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Das Meer der Seele. Mensch, Welt und Gott in den Geschichten des Fariduddin Attar

52 Jahre nach dem Erscheinen des wunderbaren 780 Seiten umfassenden Buches von Prof. Hellmut Ritter veranlaßt mich eine Auseinandersetzung mit den von der TAZ und sonstwoher der WELT zugelaufenen Redakteuren ĂŒber dies&das, die Habilitationsschrift des Navid Kermani Der Schrecken Gottes. Attar, Hiob und die metaphysische Revolte und das Buch Allah und die Juden von Hans-Peter Raddatz, noch einmal hineinzusehen in das Werk ĂŒber den Drogisten und Apotheker; es begleitet mich bereits seit 40 Jahren. (1)

Weil mir die 24,90 Euro zu schade sind fĂŒr ein Werk, das angesehene Orientalisten lieber nicht rezensieren wollen und es den politischen Freunden und Bekannten des Navid Kermani ĂŒberlassen, begnĂŒge ich mich mit der Sichtung einiger Rezensionen, die auf der Site des Navid Kermani zusammengestellt sind. (2)

Der Buchtitel und der erste Überblick ĂŒber die Rezensionen erinnern mich an das neue, als wissenschaftliche Arbeit ausgegebene Propagandawerk des Tariq Ramadan In the Footsteps of the Prophet, wenn es auf der Sachbuchbestenliste von NDR/SZ der Monate Dezember 2005 und MĂ€rz 2006 heißt: In seinem neuen Buch stellt Navid Kermani eine Frömmigkeit vor, die verstört und provoziert: Es ist die Frömmigkeit der Heiligen und Narren, die Gott so nahe sind, daß sie allen Respekt vor ihm verloren haben. Den Grad der geistigen Verelendung der deutschen MSM sieht man an solchen Bemerkungen und an Ausrufen wie diesen: "Grandios." Die Welt. "BuchstĂ€blich grenzsprengend." Frankfurter Rundschau. "Ergreifend." Literaturen. Navid Kermani - nicht als Schrecken Gottes, aber als der aller Leute, die sich ihre Vernunft nicht durch religiöses GesĂŒlze von Autoren und Rezensenten verstellen lassen: Gott ist schön, heißt der VorgĂ€nger des Schreckens. (3)

Die Rezensenten ĂŒberschlagen sich vor Begeisterung ĂŒber das bemerkenswerte Buch "Der Schrecken Gottes" ĂŒber die philosophische Frage der Religion schlechthin, wie etwa Burkhard MĂŒller, der verzĂŒckte Rezensent, in der SĂŒddeutschen Zeitung. FĂŒr ihn ist laut Perlentaucher Navid Kermanis Buch "nicht weniger als ein kompletter Abriss der Theodizee" - der Rechtfertigung Gottes - "und ihres Gegenteils, des Haderns mit Gott, durch drei Jahrtausende und zwei Weltteile, das Morgen- und das Abendland". (4)

Mit der Theodizee hat es auch der Kölner Privatdozent fĂŒr systematische Theologie, fĂŒr Fundamentaltheologie (sic!) Dr. Klaus von Stosch, fĂŒr die Theologische Revue der Katholisch-Theologischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t MĂŒnster: Es (das Buch) ermutigt dazu, nicht lĂ€nger die absurde Frage nach der typischen Theodizee des Islam im Unterschied zur Theodizee des Christentums zu stellen, sondern Denkbewegungen zu vollziehen, die Wege zu einer praktischen und authentischen Theodizee weisen, die sich aus den Traditionen aller monotheistischen Religionen speisen." (5)

Solches ist einem katholischen Theologen, der in MĂŒnster Vorlesungen zum Thema Verantwortung des Glaubens hĂ€lt, eine absurde Frage, und er gibt damit den Löffel ab, um es flockig zu sagen. Was lehrt er die Studenten der katholischen Theologie? Er setzt den Gott des Judentums und des Christentums mit dem Allah des Islams gleich. Das ist die Absage an alles, was einem Christen heilig sein mĂŒĂŸte, es ist eine BankrotterklĂ€rung; denn grundsĂ€tzlich haben der Gott der Juden und Christen und der Allah des Islams nichts gemein.

