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Hans Erler: Judentum und Sozialdemokratie

Es ist eigenartig, knapp 30 Jahre nach meinem Austritt aus der "Volkspartei" SPD - den letzten Rest gibt mir der Berliner Garski-Skandal, lese ich ein 180 Seiten umfassendes Grundsatzpapier von Hans Erler, Sohn des 1967 verstorbenen Fraktions- und Stellvertretenden Parteivorsitzenden Fritz Erler, ├╝ber die Wurzeln der Sozialdemokratie. (1)

Vater Fritz Erler ist mir sehr wohl ein Begriff, als linker Juso und Fan von Willy Brandt zeigt man den Daumen nach unten. Erledigt. Sohn Hans Erler wird CDU-Mitglied und ver├Âffentlicht 1976 im CDU-nahen Seewald Verlag den in f├╝nf Auflagen erschienenen und 30 000 mal verkauften Bestseller Fritz Erler contra Willy Brandt. Noch erledigter. Einzelheiten der beiden Skandale habe ich l├Ąngst vergessen. (2)

Nun also rezensiere ich ein Buch dieses Autors, der aus von mir nicht nachvollziehbaren Gr├╝nden seit April 2007 SPD-Mitglied ist; es tr├Ągt den Untertitel Das antiautorit├Ąre Fundament der SPD. Schon komisch. Was gibt´s im Internet? Richtig, der konservative Philosophieprofessor G├╝nter Rohrmoser, Mitbegr├╝nder des Studienzentrums Weikersheim (gemeinsam mit Hans Filbinger!) und Doktorvater* von Hans Erler bezieht sich auf diesen mit seiner Behauptung des "Verrats an der freiheitlich-pluralistischen Demokratie durch die sozialdemokratische Partei Willy Brandts". Richtig, Mutter K├Ąte Erler ist entsetzt ├╝ber das Buch. Am erledigtsten. (3)*

Jetzt habe ich Judentum und Sozialdemokratie fast ausgelesen, und wenn ich die Charakterisierung des Philosophen G├╝nter Rohrmoser im Artikel von Ansgar Graw mit dem vergleiche, was ich in dem Buch finde, so kann Hans Erler durchaus als sozialdemokratischer Gegenpart zu ihm, als ein Denker des sozialdemokratischen Lagers, bezeichnet werden, besser, als der Denker. Peter Glotz, der andere Denker, ist tot. Was aber f├╝r die CDU/CSU und G├╝nter Rohrmoser gilt, ist erst recht f├╝r die SPD und Hans Erler zu verzeichnen, sie belegen, da├č an der R├╝ckbesinnung auf Werte und Prinzipien in beiden Parteien absolutes Desinteresse herrscht, und da├č der Mangel die F├╝hrungsriege bei ihrem kaum noch unterscheidbaren christlichsozialdemokratischen Werkeln nicht zu beunruhigen scheint. G├╝nter Rohrmoser ist dadurch politisch radikalisiert worden, wie heute konservative bis liberale W├Ąhler, die´s mit der Pro- und anderen Bewegungen rechts der CDU/CSU versuchen. Diese politischen Profiteure, die ebenfalls "keinen Fu├č in den Wahrheiten haben", wie die Orientalen das nennen, nehmen sich wenigstens der Sorgen und Bef├╝rchtungen der Bev├Âlkerung an, f├╝r die CDU/CSU und SPD nur ebenso beliebige Phrasen und Vertr├Âstungen bieten. (4)

Ihrer abhanden gekommenen Grundwerte wegen gelingt es den "Volksparteien" nicht, Stammw├Ąhler zu halten oder gar zu gewinnen, sondern bei jedem noch so zarten Windhauch - und erst recht bei Sturm - in der politischen und wirtschaftlichen Landschaft, fliegen sie ihnen fort, es kreischen irgendwo welche "Wir sind das Volk!", w├Ąhlen Pro, Wir, Freie W├Ąhler oder Die Linke oder gehen, was die Mehrheit der Unzufriedenen sein d├╝rfte, gar nicht mehr erst zur Wahl. Man darf abwarten und Wetten abschlie├čen, wer von beiden, CDU oder SPD, als erste das Wahlziel 18 Prozent erf├╝llt. (5)

Die CSU wird ein wenig l├Ąnger widerstehen, aber sie und ihr neuer sozialdemokratischer Vorsitzender Horst Seehofer tun alles daf├╝r, da├č auch die CSU ihrem Schicksal nicht entgeht. Man sieht es am Beispiel der Diskussion um das Wahlgeschenk Steuererleichterung. (6)

Hans Erler bietet f├╝r die SPD eine Alternative zur gallopierenden Marginalisierung, n├Ąmlich die R├╝ckbesinnung auf ihre Gr├╝nder Moses Hess, Karl Marx, Ferdinand Lassalle und Eduard Bernstein und auf das, was sie als Juden und aus dem Judentum in die sozialdemokratische Bewegung programmatisch eingebracht haben. Er l├Ą├čt nicht gelten, da├č gesagt wird, diese Juden w├Ąren s├Ąkularisiert. Ihre Herkunft aus der j├╝dischen Religion und Kultur ist offensichtlich, und das vermittelt Hans Erler in den Kurzportr├Ąts, die er von ihnen in Kapitel 6: Die Erfindung der Sozialdemokratie gibt. Ein Blick ins Internet best├Ątigt, da├č die vier Erfinder in erster bzw. zweiter Generation aus orthodoxen oder zumindest gl├Ąubigen j├╝dischen Familien stammen. (7)

Zuvor f├╝hrt er in den drei spannenden Kapiteln 1: Die Aktualit├Ąt des Judentums, 2: Die politische Wahrheit des Judentums und 5: J├╝dische Ethik ein in j├╝disches Denken und j├╝dische Philosophie. Das Faszinierende daran ist, da├č sein Ansatz f├╝r Juden und Nichtjuden gleicherma├čen zug├Ąnglich ist. Es geht nicht um j├╝dische Religiosit├Ąt, sondern um die grunds├Ątzliche Einstellung zu den Menschen, zur Bejahung des Lebens des einzelnen und der Gesellschaft, es geht um den Ungehorsam von Adam und Eva bis heute. Eine meiner Lieblingsstellen in der Bibel, Genesis 32, 23-30, erw├Ąhnt er nicht, sie geh├Ârt aber hierher. Das Ringen Jakobs mit Esaus Engel, mit Gott, der ihm f├╝r sein Ringen mit Menschen und g├Âttlichen Wesen den Namen Israel gibt und ihn segnet. Der Preis f├╝r den Sieg ist die L├Ądierung seiner H├╝fte; es gibt nichts umsonst, hei├čt das; wer nicht wagt, der nicht gewinnt, und nichts ist wie vorher, man hinkt.

