den Artikel beginnen, im NouvelObs anzulanden. Ein Grund mehr, Olivier Besancenot nicht zu wählen, meint european, und bonnapaoli setzt nach: die sind reichlich lächerlich, die Ideen dieses Philosophen. Diejenigen, die Bescheid wissen ... Ein Außenstehender gewinnt den Eindruck, daß in Frankreich mit dem Präsidentenamt und mit dem Schicksal der Menschen nur gespielt wird, aber Demagogen wie Alain Krivine ergattern sich dabei ein gutes Monatsgehalt. Die europäischen Steuerzahler haben´s ja reichlich. (14)

Olivier Besancenot im arabischen Café

Das arabische Café Gulliver. Einige Journalisten, ein Kameramann, keine Leibwächter wie bei Nicolas Sarkozy, die hat er nicht nötig, er tritt nicht auf mit großem Pomp: die Stars, das sind die Menschen des Quartiers, das er besucht, die Wähler von Alfortville. Dort ist der Abgeordnete der Nationalversammlung René Rouquet, ein Sozialist, Bürgermeister. Das ist ein Pariser Vorort, von dem mir schon vor fünf Jahren abgeraten wird: zieh da ja nicht hin, da wohnt man nicht! (15)

Einfachheit, Spontaneität, Nähe vermittelt Olivier Besancenot, schreibt E.H. im Aujourdhui, dem Le Parisien der Provinz. Aber, fährt der Berichterstatter fort, das reicht nicht. Die Gegend wird vorher für den Kandidaten sicher gemacht: Einige mit Olivier Besancenot sympathisierende "grands frères", große Brüder, Bezeichnung für die muslimischen Führer der "jeunes" der Vorstädte, haben diskret die Runde in den Vorstädten gemacht: Besancenot kommt, die jeunes zu treffen. Pas de galère, keine Schwierigkeiten, ok? warnt der 23-jährige Lieferwagenfahrer Salem. (16)

Da wundert sich derjenige, der sich daran erinnert, daß die "grands frères" angeblich nichts, aber auch gar nichts mit den Krawallen vom November 2005 zu tun haben, daß sie gar keinen Einfluß ausüben. Hier, im positiven Fall, wird berichtet, daß sie durch die Vorstädte ziehen, um die Jugendlichen zur Disziplin anzuhalten, damit ihr Kandidat sein abenteuerliches Programm in Ruhe vorstellen kann: kostenloses Leben für alle, Anstrengungen: keine, hin&wieder Gewalt, zur "Selbstverteidigung".

Kein Wunder, daß www.google.fr, pages francophone, für olivier besancenot les jeunes 475 000 Angebote macht: des jeunes pour "Olivier", pour la généralisation du contrat à durée indéterminée pour les jeunes, für die Ausweitung von unbefristeten Arbeitsverträgen auf alle Jugendlichen, besondere Verträge den Jugendlichen zu Anstellungen zu verhelfen, 1200 Jugendliche (und weniger Jugendliche) feiern die 500 Unterschriften usw.

Warum unterstützen Amtsträger in Frankreich solche Verrückten, wie den Olivier Besancenot? Warum unterstützen muslimische Leitfiguren wie der offensichtlich hart arbeitende Salem ihn? Welche Interessen haben diese Gruppen? Wem wollen sie schaden, wem nützen? Bei den Bürgermeistern könnte ich mir vorstellen, daß einige selbst der LCR angehören oder mit ihr sympathisieren, der Rest aber der Gegenseite. Jede Stimme für die antiliberalen Linksradikalen ist eine Stimme weniger für Ségolène Royal. Die Unterschriftenkampagne beginnt die LCR im September 2006. Es werden auf der Grundlage der Wahlen von 2002 von Dreivierteln der Mitglieder der LCR 15 000 Bürgermeister aufgesucht. 80 Prozent der Energie der Wahlkämpfer geht dafür drauf, damit am 16. März 2007 die 500 Unterschriften vorhanden sind, meint ein Wahlkämpfer der LCR. Die Franzosen haben viel Zeit. (17)

Soweit die Bürgermeister, aber die Muslime, was wollen sie bezwecken mit der Unterstützung? Die Linksradikalen sind für sie Bündnispartner zur Islamisierung Frankreichs. Es eint sie der Wille, das bürgerlich demokratische System zu zerschlagen. Man kann es am Programm der LCR ablesen. Da gibt es reichlich Schnittmengen: antiliberal, anti-amerikanisch, anti-israelisch, anti-jüdisch, neidisch, autoritär bis totalitär, inkompetent in allen den Staat, die Gesellschaft und die einzelnen Bürger betreffenden wesentlichen Fragen der klassischen Ressorts Innen, Außen, Justiz, Verteidigung, Finanzen.

