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"Juden sind unser UnglĂŒck". Tratschke fragt: Wann war´s?

Judenhass weltweit...warum?? fragte Axl, vor 4 Jahren, 7 Monaten, 10 Tagen. Es fiel ihm nĂ€mlich folgendes auf: Schrien die Antisemiten in Österreich vor 1938 "Juden nach PalĂ€stina", so schreien sie heute "Juden raus aus PalĂ€stina". Zugleich hörte man von draußen, wie zur Illustration, rufen: "Juden raus" und "Wer beim Juden kauft ist ein VolksverrĂ€ter !" So war es aber nicht nur in Österreich. So klang es ĂŒberall im Lande. In Frankfurt, Berlin, Köln, MĂŒnchen, Hamburg, Bonn, Stuttgart, aber auch in vielen kleineren StĂ€dten fanden Protestkundgebungen statt, die von ganz breiten Koalitionen getragen wurden, von den GrĂŒnen ĂŒber die Jusos bis zur DKP und Sponti-Gruppen. In Gelsenkirchen warfen die Demonstranten SchneebĂ€lle auf die Polizei. Auch hier war die MLPD, zusammen mit Menschen von der DKP dabei. Alles Linke, erkannte Axl und wunderte sich.

Bei einer Demonstration in Bremen war auf einem der Transparente zu lesen: "Das sind die Juden: mal Opfer und mal Henker". Riefen die Demonstranten zu Anfang der Kundgebung noch "Juden raus aus Libanon!" so verkĂŒrzte sich die Parole, nachdem der Demo-Zug logischerweise vor der Bremer Synagoge, der örtlichen Vertretung der zionistischen Aggressoren, angekommen war, auf ein schlichtes "Juden raus!" Eine kleine Gruppe mutiger Burschen wollte, nachdem die Demonstration sich verlaufen hatte, "... dass man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke, ... dass man auch ihre HĂ€user desgleichen zerbreche und zerstöre..."

"Juden sind unser UnglĂŒck", war die herrschende Meinung. "Ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes, durchteufeltes Ding ist´s um diese Juden, so diese 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles UnglĂŒck gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen ..."

Aber das Volk wehrte sich. An diesem Samstag gingen auch in Frankfurt am Main erneut etwa 500 Menschen gegen den israelischen Bombenkrieg im Libanon auf die Straße. Zur Demonstration und Kundgebung hatte die PalĂ€stinensische Gemeinde Hessen, die Gruppe SolidaritĂ€t mit Libanon und verschiedene weitere Organisationen aufgerufen ... Die wichtigsten Forderungen waren: "Sofortiger und bedingungsloser Waffenstillstand", "Keine Waffenlieferungen in die Kriegsregion" und "RĂŒckzug Israels aus allen besetzten Gebieten". Die grĂ¶ĂŸten Transparente wandten sich sowohl gegen den israelischen Krieg im Libanon, als auch gegen die stĂ€ndige Aggression in PalĂ€stina. Die 500 wurden einmal mehr bestĂ€tigt: "Die Juden sind an allem schuld!"

So sah es auch die Polizei der Bundeshauptstadt. Bilder von der Berliner Anti-Israel Demonstration am Wochenende: Teilnehmer schreien "Tod, Tod, Israel" - vollkommen unbehelligt, ja offenbar geschĂŒtzt von den deutschen OrdnungskrĂ€ften. Eine Teilnehmerin ruft laut und deutlich "Juden raus aus PalĂ€stina" in die Kamera.

Am deutschen Rhein dagegen hat man sich entschlossen, hĂ€ufige Spontandemos zu vermeiden und lieber in einer Dauerausstellung seine Sympathien zu erklĂ€ren. Auf den Kölner Papptafeln steht: "Hisbollah ist Widerstand" und "WĂŒrden die Israelis 1/10 dessen, was sie fĂŒr ihre Kriegsmaschine ausgeben, zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den PalĂ€stinenser-Gebieten einsetzen, könnten sie in Frieden leben." ... Auf Schildern, welche die Verantwortlichen den ganzen Tag vor sich halten konnte man bereits Losungen wie "Israel – vom Opfervolk zum TĂ€tervolk" oder "Bush und Sharon – sie missachten das Völkerrecht und setzen die Welt in Brand" lesen, zuletzt stand auf den Schildern: "40 Jahre unter israelischer Besatzung, 40 Jahre Drangsalierung eines Volkes, Geduldet von: USA, EU, UN."