Entsprechend stellt auch keiner der Rezensenten die Frage, ob es sich bei dem Gott des Fariduddin Attar ĂŒberhaupt um den islamischen Allah handelt, oder ob nicht vielmehr Fariduddin Attar als ein im sunnitischen und schiitischen Sinne UnglĂ€ubiger zu bezeichnen ist. Er verfaßt tadkirat ul-auliya, Heiligenviten von muslimischen Heiligen, den Gottanvertrauten, wie M.M. Hanel, der Biograph und Apologet des Tariq Ramadan, sie nennt, aber Stephan Conermann bezeichnet sie treffend als bedeutende Sufis; Fariduddin Attar hinterlĂ€ĂŸt diwan und muxtar-name, lyrische Gedichte, sowie das pandname, ein MoralbĂŒchlein, matnawis, belehrende und erzĂ€hlende Werke, die zu den schönsten BlĂŒten der neupersischen Poesie gehören. Er schreibt Xosrau u Gul, einen weltlichen Liebes- und Abenteuerroman. Hellmut Ritter schließt daraus, daß seine Werke letztlich auf hellenistische Vorbilder zurĂŒckgehen. Fariduddin Attar, geboren ca. 1145, gestorben 1220 oder 1229, ist nicht wegen, sondern trotz des Islams ein großer Schriftsteller und Dichter, der ĂŒber das hellenistische Erbe mit Juden und Christen verbunden ist. (6)

Von den vier aus religiösen und mystischen Lehren bestehenden matnawis, Asrarname, Buch der Geheimnisse, Ilahiname, Gottesbuch, Mantiq ut-tair, Die Vogelsprache, und Musibatname, Buch der Plage, weisen die letzten drei, darunter auch das von Navid Kermani behandelte, im Aufbau eine eigentĂŒmliche Abwandlung der indischen Form der RahmenerzĂ€hlung mit eingestreuten Einzelgeschichten auf, wobei die RahmenerzĂ€hlung in einer in sich geschlossenen, mĂ€rchenhaften oder fantastischen Geschichte besteht ... Die Perser ĂŒbernehmen diese ErzĂ€hlweise aus Indien, aus dem FĂŒrstenspiegel Pançatantra. Dieses Vorbild reicht bis zu den allseits bekannten Tausendundeinen NĂ€chten. Die literarische Architektonik des Fariduddin Attar besteht aus Rede, Gegenrede und abschließender Belehrung. Ein Blick in Platos Dialektik ist hilfreich. (7)

Einen kleinen Schlenker mache ich zur zaban-i hal, der Sprache des Zustandes, in der, wie Hellmut Ritter sagt, ein lebloses oder doch der menschlichen Rede sonst nicht mĂ€chtiges Wesen beginnt zu sprechen, von sich selbst zu erzĂ€hlen und Dinge zu sagen, die nichts anderes sind, als eine fantastische, poetische Umdeutung und Ausdeutung seiner spezifischen Eigenart und Situation. Vielleicht gibt dies manchen Lesern, die ĂŒber mein Schaf erstaunt sind, eine ErklĂ€rung, woher das blökende Tier stammt. Leider reicht es an die kunstvoll konstruierten Tiere des Mantiq ut-tair nicht heran.

Die Fabel des Mantiq ut-tair stammt aus arabischer Quelle, von Muhammad Gazzali (gest. 1111) und seinem Bruder Ahmad (gest. 1123). Dazu merkt Hellmut Ritter an: Die Anschauungen, die in dieser risale zutage treten, gehen ĂŒber den Rahmen sehr gemĂ€ĂŸigter mystischer Lehren nicht hinaus. ... DarĂŒber, wo Gott zu finden ist, werden sie belehrt von denen, die den Weg zu Gott gefunden haben (d.h. wohl durch die Profeten und GottesmĂ€nner). Sie finden ihn nicht durch Reflexion wie die Helden der filosofischen Robinsonaden, auch nicht durch mystische Versenkung. Ihr VerhĂ€ltnis zu Gott ist das des Knechtes zu seinem Herrn. Hier kennen wir den Islam wieder, wie er bis heute gelehrt und friedlich oder mit Gewalt verbreitet wird, wie auch hier: Gott verteilt Gnade und Ungnade so, wie es ihm beliebt. Er wĂ€hlt zu seinen Freunden, wen er will. Das ist reine fundamentalistische Lehre, Gott, besser Allah in seinem Allwalten, bestimmt, wer ihn sucht und wer nicht und damit unselig wird.

