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Mumbai: Die Daily Mail berichtet ├╝ber die Opfer im Chabad-Zentrum

Pamela Geller analysiert einen nicht gezeichneten Artikel der MailOnline, des Online-Auftritts der Londoner Daily Mail, die in ihrer ausf├╝hrlichen Berichterstattung ├╝ber die Beerdigungszeremonie f├╝r Gavriel und Rivka Holtzberg die muslimischen Glaubenskrieger der Deccan Mujahideen neutral zu militants erkl├Ąrt, zu K├Ąmpfern. So bedarf es keines Blickes auf den Islam, die Glaubenskrieger von Dekkan k├Ânnen dazu auffordern, so viel sie wollen. Die Juden dagegen werden sechsmal als ultra-orthodox bezeichnet, damit wird suggeriert, da├č es unter den Juden ebenfalls Extremisten gibt, gegen die sich der Terror richtet, die eine Extremistengruppe k├Ąmpft gegen die andere.

Rabbi Moshe Kotlarsky, ein Chabad Repr├Ąsentant aus New York, sagt in seiner Rede entgegen MailOnline nicht, den M├Ârdern w├╝rde mit Fackeln begegnet, was soviel hei├čt, sie auszur├Ąuchern, sondern man begegne ihnen mit Licht. Es trauern nicht nur religi├Âse Frauen, woher immer die Berichterstatter das wissen wollen, sondern es sind M├Ąnner und Frauen aus Israel, darunter viele Mitglieder von Chabad.

MailOnline berichtet nicht, da├č beide Oberrabbiner von Israel teilnehmen, Shlomo Amar und Jona Metzger, die Repr├Ąsentanten der sephardischen und der aschkenasischen j├╝dischen Gemeinden, und auch der Rabbiner der Chassidut Ger ist unter den Trauerg├Ąsten; er tritt sehr selten in der ├ľffentlichkeit auf. Es ist eine Trauerfeier aller Juden Israels und der Welt.

Der Artikel ist inzwischen ge├Ąndert worden, von dem angeblich zweiten Kind, das Rivka Holtzberg erwartet, als sie gemordet wird, ist nichts mehr zu lesen, bei meiner ersten Lekt├╝re des Artikels steht´s da. Jeder, der sich mit dem Verbrechen an den Juden im Chabad-Zentrum befa├čt, wei├č, da├č es ihr viertes Kind ist, ihr erstes ist im Alter von dreieinhalb Jahren an einer genetischen Krankheit gestorben, an der auch das zweite Kind leidet. Der von der K├Âchin Sandra Samuel gerettete Moshe Zvi ist ihr drittes Kind.

W├Ąhrend die MailOnline die leicht zu widerlegenden Behauptungen ├╝ber die Anzahl der Kinder umgehend ├Ąndert, bleibt sie ihrer Mission treu, die Juden in die Ultra-Ecke zu stellen. Dazu f├╝gt sie in der Nachbarschaft auf Zetteln an die W├Ąnde geheftete Todesdrohungen hinzu: ´M├Âge Gott sie r├Ąchen´. Es mu├č unbedingt etwas h├Ąngen bleiben an den Juden, damit man sie mit den muslimischen Glaubenskriegern gleichsetzen oder sie doch zumindest in ihre N├Ąhe r├╝cken kann. Lautsprecherwagen f├╝hren durch die Gegend mit Kl├Ąngen von Schreien der Trauernden und von Psalmenrezitationen: The grimness of the funerals was deepened by the conviction that the victims were struck because of their religion. Die Grimmigkeit der Beerdigungszeremonie wurde vertieft durch die ├ťberzeugung, da├č die Opfer ihrer Religion wegen getroffen wurden. So sehen es nicht etwa die Journalisten der MailOnline, sondern sie zitieren die betroffenen Juden und ├╝berlassen die Einsch├Ątzung des Angriffs ihnen.

Den ermordeten US-B├╝rger Leibish Teitelbaum betreffend, der in Jerusalem gelebt hat, wird den Lesern mitgeteilt, da├č es auch Juden gebe, die aus ideologischen Gr├╝nden gegen den Staat Israel seien. Die Gr├╝nde werden nicht erkl├Ąrt; sind es politische, sind es religi├Âse? Aber die Israelis werden beschuldigt, sich ├╝ber die "Ideologie" des Leibish Teitelbaum hinwegzusetzen; denn auch sein Sarg sei in eine Israelfahne geh├╝llt gewesen. Das habe seine Familie sehr gest├Ârt, disturbed.

