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Prinz Turki al-Feisal: L√ľge, Heuchelei und Drohungen

Prinz Turki al-Feisal, das saudische K√∂nigshaus und Saudi-Arabien haben entgegen √Ąu√üerungen des Prinzen in der Londoner Financial Times noch niemals ernsthaft den pal√§stinensisch-israelischen oder gar den arabisch-israelischen Frieden gef√∂rdert. (1)

Sie haben im Gegenteil immer eine Politik gegen Israel und auch gegen die USA betrieben, manifest seit dem 29. November 1947: Emir Feisal Al Saud, Sohn des saudischen Usurpators und Wahhabitenk√∂nigs Abdul Aziz Al Saud, Vater des Prinzen Turki al-Feisal und sp√§terer K√∂nig, erkl√§rt f√ľr Saudi-Arabien, dieses beh√§lt sich das Recht vor, frei zu handeln, in welcher von ihm f√ľr angemessen gehaltenen Art auch immer, im Einklang mit den Prinzipien von Recht und Gerechtigkeit, um die Gr√ľndung des Staates Israel zu verhindern; das ist seine Antwort auf die UN-Resolution Nr. 181 zur Teilung Restpal√§stinas.

Am 15. Mai 1948, mit dem Ende des britischen Mandats f√ľr Pal√§stina und dem Abzug seiner Truppen, hat Israel, einen Tag nach der Unabh√§ngigkeitserkl√§rung, die Art der Freundschaft der Araber erneut zu sp√ľren bekommen. Saudi-Arabien beteiligt sich mit einer Truppe an dem von den Briten gelenkten √úberfall der Arabischen Liga; Armeen aus √Ągypten, dem Irak, aus Jordanien, dem Libanon und aus Syrien machen sich √ľber Israel her, um es im Keime zu ersticken, im Entstehen zu zerst√∂ren. (2)

In den unten aufgelisteten Artikeln ist es zu lesen und auch, was von der saudischen Friedensinitiative zu halten ist, n√§mlich nichts. Aufgegriffen habe ich es aus gegebenem Anla√ü im Artikel Barack Obama unterst√ľtzt die "Arabische Friedensinitiative"? Dort kann man auch sehen, unter welchen Bedingungen die Hamas bereit w√§re, mit Israel zu verhandeln, n√§mlich dann, wenn Israel die Vorleistung erbringt, alle Forderungen der Hamas zu erf√ľllen:

1. Die R√ľckkehr zu den Grenzen von 1967;
2. Die Anerkennung des R√ľckkehrrechts der Fl√ľchtlinge;
3. Die Anerkennung des Rechtes der Palästinenser auf Ostjerusalem;
4. Der Abbau der Siedlungen.

Was es dann noch zu verhandeln gäbe, bleibt das Geheimnis der Hamas. (3)

Nach den L√ľgen √ľber angeblich jahrzehntelange gute Absichten Saudi-Arabiens gegen√ľber der arabischen Welt und Israel breitet Prinz Turki al-Feisal nun seine Heucheleien aus, und er erweitert sie zu massiven Drohungen gegen die USA: "wir werden Ihnen den R√ľcken kehren". Stark scheint sich dieser Israelfeind zu f√ľhlen, da Mahmud Ahmadinejad sich angeblich der F√ľhrung Saudi-Arabiens unterworfen hat; letzte Woche habe der Pr√§sident des Iran einen Brief an K√∂nig Abdullah geschrieben, in dem er ausdr√ľcklich Saudi-Arabien als F√ľhrer der arabischen und muslimischen Welt anerkenne und ihn auffordere, eine mehr gegnerische Position zu der "offensichtlichen Greueltat und der T√∂tung Ihrer eigenen Kinder" in Gaza einzunehmen. Turki al-Feisal droht mit der Aufk√ľndigung der "besonderen Beziehungen" seines Landes zu den USA, er droht mit dem Glaubenskrieg von Sunniten und Schiiten gegen Israel, der iranische Pr√§sident habe Saudi-Arabien aufgefordert, ihn zu leiten, was nie dagewesenes Chaos und Blutvergie√üen bedeuten w√ľrde. Bislang habe sich Saudi-Arabien dem verweigert, aber das werde nunmehr immer schwieriger: Heute ist jeder Saudi ein Gazaer.