Die Ironie will es, da├č Hans Erler, Jahrgang 1942, als CDU-Mitglied von Oktober 1980 bis Februar 2007 in der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) t├Ątig ist und dort die M├Âglichkeit erh├Ąlt, sich mit dem Judentum wissenschaftlich zu besch├Ąftigen und die Zusammenh├Ąnge zur Sozialdemokratie zu erfassen. Sechs Publikationen im Frankfurter Campus-Verlag initiiert er, gibt sie mit heraus und liefert Beitr├Ąge zu. (8)

SPD-Mitglied Hans Erler

F├╝r Hans Erler war der Wechsel (zur SPD) ein konsequenter Schritt. Bei der Adenauer-Stiftung war das deutsche Judentum f├╝r Erler in den vergangenen Jahren zum Forschungsschwerpunkt geworden, der zu einer Reihe von Publikationen gef├╝hrt hat. Und das Judentum f├╝hrte ihn zur Sozialdemokratie und zur Erkenntnis, dass letztere ohne erstere nicht denkbar ist. Erler spricht von einer unabdingbaren Verbundenheit, die nicht nur an den j├╝disch-st├Ąmmigen Urv├Ątern Marx und Lassalle festzumachen ist, meint Reiner Thies, entdeckt von Henryk M. Broder f├╝r die Achse des Guten. (9)

Wieso es ein konsequenter Schritt ist, in diese sinnentleert vor sich hin vegetierende SPD einzutreten, die seit Willy Brandt zehn Vorsitzende verschlei├čt und sich jetzt jemanden leistet, der in Talk Shows und in Sensationsbl├Ąttern wie Bunte und Welt seiner 40 Jahre j├╝ngeren neuen Liebesbeziehung Michelle Schumann wegen Thema ist (die alte ist gerade ein dreiviertel Jahr tot), das mu├č mir erst einer sagen. Da hilft kein Viagra, weder f├╝r den Gockel noch f├╝r seine Partei, und was die Arbeit der Journalistin f├╝r den Vorw├Ąrts angeht: Zu einer Rezension des Buches von Hans Erler reicht es bei all den wichtigen Terminen nicht. (10)

Die Entdeckung j├╝discher Wurzeln der SPD durch ein CDU-Mitglied, das Hans Erler zur Zeit seiner Forschungsarbeiten ist, hat schon etwas, das mich lehrt, mit der SPD nie wieder zu fraternisieren, au├čerdem bin ich f├╝r Franz M├╝ntefering viel zu alt. "Vorw├Ąrts, und nicht vergessen". Die SPD entdeckt ihre j├╝dischen Wurzeln, titelt die J├╝dische Zeitung, im November 2007. (11)

Die hat mitnichten die Partei, sondern Hans Erler hat sie ausgegraben, w├Ąhrend der Zeit seiner CDU-Mitgliedschaft, als Mitarbeiter der KAS. Jetzt will er sie bei der daran g├Ąnzlich uninteressierten SPD wieder eingraben. Er schreibt, seit April 2007 SPD-Mitglied, an den Generalsekret├Ąr der SPD Hubertus Heil und setzt sich daf├╝r ein, dass das Judentum als Wurzel der deutschen Sozialdemokratie im neuen SPD-Grundsatzprogramm Erw├Ąhnung findet. Der im April 2007 gegr├╝ndete Arbeitskreis J├╝discher Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, einer von ca. zwei Dutzend Arbeitsgruppen, -kreisen und -foren, soll sich ebenfalls daf├╝r eingesetzt haben, was allerdings die Frage aufwirft, warum Hans Erler so wirbeln, den Generalsekret├Ąr und den Parteivorsitzenden, letzteren mit einem Offenen Brief an ├╝berregionale Zeitungen, nerven mu├č. Der Brief ist im Anhang des Buches abgedruckt (S. 163-165). Honestly Concerned dokumentiert ihn. (12)

Nun ist der ├╝berarbeitete Bremer Entwurf fertiggestellt, vom Pr├Ąsidium genehmigt und von Dir den Mitgliedern der Programmkommission zugesandt worden. Dem ├änderungsantrag, das JUDENTUM als eine der geistigen Quellen der SPD mit aufzunehmen, wurde nicht entsprochen.

Ich m├Âchte Dich bitten, Deine ganze ├ťberzeugungskraft daf├╝r einzusetzen, dass in der endg├╝ltigen Fassung des Programmentwurfs f├╝r den Hamburger Parteitag das noch ge├Ąndert wird. Das neue Grundsatzprogramm wird an der Klarheit und Ehrlichkeit und kreativen Zukunftsoffenheit sozialdemokratischen Selbstverst├Ąndnisses gemessen werden. Dazu geh├Ârt unabdingbar der Bezug auf den j├╝dischen sozialen und politischen weltgeschichtlichen Impetus seiner zentralen, aus dem Judentum stammenden Gr├╝ndungsgestalten Moses Hess, Karl Marx, Ferdinand Lassalle und Eduard Bernstein. Die Sozialdemokratie ist nicht zuerst eine >christliche< Erfindung, sondern eine j├╝dische und die Sozialdemokratie war, ich brauche Dir das nicht zu sagen, in ihrer gesamten Geschichte immer an der Seite der Juden, auch als Deutschland den Weg der Ermordung des europ├Ąischen Judentums ging. ... Das schreibt Hans Erler, am 22. September 2007. (13)

