
Rabbiner Zalman Gurevitch: Ein Stich, eine Wunde, kein Zweifel
Trotzdem bleibt eine Frage offen: Wer, bitte, ist Gisela Friedrichsen? Gerhard Mauz dreht sich im Grabe um! (14)
Den treffenden Kommentar zum Urteil und Links zum Thema findet man bei Calamitas: GefĂŒhlter Antisemitismus und törichte Rangeleien. (15)
Die Tat
Das Attentat auf den Rabbiner Zalman Gurevitch ist insofern aufgeklĂ€rt, als der TĂ€ter gefaĂt wurde. Der TĂ€ter soll geschrien haben: "ScheiĂjude, ich bring dich jetzt um," weiĂ BILD, und weiter: Nach einer verbalen Auseinandersetzung, so der TĂ€ter, habe er das Messer gezĂŒckt und zugestochen â weil er sich dem beleibten 42-JĂ€hrigen unterlegen gefĂŒhlt habe. (1)
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Freitag bestreitet er aber sowohl eine Tötungsabsicht als auch einen antisemitischen Hintergrund. Angeblich habe er sich von dem Rabbiner nach einer verbalen Auseinandersetzung körperlich bedroht gefĂŒhlt, zitiert die Basler Zeitung einen AP-Bericht, in dem mitgeteilt wird, die Justiz gehe von einer Zufallstat aus. (2)
Wird ein Mordversuch, dessen Merkmale HeimtĂŒcke und Grausamkeit gegenĂŒber einer arglosen Person sind, von der deutschen Justiz von vornherein ausgeschlossen? (3)
Die deutschen Medien befassen sich ausgiebig mit diesem Fall. Alle sind entsetzt ĂŒber die Tat, mitten im Frankfurter Westend, rĂ€tseln ĂŒber die ZusammenhĂ€nge, sind aber einigermaĂen beruhigt, als sie erfahren, daĂ es sich doch wohl um eine zufĂ€llige Begegnung zwischen dem bislang politisch nicht auffĂ€llig gewordenen TĂ€ter und dem Rabbiner handelt. Anita Strecker, von der Frankfurter Rundschau (FR), betitelt ihren Beitrag gar Langsam kommt die Erleichterung, darĂŒber nĂ€mlich, daĂ der TĂ€ter gefaĂt ist; sie kommt dann aber im Text erst ganz zum SchluĂ in einem kurzen Satz darauf zurĂŒck; denn es handelt sich vor allem um ihre eigene Erleichterung und nicht um die der Frankfurter Juden: Aber mit der Ruhe ist es ohnehin vorbei ... Ein Ă€lteres Gemeindemitglied hoffe, daĂ es sich um eine Einzeltat im Affekt handle, und Anita Strecker wartet auf mit der Version des TĂ€ters, der Rabbiner habe ihn nach einem freundlichen Salam aleikum gepackt.
Ausgewogenheit muĂ schlieĂlich sein, ob´s stĂŒrmt oder schneit! Das versöhnliche Finale klingt dann so: (4)
Entsprechend groĂ ist die Erleichterung unter den Gottesdienstbesuchern, dass der TĂ€ter gefasst - und auch gestĂ€ndig ist. Dass der junge Mann Deutscher ist, die Eltern aus Afghanistan kommen, spielt fĂŒr Susanne FĂ€rber an diesem Morgen keine Rolle: Antisemitismus ist fĂŒr sie auch nicht nur "latent" zu spĂŒren: "Es gibt rechtsextremen, islamischen - und klingt sogar bei manchem deutschen Intellektuellen durch." Dennoch hat die Frankfurterin klare Erwartungen, was nach der Tat folgen sollte: "Man muss sich intensiver mit arabischen Jugendlichen auseinander setzen. Die Hassprediger dĂŒrfen keinen Stand mehr haben."
Da bleibt nur noch die Frage offen: Wer, bitte, ist Susanne FĂ€rber?
