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Barack Obama. President Bling-Bling gewährt Al-Arabiya ein Interview

W√§hrend sich in Deutschland der Au√üenminister und seine Bundesgenossen von den Gr√ľnen und der Linskpartei sowie deren Vorfeldinstitutionen wie Amnesty International darin √ľberbieten, den Nachweis zu erbringen, da√ü sie jenseits jeder Vernunft ihrer Ideologie treu bleiben, da√ü sie nicht vom linken Wege abweichen, werden in den USA ganz andere Diskussionen gef√ľhrt. (1)

Ohne die Beteiligung seines kompletten Sicherheitsstabes trifft der US-Pr√§sident Entscheidungen, die sich negativ auf die Sicherheitslage der USA und der √ľbrigen Welt auswirken werden. Prof. John Yoo, von der University of California, Berkeley, listet die Folgen auf, die eine Schlie√üung des Gef√§ngnisses von Guant√°namo und die √úberstellung der H√§ftlinge an Zivilgerichte haben werden: Reduzierung der Erkenntnisse √ľber das Terrornetzwerk, durch mangelnde Informationen erschwerte Verhinderung von Terroranschl√§gen, Herabstufung von terroristischen Handlungen zu einfachen kriminellen Taten, Behandlung von Terroristen als Kriegsgefangene nach der Genfer Konvention und nicht wie Piraten oder auf dem Kampffeld aufgelesene Freisch√§rler, obgleich Terroristen sich nicht dem Kriegsrecht entsprechend verhalten.

Von verhafteten Terroristen erh√§lt man unter diesen Bedingungen keine Informationen mehr; denn ihre Anw√§lte werden ihnen zurecht nahelegen, die Aussage zu verweigern. Die Anw√§lte werden Einsicht in alle Akten und Untersuchungsergebnisse verlangen und dabei die Ermittlungsmethoden der Nachrichtendienste herausfinden. Zacarias Moussaoui hat es vorgemacht. Die Behandlung der Terroristen als gemeine Kriminelle wird dazu f√ľhren, da√ü deren Terrorgruppen Einblicke in die Erkenntnisse der USA √ľber sie bekommen:

Es ist naiv zu sagen, wie Herr Obama das in seiner Antrittsrede tat, da√ü wir "die Wahl zwischen unserer Sicherheit und unseren Idealen als falsch zur√ľckweisen" k√∂nnen. Diese hochfliegende Rhetorik bedeutet, da√ü wir al-Qaida - einem hartgesottenen, unserer Zerst√∂rung verpflichteten Feind - unter Verlust von wesentlichen Informationen √ľber tats√§chliche zuk√ľnftige Bedrohungen dieselben Rechte einr√§umen wie durchschnittlichen Kriminellen.

Die Entscheidung, nur zwei Tage nach seiner Amtseinf√ľhrung, k√∂nne durch die Zerschlagung von einigen der wichtigsten nationalen Sicherheitsma√ünahmen die T√ľr ge√∂ffnet haben zu weiteren Terrorangriffen in den USA. (2)

Das aber scheint dem President Bling-Bling nichts zu bedeuten, wie die Eröffnung seiner Amtszeit dokumentiert. Sein erster Anruf nach seiner Inauguration gilt dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas, und sein erstes Interview gewährt er dem arabischen Sender Al-Arabiya.

