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Washington Post Kolumnist Richard Cohen: Israel wegrationalisieren

Wer Cohen hei├čt, mu├č keiner sein. (1)

Wenn´s eines Beweises bedurft h├Ątte, der linksliberale Richard Cohen ("Algebra ist nutzlos") hat ihn geliefert, ausgerechnet am 11. September 2007, und das sagt schon viel ├╝ber die angeblich unverbr├╝chliche Freundschaft der USA, ihrer Politiker, Medien und der Bev├Âlkerung insgesamt, zu Israel, die Washington Post (WP) reicht allemal als Beweis hin. Man mu├č also weder die Doha Debates vom 1. Mai 2007 des Tim Sebastian mit Norman Finkelstein, Sohn von ├ťberlebenden des Holocaust, und dem Iren Andrew Cockburn, Schriftsteller und Journalist, und andererseits, als F├╝rsprecher Israels, mit dem ehemaligen Botschafter der USA in Israel Martin Indyk und dem britischen Journalisten und Kolumnisten der Times David Aaronovitch ├╝ber die Pro-Israel Lobby beim Washington Report on Middle East Affairs (WRMEA) aufrufen, noch die entsprechenden Stellen in den B├╝chern von Michael B. Oren und John Loftus/Mark Aarons ├╝ber die mangelnde Unterst├╝tzung der USA f├╝r Israel im Sechstage-Krieg gelesen haben - es ist aber hilfreich zur Vertiefung der Kenntnisse. Vor allem k├Ânnte man sonst meinen, man leide wirklich unter dem Verfolgungswahn, der einem manchmal von wohlmeinenden Freunden und Bekannten unterstellt wird: (2)

Gudrun, nee, nich schonn wieda, bitt├Ą├Ą├Ą!

Richard Cohen ist beinahe bereit mit der Hatikva herauszuplatzen, mit der israelischen Nationalhymne, erg├Ąnzt er f├╝r diejenigen, die das Wort nicht kennen in den USA und im Rest der Welt. Samuel Cohen, einer seiner zahlreichen Namensvettern, Pal├Ąstina-Immigrant aus Bessarabien, arrangiert die Melodie zu einem Gedicht von Naftali Hertz Imber, 1882, nach einem Thema aus Bedrich Smetanas Moldau. (3)

So ausgewiesen als wahrer Israelfreund; denn wer sonst au├čer den Israelis und ihren Intimfreunden s├Ąnge inbr├╝nstig diese Hymne der Hoffnung, kann Richard Cohen ab sofort alles ├╝ber das Buch von John B. Mearsheimer und Stephen M. Walt ├Ąu├čern, was er will, es mu├č israelfreundlich sein. Am Ende des ersten Absatzes seines Kurzkommentars ├╝ber den Bestseller auf Amazon hat er seine Glaubw├╝rdigkeit gefestigt. Establishing Credibility sagen Managementexperten dazu. (4)

Dann legt er wirklich los, die Hymne mu├č noch etwas warten. Die Autoren h├Ątten intellektuelle und emotionale St├╝rme hervorgerufen, sie seien aber weder Antisemiten noch Israelfreunde, bestimmt er. Sie unterst├╝tzten die Existenz Israels, aber ein Taschentuch w├╝rden sie auch nicht bem├╝hen, wenn der Staat morgen verschw├Ąnde. Nein, Taschent├╝cher haben sie n├Âtig zum Wichsen.

Dann geht´s zur Sache: ... Mearsheimer und Walt argumentieren, da├č der j├╝dische Staat nicht l├Ąnger ein strategischer Aktivposten f├╝r die Vereinigten Staaten ist, wenn er es denn jemals war. Er ist schlie├člich ein winziges Land ohne Erd├Âl, verha├čt bei den Nachbarl├Ąndern, die reichlich Erd├Âl besitzen. Nicht nur das, sondern diese Nachbarl├Ąnder produzieren viele der Terroristen der Welt, und w├Ąhrend man dar├╝ber debattieren kann, ob Israel immer ihre Nummer 1 ist, so kommt es dem sicherlich nahe. F├╝r die USA kann die Rolle, Israels Ansehen zu st├Ąrken, kaum als in unserem (sic!) Eigeninteresse liegend charakterisiert werden.

