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Das Zentrum für Antisemitismusforschung als Ärgernis

Man sollte meinen, Prof. Dr. Wolfgang Benz h├Ątte endlich genug ge├Ąu├čert an Propagandaspr├╝chen ├╝ber die Juden- und die Muslimfeindschaft, an M├Ąrchen und Beleidigungen, aber nein, er k├Ąut alles noch einmal wieder, im Newsletter Nr. 37 des ZfA. Es reicht nicht aus, da├č er in einem Rundfunkinterview seinen Ha├č und seine Frauenfeindschaft ├Âffentlich macht, in dem er mich erw├Ąhnt als "Frau Dr. Euter ... oder so ├Ąhnlich", er mu├č weitermachen. Das allerdings ist eine deutsche Eigenschaft, die schon Christoph Martin Wieland beklagt: Das ist das Schlimme an den Deutschen, sie k├Ânnen nicht aufh├Âren. Ein Robert M├╝ller, im Mitarbeiterverzeichnis des ZfA nicht aufzufinden, zeichnet verantwortlich f├╝r den Schm├Ąh, so versteckt sich jeder, so gut er kann. Im Newsletter hei├čt es gleich zu Anfang: (1)

Auf der Bloggerszene wurde mit gro├čer Wut (und weitgehend unter Verzicht auf Anstandsregeln) gek├Ąmpft. Viele, vielleicht die meisten Internet-Autoren, haben die inkriminierte Veranstaltung gar nicht besucht. Offensichtlich ging es nicht um den Austausch von Argumenten sondern um die Verteidigung manich├Ąischer Weltbilder. Man muss die Bloggerei nicht so ernst nehmen, zumal der Zeitaufwand den Ertrag der Lekt├╝re nicht rechtfertigt. Die seri├Âsen Medien berichteten objektiv. Zwei israelische Zeitungen ÔÇô die Jerusalem Post und Haaretz ÔÇô haben allerdings Hasstiraden publiziert, die ebenso infame wie obskure Verd├Ąchtigungen gegen├╝ber dem Zentrum f├╝r Antisemitismusforschung enthalten. Die Motive des Autors erkl├Ąren sich aber wohl aus der Tatsache, dass es sich um einen ehemaligen Doktoranden des Zentrums handelt, den die Aufforderung einer Stiftung verdross, empfangene Stipendiengelder zur├╝ckzuzahlen, da er keine Leistung als Gegenwert der F├Ârderung erkennen lie├č. Dass die genannten Zeitungen die Verleumdungen druckten, hat auch Leser in Israel erstaunt.

Wie man sieht, benutzt das ZfA seinen Newsletter nicht nur zur Verbreitung seiner Forschungsergebnisse, sondern auch zur weiteren Diskreditierung seiner Kritiker. Es geht los damit, da├č diejenigen, die im Internet auf Grund der Sichtung des Programms Kritik an der Konferenz ├╝ben, dies angeblich mit gro├čer Wut tun und weitgehend unter Verzicht auf Anstandsregeln k├Ąmpfen. Selbstverfreilich diagnostiziert das ZfA in Ferndiagnose die Wut, und auch die Anstandsregeln werden von diesem Zentrum verordnet. Diejenigen Kritiker, die nicht an der Konferenz teilgenommen haben, bekommen dies negativ angekreidet. Von ihnen wird behauptet, da├č es ihnen nicht um die Argumente gegangen sei, sondern um die Verteidigung manich├Ąischer Weltbilder. Ich wohne in Perpignan, das ist 1800 Kilometer von Berlin entfernt, aber Prof. Dr. Wolfgang Benz wei├č, warum ich nicht an der Konferenz teilgenommen habe, weil es mir nicht um Argumente gegangen sei. Was manich├Ąische Weltbilder hier sollen, auch noch im Plural, kim bilir?

