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Avicenna - Preis. Roland Koch, die CDU und die Allianz der Zivilisationen

Am 10. Mai 2009 erh├Ąlt die Alianza de Civilizaciones, die Allianz der Zivilisationen, eine auf Initiative der Ministerpr├Ąsidenten Jos├ę Luis Rodr├şguez Zapatero und Recep Tayyip Erdogan gegr├╝ndete Vereinigung, offiziell zur Bek├Ąmpfung des internationalen Terrorismus auf anderem als milit├Ąrischem Wege, tats├Ąchlich zur besseren ideologischen und wirtschaftlichen Verflechtung Spaniens und Europas mit den islamischen Staaten, den Avicenna-Preis. Die Idee zur Allianz stammt vom damaligen Pr├Ąsidenten des Irans Mohammad Khatami, der einen Dialog zwischen den Zivilisationen entwickeln will. Der spanische Ministerpr├Ąsident tr├Ągt den Vorschlag auf der 59. UN-Vollversammlung, am 21. September 2004, vor. (1)

Allianz der Zivilisationen

Am 14. Juli 2005 best├Ątigt Kofi Annan, der Generalsekret├Ąr der UNO, offiziell die Allianz der Zivilisationen. Nunmehr handelt es sich um eine Initiative der Vereinten Nationen. Mehr als 80 Staaten und internationale Organisationen sind Mitglied in der Allianz. Es handelt sich einmal mehr, wie bei Konferenzen ├á la Durban II, um eine eigens f├╝r die islamischen Staaten eingerichtete Veranstaltung, um eine Br├╝cke zu bauen ├╝ber eine Kluft, die sich aufgetan hat zwischen der westlichen und der arabischen und islamischen Welt. Die Sprache verr├Ąt, da├č die Verantwortlichen f├╝r diese Kluft im Dunkeln bleiben sollen, Subjekt der Handlung ist eine Kluft, die sich aufgetan hat, und fertig. (2)

Die Israelis haben die Allianz w├Ąhrend des Libanonkrieges erleben m├╝ssen. Im September 2006 interpretiert Spanien die Alianza de Civilizaciones so, da├č sich seine Soldaten der UNIFIL mit der Hezbollah zur Allianz der Terroristen verbr├╝dern. Ein spanischer UN-Friedenssoldat sch├╝ttelt die Hand eines libanesischen Hezbollah-Unterst├╝tzers, der ein gelbes T-Shirt tr├Ągt und eine Hezbollah-Flagge tr├Ągt, w├Ąhrend er im s├╝dlibanesischen Dorf Kfar Kila, am 21. September 2006, auf dem Weg zur Teilnahme an der gro├čen Siegesparade ist, die in Beirut stattfindet.

Im Artikel Die Alianza de (Civilizaciones) Terroristas in Aktion habe ich in den beiden Abschnitten Die Intrigen der EU-Staaten am Beispiel Spaniens und Spanien auf dem Weg in den Islam ausf├╝hrlich ├╝ber die Verflechtung spanischer Interessen mit denen der islamischen L├Ąnder berichtet. Die spanische Regierung wird nichts unversucht lassen, die T├╝rkei in die EU einzugliedern. (3)

Ein Forum der Allianz mit Sitz in Spanien, unter der Leitung des Sozialisten Jorge Sampaio, des ehemaligen Pr├Ąsidenten Portugals, von 1996 bis 2006, wird eingerichtet und seine Mitglieder kommen am 15./16. Januar 2008 zur ersten Sitzung zusammen. (4)

Die Spanier nennen ihr Projekt PNAC, und das hei├čt nicht Project for The New American Century, sondern Plan Nacional para la Alianza de Civilizaciones, Nationaler Plan f├╝r die Allianz der Zivilisationen: Der Ministerrat hat auf seiner Sitzung vom 11. Januar 2008 und auf Vorschlag des Pr├Ąsidenten der Regierung den Vertrag angenommen, durch den der Nationalplan des K├Ânigs von Spanien f├╝r die Allianz der Zivilisationen best├Ątigt wird. Es kann den Sch├Âpfern dieses Planes nicht entgangen sein, was PNAC in den USA bedeutet, man kann durchaus Absicht unterstellen. (5)

