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Mohammed al-Dura. LĂĽgen haben kurze Beine. Dokumentation

Update eines sieben Jahre alten Skandals. Seine Geschichte ist auf deutsch zu lesen in meinen Artikeln Der Fernsehkanal France 2 als aktiver Kämpfer der Al-Aqsa Intifada, vom 10./16. Februar 2005, und Justiz und Medien Frankreichs im Dienst der Politik des Jacques Chirac, vom 2. November 2006. (1)

Ist es nicht schäbig vom Fernsehsender France 2 und Charles Enderlin, seinem Auslandskorrespondenten in Israel, der für das Filmmaterial verantwortlichen Person, das Material von beidem, der Nachricht und ihrer Geschichte, in einem Safe verschlossen zu halten und damit zu verhindern, daß das Beweismaterial ans Tageslicht kommt? (2)

Im Oktober 2006 entschied ein französisches Gericht zugunsten von France 2 und Enderlin und gegen Karsenty.

Das Gericht erkannte an, daß Karsenty bemerkenswerte Beweise geliefert hätte, die darauf hinwiesen, daß die Szene (der Erschießung des Mohammed al-Dura) gestellt war. Trotzdem erklärten sie und entschieden damit zugunsten der Kläger (Charles Enderlin und France 2), daß Karsentys Anschuldigungen der Glaubhaftigkeit mangelten, weil er, wie sie fälschlich behaupteten, seine Anschuldigungen (auf seiner Site Media-Ratings) allein auf eine Quelle gestützt hätte. (3)

Diese Behauptung stellt das Gericht auf, obgleich ihm anderes bekannt ist. Seit einigen Jahren wird der Fall ausführlich in den Medien, allen voran von der in Metula/Israel ansässigen Metula News Agency (Mena) behandelt. Einige Links in französisch zu Artikeln der Mena sind zuletzt auf deren Site, am 17. September 2007, einzusehen. Dort liest man auch, daß sich die französischen MSM mit Ausnahme des Figaro nicht für den Fall interessieren. Das verwundert nicht, da Sylvain Cypel, der Chefredakteur von Le Monde, ein persönlicher und politischer Freund des Charles Enderlin ist, ebenso wie Dominique Vidal, vom Monde diplomatique, dem Diplo, sie sind antizionistische Linksradikale, die seit Jahrzehnten Israel und seine Politiker, von Begin bis Barak, von Shamir bis Sharon, mit Dreck bewerfen. (4)

Bereits am 18. März 2002 wird in der ARD der Dokumentarfilm von Esther Schapira ausgestrahlt: "Wer erschoß Mohammed al-Dura?" Esther Schapira wundert sich, daß France 2 nicht zur Herausgabe von Filmmaterial über den Tod von Mohammed al-Dura bereit ist. Heute verwundert es nicht mehr; denn es gibt solches Material nicht. (5)

Gérard Huber schreibt darüber ein Buch, präzise wie eine wissenschaftliche Abhandlung, "Contre-expertise d´une mise en scène", es erscheint im März 2003. Ich habe es sorgfältig gelesen. Die von Gérard Huber erbrachten Belege für die Inszenierung und die Lügen des Charles Enderlin sind erdrückend. Zu der Zeit ist noch nicht klar, ob der Junge von den Palästinensern absichtlich oder aus Versehen erschossen worden ist, oder ob er gar nicht erschossen wurde. Erst später gibt es Fimmaterial, das den Jungen zeigt, wie er nach mehrmaligen Rufen: "Das Kind ist tot!" unter seinem rechten Arm hervorblinzelt. Es ist auch nirgends Blut zu sehen, obgleich nicht nur der Junge tot, sondern auch sein Vater Jamal al-Dura angeblich schwer verletzt worden ist. (6)

Im Oktober 2004 sichten die Journalisten Denis Jeambar, Daniel Leconte und Luc Rosenzweig das Filmmaterial, das die Szene an der Netzarim-Kreuzung dokumentiert. Daraus geht hervor, daß der Junge nicht von den IDF erschossen worden sein kann. Stattdessen sehen sie inszenierte Auftritte von scheinbar mit den IDF in Kämpfe verwickelten Palästinensern. (7)