Im Brief an Hubertus Heil beklagt der Marienhagener (Hans Erler), dass seine Initiative, die vom SPD-Unterbezirk und von der Landespartei unterst├╝tzt wird, keine Aufnahme in den Entwurf des Grundsatzprogramms gefunden hat, das in drei Wochen auf dem Bundesparteitag in Hamburg beschlossen werden soll. "Sollte die SPD etwa Angst vor dem in Deutschland virulenten Antijudaismus und Antisemitismus und Furcht davor haben, er k├Ânnte sich auch gegen die SPD richten?" fragt Erler provokativ. Als sich, wie vorauszusehen, nichts r├╝hrt, schreibt Hans Erler den Offenen Brief an Kurt Beck, den Parteivorsitzenden von 2006 bis 2008. Wenn das nichts fruchte, meint Hans Erler, g├Ąbe es immer noch die M├Âglichkeit, ein Buch zu schreiben. Nun stehen einige d├╝rre Zeilchen im Programm und ein Buch gibt´s trotzdem: Judentum und Sozialdemokratie. (9)

Wie sieht´s in den alten Parteiprogrammen der SPD aus? Das letzte ist vom Dezember 1989, ge├Ąndert im April 1998. Dort hei├čt es ├╝ber die Wurzeln der SPD: Der Demokratische Sozialismus in Europa hat seine geistigen Wurzeln im Christentum und in der humanistischen Philosophie, in der Aufkl├Ąrung, in Marxscher Geschichts- und Gesellschaftslehre und in den Erfahrungen der Arbeiterbewegung. (14)

Was steht zum j├╝dischen Erbe im Hamburger Programm, zu den Wurzeln der Sozialdemokratie im Judentum? Es wird an drei Stellen erw├Ąhnt, und zwar in einer Banalit├Ąt, da├č man das getrost h├Ątte weglassen k├Ânnen, es f├Ąllt eh keinem auf, was es bedeutet:

Sie (Frauen und M├Ąnner unterschiedlicher Herkunft, verschiedener religi├Âser und weltanschaulicher ├ťberzeugungen) verstehen sich seit dem Godesberger Programm von 1959 als linke Volkspartei, die ihre Wurzeln in Judentum und Christentum, Humanismus und Aufkl├Ąrung, marxistischer Gesellschaftsanalyse und den Erfahrungen der Arbeiterbewegung hat. (S. 13)

Friedliche Vielfalt wird nur m├Âglich sein, wenn wir uns unserer geistigen Wurzeln in j├╝disch-christlicher Tradition ÔÇô die auch von griechischer Philosophie, r├Âmischem Recht, arabischer Kultur beeinflusst worden ist ÔÇô und in Humanismus und Aufkl├Ąrung versichern. ... Wir bekennen uns zum j├╝disch-christlichen und humanistischen Erbe Europas und zur Toleranz in Fragen des Glaubens. (S. 39) (15)

Damit nur ja keine Verwechslungen aufkommen, wird auch auf den angeblichen Einflu├č der arabischen Kultur auf die j├╝disch-christliche Tradition hingewiesen, anders gesagt, es wird kolportiert, was Orientalisten und Historiker l├Ąngst widerlegt haben, Sylvain Gouguenheim mag hier daf├╝r stehen. (16)

Was Islam und arabische Kultur den Juden und den Christen seit 1400 Jahren antun, wie sie die j├╝disch-christliche Tradition bis heute beeinflussen, das kann man in jedem Geschichtsbuch und in den heutigen MSM lesen. Das Buch von Hans Erler durchzieht, ohne das der Autor es je expressis verbis erw├Ąhnt, vielleicht sogar, ohne da├č er daran ├╝berhaupt gedacht hat, eine Abrechnung mit dem Islam. Das g├Ąbe einen eigenen Artikel, ich lasse diese Betrachtung hier weg.

Der Arbeitskreis J├╝discher Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten

W├Ąhrend Hans Erler daran arbeitet, die j├╝dischen Wurzeln der SPD ins neue Programm einzusenken, hat der Arbeitskreis J├╝discher Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten anderes zu tun. Deirdre Berger, Direktorin des American Jewish Committee Berlin (AJC), meint, der Arbeitskreis sei der richtige Weg zu einer Lobby f├╝r Israel. Ja, geht´s noch? Sergey Lagodinsky hingegen, bis Februar 2006 Programm-Direktor des Berliner AJC, nunmehr sein externer Sonderberater und einer der beiden Sprecher des SPD-Arbeitskreises, sieht seine Aufgabe eher darin, sich um die muslimischen Br├╝der und Schwestern zu k├╝mmern, auf da├č sie dem Moscheebau nachgehen k├Ânnen, dem Bau muslimischer Kultuseinrichtungen. Ja, geht´s noch? (17)

Die von Finanziers aus Saudi-Arabien, dem Iran, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie deutschen Interessenten, dem Bundesinnenminister, der Bertelsmann-Stiftung, der Bundeszentrale f├╝r politische Bildung und ├Ąhnlichen selbstvergessenen Kreisen moralisch und finanziell unterst├╝tzten deutschen Muslimvereinigungen bed├╝rfen des SPD-Arbeitskreises? Diese Funktion├Ąre vertreten nicht die Interessen der Juden in Deutschland, nicht einmal die ihrer sozialdemokratischen Parteigenossen. Deshalb bedarf es der Eingaben des Hans Erler, seiner Briefe an die Parteispitze, noch am 22. September 2007.

Sergey Lagodinsky widmet sich anderen Aufgaben. Einen Monat nach der Gr├╝ndung des Arbeitskreises beeilt er sich in bew├Ąhrter Dhimmi-Manier, den Muslimen seine Aufwartung zu machen, dabei stellt er Ralph Giordano und Personen, die dessen Ansichten teilen, mich beispielsweise, hin als intolerant, bemitleidenswert, ├Ąngstlich und verzweifelt: Mein Urgro├čvater war der Letzte in der Familie, der eine Kippa getragen hat. Er lebte in unserer s├╝drussischen Heimatstadt umgeben von tatarischen Nachbarn und ging jeden Tag zum Beten in die kleine Synagoge - vorbei an Moscheen und Minaretten mit singenden Muezzins ... Die ├äu├čerungen Ralph Giordanos zum Bau der Gro├čmoschee zeigen, wie weit die Angst und Unsicherheit vor religi├Âs motivierter Intoleranz vorgedrungen ist und wie verzweifelt diese Angst machen kann. Ja, geht´s noch? (18)