Die zweite Sitzung des Forums findet in Istanbul statt, am 6. und 7. April 2009. Neben den Initiatoren, einschlie├člich Mohammad Khatami, nehmen auch Barack Hussein Obama und NATO Generalsekret├Ąr Anders Fogh Rasmussen am Forum teil, letzterer renkt sich dort die Schulter aus. (6)

Einen begeisterten Beitrag zum Thema des im Auftrag der t├╝rkischen Regierung schreibenden Ayhan Kaya, von der Istanbul Bilgi Universit├Ąt, liest man auf der bundeseigenen Qantara, die gar nicht eindringlich genug f├╝r eine Mitgliedschaft der T├╝rkei in der EU werben kann. Der t├╝rkische Ministerpr├Ąsident wird als Vermittler zwischen den muslimischen und nicht-muslimischen Welten vorgestellt. (7)

Seine bekopftuchte Ehegattin Emine Erdogan wird es gewi├č best├Ątigen. Ein Foto zeigt sie bei einer Rede vor einem ├╝berdimensionierten Pal├Ąstinensertuch: Die Ehefrauen der F├╝hrer von sieben islamischen L├Ąndern verurteilten den israelischen Angriff auf Gaza und forderten die internationale Staatengemeinschaft auf, das Leiden der dortigen Frauen und Kinder zu beenden. (8)

Die Website der Allianz zeigt, um was es geht, um die Islamisierung Europas und die Durchsetzung der Interessen der islamischen Staaten in Europa und weltweit. Direktor des Sekretariats der Allianz ist Marc Scheuer, Direktor f├╝r Politikberatung und Zusammenarbeit des Europarats. Die gro├če Mehrheit der High Level Group Mitglieder sind Muslime und die wenigen Nicht-Muslime sind bekannt f├╝r ihre Affinit├Ąt zum Islam bei gleichzeitiger Gegnerschaft zu den Juden und zu Israel. Die sogenannten intellektuellen Mitglieder der Allianz lesen sich bis auf Ausnahmen wie ein Who is Who der Antisemiten und Israelhasser: Federico Mayor, John Esposito, Hubert V├ędrine, Karen Armstrong, Desmond Tutu, Felipe Gonz├ílez, Miguel Angel Moratinos. Zu den meisten von ihnen findet man Artikel in meinem Archiv. (9)

Es gibt auch eine Gruppe von Freunden, und da ist unter Germany die St├Ąndige Vertretung der Bundesrepubkik Deutschland bei den Vereinten Nationen verlinkt. Ansonsten sind dort islamische und einige UN-Unterorganisationen gelistet. (10)

├ťber die deutsche Teilnahme am Zweiten Forum, 6. und 7. April 2009, findet sich nichts bei Google, jedenfalls habe ich trotz langen Suchens nichts gefunden. Finnische Staatspr├Ąsidentin, spanischer und ├Âsterreichischer Au├čenminister, stellvertretender luxemburgischer Ministerpr├Ąsident, insgesamt rund 1500 G├Ąste, unter ihnen f├╝nf Staats- und Regierungschefs, 37 Minister und Vertreter aus 12 internationalen Organisationen, aber niemand aus Deutschland wird namentlich genannt. (11)

Das Forum befa├čt sich mit interkulturellen Spannungen in der Mittelmeerregion, organisiert von der Anna Lindh Euro-Mediterranean Foundation for Dialogue between Cultures and the European Commission, einer gegen Israel gerichteten EU-Institution, ├╝ber die Artikel in meinem Archiv vorhanden sind, in einem Workshop geht´s um Unterricht in Religion und Glauben, in einem anderen um kulturelle Spannungen, ebenfalls mit der Anna Lindh Foundation, die ├╝berhaupt im Programm sehr engagiert ist.