Hat man je von Identit├Ątsproblemen vernommen? Richard Cohen hat eines: er verwechselt die USA mit sich und gibt vor, da├č er wei├č, was f├╝r die USA im Eigeninteresse liegt, n├Ąmlich das, was Richard Cohens Interesse ist. Israel geh├Ârt nicht dazu.

Erd├Âl und Terrorismus sind f├╝r Richard Cohen die strategischen Aktivposten, das sagen die Israelfeinde in aller Welt, die USA tun das f├╝rs Erd├Âl, aber die Kritiker dieser angeblichen Politik ergreifen Ma├čnahmen: No blood for oil, please! Im Angebot bei Google 7 770 000 Seiten zum Thema. Der Terrorismus ist verursacht durch die Existenz Israels und dessen Politik, deren markanteste Leistungen Richard Cohen umgehend aufz├Ąhlt: Siedlungen in der West Bank, Lostreten verheerender Kriege, so wie letzten Sommer im Libanon, was auch f├╝r Israel nicht gut sei - und all das erlaubt von der amerikanischen Politik, die fast alles und jedes unterst├╝tzt, was die israelische Regierung tut. (5)

Richard Cohen wahrt keine Distanz zu den Autoren, beispielsweise durch eine Definition des Begriffes Aktivposten. Ist ein Mitglied der internationalen Staatengemeinschaft, was Israel durch Beschlu├č der UN-Vollversammlung, vom 29. November 1947, seit dem 14. Mai 1948 ist, nur ein Aktivposten, wenn es Erd├Âl besitzt und nicht von Terror-finanzierenden Staaten umgeben ist? Gibt es keine anderen Kriterien? Beispielsweise die Unterst├╝tzung einer winzigen Insel, auf der Demokratie herrscht, freie Wahlen abgehalten werden, Frauen den M├Ąnnern gleichgestellt sind, Homosexuelle nicht verfolgt werden und die Justiz ihres Amtes waltet, und wenn´s um den Pr├Ąsidenten Israels geht?

Den kleinen Staat Israel, von Daniel Bernard, seinerzeit Botschafter Frankreichs in London, zum shitty little country degradiert, wollen die Araber zerst├Âren auf Grund der Tatsache, da├č er mitten im Zentrum des riesigen von Diktatoren regierten islamischen Reiches auf Territorium liegt, das als bis zum J├╝ngsten Gericht ihnen geh├Ârend vereinnahmt wird. (6)

Das zu verhindern, ist nicht im Interesse der USA? Den Autoren mag es gleichg├╝ltig sein, wie´s weitergeht, wenn Israel als Staat aufh├Ârt zu existieren, wenn sie ihre Taschent├╝cher anderweitig benetzen, aber auch Richard Cohen sieht kein Interesse der USA und damit auch f├╝r sich, da├č der Staat weiter besteht? Hat er dann eine Antwort auf die Frage, warum die Europ├Ąische Union den Status quo in der Region mit Milliarden Euro aufrecht erh├Ąlt? Was gesch├Ąhe im Friedensfall? Es w├╝rde die strategische Position in der Region noch mehr zugunsten der USA verschieben, wie in Vietnam, dessen junge Bev├Âlkerung, von der mehr als 75 Prozent nach dem Vietnamkrieg geboren ist, die Zusammenarbeit mit den USA derjenigen mit den EU-Staaten vorzieht. Die pal├Ąstinensischen Milliard├Ąre und Million├Ąre im Exil warten nur darauf, mit Gaza, dem Westjordanland und Israel zusammenzuarbeiten. Hier die Handelsbeziehungen Vietnams als Beispiel daf├╝r, was aus den kriegerischen Zeiten geworden ist: (7)

Die wichtigsten Exportl├Ąnder sind die USA mit einem Anteil von 18,3 Prozent an den Ausfuhren. Immerhin 16,1 Prozent der Exporte gehen in die EU ... Bei den Ausfuhren nach Vietnam nimmt Deutschland Rang 14 ein. Bei den vietnamesischen Ausfuhren liegt Deutschland nach den USA, Japan, Australien und China derzeit auf Rang f├╝nf. Nach Deutschland liefert Vietnam vor allem Schuhe, Bekleidung und Kaffee. Aus Deutschland werden vor allem Maschinen imporiert.

