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Das Nullsummenspiel - der sichere Weg zum Mißerfolg

Die dĂŒmmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln, lautet ein deutsches Sprichwort; die Übersetzung fortune favors fools reicht nicht heran an die PlastizitĂ€t unserer Goldenen Worte, vor allem trifft sie nicht, was gemeint ist. Oliver sinniert auf seinem sinnlosen Blog ĂŒber die durchaus nicht sinnlose Behauptung: "die maximalen volumina subterraler agrarfrĂŒchte stehen in reziproker relation zur intellektuellen kapazitĂ€t der produzenten" und kommt zum Ergebnis: leider richtet sich in unserer heutigen welt das einkommen nicht nach den geistigen fĂ€higkeiten, sondern nach anderen kriterien, etwa der durchsetzungsfĂ€higkeit. Er fordert Politiker zu Stellungnahmen auf, falls sie seinen Blog lesen, aber die haben Besseres zu tun, nĂ€mlich sich aufzuregen ĂŒber den PrĂ€sidenten Frankreichs. Sie demonstrieren, daß gerade sie nicht zu des Sprichworts dĂŒmmsten Bauern gehören; denn wĂ€hrend diese sich im Goldenen Viereck des Mahagonny von Fressen - Ficken - Boxen - Saufen bewegen, alles dĂŒrfen und dabei ihren Schnitt machen, ergehen sie sich in beißenden Kommentaren ĂŒber die Erfolge anderer: Darben - Wichsen - MĂ€keln - DĂŒrsten, diktieren, was andere dĂŒrfen: nichts, und schneiden sich dabei ins eigene Fleisch. (1)

Am Fall des Vertragsabschlusses von Areva mit Libyen ĂŒber die atomgetriebene Wasserentsalzungsanlage wird das einmal mehr deutlich: drittklassige, von Neid und Mißgunst getriebene Politiker schĂŒtten ihr Herz der Provinzpresse und der ARD Tagesschau aus. Die Karawane zieht derweilen weiter. (2)

Diese Micker sitzen nicht nur in Deutschland, wenngleich dort ein HĂ€ufungspunkt der Folge zu verzeichnen ist, sondern man trifft sie auch in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern sowie in der EU-Kommission an. Die letzteren legen sich krumm, dem MultimilliardĂ€r Muammar al-Gaddhafi fĂŒr die Fundamentalistenhochburg Benghazi die Renovierung und Sanierung des Krankenhauses zu stiften, in dem das bulgarische und palĂ€stinensische Klinikpersonal die Patienten auf Grund der hygienischen ZustĂ€nde mit AIDS-kontaminierten Blutkonserven behandelt hat, sie versprechen Libyen besseren Zugang zu den europĂ€ischen MĂ€rkten, erwirken fĂŒr das Land des reichen Diktators Schuldenerlasse und versprechen Einreiseerleichterungen in die EU fĂŒr libysche BĂŒrger.

Diese Micker, man nennt sie auch Dhimmis, erreichen niemals die Weisheit des KartoffelzĂŒchters EUROPLANT, der lapidar konstatiert: "Was hilft einer Nachhaltigkeit besser als ein gutes GeschĂ€ft fĂŒr die Produzenten", und dahinter nicht einmal ein Fragezeichen setzt, so sicher ist er sich seiner Aussage: Nichts ist besser fĂŒr die Produzenten als ein gutes GeschĂ€ft. Veröffentlicht ist das Motto des dĂŒmmsten Bauern auf der Web Site des Beraters multinationaler Unternehmen mit dem programmatischen Titel Win-Win, dessen Kunde EUROPLANT ist. (3)

Win-Win fĂŒr die einen und Nullsummenspiel fĂŒr die andern

Win-Win, die Doppelsieg-Strategie, setzt Àhnliche Interessen der an einer Aktion oder einem Konflikt beteiligten oder in sie involvierten Personen, Institutionen oder Regierungen voraus. (4)

Stephen Covey benennt sieben Gewohnheiten hocheffizienter Menschen, die sich nicht ins Nullsummenspiel, sondern in eine Win-Win-Situation begeben:

  • Sei vorausschauend und selbstbestimmt
  • Beginne mit dem Ziel im Kopf
  • Tu die ersten Schritte zuerst
  • Denke Win-Win
  • Suche zuerst zu verstehen und dann, verstanden zu werden
  • Schaffe Synergien
  • SchĂ€rfe die Weisheit

Stephen Covey sagt, daß Win-Win basiert auf der Annahme, daß genug fĂŒr jeden da ist, und daß Erfolg einem kooperativen Ansatz natĂŒrlicher folgt als einer Konfrontation von Gewinnen-oder-Verlieren. (5)

Letzteres wird als Nullsummenspiel bezeichnet. Nullsummenspiel (ist ein) Begriff der Spieletheorie, der besagt, dass der Gewinn einer Person oder Gruppe zu Lasten einer anderen Person oder Gruppe geht. Die Sozialpsychologie hat beobachtet, dass sich Menschen bevorzugt wie in Null-Summen-Spielen verhalten, unabhÀngig von den faktischen Gegebenheiten. (6)

Wikipedia reduziert Win-Win auf die Strategie zur Konfliktlösung, aber Win-Win ist ein Ansatz, der vor der Bildung von Konfliktsituationen gewĂ€hlt werden sollte; denn diese entstehen hĂ€ufig daraus, daß sich Akteure bereits in ein Nullsummen-Szenario begeben, bevor sich ein Gegner meldet. Dabei kommt mir der Spruch in den Sinn: Was ist der Unterschied zwischen einem armen Chinesen und einem armen Deutschen gegenĂŒber einem Reichen? Der Chinese sagt: Ich will auch so reich werden, und der Deutsche droht: Na, warte, dich werden wir schon von deinem hohen Roß herunterholen. Dem Nullsummenspiel verfallen sind beispielsweise diejenigen Muslime, die immer und unverschuldet auf der Seite der Verlierer zu stehen meinen, alle diejenigen, die nie zu nichts können, pflichten ihnen bei. Politiker, Journalisten und andere Beteiligte, Interessierte und solche, die sich nach Laune aufregen oder manipulieren lassen, stĂŒrzen sich ins Nullsummenspiel, sie kommentieren jetzt, teils auf dem Boden der totalen Unkenntnis, die Befreiung der bulgarischen Krankenschwestern, den Areva-Vertrag, die Waffenlieferungen.

Ein gutes GeschĂ€ft im Sinne des Win-Win macht mit einem coup de thĂ©Ăątre Nicolas Sarkozy, dessen Ehefrau CĂ©cilia vom Himmel herniedersteigt, das endlich befreite Klinikpersonal in die Arme schließt und mit ihm nach Bulgarien entschwebt, derweil die Dhimmis aller LĂ€nder sich im Nullsummenspiel zu Protesten vereinigen. Daniel Finkelstein, von der Londoner Times, scheint nicht so recht zu wissen, ob er in die Kategorie der Dhimmis oder derer, die alles dĂŒrfen, gehören will, so fĂŒllt er die Zeilen seines Artikels Sarkozy hat Fragen zu beantworten dazu, was Frankreich Gaddhafi angeboten hat mit energischer als Kommentar verkaufter Unentschlossenheit, wobei er zeigt, daß er keine Ahnung davon hat, daß die Lieferung der atomgetriebenen Wasserentsalzungsanlage bereits im MĂ€rz 2006 vertraglich festgelegt wurde. (7)

Daniel Finkelstein ist empört, daß Muammar al-Gaddhafi nicht aufgefordert wird, sich bei den bulgarischen Opfern des Justizirrtums, miscarriage (sic!), zu entschuldigen und sie zu entschĂ€digen. Er hat demnach weder eine Ahnung von Win-Win, noch davon, was ein Justizirrtum ist. Mit irgendeiner Justiz hat das alles nichts zu tun, und wenn das erst zum Thema wĂŒrde, wĂ€ren wir mitten im Nullsummenspiel. (8)