Working Session 11: The Cost of Conflict in the Middle East, Die Kosten des Konflikts im Nahen Osten, diskutiert einen Bericht der indischen Strategic Foresight Group, die ihn in Zusammenarbeit mit der t├╝rkischen AKP des Ministerpr├Ąsidenten Recep Tayyip Erdogan, den schweizerischen und norwegischen Au├čenministerien und der Qatar Foundation erstellt hat. Auch Israelis sollen zu dem Bericht beigetragen haben. Zu den Kosten des Konflikt f├╝hren die Experten im Vorwort des Berichtes aus:

Sie betonen Kosten f├╝r die Sicherheit der Menschen, f├╝r die Verteilung von Ressourcen, R├╝stungswettlauf, Zerst├Ârung von Besitz u.a. Die Bev├Âlkerung ist besorgt um Kosten, die Auswirkungen auf ihre Lebensbedingungen haben, wie Sicherheit in Caf├ęs und W├╝rde an Grenz├╝berg├Ąngen, M├Âglichkeiten zur Bildung, Schaden an der Umwelt und dem sozialen Gef├╝ge. Sie befassen sich mit monet├Ąren Kosten; f├╝r unsensibel und unangemessen halten sie es, einige andere Kosten in finanziellen Gr├Â├čen zu bemessen. Beispielsweise ist es m├Âglich und n├╝tzlich, die wirtschaftliche Last der Fl├╝chtlinge f├╝r beide, ihr Heimat- und Gastland zu bemessen. Es w├Ąre jedoch unangemessen, die wirtschaftlichen Kosten des Todes von Kindern zu bestimmen. Es w├Ąre n├╝tzlich, finanzielle Auswirkungen von zerst├Ârten Farmen und B├Ąumen zu bemessen, da sie den Lebensunterhalt der Bauern bereitstellen. Aber es w├Ąre unangemessen zu versuchen, den Verlust von Artenvielfalt in Geldwert zu bemessen. Leben von Menschen und anderen im ├ľkosystem ist in sich selbst wertvoll und nicht f├╝r wirtschaftliche Eink├╝nfte, die sie erbringen k├Ânnten. Unser Bericht wird sich mit allen diesen Kosten befassen.

Sie betonen auch Alternativkosten, es geht ihnen nicht nur darum, was die Bev├Âlkerung in einem Konflikt verliert, sondern auch, was sie nicht hat, und was sie haben k├Ânnte, wenn es den Konflikt nicht g├Ąbe.

In die Kostenkalkulation beziehen sie auch good governance und solide Wirtschaftspolitik ein, die den Staaten in der Region ein Wachstum von acht Prozent im Jahr bringen k├Ânnte. Welchen Beitrag Mi├čregierung und Mi├čwirtschaft in den islamischen Staaten an den entgangenen Alternativen leisten, f├╝hren die Experten nicht aus. Welche vermittelte Wirkung sie auf Israel haben, ist kein Thema. Ihre Bezugsgr├Â├čen w├Ąhlen sie aus dem Jahr 1991, sie meinen, Frieden sei in der Konferenz von Madrid m├Âglich gewesen, eine merkw├╝rdige Interpretation; denn die Folge zeigt ja gerade, da├č der Frieden nicht m├Âglich war, und jetzt sei er wieder m├Âglich. In meinem Archiv gibt es Artikel dazu: Der Staat Israel erkl├Ąrt feierlich sein Bedauern ... (12)

Man sieht an der Aufz├Ąhlung, da├č Israelis au├čer durch die Erw├Ąhnung von Sicherheit in Caf├ęs nicht viel Aufmerksamkeit gewidmet wird. Offensichtlich mu├č man schon dankbar sein, da├č auf 14 von 174 Seiten Israel einige Aufmerksamkeit geschenkt wird, Seiten 101-114; auch in Kapitel 7 wird Israel einbezogen. Den Opportunit├Ątskosten der politischen Herrschaft des fundamentalistischen Islams in der Region gilt keine Aufmerksamkeit. Grotesk ist es, die den Bericht finanzierenden Staaten Norwegen, Schweiz, T├╝rkei und Qatar als neutrale L├Ąnder zu bezeichnen. Die Aktivit├Ąten der unter norwegischer Leitung angeblich v├Âllig objektiv arbeitenden zivilen Beobachtermission in der Westbankstadt Hebron TIPH sprechen dem Hohn, genau wie die Entsendung des norwegischen Propagandisten und Arztes Mads Gilbert in den Gazakrieg durch seine Regierung, bei Druck des norwegischen Au├čenministeriums auf die ├ägypter, ihn ├╝ber Rafah einreisen zu lassen, das Gegenteil beweist, wie auch die Absicht der Au├čenministerin der Schweiz, den Juden- und Israelhasser Jean Ziegler in den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen zu entsenden. Die Entscheidungen der T├╝rkei im Irakkrieg sprechen ebenfalls eine andere Sprache.