Was Israel als Nr. 1 angeht im Kampf der islamischen Terrorbanden, so sollte Richard Cohen den Koran lesen, um zu verstehen, da├č die Motivation der Muslime nicht aus den Siedlungen und aus losgetretenen verheerenden Kriegen stammt, sondern aus der Pflicht der Muslime der Welt, einmal besessenes Gebiet zur├╝ckzuerobern, wobei der Kampf gegen Israel priorit├Ąr ist, weil es inmitten des muslimischen Herrschaftsbereichs liegt und f├╝r die Bev├Âlkerung der umliegenden L├Ąnder ein nachahmenswertes Beispiel werden k├Ânnte. Wenn Israel vernichtet w├Ąre, dann richteten sich die freiwerdenen Potentiale vermehrt gegen die anderen ehemaligen islamischen Gebiete, Spanien, Sizilien, den Balkan, dort findet heute bereits versch├Ąrft friedliche Islamisierung statt, teilweise mit Hilfe der Regierungen der L├Ąnder. In Spanien kooperieren die Konvertiten mit den Sozialisten, in Italien sitzt ein Delegationsmitglied der PLO, eingeb├╝rgerter Pal├Ąstienser, in der Nationalversammlung und Romano Prodi ist mit den Stimmen der Muslime zum Regierungschef gew├Ąhlt worden. Der Balkan wird mit Petrodollars aus Saudi-Arabien reifgeschossen. Auch der Kampf im Innern Europas, Deutschland hat gerade wieder einen Eindruck bekommen davon, was geschieht, wenn´s friedlich nicht vorw├Ąrts geht mit der Machtausdehnung des Islams: die gewaltsame Zerst├Ârung unserer Gesellschaft. Richard Cohen aber bewegt, da├č Israel nach Uncle Sam schiele, either for money or muscle, etwa: entweder wegen Geld oder milit├Ąrischer Unterst├╝tzung.

Was Israels berechtigte Handlungen angeht, sind ihm die Autoren somehow silent. Dennoch attestiert er ihnen, prominente Realisten der Au├čenpolitik zu sein. Dann geht´s ins Sentimentale, etwa auf dem Niveau des fehlenden Tannenbaumes im Lager der SS zur Kriegsweihnacht 1942 an der russischen Front. Die Autoren seien furchterregend rational - nur Verstand, kein Herz.

Seit Richard Cohen beim Herzen angelangt ist, hakt sein Verstand vollends aus. Trotz Verstandesfixierung der Autoren seien diese gegen den Irakkrieg gewesen und h├Ątten Saddam Hussein nicht als Bedrohung der USA angesehen. Welcher Logik folgt diese Aussage? War es Herzenssache, gegen den Irakkrieg zu sein? Die 10-Euro-Anti-Imps vom Campo Antiimperialista als K├Ânige der Herzen? Was ist mit denjenigen, die aus Verstandesgr├╝nden gegen den Irakkrieg waren?

Diese Logik setzt Richard Cohen fort, um aber nicht identifiziert zu werden mit den Aussagen der Autoren, wendet er die Methode des Noam Chomsky an: sage, was du sagen willst, in dem du dich hinter anderen verkriechst: auf ihre Art haben sie (John B. Mearsheimer und Stephen M. Walt) auch mit Israel recht; es ist eine strategische Belastung. Der Rezensent versteckt sich hinter den Autoren, er macht den Lesern weis, da├č er durch die Lekt├╝re des Buches zu eben dem Ergebnis gekommen ist.

Dann zerstreut er aufkommenden Protest gegen seinen Anti-Zionismus, seine Israelfeindschaft, in dem er Gro├čbritannien, das unverd├Ąchtig ist, juden- und israelfreundlich zu sein, als weiteres Beispiel einer strategischen Belastung karikiert. Was immer man gegen Albion zu sagen h├Ątte, perfide oder nicht, das haben die Briten nicht verdient, von einem US-amerikanischen Sesselpuper in einer der bekanntesten Zeitungen der USA so herabgew├╝rdigt zu werden. Vergessen die Freundschaft Gro├čbritanniens im aufkommenden Irakkrieg? Wer sind die "some", die schon zu Beginn des Zweiten Weltkrieges ├Ąhnliches ge├Ąu├čert haben? Wenigstens einen Namen h├Ątte Richard Cohen nennen k├Ânnen.

