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Prof. Dr. Wolfgang Benz und seine Märchen aus 1001 Berliner Nächten

Im Grunde ist es von Anfang an klar, daß es nichts als Lügen sind, die Prof. Dr. Wolfgang Benz verbreitet über die angebliche Zusicherung des Gesandten der israelischen Botschaft in Berlin Ilan Mor, die Konferenz des ZfA Feindbild Muslim - Feindbild Jude betreffend, aber es ist beruhigend, das nun schriftlich zu haben. (1)

Gleichzeitig kommt heraus, daß auch Lala Süsskind nichts Derartiges hat verlauten lassen. Gemein dabei ist, wie die taz den Professor ins Messer laufen läßt; denn jeder durchschnittlich gebildete Journalist sollte wissen, daß ein Diplomat sich niemals so äußert, erst recht keiner aus Israel. (2)

Ich habe im Artikel Konferenz Feindbild Muslim - Feindbild Jude. Ein Skandal sechs rhetorische Fragen an Ilan Mor gestellt, aus denen allein hervorgeht, daß es sich nur um Erfindungen des Prof. Dr. Wolfgang Benz handeln kann, der Antworten bedarf´s dazu nicht: (3)

  • Welches sind die Kriterien, nach denen er "zusichern" kann, daß Vorwürfe gegen die Konferenz "nicht ernst zu nehmen" sind?
  • Welche Fachkompetenz besitzt der Herr Gesandte für eine derartige Zusicherung?
  • Welche Rolle, die eine Einmischung rechtfertigen könnte, spielt der Staat Israel in der Durchführung der Konferenz?
  • Welche Kritikpunkte in meinem Offenen Brief sind, selbst wenn sie der Diskussion bedürften, "nicht ernstzunehmen"?
  • Ist es üblich, daß Botschaftsangehörige sich in wissenschaftliche oder pseudowissenschaftliche Konferenzen ihres Gastlandes mit Werturteilen einmischen?
  • Beteiligen sich diplomatische Vertreter ihrer Länder an Propagandaveranstaltungen des Gastlandes (nicht einmal der türkische Ministerpräsident hat sich bei seinem Kölner Auftritt deutscher Institutionen bedient)?

Man stelle sich folgende Situation vor: In Tel Aviv veranstalten Wissenschaftler eines Universitätsinstituts eine Konferenz zum Thema "Die meisten Deutschen haben nichts gewußt von der Judenverfolgung und dem Holocaust", Kritiker in Israel stürzen sich auf diese Aussage, und der deutsche Gesandte an der Botschaft in Israel "sichert zu", daß es ganz richtig ist, was die Konferenzveranstalter erklären, daß die Kritik "nicht ernstzunehmen" sei. Das sehr berechtigte weltweite Geschrei über die unzulässige Einmischung möchte ich hören!

Henryk M. Broder berichtet im Tagebuch der Achse des Guten: (4)

Gestern erklärte der Gesandte der israelischen Botschaft, Ilan Mor, in einem Gespräch mit der AdG, er habe nie mit Prof. Benz über den Küntzel-Text gesprochen, die Information sei frei erfunden. Heute hat Lala Süsskind, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, eine mail an Prof. Benz geschickt, in der sie sich dagegen verwahrt, von Benz vereinnahmt zu werden. Sie sei "darüber empört, diese angebliche Aussage… in der Zeitung zu lesen und sich Anfragen dazu stellen zu müssen".

Eine Stellungnahme von Gert Weisskirchen steht noch aus.

"Lügen haben kurze Beine,
wennse fallen hamse keine!"

9. Dezember 2008

Quellen

(1) Feindbild Muslim - Feindbild Jude, Wissenschaftliche Konferenz,
8. Dezember 2008
http://zfa.kgw.tu-berlin.de/feindbild_muslim_feindbild_islam .pdf

(2) Kritik an Antisemitismus-Forschern. "Feindbild Muslim - Feindbild Jude". Von Philipp Gessler, taz.de, 5. Dezember 2008
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/feindbild- muslim-feindbild-jude

(3) Konferenz Feindbild Muslim - Feindbild Jude. Ein Skandal. 6. Dezember 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-12-06_16-02-31.html

(4) Prof. Benz hat ein Problem. Von Henryk M. Broder,
Tagebuch der Achse des Guten, 9. Dezember 2008
http://tinyurl.com/6he3sb


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