Erz√§hlen Sie uns ein bi√üchen, wie sie Ihre pers√∂nliche Rolle darin sehen..., beginnt der Interviewer, ein √§lterer erfahrender Journalist, und der Pr√§sident antwortet beflissen und gehorsam wie ein Student im Hauptseminar. Seinem Sonderbeauftragten George Mitchell habe er aufgetragen, zun√§chst mit Zuh√∂ren anzufangen; denn die USA h√§tten nur zu oft mit Diktieren angefangen. Die arabische Welt schaut und h√∂rt gebannt zu und traut ihren Ohren nicht, wie der amerikanische Pr√§sident sich und sein Land vor aller Welt dem√ľtigt; denn nichts anderes ist in diesem Zusammenhang die Diskreditierung seiner Amtsvorg√§nger, die bei ihren Entscheidungen nicht immer alle Faktoren gekannt h√§tten. In seinem ersten Interview berichtet der Pr√§sident von Fehlern fr√ľherer Regierungen, und er merkt es nicht einmal, da√ü er sich damit erniedrigt. Es ist wie mit den begeisterten amerikanischen Journalisten, als Pr√§sident George W. Bush im Irak mit Schuhen beworfen wird. In der Person ihres Pr√§sidenten werden sie selbst beleidigt und klatschen dazu Beifall.

Zum Thema Israel-Pal√§stinenser wei√ü Barack Obama: F√ľr beide Seiten ist der Augenblick gekommen, sich klarzumachen, da√ü der Weg, auf dem sie gehen, nicht zu Wohl und Sicherheit ihrer V√∂lker f√ľhrt. Wer h√§tte es gedacht! Nullsummenspiele dienen niemals beiden Bev√∂lkerungen, sondern es gibt einen Sieger. Zum Frieden braucht man zwei, zum Krieg einen, der dazu bereit ist. Die Spielregeln werden Israel unter tatenlosem Zusehen der "internationalen Staatengemeinschaft" von der Fatah und der Hamas vorgegeben, sie sind in ihren Verfassungen niedergelegt. Frieden im westlichen Sinne ist darin nicht vorgesehen, wie der Pr√§sident bei der Lekt√ľre der Artikel 5, 6, 8 und 9 der Fatah Constitution sowie der Artikel 13, 15, 25, 31 und 32 des Hamas Covenant h√§tte lernen k√∂nnen. Beide Verfassungen sind bis heute unver√§ndert g√ľltig. (3)

Darum kann die arabische Welt dem Mahmud Abbas Verrat nachsagen. Wenn einer Frieden will, obgleich sein Auftrag auf Glaubenskrieg ausgestellt ist, kann er nur ein Agent der Israelis sein. Etwas anderes können sich die Muslime nicht vorstellen, es steht nicht nur in den Verfassungen, sondern auch im Koran. Insofern verstößt jeder Muslim, der sich nicht auf irgend eine Art in den Krieg gegen die kuffar, die Ungläubigen begibt, gegen den Koran. Das macht es Herrschern der islamischen Staaten so schwer, sich mit Israel auf Friedenskurs zu begeben, darum ist Anwar as-Sadat ermordet worden.

Was die Hamas vom Zuh√∂ren des George Mitchell h√§lt, dokumentiert sie, da ist der Sonderbeauftragte noch nicht in der Region angekommen, mit dem Angriff auf die IDF-Patrouille in Kisufim. Das zum Thema, es sei Zeit, an den Verhandlungstisch zur√ľckzukehren. (4)

Es ist empfehlenswert, sich das Interview des Pr√§sidenten anzusehen und anzuh√∂ren, mit den Vorstellungen √ľber die Verhandlungen, die wieder aufgenommen werden m√ľ√üten, und √ľber den erfahrenen Friedensunterh√§ndler von Irland. Erschreckend ist es zu sehen, da√ü der Pr√§sident der USA die Vorz√ľge des George Mitchell darin sieht, den Frieden in Irland besiegelt zu haben. √úber die Unvergleichbarkeit beider Situationen lese man Sammy Benoit. Ein Unterschied sei genannt: Die IRA will zu keiner Zeit die Existenz Gro√übritanniens vernichten. Sammy Benoit nennt f√ľnf weitere Unterschiede. (5)