Man google britain strategic burden wwii, es lohnt sich, die kurzen Worte in den Angeboten zu lesen. Vom mehrfach ├╝bernommenen Artikel des Richard Cohen abgesehen, der Daily Herald aus den Vorst├Ądten Chicagos titelt milde: Israel kann sich wohl in der Lage befinden, kritisiert zu werden, aber es hat nicht immer unrecht, finden sich folgende S├Ątze im ersten Angebot: (8)

The strategic air offensive against Germany during World War II formed a major part of Britains wartime military effort and it has subsequently attracted the attention of historians. Despite the attention, historians have paid little attention to the impact of the strategic air offensive on Britain. This thesis attempts to redress this situation by providing an examination of the economic impact on Britain of the offensive. The work puts the economic cost of the offensive into its historical context by describing the strategic air offensive and its intellectual underpinnings.

Der Autor John T. Fahey dokumentiert in seinem Buch die wirtschaftlichen Folgen der britischen Luft-Offensive im Zweiten Weltkrieg, die Kosten der strategischen Offensive gegen Deutschland f├╝r das Land und seine Bev├Âlkerung; sie betragen 2,78 Milliarden Pfund Sterling, pro Bombereinsatz durchschnittlich 2911 Pfund. Der Deutschland zugef├╝gte Schaden der strategischen Bombardierungen bedeutet auf britischer Seite eine schwere finanzielle Belastung, die das Land nicht tragen kann; sie ist ein wichtiger Grund f├╝r die Verarmung der Briten nach dem Kriege. Das ergibt die Sichtung des zweiten Google-Angebotes. (9)

Die weiteren Ergebnisse sind ├Ąhnlich, die burden handeln von der Belastung Gro├čbritanniens im Zweiten Weltkrieg. Die Arroganz des Richard Cohen, hier 529 Milliarden Dollar Milit├Ąrausgaben der USA, da 60 Milliarden Dollar Milit├Ąrausgaben der soggy isle, der matschigen, durchn├Ą├čten, triefend nassen Insel, wird nur von seiner Anma├čung ├╝berboten: hat er die 529 Milliarden durch Fund-Raising-Dinner zusammengebracht?

Es reicht zwar schon, aber solche Kommentatoren wie Richard Cohen haben immer noch genug Phantasie, nachzusetzen mit ihren Gemeinheiten und Verzerrungen. Jetzt langt er an bei der Selbstlosigkeit der USA: Wer und was sind wir als Nation, wenn wir alles am Eigeninteresse messen? Wer und was sind wir als Nation, wenn wir unsere Freunde verlassen, bedeutungslose K├╝sse verteilen, w├Ąhrend wir sie von uns abtrennen? Wer und was sind wir als Nation, wenn wir nicht mit dem Unberechenbaren rechnen: mit Werten? Prinzipien?

Josef Joffe zitiert in seiner Rezension des Buches von John B. Mearsheimer und Stephen M. Walt Das Komplott der Koscher Nostra den seit drei├čig Jahren die Pr├Ąsidenten der USA beratenden Harvard-Professor David Gergen mit den Worten: "Ich kenne keine Pro-Israel-Entscheidung im Oval Office, die auf Kosten amerikanischer Interessen gefallen w├Ąre." So ist es, und alles andere w├Ąre politisch unverantwortlich. So handeln ├╝brigens die Regierungen aller Staaten, wobei es selbstverst├Ąndlich die jeweils Regierenden sind, die das Staatsinteresse definieren, bis zur n├Ąchsten Wahl oder bis zur n├Ąchsten Revolution, zum n├Ąchsten Putsch der Gener├Ąle. (10)

Es folgen noch einige vor Gef├╝hlsduselei triefende Zeilen, aber damit ist f├╝r mich noch nicht Schlu├č. Es fehlt von Richard Cohen ein kurzer Blick aufs Cover des Buches. Dort sieht man statt der US-Flagge auf blau-wei├čem Grund 20 blaue US-Sterne, links oben in einem winzigen Eckchen, verbannt in eine den ganzen Buchdeckel schm├╝ckende Phantasiefahne in den Nationalfarben Israels. Das Star-Spangled-Banner ist bis zur Unkenntlichkeit verjudet. In jedem halbwegs patriotisch gesinnten US-B├╝rger mu├č bereits beim Anblick des Buchdeckels die Wut aufsteigen. Im Grunde braucht er gar nicht mehr ins Buch zu schauen; denn alles ist schon gesagt. (11)