Solange die Herrschaft des politischen Islams in der Region und sein Anspruch auf das gesamte Gebiet Israels nicht untersucht und die Folgen f├╝r die Unm├Âglichkeit von Frieden dokumentiert werden, gibt es keinen Frieden. Dem Thema Religion und Politik wird eine (!) Seite gewidmet, Seite 63. Bezeichnungen wie Israel-Hezbollah Konflikt 2006, obgleich es eindeutig ist und nicht einmal in Frage gestellt wird von der Hezbollah, da├č sie mit der Entf├╝hrung der beiden Soldaten von israelischem Boden wider ihr eigenes Erwarten den Krieg losgetreten hat, solange besteht die Schuldzuweisung bereits in der ├ťberschrift.

Nicht fehlen darf bei einer solchen Veranstaltung die Geschichte von dem islamischen und muslimischen Beitrag zur europ├Ąischen Kultur, ihren Gesellschaften und Identit├Ąten. Die Organization of the Islamic Conference, der British Council und wiederum die Anna Lindh Foundation tragen dazu bei. Die Verw├╝stungen und Zerst├Ârungen der christlichen und der j├╝dischen Kultur durch die islamischen Eroberer, die Verschleppung von Christenjungen, um sie in die Janitscharentruppen zu pressen, von jungen M├Ądchen f├╝r den Harem der Sultane und ihrer Hofschranzen, die Zwangsumsiedlungen von Christen nach Anatolien und von Anatoliern auf den Balkan, die Ausl├Âschung der seit 350 Jahren bestehenden christlichen Kultur und die Zwangskonversionen in Spanien nach 711 werden bezeichnet als direkte oder indirekte Beziehungen zum Islam.

Erziehung zum Dialog: Aufbau von Frieden im Geist der Menschen soll erreicht werden, das alles, ohne Israelis zur Veranstaltung zu laden, ├╝ber ihre K├Âpfe hinweg, als wenn es das "zionistische Gebilde" schon nicht mehr g├Ąbe. (13)

Das ehrt der hessische Ministerpr├Ąsident Roland Koch, dabei ist das Au├čenministerium der Bundesrepublik Deutschland Freund, das bejubelt die ehemalige Bundestagspr├Ąsidentin Rita S├╝├čmuth in ihrer Laudatio am 10. Mai 2009.

Avicenna-Preis

Wer die T├╝rken dem├╝tigen will, verleihe ihnen einen nach Ibn Sina benannten Preis. Tatsache ist, da├č es einmal mehr ein Perser ist, die T├╝rken nennen keine eigenen Kulturgr├Â├čen ihr eigen, es sind Perser, Inder oder geraubte Christen wie ihr ber├╝hmter Baumeister Koca Mimar Sinan Agha, Sohn von griechischen Christen. Die osmanischen Sultane haben persisch gesprochen und gedichtet, nun mu├č wieder ein Perser herhalten, um ihre Unbildung zu verstecken. (14)

Der von den T├╝rken vereinnahmte viel gepriesene persische Dichter Jalal ed-Din Rumi, der das Projekt der Alianza de Civilizaciones inspiriert, ist 1207 im persischen Balch geboren, im heutigen Afghanistan, gestorben ist er 1273 in Konya, der Hauptstadt des Sultanats der Seldschuken, der heutigen T├╝rkei; er hat meines Wissens keine einzige Zeile in osmanischer Sprache verfa├čt. Wer es besser wei├č, m├Âge mich informieren. (15)

Die T├╝rken scheinen sich gern selbst zu dem├╝tigen; denn sie zahlen daf├╝r, benennen den Preis nach einem Perser, und der ehemalige t├╝rkische Ministerpr├Ąsident Yildirim Akbulut ist Mitglied des Vorstand des am 20. September 2005 unter der Schirmherrschaft des hessischen Ministerpr├Ąsidenten Roland Koch gegr├╝ndeten Preises. Der Perser Ibn Sina (ca. 980 - 1037), lateinisch Avicenna, ist der ber├╝hmteste und einflu├čreichste Philosoph und Wissenschaftler der islamischen Welt. Sein Beitrag zur aristotelischen Philosophie erw├Ąhnt die Kurzbeschreibung der Encyclopedia Britannica neben den Schriften zur Medizin besonders. (16)

