
Jon Favreau, Busengrapscher und Held des "Figaro"
Seit dem Obama-Wahlkampf des Figaro kaufe ich das Propagandablatt nicht mehr; dennoch komme ich hin&wieder nicht umhin, Nachrichten über die von seinen Mitarbeitern bewunderten Mitstreiter des Barack Hussein Obama zu lesen. Wo? Im Internet, diesmal auf Pajamas Media. Da geht es um den von Jean-Louis Turlin, dem New Yorker Korrespondenten des Figaro, mit Elogen überschütteten 27-jährigen Jon Favreau, Redenschreiber des Kandidaten und designierten Präsidenten der USA. Er mag ihm schon deshalb ans Herz gewachsen sein, weil er einen französischen Namen trägt und gewissermaßen Franzose ist, einer, der ganz nah an der amerikanischen Macht agiert, näher als Bernard Kouchner jemals: "Yes We Can". (1)
Jon Favreau soll Chef der Obama-Redenschreiber werden, und dazu weiß Pajamas-Autorin Anna Brown, daß es sich bei dem Mann um einen Busengrapscher handelt, der einer Pappfigur keiner geringeren Frau als der designierten Außenministerin Hillary Clinton zeigt, wer welche Position in der Beziehung der Geschlechter einnimmt. Auf einem Foto, das zwei Stunden auf Facebook steht, bevor es dort entfernt und der Washington Post zugespielt wird, ist neben Jon Favreau ein Kollege zu sehen, der dem Objekt Hillary derweil eine Bierflasche vor den Mund hält und es an ihrem Haarschopf zieht. Die Washington Post veröffentlicht das Foto mit dem neutralen Untertitel Incoming Obama administration director of speechwriting Jon Favreau (L) and a friend pose with a cardboard cutout of incoming Secretary of State Hillary Rodham Clinton at a party. Nicht die Zeitung, sondern deren kommentierende Leser sehen in dem Foto ein Problem, das Barack Obama daraus erwachsen könnte. Es ist auch gleich ein Gegenbeispiel aus dem Wahlkampf der Republikaner zur Stelle, um das kleine Mißgeschick zu relativieren. Hillary Clintons Chefberater Philipp Reines hat keine Probleme mit der Szenerie, sie zeige bonhomie, Gutmütigkeit, Jovialität, die jetzt zwischen den Lagern herrsche, Al Kamen, ein Clinton-Berater der Washington Post (sic!) freut sich über das Interesse, das Jon Favreau am Außenministerium nehme. (2)
Ob Philipp Reines die Erklärung mit Hillary Clinton abgesprochen hat oder nicht, ändert nichts an dem Wert, den diese Männer ihr einvernehmlich zuweisen, den Wert eines Objektes, über das zu verfügen ist.
Wer erinnert sich dabei nicht an den Spruch der afghanischen Generalin Suhaila Siddiq, vom November 2001: Hillary Clinton kann ihre eigenen Rechte gegenüber ihrem Mann nicht verteidigen. Wie kann sie die Rechte meines Landes (Afghanistan) verteidigen? She cannot defend her own rights against her husband. How can she defend the rights of my country? (3)
Was es in asiatischen Gesellschaften bedeutet, jemandem über den Kopf zu streicheln, ihn auf den Kopf zu fassen, geschweige denn, ihn an den Haaren zu ziehen, fällt einem ebenfalls ein. Jedesmal, wenn in den ARD- und ZDF-Krimis ein Täter mit dieser Geste ins Polizeiauto bugsiert wird, zucke ich zusammen; denn ich habe mir die Abscheu vor solcher Demütigung ohne Mühe zueigen gemacht.
Nun kann alle Welt sehen, welche Rolle die zukünftige Außenministerin bei den Jungmännern des Barack Obama spielt. Der designierte Präsident Barack Obama hält es mit den Sexisten in seinem Team und schweigt wie auch die MSM dezent, während CNN-Moderatorin (!) Campell Brown abwiegelt und das Opfer des sexistischen Angriffs denunziert: Hillary Clinton hätte inzwischen ihre Ansichten über Sexismus geändert. Kathleen Parker, ein weiteres weibliches Mitglied der Spaßgesellschaft der Demokraten, meint in der Washington Post, frau müsse mehr Humor haben.
Die männlichen Akteure der CNN-Wahlkampfmaschine finden es übel, daß Jon Favreau erwischt worden ist. CNN-Mitarbeiter James Carville meint, Jon Favreau hätte nichts Schlimmes getan, er wäre gerade gut drauf gewesen, "just having a good time"; er hofft, daß er mit 67 Jahren noch Manns genug sein möge, ähnliche Grapschereien zu tun. Für ihn sind diejenigen, die sich aufregen über den Busengrapscher "wirklich kranke Leute". Kevin Madden und Wolf Blitzer sehen, wie vorsichtig man heute, im Zeitalter der ständig bereiten Kameras sein müsse, und Robert Schlesinger, vom U.S. News and World Report, hält die Handlungen an der Pappkameradin für nicht frauenfeindlich.
Anna Brown stellt zum Abschluß ihres Artikels einige Fragen zur doppelten Moral der MSM Berichterstattung: (4)
- Parteiische Politik
- Rassen- vs. Geschlechtervoreingenommenheit
- Clinton- vs. weibliche Familienmitglieder der Kommentatoren
- Favreau und (Obama) Mitarbeiter vs. Durchschnittsmann
- heterosexuelles vs. homosexuelles Abbild
Es versteht sich, daß der Busengrapscher dem Korrepondenten Jean-Louis Turlin keinen Artikel, nicht einmal eine Notiz wert ist. Die 142 Kommentare in den Google-Aktualitäten sind durchweg des Tenors, daß man gar nicht wisse, worum sich Menschen empörten, Busengrapschen an einer Pappfigur sei nicht strafbar, einige meinen, die Hand des Jon Favreau läge gar nicht auf dem Busen, obgleich seine gekrümmte Hand deutlich macht, was er im Sinn hat. Es versteht sich, daß der Kollege mit dem Obama Staff T-Shirt, nur benannt wird als another staffer, er verbleibt in der Anonymität, für die Washington Post ist er Jon Favreaus Freund, obgleich es als sicher gelten kann, daß diese Zeitung und die anderen MSM auch dessen Namen kennen. Die meisten der Kommentatoren aus den MSM, ob Frauen oder Männer, stellen darauf ab, daß man sich möglichst nicht erwischen lassen sollte, und/oder das alles ganz harmlos sei.
Man möge das Foto noch einmal betrachten. Die Geste beider Jungmänner demonstriert, was sie von Hillary Clinton halten: sie ist ein zu vereinnahmendes infantiles Sexobjekt. (2)
17. Dezember 2008
Quellen
(1) Jon Favreau, la jeune plume d´Obama. Par Jean-Louis Turlin, correspondant Ã
New York, Le Figaro, 13 octobre 2008
http://tinyurl.com/43pzpq
Chicago Boys & Girls agitieren die Juden in Florida für Barack Obama.
14. Oktober 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-10-14_00-04-33.html
(2) One More Question ... Photo. By Al Kamen, Washington Post,
December 4, 2008
http://tinyurl.com/5j3my5
(3) West´s feminists under fire from female general. By Stephen Farrell in Kabul, The Times of London, November 28, 2001. Hartford Web Publishing
http://www.hartford-hwp.com/archives/51/131.html
(4) Groping Hillary Without Consequences: The Case of Jon Favreau.
By Anna Brown, Pajamas Media, December 16, 2008
http://tinyurl.com/5sk87r
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