Barack Obama d√§mpft die Erwartungen, was die Zeit bis zu Ergebnissen angehe, in ein paar Monaten sei der Konflikt nicht gel√∂st. Dieser Konflikt kann so, wie der Pr√§sident ihn angeht, √ľberhaupt nicht gel√∂st werden, wo kein Verhandlungstisch, da keine Verhandlungen, da keine Ergebnisse. Gebraucht w√ľrde ein Runder Tisch wie im Potsdamer C√§cilienhof, an dem n√§hmen allerdings keine Fatah und keine Hamas platz, vom PIJ und anderen Terrorgruppen nicht zu reden; denn sie sind auf Grund ihrer Politideologie nicht friedensf√§hig. Eine Win-Win-L√∂sung ist einerseits mit Israel, andererseits mit √Ągypten, Jordanien, Saudi-Arabien m√∂glich. Zwischen diesen L√§ndern kann ein Frieden ausgehandelt werden, dem sich die pal√§stinensischen Araber zu f√ľgen h√§tten. Was spricht beispielsweise dagegen, Gaza unter √§gyptische Verwaltung zu stellen?

Im Umkreis des Präsidenten wird allerdings bereits in Erwägung gezogen, mit der Hamas zu verhandeln, als ob die gescheiterten Versuche mit Mahmud Abbas nichts lehrten.

Lustig ist das Tandem, das Barack Obama ins Interview einbringt, auf dem sollten die USA, die EU, Rußland und alle in der Region arbeitenden arabischen Staaten in den Frieden radeln. Tandem definiert Wikipedia so: Als Tandem bezeichnet man ein Fahrrad, das gleichzeitig von zwei hintereinander sitzenden Personen genutzt werden kann. Der Lenkende wird als Pilot oder Kapitän, der Nichtlenkende als Stoker oder Heizer bezeichnet. Der Pilot oder Kapitän wären also die USA, die EU, Rußland und die arabischen Staaten, alle gemeinsam, wären die Nichtlenkenden, die Stoker oder Heizer? Tandem impliziert immer eine Hierarchie: hintereinander, dict.cc gibt als deutsche Übersetzung auch "Reihe". (6)

Ein bemerkenswerter Fortschritt kann bei den Vorstellungen des Barack Obama nicht erzielt werden.

Der Interviewer kommt nun auf den Arabischen Friedensplan, in dem es einen regionalen Aspekt gebe. Der Pr√§sident antwortet und bezieht sich auf den Vorschlag von K√∂nig Abdullah von Saudi-Arabien, vom 28. M√§rz 2002: Ich stimme vielleicht nicht mit jedem Aspekt dieses Vorschlags √ľberein, aber es war sehr mutig, etwas vorzuschlagen, was so bedeutend ist wie das. Da kann man nur sagen, K√∂nig Abdullah ist ebenso mutig wie Tom Cruise, wenn er Claus Schenk Graf von Stauffenberg spielt.

Die sieben Punkte umfassende Friedensinitiative habe ich im Artikel Barack Obama unterst√ľtzt die "Arabische Friedensinitiative"? dokumentiert und kommentiert. Le Monde diplomatique hat sie nicht mehr online. Es kann nur als Heuchelei bezeichnet werden, diese Vorschl√§ge als ernsthafte Verhandlungsvorlage zu bezeichnen. (7)

Barack Obama vermutet Friedensideen in der Region. Er will die √úberlegungen √ľber den pal√§stinensisch-israelischen Konflikt ausweiten auf Syrien, den Libanon, den Iran, Afghanistan und Pakistan. Diese L√§nder z√§hlt er ohne Regung auf, er r√ľhrt sie alle unter, die L√§nder, die seit Jahrzehnten nicht nur Krieg f√ľhren gegen Israel, sondern auch untereinander, hei√üe, kalte und Stellvertreterkriege um die Vorherrschaft. Er schickt eine Botschaft an die arabische Welt und an die muslimische Welt, da√ü wir bereit sind, eine neue Partnerschaft einzuleiten.