Das ist weder der Gott der Juden und Christen noch derjenige der Mystiker; deren Ziel ist das Aufgehen in Gott, das in Gott Zerfliessen und in ihm umgewandelt werden. Fariduddin Attar verĂ€ndert die arabische Vorlage der GebrĂŒder Gazzali im unislamischen Sinne, er erweitert den Schluss durch HinzufĂŒgung des Entwerdungsmotivs und des Motives des Gott in sich selber Findens. Mit dichterischen Bildern erörtert er das VerhĂ€ltnis der Schöpfung zu Gott im Sinne des Pantheismus, womit wir wieder entfernt sind vom Islam.

Johann Wolfgang von Goethe nimmt das auf in seinem SpÀtwerk West-östlicher Diwan, unter anderem im Moganni Nameh, Buch des SÀngers, in dem Gedicht Selige Sehnsucht: (8)

Sagt es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet,
Das Lebend´ge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.

In der LiebesnĂ€chte KĂŒhlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
ÜberfĂ€llt dich fremde FĂŒhlung,
Wenn die stille Kerze leuchtet.

Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsternis Beschattung,
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.
Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du, Schmetterling, verbrannt.

Und solang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und werde!
Bist du nur ein trĂŒber Gast
Auf der dunklen Erde.

Wie ein Konvertit wie der selbsternannte schottische Scheich Abdalqadir Al-Murabit, Guru des Herausgebers der Islamischen Zeitung Abu Bakr Rieger und seiner Redaktionskonvertiten, von den Murabitun, darauf kommen kann, den deutschen Dichter in einer posthumen Fatwa zum Muslim zu kĂŒren, bleibt sein Geheimnis. Nicht eine einzige Zeile in Goethes Werken belegt, unbeschadet der Nutzung einzelner Vokabeln und VersatzstĂŒcke aus dem Fundus des Islam, auch nur von weitem seine AffinitĂ€t zu dieser Politideologie. Goethes Kenntnisse des Islam sind aus zweiter Hand, er nutzt unter anderem Übersetzungen von Friedrich RĂŒckert und vom Freiherrn Joseph von Hammer-Purgstall. (9)

Das Musibatname ist die Reise der Seele in der mystischen Meditation. Die Seele ist ein salik-i frikrat, ein Wanderer, der personifizierte Gedanke des Mystikers. Die Seelenstimmung dieses Wanderers ist die der inneren Not, Ratlosigkeit, ZwiespĂ€ltigkeit und Verzweiflung. Der Wanderer sucht bei von ihm aufgesuchten mythischen, kosmischen und fysischen Wesen Hilfe, Wegweisung, Erlösung aus seinem quĂ€lenden Zustand. Schon diese Kurzbeschreibung zeigt, daß die Suche des Wanderers nichts mit dem Islam zu tun hat. Zwar verweisen ihn die Propheten, die er aufsucht, an Mohammed, und dieser zeigt ihm den rechten Weg, den in die eigene Seele, aber mit dem rechten Glauben hat das wenig zu tun, Ă€hnlich wie bei Johann Wolfgang von Goethe wird der Islam zweckentfremdet. Es geht in dem Buch um eine allgemeinere Bitte um Hilfe aus einem heillosen Zustand. Die Verbindung des Werkes zur Moderne ist ĂŒberhaupt nur möglich durch seine Loslösung vom Islam. Er besucht nacheinander die Erzengel, die ThrontrĂ€ger, den Thron, das Throngestell, die Schicksalstafel, das Schreibrohr, Paradies und Hölle, Himmel, Sonne und Mond, die vier Elemente, den Berg, das Meer, die drei Naturreiche, Satan, die Geister, den Menschen, Adam, Noah, Abraham, Mose, David Jesus, Mohammed, Sinnempfindung, Einbildungskraft, Verstand, Herz und Seele. Er benutzt wie im Mantiq ut-tair die zaban-i hal, die Sprache des Zustandes, es ist nicht zaban-i qal, gesprochene Rede: In der gesprochenen Rede wĂ€re das LĂŒge, aber in der Sprache des Zustandes ist es wahr. Der Mensch trĂ€gt das ganze Weltall in sich und ist es selber. In einer Anrede an den "Schmerz" kommt er in eine Lage, wo er weder vorwĂ€rts noch rĂŒckwĂ€rts kann, und er erhebt sich in die Luft. Er enthebt sich zum Engel Gabriel und zu weiteren Engeln, zum Schluß kommt er zu Azra´il, dem Todesengel. Der kann ihm auch nicht helfen: Auf der Schulter den Thron und den Fuß im Leeren. Im Paradies angekommen, lernt er, daß die Mehrzahl der Bewohner des Paradieses die EinfĂ€ltigen seien ..., wĂ€hrend die wahren Frommen es verschmĂ€hen, in der Hölle angekommen, sagt diese, sie brenne vor Angst, dass sie selbst einst vergehen werde (wegen Sure 28/88). Auch die Geister können ihm nicht helfen. Der Prophet Mohammed wird einer sein unter vielen von der wandernden Seele aufgesuchten Wesen. Er spricht nicht von Unterwerfung, nicht vom Frieden im Islam, schon gar nicht vom Krieg gegen die UnglĂ€ubigen, sondern er sagt: Werde zu nichts in dem Sein Gottes, werde ein Schatten, der in der Sonne verschwindet! Der Weg dazu fĂŒhrt durch dein eigenes Innere. Dort hast du fĂŒnf Stationen zurĂŒckzulegen: die Sinneswahrnehmung, die Vorstellungskraft, den Verstand, das Herz und die Seele. Wenn du diese fĂŒnf Stationen hinter dir hast, dann siehst du dich selbst ohne dich selbst. (10)

