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Al Fatah. Schwesterpartei der europäischen Sozialisten

2200 Personen nehmen in Bethlehem teil am Kongre√ü der Fatah; er findet statt im Terra Santa Konferenzzentrum und beginnt am 3. August 2009. Jerusalemkorrespondent Adrien Jaulmes schildert im Figaro r√ľhrende Szenen des Wiedersehens alter Kampfgenossen: Einige finden Kameraden wieder, die sie seit Jahrzehnten aus den Augen verloren haben, auf Grund der aufeinanderfolgenden Exile einer Partei (sic!), die sich geschworen hatte, Pal√§stina mit Waffengewalt zu befreien, aber die, von Kuwait bis Jordanien, vom Libanon bis Tunesien, sich fast ebenso oft gegen andere Araber wie gegen die israelische Armee geschlagen hat. Certains retrouvent des compagnons perdus de vue depuis des d√©cennies, au gr√© des exils successifs d´un parti qui s´√©tait jur√© de lib√©rer par les armes la Palestine mais qui, du Kowe√Įt √† la Jordanie, du Liban √† la Tunisie, s´est presque aussi souvent battu contre d´autres Arabes que contre l´arm√©e isra√©lienne. (1)

Die Fatah, arabisch Harakat Al-Tahrir Al-Watani Al-Filastini, ist keine politische Partei, sondern die Bewegung zur nationalen Befreiung Palästinas. Es reicht aus, sich auf der deutschen Website der Fatah zu informieren, sie nennt sich dort selbst so. Die abgebildeten Embleme von PLO und Fatah zeigen den Anspruch: das ganze Restpalästina, Israel, Westjordanland und Gaza. (2)

Mit Unterst√ľtzung Syriens f√ľhrt die Fatah seit 1965 von Jordanien, dem Libanon und dem von √Ągypten besetzten Gaza aus (um die Vergeltungsschl√§ge nicht auf Syrien zu richten) j√§hrlich Dutzende von terroristischen Anschl√§gen gegen ausschlie√ülich zivile Ziele in Israel aus. Soweit zum Kampf gegen die israelische Armee. Urspr√ľnglich fordert die Verfassung der Fatah, von 1964, nur zur Zerst√∂rung Israels auf, Gaza und Westjordanland werden ausdr√ľcklich nicht beansprucht. Erst nach dem Sechstagekrieg, in Folge der Besetzung der Gebiete durch Israel, √§ndert die PLO die Verfassung und fordert einen pal√§stinensischen Staat auf dem gesamten Gebiet Israels. Seit der Zeit gibt es "Pal√§stinenser", vorher sind das alles Araber. (3)

Die angeblich seit alten Zeiten bestehende pal√§stinensische Identit√§t der Araber ist vermittelt, sie ergibt sich aus der Negation der Rechte der Juden in Israel. Dieser Meinung sind nicht nur Israelis, die daf√ľr gescholten werden, sondern die Pal√§stinenser sagen es selbst; sie definierten sich durch ihren Kampf gegen Israel, betont der Generalsekret√§r der Fatah Farouq Qaddumi, alias Abu Lotf, Mitbegr√ľnder der Fatah, gegen√ľber dem Hezbollah-Sender Al-Manar TV. (4)

Adrien Jaulmes unterschl√§gt das Wesentliche, er informiert weder dar√ľber, was die Fatah unter "Pal√§stina" versteht, noch, wovon (!) die K√§mpfer der Fatah Pal√§stina mit Waffengewalt befreien wollen. Wie er es formuliert, denkt der mit der komplizierten Geschichte Pal√§stinas und Israels im einzelnen nicht vertraute Leser augenblicklich an die Befreiung des Westjordanlandes und Gazas. Der offensichtlich israelfeindliche Korrespondent lockt ihn bewu√üt auf eine falsche F√§hrte, um somit nicht den Vernichtungswillen der Fatah gegen Israel im Figaro-Artikel behandeln zu m√ľssen.

