Homepage von Gudrun Eussner
Gudrun Eussner
Links
Homepage von Gudrun Eussner
Artikel

George Habash - Tod eines Blumenverk├Ąufers. Update zum Jahrestag

Als ob ein Blumenverk├Ąufer gestorben w├Ąre, meint Blogger FreeSpeech, der die Site Nebeldeutsch betreibt; er n├Ąhert sich, gewisserma├čen als Nachfolger des Karl Kraus, ├╝ber die Sprache den L├╝gen des Islams und seiner Lobby in Politik und Medien des Westens. Es ist in der Tat so, da├č bereits durch die Analyse der Sprache eines Textes manches entlarvt werden kann. (1)

Die Berichterstattung der NZZ zum Tod des Blumenverk├Ąufers

Wie bereits im Artikel George Habash: Deutscher Nachruf und N├ęcrologie ├á la fran├žaise erw├Ąhnt, macht ihn die Neue Z├╝rcher Zeitung (NZZ) in einem AP-Bericht zum politisch Verfolgten Israels: Wegen seiner radikalen Haltung wurde Habasch zur Zielscheibe f├╝r den israelischen Geheimdienst. ├ťber die Auswirkungen auf die Schweiz, das von George Habash mit Terror heimgesuchte Land, berichtet die NZZ so: Die PFLP machte 1970 mit drei spektakul├Ąren Flugzeugentf├╝hrungen auf sich aufmerksam. Dabei entf├╝hrte sie drei Flugzeuge der Fluglinien Swissair, BOAC und TWA in die jordanische W├╝ste. Dort zwangen die Entf├╝hrer die Flugg├Ąste zum Verlassen der Maschinen und sprengten diese in die Luft. (2)

Noch schlichter tut der Tages-Anzeiger den Tod des George Habash ab, wobei der Hinweis auf Verfolgung durch Israel auf Grund seiner radikalen Haltung in den wenigen Zeilen nicht fehlen darf: George Habash ist seiner Gesinnung wegen Zielscheibe f├╝r den israelischen Geheimdienst. (3)

Habash hat einen Swissair-Flieger heruntergeholt, und das wurde im Tagesanzeiger in Z├╝rich berichtet, wie wenn er mal in Z├╝rich auf der Bahnhofstrasse S├╝ssigkeiten verteilt h├Ątte, meint FreeSpeech dazu. So berichtet es auch die NZZ.

Durch einfaches Recherchieren ist herauszufinden, da├č George Habash seine Terroristen beauftragt, am 6. September 1970 nicht drei, sondern vier Flugzeuge simultan zu entf├╝hren. Innerhalb von zwei Stunden werden drei Flugzeuge entf├╝hrt. Die vierte Maschine, der El Al, die von Amsterdam nach New York fliegen soll, wird durch Leila Khaled und Patrick Arguello entf├╝hrt. Die Entf├╝hrung mi├člingt, da zwei weitere Terroristen es nicht schaffen, ins Flugzeug zu kommen. Das Flugzeug landet in London Heathrow, Patrick Arguello wird von einem israelischen Sicherheitsbeamten erschossen und Leila Khaled in London inhaftiert.

Das findet die NZZ nicht erw├Ąhnenswert, vielleicht weil es sich um ein israelisches Flugzeug handelt, und weil die Israelis der Entf├╝hrung Herr werden? Die Flugzeuge landen nicht alle in der jordanischen W├╝ste, auf dem Dawson┬┤s Field, dem sp├Ąteren Revolution Airstrip, der PanAm Jet wird gezwungen nach Beirut zu fliegen, am n├Ąchsten Tag geht´s weiter nach Kairo, wo er unmittelbar nach der Evakuierung seiner 176 Passagiere in die Luft gesprengt wird. Der Monat ist weltweit bekannt als Black September, aber schon die Erw├Ąhnung h├Ątte gereicht, den Begriff "radikale Haltung" in Bezug auf George Habash obsolet werden zu lassen. (4)

Die Rolle der Leila Khaled, des f├╝hrenden Mitglieds der PFLP, bei den Flugzeugentf├╝hrungen h├Ąlt die NZZ nicht f├╝r erw├Ąhnenswert, wohl aber, da├č diese inzwischen 64-j├Ąhrige Terroristin telefonisch aus dem Krankenhaus den Tod ihres F├╝hrers mitteilt. Ein Hinweis w├Ąre vielleicht angebracht gewesen, da├č sie vom 1.-Mai-Komitee im Jahr 2001 nach Z├╝rich eingeladen wird.