Nicolas Sarkozy und Bernard Kouchner unterzeichnen ein allgemeines "mĂ©morandum dÂŽentente" sur le nuclĂ©aire civil, woraus zu entnehmen ist, daß weitere Atomprojekte geplant sind. "Der Markt fĂŒr Atomenergie wird wieder aufleben", sagt Siemens-Technikvorstand Prof. Dr. Hermann Requardt deshalb treffend, wobei Siemens dank der französischen Kaufoption ab 2009 endgĂŒltig vom AtomgeschĂ€ft der Areva abgeschnitten ist, und sich zur Freude des Kritischen AktionĂ€rs Karl Kerschgens und seiner Freunde ganz auf die Entwicklung von solarthermischen Kraftwerken und wie der famoso Hidalgo Don Qijote de la Mancha auf WindmĂŒhlen konzentrieren kann. Den Sancho Panza macht Reinhard BĂŒtikofer oder sonstwer von den GrĂŒnen. Daniel Binswanger, von der WELT, dokumentiert die Ergebnisse. (9)

Die VertrĂ€ge ĂŒber Waffenlieferungen in Höhe von 168 und 128 Millionen Euro werden von Libyen mit MBDA, der Tochterfirm von EADS, abgeschlossen, an der deutsche AktionĂ€re mit 22-25 Prozent beteiligt sind. (10)

Deshalb sind deutsche Politiker, die sich ĂŒber die Areva-Entsalzungsanlage empört haben, nun leiser geworden: Berlin hĂŒtet sich, Paris zu kritisieren, ĂŒberschreibt Le Figaro eine kleine AFP-Meldung, ganz unten links auf der Doppelseite ĂŒber die GeschĂ€ftserfolge Frankreichs in Libyen. Der Regierungssprecher erklĂ€rt die GeschĂ€fte zur Sache Frankreichs und auch Frank-Walter Steinmeier Ă€ußert sich mĂ€ĂŸigend. Man kann also fĂŒr Deutschland noch hoffen, daß es andere Politiker gibt als Vertreter von Darben - Wichsen - MĂ€keln - DĂŒrsten. (11)

Frankreich ist ebenfalls befallen von solchen Leuten, sie sitzen mehrheitlich bei den Linken, beginnend beim Parti Socialiste und endend bei meinen linksradikalen Lieblingen von der Site BellaCiao, die einen Artikel von Camille Bauer von der kommunistischen HumanitĂ© ĂŒbernehmen: Zahlreiche Vereinbarungen, die dem libyschen FĂŒhrer eine veritable Bescheinigung der Ehrenhaftigkeit geben. Camille Bauer weist hin auf schwere Menschenrechtsverletzungen an Migranten und Asylanten, auf SchlĂ€ge, willkĂŒrliche Verhaftungen und gewaltsame RĂŒckfĂŒhrungen, so berichte es Human Rights Watch im September 2006. Hier ein Beispiel der "schmutzigen HĂ€nde" eines französischen Staatschefs und seines Außenministers, wovon die jungen Generationen ihren Kindern werden Zeugnis ablegen können! kommentiert ein Leser. (12)

Freunde und Genossen in der Falle des Nullsummenspiels, wie staune ich ĂŒber Euer schlechtes GedĂ€chtnis!

Exkurs: Libyen und die Sowjetunion

Dr. Hanspeter Mattes, Stellvertretender Direktor des GIGA Instituts fĂŒr Nahost-Studien, Vertreter des Prof. Dr. Udo Steinbach, befaßt sich mit den Beziehungen Rußlands zu den MENA-Staaten, wobei er auf die Beziehungen der Sowjetunion zu Libyen eingeht. Im Abschnitt Die bilateralen Beziehungen bis zur GrĂŒndung Russlands 1991 berichtet er ĂŒber das gute Einvernehmen zwischen der Sowjetunion und Libyen. Man liest vom erzwungenen Abzug der US-StreitkrĂ€fte, im Jahre 1970, und der ideologischen NĂ€he Libyens zur Sowjetunion. Libyen sucht in den 80er Jahren um eine Vollmitgliedschaft in der sozialistischen Staatengemeinschaft nach, was die SU auf Grund der ideologischen UnzuverlĂ€ssigkeit des Antragstellers ablehnt:

Das hieß nicht, dass spĂ€testens seit Mitte der 1950er Jahre bis zum Ende des Ost-West-Konflikts 1987 ideologische Aspekte keine Rolle gespielt hĂ€tten. Die sowjetische FĂŒhrung befĂŒrwortete nĂ€mlich prioritĂ€re Beziehungen zu jenen Staaten/Regimen in Nordafrika/Nahost, die dem eigenen ideologisch nahestanden, d.h. sie befĂŒrwortete privilegierte Beziehungen zu den "sozialistisch orientierten" oder anderen "progressiven Staaten" der Region.

Hauptpartner des sich daraus ergebenden außenpolitischen Kurses enger Beziehungen zu einem ausgewĂ€hlten Kreis von Staaten waren das unabhĂ€ngige Algerien, Irak, Syrien, (SĂŒd-)Jemen, das revolutionĂ€re Libyen (besonders ab MinisterprĂ€sident Kossygins Besuch 1975) und Ägypten (bis 1972), wobei analog der sowjetischen Haltung zum Nahostkonflikt prĂ€gendes Merkmal aller dieser Staaten eine ausgeprĂ€gt antiisraelische Haltung war.

Die SU entsendet von 1950 bis 1990 mehr als 80 000 MilitĂ€rberater in die arabischen Staaten, und in der gleichen Zeit werden 55 000 arabische Offiziere an sowjetischen MilitĂ€reinrichtungen ausgebildet. Der ausgeprĂ€gt anti-israelischen Haltung ist die Gönnerschaft der SU zu danken, da werden ideologische Unsicherheiten gern hintangestellt. Auf Grund des 1974 erfolgten Wechsels Ägyptens ins westliche Lager intensivieren sich die Beziehungen der SU zu Libyen, gegenseitige hochrangige Besuche erfolgen, umfangreiche MilitĂ€rabkommen werden abgeschlossen, und Muammar al-Gaddhafi erhĂ€lt RĂŒstungsmaterial im Wert von ĂŒber 20 Mrd. $. (13)

Diesem begeistert in die Sozialistische Staatengemeinschaft strebenden Libyen steht seit 1969 der "RevolutionsfĂŒhrer" Oberst Muammar al-Gaddhafi vor. Wo ward Ihr, Camille Bauer und Genossen, und wenn Ihr zu jung seid, Euch an diese Zeiten zu erinnern: wo sind Euere Geschichtskenntnisse? (14)

Der Parti Socialiste als ReprÀsentant des Nullsummenspiels

Der derzeitige Sprecher dieser Rotte ist François Hollande, seiner und der französischen Linken HartnĂ€ckigkeit fĂŒhrt zur Einsetzung einer Untersuchungskommission, die von Nicolas Sarkozy und seiner Partei win-win-mĂ€ĂŸig sehr begrĂŒĂŸt wird. (15)

Mit der Argumentation des François Hollande bin ich endlich wieder auf dem mir in Frankreich vertrauten Terrain, das ich schon anlĂ€ĂŸlich der Proteste gegen den Besuch des Ariel Sharon, im Juli 2005, vorgestellt habe, und das mir seit der Regierung des Nicolas Sarkozy abhanden zu kommen droht:

Wenn man durch das Land fĂ€hrt, dann sieht man, daß Frankreich das Land der Neinsager ist, der Verweigerer. Plakate an HĂ€usern, BĂ€umen und LaternenpfĂ€hlen, Schriften auf dem Asphalt der Straßen: Nein gegen einen neuen Flughafen, gegen eine Hochspannungsleitung, gegen eine TGV-Strecke, gegen genverĂ€nderten Mais, gegen die europĂ€ische Verfassung, Nein! Nein! Nein! Nein! Nein! Im vor sich hin schlafenden Frankreich sind heutzutage KrĂ€fte nur zu mobilisieren, wenn es sich um protestgeeignete Veranstaltungen, PlĂ€ne und Projekte handelt. Dann entwickeln die Organisatoren alle Phantasie.