Man kann davon ausgehen, da√ü Prinz Turki al-Feisal die Iraner, besser gesagt, die Perser kennt. Niemals w√ľrden sie sich der Leitung eines sunnitischen Herrschers unterstellen. Die Geschichte der Schia seit dem 7. Jahrhundert lehrt dies. Nicht umsonst bestellt der saudische K√∂nig 72 Eurofighter im Wert von 15 Milliarden Euro, die sicherlich nicht zur Bek√§mpfung randalierender Gl√§ubiger im Lande bestimmt sind. Im Artikel Saudi-Arabien, franz√∂sische Waffen und Prinz Turki al-Feisal kann man dar√ľber und √ľber die Rolle des Prinzen nachlesen. Dort ist Larry Chin zitiert, der √ľber ihn berichtet, als er zum saudischen Botschafter in den USA ernannt wird: Prinz Turki war Osama bin Ladens Freund und Verbindungsmann √ľber mehr als 20 Jahre. Der Aufstieg der Taliban wurde von den Saudis gelenkt, von Pakistans Geheimdienst ISI, der CIA und Erd√∂linteressen (Unocal), und ihr Fall (und der 11. September 2001) wurde von denselben dirigiert, und erst nachdem das Taliban-Regime die Zusammenarbeit mit gr√∂√üeren Interessen verweigerte. (4)

Daniel Pipes nimmt sich der in der Financial Times ver√∂ffentlichten Drohschrift des Terroristenfreundes und -finanziers an, der sich nicht scheut, dem amerikanischen Pr√§sidenten den Glaubenskrieg anzudrohen: Wenn die neue US-Regierung nicht kraftvolle Schritte unternimmt, weiteres Leiden und Abschlachten von Pal√§stinensern zu verhindern, sind der Friedensproze√ü, die US-saudische Beziehung und die Stabilit√§t der Region gef√§hrdet. Der Glaubenskrieg sei f√§llig, wenn Barack Obama nicht drastisch die Politik der USA gegen√ľber Israel und Pal√§stina ver√§ndere, er habe die besondere Beziehung zu Israel zu beenden. (5)

Selbstverst√§ndlich l√§√üt er von den kriegerischen Aktivit√§ten der Pal√§stinenser, besonders der Hamas, gegen√ľber der israelischen Zivilbev√∂lkerung nichts verlauten. Wenn er schreibt, Barack Obama m√ľsse der Katastrophe in Gaza auf den Grund gehen, so kann man davon ausgehen, da√ü der "Grund" vom Islam und seinen selbsternannten F√ľhrern bestimmt wird, vornehmlich ist dieser "Grund" im Sechstagekrieg zu ermitteln, und da sind sich mit den radikalsten Islampredigern und arabischen und iranischen Herrschern die Linken der westlichen Welt einig. Den "Grund" etwa in der Lehre der Politideologie Islam zu verorten und das Datum im 7. Jahrhundert anzusetzen, das gilt als rassistisch, rechtsextrem und "islamophob".

Turki al-Feisal schreibt den USA vor, welche Politik sie zu betreiben haben, das aber ist nichts Neues, das ist eine Politik, die Saudi-Arabien seit 1973 betreibt. Die √úbersetzung eines Textes von Daniel Yergin, aus dem Jahr 1991, habe ich dazu auf meine Site gestellt: Saudi-Arabien bestimmt die Politik der USA. John Loftus und Mark Aarons zitieren ihn in ihrem Standardwerk The Secret War Against the Jews, der geheime Krieg gegen die Juden. Der saudische Prinz fordert die USA ultimativ auf, die Friedensinitiative, vom 28. M√§rz 2002, des damaligen Kronprinzen und jetzigen K√∂nigs Abdullah zu f√∂rdern. Dann folgt die n√§chste, die dritte Drohung: T√§glich ist die Zur√ľckhaltung (Saudi-Arabiens) schwieriger aufrechtzuerhalten ... Es ist m√∂glich, da√ü das K√∂nigreich nicht in der Lage sein wird, seine B√ľrger davon abzuhalten, sich dem weltweiten Aufstand gegen Israel anzuschlie√üen.

Daniel Pipes kommentiert die außerordentlichen Drohungen des Turki al-Feisal:

1. Sie bringen nichts Neues im Vergleich zu den Briefen des damaligen Kronprinzen Abdullah an George W. Bush, von 2001,
2. Die unehrenhafte Abberufung von Turki al-Feisal von seinem Botschafterposten in Washington, im Dezember 2006, (6)
3. Die Geschichte seiner religi√∂sen Radikalit√§t und Hitzk√∂pfigkeit bez√ľglich des arabisch-israelischen Konfliktes; in einer Rede, vom 6. Januar 2009, meint er, heute sind wir alle Pal√§stinenser und suchen das Martyrium f√ľr Allah und f√ľr Pal√§stina.
4. Die Reden k√∂nnten die US-Regierung beeinflussen, aber die Kommentare des neuen Pr√§sidenten zu Gaza gingen in eine andere Richtung, die Hamas m√ľsse das Existenzrecht Israels anerkennen, der Gewalt abschw√∂ren und an fr√ľheren Abmachungen festhalten.

Entwarnung sollte man dennoch nicht geben; das werden auch die Herausgeber der Financial Times gedacht haben, sonst h√§tten sie die Drohungen des Turki al-Feisal nicht ver√∂ffentlicht. Barack Obama ist unberechenbar. Am 4. Juni 2008 erkl√§rt er, Jerusalem geh√∂re f√ľr immer ungeteilt zu Israel, am folgenden Tag widerruft er dies. Einer seiner G√∂nner ist George Soros, Gegner des AIPAC und Antizionist mit Sehnsucht nach grenzenloser Weltregierung.