Ich habe insgesamt sechs Artikel ├╝ber das ZfA und seine Veranstaltungen geschrieben, sie k├Ânnen bei Google aufgerufen werden. (2)

  • Das European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC) unterdr├╝ckt einen Bericht ├╝ber Antisemitismus in Europa.30. November 2003
  • Offener Brief an das Zentrum f├╝r Antisemitismusforschung. 17. November 2008
  • Attacke der S├╝ddeutschen Zeitung gegen Politologen und Blogger. 4. Dezember 2008
  • Konferenz Feindbild Muslim - Feindbild Jude. Ein Skandal. 6. Dezember 2008
  • Prof. Dr. Wolfgang Benz und seine M├Ąrchen aus 1001 Berliner N├Ąchten. 9. Dezember 2008
  • "Feindbild Muslim - Feindbild Jude" in sueddeutsche.de und taz.de. 10. Dezember 2008

F├╝nf Artikel befassen sich mit der Konferenz, vom 8. Dezember 2008. Der erste Artikel aber, vom 30. November 2003, handelt von den ├╝blen Machenschaften des European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC), das einen Bericht des ZfA ├╝ber Antisemitismus in Europa unterdr├╝ckt, weil die Ergebnisse dem Auftraggeber EU-Kommission nicht genehm sind. Heraus kommt bei der Untersuchung der beiden Mitarbeiter des ZfA Prof. Dr. Werner Bergmann und Dr. Juliane Wetzel, da├č die antisemitischen und anti-israelischen Aktionen vor allem von Rechtsradikalen und von jungen pro-pal├Ąstinensischen Muslimen durchgef├╝hrt werden. Einige Mitglieder des EUMC h├Ątten das Ergebnis der Untersuchung auch angegriffen, weil es besagt, da├č globalisierungskritische Gruppen um die ATTAC antisemitische und anti-israelische Motive h├Ątten. Sie vermissten in dem Bericht auch die Ber├╝cksichtigung anti-islamischer Tendenzen. Dies, obgleich es dar├╝ber zu der Zeit bereits drei Berichte gibt. Das f├╝hrt dazu, da├č die EU-Kommission den Bericht zur├╝ckh├Ąlt. Prof. Dr. Werner Bergmann meint, dies geschehe aus politischen Gr├╝nden, weil er die muslimischen Minderheiten angeblich diskriminiere, und es so angesehen werden k├Ânnte, als wenn die EU sich auf die Seite Israels stellte. Allein in einen solchen Geruch zu kommen, mu├č f├╝r die EU-Kommission etwas Entsetzliches sein!

Das EUMC will einen anderen Bericht mit brauchbareren Ergebnissen vorlegen. Der Auftrag wird, nachdem das ZfA eine weitere Zusammenarbeit ablehnt, dem Vorstand des EUMC genehmeren Wissenschaftlern ├╝bertragen. ├ťber das ZfA schreibe ich in diesem Zusammenhang: Dieses Zentrum und seine ausgewiesenen Experten arbeiten unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Benz seit vielen Jahren in der Antisemitismusforschung. Der Schwerpunkt ihres Jahresberichtes 2003 ist "Judenfeindschaft und Pal├Ąstinakonflikt". Man ahnt, was bei der Untersuchung herauskommt? Im Newsletter Nr. 25 l├Ą├čt das ZfA ein wenig davon sehen: (3)

Die Feindbilder und Vorurteile islamischer Judenfeindschaft, die westliche Stereotypen f├╝r ihre Zwecke adaptiert, sind in mehreren Beitr├Ągen thematisiert; ihre propagandistische Instrumentalisierung im Internet macht Juliane Wetzel mit zahlreichen Beispielen nachvollziehbar.

Ihr Thema lautet: Die internationale Rechte und der arabische Antizionismus im World Wide Web. In der Konferenz, vom 8. Dezember 2008, referiert Yasemin Shooman zum Thema Islamfeindschaft im World Wide Web. Sic transit gloria centri pro investigationi antisemitismi.