Das f├╝hrende Mitglied der PFLP Leila Khaled beim Z├╝rcher 1.-Mai-Komitee

Das 1.-Mai-Komitee hat mit der Einladung von Leila Khaled in ein Wespennest gestochen. In der Polemik, die sich um die zur "Luftpiratin" abgestempelten 1.-Mai-Rednerin entwickelt hat, kommt die heute in Amman lebende, 57-j├Ąhrige pal├Ąstinensische Mutter nicht zu Wort. Wer ist Leila Khaled? ...

Leila Khaled, Streitbar, sympathisch und mit Charisma, beehrt das Land ihrer Opfer am 30. April 2001, das Z├╝rcher 1.-Mai-Komitee ist emp├Ârt ├╝ber Kritik, die dagegen laut wird. Sie ist f├╝r das Komitee auch keine Luftpiratin, sondern eingeladen ist sie als pal├Ąstinensische Mutter. (5)

Diskussion: Nationale oder soziale Befreiung? Die pal├Ąstinensische Linke, der Islamismus, Oslo und die Fl├╝chtlingsfrage. Ein Seminar mit Leila Khaled (mit Simultan├╝bersetzung englisch-deutsch), 12 bis 15 Uhr, Zeughaus 5.

Die Terroristin ist auf der Welt anscheinend die einzige, die dem 1.-Mai-Komitee Z├╝rich, dem kommunistischen Nischenbiotop, genehme Ansichten vorzubringen hat, wozu die Kosten f├╝r den Simultandolmetscher nicht gescheut werden. Der 1. Mai ist Kampftag f├╝r die einseitige Parteinahme im Nahostkonflikt. Ein Blick auf die Mitgliederliste des Komitees ist aufschlu├čreich: Kreisparteien der Sozialdemokratischen Partei, Jusos, Junge Gr├╝ne Z├╝rich, Partei der Arbeit, prominentes Mitglied Erica Deuber-Pauli, Ehefrau des erkl├Ąrten Israelfeindes Jean Ziegler und Freundin des Tariq Ramadan, ein baskisches Euskadi Komitee. Die Statuten des Komitees gibt´s auf t├╝rkisch und auf deutsch (6)

Am Nachmittag des 29. Januar 2008 ist das Pamphlet des 1.-Mai-Komitees mit den Programmeinzelheiten noch direkt aufzurufen, am Abend findet man es nur noch im cach├ę. Es werden zu viele beim Recherchieren gelesen haben, welche Sympathien in Z├╝rich f├╝r Terroristen herrschen, so da├č jemand beschlie├čt, die Site zu putzen. Die NZZ dokumentiert ihre Haltung vor allem durch das, was sie wegl├Ą├čt beim Bericht ├╝ber den Tod von Geroge Habash: Tod eines alten kranken Blumenverk├Ąufers.

Robert-Roger Martin ├Ąu├čert zur Einladung der Leila Khaled, im April 2001: (7)

Ich finde es einfach unglaublich, dass eine Person des internationalen Terrorismus (Gruppierung Georges Habasch, Verbindungen zu Arafat, Carlos, RAF, Brigade Rosse, Stasi usw.) in die Schweiz kommen soll. Eine Person, an deren H├Ąnden Blut klebt ! Dies ist zumal auch schlecht f├╝r die Sache der Pal├Ąstinenser, da die Habasch-Gruppierung ultraradikal ist und Arafat und seine Organisation (PLO) nur gerade knapp bis heute von der Habasch-Gruppierung gew├Ąhrt wurde, aber weit weg von einer Akzeptanz !

Es heisst nun, sie h├Ątte ein Visum (siehe unten) bekommen: kennt die Schweiz den Begriff "unerw├╝nschter Ausl├Ąnder" im Sinne des Landesfriedens nicht mehr? Wo bleibt die Piet├Ąt gegen├╝ber Toten, Verletzten, Geiseln der Terrorakte von Z├╝rich, W├╝relingen, Zerqa, Rom, Athen und M├╝nchen-Olympia? Aus diesem Grunde finde ich es absolut notwendig, wenigstens mit Leserbriefen und Erz├Ąhlung der damaligen Geschehnisse die Leute aufzur├╝tteln, wie vergesslich wir geworden sind. Beim Holocaust wurde diese Vergesslichkeit teuer! Oder werden wir n├Ąchstes Jahr die Terroristen von Luxor einladen?

Wie man sieht, ist Robert-Roger Martin zu der Zeit kein Gegner, sondern eher auf der Seite der Pal├Ąstinenser und ihrer Anspr├╝che, er meint, die PFLP und ihre Terroristin dienten nicht der Sache der Pal├Ąstinenser.