Der beiderseitige Respekt darf nicht fehlen. Die Naivit√§t des Pr√§sidenten, was den Respekt der Muslime und der islamischen Staaten der westlichen ungl√§ubigen Welt gegen√ľber angeht, scheint grenzenlos. Es gibt keinen Respekt f√ľr kuffar, im Gegenteil, es gibt nur klare Ansagen, aber, wie sich zeigt, ist dem Pr√§sidenten das nicht bewu√üt. Die Antwort w√§re eine ebenso klare Erwiderung der westlichen Welt, aber das hat selbst Israel in den letzten Jahren nicht wahrhaben wollen. Muslime d√ľrfen und wollen mit uns nicht freund sein, siehe Sure 5, Vers 51 und Sure 60, Vers 1: (8)

O ihr, die ihr glaubt! Nehmt nicht die Juden und die Christen zu Freunden. Sie sind einander Freunde. Und wer sie von euch zu Freunden nimmt, der gehört wahrlich zu ihnen. Wahrlich, Allah weist nicht dem Volk der Ungerechten den Weg.

Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht meine und eure Feinde zu Freunden, indem ihr ihnen (eure) Zuneigung zu erkennen gebt, wo sie doch nicht an das glauben, was von der Wahrheit zu euch gekommen ist.

Jetzt kommt Barack Obama auf Israel als den strong ally, den starken Verb√ľndeten der USA: Sie werden nicht aufh√∂ren, ein starker Verb√ľndeter der USA zu sein, und ich werde weiter glauben, da√ü Israels Sicherheit √§u√üerst wichtig ist. Nun ist das ABER geradezu zwangsl√§ufig, das kann gar nicht anders sein. Ich versichere, da√ü ich es erwartet habe nach diesem Satz; denn Barack Obama ist die Sicherheit Israels, ist Israel √ľberhaupt nicht √§u√üerst wichtig. Das kann jeder sp√§testens nach dem 4. Juni 2008 wissen, da er in einer Rede vor dem AIPAC erkl√§rt, Jerusalem geh√∂re ungeteilt zu Israel und das am n√§chsten Tag widerruft. Solches tut ein Verb√ľndeter nicht, der redet den Juden Amerikas nicht auf Kosten seines Verb√ľndeten Israel nach dem Mund. Der Pr√§sident findet die Sicherheit Israels eben nicht √§u√üerst wichtig, und was er von den Israelis h√§lt, das sieht man an der Fortsetzung des ABER: Aber ich glaube au√üerdem, da√ü es Israelis gibt, die erkennen, da√ü es wichtig ist, Frieden zu erreichen.

The One! Messias! Herr Pr√§sident, Israel und seine Bev√∂lkerung w√ľrden sehr gern Frieden erreichen, und zwar seit dem 14. Mai 1948, davor haben sie das als Juden in Pal√§stina gewollt. Sie haben keine Ahnung, nicht die geringste Ahnung haben Sie! Es ist auch nicht so, da√ü die Israelis bereit sein werden, Opfer zu bringen, wie Sie das nennen, sondern sie bringen diese Opfer um des lieben Friedens willen seit Jahren, sie leiden unter Selbstmordanschl√§gen, sie lassen sich mit Kassam-Raketen beschie√üen, und die "internationale Staatengemeinschaft" schaut nicht nur zu, sondern finanziert solche kriegerischen Machenschaften, die EU wie die USA.