Nun ist allmählich Schluß mit den Lügen dieser Propagandisten. Zwar wird Philippe Karsenty in erster Instanz, am 19. Oktober 2006, verurteilt, ohne daß die Anwältin von Charles Enderlin und France 2 einen einzigen Zeugen des Beklagten vernimmt noch Zeugen der Anklage präsentiert, wohl aber dem Gericht Referenzschreiben des Staatspräsidenten Jacques Chirac und des Bürgermeisters von Paris Bertrand Delanoë über die ausgezeichneten journalistischen Leistungen des Charles Enderlin übergibt, aber eine solche Gerichtsbarkeit kann selbst in Frankreich nicht ewig währen, die Zeiten des Jacques Chirac sind vorbei. Das von Philippe Karsenty angestrengte Berufungsverfahren entwickelt sich jetzt im Rahmen der Rechtsstaatlichkeit; es beginnt am 19. September 2007.

Die IDF tragen dazu bei, in dem sie in einem Brief, vom 10. September 2007, an den Auslandskorrespondenten Charles Enderlin die Einsicht in das Filmmaterial fordern. Der Brief liegt in hebräisch und französisch sowie in einer inoffiziellen Übersetzung ins Englische vor. (8)

Laurence Trébucq, vorsitzende Richterin am Appellationsgericht, forderte, dass France 2 die 27 Minuten unbearbeiteten Filmmaterials herausgibt, die am Nachmittag des 30. September 2000 von Talal Abu Rahmeh erstellt wurden. France 2 - Rechtsanwältin Bénédicte Amblard versuchte, die Richterin davon zu überzeugen, dass der Antrag weder angemessen, relevant, notwendig oder sogar angeraten war.

Aber die Richterin will die Streifen mit eigenen Augen begutachten. Dies ist das erste Mal, dass der französische Gerichtshof eine Nachfrage dieser Art anstellte, wie es in den USA üblich ist. Der Gerichtshof wird nun in der Lage sein, festzustellen, ob das Band mit den tödlichen Schüssen auf Al Dura gefälscht war, wie viele behauptet haben. (9)

Text of September 10, 2007 Letter From the IDF to France 2 Requesting the Release of the Raw Footage (10)

From:
Israel Defense Forces & [insignia]
Head of Media Communications Division Dover Tsahal
N° 37 Kaplan St. Tel Aviv IDF Spokesperson
Tel: 972 3 5690798, 0922
FAX: 972 3 5698222
3226 Shir 10 September 2007

To:
Charles Enderlin, France 2
Ulpanei Habira
Rue Jaffa 2O4, Jerusalem

Subject : Handover of footage from September 30 & October 1, 2000

1. Subsequent to the request of my predecessor Lieutenant Colonel Yarden Vatikai, I am once more requesting you to hand over footage shot by Talal About Rahma on September 30, 2000, of an approximate duration of 27 minutes (as attested by the three journalists—Jeambar, Leconte, and Rosenzweig— authorized by your services to view the footage in October 2004) as well as footage shot by the same cameraman on October 1, 2000.

2. In order to comply with a request to comment on the judgment pronounced on this issue on October 19, 2006 and scheduled for an appellate hearing in a French court on September 19 2007, I will need the said material without delay.

3. Saturday September 30, 2000, a France 2 news report broadcast worldwide reported the purported death of the boy, Mohamed al Dura, at Netzarim Junction in the Gaza Strip, filmed by Talal Abu Rahma a local cameraman employed by France 2. The France 2 news report attributed the death of Mohamed al Dura to Israeli soldiers posted at Netzarim Junction and alleged that they had taken the father and son as "targets."

4. An investigation conducted shortly afterward by General Yom-Tov Samia, Chief of the Southern Command, found that a certain number of facts did not correspond with the France 2 report. In my conversation with Reserve General Samia he explained that analysis of all the data in the field—the location of the Tsahal [IDF] position, the shooting angles, the location of the father and his son sheltered behind a barrel, the cadence of the shots, the angles of penetration of the bullets in the wall standing behind the father and son, and the time frame of the incident made it highly improbable that the shots that supposedly hit the father and son could have been fired by Tsahal soldiers from their post.

5. I am aware that divergent points of view were presented before the French court that judged the affair Enderlin, France 2 versus Karsenty (file 0433823049). In his verdict, Judge Joël Boyer reiterated the argument that the State of Israel had never adopted the allegations of a staged scene, had never denied that Mohamed Al Dura was killed by IDF soldiers, and had never made an effort to refute allegations on this subject in the France 2 report. This verdict also led one to believe that the State of Israel had never attempted to obtain the footage used to produce this news report.