Der Wanderer erkennt nach dem Durchschreiten der fĂŒnf Stationen, dass er selber alles, der Urgrund aller Dinge ist. ... Der Wanderer begreift, dass er seinen eigenen Wert nicht erkannt hat, und dass er besser getan hĂ€tte, statt in die Welt in die eigene Seele zu gehen.

Nun bedarf ich eines Experten, der mir weismachen kann, was dies mit dem Islam zu tun hat. Nur weil es eben nichts damit zu tun hat, fĂŒhren Verbindungen zum Judentum und zum Christentum. Alles, was den Islam essentiell ausmacht, ist im Werk des Fariduddin Attar nicht vorhanden. Der Dichter ist ein Sufi. Die Sufis gehören zu keiner Religionsgemeinschaft, erklĂ€ren allerdings, erst mit dem Auftreten des Islams habe sich der Sufismus vervollkommnet. Man nennt solche Äußerung auch Taqiyya. Jede x-beliebige Sufi-Seite zeigt die Ferne zum sunnitischen und auch zum schiitischen Islam: WAHRES Wissen wird von Herz zu Herz ĂŒbertragen. Das ist nicht einfach ein Spruch, sondern erlebbare RealitĂ€t. (11)

Das erzĂ€hle einer den haßbesessenen Sunniten und Schiiten, die sich von ihren selbsternannten FĂŒhrern belehren lassen, wie sie welche UnglĂ€ubige umbringen mĂŒssen. Denen ist der Ansatz der Sufis zutiefst verhaßt. Statt Reisen ins Innere der Seele gibt es dort fĂŒnfmal am Tag das Gesicht in den Staub, den Hintern in die Höh´.

Orientalisten

Der Rezensent Laslo Scholtze kommt auf die Zunft der Orientalisten zu sprechen, die er Islamwissenschaftler nennt, und er meint in der literaturkritik Nr. 3. War beispielsweise Islamwissenschaft Mitte der neunziger Jahre noch eine exotisch wie milde Geisteswissenschaft, kann man mit ihr heute in Regierungs-Think-Tanks Karriere machen. (12)

Laslo Scholtze weiß anscheinend nicht, daß Orientalisten, wie die Islamwissenschaftler frĂŒher hießen, schon reichlich Karriere gemacht haben mit dem Wissen ihres Faches, der angeblich milden Geisteswissenschaft. Die Phantasie blĂŒht. Wozu sich informieren, wenn man auf fliegenden Teppichen sanft ĂŒber der Wirklichkeit schweben kann? Hier also einige als Beispiele, von denen allein schon St. John Philby und Hellmut Ritter ausreichen könnten, Laslo Scholtze zu widerlegen: (13)