Was sie alle eint, das ist die Verachtung des Individuums. Volkskontrolle soll ausgeübt werden, was nichts anderes heißt, als Kontrolle selbsternannter Führer über die Untertanen. Alain Krivine, Olivier Besancenot, im Islam heißt das Kontrolle der Ummah und der Scharia, die Mitglieder der Gesellschaft sind die Unterworfenen, die fünfmal am Tag Allah ihren Hintern hinhalten und dabei ihr Gesicht in den Staub drehen. Ihr und Eueresgleichen seid die ersten, die bei einer Zerschlagung unseres Systems von den Muslimen gefoltert und ermordet werden. Ihr seid nämlich zuviel. Auch Euch präsentiere ich die Site über das Ende des Generalsekretärs der iranischen Tudeh-Partei Noureddin Kianouri. Ihn hat der Ayatollah Ruhollah ("Seele Allahs") Khomeini nicht sofort ermordet, weil er zu Propagandazwecken gebraucht wurde. Ihr aber, Ihr kleinen Fische, Ihr werdet dieses Privileg des langen Leidens nicht haben. Macht Euch schon einmal darauf gefaßt! (18)

4. April 2007
Heute ist der 123. Geburtstag meines Großvaters,
Bergmann und Sozialist,
ihm widme ich diesen Artikel!

Quellen

(1) Vorstadt-Intifada - "Allah Houakbar !" 5. November 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-11-05_21-10-50.html

(2) What sort of Frenchmen are they? By Dror Mishani and Aurelia Smotriez. Bellaciao, November 25, 2005
http://bellaciao.org/en/article.php3?id_article=9314

Solidarity with Murad and Munir, by Dror Mishani, Haaretz, November 7, 2005
http://www.haaretz.com/hasen/objects/pages/PrintArticleEn.jh tml?itemNo=642206

(3) The Palestine Mandate of the League of Nations 1922. By Ami Isseroff,
Mideast Web
http://www.mideastweb.org/mandate.htm

(4) Questions à Alain Dieckhoff. Entretien réalisé le 2 février 2001.
La documentation Française
http://www.ladocumentationfrancaise.fr/dossiers/crise-moyen- orient/alain-dieckhoff.shtml

(5) Le conflit israélo-palestinien. Bibliographie. Aurélia Smotriez, Doctorante allocataire de recherche à l´IEP, rattachée au CERI. Israël: une société troublée, une paix insaisissable. Sous la direction de Alain Dieckhoff, CERI Archives 1998 - 2005. January-February 2001
http://www.ceri-sciences-po.org/archive/feb01/biblio.pdf

(6) Thèses en cours. Dernière mise à jour le : 21/02/07. Aurélia SMOTRIEZ : Les débats du multiculturalisme en Israël : pratiques et discours de la différence culturelle dans les années 1990. La chaire Orient-Méditerranée
http://moyen-orient.sciences-po.fr/fr/recherche/theses_actu. htm

(7) Alain Finkielkraut, das Interviewerpärchen und die Geier (Teil 3). Das Elend der elenden französischen Medien. 9. Dezember 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-12-09_05-12-28.html

(8) LCR, Olivier Besancenot : L´homme qui fait peur à la gauche. LCR 94,
20 novembre 2005
http://www.lcr94.org/article.php3?id_article=699

(9) Banlieues : miroir des peurs françaises ? Ripostes. Présenté par Serge Moati, France 5, 13 novembre 2005
http://www.france5.fr/ripostes/007564/11/130037.cfm

Videos. Ripostes Ramadan - de Villiers, 28 janvier 2007. dailymotion.com
http://www.dailymotion.com/video/x12zz0_france5-ripostes-de- villiers-ramada

Tariq Ramadan vs De Villiers. YouTube. Added February 09, 2007
http://www.youtube.com/watch?v=t6O18b7B_gU

(10) Olivier Besancenot : "La discrimination des musulmans est une donnée incontestable". Oumma.com, 2 avril 2007
http://www.oumma.com/spip.php?article2395&var_recherche=oliv ier%20besancenot#forum5920

(11) Pourquoi voter pour Olivier Besancenot ? LCR 94, 4 avril 2007
http://www.lcr94.org/article.php3?id_article=1389

(12) Alain Krivine. Les Casques bleus citoyens
http://www.lescasquesbleuscitoyens.com/personnalites/Detail_ personnalite/detail_personnalite.php?PersonnaliteCherche=Kri vine

Alain Krivine. Groupe confédéral de la Gauche unitaire européenne/Gauche verte nordique. Membre
http://www.europarl.europa.eu/members/archive/term5/view.do? language=FR&id=4403

(13) Alain Krivine (LCR-LO). "Soumettre l´investissement international à un contrôle populaire". Le 19/05/2004, par La rédaction de terra economica
http://www.terra-economica.info/Alain-Krivine-LCR-LO.html

(14) Elysée 2007. Michel Onfray vote pour Olivier Besancenot. NouvelObs.com,
4 avril 2007
http://tempsreel.nouvelobs.com/speciales/politique/elysee_20 07/20070404.OBS0537/michel_onfray_votepour_olivier_besanceno t.html

(15) René Rouquet. Alfortville. Site officiel de la Mairie d´Alfortville
http://www.mairiejc.alias.domicile.fr/viepublique1024/maire. htm

(16) Besancenot au fond d´un café. Par E.H. Aujourdhui, 4 avril 2007, page 4

(17) Parrainages : le parcours du combattant des "petits" candidats. MaireInfo,
19 février 2007
http://www.maire-info.com/article.asp?param=7984&PARAM2=PLUS

(18) Death of Noureddin Kianouri. Statement of the CC of the Tudeh Party of Iran, November 6, 1999. The guardian, November 17, 1999
http://www.cpa.org.au/garchve1/980iran.html


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