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Die Rolle des Islams im Sechstagekrieg

Der Historiker Michael B. Oren, Forscher am Shalem Center Jerusalem, Autor des Bestsellers Six Days of War. June 1967 and the Making of the Modern Middle East, hält die israelische und die US-Staatsbürgerschaft. Er hat in Princeton promoviert, und er ist ein Veteran der israelischen Armee im Rang eines Offiziers. Sein Buch ist zum Verständnis des Sechstageskrieges, vom 5. bis 10. Juni 1967, unabdingbar. Der New Yorker Verlag veröffentlicht auf den ersten Seiten des Buches Auszüge aus 25 positiven bis überschwenglichen Rezensionen, darunter die von Ehud Barak und Henry Kissinger. (1)

Frank E. Smitha lobt auf der Site MacroHistory die Fairness des Autors, der sich nicht von Vorurteilen treiben lasse, und einige arabische Wissenschaftler haben seine Leistung geschätzt und allgemein anerkannt. Das mag sein; es ist schade, daß Frank E. Smitha keine nennt. Tariq Ramadan jedenfalls, der im Westen von Universitäten hofierte Philosoph und Islamologe, gehört nicht dazu, genauso wenig wie der von der deutschen Außenpolitik so bezeichnete und gewürdigte muslimische Gelehrte Yusuf al-Qaradawi, der weltweit bekannte islamische Fundamentalist und Verherrlicher der Selbstmordattentate. Vergeblich sucht man auch eine Stellungnahme des Scheichs Muhammad Sayyed Tantawi, Grand Imam der Al-Azhar Universität, des akademischen Zentrums der sunnitischen Gelehrsamkeit. Sie alle äußern sich seit Jahren zu allem und jedem, mit und ohne Fatwa. (2)

Daniel Pipes hält Six Days of War für das beste Buch, das je zu diesem Thema geschrieben wurde. Seine Argumente, sie liegen in englisch und in deutsch vor, lohnen, sie anzusehen, hat er doch mit dem Autor Michael B. Oren und allen Rezensenten eines gemein: keiner von ihnen thematisiert die Rolle des Islams in dem Szenarium.

Auf die Frage, warum der Krieg stattfand, behauptet Daniel Pipes, wie den Ersten Weltkrieg (sic!) habe ihn niemand geplant und gewollt, Orens Forschung bietet Einsicht in seine durch und durch zufällige Qualität, und er führt als exemplarischen Beweis das Versäumnis des normalerweise effizienten US-Botschafters an, nach der versehentlichen Tötung durch eine Landmine dreier israelischer Polizisten durch aus Jordanien kommende Terroristen umgehend die Kondolenzbotschaft von Jordaniens König Hussein zu überbringen. Schon Michael B. Oren stellt das drei Tage währende Versäumnis als Versehen dar, und daß es sich um palästinensische Terroristen handelt, die aus Jordanien in Israel einfallen und damit den Angriff der Israelis auf Samu´ auslösen, ein 5000-Seelen-Dorf in der West Bank, das erwähnt Daniel Pipes nicht eigens. Nach unzähligen Überfällen dieser Terroristen vom Libanon und von Jordanien aus schlagen die Israelis zurück, was ihnen seitens der internationalen Staatengemeinschaften in Ost und West nichts als Schelte einbringt, von den Arabern nicht zu reden. Die USA waren sehr verstimmt über diesen großen Angriff auf einen von Washingtons wenigen arabischen Freunden (Jordaniens König Hussein) und die fehlende Erwiderung an Syrien, die die wirklichen Förderer der meisten palästinensischen Angriffe in Israel waren, meint der History Guy. (3)