Fakten, die im Nekrolog der NZZ f├╝r George Habash fehlen

W├Ąhrend man zur Besch├Ânigung des als Freiheitskampf bezeichneten Terrors in den Medien gern verbreitet, im Gegensatz zu den Gepflogenheiten der heutigen "islamistischen" Terroristen h├Ątten die Passagiere der von der PFLP entf├╝hrten Maschinen immer aussteigen d├╝rfen, bevor die Maschinen gesprengt wurden, da├č die Sch├Ądigung von Menschen nicht von der PFLP beabsichtigt worden sei, sehen die Tatsachen anders aus. Gerade die Beispiele aus der Schweiz werden den Lesern der Schweizer Zeitungen vorenthalten.

Am Dienstag, 18. Februar 1969, abends, nehmen vier Terroristen des George Habash auf dem Flughafen Z├╝rich-Kloten eine Boeing 720 B der El Al mit Infanteriewaffen unter Beschuss. Dem beherzten Einsatz von Flugkapit├Ąn Tiger an Bord und der Feuerwehr des Flughafens Kloten ist es zu verdanken, da├č die Katastrophe mit dem vollgetankten vierstrahligen Flugzeug ausbleibt. Knapp zehn Monate sp├Ąter werden die drei ├╝berlebenden Terroristen vom Bezirksgericht Winterthur zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt, berichtet Robert-Roger Martin, seinerzeit als Unteroffizier in Kloten im Einsatz.

Am 21. Februar 1970, um 13:30 Uhr, st├╝rzt die Swissair-Coronado CV 990 HB-ICD "Basel-Land" nach einem Bombenanschlag pal├Ąstinensischer Terroristen in einem Wald bei W├╝renlingen (AG) ab. Alle 47 Insassen, davon neun Besatzungsmitglieder, kommen ums Leben. Ein in M├╝nchen aufgegebenes Postpaket bringt nach einer Explosion (Barometer als Ausl├Âser der Z├╝ndung beim Steigen des Flugzeuges Richtung Gotthard) an Bord die vierstrahlige Coronado zum Absturz. Die Verantwortung f├╝r den Anschlag ├╝bernimmt die Gruppe von Georges Habash. Ein Video zum Thema Zeitreise, vom 24. Mai 2003, enth├Ąlt Informationen ├╝ber das Attentat. (8)

Leila Khaled als Gast im Vereinigten K├Ânigreich

Im Januar 2001 wird die Terroristin der PFLP auf Einladung des George Galloway, er ist damals Hinterb├Ąnkler der Labour Party, die Einreise nach England gestattet, obgleich sie am 6. September 1970 die Maschine der El Al, von Amsterdam nach New York, entf├╝hren will und ihr Komplize bei dem mi├čgl├╝ckten Versuch erschossen wird. Im Mai 2002, nach dem 11. September 2001, kann die Terroristin erneut in England einreisen, um am 18. Mai auf dem Trafalgar Square an einer Demonstration gegen den Irakkrieg teilzunehmen. Eine Terroristin kehrt zur├╝ck, betitelt das City Journal einen Artikel von Theodore Dalrymple zum Thema. (9)

Obgleich sie in England jederzeit angeklagt und verurteilt werden kann, h├Ąlt sie sich zehn Tage unbehelligt dort auf, wo sie getreu ihrer Ideologie am 22. Mai vor Studenten der School for Oriental and African Studies (SOAS) der Londoner Universit├Ąt ├╝ber Terrortaktiken referiert und erkl├Ąrt: Es gibt keine Suizidbomber, das sind Freiheitsk├Ąmpfer. Die Tatsache, da├č Freiheit kein auff├Ąlliger Aspekt der politischen Kultur des Teiles der Welt ist, aus dem sie kommt, scheint ihr entgangen zu sein, meint Theodore Dalrymple. (10)