Am Montag, 26. Januar 2009, reist der Sonderbeauftragte f√ľr den Nahen Osten George J. Mitchell √ľber Paris und London nach √Ągypten, Israel, ins Westjordanland und vielleicht nach Saudi-Arabien. Berlin, Syrien und die Hamas stehen nicht auf dem Plan. Thema ist der Waffenstillstand in Gaza. Grunds√§tzliche Fragen zum Friedensproze√ü sollen nach den Wahlen in Israel behandelt werden; sie finden am 10. Februar 2009 statt. (7)

Berlin wird der Sonderbeauftragte deshalb nicht eingeplant haben, weil die dortige Regierung schon die Aufgabe bekommen hat, sich intensiv damit zu befassen, wann, wie und wo sie die 17 demn√§chst aufzunehmenden unschuldigen Uighuren aus Guant√°namo betreut. F√ľr Fragen, Israel betreffend, bleibt da keine Zeit. (8)

Quellen

(1) Saudi Arabia´s patience is running out. By Turki al-Feisal, Financial Times, January 23, 2009
http://tinyurl.com/dnk6qx

(2) How did neighboring Arab countries react? Palestine Facts
http://www.palestinefacts.org/pf_independence_arab_countries .php

(3) Barack Obama unterst√ľtzt die "Arabische Friedensinitiative"?
17. November 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-11-17_00-44-11.html

(4) Prince Turki, former head of Saudi intelligence, becomes Saudi ambassador
to US. By Larry Chin. Online Journal, July 23, 2005
http://onlinejournal.org/Special_Reports/072305Chin/072305ch in.html

(5) A Saudi Prince´s Threat to the Obama Administration. By Daniel Pipes, FrontPageMagazine.com, January 26, 2009
http://www.danielpipes.org/article/6151

(6) Prince Bandar¬īs Ambitions: Turki-Bandar Feud Over US Politics Cause of Resignation. The Washington Notes, by Steven Clemons, December 13, 2006
http://www.thewashingtonnote.com/archives/001825.php

(7) Mideast envoy leaving Monday on visit to region. By Robert Burns,
Washington Post, January 26, 2009
http://tinyurl.com/ahucyz

(8) Uighurische Glaubenskämpfer demnächst in Deutschland.
22. Dezember 2008/25. Januar 2009
http://www.eussner.net/artikel_2008-12-22_19-56-35.html

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Auswahl von Artikeln und Fundsachen zu Saudi-Arabien:

Barack Obama unterst√ľtzt die "Arabische Friedensinitiative"?
17. November 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-11-17_00-44-11.html

Saudi-Arabien bestimmt die Politik der USA. √úbersetzung eines Textes
von Daniel Yergin. 15. April 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-04-15_16-34-55.html

Saudi-Arabien, französische Waffen und Prinz Turki al-Feisal. 7./13. April 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-02-07_01-49-40.html

Georges Malbrunot unterwegs als Figaro Frankreichs. 28. Februar 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-02-28_20-03-07.html

Frankreichs Spagat zwischen Saudi-Arabien und dem Iran: vier tote Franzosen.
27. Februar 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-02-27_21-37-42.html

Saudische Schulen im In- und Ausland erziehen Muslime zum Haß. Fundsache.
30. Dezember 2006
http://www.eussner.net/fundsachen_2006-12-24_22-12-10.html

"Specktator" träumt von einer Kirche in Saudi-Arabien. Fundsache.
30. September 2006
http://www.eussner.net/fundsachen_2006-10-01_14-34-36.html

Beim Schwanze des Propheten. Fundsache. 18. Septembere 2006
http://www.eussner.net/fundsachen_2006-09-18_19-55-05.html

Saudi-Arabien, die "palästinensische Sache" und die Arab Bank. 9. November 2004
http://www.eussner.net/artikel_2004-11-09_21-16-10.html

Saudi-Arabien. Freunde werden zu Feinden. Ein königlicher Schmerz. 12. Juli 2002
http://www.eussner.net/artikel_2004-07-14_20-57-18.html

Osama bin Laden - Die verbotene Wahrheit. Das Schicksal des FBI-Beamten John O¬īNeill. 21. November 2001
http://www.eussner.net/artikel_2004-07-14_20-10-37.html

Saudi-Arabien: Es gibt keine Erdölwaffe, meint das CATO-Institute, im November 2001. Übersetzung und Ergänzung: 18. Januar 2002
http://www.eussner.net/artikel_2004-07-09_10-04-27.html

Die Antwort der Delegation der arabischen Staaten auf die UN-Resolution 181 zur Teilung Restpalästinas, vom 29. November 1947. H.R.H. Amir Faisal al Saud
(Saudi Arabia)
http://www.eussner.net/artikel_2006-12-02_19-01-46.html


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