US-amerikanische Interessen im Nahen Osten

Von Zufälligkeit zu reden, hieße, die US-amerikanischen Interessen in der Region zu unterschätzen. Die aber kennt man unter anderem aus dem Clean Break, von 1996. Dort heißt es, den USA könne es gefallen, wenn Israel gegen die Hezbollah, Syrien und den Iran vorginge, durch Kampf gegen syrisches Drogengeld, durch militärische Angriffe auf Syrien vom Libanon aus, mittels Stellvertreterkämpfern (proxy forces), israelische Angriffe auf syrische militärische Ziele im Libanon; wenn sich das als unzureichend herausstelle, auf ausgewählte Ziele in Syrien selbst, und dann als Höhepunkt: "Diese Anstrengung kann sich auf die Beseitigung Saddam Husseins von der Macht im Irak konzentrieren - ein von sich aus wichtiges strategisches Ziel Israels - als Mittel, die regionalen Ambitionen Syriens zu durchkreuzen." Solche bescheidenen Ansinnen der USA hat Benjamin Netanyahu 1996 abzuwehren. Gefallen sollen die Israelis dem israelfreundlichen Sprecher der Republikaner im Kongreß Newt Gingrich; er ist einer der jetzigen Präsidentschaftskandidaten, porträtiert im Artikel Stiftungen, Think Tanks und Neokonservative in den USA. Teil III, nach Anmerkung 43. Sollte er Präsident werden, wird sich das anti-amerikanische Europa nach George W. Bush zurücksehnen. (4)

Was zu der Zeit die Hezbollah, Syrien, der Libanon und der Irak, das ist im November 1966 Syrien. Die Israelis liefern nicht, was die USA erwarten, sie wenden sich gegen einen von den USA nicht gewünschten Gegner. 1966 wie dreißig Jahre später - und auch zur Zeit des geplanten Irakkrieges - klaffen die Interessen und die Möglichkeiten sowie die Wahrnehmung der Realität beider Staaten auseinander. (5)

In diesem Zusammenhang ist ein Blick auf den Zwischenfall des Beschusses der USS Liberty, am 8. Juni 1967, hilfreich. John Loftus und Mark Aarons wissen über die unverbrüchliche Freundschaft der USA zu Israel einiges zu berichten. (6)

Arabische Phantasiewelt

Die Antwort auf die nächste von Daniel Pipes gestellte Frage: Wie konnten die israelischen Streitkräfte so überwältigend siegen? trifft´s genau: Durch akribische Übung und absoluten Realismus, im Kontrast zu den arabischen Militärs, die in einer Fantasiewelt lebten. (7)

Jetzt bedürfte es einer Erklärung, warum die arabischen Militärs in einer Fantasiewelt lebten. Warum können sie die Wirklichkeit nicht wahrnehmen? Korruption? Warum Korruption? Machtkampf Gamal Abdel Nasser, ´Ali ´Amer? Warum? Pan-arabischer Traum, gründend auf dem Willen, Israel zu vernichten? Warum? Darauf gibt auch Michael B. Oren keine ausreichende Antwort, sondern er verbleibt in der Beschreibung der Situation. Die Geschichte lehrt, daß sie nichts lehrt: Warum marschiert Adolf Hitler mit seinen Divisionen in die Sowjetunion ein? Es ist die Ideologie, die ihm die Beurteilung der Wirklichkeit und der Möglichkeiten verstellt. Alles andere folgt daraus. So auch im Fall der Ereignisse vor dem Ausbruch des Sechstagekrieges, und so auch mit der Erklärung, warum Israel den Krieg beginnen mußte. Die in Palästina geborenen Yitzhak Rabin und Moshe Dayan wissen das aus Erfahrung. Die Phantasie der Muslime reicht weiter als alle Wirklichkeiten der Welt, sie bevölkert 1001 Nächte. Wer diesen Phantasien nicht Einhalt gebietet, sich gar damit verbündet, endet wie Noureddin Kianouri. (8)

In seinem neuen Buch Power, Faith, and Fantasy. America in the Middle East: 1776 to the Present ist Michael Oren nah dran an der Rolle des Islams, wie Michael Berg in seiner Rezension zeigt und den Autor zum Verhalten der USA gegenüber den Potentaten Nordafrikas zitiert. Das Gebiet umfaßt in etwa die heutigen Staaten Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen, die Länder westlich Ägyptens, den Maghreb, das Land der untergehenden Sonne: Schwäche, Nachgeben und die Zahlung von Tributen an erpresserische Piraten und Tyrannen zogen lediglich immer neue Demütigungen und höhere Forderungen nach sich, während militärische Macht und Wagemut den Amerikanern Respekt verschafften. Mit seiner Entscheidung für den Kampf anstatt die Piraten nach dem europäischen Vorbild zu "verhätscheln" habe sich Amerika gegenüber sich selbst und der Welt seines nationalen Charakters versichert (S. 78). (9)