Wenn´s ums Hamburger Grundsatzprogramm geht, dann hat er angeblich konstruktiv mit dem Parteivorstand zusammengearbeitet: In enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand der SPD hat sich der Arbeitskreis aktiv f├╝r die Erw├Ąhnung der j├╝dischen Tradition im neuen Parteiprogramm eingesetzt. Die bisherige Vorlage der Redaktionskommission hatte lediglich einen Verweis auf Christentum enthalten. Die Sprecher des Arbeitskreises Peter Feldmann und Sergey Lagodinsky, die ihre Gruppe beim Parteitag in Hamburg vorstellten, zeigten sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. (19)

Den SPD-Genossen Sergey Lagodinsky zieht es auch auf die skandal├Âse Konferenz des Zentrums f├╝r Antisemitismusforschung, dort widmet er sich der Judenfeindschaft unter Muslimen und der "Islamophobie". Man kann davon ausgehen, da├č die Interessen der Juden an einer angemessenen W├╝rdigung ihrer Rolle in der und f├╝r die SPD auch weiterhin von aufrechten Nichtjuden wie Hans Erler vertreten werden m├╝ssen; der hat als Rentner der KAS dazu jetzt viel Zeit. (20)

Was von den Positionen der Deirdre Berger und des Sergey Lagodinsky zu halten ist, kann man in der Satire Balfours┬┤s New Declaration nachlesen. Sie sind weder eine effiziente Israel-Lobby, was sie auch gar nicht zu sein haben, noch Vertreter der Juden. Sie zeigen sich sehr zufrieden, wenn andere die j├╝dische Tradition der SPD herausarbeiten, und sie ma├čen sich die Lorbeeren daf├╝r an. (21)

Judentum und Sozialdemokratie in Institutionen der SPD

Das Gegenst├╝ck zur KAS, der Arbeitgeberin von Hans Erler f├╝r mehr als 26 Jahre, ist die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) der SPD. Gibt man in deren Archiv in die Suchfunktion judentum sozialdemokratie ein, erh├Ąlt man elf Angebote, von denen neun f├╝r die Verbindung beider Begriffe relevant sind: (22)

  • Julius Moses (Posen 1868 - Theresienstadt 1942), seit 1912 Mitglied der SPD, ab 1914 vor├╝bergehend USPD, 1920 Reichstagsabgeordneter der USPD,1922 PV der wiedervereinigten SPD
  • Adolf Arndt (K├Ânigsberg 1904 - Kassel 1974) Arndt scheute sich nicht, die Verteidigung eines Regimegegners wie Wilhelm Leuschner oder eines missliebigen wie George Grosz zu ├╝bernehmen, wie er sich ├╝berhaupt juristisch Juden und verfolgter Sozialdemokraten annahm, obwohl er selbst von nationalsozialistischer Verfolgung bedroht war.
  • Historische Wanderausstellungen. Widerstand 1933-1945 - Sozialdemokraten und Gewerkschafter gegen Hitler
  • Opfer f├╝r ein anderes Deutschland. Im Jahr 1944 erreichte auch eine andere "Aktion" ihren H├Âhepunkt, die als das finsterste Kapitel in der deutschen Geschichte bezeichnet werden mu├č: die Vernichtung der Juden und anderer Minderheiten (sic!). Es folgen weitere zehn die Judenvernichtung relativierende S├Ątze, wie dieser: Geradezu vorherbestimmt f├╝r die Vernichtung waren Opfer, auf die folgende Kombination zutraf: Jude, Deutscher, Sozialist.
  • Johannes Rau (Wuppertal 1931 - Berlin 2006), und seine 30j├Ąhrige Bem├╝hung um Vers├Âhnung von Deutschen und Juden. Die Formulierung impliziert, da├č deutsche Juden keine Deutschen sind.
  • Jeannette Wolff geb. Cohen (Bocholt 1888 - Berlin 1976) Vorstandsmitglied der SPD auf Bezirksebene, Stadtverordnete und Mitbegr├╝nderin der Arbeiterwohlfahrt in Bocholt. Dar├╝ber hinaus engagierte sie sich im J├╝dischen Frauenbund und im Centralverein deutscher Staatsb├╝rger j├╝dischen Glaubens, um gegen den aufkommenden Antisemitismus zu k├Ąmpfen. ... 1952 wurde sie als Berliner Abgeordnete Mitglied des Deutschen Bundestags, dem sie bis 1962 angeh├Ârte. Mitglied im J├╝dischen Frauenbund und Vorstandsmitglied des ZdJ
  • Golda Meir und Willy Brandt beim Israel-Besuch, Juni 1973. Archiv-Nachrichten 2/2005. ... Willy Brandt verabscheut bereits als 16-j├Ąhriger die antisemitische Propaganda der Nazis. ... f├╝r eine gerechte Nachkriegsordnung, in der die Juden eine selbstbestimmte Zukunft finden sollen ... unterstreicht Willy Brandt das Recht der Juden zur v├Âllig gleichberechtigten Reintegration in ihre Heimatl├Ąnder sowie das Recht zur Wiederkonstituierung als Nation, zur Schaffung eines Staates Israel.
  • Mit dem 9. November 1923 (Putschversuch Adolf Hitlers in M├╝nchen), dem 9. November 1938 (Pogrom gegen die Juden) und dem 9. November 1989 (Fall der Berliner Mauer) folgten im 20. Jahrhundert drei weitere f├╝r Deutschland historisch bedeutsame Tage am selben Datum. Klammer auf, Klammer zu.
  • Susanne Miller (Sofia 1915 - Bonn 2008) Tochter einer b├╝rgerlichen Familie j├╝dischen Ursprungs ... f├╝r einen ethisch fundierten Sozialismus ... ab 1926 Mitglied des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes (ISK) ... Sie unterst├╝tzte den Ausbau des Lesesaals im Warschauer Institut f├╝r die Geschichte der Juden in Polen ... Mitglied der Grundwertekommission der SPD ...
  • Peter Blachstein (Dresden 1911 - Hamburg 1977) Mitglied der Deutsch-J├╝dischen Jugendgemeinschaft (DJJG), des Jugendverband des Centralvereins deutscher Staatsb├╝rger j├╝dischen Glaubens, gegr├╝ndet 1922. Er wird 1933 verhaftet und gefoltert im Gef├Ąngnis Dresden, ├╝berstellt ins KZ Burg Hohenstein, 1934 entlassen, flieht nach Oslo.

