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Mohammed al-Dura. Wie der Skandal entsorgt werden soll

Wer meint, die französischen Medien mĂŒĂŸten nun allmĂ€hlich begreifen, daß Schluß ist mit dem ĂŒblen Spiel, das Charles Enderlin und der staatliche Fernsehsender France 2 mit dem französischen Publikum, mit Israelis und PalĂ€stinensern sowie nicht zuletzt mit der Wahrheit betreiben, der wird am 2. Juli 2008 vom Figaro und vom NouvelObs eines Schlechteren belehrt. Der Appell ist auf den letzten Stand der Hunderte von Unterzeichnern gebracht, und der Figaro schickt gleich zwei seiner Mitarbeiter ins Rennen, Alain Barluet und StĂ©phane Durand-Souffland, um die Informationen noch einmal vollstĂ€ndig zu verdrehen. Auch diese beiden Journalisten argumentieren wie Charles Enderlin: Es ist wahr, daß der Korrespondent und sein Sender einen Beweis an Unvorsichtigkeit geliefert haben, in dem sie behaupteten, was sie nicht nachweisen konnten. Aber waren nicht auch sie guten Glaubens, in dem sie berichteten ĂŒber verwirrende Dinge, die im Laufe der Jahre der Intifada zum Tod von fast tausend Kindern fĂŒhrte? (1)

Eine von Charles Enderlin als Tatsache verbreitete Inszenierung heizt die Intifada II an und fĂŒhrt zu eben diesen beklagten Toten, und sie argumentieren wie er, der im Figaro, vom 27. Januar 2005 erklĂ€rt: "Und dann (habe er, Charles Enderlin, in seiner Reportage gesagt, daß die Kugeln vom israelischen Standort kamen), weil fĂŒr mich dieses Bild der Wirklichkeit der Lage nicht nur in Gaza, sondern auch in Cisjordanien entsprach." (2)

Sie begreifen nichts!

Es sind wieder nur die Juden, die den Skandal benennen, der das ganze Land und besonders seine Journalisten angeht. Shlomo Malka, vom Radio de la communautĂ© juive (RCJ) interviewt Arlette Chabot, die Informationsdirektorin von France 2, die wĂ€hrend zwanzig Minuten einmal mehr versucht, die Wahrheit des Charles Enderlin zu verkaufen. Sie reagiert auf die Forderung des PrĂ€sidenten des Conseil ReprĂ©sentatif des Institutions juives de France (CRIF) Richard Prasquier, der sich auf Grund des letzten Standes der Erkenntnis wie der Historiker und ehemalige Botschafter Israels in Paris Elie Barnavi und inzwischen auch der MitbegrĂŒnder des NouvelObs Jean Daniel, dafĂŒr ausspricht, daß eine internationale Untersuchungskommission endlich an die Fakten geht und sich nicht damit aufhĂ€lt, ob und was Philippe Karsenty erzĂ€hlen oder schreiben darf. Arlette Chabot ist Richard Prasquier böse, daß der nun die Kommission fordert, hat sie doch vor drei Monaten mit ihm zu Mittag gespeist und solche Töne nicht vernommen, nun aber sei er dans un autre camp, ins andere Lager ĂŒbergewechselt. Der israelischen Armee ist sie ebenfalls böse; denn die ist nun von der ersten Aussage, von Anfang Oktober 2000, abgerĂŒckt, als sie meint, es könne sein, daß der Junge von israelischen Kugeln erschossen wurde. (3)