Thomas Jefferson und John Adams, zu der Zeit Botschafter in Frankreich und England, verhandeln 1786 mit Sidi Haji Abdul Rahman Adja, Botschafter Tripolitaniens in London, um einen Friedensvertrag und den Schutz der jungen USA vor der Bedrohung durch die Berber-Piraterie. Auf die Frage, warum seine Regierung so feindselig sei gegenüber den USA, die ihr nichts getan hätten, antwortet der Botschafter laut Bericht von Thomas Jefferson und John Adams an den Kongreß, daß dies auf den Gesetzen ihres Propheten gegründet sei, daß es in ihrem Koran stünde, daß alle Nationen, die nicht ihre Herrschaft anerkannt hätten, Sünder seien, daß es ihr Recht und ihre Pflicht sei, Krieg gegen sie zu führen, wo immer man sie finde, und zu Sklaven alle zu machen, die sie gefangen nehmen könnten, und daß jeder Muslim, der im Kampf fiele, sicher sei, ins Paradies einzugehen. (10)

Michael B. Oren geht darauf nicht ein, ihm fehlt anscheinend die Antenne dafür. So hat er auch keine Erklärung für den Widerspruch, daß die Missionierung durch amerikanische Protestanten bei den muslimischen Massen keine Resonanz findet, wohl aber die Lehren der amerikanischen Schulen und Universitäten bei den Eliten. Diese wissen nämlich wie weit sie zu gehen haben, bis heute ist es zu sehen. Einer ihrer Sprecher ist Tariq Ramadan, der unermüdlich unterwegs ist, die für den Islam nützlichen Bereiche unserer Gesellschaftsordnung für die Muslime kompatibel zu machen, ohne den Herrschaftsanspruch des Islams durch Koran und Scharia aufzugeben. Die Massen hingegen wissen nur eines: auf Abfall vom Islam, auf Apostasie, steht die Todesstrafe; diese wird bis heute nach allen vier Rechtsschulen des Islams vorgeschrieben und praktiziert. (11)

Nicht nur dem Autor Michael B. Oren, sondern allen Rezensenten fehlt die Kenntnis der Rolle des Islams in der Politik, in diesem Fall für die Entwicklung der Lage hin zum Sechstageskrieg. Keiner versteht, was der in Ägypten gebürtige Muslim Magdi Allam, der Stellvertretende Herausgeber der einflußreichen italienischen Zeitung Il Corriere della Sera, heute über Gamal Abdel Nasser sagt: Nasser ist verantwortlich, Ägypten in die Wiege der "Ideologie des Todes" verwandelt zu haben. Der aggressive pan-arabische Traum, der auf der Verneinung des Existenzrechts Israels basiere, habe als dominierendes Thema die Notwendigkeit der Zerstörung Israels hervorgebracht. Tod und Zerstörung hätten als zentrale Werte Einzug gehalten in die einst liberale islamische Kultur. (12)

Antisemitismus und Israelfeindschaft im Islam

Selbst wenn man nicht wie Hans-Peter Raddatz davon ausgeht, daß Antisemitismus und Israelfeindschaft in der Lehre des Islams angelegt seien, kann man an der Einschätzung Magdi Allams nicht vorbei, und man kann die anderen arabischen Staatschef getrost subsumieren - oder was heißt das Wort des Dr. Nureddin al-Atassi, des Präsidenten Syriens, der vor an der Grenze zu Israel stationierten syrischen Truppen im Frühjahr 1966 erklärt: Wir wollen einen totalen Volkskrieg der Befreiung ... um den zionistischen Stützpunkt in Palästina zu zerstören. Die Zeit ist gekommen, diese (sowjetischen) Waffen zu dem Zweck zu benutzen, für den sie geschaffen wurden. (13)