  • Franz Babinger, Orientalist, Historiker des osmanischen Reiches, Professor in Berlin und Bukarest, Autor des Klassikers Mehmet II the Conqueror
  • Ignaz Goldziher, Orientalist, Historiker, Rechts- und Religionswissenschaftler, Mitarbeiter an ungarischen und auslĂ€ndischen jĂŒdischen Zeitschriften
  • Freiherr Joseph von Hammer-Purgstall, oesterreichischer Orientalist, Diplomat im Orient, Hofinterpret, Herausgeber der Fundgruben des Orients, Autor des zehnbĂ€ndigen Klassikers Geschichte des Osmanischen Reiches, PrĂ€sident der Akademie der Wissenschaften zu Wien
  • Bernard Lewis, Orientalist, Historiker, Mitarbeiter des Foreign Office
  • St. John Philby, Arabist, Kolonialoffizier, Geheimdienstagent, Berater des spĂ€teren Königs Ibn Saud, Ornithologe, der mehrere Vögel benennt nach Damen, die er bewundert, einer der einflußreichsten MĂ€nner des Nahen Ostens, zwar nicht so bekannt wie sein Sohn Kim Philby, aber sehr viel mĂ€chtiger
  • Hellmut Ritter, Orientalist, Dolmetscher fĂŒr Arabisch, TĂŒrkisch und Persisch, Vertreter der Deutschen MorgenlĂ€ndischen Gesellschaft in Istanbul, Mitglied der Sprachkommission zu Transkription und Modernisierung des Osmanischen in lateinische Schrift (daher die vielen deutschen Umlaute)
  • Friedrich RĂŒckert, Orientalist, Gymnasiallehrer, Privatgelehrter, Redakteur, Dichter u.a. der von Gustav Mahler vertonten Kindertotenlieder, Übersetzer, einer der BegrĂŒnder der Orientalistik

Inzwischen kann man feststellen, daß die milden Geisteswissenschaften in der Politik, den MSM, im GIGA, in den UniversitĂ€ten fröhliche UrstĂ€nd feiern. Es gibt keine Orientalisten mehr, sondern Islamwissenschaftler, Islamologen und andere Prediger des friedlichen Islams. Da fĂ€llt es dann nicht auf, daß der Rezensent Stephan Conermann, vom Bonner Institut fĂŒr Orient- und Asienwissenschaften, aus dem Dunstkreis der Annemarie Schimmel, mit einer Leichtigkeit des Scheins das Buch des Navid Kermani mit dem des Hellmut Ritter nicht nur vergleicht, sondern behauptet, Navid Kermani kĂ€me zu einem schĂ€rferen Bild. Was er dabei ĂŒber das Musibatname schreibt, mag ich nicht zitieren, es ist peinlich. Die fortwĂ€hrenden Vergleiche mit westlichen Denkern, Thomas von Aquin, Augustinus, Baudelaire, Beckett, Bloch, BĂŒchner, Camus, Dante, Meister Eckhart, Foucault, Gryphius, Heine, Horkheimer, Jonas, Kirkegaard, Leibniz, Nietzsche, Pascal und Schopenhauer mĂŒssen solange nichtssagend bleiben, wie nicht das zu vergleichende Werk angemessen definiert ist. Das liefern weder der Autor noch die Rezensenten. (14)

Dabei kĂ€me man schnell dahinter, daß der Islam nichts gemein hat mit den genannten GeistesgrĂ¶ĂŸen, daß alles in der islamischen Welt Geistreiche und Niveauvolle dies trotz des Islams ist. Das kennt man bis heute auch von der Architektur, so ist der berĂŒhmte Architekt des 15./16. Jahrhunderts Koca Mimar Sinan Agha Sohn christlicher Griechen, im Alter von 12 Jahren wird er zwangsweise ins osmanische Heer gesteckt und islamisiert; und selbst die Moschee in Köln-Ehrenfeld wird heutzutage nicht von einem Muslim gebaut, sondern nur von diesen und einer netten katholischen Kölner Gemeinde bezahlt. (15)

26. August 2007

Quellen

(1) Reviewed Work(s): Das Meer der Seele. Mensch, Welt und Gott in den Geschichten des Fariduddin Attar by Hellmut Ritter. Author(s) of Review: Hans-Helmhart Kanus-Crede. Die Welt des Islams, New Ser., Vol. 5, Issue 1/2 (1957), pp. 156-157, doi:10.2307/1570290. This article consists of 2 page(s).
http://tinyurl.com/2y4sjw

Navid Kermani: Der Schrecken Gottes. Attar, Hiob und die metaphysische Revolte. Verlag C. H. Beck, MĂŒnchen 2005
http://tinyurl.com/3yvn7l

Allah und die Juden. Die islamische Renaissance des Antisemitismus. Autor Hans-Peter Raddatz. WJS Verlag, FrĂŒhjahr 2007
http://www.wjs-verlag.de/site/reload.html?../buch/Allah-und- die-Juden.html

Hans-Peter Raddatz: Allah und die Juden. Rezension, 27. Juni 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-06-27_14-47-57.html

(2) Navid Kermani: Schrecken Gottes. Pressestimmen
http://www.navidkermani.de/view.php?nid=98