Der Interviewer bringt nun in die Diskussion ein, da√ü Israelis und Pal√§stinenser der Frustration √ľber die herrschenden Umst√§nde wegen die Zeit f√ľr eine Zweistaatenl√∂sung f√ľr abgelaufen hielten, als haupts√§chlichen Grund bringt er die Siedlungsaktivit√§ten in den besetzten Gebieten vor. Dem arabischen Interviewpartner ist es nicht zu verdenken, da√ü er keine Hauptgr√ľnde auf Seiten der arabischen Pal√§stinenser sieht, da√ü aber Barack Obama ihn nicht darauf hinweist, da√ü es solche gibt, sondern da√ü er die bedauerliche Lage der Pal√§stinenser ausf√ľhrlich w√ľrdigt, das zeigt einmal mehr seine einseitige Parteinahme f√ľr die Araber. Deren Kinder liegen ihm am Herzen, wahrscheinlich mehr, als sie den Arabern selbst bedeuten: Wird es einem Kind in den pal√§stinensischen Gebieten besser gehen? Haben sie (die Kinder) eine bessere Zukunft f√ľr sich selbst? F√ľr die israelischen Kinder hat er auch noch einen Satz √ľbrig: Und wird ein Kind in Israel zuversichtlich √ľber seinen Schutz und seine Sicherheit sein?

Die Zukunft werde nicht einfach sein, aber sie vorzubereiten, reise George Mitchell nun in die Region und bringe seine Geduld und außerordentlichen Fähigkeiten dort ein.

Der Pr√§sident erweckt den Eindruck, da√ü es ihm nicht bekannt ist, da√ü die arabischen Staaten einen weiteren pal√§stinensischen Staat, neben Jordanien, noch nie gewollt haben, erst nicht, weil Israel zerst√∂rt werden und das Gebiet in den arabischen Machtbereich einverleibt werden sollte, und jetzt nicht, weil er zu nichts w√ľrde als zu einer Au√üenstelle des Irans. Als wenn der Libanon nicht reichte!

Zur Schaffung eines pal√§stinensischen Staates an der Seite Israels schreibt Hillel Frisch, in der Jerusalem Post: Obama wird am meisten √ľberrascht sein zu entdecken, da√ü die Ablehnung einer wesentlichen Bewegung hin zu einem pal√§stinensischen Staat weniger von Israel kommen wird, als mehr von √Ągypten, Saudi-Arabien und Jordanien. Der Punkt 2C der Arabischen Friedensinitiative erledigt sich somit bereits durch diese drei Staaten. (9)

Im zweiten Teil des Interviews kommt der arabische Interviewpartner darauf zur√ľck, da√ü Barack Obama in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit aus einer islamischen Hauptstadt sprechen wolle. Alle spekulierten nun, welche es sein werde, und ob der Pr√§sident nicht besorgt sei, in einem islamischen Land zu sprechen. Darauf meint er, die Ideen der radikalen Muslime seien bankrott, was nichts Neues ist. Das Problem sind diese Radikalen selbst, die terrorisieren die Gegend und dar√ľber hinaus alle f√ľnf Kontinente schon jahrzehntelang, unbeschadet bankrotter Ideen. Die Ideen der deutschen RAF sind auch vom ersten Augenblick an bankrott gewesen, und dennoch oder gerade deswegen funktionierte der Terror. Die islamischen Terrorgruppen interessieren sich nicht f√ľr das Wohlergehen ihrer Kinder, es ist jetzt wieder im Gazakrieg deutlich geworden, sie mi√übrauchen die Kinder f√ľr ihre Zwecke. Die Terroristen k√ľmmern sich auch nicht um das Urteil des amerikanischen Pr√§sidenten: Ihr werdet danach beurteilt, was ihr aufbaut und nicht, was ihr zerst√∂rt. Er hat anscheinend keine Kenntnis von der unterschiedlichen Wertigkeit des Lebens im Islam und in der westlichen Welt: "Ein Volk ist schon √ľber Euch gekommen, das den Tod so liebt wie Ihr das Leben!" hei√üt der Schlachtruf der Glaubensk√§mpfer bei der Eroberung Baghdads in der ersten Schlacht "Dhat Al-Salasil" im Euphratdelta, 634 d.Z. Er ist bis heute g√ľltig; denn die Haltung ist im Koran begr√ľndet; im Hamas Covenant ist sie festgeschrieben. In sechs Artikeln habe ich dar√ľber geschrieben. (10)