Es ging das Gerücht, daß eine Armada ägyptischer Kriegsschiffe ins Rote Meer mit Kurs auf Eilat eingelaufen wäre, und Ägyptens Ministerium für religiöse Angelegenheiten erklärte den Heiligen Krieg zur Befreiung Palästinas. PLOs (Ahmed) Shukairy sagte Israels "vollständige Vernichtung" im kommenden Krieg voraus, während Hafez al-Assad in Damaskus sagte, es "wäre hohe Zeit ... die Initiative zu ergreifen, die zionistische Präsenz in arabischem Heimatland zu zerstören." (14)

Während Historiker es nicht genug herausstreichen können, daß Bischöfe Waffen segnen und damit den christlichen Glauben zu polit-ideologischen Zwecken mißbrauchen, geht das bei den Muslimen unkommentiert als selbstverständlich durch. Der islamische Anspruch wird unreflektiert übernommen. So sind sie halt, die Muslime!

Der kleine Staat Israel, von Daniel Bernard, seinerzeit Botschafter Frankreichs in London, zum shitty little country degradiert, was die BBC zu einer undiplomatischen Bemerkung des "antisemitischen" französischen Gesandten verniedlicht, ist zu zerstören auf Grund der Tatsache, daß er mitten im Zentrum des riesigen islamischen Reiches auf Territorium liegt, das von den Arabern als bis zum Jüngsten Gericht ihnen gehörend vereinnahmt wird. Der Islam ist zeit- und geschichtslos. Alles beginnt mit der Eroberung der Gebiete durch den Islam, Wirklichkeit der Welt ist für gläubige Muslime dort, wo der Islam herrscht, im dar al-islam. Jenseits davon ist von den Muslimen zu eroberndes Gebiet, dar al-harb. (15)

Alle Politik, auch die der vermeintlich säkularen Staaten Ägypten und Syrien, gründet auf dem Herrschaftsanspruch des Islams. So ist es einfach zu erklären, warum es kein internationales Recht für Israel auf freie Durchfahrt durch die Straße von Tiran geben kann. Ein nicht-existenter Staat kann auf arabisch-muslimischem Territorium keine internationalen Rechte geltend machen. Ägypten hat die internationale Seerechtskonvention, vom April 1958, schon allein deshalb nicht unterzeichnet. (16)

Dennoch ist der Küstenseeweg geregelt durch ein Gesetz, das noch aus der Zeit des Königs Faruk stammt. Aus diesem Gesetz geht gemäß Artikel 4 hervor, daß sich Ägypten volles Hoheitsrecht über die Straße von Tiran anmaßt: The territorial waters of the Kingdom of Egypt as well as the air space above and the soil and subsoil beneath them, are under the sovereignty of the Kingdom, subject to the provisions of international law as to the innocent passage of vessels of other nations through the coastal sea. Man könnte also sagen, Israel hat doppelt Unrecht, einen Seeweg durch die Straße von Tiran zu fordern. (17)

Einige den Islam nicht berücksichtigende oder erklärende Zitate

Rezensionen:

  • Ehud Barak: It (the book) is a significant step toward a better understanding of our national and regional history. Hopefully, such understanding may assist us in reaching peace in the Middle East.
  • The Boston Globe: ... what might be the most complete synthesis yet of what preceded all the shooting ...
  • The Economist: The strength of Michael Oren´s meticulous new history lies less in his account of the Six-Day War than in his analysis of the crisis that preceded it.
  • The Miami Herald: The reunification of Jerusalem is just one of the tantalizing tales in the Six Days of War ...
  • Richard B. Parker. Former U.S. Ambassador to Lebanon: The author is to be congratulated for the myriad details, many of them new, that he brings together and makes understandable.
  • Publishers Weekly: While no account can be definitive until Arab archives open ...

Keiner vermißt die im Buch fehlende Behandlung der Rolle des Islams, keiner fragt, warum die Archive der arabischen Staaten geschlossen bleiben. Entsprechend kann auch keiner die Konsequenzen des israelischen Sieges bis zum heutigen Tage ermessen. Niemand, nicht der Autor noch die Rezensenten, nehmen Stellung dazu, warum Israel aus religiösen Gründen nicht existieren soll, warum es zu vernichten ist. Es entwickelt sich für sie alles anti-imperialistisch revolutionär und/oder unsystematisch und grundlos, wie beim Mandelbrot-Männchen, irgendwo im Sinai flattert der Rockschoß eines UNEF-Soldaten, und schon ist der Wüstensturm des postkolonialen revolutionären Zeitalters da.

