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"Plume du Paon" - Mark Renn├ę: Mit Li Jiwei in der Bubble Bar

Im Olympischen Schwimmstadion sitzen die VIPs auf dem gr├Â├čten Bild Chinas.

Die Bubble Bar, chinesisch Pao Pao Ba, im zweiten Stock des olympischen Schwimmstadions ist der einzige Raum, aus dem heraus man die einzelnen Baumodule, die Wasserblasen, der Au├čenkonstruktion des futuristischen Wasserw├╝rfels nicht nur sehen, sondern auch ber├╝hren kann. Der chinesische K├╝nstler Li Jiwei goss dort auf einer Fl├Ąche von 500 Quadratmetern eine blaue Fussbodenkomposition mit gestischen Einsprengseln und Counterblubbers. Wasserblau leuchtet der Boden, er scheint zu flie├čen. "Ich habe mein Bild quasi aus dem Rahmen genommen und direkt auf den Fu├čboden gemalt; so ist innerhalb des Stadions ein St├╝ck Raumkunst entstanden", sagt Li Jiwei.

Obwohl Li Jiwei an den Kunstakademien in Peking und Wien traditionelle Tusche- und abstrakte Malerei studiert hatte, mu├čte er f├╝r die Bubble Bar noch eine einw├Âchige Schulung bei BAYER in Leverkusen absolvieren. Das Vorgehen erforderte h├Âchste Konzentration; denn die neuartigen Fussbodenfarben laufen wie Pfannkuchenteig und h├Ąrten schnell aus. Zehn Stunden hat Li Jiwei ohne Unterbrechung gegossen, bis er am Ausgang angekommen war. Dabei nutzte er den erlernten Tuschegestus ÔÇô jeder Strich mu├č sitzen; eine nachtr├Ągliche Korrektur ist nicht m├Âglich. Im Ergebnis flie├čt der Boden und scheint wie die Decke und der ganze Bauk├Ârper in Bewegung versetzt.

W├Ąhrend der olympischen Spiele ist die Bubble Bar den VIPs vorbehalten, die sich dort erfrischen; sp├Ąter soll sie allgemein zug├Ąnglich sein. ├ťber die Wirkung der neuen Kunst im ├Âffentlichen Raum in China sagt Li Jiwei: "Die neue Kunst vermittelt den B├╝rgern ein Lebensgef├╝hl, das viel dynamischer ist, als es fr├╝her der Fall war; das sich weniger an ├╝berkommenen Normen orientiert und die Dinge von unterschiedlichen Blickwinkeln aus betrachtet. Neue Inhalte, ├╝ber die diskutiert und nachgedacht werden muss, verleihen der ├Âffentlichen Diskussion eine zus├Ątzliche Spannung. Und indem die Menschen diese freie Kunst betrachten, beginnen sie zu verstehen, wie wichtig Individualismus und kreatives Schaffen sind."

Hoffen wir, dass auch immer mehr Entscheidungstr├Ąger in China zu dieser Einsicht gelangen, die f├╝r die K├╝nstler schon l├Ąngst zu einer Selbstverst├Ąndlichkeit geworden ist.

(Leicht gek├╝rzter Text von Andreas Schmid auf Artnet)

12. August 2008

K├╝nstlerportr├Ąt Li Jiwei. Die Suche nach Selbstverst├Ąndlichkeit.
Von Andreas Schmid, artnet, 7. August 2008
http://www.artnet.de/magazine/features/aschmid/aschmid08-05- 08.asp

Li Jiwei. Gestaltung des Bodens in der Bubble Bar im Olympischen
Schwimmstadion Water Cube in Peking, 2008, artnet.de, Foto 4
http://tinyurl.com/5rwkd5

Li Jiwei. Gestaltung des Bodens in der Bubble Bar im Olympischen
Schwimmstadion Water Cube in Peking, 2008, artnet.de, Foto 5
http://tinyurl.com/5pajay

Li Jiwei. Gestaltung des Bodens in der Bubble Bar im Olympischen
Schwimmstadion Water Cube in Peking, 2008, artnet.de, Foto 6
http://tinyurl.com/6f6zqv

Makrolon® von Bayer MaterialScience für die Deutsche Botschaft in Peking: Mit Kunstinstallation "inForm" perfekt für Olympia gestylt. Bayer pressrelations.de,
5. August 2008
http://tinyurl.com/6nmdcq

Der K├╝nstler Li Jiwei schafft eine Olympische Botschaft in Peking.
10. August 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-08-10_16-05-08.html


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