Als ob er das Rad neu erfinden wollte, erz√§hlt Barack Obama jetzt von seinen Vorstellungen √ľber das Wohlergehen der islamischen Welt. Er will das mit der Sprache des Respekts vermitteln. Es klingt aus seinem Munde wie eine Grundsatzerkl√§rung der Europ√§er auf einer Veranstaltung des Euro-Arab Dialogue, vor drei√üig Jahren: Menschen aller Glaubensrichtungen h√§tten gewisse gemeinsame Hoffnungen und Tr√§ume. Er wolle nun seinen Landsleuten vermitteln, da√ü die islamischen Staaten voller au√üergew√∂hnlicher Menschen seien, die nur einfach ihr Leben f√ľhren und sehen wollten, da√ü ihre Kinder ein besseres Leben h√§tten. Der Pr√§sident merkt anscheinend nicht, was er sagt, da√ü es n√§mlich bereits au√üergew√∂hnlicher Menschen bedarf, um in den islamischen Staaten ein einfaches leben zu f√ľhren. Bei uns bedarf es dazu durchschnittlicher Menschen, und sogar weniger erfolgreiche schaffen´s.

Der islamischen Welt will er mitteilen, und hier √ľberschlagen sich in seinen S√§tzen die W√∂rter "Respekt" und "respektvoll" nur so, da√ü die Amerikaner nicht die Feinde der Muslime sind. Das wissen die meisten dort schon lange. Im Iran w√ľrden die Leute mit gro√üer Mehrheit sehr gern dem American Way of Life folgen, genauso √ľbrigens wie in ganz Asien.

Der Pr√§sident erw√§hnt die √Ąu√üerungen auf arabischen Fenrsehsendern, sagt aber nicht, welche er meint, die aktualisierte Form der "Weisen von Zion", die Ha√üsendungen des pal√§stinensischen Fernsehens, besonders die f√ľr ihre lieben Kleinen? Er f√ľhrt die Aktivit√§ten auf, die er und seine Regierung f√ľr die n√§chste Zeit planen, angefangen mit der Reise von George Mitchell, gefolgt von seiner Rede aus der Hauptstadt eines islamischen Staates, Zuh√∂ren und Sprechen zur islamischen Welt, Verfolgen der Ma√ünahmen zur Reduzierung der Truppen im Irak, und schlie√ülich die Bem√ľhungen zur Schlie√üung von Guant√°namo, womit der Ausgangspunkt dieses Artikels erreicht ist. Barack Obama will unsere Zivilgesetze f√ľr die Terroristen anwenden.

Zum Schlu√ü des Interviews gibt´s noch einen Rundumschlag gegen George W. Bush, der so befremdliche Vokabeln wie "War on Terror" und "Islamofaschismus" f√ľr die Beziehungen der USA zu den islamischen Staaten gebraucht habe. Barack Obama habe das immer anders umschrieben, vor allem, was al-Qaida und deren Kollaborateure angehe. Er verspricht, diese wenig respektvollen W√∂rter nicht mehr zu gebrauchen, die Sprache, die wir benutzen, ist wichtig. Der Islam werde von den radikalen Gruppen und den Terroristen als Vorwand gebraucht f√ľr ihre Aktivit√§ten. Der Islam hat mit dem allen nichts zu tun - und da k√∂nnen die Muslime der Welt gern das Gegenteil mitteilen, den Koran dazu zitieren, sie k√∂nnen vor Begeisterung tanzen, wenn die WTC-T√ľrme in sich zusammensinken, jedes Verbrechen gegen Israelis und andere Personen der westlichen Welt beklatschen, sie k√∂nnen in Gaza mehrheitlich und "demokratisch" die Terrororganisation Hamas w√§hlen, deren Verfassung und deren Verbrechen sie kennen, mit dem Islam hat es nichts zu tun. Dann spricht der Pr√§sident den kryptischen Satz: Wir k√∂nnen nicht mit einem breiten Pinselstrich einen Glauben als Konsequenz aus Gewalt malen, die im Namen dieses Glaubens begangen wird. Wenn man den Satz anders formuliert, sagt der Pr√§sident, die Terroristen begingen ihre Gewalttaten im Namen des Islams, aber aus diesen Gewalttaten d√ľrfe man nicht folgern, was der Islam ist. Willkommen auf der Linie der Europ√§er und der EU. So sehen das die Politiker Europas seit dem Oktoberkrieg 1973, seit K√∂nig Feisal, der Vater des Prinzen Turki al-Feisal ihnen die Bedingungen der Zusammenarbeit diktiert, seit 35 Jahren vermitteln die europ√§ischen MSM dieses M√§rchen. (11)