Die Hauptrednerin Leila Khaled ist eine von drei Rednern in der SOAS, die beiden anderen sind John Rose, von der linksradikalen Socialist Workers Party, und die in der SOAS besch├Ąftigte pal├Ąstinensische Autorin Dr. Ghada Karmi. Die drei Redner argumentieren nicht auf der Grundlage des Islams, sondern politisch linksradikal. John Rose sprach vom sozialistischen Standpunkt aus und argumentierte gegen Imperialismus und Globalisierung sowie f├╝r die Rechte der Pal├Ąstinenser auf ein Heimatland, Ghada Karmi habe die Selbstmordattentate indirekt gebilligt, es gebe einen Grund f├╝r sie, und Israel sei daf├╝r verantwortlich, sie empfahl den Boykott israelischer Produkte und einen akademischen Boykott von israelischer Forschung, israelischen Wissenschaftlern und Konferenzen, berichtet Hasan_Ali_Imam auf Bangladesh.com. Leila Khaled habe inzwischen eine Jugendgruppe gegr├╝ndet, "Che-Leila", benannt nach diesen beiden Revolution├Ąren. Sie rechtfertige Selbstmordattentate als Antwort auf die Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten der Israelis gegen die Pal├Ąstinenser und frage sarkastisch: Wie sollen wir zur├╝ckschlagen ... mit Rosen? Einverst├Ąndiges Gel├Ąchter bei den Zuh├Ârern!

Es gab am Ende vom Auditorium st├╝rmischen Applaus f├╝r die alterfahrene pal├Ąstinensische K├Ąmpferin. (11)

Interessant ist es zu sehen, wie die Ansichten der Redner auf Blogs von arabischen Muslimen eingesch├Ątzt werden, auch Hasan_Ali_Imam dr├╝ckt es aus: Schlu├č mit nationalistischen und patriotischen Aktivit├Ąten f├╝r einen s├Ąkularen demokratischen Staat f├╝r die Pal├Ąstinenser! Die revolution├Ąren Ideen der westlichen Antiimps und von Arabern wie Leila Khaled und Ghada Karmi sind zugunsten der Politideologie Islam abserviert. Die Probleme des Konfliktes im Nahen Osten k├Ąmen aus der Abwesenheit von Religion. So sieht´s auch der Angry Arab News Service: (12)

Mit allem gebotenen Respekt f├╝r die Anh├Ąnger von Michel Aflak, George Habash und Nayef Hawatmeh, der Beitrag der Linken zur Sache verdient, wenn die Geschichte des pal├Ąstinensischen Kampfes f├╝r die Freiheit geschrieben wird, nicht mehr als eine Fu├čnote von "sie haben ebenfalls beigetragen".

Wer nun aber meint, Leila Khaled verschwinde f├╝r alle Zeiten in der Versenkung, der macht die Rechnung ohne die Linksradikalen. Die Iren wollen sie f├╝r Juli/August 2005 einladen. Sie soll auf dem j├Ąhrlichen Kunstfestival F├ęile an Phobail in Belfast, einem Benefiz-Festival, zum Thema Pal├Ąstina heute - der Friedensproze├č und Hoffnungen f├╝r die Zukunft auftreten. Es ist auff├Ąllig, welchen Bedarf linke und linksradikale westliche Gruppen an Vortr├Ągen ihrer mordenden, bombenden und flugzeugentf├╝hrenden Kollegen aus den pal├Ąstinensischen Gebieten haben, wozu wollen sie die in Haifa geborene Pal├Ąstinenserin Leila Khaled zum Vortrag aus Amman ankarren, aus Jordanien?

Dieser Staat, 76 Prozent Pal├Ąstinas, wird 1922 von den Briten gegen internationales Recht den Arabern ├╝berlassen, von Ost-Pal├Ąstina in Transjordanien umbenannt und 1946 zum Staat Jordanien erkl├Ąrt. (13)

Was hat die Terroristin verloren in einer als Unterhaltung vorgestellten Veranstaltung, die Volksmusik und Rock-Konzerte, Kom├Âdien, Dramen, Karnevalsparaden, Sport, Touren und Wanderungen, Diskussionen und Debatten, literarische und Ereignisse f├╝r Kinder sowie vieles mehr vorsieht? Was sollen die Teilnehmer von Leila Khaled lernen, welchen Gewinn soll es ihnen bringen, da├č diese Frau vor einem bunten Publikum von der Vergangenheit schw├Ąrmt, die Selbstmordattentate rechtfertigt und zum Boykott Israels aufruft? (14)

Die vier Kategorien der Aktivit├Ąten des Festivals 2008, wie auf der aktuellen Site zum diesj├Ąhrigen Fest angek├╝ndigt, sind wieder Musik und Konzerte, Gemeindeentwicklung, Touren und Wanderungen, Jugend und Schulen. (15)