Der Verlag Farrar, Straus and Giroux, der diesen Bestseller verantwortet, geh├Ârt wie DIE ZEIT zur deutschen Holtzbrinck-Gruppe, wie mir Lizas Welt mitteilt. Ich w├Ąre darauf nicht gekommen, da├č ein deutscher Verlag den USA mitteilt, da├č ihre Regierung nicht von Amerikanern, sondern von israelischen Juden gelenkt wird. (12)

Wer den Nachruf von Michael Naumann zum Tode des Verlagsgr├╝nders Roger W. Straus liest, eines Erben der Guggenheim-Familie, gewinnt einen ungef├Ąhren Eindruck davon, wie tief dieser Verlag unter der ├ägide der Holtzbrinck Gruppe mit der Ver├Âffentlichung des Buches von John B. Mearsheimer und Stephen M. Walt gesunken ist: (13)

Sein Verlag, Farrar, Straus & Giroux, versammelte mehr als 20 Nobelpreistr├Ąger auf seiner Liste, unter ihnen T. S. Eliot, Joseph Brodsky, Alexander Solschenizyn, Czeslaw Milosz - aber auch Philip Roth (der l├Ąngst einen Nobelpreis verdient h├Ątte) und als unerm├╝dlichen Bestseller-Autor Tom Wolfe. ...

Als er seinen Verlag 1994 der Holtzbrinck-Gruppe (der auch die ZEIT angeh├Ârt) ├╝bereignete, behielt er gleichwohl die Z├╝gel in der Hand. In der New Yorker Verlagswelt, in der inzwischen grandiose Autorenvorsch├╝sse eine Wahnwelt literarischer Gr├Â├če suggerieren, verlie├č Roger Straus niemals seine Linie: Qualit├Ąt ging vor Spektakel, Eigensinn vor Geschmacksanpassung. Unter seinen Kollegen gab es l├Ąngst schon keinen seinesgleichen mehr.

Die Autoren sind in die Wahnwelt literarischer Gr├Â├če eingetreten, haben 750 000 Dollar Vorschu├č vom Verlag erhalten, der dem Juden Roger W. Straus geh├Ârte, schreibt Josef Joffe im anderen Holtzbrinck-Kanal. Sie widerlegen durch ihre eigene Karriere das, was sie sagen. Lizas Welt hat dazu ausf├╝hrlich Stellung genommen in der Rezension mit dem Titel Die Protokolle der Weisen vom Campus. (14)

Diese Zusammenh├Ąnge erw├Ąhnt Richard Cohen in der Washington Post mit keinem Wort. Es f├Ąllt ihm das Titelbild auf dem Buchdeckel nicht auf. Soweit ist es in den USA mit der angeblich unverbr├╝chlichen Freundschaft zu Israel. (15)

Der Vollst├Ąndigkeit halber sei eine Erg├Ąnzung von Lizas Welt zur deutschen Auflage des Buches erw├Ąhnt: Kr├Ąfte mit Tradition. Vielleicht sollte der Campus Verlag die 150 Dollar investieren und bei Wyman Books ein Exemplar der 3. Auflage des Buches von Johann von Leers erwerben: Die Kr├Ąfte hinter Roosevelt. (16)

Der vom Verlag f├╝r kritische Sozialwissenschaft zum erfolgreichen Sachbuchverlag f├╝r Wirtschaft und Gesellschaft mutierte, vom "Verleger des Jahres 2001" Thomas Carl Schwoerer geleitete Campus Verlag bedient sich der Versatzst├╝cke aus der Zeit des Nationalsozialismus, um die Rolle der Juden in den USA zu verdeutlichen. Der altbekannte Antisemitismus schafft´s auf den Buchdeckel und in die Buchseiten. Die US-Sterne sind ersetzt durch Davidsterne, das Cover des Buches Kr├Ąfte hinter Roosevelt steht Pate. (17)