Avicennas bekannteste philosophische Schrift tr├Ągt den "Kitab ash-Shifa" (Die Heilung) und enth├Ąlt Beitr├Ąge ├╝ber aristotelische Logik, Metaphysik, Naturwissenschaften und andere Themen ... In der mittelalterlichen Scholastik wurde er damit neben Averroes zum angesehensten arabischen Philosophen und Vermittler der aristotelischen Philosophie und Naturkunde, wird er auf der Site des Avicenna-Preises vorgestellt. Die genannten Gelehrten sind keine Araber, Averroes ist Spanier, 1126 geboren in Cordoba, verbannt nach Marrakesch und dort 1198 gestorben; er fordert die Menschen auf, ihre Vernunft zu gebrauchen, von den Imamen wird das nicht gern gesehen, Islam hei├čt Unterwerfung. Der Verein berichtet nichts dar├╝ber, da├č sowohl Avicenna als auch Averroes von islamischer reaktion├Ąrer Geistlichkeit verfolgt worden sind. Avicenna lebt nur 14 Jahre seines Lebens in relativem Frieden, sicher ist er nie gewesen, die ├╝brige Zeit wird er von Muslimen verfolgt und flieht vor dem Islam nach Hamadan, weil seine fortschrittlichen und volksverbundenen Ansichten nicht von allen Zeitgenossen verstanden worden seien; sch├Ân formuliert von Gotthard Strohmaier. (17)

Deutsche MSM, die BILD oder auch 3sat, wissen von alledem so gut wie nichts. Bei ihnen ist Avicenna ein f├╝r Orient und Okzident bedeutender mittelalterlicher Arzt und Philosoph; seine Nationalit├Ąt und seine Stellung gegen├╝ber dem Islam werden von 3sat unterschlagen, sonst w├Ąre sofort und ohne Umwege klar, da├č diese Geistesgr├Â├če f├╝r politische Zwecke mi├čbraucht wird. Er ist das Beispiel daf├╝r, da├č es nichts ist mit der Allianz der Zivilisationen, sondern wohin der Islam in seinem Eroberungszug kommt, m├╝ssen K├╝nstler und Wissenschaftler sich verstellen oder fliehen. Ausnahmen best├Ątigen die Regel, aber nur solange, bis eine neidische und mi├čg├╝nstige Meute von Muslimen dem Frevel ein Ende macht. Einer der gl├╝cklichen Juden ist der ausgezeichnete Arzt und Minister des Khalifen Abu Joseph Ibn Hasdai Ibn Shaprut (915-975). Mit dem Sturz der Khalifen und dem Aufkommen der Macht der Taifa aber, der Teilreiche, ab 1031, beginnen 500 Jahre islamische Judenverfolgung. Granada ist schon im 11. Jahrhundert judenfrei. 1148, mit der Invasion der islamischen Almohaden, den Bekennern der Einheit, einer islamischen puritanischen Bewegung, die sich ├╝ber Nordafrika und den S├╝dteil Spaniens ausbreitet, beginnt die Ausrottung der Juden Andalusiens, so da├č diese sich in den Schutz der christlichen K├Ânige im Norden Europas fl├╝chten oder in den Orient auswandern. (18)

Dies zum islamischen und muslimischen Beitrag zur europ├Ąischen Kultur, ihren Gesellschaften und Identit├Ąten.

Der BILD-Autor Hugo M├╝ller-Vogg meint, Roland Koch passe mit diesem Projekt nicht ins politisch korrekte Bild. Und wie er da hineinpa├čt, dient das Projekt doch der weiteren Islamisierung Europas und der Vorbereitung der Mitgliedschaft der T├╝rkei in der EU. Es ist ganz gleich, was deutsche Politiker ├╝ber die Mitgliedschaft der T├╝rkei in der EU verlauten lassen, ob sie zwecks W├Ąhlerstimmenfang ├Âffentlich daf├╝r oder dagegen eintreten, sie werden nicht m├╝de, der sich immer mehr islamisierenden T├╝rkei den Weg zu bereiten. Derselbe Politiker, der sich ├╝ber Andrea Ypsilanti und ihr gebrochenes Wahlversprechen aufregt, kann sich den T├╝rken gar nicht genug andienen. Nun h├Ąlt er den Festvortrag in der Paulskirche und ├╝berreicht den Preis. Was kann man von einem Dalai-Lama-Fan anderes erwarten? (19)