Im Interview, in dem Shlomo Malka die MĂ©na ĂŒbrigens nicht ein einziges Mal erwĂ€hnt, womit er sich einreiht in die Unkultur der französischen MSM, geht es neben der mehrfachen Betonung, daß sie den PrĂ€sidenten des CRIF sowie dessen Arbeit außerordentlich, infiniment, schĂ€tze darum, daß France 2 sofort bereit wĂ€re, sich bei aller Welt zu entschuldigen, wenn es sich herausstellen sollte, daß Mohammed al-Dura lebt. Richard Prasquier hat das allerdings nie behauptet, sondern solche GerĂŒchte kommen zuletzt auf, als der Vater des Jungen bei einer Hochzeit wegen Salutballereien einvernommen wird, und die Frage entsteht, ob es sich um die Hochzeit seines Sohnes Mohammed al-Dura handele. Arlette Chabot betont im Interview mehrere Male, daß Jamal al-Dura bereit sei, seinen Sohn exhumieren sowie die Narben seiner angeblich vom 30. September 2000 stammenden Wunden untersuchen zu lassen; sie seien allerdings bereits in Amman begutachtet worden. Von den Äußerungen des israelischen Arztes, der die Narben wiedererkennt als die verheilten, von ihm 1994 behandelten Stichwunden (!) einer Messerstecherei unter Arabern, von 1992, erwĂ€hnt sie nichts.

Dann verweist sie darauf, daß sie nicht fĂŒr eine internationale Untersuchungskommission sein könne, weil das juristische Verfahren noch laufe. Einen Ă€hnlichen Fall einer "Untersuchung, damit man nichts erfĂ€hrt", habe ich meinen Lesern im Zusammenhang mit dem Verfahren gegen Didier Julia vorgestellt, dessen "Akte leer" ist. Eine Untersuchungskommission kann durchaus eingerichtet werden, aber der Justizminister ist berechtigt, sie auf Grund einer Verordnung, vom 17. November 1958, zur Vermeidung des Eingriffs in ein schwebendes Verfahren zu untersagen. Die Regierungen Frankreichs lieben es, auf solche Art die KlĂ€rung von fĂŒr sie peinlichen FĂ€llen ad calendas graecas zu verschieben. Ich habe darauf geachtet, was aus dem Verfahren gegen Didier Julia geworden ist. Außer der Information, daß Didier Julia schon bald nach seinem doch so unmöglichen und justitiablen Verhalten im engen Kreis beim StaatsprĂ€sidenten Jacques Chirac eingeladen wird, ist mir nichts untergekommen. (4)

In den AktualitĂ€ten von Google.fr findet man Didier Julia nur indirekt, wenn es nĂ€mlich darum geht, Licht auf die dubiose Rolle des erstklassigen Journalisten Georges Malbrunot, des Auslandskorrespondenten des Figaro, zu werfen, der sei den syrischen und den Abteilungen der französischen Geheimdienste sehr verbunden, die fĂŒr Syrien zustĂ€ndig sind. Er hat eine Ă€hnliche Rolle wie Charles Enderlin fĂŒr die Westbank und Gaza, von journalistischer UnabhĂ€ngigkeit kann keine Rede sein, die ÜbergĂ€nge von den Medien zu den Geheimdiensten sind fließend, die Auslandskorrespondenten dienen in erster Linie ihrer Regierung. Das Dossier der EntfĂŒhrung des Georges Malbrunot und der Rolle Syriens und seiner französischen Freunde (Didier Julia) bei seiner Befreiung sei bis heute nicht aufgeklĂ€rt, schreibt Al Seyassah, eine kuwaitische Zeitung, genau wie das der EntfĂŒhrung der Florence Aubenas nicht, möchte man ergĂ€nzen. (5)

Was den NouvelObs angeht, der bringt ein Update der Unterschriftenliste, von der ich einige der Unterzeichner vorgestellt habe, darunter vom Figaro Pierre Prier, Auslandskorrespondent, au moment des faits, zur Zeit der Ereignisse des 30. September 2000, Korrespondent in Jerusalem, und Patrick Saint-Paul, Korrespondent in Israel; ich fĂŒge den von mir zunĂ€chst ĂŒbersehenen Unterzeichner Luc de Barochez an, dessen ProfessionalitĂ€t vom Blogger Eric Gaillot auf seinem Blog Point Mort in Frage gestellt wird; der Titel seiner Kritik lautet in etwa: Von der NĂŒtzlichkeit der französischen Journaille. Nun macht Luc de Barochez sich fĂŒr Charles Enderlin und France 2 nĂŒtzlich. Inzwischen sind der Appell und seine erbĂ€rmlichen Unterzeichner weltweit bekannt. Als die LĂŒge also endlich offenbar geworden ist, fĂ€hrt diese Gruppe von Journalisten und BerĂŒhmtheiten fort, die LĂŒge und den LĂŒgner zu verteidigen, schreibt beispielsweise Herb Denenberg im Bulletin von Philadelphia. (6)