Um alle Antisemiten und sonstige Freunde deutscher Nazi-Tradition das Gruseln zu lehren, habe ich noch einen Davidstern anzubieten, der schon die ersten 13 Staaten der USA ├╝berstrahlt: man ist in der Dom├Ąne der Schwarzen Magie. Der Adler, der einen Ph├Ânix verdeckt, der durch das Opfer der Selbstverbrennung stirbt, um aus der Asche desto sch├Âner zu entsteigen. Dar├╝ber sind 13 Sterne in Form eines Davidsternes angeordnet, umgeben von einem Lichterkranz. (18)

Das Monterrey County und das Clare County sind ebenfalls total mit Davidsternen verseucht. Die Sheriffs dort tragen den Six Point Sheriff Star! Dann gibt´s noch einen Marshal Badge in Form eines Davidsterns. Man kann ihn als Replika f├╝r 6,50 Pfund Sterling erwerben. (19)

John B. Mearsheimer und Stephen M. Walt k├Ânnen schon einmal den Fortsetzung-Bestseller beginnen. Die USA sind von Anfang an verjudet, Davidsterne finden sich ├╝berall, von der Gr├╝ndung der USA bis zur Verk├Ârperung des Gesetzes durch den Sheriff. Welche Rolle Israel dabei einnimmt, m├╝├čten die Autoren sich noch ausdenken. Ihrer Phantasie sind anscheinend keine Grenzen gesetzt, wie man schon an ihrem Buch The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy bzw. Die Israel Lobby. Wie die amerikanische Au├čenpolitik beeinflu├čt wird deutlich sieht. Richard Cohen kann dann wieder eine Kolumne in der Washington Post dazu schreiben, vielleicht unter dem Titel Rationalizing the USA Out of Existence?

12. September 2007

Update: Henryk M. Broders Kurzrezension des Buches (20)

Sehr geehrter Herr Schwoerer,

vielen Dank f├╝r das Exemplar der "Israel-Lobby", das sie an den Tagesspiegel in Berlin geschickt haben.

K├╝nftige Lieferungen aus Ihrem Hause erbitte ich an diese Adresse:

Henryk Modest Broder
c/o the Israel-Lobby-Headquarters
White House
1600 Pennsylvania Ave., NW Washington DC
20500 Washington

Und falls sie noch ein Exemplar der deutschen Erstausgabe von 1920 ├╝brig haben, die unter dem Titel "die Protokolle der Weisen von Zion" erschienen ist, w├Ąre ich ihnen sehr dankbar, wenn sie mir diese leihweise ├╝berlassen w├╝rden. ich w├╝rde sie Ihnen gleich nach den kommenden Pr├Ąsidentschaftswahlen in den USA zur├╝ck schicken.

mit wehrhaftem gruss
b.

21. September 2007

Update Nr. 2: Antisemitismus ist schick

Antisemitismus ist geil! Henryk M. Broder zitiert die Vorz├╝ge; nur in einem Punkt irrt er, wenn er schreibt: Es kostet nix und ist garantiert folgenlos. (21)

Weit gefehlt; denn, ehrlich jetzt, wer in Deutschland und bis in die letzten Winkel der USA und und des Restes der Welt kennt vor der Ver├Âffentlichung der "Israel-Lobby" John J. Mearsheimer, Roland Wendell Harrison Distinguished Service Professor f├╝r Politische Wissenschaften, und Stephen M. Walt, Robert and Ren├ęe Belfer Professor f├╝r internationale Angelegenheiten? Wer wei├č, da├č dieser auf einem von Juden gestifteten Lehrstuhl sitzt, um von dort sein Gift gegen Juden zu verspritzen? Wer wei├č, da├č der Stifter Robert Belfer noch lebt, und den Rummel um die "Israel-Lobby" machtlos mit ansehen mu├č, allenfalls bitten darf, da├č sein Name nicht zur Vermarktung des Buches mi├čbraucht werden m├Âge? (22)

Die Folgen f├╝r die beiden Autoren sind ├╝berw├Ąltigend, nicht nur, da├č es sie nix kostet, nein, die j├╝dische Lobby verhindert nicht/kann nicht verhindern, da├č sie 750 000 Dollar Vorschu├č vom Verlag erhalten; auf ihren Konten h├Ąufen sich die Dollars und Euros aus den Buchverk├Ąufen. Antisemitismus bringt richtig Knete!