Six Days of War (Seite):

  • 1: The leader of al-Fatah, a thirty-five-year-old former engineer from Gaza named Yasser Arafat, issues a victorious communiqué extolling "the duty of Jihad (holy war) and ... the dreams of revolutionary Arabs from the Atlantic Ocean to the Gulf."
  • 3: The Palestinian Arabs regarded the Yishuv as a tool of Western imperialism, an alien culture inimical to their traditional way of life.
  • 9: The mere existence of the Jewish state was abhorrent to Arabs, a reminder of Palestine´s plundering and a bridgehead for imperialism´s return.
  • 22: Patriarchal, capped by totalitarian regimes, Arab society was hardly ripe for progress.
  • 28: (SU) Party and army leaders disagreed in their assessment of the Arabs´ qualities as soldiers and their openness to Marxist ideas.
  • 38: "That person" (Gamal Abdel Nasser) had his own sources of pain - the economy, as we have seen, the Syrians, and the Muslim Brotherhood.
  • 41: He (Nasser) forgave, too, the bouts of alcohol and drug abuse to which ´Amer was prone, and ´Amers secret marriage, unbeknownst to his wife, to Egyptian film star Berlinti ´Abd al-Hamid.
  • 43: The Soviets were at the same time afraid of war, and afraid of the Arab radicalism that could trigger it.
  • 44: This would allow him (Hafez al-Assad) to oust both Jadid and Atassi and to avoid an imminent Egypt-led Sunni coup in Syria.
  • 64: He found the capital (Damascus) in a state of high agitation - not because of the Israelis, but because of an anti-Islamic article that had appeared in the official military magazine Army of the People (Jaysh al-Sha´b) dismissing Allah as an "embalmed toy in the museums of history." Though the regime quickly disclaimed the piece as an imperialist conspiracy and sentenced its author to life imprisonnement, 20 000 protesters took to the streets.
  • 90: Arab leaders were lining up to volunteer their armies to, in the words of a convocation of religious clerics in Egypt, "wash away with Muslim blood the 19 year-old Arab disgrace in Palestine."
  • 106: Initial contacts with the European allies showed no enthusiasm for an operation that was liable to jeopardize the Arab oil supplies, if not embroil them in a war. The Shah of Iran opposed spotlighting his own trade with Israel.
  • Thereafter, as president of the Rockefeller Foundation, he (Dean Rusk) promoted several peace plans based on mutual recognition and the functional division of Jerusalem - all rejected by the Arabs.
  • 118: Kosygin´s line - essentially "quit while you´re ahead" - was echoed by the Foreign Ministry, by Alexei Schiborin, head of the Middle East department ...
  • 120: Sidqi Mahmud received another call: "Cancel the plan." The commander was despondent. "Why? Don´t we trust that Allah will aid us?"
  • 125: (Shams) Badran (Egypt´s defense minister), who had hindered other delegation members from reporting Kosygin´s urgings of caution, was convinced that Egypt now was invincible.

Diese Zitate sind nicht vollständig, sie umfassen den Text bis zum Kapitel Countdown: May 31 to June 4. Informationen, die den Islam betreffen, werden in dem Buch nirgends erklärt: Was heißt es, daß Jasser Arafat zum Glaubenskrieg aufruft? Der Yishuv wird weniger als fremde Kultur, weniger dem traditionellen Leben, als dem Islam feindlich angesehen. Juden sind nach der Lehre des Islams Dhimmis, die sich unterzuordnen und ihre Kopfsteuer zu zahlen haben. Das ist die Tradition seit 1400 Jahren. Im Hamas Covenant, vom 18. August 1988, ist es festgeschrieben. Weniger der Imperialismus als die Entweihung islamischen Landes ist den Arabern ein Greuel; denn unterdrückter als durch ihre Herrscher können sie durch die Juden gar nicht mehr werden. Patriarchalisch ist ein unpassendes Wort aus der jüdisch-christlichen Kultur. Einige hochrangige Sowjets zeigen, daß sie aus ihren islamischen Republiken gelernt haben, sie kennen die islamische Lehre, darum sind sie geteilter Meinung über die Kampfkraft der Araber.