FĂŒr den 9. Juli 2005 ist eine solche phantasievolle Veranstaltung geplant. An diesem Tage jĂ€hrt sich die Veröffentlichung des Rechtsgutachtens des Internationalen Gerichtshofes zum Bau der Sperranlagen durch Israel, das aufgefordert wird, die Sperranlagen im Westjordanland sowie in der Region um Ost-Jerusalem abzureißen und die davon betroffene Bevölkerung zu entschĂ€digen. Wie man weiß, kommt die israelische Regierung der Aufforderung nicht nach.

Nun lĂ€dt, am 15. Juni 2005, PrĂ€sident Jacques Chirac den Premierminister Ariel Sharon fĂŒr den FrĂŒhsommer zu einem Staatsbesuch nach Paris ein. Ariel Sharon sagt den Besuch im Prinzip zu, lĂ€ĂŸt aber durch sein BĂŒro erklĂ€ren, daß er auf Grund des israelischen RĂŒckzuges aus Gaza der Einladung nicht kurzfristig folgen könne.

Die Linken und andere PalĂ€stinenserfreunde wollen die Einladung mit einer Demonstration von der U-Bahnstation BarbĂšs ĂŒber ChĂątelet zum ElysĂ©e, dem Palast des PrĂ€sidenten Jacques Chirac beantworten. Motto: Non Ă  Sharon ! Non au mur ! Non Ă  l´occupation ! Nein dem Sharon! Nein der Mauer! Nein der Besatzung!

Ein Poster des seit Jahren Sharon als Kriegsverbrecher denunzierenden Initiativkomitees dieser Kampagne, der Campagne contre la Venue de Sharon en France "SHARON NON: PAS DE CRIMINEL DE GUERRE EN FRANCE: MANIFESTATION SAMEDI 9 JUILLET 2005", Sharon Nein: Kein Kriegsverbrecher in Frankreich: Demonstration, am 9. Juli 2005, kĂŒndigt das Ereignis auch im Internet an. (16)

Es folgen schöpferische VorschlĂ€ge dieser born looser, der Verteidiger des Nein, die zu Zeiten der Regierung des Jacques Chirac fĂŒr dessen Arabienpolitik benutzt werden und deshalb alle Möglichkeiten erhalten, ihrem Nullsummenspiel nachzugehen. Ihnen schlage ich vor, sich auf die Seite der Gewinner zu begeben: "Erstens vergesst nicht kommt das Fressen, zweitens kommt der Liebesakt, drittens das Boxen nicht vergessen, viertens Saufen laut Kontrakt, vor allem aber achtet scharf, das man hier alles dĂŒrfen darf!"

Wohin solches fĂŒhrt, glauben sie aber mit dem Nullsummen-Brecht zu wissen, schrecken davor in Abscheu zurĂŒck, und auch die Lesekost weiß es. Kapitalismus: alles wird dem Geld untergeordnet. Es wirken mit: ein fernes Nirgendwo, Goldrausch, Kontraktsaufen deutscher Jugendlicher, die Ikone des sich selbst bereichernden Kapitalismus Josef Ackermann und der Hurrikan Katrina, womit eine satte Quote von 3:1:1 gegen die USA erreicht ist, und gleichzeitig die Verseuchung Deutschlands durch fremdes Gebaren wie das der Ikone des sich selbst bereichernden Kapitalismus als warnendes Beispiel herhĂ€lt. (17)