Die aristotelische Philosophie wird vom Islam nicht rezipiert, der Perser Ibn Sina befa├čt sich damit, weil sein Denken frei und nicht islamisiert ist. Die Logik und die Naturwissenschaften des Aristoteles haben keinen Eingang in den Islam gefunden. Weder Die Metaphysik noch Die Politik sind ins Arabische ├╝bersetzt worden. Ausf├╝hrlich dar├╝ber lesen kann man im Buch von Sylvain Gouguenheim Aristote au Mont Saint Michel, Aristoteles auf dem Mont St. Michel. (20)

Solche Erkenntnisse passen linken Intellektuellen ├╝berhaupt nicht, ein Kollektiv (sic!) von 56 Forschern der Geschichte und Philosophie des Mittelalters versucht, den Autor mittels Kampagnen in dessen Lyoner Universit├Ąt fertigzumachen; auch Deutsche beteiligen sich daran. Ich habe dar├╝ber zwei Artikel verfa├čt. (21)

Jetzt wird dem t├╝rkischen Ministerpr├Ąsidenten f├╝r die Alianza de Civilizaciones der Avicenna-Preis verliehen, und er h├Ąlt seine Rede in einer Kirche, dieser Mann, der in K├Âln vor einer jubelnden Menschenmenge von T├╝rken und t├╝rkischst├Ąmmigen Deutschen erkl├Ąrt, die Anpassung der T├╝rken an die deutsche Gesellschaft bedeute eine Verletzung der Menschenrechte, der vehement widerspricht, da├č es einen moderaten Islam g├Ąbe: Islam is Islam. (22)

F├╝r solche Ansichten, die er mit dem Amt f├╝r Religi├Âse Angelegenheiten Diyanet nicht nur in der T├╝rkei, sondern auch in Deutschland und anderen europ├Ąischen Staaten, vor allem auf dem Balkan durchsetzt, ohne gro├čen Widerstand zu erfahren, wird er jetzt geehrt vom Ministerpr├Ąsidenten Roland Koch. Die handverlesenen Mitglieder des 2005 in Frankfurt gegr├╝ndeten Vereins "Avicenna-Preis" verleihen den mit bis zu 100 000 Euro dotierten Preis, und 3sat wei├č: Zu der genauen H├Âhe des Preisgeldes machte der Verein zun├Ąchst keine Angaben. Dies h├Ąnge davon ab, welche Projekte die Allianz mit dem Geld unterst├╝tzen wolle. Wer, bitte, hat sie handverlesen? Woher kommt das Preisgeld? Welche Projekte sind f├Ârderungsw├╝rdig? Das w├╝├čte man gern von Hugo M├╝ller-Vogg und von 3sat; sie scheinen es doch zu wissen, oder haben sie nichts hinterfragt? (23)

Ist es das Propagandaprojekt Alliance of Civilizations Media Fund zur Befriedigung des dringenden Bedarfs an ausgewogenerer Berichterstattung ├╝ber religi├Âse Minderheiten in den Unterhaltungsmedien? (24)

Vielleicht erf├Ąhrt man N├Ąheres in der Paulskirche. Referiert Roland Koch dort, inwiefern die T├╝rkei an der Kreuzung der Kulturen liegt? Warum man in der Alianza de Civilizaciones ├╝ber den Nahostkonflikt und Israel spricht, Israelis aber nirgends vorkommen in dem Projekt und unter den Forumsteilnehmern, w├Ąre auch sehr interessant. Rita S├╝├čmuth wird dar├╝ber nichts erw├Ąhnen in ihrer Laudatio, Recep Tayyip Erdogan wei├č bestimmt nichts N├Ąheres. Gibt´s daf├╝r den Avicenna-Preis?

Der gro├če Gelehrte rotiert in Hamadan im Grabe. (25)

16. April 2009

Update. Das meinen BILD und Tagesspiegel

Die geplante Auszeichnung des t├╝rkischen Premierministers Recep Tayyip Erdogan f├╝r seine angeblichen Verdienste um die Verst├Ąndigung zwischen dem Westen und der islamischen Welt sorgt f├╝r gro├čen Wirbel! ... CSU-Generalsekret├Ąr Alexander Dobrindt zu BILD: "Ich kann Roland Koch nicht verstehen, warum er bei der Preisverleihung an Erdogan mitmacht ..."