Welche Sorgen bereiten dem Gamal Abdel Nasser die Muslimbrüder? Sayyed Qutb wird 1966 hingerichtet. Warum ist es möglich, daß ´Ali ´Amer, der zweite Mann im Staate, eine zweite Ehefrau nimmt? Welche Rolle spielen Alkohol und Drogen im Islam? Vor welchem arabischen Radikalismus haben die Sowjets Angst? Warum fürchtet Hafez al-Assad einen Coup der Sunniten? Woher kommt es, daß in dem von der Baath-Partei regierten und geknechteten Syrien 20 000 protestierende Muslime auf die Straße gehen können? Warum stellt sich Hafez al-Assad sofort gegen den Autor aus dem Militär?

Die arabischen Herrscher stehen Schlange, um sich in den Kampf gegen Israel einzureihen. Warum? Können sie zurück, wenn die SU oder gar die USA etwas unternehmen, sie einzudämmen? Warum ist muslimisches Blut stärker? Was hindert den Schah des Iran daran, sich auf die Seite Israels und der USA zu stellen? Welche Folgen hätte das für ihn und seine Regierung?

Die Araber können keinem Friedensplan auf der Grundlage gegenseitiger Anerkennung zustimmen. Die Lehre des Islams verbietet es ihnen. Es wäre die freiwillige Aufgabe des Auftrages, die Welt zu islamisieren. Kein Muslim ist zu einem solchen Schritt befugt. Muslime verlassen den Kampfplatz nicht while ahead, sie verlassen den Kampfplatz nicht einmal, wenn sie verlieren. Das haben sie mit den Nazis gemein. Die Ideologie ist stärker, das Leben des einzelnen zählt nicht. Muslime glauben daran, daß Allah ihnen die Hand führt. Der Wahn, unbesiegbar zu sein trotz der bekannten desolaten Verfassung des ägyptischen Heeres, erwächst aus dem Glauben.

Solange das nicht erkannt wird, können noch so viele erstklassig zusammengetragene und ausgewertete Informationen nicht dazu führen, daß Frieden im Nahen Osten eintritt. Die Rolle des Islams in den arabischen Staaten führt dazu, daß auf Grund von Phantasien statt auf dem Boden der Tatsachen Politik gemacht wird, und die westlichen Staaten machen aus Eigeninteresse mit. Das ist bis heute so. Arabischen Herrschern, die sich davon befreien wollen, weil sie den Grund für die Rückständigkeit ihrer Länder erkennen, sind kaum Mittel an die Hand gegeben, sich aus der Umklammerung des mittelalterlichen Glaubens zu befreien. Hilfe erhalten sie jedenfalls keine. Die europäischen Staaten, allen voran die EU, arbeiten den reaktionärsten Kräften des Islams zu. Und wenn einmal einer ausschert, wie Nicolas Sarkozy, dann tritt eine geballte Phalanx von selbstgerechten Besserwissern auf den Plan.

Wir können ja im Auge behalten, was aus Saif al- Islam al-Gadhafi wird.

12. August 2007

Quellen

(1) Shalem Center Jerusalem
http://www.shalem.org.il/

Michael B. Oren. Shalem Center Jerusalem
http://www.shalemcenter.org.il/about/?aid=3cb211aae4730ab017 5b1392a5cf2d6d&did=10

In Michael B. Oren: Six Days of War. June 1967 and the Making of the Modern Middle East. Presidio Press Book, New York 2002

(2) Six Days of War. Author: Michael B. Oren. Review by Frank E. Smitha. MacroHistory
http://www.fsmitha.com/review/r-oren.html

Yusuf al-Qaradawi und die Bildung einer ´globalen islamischen Autorität´. Von Bettina Gräf, Qantara.de, 21. April 2005
http://www.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-468/_nr-323 /i.html

Newly de-classified documents debunk claim that Israel sought ´67 War. By Michael B. Oren, The Jewish World Review, June 5, 2007
http://jewishworldreview.com/0607/oren_67_war.php3

