Homepage von Gudrun Eussner
Gudrun Eussner
Links
Homepage von Gudrun Eussner
Artikel

McCain/Obama: Impressionen aus der Meta-Kampagne

Ich sehe am 16. Oktober 2008, von 3:00 - 4:30 Uhr, auf CNN die Debatte McCain/Obama und warte anschlie├čend noch eben die M├Ąrchen dar├╝ber ab, da├č Barack Obama als Pr├Ąsident besser geeignet ist als John McCain. Gespannt bin ich nur, wie hoch der Sieg ausf├Ąllt, und CNN entt├Ąuscht mich nicht: 58 Prozent der Befragten der unmittelbar nach Ende der Debatte durchgef├╝hrten CNN-Umfrage sprechen Barack Obama den Sieg zu, gegen 31 Prozent f├╝r John McCain, die positive Einsch├Ątzung des Kandidaten der Demokraten steigt von 63 auf 66 Prozent, die von John McCain sinkt von 51 auf 49 Prozent: at its all time low. Es walten die CNN Politics, das hat mit der Abbildung der Realit├Ąt nichts mehr zu tun, nicht einmal von weitem, sondern Time/Warner wollen etwas zur├╝ckhaben von ihren 338 527 Dollar Wahlkampfspenden, die sie an Barack Obama ausgegeben haben; man kann´s verstehen. (1)

Endlich wollen die Unternehmen, die acht Jahre von George W. Bush, Donald Rumsfeld (kennt den noch einer?) und Dick Cheney, von Halliburton, Kellogg Brown&Root, der Carlyle Group, Bechtel, Lockheed Martin, Booz Allen Hamilton, Northrop Grumman, vom Project for The New American Century, vom JINSA und der Alkovenphilosophie des Irving Kristol au├čen vor gelassen oder zumindest nicht maximal beteiligt worden sind, an den Kuchen. Sein Sohn Bill Kristol macht sich bereits an sie heran, schlie├člich mu├č man sehen, wo man bleibt. (2)

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Soros Fund Management, LLC, Terminator Jugoslawiens, Milliard├Ąr und Menschenfreund George Soros, Big Spender for Barack, ist einer von ihnen; er meint, da├č er jetzt seine Macht mittels seines Barry Boys noch mehr erweitern sollte, damit es im Stil der letzten acht Jahre weitergeht, nur mit anderem Personal, mit seinem. (3)

Damit sich gerade nichts ├Ąndert in den USA, mu├č unbedingt Barack Obama ins Pr├Ąsidentenamt gehievt werden, der kann besser dienlich sein als Hillary Clinton, die der Finanzier weniger gut kontrollieren kann, weil sie ganz anders verankert ist im politischen Set als der junge Senator von Illinois. Der Aufbau des Barack Obama zum zuk├╝nftigen Bewerber ums Wei├če Haus beginnt bereits vor den Pr├Ąsidentschaftswahlen vom November 2004 - vielleicht bezieht sich darauf die Anspielung von John McCain in der Debatte, wenn er gegen George W. Bush antreten wollte, w├Ąre der Termin vor vier Jahren gewesen.

Ende 2006 geht die Kampagne richtig los, und im Januar 2007 k├╝ndigt Barack Obama seine Kandidatur an. Bis dahin hat George Soros auch Hillary Clinton gro├čz├╝gig finanziert, aber damit ist nun Schlu├č. Barack Obama stellt sein Wahlkampf-Komitee zusammen und George Soros setzt auf ihn. Seine erste Spende von 2 100 Dollar schickt er bereits einige Stunden, nachdem Barack Obama seine Kandidatur verk├╝ndet hat. "Soros glaubt, da├č Senator Obama neue Energie ins politische System bringt und das Potential besitzt, ein F├╝hrer der Transformation zu werden," sagt Michael Vachon, ein Sprecher von George Soros. Wohin die Transformation f├╝hren soll, dar├╝ber schweigt die New York Times sich aus, vielleicht hat´s Michael Vachon nicht mitgeteilt, und die Korrespondenten der New York Times sehen keine Veranlassung nachzufragen. (4)