Allerdings ist es nicht so, da├č Roland Koch den Preis ├╝berreichen soll, sondern er will es, schlie├člich ist er Schirmherr des Avicenna-Preises, wohl wissend, wer ihn geschaffen hat, T├╝rken, im Auftrag ihrer Regierung. (26)

Dass ein Schriftsteller wegen eines Romans mit einer Gef├Ąngnisstrafe bedroht wird, passt nicht zum Bild eines Landes, das in die EU aufgenommen werden will. Br├╝ssel fordert immer wieder, die T├╝rkei m├╝sse die Meinungsfreiheit st├Ąrken. Doch nicht nur die Justiz stellt sich quer. Dass das Religionsamt ein Urteil ├╝ber seinen Roman abgab, bringt G├╝rsel fast noch mehr auf die Palme als die Aussicht auf seinen Prozess. "Das ist eine staatliche Beh├Ârde", sagte er ├╝ber das Religionsamt, das in der T├╝rkei ├╝ber eine staatstragende Ausrichtung des Islam wacht. "Wie kommt (diese Beh├Ârde) denn dazu, ihre Meinung ├╝ber ein literarisches Werk abzugeben?" (27)

Nun wei├č man in etwa, wem am 10. Mai 2009 vom hessischen Ministerpr├Ąsidenten Roland Koch in der Frankfurter Paulskirche der Avicenna-Preis ├╝berreicht werden soll, n├Ąmlich Recep Tayyip Erdogan, dem Regierungschef, dem die staatliche Religionsbeh├Ârde Diyanet untersteht, die auf ihre Weise f├╝r den Br├╝ckenbau zwischen Islam und Westen sorgt. Die t├╝rkische Regierung finanziert mit 100 000 Euro selbst ihren Preis, der sie in Deutschland aufwerten soll, w├Ąhrend sie im eigenen Land Schriftsteller verfolgt, die angeblich den Islam beleidigen. Die Laudatio dazu h├Ąlt Rita S├╝├čmuth, alle zusammen entweihen den Ort der Preisverleihung und Deutschland dem├╝tigt sich einmal mehr vor der islamischen Welt.

17. April 2009

Quellen

(1) Alianza de Civilizaciones. Wikipedia
http://es.wikipedia.org/wiki/Alianza_de_Civilizaciones

(2) Plan Nacional para la Alianza de Civilizaciones. Presidencia del Gobierno
http://www.pnac.es/default.htm

(3) Die Alianza de (Civilizaciones) Terroristas in Aktion.
4. September 2006 / 25. Juni 2007
http://www.eussner.net/artikel_2006-09-04_02-01-08.html

(4) Ministerio de la Presidencia (BOE n├║mero 20 de 23/1/2008).
Gobierno de Espa├▒a
http://tinyurl.com/cezcq3

(5) Project for The New American Century
http://www.newamericancentury.org/

(6) El II Foro de la Alianza de Civilizaciones se celebrar├í en Estambul (Turqu├şa),
los pr├│ximos d├şas 6 y 7 de abril. PNAC, 6 de marzo de 2009
http://www.pnac.es/Actualidad/NotasPrensa/Foro+Estambul.htm

The Second Forum of the Alliance of Civilizations, 6-7 April 2009/Istanbul
http://www.aocistanbul.org/default.en.mfa

Khatami, Obama to attend Alliance for Civilizations summit in Istanbul,
Tehran Times, April 5, 2009
http://www.tehrantimes.com/index_View.asp?code=191443

(7) Turkey-EU Relations. The Need for a Discursive Shift. By Ayhan Kaya,
Qantara, Kulturaustausch 2009
http://www.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-476/_nr-113 6/i.html

(8) Emine Erdogan. A Photoblog Dedicated to Hijabis, January 18, 2009
http://samah007.wordpress.com/2009/01/18/590/

(9) High Level Group Members. United Nations - Alliance of Civilizations
http://www.unaoc.org/content/view/160/197/lang,english/