Eric Gaillot wird im Debriefing von Menahem Macina mit einem Artikel ĂŒber die Rolle zitiert, die Philippe Karsenty im Skandal um Charles Enderlin und France 2 spielt: er lenkt ab von der Erhellung der Tatsachen, was im Staatsinteresse Frankreichs liegt. Das Gericht hat sich am 21. Mai 2008 nicht mit den Ereignissen auseinandergesetzt. Philippe Karsenty darf ĂŒber den Fall des angeblichen Todes von Mohammed al-Dura behaupten was er will - und Ende der Fahnenstange. (7)

Eric Gaillot hat eine inzwischen 14-teilige Dokumentation ĂŒber den Skandal um Mohammed al-Dura auf sein Blog gestellt. Die letzte befaßt sich mit der von Alain Barluet und StĂ©phane Durand-Souffland erwĂ€hnten GroßzĂŒgigkeit, die auch Arlette Chabot im Interview mit Shlomo Malka beweist, eine medizinische Untersuchung bei Jamal al-Dura durchzufĂŒhren: Islamistische Messerstiche und/oder Verletzungen durch israelische Kugeln? Eine weitere GroßzĂŒgigkeit formuliert Arlette Chabot dort, und auch der Figaro bringt sie in großen himmelblauen Lettern: "Si Mohammed al-Dura est vivant, nous prĂ©senterons des excuses au monde entier." Wenn Mohammed al-Dura lebt, werden wir der ganzen Welt unsere Entschuldigung prĂ€sentieren. Auch die Exhumierung des Mohammed al-Dura steht an. Wie man feststellen will, ob es der Junge ist, um den es seit acht Jahren geht, das wird nicht berichtet. Vielleicht wird ja Talal Abu Rahma auf ein Grab zeigen und damit ist es des Beweises genug. (8)

Wenn man davon ausgeht, daß der Auslandsberichterstatter Alain Barluet und der Gerichtsberichterstatter StĂ©phane Durand-Souffland sowie die Informationsdirektorin des Staatssenders France 2 Arlette Chabot nach jahrelanger BeschĂ€ftigung mit dem Fall des Mohammed al-Dura die Lage in Gaza und in der Westbank ziemlich gut kennen, womit immer sie sich sonst befassen mögen, so sind sie von einem Zynismus und einer BrutalitĂ€t, die kaum ihresgleichen hat. Haben sie sich ĂŒberlegt, was es fĂŒr die Hamas, die Fatah, was es fĂŒr die palĂ€stinensischen und die Araber der Welt bedeuten wĂŒrde, wenn unabhĂ€ngige Gutachter bestĂ€tigten, daß Jamal al-Dura nicht am 30. September 2000 von Kugeln getroffen, sondern im Jahr 1992 von Messerstichen anderer Araber verwundet wurde, und wenn eine internationale Kommission nachwiese, daß Mohammed al-Dura nicht getötet wurde, weder von Israelis noch von Arabern?

Dazu wird es die Hamas nicht kommen lassen; sie wird beide eher umbringen. Es wĂ€re fĂŒr Jamal und fĂŒr Mohammed al-Dura das sichere Todesurteil, wenn diese Untersuchungen vor Ort gefĂŒhrt wĂŒrden. Erst beim Nachweis aber, daß Mohammed al-Dura lebt, wĂ€re der Sender bereit, sich bei aller Welt zu entschuldigen - also niemals.