Der Jahresbericht liegt mir vor. Unter dem Titel Die Entstehung von Feindbildern im Konflikt um Pal├Ąstina behandeln sieben Autoren den muslimischen Antisemitismus. Es sind ├╝berarbeitete Redebeitr├Ąge, die auf einer Tagung, im September 2000, gehalten worden sind. (4)

Im Newsletter hei├čt es ├╝ber die Tagung: Der Versuch des Zentrums f├╝r Antisemitismusforschung, auf einer internationalen Tagung im September 2000 erstmals den Konflikt um Pal├Ąstina unter Fragestellungen der Vorurteilsforschung zu thematisieren, erwies sich schon in der Vorbereitungsphase als schwieriges, jedoch lohnendes Unterfangen. (Die Anregung dazu kam von der damaligen israelischen Generalkonsulin in Berlin, Miryam Schomrat, sie erhoffte sich in erster Linie Aufschl├╝sse ├╝ber Ursachen, Motive und Wirkungen arabischer Judenfeindschaft).

Wenn mir mein Artikel vom November 2003 nicht aus dem Sinn geraten w├Ąre, h├Ątte ich viel schneller verstanden, was jetzt im ZfA abgeht, warum verquaste Konferenzen wie die vom 8. Dezember 2008 durchgef├╝hrt werden. Wer finanziert Arbeit und Auftr├Ąge des ZfA? Warum gibt es auf der Site des ZfA den Verein der Freunde und F├Ârderer des Zentrums, ohne da├č auch nur ein einziger F├Ârderer oder Freund benannt ist? Wer ist Yasemin Shooman M.A.? Gibt es jemals eine Antwort auf meine Frage im Artikel "Feindbild Muslim - Feindbild Jude" in sueddeutsche.de und taz.de nach der pal├Ąstinensischen Bankiersfamilie Shoman, mit Sitz in Amman, oder ersch├Âpft sich das ZfA in Beleidigungen, M├Ąrchen und unbewiesenen Behauptungen? (5)

Soweit zu mir, der Bloggerin Eussner, wie mich Dr. Renate Nimtz-K├Âster in der S├╝ddeutschen Zeitung (SZ) ohne Nennung meines Vornamens und meiner akademischen Titel abqualifiziert; die SZ, im Niedergang begriffen und im Eilmarsch auf den Altpapierhaufen der Geschichte, wird vom ZfA als seri├Âses Medium bezeichnet, das objektiv berichtet. (6)

Was seri├Âse Medien sind und was objektiv, bestimmt das ZfA ex cathedra; es ist einfach: seri├Âs ist das Medium, das die Konferenz lobt. Die Kriterien sind ebenso wissenschaftlich wie die Konferenz selbst, was man schon an den Begriffen sieht, die in der Konferenz und im Gespr├Ąch mit dem Deutschlandradio von Prof. Dr. Wolfgang Benz ohne jede Pr├Ązisierung verwendet werden:

Feindbild Muslim, Feindbild Jude, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Feindbild Islam, Judenfeindschaft, Islamfeindschaft, "Islamkritik", Islamfeinde, Islamophobie, Feindschaft gegen den Islam, selbsternannte Islamwissenschaftler, Trivialisierung des Holocaust, j├╝dische Sache, Vorurteil gegen die Juden.

Die unseri├Âsen Zeitungen Jerusalem Post und Haaretz dagegen, zuf├Ąlligerweise israelische Zeitungen, danken dem Prof. Dr. Wolfgang Benz seinen jahrelangen Einsatz f├╝r die Juden und gegen den Antisemitismus nicht, sondern schreiben tacheles. Der Autor ist Benjamin Weinthal. (7)

