Homepage von Gudrun Eussner
Gudrun Eussner
Links
Homepage von Gudrun Eussner
Artikel

Die Juden im Islam. "Allah liebt nicht die Unheilstifter"

Carlo Panella oder: Was deutsche Verlage den Lesern nicht zumuten wollen ...

Und die Juden sagen: "Die Hand Allahs ist gefesselt." Ihre H√§nde sollen gefesselt sein, und sie sollen verflucht sein um dessentwillen, was sie da sprechen. Nein, Seine H√§nde sind weit offen; Er spendet, wie Er will. Und was auf dich von Deinem Herrn herabgesandt wurde, wird gewi√ü viele von ihnen in ihrem Aufruhr und Unglauben noch best√§rken. Und Wir haben unter ihnen Ha√ü und Zwietracht bis zum Tage der Auferstehung ges√§t. Sooft sie ein Feuer f√ľr den Krieg anz√ľndeten, l√∂schte Allah es aus, und sie trachteten nur nach Unheil auf Erden; und Allah liebt nicht die Unheilstifter. Koran. Sure 5:64

Die "j√ľdische Verschw√∂rung" in der islamischen Geschichte

Aus dem antisemitischen Schema der Verschw√∂rung der Banu Quraizah, von 627, geht in der muslimischen Ummah das erste politisch-religi√∂se Drama hervor: der Tod des Propheten. Mohammed stirbt an einer Vergiftung durch eine J√ľdin, eine falsche Islamkonvertitin, behauptet Marwan bin Uthman, ein Historiker ... Bevor er starb habe ihm die vom Glauben abgefallene J√ľdin Zaynab, Tochter des Harith, vergiftetes Lammfleisch gereicht ... Es bleibt die Tatsache, da√ü die Legende den Juden die Charakterisierung als Verr√§ter und Verschw√∂rer zuschreibt und festigt ...

Ali ibn Abu Talib ist der Schwiegersohn (Mohammeds, Ehemann seiner Tochter Fatima) und einer seiner ersten und gl√§ubigsten Anh√§nger ... Ali wird erst 656 als Kalif inthronisiert, aber 661 ermordet; das gleiche Schicksal ereilt seine S√∂hne Hussein, ermordet vom Kalifen Yazid in Kerbala, 689, und Hassan. ... Gem√§√ü der in einigen Kapiteln der Sira, der Biographie des Propheten und der vier Rechtgeleiteten Kalifen (632-657), erz√§hlten sunnitischen Tradition (vor allem durch al-Tabari), ist der Grund f√ľr diesen epochalen Bruch (in Sunna und Schia) die Verschw√∂rung des Abdallah ibn Saba, eines jemenitischen Juden, eines falschen Konvertiten, der Ali dazu aufgestachelt habe, den dritten Kalifen Othman bin Haffa zu ermorden, und vor allem, an seinen eigenen gewisserma√üen g√∂ttlichen Aufstieg zu glauben. Die Bedeutung dieser Person ist derartig, da√ü ihr in der Encyclop√©die islamique eine ganze Seite gewidmet wird. Der Grund dieses gro√üen Erfolges ist offensichtlich: Das Schisma in der Ummah durch die Schiiten ist das Werk einer Verschw√∂rung eines j√ľdischen Marranen, das ist nicht der wahre Islam, sondern die Handlung der Feinde des wahren Glaubens hat das bewirkt, allein, um die Muslime zu verwirren und zu besiegen.

Zur Best√§tigung der Radikalit√§t des Archetyps der "j√ľdischen Verschw√∂rung" in der muslimischen Kultur, um das gro√üe Ungl√ľck der Ummah und die Teilung der polis zu erkl√§ren, wird eben diese Person des Juden Abdallah ibn Saba ... von den Schiiten beschuldigt, innerhalb ihrer Glaubensgemeinschaft gro√üe Zwistigkeiten ges√§t zu haben. Also bleibt der "b√∂sartige Jude" Ibn Saba in der Erinnerung und in der Legende der Muslime aller und jeder Richtungen des Schismas sowie seiner Urheberschaft angeklagt. Eine derartig eindrucksvolle Rolle, da√ü die Encyclop√©die islamique direkt die Begriffe "Saba´iyya", "Sabayiyya" und "Sababiyya" zur Definition der Anh√§nger dieser Sekte wiedergibt.