Arlette Chabot insistiert im Interview darauf, daß die Narben des entkleideten Jamal al-Dura bereits gefilmt worden seien; von wem, teilt sie nicht mit: von Talal Abu Rahma, eben demselben Kameramann, der den angeblichen Tod des Jungen gefilmt hat. Eine von der MĂ©na geforderte Ă€rztliche Begutachtung lehnt France 2 zu der Zeit ab. Es reicht, daß der Vater ĂŒber dem Grabe seines Sohnes schwört, daß dieser tot sei. Die Narben seien auch in Amman von Medizinern begutachtet worden, sagt Arlette Chabot heute im Interview mit RCJ. Erwartet sie allen Ernstes, daß der dortige Gutachter es zugeben wĂŒrde, daß es sich nicht um Schuß-, sondern um alte Stichwunden handelt - in einem Staat, in dem 70 Prozent der Einwohner palĂ€stinensische Araber sind, die von einem haschemitischen Königshaus regiert werden?

Die beiden Autoren des Figaro zitieren Philippe Karsenty, auch sie haben anscheinend weder von Esther Schapira noch von der MĂ©na jemals gehört oder gelesen. Ihre Information beziehen sie von Media-Ratings; der erste Beitrag dort ist vom 22. November 2004, Philippe Karsenty behauptet darin, daß die Fotos "schlicht und einfach eine Inszenierung" dar(stellen). Bis zum Figaro ist es nicht vorgedrungen, wer seit Anfang 2002 die Ermittler und wer die Kommunikatoren des Skandals sind, oder sie verschweigen die Tatsachen, obgleich sie ihnen bekannt sind.

Von der Site Media-Ratings ist das Dossier Mohammed al-Dura mit der GeringschĂ€tzung der Arbeit der MĂ©na inzwischen entfernt. Über GĂ©rard Huber liest man jetzt nicht mehr: Das ist ein französischer Psychoanalytiker, GĂ©rard Huber, der anschließend die Arbeit von Nahum Shahaf aufgegriffen hat. Er hat sie der MĂ©na ĂŒbergeben und im Januar 2003 in den Éditions RaphaĂ«l ein Buch veröffentlicht: "Gegengutachten zu einer Inszenierung." Die wichtige Rolle der MĂ©na in dieser AffĂ€re war, die Arbeit der Herren Shahaf und Huber dem francophonen Publikum bekanntzumachen. (9)

Freddy Herschkowitz schreibt in einem Beitrag: Wir wissen, daß Worte töten. Brasillach ist deshalb fusilliert worden. (10)

Bilder töten ebenso.

Die Reportage von Charles Enderlin und France 2 hat getötet.

Daniel Pearl wurde unter dem symbolischen Bild dieser Reportage enthauptet.

Zwei israelische Soldaten sind unter dem Schrei Al-Dura in StĂŒcke gerissen worden. Weisen wir nebenbei darauf hin, daß die Originalfotos der Lynchjustiz niemals um die Welt gegangen sind (außer einigen sehr stark entschĂ€rften Fotos). Warum?

Im Gegenteil, die (italienischen) Autoren dieser sehr authentischen Bilder, haben sich fĂŒr diese demĂŒtig entschuldigt gegenĂŒber der palĂ€stinensischen AutoritĂ€tsbehörde und geschworen, die PalĂ€stinenser nie wieder unter einem negativen Aspekt zu zeigen. Warum?

Vor Gericht, wenn nicht gar vor ein internationales Kriegsgericht wegen Verbrechens gegen die Menschheit, gehörten aber Charles Enderlin und der Staatssender France 2, der durch die kostenlose Bereitstellung der manipulierten Nachricht deren weltweite Verbreitung ermutigt hĂ€tte, die zu Haß gegen ein Land (Israel) und zahlreichen Todesopfern gefĂŒhrt hĂ€tte, schließt Freddy Herschkowitz: Donc vivement une enquĂȘte judiciaire pour laver France 2 et Enderlin de tout soupçon. Also ist das zutiefst eine juristische Untersuchung, um France 2 und Charles Enderlin von jedem Verdacht reinzuwaschen. (11)

Der Freispruch des Philippe Karsenty erschwert die AufklĂ€rung, wenn sie durch ihn nicht gar verhindert wird. Die Regierung Frankreichs kann dem Stellvertretenden BĂŒrgermeister von Neuilly-sur-Seine, der Hochburg des Nicolas Sarkozy und seines Sohnes Jean Sarkozy, gar nicht genug danken, den Blick von den durch Esther Schapira und die Metula News Agency (MĂ©na) verbreiteten Ergebnissen der Untersuchungen des Nahum Shahaf und seiner Kollegen weggelenkt zu haben. Wie stĂŒnde der StaatsprĂ€sident da, der sich als Freund und BeschĂŒtzer Israels versteht, wenn nun klar wĂŒrde, daß die Intifada II Frankreich zu verdanken ist?