(10) The members of the AoC Group of Friends
http://www.unaoc.org/content/view/115/174/lang,english/

(11) Ausz├╝ge aus den politischen und wirtschaftlichen Nachrichten der
t├╝rkischen Presse, 8. April 2009
http://www.byegm.gov.tr/yayinlarimiz/tages/alm2009/04/09x04x 08.htm

Allianz der Zivilisationen. Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Allianz_der_Zivilisationen

(12) Cost of Conflict in the Middle East.Strategic Foresight Group
http://www.strategicforesight.com/COCME%20-%20preface-conten ts.pdf

(13) AoC Forum. Provisional Program (March 27, 2009), 6-7 April 2009
http://tinyurl.com/cg28tz

(14) Sinan (b. Anatolia, Turkey 1489; d. Istanbul, Turkey 1588)
http://www.greatbuildings.com/architects/Sinan.html

(15) ´Alliance of Civilizations project inspired by Mevlana´.
By Ali H. Aslan & Sezai Kalayci, Today´s Zaman, March 14, 2007
http://tinyurl.com/c28f6a

Dschelal ud D├«n Rumi. Meyers Gro├čes Konversations-Lexikon,
Band 5. Leipzig 1906, S. 231
http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Dschelal+ud+D%C3%AEn+Rumi

(16) Avicenna. Encyclopedia Britannica
http://www.britannica.com/EBchecked/topic/45755/Avicenna

(17) Gotthard Strohmaier: Avicenna, Verlag Ch. Beck, 2. Auflage 2006
http://tinyurl.com/d5npjx

Averroes. Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Averro%C3%ABs

(18) Roland Koch ehrt den t├╝rkischen Premier Erdogan. Von Hugo M├╝ller-Vogg, BILD.de, 15. April 2009
http://tinyurl.com/dzu8yf

Hasdai Ibn Shaprut (circa 4675-4735; 915-975). Chabad.org Jewish History
http://tinyurl.com/dnk7xm

Das Waqf Al-Andalus. 16. M├Ąrz 2004
http://www.eussner.net/artikel_2004-03-16_00-30-03.html

(19) Avicenna - Preis e.V.
http://avicenna-preis.com/

(20) Aristote au Mont Saint Michel de Sylvain Gouguenheim, Editions du Seuil 2008
http://www.editionsduseuil.fr/

(21) Sylvain Gouguenheim wird in der "Lib├ęration" und der "Welt" vorgef├╝hrt. 9. Mai 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-05-09_01-25-52.html

Sylvain Gouguenheim: Der Historiker zum Abschie├čen. 21. Juli 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-07-21_21-37-20.html

(22) Prime Minister objects to ´moderate Islam´ label. Hurriyet Daily News,
April 3, 2009
http://www.hurriyet.com.tr/english/domestic/11360374.asp?scr =1

PM Erdogan: The Term "Moderate Islam" Is Ugly And Offensive; There Is No Moderate Islam; Islam Is Islam. Source: Milliyet, Turkey, August 21, 2007.
Memri Turkish Media Blog
http://www.thememriblog.org/turkey/blog_personal/en/2595.htm

(23) Auszeichnung f├╝r Allianz der Zivilisationen. 3sat.de, 8. April 2009
http://tinyurl.com/d8sn94

(24) Alliance of Civilizations Media Fund
http://www.aocmediafund.org/about_us.php

(25) alliance of civilizations turkey at the crossroads of cultures
http://tinyurl.com/d22e5h

Avicenna´s Tomb. By Ali Majdfar
http://www.pbase.com/k_amj/image/69492000

(26) Wirbel um Toleranzpreis-Verleihung Koch soll Preis an T├╝rken-Premier Erdogan ├╝berreichen. Von Einar Koch und Jan Meyer, BILD.de, 17. April 2009
http://tinyurl.com/dx4xza

Avicenna-Preis e.V. Vorstand
http://avicenna-preis.com/mitglieder.htm

(27) Allahs T├Âchter" bringen t├╝rkischen Autor vor Gericht. Von Thomas Seibert,
Der Tagesspiegel, 16. April 2009
http://tinyurl.com/crc9a7

Glaubensfreiheit à la DITIB, Politically Incorrect, 17. April 2009
http://www.pi-news.net/2009/04/glaubensfreiheit-a-la-ditib/


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