Louise Richardson, wie Stephen M. Walt ebenfalls eine Professorin aus Harvard, bedeutet nur einen bescheidenen Eintritt in die Erste Liga, das hat der Campus-Verlag gemerkt. Was Terroristen wollen, das wird in den Talkshows f├╝r Konsumenten preisg├╝nstiger verhandelt, mit dem komischen Vogel Abu Hamza. F├╝r die Abrechnung mit der j├╝dischen Lobby geht es nicht so einfach, da kann man sich in den ├Âffentlich-rechtlichen Anstalten noch nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Ein gutes Buch zur rechten Zeit wirkt aber Wunder. Nun ist f├╝r Talkrunden zum Buch auf Jahre gesorgt. Wer wagt sich als erster Moderator hart aber fair vor, oder m├╝ssen wir auf die Comedy vom WDR warten? (23)

Antisemitismus ist eine Epidemie, eine unheilbare Krankheit, und zwar der Juden, die Antisemiten strotzen vor Gesundheit, f├╝r sie ist das Gesch├Ąft eintr├Ąglich. Leider funktioniert das von Jackie Mason und Raoul Felder den Juden empfohlene Heilmittel nicht; denn die Muslime sind aus eben den Gr├╝nden stark wie die westlichen Antisemiten, sie sind schamlos, ruchlos, ohne Ethik und Moral. Herrschen ist die Devise der islamischen Fundamentalisten wie der akademischen Sesselpuper ├á la Mearsheimer/Walt, und wenn´s nicht bis zur politischen Herrschaft reicht, dann wenigstens dazu, aufzufallen, sich abzuheben aus der grauen Masse der Professorenschaft. Nicht jeder kann auf Grund seiner wissenschaftlichen Leistungen den Nobelpreis erhalten, mancher fliegt sogar aus der Universit├Ąt, wie Norman Finkelstein, der nicht einmal das Niveau von Mearsheimer/Walt bringt. (24)

Und wer auffallen will ohne jede Anstrengung, der beginnt schon in der Schulzeit und wirft sich das Pali-Tuch um. Das erh├Âht die Chancen, in Universit├Ąten wie Harvard Karriere zu machen. Moishe Hundesohn zeigt, wie´s geht. (25)

Quellen

(1) Cohen. Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Cohen

Richard Cohen at his best! Postwriters´ Group. Mugshots
http://www.postwritersgroup.com/mugshots/bigcohen.jpg

Richard Cohen (Washington Post Columnist). Wikipedia
http://en.wikipedia.org/wiki/Richard_Cohen_(journalist)

(2) Doha Debates. The Pro-Israel Lobby (AIPAC). Tim Sebastian, Chairman Doha Debates, Member of Qatar Foundation, BBC World, May 8, 2007
http://tinyurl.com/ywu55l

Washington Report on Middle East Affairs (WRMEA)
http://www.washington-report.org/

Six Days of War. By Michael B. Oren, Oxford University Press 2002. Power, Faith, and Fantasy
http://www.michaeloren.com/sdw.htm

Loftus, John and Aarons, Mark. The Secret War Against the Jews: How Western Espionage Betrayed the Jewish People. New York: St.Martin´s Press, 1994
http://www.namebase.org/sources/EE.html

(3) Ha Tikva written by Naftali Hertz Imber, 1877
http://www.science.co.il/Israel-Anthem.asp

(4) Establishing Credibility. Leadership Development. Forum
http://tinyurl.com/39kkxa

(5) Blood for Oil? The free anti-war, anti-empire, and peace movement artwork ressource centre
http://www.bloodforoil.org/

(6) "A shitty little country". Prejudice & Abuse in Paris & London. By Tom Gross, Mideast Media Analysis, January 10, 2002
http://www.tomgrossmedia.com/ShittyLittleCountry.html

Die Rolle des Islams im Sechstagekrieg. 12. August 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-08-12_23-03-45.html

(7) Vietnam. Motor der Weltwirtschaft. Asien-Pazifik-L├Ąnder behaupten sich. Von Oliver Schulz, China Contact
http://www.china-contact.cc/index.php/chc/chc_akt/6430