Wir in diesem Teil Irlands werden daran gehindert, ihre wichtigen Ansichten ├╝ber Frieden zu erfahren, und sie wird daran gehindert, ├╝ber unseren Friedensproze├č zu h├Âren. Das ist die Art, wie Tony Blair die Pal├Ąstinenser ermutigt zur friedlichen Verfolgung ihrer Sache, lautet die Klage auf dem Blog SAOIRSE32. Vertrieben von den Zionisten, habe die Mutter der Leila Khaled mit ihren acht Kindern Haifa verlassen, der Vater sei zur├╝ckgeblieben und im Widerstand aktiv geworden. Der Rest des Textes ist bewundernde Rechtfertigung des Terrors der Leila Khaled und der PFLP. (16)

Nekrolog auf George Habash in der US-Zeitschrift TIME

Neben der minimalistischen Berichterstattung ├╝ber den Tod des George Habash, wie ihn die Schweizer Medien NZZ und Tages Anzeiger w├╝rdigen, Zeitungen eines Landes, das mehrfach direkt vom Terror des Terroristenf├╝hrers heimgesucht wird, und der verst├Ąndnisvollen Behandlung des Trauerfalles durch den Grand Reporter des Figaro Georges Malbrunot, der das Hinscheiden eines nat├╝rlichen Verb├╝ndeten Frankreichs gegen die USA, die Hegemonialmacht im Nahen Osten, beklagt und das politische Testament des Terroristen ver├Âffentlicht, gibt es eine dritte, ganz anders geartete, die sich zur Aufgabe macht, am Tod des George Habash nachzuweisen, da├č der aus dem Nahen Osten weltweit verbreitete Terror seinen Ursprung nicht im Islam hat. (17)

Welche Freude wird es bei denjenigen ausl├Âsen, die schon immer behaupten, Adolf Eichmann&Co. h├Ątten den Antisemitismus ab Mitte der 30er Jahre nach Pal├Ąstina gebracht!

Scott MacLeod, von TIME/CNN hat schon lange keine solche Steilvorlage mehr bekommen zum scheinbaren Beweis, da├č der pal├Ąstinensische oder arabische Extremismus nicht aus dem Islam stammt, von der puritanischen Intoleranz der Wahhabiten und so weiter. Im Chor der griechisch-orthodoxen Kirche habe George Habash zu Hause in Lydda gesungen, auch Komplize Wadi Haddad ist griechisch-orthodoxer Herkunft, Reflexion ├╝ber die Gewalt im Nahen Osten, im israelisch-pal├Ąstinensischen Konflikt, sei angesagt. Die Taktik der ersten Flugzeugentf├╝hrungen sei 1968 aus der PFLP gekommen und schlie├člich von al-Qaida am 11. September 2001 ├╝bernommen worden. Nun folgen S├Ątze, in denen Scott MacLeod die Verbrechen der PFLP in den d├╝stersten Farben malt: die niedertr├Ąchtigsten Akte des Terrorismus ... Massaker von 24 Passagieren auf Israels Lod International Airport. Bis zur Aktion der israelischen Anti-Terrorismus-Kommandos in Entebbe, 1976, h├Ątte die kleine aber radikale Gruppe der PFLP in Zyklen immer extremere Gewalt angewendet. Die heutigen Selbstmordattentate sowie die Greueltaten an Massen, wie die vom 11. September 2001, bezeichnet der Autor als nihilistisch. Ein Blogger wie Hasan_Ali_Imam beklagt gerade diesen Nihilismus, diese Ferne von Allah, bei der PFLP. Osama Bin Laden w├╝rde es vielleicht verwundern zu lesen, da├č die Taten der Qaida Racheakte f├╝r den Pal├Ąstinensern von den Israelis angetane Schmach sein sollen. Die Pal├Ąstinenser sind allenfalls nebenbei interessant; denn die Sto├črichtung ist die Islamisierung der Welt, friedlich oder mit Gewalt. Solange es Flugzeuge gibt, werden sie in allen kriegerischen Handlungen taktisch eingesetzt, bis hin zu den Kamikaze.

Scott MacLeod ist wie Georges Malbrunot wiederholt Interviewpartner des Terroristen, der seine Taten rechtfertige aus der Tatsache, da├č seine Familie 1948 ihr Haus im israelischen Unabh├Ąngigkeitskrieg verloren habe, in der naqba. Eine Schwester sei zu der Zeit gestorben, nicht direkt durch die Israelis, sondern durch Krankheit, aber die habe George Habash ebenfalls den Israelis zur Last gelegt, die Schwester habe nicht ausreichend medizinisch versorgt werden k├Ânnen. Durch diese Ereignisse sei der vorher gl├Ąubige Christ vom Glauben abgefallen. Es ist bei ihm wie bei den Muslimen immer: da Allah alle Macht zugeschrieben wird, ist er auch f├╝r das Ungl├╝ck verantwortlich. Die Juden haben solche Zuweisungen seit Hiob unter gro├čen Schmerzen und Opfern hinter sich gebracht oder k├Ânnen sich zumindest an die Erfahrungen Hiobs erinnern, um mit ihrem Schicksal ins reine zu kommen.