Die gro├če Party zum Spendensammeln f├╝r den Kandidaten Barack Obama findet am 9. April 2007 im Haus des Finanzmagnaten Steven Gluckstern und seiner Frau Judy statt, dem fr├╝heren Pr├Ąsidenten von George Soros´ Democracy Alliance. Ich empfehle, im Artikel des New York Magazine das Foto der Lichtgestalt zu betrachten, die unter bewundernden Blicken der Geldgeber auf einer unteren Stufe der Treppe eine Rede h├Ąlt, den Blick in die Fernen der Zukunft gerichtet. George Soros, den Besitzer dieses Schatzes, sieht man neben der Treppe sitzen, zwischen dem Kandidaten und dem Gastgeber, alle anderen stehen. Nach dieser Party flie├čen die Millionen, insgesamt etwa eine halbe Milliarde Dollar, in den Wahlkampf des Barack Obama. Die Herkunft etwa der H├Ąlfte des Betrages kann das Wahlkampfb├╝ro des Kandidaten bis heute nicht belegen, er stammt angeblich von vielen kleinen schwarzen und anderen armen Spendern. (5)

Aber zur├╝ck zur Debatte vom 16. Oktober 2008! Vom Spiegel erwarte ich nichts anderes als ├╝bersch├Ąumendes Lob f├╝r den Liebling Barack Obama. Marc Pitzke in seiner Verbohrtheit wei├č, da├č John McCain die letzte Chance verspielt hat. Wessen Chance? Hat er seinem Urteil die Umfrageergebnisse von CNN zu Grunde gelegt oder phantasiert er selbst? (6)

Ich bin sehr gespannt, welche Begeisterungsst├╝rme ├╝ber den Auftritt von Barack Obama ich auf der Site des Figaro lese, aber nichts da! Es gibt das 12 Minuten-Video einer sehr ausgewogenen Einsch├Ątzung der Debatte durch Marjorie Paillon und Guillaume S├ęrina, zwei junge, auf die amerikanische Politik spezialisierte Journalisten: Keiner der beiden hat F├╝hrungsf├Ąhigkeit bewiesen. So kann man die beiden Kandidaten tats├Ąchlich bewerten. Die ├äu├čerungen haben nichts von der vom Figaro bislang gew├Âhnten Indoktrination, von den L├╝gen und Behauptungen, mit denen die Leser seit Wochen ├╝bersch├╝ttet werden. (7)

Vielleicht ist Figaro-Korrespondent Philippe G├ęlie davon informiert worden, da├č die angeblich in der Wahlveranstaltung von Sarah Palin in Scranton durch einen Teilnehmer ausgesto├čenen Worte "kill him" von niemandem au├čer vom Mitarbeiter der Scranton Times-Tribune David Singleton geh├Ârt worden sind? Keiner der in der Menge postierten Sicherheitsbeamten hat es vernommen, Dutzende von Teilnehmern werden vom Secret Service befragt, niemand kann das best├Ątigen, nicht einmal Anh├Ąnger der Demokraten, nur ein Single h├Ârt den Ton. Mit solchen L├╝gen macht Barack Obama Propaganda und punktet. (8)

Die Demokraten und ihre Medien l├╝gen sich in die Tasche, und ich f├╝rchte, da├č sich viele W├Ąhler fragen, ob sie mit ihrer negativen Ansicht ├╝ber Barack Obama nicht voll daneben liegen, wenn praktisch alle Medien das anders sehen als sie. Zombie schreibt einen ausf├╝hrlichen Essay, wie Umfrageergebnisse zustande kommen und ├╝ber Clever Hans, ein kluges deutsches Pferd, letztmalig gesichtet zu Beginn des 20. Jahrhunderts, von da an geht´s mit Deutschland bergab. (9)

Eine Gruppe von unentschiedenen W├Ąhlern aus Ohio, M├Ąnner und Frauen, bedienen sich im Auftrag des CNN eines Apparates, um w├Ąhrend der Debatte jeweils ihr Einverst├Ąndnis oder ihre Ablehnung der ├äu├čerungen beider Kandidaten anzuzeigen. Unter dem Bild werden die Ergebnisse in Form gr├╝ner und brauner Linien angezeigt, gr├╝n f├╝r die M├Ąnner, braun f├╝r die Frauen. Bei Barack Obamas Reden sind die Frauen immer um einiges mehr angetan in ihrer Wertung, was immer er von sich gibt. Wenn es um Wirtschaft geht, geben die M├Ąnner John McCain und nicht Barack Obama hohe Werte, die Frauen d├╝mpeln irgendwo weit darunter, nicht so, wenn Barack Obama ├╝ber Wirtschaft spricht, dann gibt´s hohe Werte von den Frauen. CNN hat anscheinend bewu├čt Frauen ausgew├Ąhlt, die keine Ahnung von Wirtschaft haben und die das Thema nicht interessiert, obgleich die Wirtschaft neben dem Gesundheitswesen DAS Thema ist. So geriert man niedrige Werte f├╝r John McCain.