(8) Britain 1939-1945: The economic cost of strategic bombing. By John T. Fahey. University of Sydney. History. Sydney eScholarship Repository
http://hdl.handle.net/2123/664

(9) Britain 1939-1945: The economic cost of strategic bombing. By John T. Fahey. University of Sydney. History. Sydney eScholarship Repository
http://ses.library.usyd.edu.au/bitstream/2123/664/1/adt-NU20 050104.11440201front.pdf

(10) Das Komplott der Koscher Nostra. Von Josef Joffe, Die Zeit Nr. 37,
6. September 2007
http://www.zeit.de/2007/37/Juedische-Lobby?page=all

David Gergen´s Web Site
http://www.davidgergen.com/

(11) The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy (Hardcover). By John J. Mearsheimer and Stephen M. Walt. Amazon
http://tinyurl.com/35ang5

Israel Flag. Enchanted Learning
http://www.enchantedlearning.com/asia/israel/flag/Flagbig.GI F

USA. Flag
http://ec.europa.eu/education/img/flags/usa.gif

Die Nationalhymne der USA - The Star-Spangled Banner. englisch-hilfen.de
http://www.englisch-hilfen.de/texte/anthem_usa.htm

(12) Farrar, Straus and Giroux. Holtzbrinck Publishers
http://www.holtzbrinckus.com/trade/trade_farrar.asp

(13) Roger W. Straus Nachruf. Von Michael Naumann, DIE ZEIT Nr. 24/2004
http://www.zeit.de/2004/24/Roger_W_Straus_Nachruf

(14) Die Protokolle der Weisen vom Campus. Lizas Welt, 10. September 2007
http://lizaswelt.blogspot.com/2007/09/die-protokolle-der-wei sen-vom-campus.html

(15) Rationalizing Israel Out of Existence. By Richard Cohen, Washington Post, September 11, 2007
http://tinyurl.com/2ss24u

Israel can stand to be criticized, but it´s not always wrong. By Richard Cohen, Daily Herald, September 12, 2007
http://www.dailyherald.com/column/?id=35833

(16) Kr├Ąfte mit Tradition. Lizas Welt, 11. September 2007
http://lizaswelt.blogspot.com/2007/09/krfte-mit-tradition.ht ml

Johann von Leers: Kr├Ąfte hinter Roosevelt. Berlin-Steglitz, 3. Auflage 1942.
Dan Wyman Books
http://www.danwymanbooks.com/roosevelt.jpg

(17) Vom Verlag f├╝r kritische Sozialwissenschaft zum erfolgreichen Sachbuchverlag f├╝r Wirtschaft und Gesellschaft. Wir ├╝ber uns. Campus
http://www.campus.de/goto/wir#20

(18) Quand une ├ętoile en cache 13 autres, de m├¬me nature
http://www.bibleetnombres.online.fr/nombr13.htm

(19) Monterrey County Sheriff´s Office. Arizona
http://www.co.monterey.ca.us/oes/Terror_Awareness_4_Civ.htm

Clare County Sheriff Department Michigan
http://www.clareco.net/Sheriff/home.htm

Marshal Badge. Regalos y Regalitos. high-quality reproductions of Old West badges
http://tinyurl.com/yrkvql

(20) Buchsendung der Weisen vom Campus. Von Henryk M. Broder. Die J├╝dische,
21. September 2007
http://tinyurl.com/2zprvn

(21) Von den Moslems lernen. Von Henryk M. Broder, Achse des Guten,
27. September 2007
http://tinyurl.com/28w9lp

(22) The Belfer Declaration, New York Sun Editorial, March 23, 2006
http://www.nysun.com/article/29648

(23) Forschungsergebnisse der Schw├Ącheren. Hilflosigkeit verstehen. 5. Juli 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-07-05_22-42-28.html

(24) An Incurable Disease. By Jackie Mason & Raoul Felder. The American Spectator, September 25, 2007
http://www.spectator.org/dsp_article.asp?art_id=12066

(25) Moishe Hundesohn. Unschuld der Mode. Von Daniel Haw, israel-art.com,
20. September 2007
http://www.israeli-art.com/satire/palituch.htm



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