Au revoir Paris, hello Wolfeboro: Sarko on the shores of Lake Winnipesaukee

Darben - Wichsen - MĂ€keln - DĂŒrsten werden nicht aufgegeben, nicht in Deutschland und nicht in Frankreich, und so stĂŒrzt sich alles, was links und anstĂ€ndig ist, ins Ferienabenteuer. Nein, nicht ins eigene, sondern in das der Luxusferien des Nicolas Sarkozy. Der macht auf Einladung von Mike Appe, einem ehemaligen Mitarbeiter von Bill Gates, ab dem 2. August Urlaub im schicken Wolfeboro, New Hampshire, in einer erst kĂŒrzlich im neuenglischen Stil erbauten Villa am See Winnipesaukee, auf einem Anwesen von 1200 qm. Miete kostet die Anlage $ 30 000 bzw. 22 000 Euro/Woche, wissen die MSM. Von Springfield aus schießt ein AFP-Kameramann ein Foto des im See badenden PrĂ€sidenten und seiner Familie. (18)

Es gibt, behaupten die Mitglieder der Flat Earth Society, nur ein Springfield auf der Welt, da alle Orte des Namens derselbe Ort seien, gelegen irgendwo im angelsÀchsischen Einzugsgebiet zwischen Erde, der dunklen Seite des Mondes und versteckten UFO-Basen. Jetzt wissen alle Neugierigen, wo sich der PrÀsident Frankreichs aufhÀlt, und mancher gÀbe freiwillig seinen PC ab, wenn er nur dort bliebe. (19)

New Hampshire ist der erste Bundesstaat, der seine UnabhĂ€ngigkeit von England erklĂ€rt hat, dort wohnen knapp 2 Millionen Menschen, es gibt keine Einkommensteuer, aber eine hohe Grundsteuer. Es besteht kein Helmzwang fĂŒr Motorradfahrer. (20)

Wenn man bei Google.fr Sarkozy Wolfeboro eingibt, bekommt man 88 600 Angebote, fĂŒr François Hollande Wolfeboro 9460 Angebote, dabei fĂ€hrt er gar nicht mit. Er muß draußen bleiben und ergibt sich dem Nullsummenspiel. RenĂ© DosiĂšre und andere PS-FunktionĂ€re fragen, wie sich Nicolas Sarkozy einen solchen Luxus leisten kann, da sein Monatsgehalt 6000 Euro betrage: Wer zahlte die Ferien des Herrn Sarkozy in den USA, obgleich das in allen BlĂ€ttern steht: Mike Appe lĂ€dt die Familie Sarkozy ein. Was erschwerend hinzukommt, aber bis heute noch nicht von François Hollande und seinen im Hexagon und auch sonst zurĂŒckgebliebenen Parteifreunden problematisiert und verurteilt worden ist: Wolfeboro liegt etwa 100 km entfernt von Kennebunkport, einer der Familie des PrĂ€sidenten der USA gehörenden Residenz. Dort hat George W. Bush Anfang Juli den russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin empfangen.

Solche Freunde und Kontakte darf Nicolas Sarkozy nicht haben. Einladen lassen darf er sich nicht, das bestimmen die im Nullsummenspiel verstrickten MoralwĂ€chter des Parti Socialiste, die nichts gebacken kriegen, die ihre besten Kader wegekeln, Dominique Strauss-Kahn, Bernard Kouchner, Eric Besson, und die ihren Mißerfolg pflegen und vor sich hertragen wie der Pfarrer die Monstranz zu Fronleichnam.

4. August 2007

Quellen

(1) Die dĂŒmmsten bauern haben die dicksten kartoffeln. Geposted von Oliver. Der sinnlose Blog, 21. April 2007
http://dersinnloseblog.blogspot.com/2007/04/die-dmmsten-baue rn-haben-die-dicksten.html

(2) Libyen und die Heuchelei der deutschen Politiker und MSM. 29. Juli 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-07-29_02-54-52.html

(3) EUROPLANT Pflanzenzucht GmbH. Deutschland
http://www.europlant-potato.de/

Win-Win. Agentur fĂŒr globale Verantwortung
http://www.win--win.de/

(4) Win-Win. Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Win-Win

(5) the seven habits of highly effective people. Dr Stephen Covey´s inspirational book. businessballs.com
http://www.businessballs.com/sevenhabitsstevencovey.htm