Wenn deutsche und arabische Friedensdemonstranten mit dem Ruf " Israel -Mörderstaat ! " durch die Straßen ziehen, artikuliert sich selten lauter Protest. Die Volksgemeinschaft ist sich weitgehend einig, aber: Kleine politische Gruppen meist junger Menschen, erklĂ€ren mit der Flagge Israels ihre SolidaritĂ€t mit dem jĂŒdischen Staat. Und wer sich als Jude dazu stellt, kann erleben, wie es ist , von selbst ernannten Antifaschisten als "Nazi "beschimpft zu werden. Wie ein rotes Tuch wirkte der Magen David bei dieser Gelegenheit auch in NĂŒrnberg . Aggressionen aus den Reihen der Friedensdemonstranten musste die Polizei stoppen.

Die Flagge Israels hatten die jungen Menschen von der Außenministerin Israels, die gerade ihren Schreibtisch rĂ€umt. Frau Livni hat vergessen ihre Vitrine zu schließen und nun quillt die ganze Sammlung heraus. (Bild) Und die vielen Pro-Israel-Videos, welche jetzt zu Massen auftauchen, Ă€ndern daran nichts. Israel " Mörderstaat" tötest unsere Kinder , Augen auf, Augen auf ! Unsere Kinder sterben!

Derweil tut sich im friedlichen Nachbarstaat Sensationelles: Ägypten wird von Großbritannien unabhĂ€ngig, es entsteht eine Monarchie. Zwei Jahre spĂ€ter fĂŒhrte die "Bruderschaft" gewalttĂ€tige Proteste gegen Juden durch unter den Parolen "Nieder mit den Juden" und "Juden raus aus Ägypten". Das konnten die Juden nicht auf sich sitzen lassen. Israel, das ohnehin AngriffsplĂ€ne hegte, sollte den Krieg auslösen. Dann wĂŒrden sich unter dem Vorwand, die Schiffahrt auf dem Kanal vor dem Erliegen bewahren zu wollen, Frankreich und Großbritannien einschalten.

Daraus wurde leider nichts: Eine Artilleriegranate schlug am Samstagmorgen nahe einer Schule des UN-Hilfswerks UNRWA im nördlichen Gazastreifen ein. Mindestens drei Zivilisten, eine Frau und zwei Kinder, wurden dabei getötet, berichteten Nothelfer und Augenzeugen. Tief erschĂŒttert ĂŒber diese frivole Mordtat der Juden fand sich daher die DarmstĂ€dter Bevölkerung geschlossen, zum Teil noch in der Nacht, besonders aber in den frĂŒhen Morgenstunden zu gewaltigen Demonstrationen als spontaner Ausdruck gegen die Juden und ihre in aller Welt ... entfachte Hetze zusammen. Daß man nicht mit gleichen Mitteln, wie Mord und Totschlag gegen die HebrĂ€er vorging, ist wieder einmal der deutschen Langmut und der Disziplin des Volkes zu verdanken.

Einige DarmstĂ€dter beschlossen, mit nordhessischen Genossen ihre Proteste fortzusetzen. Das linksgerichtete "Kasseler Friedensforum" hatte die pro-palĂ€stinensische Demonstration organisiert. Die Teilnehmer beschimpften die Standbetreuer als "Kindermörder" und "Terroristen". Zudem riefen sie "Tod fĂŒr Israel" und "Juden raus". Schließlich griffen sie den Stand an.

Lesen sie Geschichte und sie werden verstehen, dass die Juden von gestern die bösen Vorfahren der Juden von heute, die ĂŒble Nachkommen, UnglĂ€ubige, FĂ€lscher der Worte [Gottes], Kalbanbeter, Prophetenmörder, Leugner der Prophezeiung... Abschaum der Menschheit sind, die Allah verflucht und in Affen und Schweine verwandelt hat...´ Das sind die Juden, andauernde Fortsetzung des Betrugs, des Starrsinns, des Ausschweifens, der Bosheit und Korrumpierung.

Wer mit den Juden Verbindungen hat, begibt sich selber damit des Rechtes auf die Volksgemeinschaft.

Nicht alle haben Sinn fĂŒr einfache Slogans. Ein Publizist meint: Ich finde Norbert BlĂŒm interessanter, der an einer internationalen Konferenz "Stop the Wall!" teilnimmt und sich dabei schrecklich darĂŒber aufregt, dass Israel den Terroristen ein Hindernis in den Weg stellt. Oder den evangelischen Theologen, Reisenden und Erfolgsautor Jörg Zink, der als Gast bei JĂŒrgen Fliege viel VerstĂ€ndnis fĂŒr die mutigen palĂ€stinensischen SelbstmordattentĂ€ter Ă€ußert.