Im Fall des Figaro handelt es sich darĂŒber hinaus um einen RĂŒckschritt hinter Erkenntnisse, die bereits am 25. Januar 2005 dort zu lesen sind, nachdem Denis Jeambar, Daniel Leconte und Luc Rosenzweig im Oktober 2004 (!) das vollstĂ€ndige Filmmaterial gesichtet haben. Charles Enderlin lĂŒgt auch zwei Wochen darauf immer weiter, wenn er am 10. Februar 2005 im NouvelObs behauptet, die Szene mit der Agonie des Kindes gebe es; er habe sie nur der Grausamkeit wegen nicht gezeigt. Der Auslandskorrespondent von France 2 und mit ihm sein Auftraggeber rechnen sich eine Chance aus, wenn sie bei ihren Behauptungen bleiben; denn schließlich sind die Ausmaße des Schadens, den eine AufklĂ€rung der Ereignisse brĂ€chte, fĂŒr Frankreich unabsehbar. Das weiß auch der damalige StaatsprĂ€sident Jacques Chirac und schreibt fĂŒr Charles Enderlin eine Empfehlung, dessen Kompetenzen betreffend, Bertrand DelanoĂ« schließt sich an, und schon wagt das Gericht der ersten Instanz nicht mehr, selbstĂ€ndig zu entscheiden; Philippe Karsenty wird verurteilt. (12)

Nun, da Philippe Karsenty nach dem Urteil des Berufungsgerichtes Narrenfreiheit genießt, da man ihm GutglĂ€ubigkeit attestiert, "bonne foi", da er an Ehre und Reputation von Journalisten straflos kratzen kann, was diese zu Hunderten empört und beunruhigt, sollte der Fall doch erledigt sein, und wenn nicht, werden von France 2 fĂŒr die lebenden Mitglieder der Familie al-Dura tödliche Bedingungen gestellt:

  • Begutachtung der Narben des Jamal al-Dura,
  • Exhumierung der Leiche des Mohammed al-Dura bzw.
  • PrĂ€sentation des lebenden Mohammed al-Dura.

Auf die nĂ€chste Verhandlung, vorm Obersten Gericht Frankreichs, darf man gespannt sein; entpuppt es sich als der von Anne-Elisabeth Moutet assoziierte erbarmungslose Circus Maximus, und wenn ja, fĂŒr wen? In dem Gericht geht es zu wie zu Zeiten des Roy Soleil. Ihr ehemaliger Kollege von Proche-Orient.info Jean-Yves Camus, einer der Unterzeichner des Appells, sagt ihr: "Ich wurde gebeten es zu tun. Es sollte Charles unterstĂŒtzen. Wußtest Du, daß seine Frau Danielle Kriegel ist? Die Tochter von Annie Kriegel [eine große antikommunistische Akademikerin, inzwischen verstorben], die Schwester von Blandine [eine Philosophin und frĂŒhere Chirac-Assistentin im ElysĂ©e-Palast], SchwĂ€gerin von Alexandre Adler [Blandines Ehemann, der ĂŒber geostrategische Fragen und Politik in den meisten französischen Zeitungen schreibt, immer wiederkehrender Gast in hochkarĂ€tigen Talk-Shows]."