Das Geschw├Ątz der sogenannten Experten von CNN ist kaum ertr├Ąglich, selbstredend sind sie in gro├čer Mehrheit f├╝r Barack Obama und erleben dessen Auftritt entsprechend als gelungen. Unter den Sympathisanten des John McCain ist wie schon zur Debatte Palin/Biden ausgerechnet Bill Bennett eingeladen. Ich habe meinen Lesern diesen Heuchler schon vor f├╝nf Jahren vorgestellt, im dritten Teil meines Artikels ├╝ber Stiftungen, Think Tanks und Neokonservative in den USA. (2)

Lustig ist es, die Kontrollgruppe in der Universit├Ąt von Ohio zu sehen - oder ist das eine andere als die mit den gr├╝n-braunen Werten? N´importe, ich bin schon reichlich m├╝de zu der Zeit. Es geht jedenfalls um 30 Leute, die angeblich bis zu dem Tag unentschieden sind, wen sie w├Ąhlen sollen. Nach der Debatte sind ein Dutzend f├╝r John McCain und der Rest, also die gro├če Mehrheit, f├╝r Barack Obama. Quod erat demonstrandum. Dann fragt die Moderatorin die Gruppe, wer seine Meinung von vor der Debatte ge├Ąndert hat. Es sind drei bis vier Leute, zugunsten von Barack Obama. Wie das, wenn sie vorher unentschieden gewesen sind? Das ist das wesentliche Kriterium f├╝r die Einladung, 30 unentschiedene W├Ąhler aus dem Swing State Ohio, woher auch der Installateur Joe Wurzelbacher stammt, Joe the Plumber. Der ist im Gegensatz zu den Intellektuellen und Medien der USA und Europas davon ├╝berzeugt, das insgesamt John McCain in der Debatte besser abgeschnitten habe, auch wenn er an dessen Vorschl├Ągen zum Gesundheitswesen einiges auszusetzen hat. (10)

Mir ist es sp├Ątestens seit dem Auftritt des Barack Obama beim American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) klar, am 4. Juni 2008, kurz nach seinem Gewinn der Vorwahlen, da├č ich nicht nur gegen diesen Kandidaten bin, sondern da├č es mir graust vor ihm und der Gefahr, die von ihm ausgeht. Mistk├╝bel sch├╝ttet George Soros, der G├Ânner des Barry Boy, ├╝ber die Politik der USA und Israels sowie ├╝ber das Komitee aus. Er meint, Israel stranguliere Gaza durch internationalen Boykott, fordert die Anerkennung einer Regierung unter Einschlu├č der Hamas, und das AIPAC bekommt den Vorwurf, eine hypnotische Wirkung auf die Demokraten auszu├╝ben. Er fordert die Juden Amerikas auf, das AIPAC umzukrempeln, es habe eine Mitschuld, da├č Israel so gef├Ąhrdet sei. Es geht ihm um die "j├╝dische Lobby", der Einhalt geboten werden soll. Die Kritiker der Besatzungspolitik, der Kontrolle und der Unterdr├╝ckung der Bev├Âlkerung der West Bank und Gazas d├╝rften nicht l├Ąnger des Antisemitismus beschuldigt werden. (11)

Das ist der Finanzier des Kandidaten der Demokraten. Eine solche Politik erwartet die Amerikaner, die Israelis und uns Europ├Ąer, wenn Barack Obama ins Wei├če Haus einzieht. Seinen Weg dahin pflastern L├╝gen. Er erkl├Ąrt unter rauschendem, nicht enden wollenden Beifall der Teilnehmer der AIPAC-Veranstaltung: Jerusalem must remain the capital of Israel and it must remain undivided. Jerusalem mu├č die Hauptstadt Israels bleiben, und die Stadt mu├č ungeteilt bleiben. (18:56). Schon einen Tag sp├Ąter tritt er von dieser K├╝hnheit zur├╝ck und relativiert seine Zusicherung. Dennoch entbl├Âdet sich der Kandidat nicht, die Rede bei YouTube weiter zu belassen. Wenn man bei Google barack obama - aipac - june 2008 eingibt, ist das Video das erste Angebot von 255 000; es folgen seitenweise Eintr├Ąge ├╝ber die Rede beim AIPAC, darunter viele von arabischen Blogs, deren Betreiber nicht mit Kritik sparen. Die R├╝cknahme seiner Worte ist nur schwer zu finden. In der Washington Post liest man am Morgen des 6. Juni 2008 dar├╝ber: Obama tritt zur├╝ck von seinem Kommentar ├╝ber das ungeteilte Jerusalem. Da ist die R├╝cknahme einen Tag alt, ebenso alt wie die Zusicherung hat werden d├╝rfen. Als Grund f├╝r die R├╝cknahme wird Kritik der Pal├Ąstinenser angegeben; sie also bestimmen die Politik des Kandidaten der Demokraten. Ob ihm George Soros der Eigenm├Ąchtigkeit beim AIPAC wegen einen auf seinen Hintern gibt? Verdient h├Ątte es der Schelm. (12)