Es ist offensichtlich, dass es den Teilnehmern nicht um Frieden geht, sondern nur ein Anlass benötigt wurde, um all die Dinge mal zu verlautbaren, die da verlautbart worden sind - um das mal so zu formulieren. Wieder einmal war, ĂŒber einen gemeinsamen Feind, den einzigen gemeinsamen Feind, die Volksgemeinschaft fĂŒr eine kurze Strecke hergestellt worden.

Der Tenor der Kundgebung war ĂŒberall der Gleiche: Völkermord, Endlösung der PalĂ€stinafrage durch den Judenstaat. Die TAZ sprach von einem "umgekehrten Holocaust", von blinder Mordlust, die Millionen von Israelis das gutheißen lĂ€sst", wogegen es nur ein Mittel gibt: "Das Einzige, was die Israelis am Weitermorden hindern kann, sind israelische Opfer."

Wann´s war? Tratschke, es ist immer!

Zitatensammlung, 18. MĂ€rz 2009

SĂ€tze in Kursivschrift sind EinschĂŒbe von mir.

Quellen

"juden sind mörder"
http://tinyurl.com/d3hj5y

Juden unser UnglĂŒck. Amoghasiddhi , politik.de, 5. Mai 2004
http://forum.politik.de/forum/archive/index.php/t-59676.html

"Wer beim Juden kauft ist ein VolksverrÀter !" Aufkleber 3. Reich um ca. 1933,
Artikel 10504
http://www.militariavic.de/papiersonstiges.htm

21.06.1935 "DĂŒrener Beobachter"
http://www.geschichtswerkstatt-dueren.de/juden/fundstellen/1 935_1.html

Das Böse hat einen Namen: "Die Rothschilds sind unser UnglĂŒck!"
Von David Gall, HaGalil, 25. Oktober 2005
http://www.hagalil.com/archiv/2005/10/al-shatat-0.htm

MuslimbrĂŒder. Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Muslimbr%C3%BCder

Haffner. POGROMNACHT 38: Nicht Bruch, nicht Explosion - einfach Steigerung der Entwicklung seit 1933, stattweb.de, 9.November 2008
http://www.stattweb.de/baseportal/ArchivDetail&db=Archiv&Id= 1060

Die Antwort des Volkes. Darmstadts Bevölkerung erhebt sich gegen jĂŒdische Provokation, 11. November 1938
http://www.erinnerung.org/gg/pognach.htm#doku2

Juden raus aus PalÀstina. Von Karl Pfeifer, HaGalil, 21. MÀrz 2002
http://www.klick-nach-rechts.de/austria/antisemitismus.htm

Die Sueskrise, Nasser und die panarabische Bewegung.
Brockhaus EnzyklopÀdie online
http://www.brockhaus.de/aktuell/thema.php?t_id=125&jahr=2006

Henryk M. Broder: Der ewige Antisemit. Mit einem aktuellen Vorwort von
Henryk M. Broder. Berliner Taschenbuch Verlag, Juli 2005, S. 13 und 144
http://tinyurl.com/cp6vs4

Siehe MEMRI Special Report No. 11 (1. November 2002) von Aluma Solnick.
Zitiert in: Was ist arabischer Antisemitismus? Von Menahem Milson,
HaGalil, 3. Juni 2007, Anmerkung Nr. 5
http://www.islamismus.org/seminar-07/03-06-0707/03/arabisch. htm

"judenhass weltweit ... warum?" wer-weiss-was
http://www.wer-weiss-was.de/theme87/article2352738.html

Der WohltÀter im Rollstuhl. 20 Quadratmeter gegen Israel. Mitten auf der Domplatte in Köln
http://tinyurl.com/dm8oov.

Erneut protestieren Tausende gegen den israelischen Bombenkrieg im Libanon, World Socialist Web Site, August 16, 2006
https://wsws.org/de/2006/aug2006/demo-a16.shtml

Antisemitismus im Namen des Friedens. Von Doris Kalveram , Ilia Choukhlov, Honestly Concerned, November 23, 2008
http://tinyurl.com/dxerx4

Es lĂ€ĂŸt sich nicht verstecken, Zionisten im "Blutrausch". Von Lurusa Gross, Blog Monitor, 1. Januar 2009
http://tinyurl.com/cfskc3

Der Islam-Faschismus marschiert - die Polizei schaut zu. Von Jörg Lau,
Zeit Online, 13. Januar 2009, Kommentar 4
http://tinyurl.com/7swppj

Israel bombardiert Schule. Von nz/dpa, netzeitung, 17. Januar 2009
http://www.netzeitung.de/politik/ausland/1253677.html

"Juden raus": Demonstranten greifen Israel-Stand in Kassel an.
Von E. Hausen, israelnetz.com, 19. Januar 2009
http://tinyurl.com/dl82a4


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