Die Messerattacke jedenfalls scheint ein weiterer der zahlreichen EinzelfĂ€lle, teilweise Entwarnung kann eingelĂ€utet und der TĂ€ter zur Untersuchung in die Psychiatrie eingewiesen werden. So kennt man es in Frankreich, da geht´s fĂŒr einige Tage ab nach Villejuif, in die Anstalt. (5)
Die noch nicht 30-jĂ€hrige Journalistin Katharina Iskandar, von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, ihr Name weist auf muslimische Herkunft, sieht die Messerattacke differenzierter und kommt der Sache sehr viel nĂ€her, in dem sie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft zitiert: Nach den Worten von Sprecherin Doris Möller-Scheu hat der TĂ€ter den Rabbiner aufgrund seiner Kleidung als Juden erkannt und offenbar als "Feind" angesehen. Ein latenter Hass auf Juden mĂŒsse bei dem TĂ€ter folglich vorhanden gewesen sein, Beweise dafĂŒr gebe es aber bisher nicht. (6)
Der afghanisch-stÀmmige Deutsche hat seinem Weltbild gemÀà recht, und das meine ich nicht zynisch.
Er wird eines korpulenten Mannes ansichtig, der durch seine Kleidung als Rabbiner zu erkennen ist, und der selbstbewuĂt von der Synagoge nach Hause schreitet, von dem er sich zur Tatzeit keine 20 Meter entfernt befindet. Er entbietet ihm den muslimischen GruĂ Salam alaikum, oder spricht ihn sonstwie in arabisch klingenden Worten an, und der Jude, dem er eigentlich ĂŒberhaupt keinen GruĂ zu entbieten brĂ€uchte, erdreistet sich, gerade heraus zu antworten, ohne seine Stimme gebĂŒhrend zu senken. Das hat ein Dhimmi gegenĂŒber einem Muslim nicht zu tun. Seit 1400 Jahren steht fest, wie Dhimmis sich gegenĂŒber Muslimen zu verhalten haben. Hat es der Rabbiner nicht gelernt?
Die Tat ist tatsĂ€chlich nicht antisemitisch im europĂ€ischen Sinn des Begriffs; denn der TĂ€ter hat nichts gegen Juden, wenn sie sich demĂŒtig verhalten. Es ist nicht (!) wie bei den Nazis, die unter allen UmstĂ€nden etwas gegen Juden hatten und haben. Der Muslim bestraft den Juden fĂŒr sein unverschĂ€mtes provozierendes Verhalten. Er muĂ zu keiner Terrorgruppe gehören, er kann das allein regeln, der Koran gibt ihm dazu die Anleitung. Jeder Muslim, ob Mann oder Frau oder Sklave, darf zu jeder Zeit und ohne seinen Imam oder Herrn und Meister zu fragen, im Kampf fĂŒr den Islam und zur Durchsetzung seiner Macht tĂ€tig werden. (7)
Den ersten Satz des Artikels 12 der Charta der Hamas kann ich inzwischen auswendig:
Nationalism, from the point of view of the Islamic Resistance Movement, is part of the religious creed. Nothing in nationalism is more significant or deeper than in the case when an enemy should tread Moslem land. Resisting and quelling the enemy become the individual duty of every Moslem, male or female. A woman can go out to fight the enemy without her husband´s permission, and so does the slave: without his master´s permission.
Muslimisches Land ist Deutschland fĂŒr weite Teile der muslimischen Gemeinde schon seit langem: Der vom FĂŒhrer der Muslimbruderschaft Mahdi Akef als FĂŒhrer der deutschen Zweigstelle der Muslimbruderschaft bezeichnete Ibrahim El Zayat erklĂ€rt im Jugendmagazin der Muslimischen Jugend Nr. 1/9,1996:
Dieses Land ist unser Land, und es ist unsere Pflicht, es positiv zu verĂ€ndern. Mit der Hilfe Allahs werden wir es zu einem Paradies auf der Erde machen, um es der islamischen Ummah und der Menschheit insgesamt zur VerfĂŒgung zu stellen.