Eine Rezension des Buches Judentum und Sozialdemokratie findet man auf der Site der FES nicht. In der Bibliothek befindet sich das Buch, bestellen kann man es dort nicht. Es gibt auf der Site der FES eine Rubrik Das historische Stichwort, dort findet man nichts ├╝ber Moses Hess, siebenmal Karl Marx sowie je f├╝nfmal Ferdinand Lassalle und Eduard Bernstein. Unter der Rubrik Gespr├Ąchs- und Veranstaltungsplattformen der FES gibt es einen Gespr├Ąchskreis Interkultureller Dialog und einen Gespr├Ąchskreis Migration und Integration. Mit Juden und dem Judentum in Deutschland werden beide nur marginal zu tun haben.

In der Internet-Buchhandlung des sozialdemokratischen Vorw├Ąrts ist das Buch zu bestellen, es wird so pr├Ąsentiert: Auf dem Hamburger Parteitag 2007 hat die SPD das Judentum als die erste der geistigen Wurzeln der Sozialdemokratie in ihr neues Grundsatzprogramm aufgenommen. Dann folgt die w├Ârtliche Wiedergabe der Rezension aus der J├╝dischen Allgemeinen, eigene Worte fallen den Mitarbeitern des Vorw├Ąrts nicht ein. Im Vorw├Ąrts 5/2009 gibt´s eine Mini-Rezension. Der Text l├Ą├čt vermuten, da├č der Mini-Rezensent gar nicht begriffen hat, worum es in dem Buch geht: (23)

Den Gr├╝ndern war es bewusst: Die Sozialdemokratie ist geboren aus dem Willen zur Freiheit, Tr├Ągerin der sozialen Emanzipation und der Universalit├Ąt der Menschenrechte. Das ist der hei├če Strom, mit dem die Sozialdemokratie verbunden ist: die Emp├Ârung gegen Unrecht, der Kampf gegen die Barbarei und der Mut, f├╝r eine menschlichere Welt zu streiten. Hans Erler, Sohn des 1967 verstorbenen stellvertretenden SPD-Parteivorsitzenden Fritz Erler, hat die Quellen aufgesucht. Im Denken der Erfinder der Sozialdemokratie Moses Hess, Karl Marx, Ferdinand Lassalle und Eduard Bernstein, allesamt Juden, entdeckt er ein Leitmotiv, das sie unzertrennlich mit der organisierten Arbeiterbewegung verband. Es ist die Sehnsucht, dass das Gute Wirklichkeit werden kann und dass "ihm die Zukunft geh├Ârt."

Als aktuell wird das Buch nicht eingesch├Ątzt, obgleich es im Jahr 2009 herausgekommen ist wie die Steinmeiers, Schwans, die Kritiken am Kapitalismus, an Profiteuren, die wunderbaren Geschichten der deutschen Einheit und die Memoiren des Hans Br├Ąutigam. (24)

Zur Geschichte der SPD ist von Franz Walter, Politikwissenschaftler an der Universit├Ąt G├Âttingen: Die SPD. Biographie einer Partei im aktuellen Angebot: Die SPD ist die ├Ąlteste Partei Deutschlands. Wer sie verstehen will, muss ihre Geschichte kennen. Franz Walters Standardwerk erz├Ąhlt lebendig und kritisch, wie die SPD von der verfolgten Vertreterin der Arbeiterbewegung zur Regierungspartei wurde, und portr├Ątiert ihre pr├Ągenden Pers├Ânlichkeiten. Das Buch ist im Jahr 2002 im Verlag von Alexander Fest erschienen. Mit leichter Hand zeichne der Autor sein Objekt, seine Sicht auf die heutige Unbehaustheit der Arbeiterklasse ist auch ein Vorwurf an die Adresse der sozialen Aufsteiger aus dem sozialdemokratischen Milieu, meinen die Rezensenten der Single-Generation. (25)

Von Zukunftsprognosen f├╝r die "Volkspartei" handelt das im Februar 2009 im DTV erschienene Buch des Parlamentskorrespondenten Daniel Friedrich Sturm: Wohin geht die SPD? Einer der Rezensenten ist Peter Merseburger. Zerfall einer Volkspartei, titelt Deutschlandradio Kultur. Die B├╝cher verdeutlichen den Zustand der Partei, ihres Personals und ihrer Biographen. (26)

Die SPD ist zur versammelten Beliebigkeit verkommen, man sieht es daran, da├č ein originelles Buch wie das von Hans Erler es nicht auf die Aktualit├Ątenseite schafft, wohl aber Plaudereien ├╝ber Vergangenheit und Zukunft, wie sie Franz Walter und Daniel Friedrich Sturm dem Volke bieten. Alexander Fest will zwei Jahre sp├Ąter, im Jahr 2004, passend zum Aufgu├č ├╝ber die SPD, die ebenfalls mit leichter Hand verfa├čten L├╝gengeschichten der angeblichen Mossad-Agentin Nima Zamar Ich mu├čte auch t├Âten publizieren; davon nimmt er erst Abstand, als es nichts mehr zu r├╝tteln gibt daran, da├č alles erstunken und erlogen ist. Soweit zum Umfeld der SPD. (27)

Wo findet das Buch Aufmerksamkeit? Wenn man von Anbietern wie Amazon und eBay, Claudio. de und dem Verlag K├Ânigshausen & Neumann absieht, auf j├╝dischen Sites, auf der Site von HaGalil beispielsweise, sowie, mit vielen Links zum Thema versehen, auf der Site der SPD Wiehl, zu deren Sprengel Hans Erler geh├Ârt, und auf der Site des Stellvertretenden Partei- und Fraktionsvorsitzenden von Wiehl Ingo K├Âtter, er ver├Âffentlicht die Verlagsank├╝ndigung. (28)

Nichtj├╝dische Rezensenten, nichtj├╝dische Sozialdemokraten, au├čer denen aus dem Umfeld von Hans Erler, meinen anscheinend, das Buch gehe sie nicht an. Die Einsch├╝be in das Hamburger Grundsatzprogramm von 2007 werden sie ebenfalls nicht angehen, auch diese Neuigkeit wird mehrheitlich von j├╝dischen Publizisten wahrgenommen und verbreitet. Ursula Homann erw├Ąhnt das Buch auf der Site Rezensionsforum. Literaturkritik.de als Dreizeiler einer Sammelrezension mit dem Titel Von Mark Aurelius bis Alphons Silbermann. Die GEW schreibt auch nur ab aus der Verlagsank├╝ndigung, und alle zusammen aus der J├╝dischen Allgemeinen. Besser als gar nichts ist das immerhin. (29)