Es scheint ganz ohne den Klugen Hans auch mit der Gesellschaft der USA z├╝gig bergab zu gehen, jedenfalls, wenn die Kr├Ąfte am 4. November 2008 siegen, die einen Barack Obama erm├Âglichen, Milliard├Ąre wie George Soros und Medien wie CNN. Der Sender gestaltet die Debattennacht spannend, klare Einsch├Ątzungen bekommt man jedoch nicht von dort, sondern von Marjorie Paillon und Guillaume S├ęrina, den jungen Journalisten des Figaro, und von Joachim Steinh├Âfel, auf Politically Incorrect. (13)

16. Oktober 2008

Quellen

(1) Poll: Debate watchers say Obama wins. CNN Politics, October 16, 2008
http://edition.cnn.com/2008/POLITICS/10/15/debate.poll/index .html

Video. Community Reinvestment Act to Blame. TheMouthPeace. Burning Down The House: What Caused Our Economic Crisis? YouTube, September 30, 2008
http://www.youtube.com/watch?v=1RZVw3no2A4&feature=related

(2) Stiftungen, Think Tanks und Neokonservative in den USA. 23. Mai 2003
http://www.eussner.net/artikel_2004-05-01_18-46-30.html

Zerst├Ârung von Kirchen und Kl├Âstern. KFOR und NATO im Kosovo. 11. M├Ąrz 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-03-11_01-35-11.html

(3) George Soros. International Crisis Grup
http://www.crisisgroup.org/home/index.cfm?id=4253

How it is done. Taking over the Trepca mines: Plans and Propaganda.
By Diana Johnstone, Emperor´s Clothes, February 28, 2000
http://www.emperors-clothes.com/articles/Johnstone/howitis.h tm

(4) Clinton Enters ´08 Field, Fuelling Race for Money. By Patrick Healy and
Jeff Zeleny, NY Times, January 21, 2007
http://tinyurl.com/3g99d3

(5) Money Chooses Sides. By John Heileman, New York Magazine, April 16, 2007
http://nymag.com/news/politics/30634/

(6) McCain verspielt die letzte Chance. Von Marc Pitzke, Spiegel, 16. Oktober 2008
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,584486,00.html

(7) Aucun des deux n´a fait preuve de leadership. Video. Marjorie Paillon et
Guillaume S├ęrina, Le Figaro, 16 octobre 2008
http://tinyurl.com/4p3966

(8) Secret Service: No One Shouted ´Kill Him´ About Obama.
By Matthew Sheffield, NewsBusters, October 16, 2008
http://tinyurl.com/48eywq

(9) The Left┬┤s Big Blunder. The disastrously counter-productive strategy
of Obama┬┤s supporters, zombietime.com, October 15, 2008
http://www.zombietime.com/lefts_big_blunder/

(10) Kopf des Tages: "Installateur Joe" hat seine gro├če Stunde.
Von Susi Schneider, derStandard.at, 16. Oktober 2008
http://derstandard.at/?url=/?id=1224169783187

(11) On Israel, America and Aipac. By George Soros,
The New York Review of Books, April 12, 2007
http://www.nybooks.com/articles/20030

(12) Video. Barack Obama at AIPAC, YouTube,
posted by barackobamadot.com, June 4, 2008
http://www.youtube.com/watch?v=0cOJNC2EuJw

Obama Backs Away From Comment on Divided Jerusalem. By Glenn Kessler, Washington Post, June 6, 2008
http://tinyurl.com/68pbtl

(13) McCain gewinnt drittes TV-Duell gegen Obama. Von Joachim Steinh├Âfel,
Politically Incorrect, 16. Oktober 2008
http://www.pi-news.net/2008/10/mccain-gewinnt-drittes-tv-due ll-gegen-obama/


Hoch zum Seitenanfang Diese Seite drucken
Zurück zur vorigen Seite Zum Archivdieses Abschnitts Weiter zur nächsten Seite