Ibrahim El-Zayat, 1996 ist er GeneralsekretÀr des Dachverbandes "Islamisches Konzil" und Bundesvorsitzender der Muslimischen Studentenvereinigung in Deutschland e.V., sagt und meint damit: (8)
- unser Land = Land des Islam, dar ul-islam,
- positiv verĂ€ndern = mehr und mehr die Gesetze der Scharia einfĂŒhren,
- Hilfe Allahs = Islamisierung,
- Paradies auf Erden = islamisches Land,
- es der islamischen Ummah und der Menschheit insgesamt zur VerfĂŒgung zu stellen = es den anderen islamischen LĂ€ndern als islamisches Land anzugliedern und damit die Islamisierung weiterzutreiben.
Der afghanisch-stĂ€mmige Muslim handelt in diesem Sinn. So ist seine Tat zu verstehen. It´s Islam, stupid! (9)
15. September 2007
Update
Der gestĂ€ndige Messerstecher wĂŒtet nicht nur gegen Juden, sondern auch gegen andere UnglĂ€ubige, die seinen Weg kreuzen. Es kann also, was etwaigen Antisemitismus angeht, von den deutschen Medien Entwarnung gegeben werden: nicht nur Affen, sondern auch Schweine (Sure 5:60) werden bedroht und angegriffen. Der 22-jĂ€hrige Mann kommt im Januar in Deutschland vor einen Jugendrichter (!) und erhĂ€lt von diesem fĂŒr gefĂ€hrliche Körperverletzung, Bedrohung und SachbeschĂ€digung ... zwei Wochen Jugendarrest: zwei Wochen!
Im Mai habe das Gericht zudem einen Strafbefehl ĂŒber 600 Euro wegen Körperverletzung und Bedrohung erlassen, weiĂ die FAZ in einem namentlich nicht gezeichneten Artikel, in dem noch einmal wiederholt wird, daĂ der TĂ€ter jegliches antisemitische Motiv wie auch die Tötungsabsicht bestreite. (10)
Man kann es schlieĂlich nicht oft genug wegreden, nicht wahr? Daran beteiligt sich auch AP, in deren Meldung der gestĂ€ndige afghanisch-stĂ€mmige Deutsche am 19. September auĂerdem zum mutmaĂlichen Rabbiner-Angreifer regrediert: Er gab die Tat zu, sagte aber aus, der Rabbiner habe ihn bedroht und er selbst habe sich nur gewehrt. Wenn AP noch etwas Zeit verstreichen lĂ€Ăt und weiterhin verstĂ€ndnisinnig die AusflĂŒchte des Messerstechers zitiert, dann hat der Mann bald gar nichts mehr damit zu tun, was im Sinne aller gutmeinenden Deutschen und ihrer Medien sein dĂŒrfte. (11)
Die schweigen sich seit dem 14. September aus, wenn man von der Frage der Woche in der FAZ, vom 18. September, ĂŒber verschĂ€rften Schutz von Juden der vermutlich antisemitisch motivierten Messerattacke eines Deutsch-Afghanen auf den orthodoxen Rabbiner Zalman Gurevitch wegen absieht. Keinen Grund zur Panik sieht der VizeprĂ€sident des Zentralrats der Juden Dieter Graumann. In der liberalen Stadt Frankfurt fĂŒhle er sich nicht bedroht. Vor allen Dingen dĂŒrften sich die Frankfurter Juden nicht einschĂŒchtern lassen. (12)
Dann ist´s ja gut, der Jude sagt es selbst.
In den Google-AktualitĂ€ten vom 19. September ist zum Suchwort Gurevitch nur noch eine Pressemitteilung der Wiener Live-PR.com des EDV-Dienstleisters Hossam Abdel-Kader mit der AP-Meldung zu finden; sie aufzurufen ist allerdings schwierig. Weitere Nachrichten der ProvinzblĂ€tter WELT, GelnhĂ€user Tageblatt und des Regionalsenders HR Online erwĂ€hnen nicht einmal mehr den Namen des Opfers und betonen, daĂ der TĂ€ter nicht nur Juden bedroht, sondern auch andere, was HR Online zu der EinschĂ€tzung veranlaĂt: Noch immer ist fraglich, ob das Attentat auf den Frankfurter Rabbiner einen antisemitischen Hintergrund hatte. (13)
Damit ist das Thema erledigt.