(3) Palestinian-Israeli Conflict (1960-Present). The History Guy
http://www.historyguy.com/arab_israeli_wars.html

(4) Newt Gingrich. Official Biography, Newt.org
http://www.newt.org/backpage.asp?art=15

Stiftungen, Think Tanks und Neokonservative in den USA. Teil III: Think Tanks, Organisationen, Fellows und Scholars. 25. Mai 2003
http://www.eussner.net/artikel_2004-05-01_18-46-30.html

(5) A Clean Break: Eine Neue Strategie zur Sicherung des Reiches, vom 8. Juli 1996. Die mißlungene Instrumentalisierung Israels zur Durchsetzung US-amerikanischer strategischer Interessen im Mittleren Osten und die Folgen.
21. April 2003
http://www.eussner.net/artikel_2004-05-01_19-21-39.html

(6) John Loftus and Mark Aarons. The Secret War Against the Jews. How Western Espionage Betrayed the Jewish People. New York 1994/2000, Chapter 12. The Liberty Incident, page 259 - 286
http://www.amazon.de/Secret-War-Against-Jews-Espionage/dp/03 12156480/ref=sr_1_1/303-0437626-1570627?ie=UTF8&s=books-intl -de&qid=1176643400&sr=1-1

(7) [Michael Oren´s] "Six Days of War", by Daniel Pipes, New York Post,
June 4, 2002
http://www.danielpipes.org/article/415

[Michael Orens] "Six Days of War", von Daniel Pipes, New York Post, June 4, 2002
http://de.danielpipes.org/article/4592

(8) Death of Noureddin Kianouri. Statement of the CC of the Tudeh Party of Iran, November 6, 1999. the Guardian, November 17, 1999
http://www.cpa.org.au/garchve1/980iran.html

(9) Manfred Berg: Rezension zu: Oren, Michael B.: Power, Faith, and Fantasy. America in the Middle East: 1776 to the Present. New York 2007. In:
H-Soz-u-Kult, 3. August 2007
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2007-3-0 90

Power, Faith and Fantasy; Oren vs. Orientalism. By Zach, Epichorus,
January 18, 2007
http://epichorus.blogspot.com/search/label/Michael%20B%20Ore n

(10) Ellison, The Koran & Our Founding Fathers. Anne Lieberman, Boker tov, Boulder! January 4, 2007
http://bokertov.typepad.com/btb/2007/01/ellison_the_kor.html

America´s Earliest Terrorists. Lessons from America´s first war against Islamic terror. By Joshua E. London, National Review, December 16, 2005
http://www.nationalreview.com/comment/london200512160955.asp

Keith Ellison oder: Warum Thomas Jefferson einen Koran kauft. 7. Januar 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-01-07_00-52-29.html

(11) Abfall vom Islam nach Koran und Sharia. Lausanner Bewegung
http://www.lausannerbewegung.de/index.php?p=24

(12) New "Salman Rushdie" in Italy? Al Bawaba, July 31, 2007
http://www.albawaba.com/en/countries/Egypt/215622

(13) Zitiert nach Theodore Draper: Israel and World Politics. Roots of the Third Arab-Israeli War. New York Viking 1967, p. 35
http://www.questia.com/PM.qst?a=o&d=14603406

(14) Israel im Mai 1967: marxistisch-atheistisch-islamischer Heiliger Krieg ante portas. Übersetzung, 29. Juli 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-07-29_18-27-39.html

(15) "A shitty little country". Prejudice & Abuse in Paris & London. By Tom Gross, Mideast Media Analysis, January 10, 2002
http://www.tomgrossmedia.com/ShittyLittleCountry.html

´Anti-Semitic´ French envoy under fire. BBC News, December 20, 2001
http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/1721172.stm

(16) Convention on the Territorial Sea and the Contiguous Zone. United Nations Treaty Series, vol. 516, Geneva, April 29, 1958
http://untreaty.un.org/ilc/texts/instruments/english/convent ions/8_1_1958_territorial_sea.pdf

(17) STRAIGHT BASELINES: UNITED ARAB REPUBLIC, Decree of January 15, 1951
http://www.state.gov/documents/organization/61603.pdf


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