Diesen Autor denunziert Prof. Dr. Wolfgang Benz im Newsletter Nr. 37, in dem er vertrauliche, von den Lesern nicht ├╝berpr├╝fbare Personalia ├╝ber ihn ausplaudert, und damit seine angeblichen Motive erkl├Ąrt. Er gibt dem denunzierten Benjamin Weinthal keine Gelegenheit, Stellung zu nehmen. Um seine Behauptungen zu erh├Ąrten, macht er es wieder so, wie in meinem Artikel Prof. Dr. Wolfgang Benz und seine M├Ąrchen aus 1001 Berliner N├Ąchten geschildert, er benutzt Juden, er f├╝hrt angebliche j├╝dische Zeugen an, Leser in Israel, die sich gewundert h├Ątten, dass die genannten Zeitungen die Verleumdungen druckten, Verleumdungen sind es f├╝r Prof. Dr. Wolfgang Benz; denn er bestimmt, was Verleumdungen sind, und was Wahrheit ist.

Ich modifiziere meine Frage aus dem Offenen Brief, vom 17. November 2008: Warum hei├čt das Institut "Zentrum f├╝r Antisemitismusforschung", wenn dort der Forschungsgegenstand entsorgt wird, und warum entsorgt die Technische Universit├Ąt Prof. Dr. Wolfgang Benz nicht gleich mit?

30. Januar 2009

Quellen

(1) Wissenschaft als Ärgernis. Zentrum für Antisemitismusforschung.
Newsletter Nr. 37, Januar 2009
http://zfa.kgw.tu-berlin.de/newsletter/news-09-01.pdf

Feindbild Muslim - Feindbild Jude, Wissenschaftliche Konferenz,
8. Dezember 2008
http://zfa.kgw.tu-berlin.de/feindbild_muslim_feindbild_islam .pdf

(2) 6 Google-Angebote zum Zentrum f├╝r Antisemitismusforschung
zfa site:http://eussner.net
http://tinyurl.com/b54bra

(3) Judenfeindschaft und Pal├Ąstinakonflikt. Der Schwerpunkt des Jahrbuchs f├╝r
Antisemitismusforschung 12. Zentrum f├╝r Antisemitismusforschung.
Newsletter Nr. 25, Oktober 2003
http://zfa.kgw.tu-berlin.de/newsletter/news-03-10.pdf

(4) Jahrbuch f├╝r Antisemitismusforschung 12, Metropol Verlag, Berlin 2003
http://www.metropol-verlag.de/pp/inhalte/inhalt_jahrbuch12.h tm

(5) Yasemin Shooman M.A. Zentrum f├╝r Antisemitismusforschung
http://zfa.kgw.tu-berlin.de/mitarbeiter/shooman.htm

(6) Ab, auf den Altpapierhaufen der Geschichte! 16. November 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-11-16_16-45-35.html

(7) ┬┤German center ignores Iranian threat┬┤. By Benjamin Weinthal,
The Jerusalem Post, December 10, 2008
http://tinyurl.com/62qb6s

Dangerous equation. By Benjamin Weinthal, Haaretz.com,
December 26, 2008
http://www.haaretz.com/hasen/spages/1050297.html

Siehe auch:

Das Schweigen der Experten. Von Henryk M. Broder, Achse des Guten,
31. Januar 2009
http://tinyurl.com/d528hn

isra´il bajad az safhe-e ruzgar mahw schawad. merkez-e moghawammat-e bassidj-e ghowwe ghaza´i-eh - nahije we zarat-hane wa adarat

Israel mu├č von der Oberfl├Ąche der Welt verschwinden. Bassidji-Widerstandszentrum der Ghoweh-Ghasaieh, der Gerichtsmachtmobilisierung - Bassidji-Widerstandsbezirk der Ministerien und ├ämter

Freie Transkription und ├ťbersetzung von mir. Wer´s besser kann, teile es mir bitte mit, dann ├Ąndere ich es. - Erste ├änderung von Nasrin. Danke!

isra´il bajad az safhe-e ruzgar mahw schawad. Israel should be wiped out of the face of the world. Winds of Djihad. By Sheik Yer´mami
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