Der Terror des George Habash hat ein anderes Ziel als das der fundamentalistischen Muslime aller Zeiten, nicht nur derjenigen von heute. Jener beginnt den Terror, um einen Aufstand der Pal├Ąstinenser gegen Israel und Revolten des Volkes in arabischen L├Ąndern wie Jordanien zu initiieren, diese setzen den Terror im Rahmen der Islamisierung der Welt ein. Der Terror der PFLP funktioniert bald im Selbstlauf; denn den intelligenten F├╝hrern wird klar, da├č sie keine Massenerhebungen ausl├Âsen, so da├č sie sich darauf beschr├Ąnken, mit ihren Aktivit├Ąten Israel zu destabilisieren und sein Ansehen in der Welt zu demontieren. Der Terror der fundamentalistischen Muslime dagegen dient immer dem Ziel der Islamisierung, die Frage ist nur, wann von der friedlichen zur gewaltsamen Islamisierung ├╝berzugehen ist. Davon handelt beispielsweise die Meinungsverschiedenheit, die Tariq Ramadan in Kopenhagen, im Oktober 2005, mit den verr├╝ckten Imamen der Mohammed-Karikaturen wegen hat. (18)

Die Gewaltaktionen der Pal├Ąstinenser haben noch nie der Gr├╝ndung eines pal├Ąstinensischen Staates gedient, sondern immer nur der Zerst├Ârung Israels, das ist die gerechte Sache, f├╝r die auch George Habash ficht. Die Vertreibung der Juden aus Pal├Ąstina, von dem Restfleckchen, das etwa 18 Prozent des britischen Mandats Pal├Ąstina ausmacht, darum wird heute gek├Ąmpft, weil es im Zentrum einst vom Islam eroberten Gebietes liegt. Das bekr├Ąftigen die Pal├Ąstinenserf├╝hrer immer wieder, besonders aus dem Mund von Abu Lotf klingt es ├╝berzeugend: die Identit├Ąt der arabischen Pal├Ąstinenser entsteht aus dem Kampf gegen Israel zur Befreiung und R├╝ckf├╝hrung des Landes in islamisch-arabische Verwaltung. Yasser Arafat hat zeit seines Lebens nichts anderes vor. Die religi├Âse Begr├╝ndung wird vom Newcomer Hamas in ihrer Verfassung, vom 18. August 1988, nachgereicht. (19)

Im Artikel Meeting George Habash versucht Scott MacLeod, den Lesern klarzumachen, da├č der Terror nichts mit dem Islam zu tun hat, "islamischer" Terror sei dank Osama Bin Laden eine Obsession: Da gibt es so eine Theorie, da├č Islam dem Terrorismus gleichbedeutend sei. Der Autor bezieht sich sehr wohl auf den Islam und nicht auf einzelne oder Gruppen von Muslimen, und der Islam bedeutet in der Tat Terror, zun├Ąchst unblutigen Psychoterror, und wenn der nicht wirkt, dann gewaltsamen Terror. Sowohl die westliche Welt und Israel als auch die islamischen Staaten erleben ihn t├Ąglich in der einen oder anderen Form. (20)

Der Terror ist sowohl beim nationalistischen, sozialistischen Patriotismus, als auch beim fundamentalistischen Islam integraler Bestandteil des Systems. Der Rest sind taktische Fragen.

Die Zusammenarbeit der PFLP mit Carlos, Che Guevara, den italienischen Roten Brigaden, der Baader-Meinhof-Bande, der japanischen Roten Armee: Was hat das alles zu tun mit der Befreiung Pal├Ąstinas? fragt Scott MacLeod. Na, gar nichts hat es damit zu tun, die Befreiung Pal├Ąstinas von Israel ist so nicht zu erlangen. George Habash entzweit sich deshalb schon bald mit Wadi Haddad, duldet das Treiben aber weiterhin. Wenn Nihilismus, dann ist er dort zu finden und nicht bei den fundamentalistischen Muslimen, die haben ihr Ziel, die Islamisierung der Welt; denn Islam hei├čt Unterwerfung. Unsere Presse unterwirft sich freiwillig

30. Januar 2008

Update zu Anmerkung 6, 16. M├Ąrz 2009

Der Webmaster des 1.-Mai-Komitees Z├╝rich schreibt mir:

Guten Abend Frau Eussner

Per Zufall bin ich auf Ihre Seiten gestossen. Ihre Darstellung, wonach jemand unsere Seiten "geputzt" hat, trifft nicht zu. Ich bin zust├Ąndig f├╝r die Webseiten, und der 1. Mai 2001 ist nach wie vor online, die Seite wurde lediglich umplatziert. Es ist nicht ganz einfach, all die alten Webseiten zug├Ąnglich zu halten. (21)

Wir stehen auch im 2009 zu unseren G├Ąsten. Ihre Vermutung, wonach jemand die Seiten geputzt hat, entlarvt im ├╝brigen Ihren Artikel als billige Polemik.

Freundliche Gr├╝sse
Remo

Wenn man jemandem Unrecht tut, soll man es umgehend zugeben, was ich hiermit tue; man kann sich ├╝berzeugen, da├č zur Maikundgebung 2001 tats├Ąchlich die Terroristin Leila Khaled eingeladen ist, gemeinsam mit Lieders├Ąngern, ´ner Nationalr├Ątin der Gr├╝nen und anderen. Die Kundgebung findet statt am 1. Mai, ab 10:15 Uhr: (22)

Mit dem B├╝ndner Liederer Linard Bardill, der gr├╝nen Nationalr├Ątin Pia Hollenstein, dem Zeba-Vertreter Rifat Binaku und einer Vertreterin der Spitalbewegung, dem Marokkaner Mustapha Ait-Korchi von der Association de Emigrantes marroquais en Espa├▒a und Leila Khaled, Vertreterin der pal├Ąstinensischen Linken und der pal├Ąstinensischen Frauenbewegung, Mitglied des pal├Ąstinensischen Nationalrates.

Die Nationalr├Ątin, die auf ihrer Site berichtet, da├č sie ab 2007 keine mehr ist, widmet sich anderen Aufgaben, sie schlie├čt im Juni 2007 das Studium in Angewandter Ethik ab mit dem Master of Advanced Studies in Applied Ethics. Was stellt sich diese Frau wohl unter angewandter Ethik vor? Vielleicht hilft der Artikel von Andrea N├╝sse weiter, aus dem Tagesspiegel desselben Jahres 2001, in dem Pia Hollenstein gemeinsam mit der "Befreiungsk├Ąmpferin" Leila Khaled auftritt, die folgende Ansichten vertritt:

  • Die Intifada mu├č fortgesetzt werden, mit friedlichen Mitteln und mit Waffen,
  • nach gescheiterten Abkommen und Waffenstillst├Ąnden kann nur die Intifada Erfolg bringen,
  • Die Flugzeugentf├╝hrungen sind eine taktische Entscheidung,
  • Verurteilung von 9/11 als kriminelle Tat,
  • keine Sympathien f├╝r islamistische Terroristen,
  • George W. Bush unterst├╝tzt den Staatsterrorismus Israels,
  • die Ermordung des isrraelischen Tourismusministers Rehawam Seewi ist Selbstverteidigung, ist die "Antwort" auf die gezielte Ermordung des Generalsekret├Ąrs der Partei, Abu Ali Mustafa, durch die israelische Armee,
  • alle Fl├╝chtilinge m├╝ssen nach Israel zur├╝ckkehren,
  • "Jerusalem geh├Ârt uns".

Das 1.-Mai-Komitees Z├╝rich verspricht auch f├╝r dieses Jahr wieder ein sch├Ânes Fest mit versammelten Antisemiten und Israelfeinden, vielleicht ist ja wieder der eine oder andere Terrorist mit dabei. Drei tolle Tage sollen es werden, vom 1. bis 3. Mai 2009, es gibt reziklierbare Pappbecher und keine Parkpl├Ątze.

Venceremos&Allahu Akbar!

Quellen

(1) Nebeldeutsch
http://nebeldeutsch.blogspot.com/

(2) Georges Habash: Deutscher Nachruf und N├ęcrologie ├á la fran├žaise.
29. Januar 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-01-29_00-27-46.html

Arafat-Widersacher George Habasch gestorben. AP, NZZ, 26. Januar 2008
http://tinyurl.com/26o44b

(3) George Habash ist tot. Von gr├╝/ap, Tagesanzeiger, 26. Januar 2008
http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/835964.html

(4) Jordan PLO Syria. Black September in Jordan 1970-1971. Wars of the World
http://www.onwar.com/aced/data/bravo/blacksept1970.htm