Anne-Elisabeth Moutet kennt etwa zwei Drittel der Unterzeichner des Appells fĂŒr Charles Enderlin; ĂŒber einige berichtet sie ausfĂŒhrlich. (13)

Denis Touret gibt auf seiner Site Informationen ĂŒber die Familie Kriegel; hier ĂŒber die SchwĂ€gerin des Charles Enderlin Blandine Kriegel. Sie ist die 1943 in Neuilly-sur-Seine geborene Tochter des kommunistischen Abgeordneten Maurice Kriegel-Valrimont, Nichte der Annie Kriegel, die aus einer elsĂ€ssischen jĂŒdischen Familie stammt. Die kommunistische HumanitĂ© widmet der ehemaligen Kommunistin und WiderstandskĂ€mpferin, die 1958 aus der Partei austritt bzw. ausgeschlossen wird und fĂŒr General Charles de Gaulle votiert, zu ihrem Tode einen ausfĂŒhrlichen Artikel. Bis kurz vor ihrem Tode ist Annie Kriegel Mitherausgeberin des Figaro, der zu der Zeit noch nicht im Mehrheitsbesitz von Serge Dassault ist. (14)

Einer der wohlinformierten Artikel ĂŒber die Familie Kriegel wird fĂŒr Le Monde verfaßt von Laurent Le Mesle, von 2002 bis 2004 Berater des StaatsprĂ€sidenten Jacques Chirac in juristischen Angelegenheiten, 2004 Kabinettschef des Justizministers Dominique Perben und 2005 des Justizministers Pascal ClĂ©ment. Im Oktobber 2006 wird Laurent Le Mesle vom StaatsprĂ€sidenten Jacques Chirac kurz vor Ende von dessen Amtszeit eingesetzt als Generalstaatsanwalt von Paris, eine Ernennung, die in Gerichtskreisen als schockierend bezeichnet wird; er verkörpere die Vermischung von Justiz und Politik, den Mißbrauch der Justiz zu persönlichen Zwecken. Laurent Le Mesle schreibt im Jahr 1999 ein Buch, in dem er rechtfertigt, daß der Justizminister dem Gericht schriftliche Anweisungen geben kann zur Verhandlung. (15)

Ihm wird letztinstanzlich der Fall vorgelegt, und man darf abwarten, ob die Methode a la franca sich einmal mehr durchsetzt. Welche schriftlichen Anweisungen wird der Generalstaatsanwalt zur Rettung des Stellvertretenden Chefredakteurs des Staatssenders France 2 Charles Enderlin geben? Wird er davonkommen und fĂŒr immer versinken im Sumpf, der sich Elite Frankreichs nennt und sich ihm zu Hunderten mit einem Appell andient, oder wird diesem LĂŒgner endlich und ohne Umschweife der Garaus gemacht?

3. Juli 2008/4. Juli 2008

Quellen

(1) Appel. Pour Charles Enderlin, NouvelObs.com, 27 mai 2008/ 2 juillet 2008
http://tinyurl.com/3w7ozo

Intifada : cette vidéo qui déchaßne les passions. Par Alain Barluet et
Stéphane Durand-Souffland, Le Figaro, 2 juillet 2008
http://tinyurl.com/49a98q

(2) Non Ă  la censure Ă  la source. Par Charles Enderlin, Le Figaro, 27 janvier 2005
http://www.kolshalom.be/imprimer.php3?id_article=978

(3) Shlomo Malka interviewe Arlette Chabot, RCJ, 3 juillet 2008
http://www.radiorcj.info/mp3Player/?audio=chabot3juil

L´honneur du journalisme. Par Elie Barnavi [A propos de l´affaire Al-Dura].
Texte repris de Marianne du 7 au 13 juin 2008
http://tinyurl.com/4jxfza

ConfĂ©rence de presse du CRIF sur l´affaire Al-Dura et une commission d´enquĂȘte Ă  son propos. Par Sabine Roitman, Israel Valley/UPJF, 2 juillet 2008
http://tinyurl.com/66rnu6

(4) Die französische Regierung kooperiert mit dem irakischen Widerstand.
5. Januar 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-01-05_17-50-30.html

Justiz und Medien Frankreichs im Dienst der Politik des Jacques Chirac.
2. November 2005
http://www.eussner.net/artikel_2006-11-02_02-21-36.html