Die schiitische Welt spaltet sich auf in viele Richtungen, die wichtigste dieser Aufspaltungen findet statt beim Tod des sechsten Imams, Djafar as-Sadiq (765), als es um die Entscheidung geht, welcher von seinen beiden S√∂hnen die Nachfoge antritt, Ismail (736?-760) oder Musa al-Kazim (745-799). Von daher stammen die Zw√∂lferschiiten, die al-Kazim als Nachfolger anerkennen, und die Siebenerschiiten, die Ismailiten, die Ismail als den letzten Imam ansehen. Ausl√∂ser ist eine Auseinandersetzung, die auf Fragen der Legitimit√§t gr√ľndet und immer mehr einen doktrin√§ren Wert gewinnt. Selbstverst√§ndlich wird das ismailitische Schisma von den Zw√∂lferschiiten einem Juden zugeschrieben, Abdallah ibn Maymun al-Qaddah, einem falschen Konvertiten.

Und noch ein Jude, Labid, mit offensichtlicher und schwerwiegender apostatischer Absicht, sei der Urheber der Doktrin des "geschaffenen Korans" (also nicht ewig, sondern interpretierbar, nicht f√ľr alle Zeiten in allen seinen Erkl√§rungen dogmatisch festgelegt).

Im 10. Jahrhundert gibt es mit der Entstehung des Fatimidenkalifats (909-1171) eine weitere schiitische Abspaltung des Kalifats, mit Sitz in Kairo. Auch dieses wird selbstverst√§ndlich von einem Juden durch dessen Handlungen gelenkt, von einem falschen Konvertiten, (dem Wezir)Jacob ibn Killis. Er, der Apostat, ist gem√§√ü der muslimischen Metageschichte der j√ľdischen Verschw√∂rung, Urheber und Drahtzieher von drei zeitgleich herrschenden Kalifaten: der Abbasiden in Bagdad (750-946), der 910 in Algerien entstandenen und sp√§ter nach Kairo transferierten schiitisch-ismailitischen Fatimiden und der 929 entstandenen Omayyaden in Cordoba, in Andalusien, Spanien.

Bernard Lewis dokumentiert, wie die Gegner der Fatimiden diese angeschuldigt haben, wie der falsche Konvertit und S√§er von Zwietracht Abdallah ibn Maymun, ihr Vorg√§nger und Gr√ľnder des ismailitischen Schismas, j√ľdischen Ursprungs zu sein. Wieder einmal kann nur eine Verschw√∂rung der ungl√§ubigen Juden eine dramatische Spaltung nicht nur in der muslimischen Glaubensgemeinschaft sein, sondern direkt im arabischen Staate.

Freie √úbersetzung: Gudrun Eussner, 2. September 2008

Quellen

Il "complotto ebraico". L´antisemitismo islamico da Maometto a Bin Laden.
Lindau s.r.l., Turino 2005, p. 64-66
http://tinyurl.com/5ddbt7

Koran. Sure 5 Al-Ma´ida. Der Tisch. Koordinationsrat der Muslime in Deutschland
http://islam.de/1410.php

Carlo Panella. The Idea of the Jews as Plotters comes from the Earliest Layer of Islamic Tradition. Il Caduceo
http://www.ilcaduceo.it/Caduceo/English/panella.asp

Abdallah ibn Maymun al-Qaddah was a Jew, of the family of Shalala, of Salamiyya. The Hidden Imams of the Ismailis. By Sami N. Makarem. Quarterly Journal of the American University of Beirut, Vol. XXI, Note # 61
http://www.ismaili.net/Source/0910.html


Hoch zum Seitenanfang Diese Seite drucken
Zurück zur vorigen Seite Zum Archivdieses Abschnitts Weiter zur nächsten Seite