19. September 2007
Update 2
Zalman Gurevitch ist wieder im Krankenhaus. Der muslimische TÀter hat 3 (in Worten drei) renommierte AnwÀlte.
1. Oktober 2007
Quellen
(1) Brutale Messer-Attacke auf Rabbi: Polizei schnappt den TĂ€ter. Bild.de,
14. September 2007
http://tinyurl.com/38mjph
(2) Messerattacke auf Rabbiner weitgehend aufgeklÀrt. AP/baz, Basler Zeitung, 14. September 2007
http://tinyurl.com/6zfmyq
(3) Reicht 1 einziges Mordmerkmal aus? JuraForum, 22. Dezember 2003
http://www.juraforum.de/forum/archive/t-919/reicht-1-einzige s-mordmerkmal-aus
(4) Langsam kommt die Erleichterung. Von Anita Strecker, FR-online.de,
14./15. September 2007
http://tinyurl.com/2bptl6
(5) Botschaften im Internet verrieten den TĂ€ter. dpa/AP/cn, WeltOnline,
14. September 2007
http://tinyurl.com/3exj4m
(6) Hinweise auf antisemitisches Motiv. Von Katharina Iskandar, FAZ.net,
11. September 2007
http://tinyurl.com/2j7oll
Katharina Iskandar (isk.). FAZ - Die Redaktion stellt sich vor
http://tinyurl.com/394l8h
(7) The Covenant of the Islamic Resistance Movement, August 18, 1988.
The Avalon Project at Yale Law School
http://www.yale.edu/lawweb/avalon/mideast/hamas.htm
(8) Wen Sabine Christiansen in ihre Talkshow einlÀdt ... 20. Februar 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-02-20_17-43-15.html
(9) Das Problem ist der Islam. Von Michael Fleischhacker. DiePresse.com,
15. September 2007 (mit interessanten Kommentaren)
http://tinyurl.com/33mxke
(10) Angriff auf Rabbiner. GestÀndiger TÀter als GewalttÀter bekannt, FAZ.net,
19. September 2007
http://tinyurl.com/23sy4o
(11) MutmaĂlicher Rabbiner-Angreifer wegen Gewalttaten vorbestraft. AP,
Yahoo News, 19. September 2007
http://tinyurl.com/23eek9
(12) Frage der Woche. Sollen jĂŒdische Einrichtungen stĂ€rker geschĂŒtzt werden? FAZ.net, 17. September 2007
http://tinyurl.com/2ky3dn
(13) MutmaĂlicher Rabbiner-Angreifer wegen Gewalttaten vorbestraft. AP,
Live-PR.com Public Relations & News, 19. September 2007
http://www.live-pr.com/mutma-licher-rabbiner-angreifer-wegen -r1048152240.htm
Live-PR.com Impressum
http://www.live-pr.com/impressum.htm
Angriff auf Rabbi. AttentĂ€ter schon frĂŒher gewalttĂ€tig. (stre), hr-online.de,
19. September 2007
http://tinyurl.com/2gjv6k
(14) Gisela Friedrichsen. Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Gisela_Friedrichsen
Richter Spiegel. Madonnenhafte allwissende Gisela Friedrichsen. Von Vier Strafverteidiger, 19. August 2006
http://www.jurablogs.com/de/madonnenhafte-allwissende-gisela -friedrichsen
Mit Gisela Friedrichsen vor Gericht. Von George Duck. Paparazzi, 1. August 2001
http://www.hoeflichepaparazzi.de/forum/showthread.php?t=1071 6
(15) GefĂŒhlter Antisemitismus und törichte Rangeleien. Von Calamitas, Die Flache Erde, 21. Mai 2008
http://tinyurl.com/3pr2o7
Einen Überblick über alle Artikel finden Sie im Archiv
|