
Nahostkonflikt. Die Rolle Norwegens im Westjordanland
In Gaza hat soeben Mads Gilbert für Aufregung gesorgt. Drei Artikel über den Propagandisten und Arzt und seine deutschen Apologeten befinden sich in meinem Archiv. (1)
Er ist von heute auf morgen kein Gesprächsthema mehr, man hat ihn sang- und klanglos aus dem Linksverkehr gezogen. In diesem Zusammenhang fällt mir eine ältere Geschichte ein, in der ebenfalls Norweger die Hauptrolle spielen. Sie handelt von der 1994 nach dem Attentat von Baruch Goldstein eingerichteten Temporary International Presence in Hebron (TIPH); sie wühlt dort gegen Israel und für die Araber. Man sieht an dieser TIPH-Truppe einmal mehr, daß man Baruch Goldstein erfinden müßte, hätte es ihn nicht gegeben. Ein Baruch Goldstein wiegt fast alle Pogrome, Morde und Attentate auf, die seit dem 7. Jahrhundert von Muslimen an Juden begangen worden sind, den Rest übernimmt Jigal Amir. (2)
In diesem Fall dient Baruch Goldstein der Einrichtung einer von Norwegen geleiteten Überwachungsorganisation der israelischen Aktivitäten in Hebron. Die 500 jüdischen Einwohner der Altstadt und die 7000 Siedler außerhalb werden nicht betreut, sondern beobachtet und denunziert.
Über Vorkommnisse und die Ergebnisse ihrer Tätigkeit berichtet die TIPH angeblich neutral an Israel und die Palästinensische Autonomiebehörde sowie an die sechs Staaten, die sie finanzieren: Norwegen, Italien, Schweiz, Türkei, Dänemark und Schweden, die Finanziers können dann ihrerseits auf diplomatischem Wege tätig werden, um Israel entsprechende Vorhaltungen zu machen und die Weltöffentlichkeit durch ihre Medien auf dem laufenden zu halten. Die Reihenfolge der sechs Länder scheint sich nach den Beiträgen zu richten; denn sie ist nicht alphabetisch. Angeblich entscheiden Israel und die Palästinenser alle sechs Monate, ob das Mandat verlängert werden soll, das die TIPH beauftragt, aktiv daran zu arbeiten, die Parteien an ihre Verpflichtungen zu gemahnen. Nur knapp die Hälfte des Personals, 1994 sind es 71 Personen, arbeiten im Außendienst, der Rest sind Verwaltungsbeamte. (3)
Ihre Aufgabe versteht die TIPH so, und sie schreibt es zur Klarheit auf der Startseite in die Kopfzeile: TIPH is a civilian observer mission in the West Bank city of Hebron. TIPH reports on breaches of the agreements on Hebron and human rights law, and presents its findings to the member countries and to the Palestinian and Israeli authorities. Die TIPH ist eine Beobachtermission in der West Bank Stadt Hebron. TIPH berichtet über Brüche des Abkommens über Hebron sowie der Menschenrechte, und präsentiert den Mitgliedsstaaten sowie den palästinensischen und israelischen Behörden ihre Untersuchungsergebnisse. 2004 habe ich die einseitige Parteinahme der TIPH anläßlich ihres zehnjährigen Jubiläums ausführlich gewürdigt, die geht so weit, daß die israelische Armee laut Auskunft eines Kommandeurs Erkenntnisse über eine Zusammenarbeit der TIPH mit Terrorgruppen besitzt. (4)
Auf ihrer Web Site behauptet die TIPH, daß beide, Israel und die Palästinensische Autonomiebehörde, die Einrichtung dieser Presence gewünscht hätten. Davon kann keine Rede sein, wie man in meinem Artikel nachlesen kann. Die Norweger majorisieren die TIPH, ihr Leiter ist der norwegische Brigadegeneral Roy C. Grottheim. Das rege Treiben der Norweger und ihrer Mitbeobachter in Hebron ist auf der Startseite aufgeführt: (5)
- Siedlergewalt nach der Evakuierung eines besetzten Hauses
- Der Leiter der TIPH traf den palästinensischen Premierminister
- TIPH verteilt während des Ramadans kostenlos Mehl an Bäkereien
- TIPH ist besorgt über die Ausweitung israelischer Siedlungen
- Der norwegische Minister in Hebron
Die Palästinenser halten die TIPH für eine zahnlose Truppe, sie soll ja auch nicht beißen, sondern nachrichtendienstlich tätig sein und Material liefern, das geeignet ist, Israel in der Weltöffentlichkeit zu diskreditieren. Die Palästinenser interessieren am allerwenigsten. Ebenso ist der Druck zu verstehen, den die norwegische Regierung auf Ägypten ausgeübt hat, die beiden Ärzte Mads Gilbert und Erik Fosse über Rafah nach Gaza einreisen zu lassen. Etwa zehn Tage ist dem Erfolg beschieden, dann geht´s über Rafah wieder nach Hause oder zu neuen Abenteuern.
15. Januar 2009
Update, vom 9. März 2009
Am 6. August 2001 verschickt IMRA in ihrem Newsletter Auszüge aus Caroline Glicks Buch They Will Always Favour the Palestinians (Makor Rishon, Yoman, 27. Juli 2001, S. 4-5, hebräisch). Die Übersetzung ins Englische stammt von Gerald M. Steinberg. Deutsch Herbert Eiteneier: TIPH - ein Fehlschlag der "Friedensschützer" fürs Lehrbuch. (6)
Quellen
(1) Gaza. Mads Gilbert und die Medien amputieren am laufenden Band.
9. Januar 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-01-09_22-43-13.html
Gaza. Mads Gilbert als Propagandist und Schauspieler in Pallywood.
11. Januar 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-01-11_06-06-32.html
Gaza. Der Tagesspiegel steht zu Mads Gilbert in Treue fest. 12. Januar 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-01-12_05-08-50.html
(2) Baruch Goldstein and Hebron Ten Years Later. By Ariel Natan Pasko.
Intellectual Conservative.com, 2 March 2004
http://www.intellectualconservative.com/article3182.html
Rabins Mörder feiert 12 Jahre nach der Tat. Von Norbert Jessen, WeltOnline,
2. November 2007
http://tinyurl.com/2y3req
(3) TIPH Leaflet
http://www.tiph.org/filestore/TIPH-leaflet-english_lowres.pd f
(4) Zehn Jahre "Temporary International Presence in Hebron (TIPH)" .
13. April 2004
http://www.eussner.net/artikel_2004-04-13_23-12-37.html
(5) Temporary International Presence in the City of Hebron
http://www.tiph.org/
(6) TIPH - ein Fehlschlag der "Friedensschützer" fürs Lehrbuch. Übersetzungen aus dem Englischen und Anmerkungen: H.Eiteneier. Nahost Infos
http://www.nicht-mit-uns.com/nahost-infos/texte/9TIPH.html
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