Bat Ye´or berichtet und dokumentiert es in ihrem Buch Eurabia. Die europ√§isch-arabische Achse, Land der Unterwerfung unter den Islam - Land des Islams. Das Buch ist aus dem Jahr 2005; es hat im Gegensatz zu den Propagandaschriften gegen die Juden und Israel von Jonathan Littell oder von John B. Mearsheimer und Stephen M. Walt bislang keinen deutschen Verleger gefunden. (12)

Nun unterscheidet auch Barack Obama zwischen Terrororganisationen wie al-Qaida, die unschuldige Zivilisten ermorden, und dem Islam. Bei solchen √Ąu√üerungen wird deutlich, da√ü Barack Obama keine Ahnung davon hat, was gl√§ubige Imame ihren Gemeinden erz√§hlen, n√§mlich, da√ü es unter den Israelis keinen einzigen unschuldigen Zivilisten gebe, da√ü alle, vom S√§ugling bis zum Greis, M√§nner, Frauen, Kinder, im Kriege mit der islamischen Welt st√ľnden. Yussuf al-Qaradhawi, Mohammed Ramadan al-Bouti und viele andere F√ľhrer der Muslime predigen dies und erlassen Fatawa dazu. Videos kann man bei Memri TV aufrufen, mehr als 2000 Hetzvideos der islamischen Welt sind bei Memri TV verlinkt, in persisch oder arabisch, mit englischen Untertiteln. (13)

Zum Abschlu√ü fragt der Interviewer nach der Politik gegen√ľber dem Iran: Werden sich die USA jemals mit einem nuklearen Iran abfinden, und wenn nicht, wie weit werden Sie gehen, um das zu verhindern? Man mu√ü dazu wissen, da√ü der Fernsehsender Al-Arabiya von Dubai aus betrieben wird, aus den Vereinigten arabischen Emiraten; diese haben in ihrer Geschichte schlechte Erfahrungen mit der imperialen Macht Persiens und des Irans gemacht. Finanziert wird der Sender von Saudi-Arabien, da√ü nicht auf 72 Jungfrauen, sondern auf ebenso viele Eurofighter und andere Waffen setzt, um sich der Machtbestrebungen des Iran zu erwehren. Es folgt vom Pr√§sidenten ein Wortschwall √ľber den Einsatz aller Mittel in den Beziehungen zum Iran, auch diplomatischer, √ľber die gro√üartigen Menschen im Iran und die persische Zivilisation. Der Iran habe sich in der Region so verhalten, wie es f√ľr Frieden und Prosperit√§t nicht dienlich gewesen sei, seine Drohungen gegen Israel und die Verfolgung seiner Pl√§ne f√ľr eine Nuklearwaffe, die ein Wettr√ľsten in der Region nach sich ziehen k√∂nnte, die dadurch weniger sicher w√ľrde, seine Unterst√ľtzung von Terrororganisationen, nichts davon sei hilfreich gewesen.