(3) In the Footsteps of the Prophet: Lessons from the Life of Muhammad (Gebundene Ausgabe). Oxford University Press, USA, Februar 2007
http://tinyurl.com/2yp53z

Navid Kermani.Der Schrecken Gottes
http://www.navidkermani.de/view.php?nid=44

(4) Navid Kermani: Der Schrecken Gottes
http://www.perlentaucher.de/buch/22224.html

(5) Navid Kermani: Schrecken Gottes. Pressestimmen. Theologische Revue
Nr. 2-2007, Köln, Klaus von Stosch
http://www.navidkermani.de/view.php?nid=98

Theologische Revue
http://egora.uni-muenster.de/fb2/thrv/aktuelles.shtml

(6) Muslimische Heilige und Mystiker. Geschichten aus dem Tadhkirat al-Auliya´. Übersetzt von M.M. Hanel, Schweiz 2005
http://www.islamheute.ch/hassan.html

Tariq Ramadan. Viel Feind - viel Ehr. M.M. Hanel, Administrator.
Deutschsprachiges Islam-Forum
http://www.iphpbb.com/board/ftopic-93510334nx17659-47.html

(7) Plato (427 - 347 v. u. Z.). Dialektik. peter möllers philolex
http://www.philolex.de/platon.htm#dia

(8) Moganni Nameh, Buch des SĂ€ngers. Johann Wolfgang von Goethe
(1749 - 1832)
http://www.odysseetheater.com/goethe/texte/gedichte_divan_sa enger.htm

(9) Goethe als Muslim. Fatwa, vom 19. Dezember 1995
http://www.enfal.de/gote-fat.htm

Das Waqf Al-Andalus. 19. Februar 2004, mit ErgÀnzungen vom 24. August 2005 und 1. Juni 2006 (nach Anmerkung 9)
http://www.eussner.net/artikel_2004-03-16_00-30-03.html

(10) 88. Und rufe neben Allah nicht einen andern Gott an. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Alle Dinge sind vergĂ€nglich, bis auf Sein Angesicht. Sein ist die Herrschaft und zu Ihm werdet ihr zurĂŒckgebracht werden. Die ErzĂ€hlung (Al Qasas). Der Koran
http://tinyurl.com/ytd4dq

(11) Cyberderwisch. Sufiportal.de, 9. Februar 2003
http://sufiportal.de/

(12) Wenn Gott wĂŒtet und schweigt. Von Laslo Scholtze. literaturkritik.de Nr. 3, MĂ€rz 2007
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=10 456

(13) Franz Babinger (1891 - 1967). Wikipedia
http://en.wikipedia.org/wiki/Franz_Babinger

Ignaz Goldziher (1850 - 1921). Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Ignaz_Goldziher

Hammer-Purgstall, Joseph Baron von (1774 - 1856)
http://aeiou.iicm.tugraz.at/aeiou.encyclop.h/h131958.htm

St. John Philby. Wikipedia
http://en.wikipedia.org/wiki/St._John_Philby

Bernard Lewis (1916 - ). By Martin Kramer
http://www.geocities.com/martinkramerorg/BernardLewis.htm

Hellmut Ritter (1892 - 1971). Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Hellmut_Ritter

osmanisch/tĂŒrkisch. Sprache, Schrift, Kalligraphie. Von Uwe Becker
http://tinyurl.com/3ak597

Die tĂŒrkische Sprachreform. Ein katastrophaler Erfolg. Schrift&Rede,
15. September 2004
http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=95

Friedrich RĂŒckert (1788 - 1866)
http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_R%C3%BCckert

Friedrich RĂŒckert. Projekt Gutenberg-De
http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=19&autorid=501&cHas h=1

(14) Navid Kermani: Der Schrecken Gottes. Attar, Hiob und die metaphysische Revolte. Rezensiert von Stephan Conermann, sehepunkte Nr. 12,
Ausgabe 6 (2006)
http://www.sehepunkte.de/2006/12/12336.html

Annemarie Schimmel (07.04.1922 - 26.01.2003). Das Weibliche im Islam.
Ein Kapitel aus Dikigoros´ Webseite. LĂŒgen haben schöne Beine
http://www.geocities.com/films4/schimmel.htm

(15) Sinan (b. Anatolia, Turkey 1489; d. Istanbul, Turkey 1588)
http://www.greatbuildings.com/architects/Sinan.html

Sinan
http://lexikon.meyers.de/meyers/Sinan

Siehe auch:

Der Shahid der Sufis und der des Islams. Dokumentation, 27. August 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-08-27_20-16-20.html



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