├ťberfl├╝ssige Kapitel im Buch Judentum und Sozialdemokratie

├ťber das Christentum und Benedikt XVI. h├Ątte der Autor besser nicht geschrieben, die geh├Âren von der Thematik her auch gar nicht ins Buch. Es bed├╝rfte eines eigenen Artikels, um dazu Stellung zu nehmen. ├äu├čerungen ├╝ber die Kirche bed├╝rfen einer ebenso sorgf├Ąltigen Recherche wie die ├╝ber die Wurzeln der Sozialdemokratie im Judentum. Das Kapitel 3: Die Verkehrung des Judentums im Christentum: J. Ratzinger/Benedikt XVI. liest sich eher wie eine Abrechnung mit der sich christlich pr├Ąsentierenden CDU und ihrer politischen Stiftung. "Schuster, bleib bei deinen Leisten"!

Das Kapitel 7: Existentialismus - Ungehorsam contra Entfremdung sowie die Einsch├Ątzung der 68er als Ungehorsame im Sinne dessen, was der Autor zum Judentum und zur Sozialdemokratie herausgearbeitet hat, zeigen, da├č er in seiner Jugend mit diesen Str├Âmungen des Geistes und der Revolte nichts zu tun gehabt haben kann. Zu fr├╝h ins konservative Lager geschwenkt, aber die Jugend ist nicht nachzuholen, Pech! So begeistert ├╝ber den Existentialismus bin ich auch schon gewesen, aber da war ich Studentin, da fand ich auch den K. aus dem Schlo├č von Franz Kafka bedauernswert, dieses hinterfotzige Ding. Die 68er habe ich ebenfalls anders erlebt, als sie von Hans Erler verkl├Ąrt werden.

Es geht los mit dem Mord an Benno Ohnesorg, am 2. Juni 1967. Der Schu├č des Karlheinz Kurras ist schlimm genug, aber es ist kein Mord gewesen, wenn ich mich recht erinnere. Der Existentialismus ist auch nicht entstanden aus dem Geist der j├╝dischen Opfer des 20. Jahrhunderts, sondern die bekanntesten franz├Âsischen Repr├Ąsentanten Jean-Paul Sartre und Albert Camus legen sich die Welt so zurecht, da├č sie m├Âglichst wenig Verantwortung zu ├╝bernehmen haben, die dazu passenden jungen Damen f├╝hrt dem Jean-Paul Sartre die Simone de Beauvoir zu. Er, ganz Herrenmensch und Antisemit, erkennt den Juden ihre j├╝dische Identit├Ąt schlichtweg ab: "Der Jude ist ein Mensch, den die anderen Menschen f├╝r einen Juden halten ... Der Antisemit macht den Juden". Was Albert Camus angeht, der behauptet, und Hans Erler zitiert es (S. 109): "Das Absurde entsteht aus dieser Gegen├╝berstellung des Menschen, der fragt, und der Welt, die vernunftwidrig schweigt." Die Welt schweigt aber nicht, sondern sie antwortet, wie auch immer, und dieser Antwort w├╝rde sich Albert Camus stellen, w├Ąre er ein verantwortungsbewu├čter Mensch, w├Ąre es ihm wirklich ernst mit seinen Leiden und denen der Welt. (30)

Im Existentialismus findet man in der Sinnlosigkeit angekomme Menschen, die sich dort auf Dauer einrichten. Sie sind gr├Â├čenwahnsinnig, was man an der Figur des Sisyphos sieht: Il faut s´imaginer Sisyphe heureux. Man mu├č sich Sisyphos als gl├╝cklich vorstellen, meint Albert Camus. Hans Erler zitiert ihn (S. 109). Wie der Gott der Thora findet auch er (der von Albert Camus zum Gott erhobene Sisyphos) alles gut (S. 110), nur da├č Sisyphos eben nicht Gott ist, sondern eine armselige Kreatur, die mit ihrem Leben nichts anzufangen wei├č, als einen Stein den Berg hochzurollen, einen Brocken, von dem man von weitem sieht, da├č er nicht hochzurollen ist. Da ist ja ´n Hamster im Laufrad kl├╝ger, der tut wenigstens etwas f├╝r die schlanke Linie!

Die Welt ist im Gegensatz zu den Behauptungen der Existentialisten nicht absurd, erst recht nicht f├╝r Juden, denen der Luxus des Ausschnaufens im Absurden seit 2000 Jahren nicht geg├Ânnt wird, und was die Entfremdung angeht, haben gerade Juden in den schlimmsten Lagen, in Pogromen, in KZs, bewiesen, da├č der Begriff Entfremdung ebenfalls zur Abw├Ąlzung von Verantwortung erfunden wird. Der unbefriedigende Istzustand der Welt und der eigenen Befindlichkeit sind wem geschuldet? Das wohlfeile und ├Ąsthetisch sch├Ân vorgetragene Gejammer der Existentialisten ist langweilig, ihre Fassungslosigkeit gegen├╝ber der zur├╝ckliegenden Barbarei und das Aufbegehren gegen das von der Barbarei provozierte Absurde und des Nihilismus, wie Hans Erler das ausdr├╝ckt, ist nur gespielt. Barbarei kann nichts provozieren, nur Menschen k├Ânnen das, es ist wie mit den Attentaten, die in Israel angeblich Menschenleben fordern. Kein handelndes Subjekt, und die Welt ist in Ordnung.

Die reine Willk├╝r von Mord und Tod, aus dem Buch von Albert Camus: Der Mensch in der Revolte, verkl├Ąrt Hans Erler und meint, Parallelen zum Ungehorsam von Adam und Eva zu erkennen: "Die Konsequenz der Revolte spricht ...dem Mord die Rechtfertigung ab, da sie prinzipiell Protest gegen den Tod ist. Und dennoch kommt er "nicht immer direkt oder indirekt ums T├Âten herum", und wenn "er schlie├člich selbst t├Âtet, nimmt er den Tod auf sich (S. 130). Entweder da fehlt im Zitat ein "sich", wenn er schlie├člich sich selbst t├Âtet, oder es ist der pure Hohn, wie ihn der th├╝ringische CDU-Ministerpr├Ąsident Dieter Althaus pflegt, der meint, am Tod der von ihm schuldhaft umgefahrenen Frau werde einem erst klar, wie fragil und endlich das Leben doch ist. Ich habe das in den Nachrichten von ARD oder ZDF geh├Ârt.