Barack Obama unterl√§√üt es, die Drohungen konkret zu benennen: marg bar israel und auch marg bar emrika, Tod Israel, Tod Amerika, f√ľr die arabische Welt sichtbar und h√∂rbar gern auch in arabisch: al mout le israel, al mout le emrika. Er betont als Folge der Nuklearwaffe ein Wettr√ľsten in der Region. Die konkrete Bedrohung Israels mit der Atombombe, mehrfach ausgesprochen durch Mahmud Ahmadinejad und bei Milit√§rparaden auf die Waffen in roter Schrift geschrieben, erw√§hnt er nicht, er deutet sie nicht einmal an: Israel should be eliminated from the universe, Israel sollte aus dem Universum ausgel√∂scht werden. Stattdessen k√ľndigt er an, da√ü er bereit sei, mit dem Iran zu reden, um mitzuteilen, wo die Differenzen, aber auch, wo M√∂glichkeiten zum Fortschritt l√§gen. Wenn Staaten wie der Iran bereit seien, ihre Faust zu √∂ffnen, w√ľrden sie bei den USA eine ausgestreckte Hand finden.

Nach diesem Interview, das Millionen Araber auf Al-Arabiya gesehen haben, ist Barack Obama endg√ľltig der Pr√§sident der Herzen der islamischen Welt - meint er vielleicht.

29. Januar 2009

Quellen

(1) Uighurische Glaubenskämpfer demnächst in Deutschland.
22. Dezember 2008 / 25. Januar 2009
http://www.eussner.net/artikel_2008-12-22_19-56-35.html

(2) Obama Made a Rash Decision on Gitmo. By John Yoo,
The Wall Street Journal, January 29, 2009
http://online.wsj.com/article/SB123318955345726797.html

(3) The Fatah Constitution 1964 (?)
http://www.mideastweb.org/fateh.htm

The Avalon Project at Yale Law School. Hamas Covenant 1988,
Articles 13, 15, 25, 31, 32
http://avalon.law.yale.edu/20th_century/hamas.asp

(4) Raw video of attack on IDF patrol at Kisufim. Video taken by the terrorists.
Posted by Carl in Jerusalem, Israel Matzav, January 28, 2009
http://tinyurl.com/dhcscz

(5) Obama envoy´s false premise. By Sammy Benoit, American Thinker,
January 22, 2009
http://www.americanthinker.com/blog/2009/01/post_158.html

(6) Tandem. Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Tandem_(Fahrrad)

(7) Barack Obama unterst√ľtzt die "Arabische Friedensinitiative"?
17. November 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-11-17_00-44-11.html

(8) Nehmet nicht die Juden und die Christen zu Freunden. Geistige Nahrung
http://www.geistigenahrung.org/ftopic28531.html

(9) Hillel Frisch. Obama and the Muslim cold war. Jerusalem Post,
January 27/28, 2009
http://tinyurl.com/bu2z4n

(10) 6 Google-Angebote zu Eussner Dhat Al-Salasil
Dhat Al-Salasil site:http://eussner.net

(11) Prinz Turki al-Feisal: L√ľge, Heuchelei und Drohungen. 26. Januar 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-01-26_22-28-55.html

(12) Eurabia. The Euro-Arab Axis. Land of Dhimmitude - Land of Islam,
Fairleigh Dickinson Univ Press, 2005
http://tinyurl.com/bc6gym

Israel einer Anfängerin. Episodio de la Historia. 17. November 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-11-17_23-05-55.html

(13) Memri TV
http://www.memritv.org/

(14) Erstes Obama Interview auf Al Arabiya mit deutschen Untertitel (1/2),
27. Januar 2009
http://fr.youtube.com/watch?v=wjvOsM319ec

Erstes Obama Interview auf Al Arabiya mit deutschen Untertitel (2/2)
http://fr.youtube.com/watch?v=AVI1MGDRQJ4

Zum TV-Interview siehe auch:

Obama bietet Olivenzweig an. Von Yaab, Politically Incorrect,
29. Januar 2009
http://www.pi-news.net/2009/01/obama-bietet-olivenzweig-an/


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