6. I want to emphasize that these allegations are totally inconsistent with the repeated attempts by the IDF to obtain the footage, and equally inconsistent with the conclusions of the Tsahal Investigating Commission, which was widely cited in the French and international media. General Samia also made clear to me that all attempts to obtain the footage in order to complete the investigation had been unsuccessful. Furthermore, Reserve General Samia had asked his Palestinian colleagues (primarily General Majdaye, Commandant of the Palestinian police and Brigadier General Omar Ashur, chief of the unity of liaison with Israel) to send Palestinian representatives to join the investigating commission. These requests, as well as requests for handover of photographs of the child´s body and forensic pathology reports were rejected by the Palestinian police chiefs.

7. Given that we are fully aware of attempts to stage scenes for the media and given that such doubts have arisen with respect to the said news report we request handover of the said footage in order to discover the truth and bring an end to this affair.

8. In order to conclude this affair I kindly request that you hand over to me no later than September 15, 2007, a complete unedited broadcast-quality copy of the 27 minutes of raw footage filmed by Talal Abu Rahma on September 30, 2000, as well as the raw footage he filmed on October 1, 2000.

9. Would you be so kind as to acknowledge reception of this letter so that we can coordinate with you for the transfer, as soon as possible, of a copy of all of the said raw footage, so that we can reply to questions raised by the judgment before the appellate hearing scheduled for September 19, 2007.

I beg you to accept the expression of my distinguished salutations,

Obgleich zehn Tage Zeit sind von der Aufforderung durch die IDF, ist Bénédicte Amblard, die Anwältin von Charles Enderlin und France 2, am Prozeßtag nicht in der Lage, ihre Klienten zu erreichen, um die Verfügbarkeit des Filmmaterials zu bestätigen. Die Sitzung wird geschlossen und ihre Fortsetzung auf den 14. November 2007 festgesetzt.

Bis dahin könnte das Material vielleicht noch abhanden kommen ...

20. September 2007

Quellen

(1) Der Fernsehkanal France 2 als aktiver Kämpfer der Al-Aqsa Intifada.
10./16. Februar 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-02-10_01-52-36.html

Justiz und Medien Frankreichs im Dienst der Politik des Jacques Chirac.
2. November 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-11-02_02-21-36.html

(2) L´affaire al-Dura. By Marty Peretz. The Spine. TNR,
September 16, 2007
http://www.tnr.com/blog/spine?pid=143668

(3) IDF demands uncut al-Dura tape. By Caroline Glick. Jerusalem Post,
September 17, 2007
http://tinyurl.com/2p72tt

(4) A-Dura : Tsahal demande – une fois de plus – copie des rushes à France 2.
Par Stéphane Juffa, Metula News Agency, 17 septembre 2007
http://www.menapress.com/article.php?sid=1851

(5) "Wer erschoß Mohammed al-Dura?" HaGalil Online, 17. März 2002
http://www.nahost-politik.de/palaestina/al-dura.htm

(6) "Contre-expertise d´une mise en scène", par Gérard Huber, Editions Raphaël, mars 2003. Belsef
http://moise.sefarad.org/livre.php/id/56/

(7) New Dura video questions raised, Media Backspin, February 21, 2005
http://backspin.typepad.com/backspin/2005/02/new_dura_video_ .html

(8) IDF-Brief an France 2 TV, honestreporting.com Medien Back Spin,
September 18, 2007
http://tinyurl.com/2xwdon

Israel Defense Forces. Communication de prises de vue du 30 septembre et du
1er octobre 2000, fax 10 septembre 2007
http://www.m-r.fr/page1.htm

(9) Dura-Verhandlung wurde gerade richtig interessant. honestreporting.com Medien Back Spin, September 19, 2007
http://tinyurl.com/2uh3se

Dam Bursts at Al-Dura Trial. By Nidra Poller, PajamasMedia, September 20, 2007
http://pajamasmedia.com/2007/09/dam_bursts_at_al_dura_trial. php

(10) Text of September 10, 2007 Letter From the IDF to France 2 Requesting the Release of the Raw Footage. Unofficial translation of authorized French version. Nidra Poller for PajamasMedia, September 19, 2007
http://tinyurl.com/yvv4yq



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