Was die 68er angeht, so verharren die nicht im sinnlosen Ungehorsam, sie wollen nicht den autorit├Ąren Charakter abschaffen, sondern sie sind selbst autorit├Ąre Charaktere, oder warum l├Ą├čt sich Daniel Cohn-Bendit von kleinen Kindern in den Hosenschlitz fassen und rechtfertigt das auch noch? Wer jemals einer Rede des Rudi Dutschke zugeh├Ârt hat, zugeh├Ârt, nicht ergriffen gelauscht, im Hintergrund die bildsch├Âne Sigrid R├╝ger, der wei├č, da├č es sich um die Ersetzung des einen autorit├Ąren Systems durch ein anderes gehandelt hat. Heute fragen sich Menschen, wie man den Hetzreden Adolf Hitlers jemals habe vertrauen k├Ânnen. Hans Erler m├Âge sich Originalreden des Rudi Dutschke antun und dann noch behaupten, das w├Ąre ´ne Revolte gegen den "autorit├Ąren Charakter" (S. 147 ff.). Rudi Dutschke w├Ąre heute das, was Bernd Rabehl ist.

Soweit erst einmal. Das Buch ist sehr lesenswert, ich kann es jedem empfehlen. Ob es sich um Passagen handelt, mit denen man einverstanden ist, oder um solche, die einem die Nackenhaare str├Ąuben, es wird nie langweilig. Das Buch erh├Ąlt von mir f├╝nf Sterne: *****

8. Mai 2009

Am Tag, da Frankreich, dessen Bev├Âlkerung in ihrer gro├čen Mehrheit mit den deutschen Okkupanten kollaboriert hat, den Sieg ├╝ber Nazi-Deutschland feierlich begeht. Wer Beispiele f├╝r Heuchelei braucht, bediene sich!

Quellen

(1) Hans Erler: Judentum und Sozialdemokratie.
Das anti├Ąutorit├Ąre Fundament der SPD
Verlag: K&N Verlag K├Ânigshausen & Neumann GmbH
Ort: W├╝rzburg
Erscheinungsjahr: 2009
Seitenzahl: 180
ISBN-Nr. 978-3-8260-3969-0
EUR 19.80
http://tinyurl.com/c388rt

1980/81 ÔÇö Der Garski-Skandal ÔÇô Sumpfiges Ende der SPD-├ära. Living in a City. Reports aus Berlin. Teil 5, khd-research, Last Update: 6.8.2007
http://www.khd-research.net/Bln/Living_in_a_City_05.html

(2) Hans Erler: Fritz Erler contra Willy Brandt.
Demokratie oder Volksfront in Europa
Verlag: Seewald Verlag
Ort: Stuttgart, Erscheinungsjahr: 1976
Seitenzahl: 208
Einbandart: Brosch.
Titel-Nr.: 13804,
Auflage: 5
EUR 12.50

(3) Professoren. Fundamentale Schw├Ąche. DER SPIEGEL 35/1976,
23. August 1976, Seite 54
http://tinyurl.com/djevll

*Mit Rohrmoser bin ich zu keinem Ergebnis gekommen (auch mit dem
Erler/Brandt - Buch hatte er nichts zu tun), mein Doktorvater wurde Ernst Vollrath,
der leider sehr fr├╝h verstarb. Mitteilung von Dr. Hans Erler, 9. Mai 2009

4. Ernst Vollrath und Hannah Arendt. Von Ursula Ludz, HannahArendt.net
http://hannaharendt.net/documents/vollrath.html

Grenz-F├Ąlle. Von Eduard Neumaier, Die Zeit Nr. 34, 13. August 1976
http://www.zeit.de/1976/34/Grenz-Faelle

(4) Abschied. G├╝nter Rohrmoser, Philosoph (1927 - 2008). Von Ansgar Graw, WeltOnline, 18. September 2008
http://tinyurl.com/d4vxdq

(5) Wahlziel 18 Prozent. Von Udo Leuschner, Geschichte der FDP (36),
14. Bundestag, 1998 - 2002
http://www.udo-leuschner.de/liberalismus/fdp36.htm

(6) Heftiger Grundsatzstreit in der Union, Tagesschau, 3. Mai 2009
http://www.tagesschau.de/inland/steuern114.html

(7) Moses Hess (1812 - 1875). Der Vater des zionistischen Sozialismus.
The Jewish Ageny for Israel
http://www.jafi.org.il/education/100/german/people/Moses_Hes s.html

Karl Marx (1818 - 1883). Deutsches Historisches Museum
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/MarxKarl/index.html

Ferdinand Lassalle (1825 - 1864). Deutsches Historisches Museum
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/LassalleFerdinand/ind ex.html

Eduard Bernstein (1850 - 1932). Deutsches Historisches Museum
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/BernsteinEduard/index .html

(8) "Meinetwegen ist die Welt erschaffen". Das intellektuelle Verm├Ąchstnis des
deutschsprachigen Judentums. Hrsg. Hans Erler, Ernst Ludwig Ehrlich,
Ludger Heid, Frankfurt 1997. HaGalil
http://www.hagalil.com/buch/campus/

Der Dialog zwischen Juden und Christen. Versuche des Gespr├Ąchs nach Auschwitz. Hans Erler (Hg.), Ansgar Koschel (Hg.), Frankfurt 1999
http://www.campus.de/isbn/3593363461

J├╝disches Leben und j├╝dische Kultur in Deutschland. Geschichte, Zerst├Ârung
und schwieriger Neubeginn. Hrsg. Ernst Ludwig Ehrlich, Hans Erler,
Frankfurt 2000
http://www.perlentaucher.de/buch/6510.html

Judentum verstehen. Die Aktualit├Ąt j├╝dischen Denkens von Maimonides bis Hannah Arendt. Hrsg. Hans Erler, Ernst Ludwig Ehrlich, Frankfurt am Main 2002
http://tinyurl.com/d22gjr