(6) Nullsummenspiel. SDI-Research. Create the Future
http://www.sdi-research.at/lexikon/nullsummenspiel.html

(7) Ein brisantes GeschÀft. Von Rudolf Balmer, Paris. Tagesspiegel, 7. MÀrz 2006
http://www.tagesspiegel.de/politik/;art771,1967107

(8) Disarmed by Libya. By Daniel Finkelstein, The Times, August 4, 2007
http://www.timesonline.co.uk/tol/comment/leading_article/art icle2195719.ece

(9) Das WaffengeschÀft mit Gaddafi entlarvt Sarkozy. Von Daniel Binswanger. WeltOnline, 3. August 2007
http://www.welt.de/politik/article1077599/.html

(10) EADS specifies the status of its discussions with Libya. EADS N.V.,
August 3, 2007
http://www.eads.com/1024/en/pressdb/pressdb/EADS/20070803_ea ds_libya.html

EADS prÀzisiert Stand der Diskussionen mit Libyen. EADS, 3. August 2007
http://www.eads.net/1024/de/pressdb/pressdb/EADS/20070803_ea ds_libya.html

(11) Berlin se garde de critiquer Paris. Par AFP, Le Figaro, 4 août 2007, p. 2

(12) Sarkozy en Libye, le show continue. Par Camille Bauer, Humanité,
26 juillet 2007
http://www.humanite.fr/2007-07-26_International_Sarkozy-en-L ibye-le-show-continue

Sarkozy en Libye, le show continue. Par Camille Bauer, BellaCiao, 27 juillet 2007
http://bellaciao.org/fr/article.php3?id_article=51127

(13) Die Beziehungen der MENA-Staaten zu Russland. Von Hanspeter Mattes, Deutsches Orient-Institut. Menavision 2010, Sonderforschungsprogramm
2002 - 2005, S. 221 ff.
http://www.menavision2010.org/dokumente/tp3-studie-elf.pdf

Dr. Hanspeter Mattes. GIGA Institut fĂŒr Nahost-Studien
http://www.giga-hamburg.de/index.php?folder=staff/mattes&fil e=mattes.html

(14) Libyen. Afrika auf einen Blick
http://www.afrika-auf-einen-blick.de/libyen/politik.php

(15) L´Ă‰lysĂ©e veut dĂ©samorcer la polĂ©mique aprĂšs la rĂ©vĂ©lation d´une vente d´armes Ă  la Libye. Par Georges Malbrunot et Nicolas Barotte, Le Figaro,
4 août 2007
http://www.lefigaro.fr/international/20070804.FIG000000879_l _elysee_veut_desamorcer_la_polemique_apres_la_revelation_d_u ne_vente_d_armes_a_la_libye.html

(16) Staatsbesuch à la française - wie die Linken den Besuch Ariel Sharons in Paris verhindern wollen. 6. Juli 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-07-06_00-22-28.html

(17) Bertolt Brecht: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
http://www.lesekost.de/deutsch/de2/HHLD65.htm

(18) WolfeboroOnline
http://wolfeboroonline.com/

New Hampshire
http://www.lib.utexas.edu/maps/united_states/new_hampshire_9 0.jpg

New Hampshire, everything2.com
http://everything2.com/index.pl?node=New%20Hampshire

Au revoir Paris, hello Wolfeboro. By Lisa Wangsness, The Boston Globe,
August 2, 2007
http://www.boston.com/news/local/articles/2007/08/02/au_revo ir_paris_hello_wolfeboro/

PremiÚres images des vacances de Nicolas Sarkozy. NouvelObs.com, 4 août 2007
http://tempsreel.nouvelobs.com/actualites/politique/20070804 .OBS9342/nicolas_sarkozy_prend_un_baindans_un_lac.html

(19) Die Erde ist eine Scheibe, auf der es weder Israel noch PalÀstina gibt.
Schaf, 4. Oktober 2004
http://www.eussner.net/schaf_2004-10-04_18-29-50.html

(20) Springfield, everything2.com
http://everything2.com/index.pl?node=Springfield



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