(5) Quels sont les liens entre Georges Malbrunot et le régime syrien ?
Par Khaled Asmar, MediArabe.info, 6 juin 2008
http://mediarabe.info/spip.php?article1441

(6) Proche Orient / Luc de Barochez : de l´utilitĂ© des journaleux français.
Par Eric Gaillot, Point Mort, 4 août 2006
http://cacaou3.blogspot.com/2006/08/proche-orient-luc-de-bar ochez-de.html

French Media And Al-Dura Case Is The Greatest Journalistic Malpractice In History. By Herb Denenberg, The Bulletin, Philadelphia´s Family Newspaper, July 3, 2008
http://tinyurl.com/55yu8h

(7) Al Dura : Sortir de l´impasse, Eric Gaillot, Point Mort, 8 juin 2008
http://www.debriefing.org/26495.html

(8) Al Dura [14] : coups de hache islamistes et/ou blessures par balles israéliennes ? Par Eric Gaillot, Point Mort, 2 juillet 2008
http://cacaou3.blogspot.com/search/label/Al%20Dura

(9) Media-Ratings
http://www.m-r.fr/

(10) Robert Brasillach, der Denunziant, der noch immer "ĂŒberall ist". 22. April 2004
http://www.eussner.net/artikel_2004-04-22_11-28-11.html

(11) En rĂ©ponse Ă  Rony Brauman : demandons une enquĂȘte judiciaire.
Par Freddy Herschkowitz, Union des Patrons et des Professionnels Juifs de France, 7 juin 2008
http://tinyurl.com/6qmqzw

(12) MÉDIAS. Qui a tuĂ© le jeune Palestinien de Netzarim, le 30 septembre 2000 ?
Par Denis Jeambar et Daniel Leconte. Le Figaro, 25 janvier 2005
http://www.debriefing.org/0176.html

(13) L´Affaire Enderlin. Being a French journalist means never having to say you´re sorry. By Anne-Elisabeth Moutet, the weekly Standard, Volume 013,
Issue 41, July 7, 2008
http://tinyurl.com/5tunte

Rating Facts far Below Reputation: Insights into the French Intellectual Scene and the Al Durah Affair. By Richard Landes, Augean Stables, June 28, 2008
http://tinyurl.com/5qbath

(14) Blandine Kriegel, Ă©pouse du journaliste Alexandre Adler (1943 - ). Laurent Le Mesle, Le Monde, 14/15 juillet 2002, p. 5
http://www.denistouret.net/constit/Kriegel.html

Disparition d´Annie Kriegel, L´HumanitĂ©, 28 aoĂ»t 1995
http://www.humanite.fr/1995-08-28_Articles_-Disparition-d-An nie-Kriegel

(15) Laurent Le Mesle, procureur général trÚs politique. Par Laurence Dequay, Marianne, 16 septembre 2006
http://tinyurl.com/5qvff6

Artikel ĂŒber Mohammed al-Dura

Mohammed al-Dura. Der Appell fĂŒr Charles Enderlin. 23. Juni 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-06-23_00-13-05.html

Mohammed al-Dura. Esther Schapira und die MĂ©na. 21. Juni 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-06-21_23-12-06.html

Mohammed al-Dura: Freispruch fĂŒr Philippe Karsenty. 21. Mai 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-05-21_20-52-43.html

Mohammed al-Dura. Jetzt wirdÂŽs eng fĂŒr Charles Enderlin. 2. Oktober 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-10-02_21-45-48.html

Mohammed al-Dura. LĂŒgen haben kurze Beine. Dokumentation.
20. September 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-09-20_14-00-00.html

Justiz und Medien Frankreichs im Dienst der Politik des Jacques Chirac,
2. November 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-11-02_02-21-36.html

"Paradise Now", Amnesty International und die Intifada II. 28. Februar 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-02-28_20-11-07.html

Der Fernsehkanal France 2 als aktiver KĂ€mpfer der Al-Aqsa Intifada.
10. Februar 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-02-10_01-52-36.html

Flucht und Vertreibung der PalÀstinenser in deutschen Online-Medien.
22. Oktober 2003/10. Februar 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-02-10_03-57-59.html


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