(5) Streitbar, sympathisch und mit Charisma. 1.-MAI-KOMITEE Z├ťRICH
http://www.1mai.ch/archiv/alt/2001/leila.html

(6) 1.-Mai-Komitee. Mitglieder
http://www.1mai.ch/mk/komitee/mitglieder/

Bye, bye, 1. Mai. Von Christoph M├Ârgeli, 2002
http://www.christoph-moergeli.ch/kolumnen/Bye_Bye_1._Mai.pdf

Partei der Arbeit der Schweiz
http://www.pda.ch/

(7) Terroristin Leila Chaled, als 1. Mai ÔÇô Teilnehmerin 2001 in Z├╝rich. Von Robert-Roger Martin, April 2001
http://tinyurl.com/2comvg

(8) Absturz einer Swiss Air bei W├╝renlingen, am 21. Februar 1970. SF Video Player, Zeitreise, 24. Mai 2003
http://tinyurl.com/2fvkzl

Swiss Air Convair CV-990, 21. Februar 1970. Flugzeug-Absturz.de
http://www.flugzeug-absturz.de/open.php?id=258

(9) A Terrorist Returns. By Theodore Dalrymple, City Journal, May 31, 2002
http://www.city-journal.org/html/eon_5_31_02td.html

(10) The School for Oriental and African Studies
http://www.soas.ac.uk/

(11) The Palestinian Cause - Doomed to Failure. b) Talk at SOAS on 22nd May 2002. By Hasan_Ali_Imam, Bangladesh.com, March 23, 2002
http://tinyurl.com/2edk5l

(12) secularism is over and finished with... The Angry Arab News Service,
March 14, 2007
http://tinyurl.com/35aru8

(13) What was the White Paper of 1922? Palestine Facts
http://www.palestinefacts.org/pf_mandate_whitepaper_1922.php

(14) F├ęile 2005, July 29 to August 9, 2005
http://tinyurl.com/358w7k

(15) F├ęile an Phobail West Belfast
http://www.feilebelfast.com/

(16) Leila Khaled´s punitive ban is purely cosmetic. By Danny Morrison, Daily Ireland, July 27, 2005. Blog SAOIRSE32
http://tinyurl.com/37ojly

(17) Georges Habache : Les r├ęvolutionnaires meurent jamais. Conversations avec Georges Malbrunot. T├ęmoignage pour l´Histoire, Fayard, 23 janvier 2008
http://www.mollat.com/cache/couvertures/9782213630915.jpg

Terrorism´s Christian Godfather. By Scott MacLeod, Kairo. Time, January 28, 2008
http://www.time.com/time/world/article/0,8599,1707366,00.htm l

(18) Dr. Tariq Ramadan in Kopenhagen. 6./8. Februar 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-02-06_02-29-15.html

(19) Die Zukunft nach dem Tod Yasser Arafats - Der Alptraum geht weiter.
14. November 2004
http://www.eussner.net/artikel_2004-11-14_18-18-45.html

Farouq Al-Qaddoumi: In Support of ´Resistance Attacks´ Inside Israel and Pressuring Europe with Oil Hikes; ´We [Fatah] Were Never Different from Hamas´. Memri Dispatch No. 462, vom 28. Januar 2003
http://www.memri.org/bin/opener.cgi?Page=archives&ID=SP46203

New Fatah Leader Farouq Qaddumi: Resistance is the Path to Political Settlement.
Memri TV Clip No. 344, November 11, 2004
http://www.memritv.org/clip/en/344.htm

(20) Meeting Georges Habash. By Scott MacLeod, TIME Blog, January 28, 2008
http://time-blog.com/middle_east/2008/01/meeting_george_haba sh_1.html

(21) Archiv 1. Mai, wir sind partei f├╝r den 1. mai
http://www.1mai.ch/1mai/komitee/archiv/

(22) 1. Mai Programm, 28. April bis 1. Mai 2001
http://www.1mai.ch/archiv/alt/2001/programm2001.html

(23) Pia Hollenstein
http://www.piahollenstein.ch/

(24) Die strenge Kommandantin. Von Andrea N├╝sse, Der Tagesspiegel,
24. Oktober 2001
http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Die-Dritte-Seite;art705,2188827

Dank f├╝r die Tips an FreeSpeech und an Henryk M. Broder!

Der Pate des Terrors. Von Henryk M. Broder, Achse des Guten, 28. Januar 2008
http://tinyurl.com/2dj243


Hoch zum Seitenanfang Diese Seite drucken
Zurück zur vorigen Seite Zum Archivdieses Abschnitts Weiter zur nächsten Seite