Erinnern und Verstehen: Der V├Âlkermord an den Juden im politischen
Ged├Ąchtnis der Deutschen. Hrsg. Hans Erler, Frankfurt 2003.
Rezension: Holger Th├╝nemann, H-Net, November 2003
https://www.h-net.msu.edu/reviews/showrev.php?id=18172

Gegen alle Vergeblichkeit - J├╝discher Widerstand gegen den
Nationalsozialismus. Hrsg. Hans Erler, Arnold Paucker, Ernst Ludwig Ehrlich,
Frankfurt 2003. Vortrag zur Vorstellung der Publikation. Von Hans Erler,
22. April 2004
http://www.kas.de/wf/doc/kas_6790-544-1-30.pdf

(9) "Eine Frage des Grundsatzes". Von Henryk M. Broder, Achse des Guten,
12. Oktober 2007
http://tinyurl.com/dc3pfj

(10) Neues Gl├╝ck. Warum Franz M├╝ntefering wieder lachen kann. WeltOnline,
7. Mai 2009
http://tinyurl.com/p53ong

Bild gelesen, kotzen gemusst. Von Calamitas, Die Flache Erde, 7. Mai 2009
http://tinyurl.com/p4a8f2

(11) "Vorw├Ąrts, und nicht vergessen". Die SPD entdeckt ihre j├╝dischen Wurzeln,
J├╝dische Zeitung, November 2007
http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.775.html

(12) Wir ├╝ber uns. Arbeitskreis J├╝discher Sozialdemokratinnen und
Sozialdemokraten. Die AGs, AKs und Foren der Sozialdemokratie,
7. Januar 2009
http://www.j-sozis.spd.de/akj/ueberuns/index.html

(13) Offener Brief von Dr. Hans Erler an den SPD-Parteivorsitzenden Kurt Beck,
vom 22. September 2007. Honestly Concerned
http://www.honestly-concerned.org/Temp/Beck_23-09-07.doc

(14) Grundsatzprogramm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.
Beschlossen vom Programm-Parteitag
der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands,
am 20. Dezember 1989 in Berlin,
ge├Ąndert auf dem Parteitag in Leipzig am 17. April 1998
http://www.spd.de/de/pdf/parteiprogramme/spd_berlinerprogram m.pdf

(15) Grundsatzprogramm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.
Beschlossen auf dem Hamburger Bundesparteitag der SPD,
am 28. Oktober 2007
http://www.spd.de/de/pdf/parteiprogramme/Hamburger-Programm_ final.pdf

(16) Sylvain Gouguenheim in meinem Archiv
http://tinyurl.com/q48wn3

(17) J├╝dische Sozialdemokraten treffen sich. Von Wolfgang Sunderbrink,
Talmud.de, Oktober 2007
http://www.talmud.de/cms/Juedische_Sozialdemokrate.420.0.htm l

(18) Keine Angst vor Minaretten. Von Sergey Lagodinsky, WeltOnline, 27. Mai 2007
http://www.welt.de/wams_print/article898961/Keine_Angst_vor_ Minaretten.html

(19) SPD bekennt sich zu j├╝dischen Wurzeln, Talmud.de, Oktober 2007
http://www.talmud.de/cms/SPD_bekennt_sich_zu_juedi.422.0.htm l

(20) Feindbild Muslim - Feindbild Jude, Wissenschaftliche Konferenz,
8. Dezember 2008
http://zfa.kgw.tu-berlin.de/feindbild_muslim_feindbild_islam .pdf

Konferenz Feindbild Muslim - Feindbild Jude. Ein Skandal. 6. Dezember 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-12-06_16-02-31.html

(21) "Plume du Paon". Balfours┬┤s New Declaration. Big Shots. Von David Balfour.
18. M├Ąrz 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-03-19_19-01-28.html

(22) judentum sozialdemokratie. Archiv der sozialen Demokratie
http://tinyurl.com/cysuj5

Mitgliedsausweis Willy Brandts der "Gesellschaft f├╝r Christlich-J├╝dische Zusammenarbeit in Berlin", Nr. 679 vom 8. Juli 1952
http://tinyurl.com/d9juow

(23) Die J├╝dische Sozialdemokratie. Vorw├Ąrts Zeitblende, 5/2009
http://www.vorwaerts.de/ausgaben

(24) vorw├Ąrts. Buchhandlung + Antiquariat
http://tinyurl.com/c388rt

Aktuelle B├╝cher. vorw├Ąrts. Buchhandlung + Antiquariat
https://www.vorwaerts-ba.de/index.php?dT=1&klick=1

(25) Franz Walter: Die SPD. Vom Proletariat zur neuen Mitte. Berlin 2002. Perlentaucher
http://www.perlentaucher.de/buch/9837.html

Franz Walter: Demografie, Milieu und Politik, Single-Generation
http://www.single-generation.de/wissenschaft/franz_walter.ht m

(26) Zerfall einer Volkspartei. Von Peter Merseburger, Deutschlandradio Kultur,
22. Februar 2009
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/lesart/922721/

(27) Nima Zamar: "Je devais aussi tuer"- und Jacques-Pierre Amette:
"La maîtresse de Brecht. Antisemitismus und Israelfeindschaft in Frankreich.
25. April 2004
http://www.eussner.net/artikel_2004-04-25_00-27-51.html

(28) Dr. Hans Erler. Nachgedacht und vorgedacht!? SPD Wiehl
http://www.spd-wiehl.de/index.php?mod=content&menu=600&page_ id=4596

Judentum und Sozialdemokratie von Hans Erler. Ingo K├Âtter.
Tipps und Service
http://www.ingo-koetter.de/index.php?mod=content&menu=5&page _id=3917

(29) Judentum und Sozialdemokratie. Das antiautorit├Ąre Fundament der SPD.
K├Ânigshausen&Neumann
http://tinyurl.com/qrj2mx

"Hans Erler" "Judentum und Sozialdemokratie". Google
http://tinyurl.com/q75lar

(30) Jean-Paul Sartre: Erw├Ąhnt man die Juden? Von Alfred Schobert, Konkret 6/2005, HaGalil, 30. Juni 2005
http://www.hagalil.com/archiv/2005/05/sartre.htm


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