Keine Zeile widmet MailOnline der Tatsache, da├č die Kamera w├Ąhrend der Beerdigungszeremonie auf Shimon Peres und Ehud Barak schwenkt, die sich hinter vorgehaltener Hand unterhalten und dabei grinsen. Das ist die Trauer, die israelische Regierungsmitglieder zeigen. Von der herzzerrei├čenden Rede des Rabbis Shimon Rosenberg, des Vaters von Rivka Holtzberg wird ebenfalls nichts berichtet, der Mann kann sich kaum auf den Beinen halten, er mu├č gest├╝tzt werden. Alle menschlichen Regungen der Trauer sind, abgesehen vom Hochzeitsfoto des ermordeten Paares und vom Klassiker mit dem kleinen Moshe Zvi in den Armen eines Inders, f├╝r die MailOnline nicht berichtenswert. Die trauernden Frauen werden als religi├Âse j├╝dische vorgestellt; weinen sie, weil sie ultra-orthodox sind? F├╝nf von insgesamt elf Fotos zeigen M├Ąnner in schwarzen Anz├╝gen und H├╝ten der "Ultra-Orthodoxen". Warum reicht nicht eines? Warum mu├č eine Nahaufnahme ver├Âffentlicht werden, das siebente Foto von oben, auf dem die M├Ąnner sehr unvorteilhaft abgelichtet sind? Soll es den Lesern beim Anblick richtig unheimlich werden?

Die Ermordung der Juden im Chabad-Zentrum wird von MailOnline dargestellt als eine Angelegenheit, die allein diese j├╝dische Gruppe betrifft. Demnach ist die Trauerfeier von ihr f├╝r sie. Die Bedeutung des Anschlags f├╝r die Juden Israels und alle Juden weltweit sowie die Bedeutung f├╝r alle Nicht-Muslime der Welt sieht diese Zeitung nicht. Sie steht damit nicht allein, wie bereits die kleine Zitatensammlung, unter Anmerkung 15, in meinem Artikel Indien - Israel: D├ęj├á vu zeigt.

Wen wundert es unter diesen Umst├Ąnden noch, da├č die Zeitung nicht den ├ťberfall der pal├Ąstinensischen Fedajin, arabisch: der Opferbereiten, auf Kfar Chabad erw├Ąhnt, auf das Dorf der Lubawitscher? Vor 52 Jahren, Anfang Mai 1956, Israel ist mitten in den Vorbereitungen zur Feier seines achtj├Ąhrigen Bestehens, ├╝berfallen sie den Ort, dringen zur Synagoge der ├Ârtlichen Landwirtschaftsschule vor, in der die Sch├╝ler sich im Abendgebet befinden, belegen den Raum mit Gewehrfeuer und ermorden f├╝nf Sch├╝ler und den Lehrer; zehn Sch├╝ler werden verwundet.

Dieses Verbrechen ereignet sich elf Jahre vor dem Sechstagekrieg, der angeblich das Verhalten der arabischen Pal├Ąstinenser pr├Ągt, die nur die West Bank und Gaza zum pal├Ąstinensischen Staat machen wollen, ein Vorhaben, das nie bestanden hat und bis heute nicht besteht. Wenn MailOnline ├╝ber diese Grausamkeit berichtete, erschienen die Angriffe in einem anderen Licht, unter einer anderen "Fackel", es w├╝rden Verbindungen deutlich, die nicht in das Bild passen, das von den Chabad-Juden gezeichnet werden soll.

Die Juden werden einmal mehr denunziert und allein gelassen, jeder distanziert sich von ihnen, so gut er kann. Die Daily Mail in Londonistan wird wissen, warum sie nicht nur keine Empathie zeigt f├╝r ermordete Juden, nicht einmal sachlich ├╝ber sie berichtet, sondern sie im Gegenteil noch indirekt bezichtigt; sie wird wissen, warum sie den Terror nicht als Entscheidung bezeichnet, die der Islam den Nicht-Muslimen als Auftakt zu ihrer Unterwerfung aufzwingt. So schreibt es, wie Andrew G. Bostom im American Thinker berichtet, der pakistanische Brigadegeneral S. K. Malik in der in Lahore, 1979, ver├Âffentlichten Anleitung zur F├╝hrung des Glaubenskrieges vor: Terror ist kein Mittel, dem Feind eine Entscheidung aufzuzwingen, sondern er ist die Entscheidung, die wir ihm aufzwingen wollen ...

Vielleicht bilden sich die in der Daily Mail zensierenden Journalisten ein, sie w├╝rden als Anerkennung und zur Belohnung vom muslimischen Glaubenskrieg verschont, wenn er in Gro├čbritannien in die hei├če Phase tritt. Die Geschichte der islamischen Eroberungen lehrt: dem wird nicht so sein!

3. Dezember 2008

Quellen

Jewish mother killed in Mumbai attacks ´was pregnant´... and her son, 2,
may have been beaten by militants. MailOnline, December 2, 2008
http://tinyurl.com/6xyo8w

Irresponsible "Responsible" Media and Their Anti-Jew Bias.
By Pamela Geller, Atlas Shrugs, December 2, 2008
http://tinyurl.com/6hvyjt

Levaya Broadcast: Masses Gather for Holtzberg. ColLive, December 1, 2008
http://www.collive.com/show_news.rtx?id=981

The Rebbe Who Saved a Village. Yediot Achronot on
Iyar 4, 5717 (May 5, 1957). Chabad.org Stories
http://tinyurl.com/6zyema

Indien - Israel: D├ęj├á vu. 29. November 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-11-29_00-47-34.html

Hindus, Jews, and Jihad Terror in Mumbai. By Andrew G. Bostom,
American Thinker, November 30, 2008
http://tinyurl.com/65gsa6

Hindus, Juden und der Terror des Glaubenskrieges in Mumbai.
30. November 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-11-30_21-51-46.html


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