Die Fatah wird in den 50er Jahren, meist wird berichtet in Kuwait, am 10. Oktober 1959, im Auftrag der arabischen Staaten von einer Gruppe von etwa zwanzig Arabern als geheime Organisation ausschlie√ülich dazu gegr√ľndet, Pal√§stina von Israel zu befreien, zur Vernichtung des Staates Israel. Das erste Attentat ver√ľbt die Fatah am 1. Januar 1965, da ist Gaza unter √§gyptischer und das Westjordanland unter jordanischer Verwaltung. Juden haben dort keinen Zutritt. Seit der UN-Resolution Nr. 181, vom 29. November 1947, bis zum Sechstagekrieg erhebt kein Araber den Anspruch auf einen Pal√§stinenserstaat, im Gegenteil, die Verwaltung √Ągyptens und Jordaniens der besetzten Gebiete wird ausdr√ľcklich anerkannt. Niemals hat sich die Fatah zur Aufgabe gestellt, einen pal√§stinensischen Staat zu gr√ľnden, der friedlich an der Seite des von den Arabern anerkannten Israels lebt, sondern "Pal√§stina" soll auf dem Territorium Israels, Gazas und des Westjordanlandes erstehen.

Nach dem verlorenen Jom Kippur-Krieg, vom Oktober 1973, √§ndern die arabischen Staaten und, in ihrem Auftrag, die arabischen Terrororganisationen ihre Taktik, sie beschlie√üen den Phased Plan, vom 9. Juni 1974. Ziel ist es, Gebiete von Israel, der Westbank und Gaza zu erobern, sie nennen es "befreien", um von dort aus weitere "Befreiungsaktionen" durchzuf√ľhren. In diesem Rahmen mu√ü die vom pal√§stinensischen Nationalrat niemals best√§tigte Anerkennung Israels durch PLO-Chef Yasser Arafat gewertet werden. Aus dem Phased Plan kann man verstehen, warum Gaza, das von der Regierung Israels abgetretene Gebiet, als erobert bezeichnet wird, und es wird deutlich, da√ü eine solche Politik nicht etwa Frieden schafft, sondern die Politik des Phased Plan best√§tigt. Jedes von Israel abgetretene Gebiet zieht weitere Forderungen und K√§mpfe nach sich, so wie das auch von allen anderen Forderungen der Muslime bekannt ist. Wir erleben es in Deutschland fast t√§glich. (5)

PLO-Chef und Pal√§stinenserpr√§sident Yasser Arafat verfolgt von der Gr√ľndung der Fatah bis zu seinem Tode, am 11. November 2004, konsequent die Strategie zur Vertreibung der Juden und zur Zerst√∂rung Israels. Vom ersten Attentat, 1965, √ľber die PLO-Verfassung, von 1968, den Phased Plan und den Auftritt vor der UNO, 1974, √ľber den Terror in Jordanien und im Libanon, 1969/70 und 1982, bis hin zu Intifada I und II, begonnen jeweils 1987 und 2000, und zu Oslo I und II, 1993 und 1995, und die angebliche Anerkennung des Extistenzrechtes Israels, 1988, 1996 und 1998, handeln er und seine Terrorgenossen immer konsequent. Wer etwas anderes behauptet, untersch√§tzt die PLO und die Fatah, samt ihren Anh√§ngseln und Derivaten. Deren neuestes ist die Pal√§stinensische Nationale Initiative, Al Mubadara, des Mustafa Barghouthi. (6)

Nun ist also der Kongreß, das Treffen der Fatah, in Bethlehem, die Fatah selbst nennt es General Assembly, Hauptversammlung, aber es wird in den westlichen MSM allgemein als Parteitag deklariert. Ein Blick auf die wesentlichen Prinzipien der Verfassung der Fatah, und man ist eines Beßren belehrt: 1. "FATEH" is a national, revolutionary movement and its membership is top confidential. 1. Die Fatah ist eine nationale, revolutionäre Bewegung, und ihre Mitgliedschaft ist streng geheim. (7)

Seit wann bezeichnet man als Partei eine Vereinigung,

  • deren Mitgliedschaft streng geheim bleibt und die sich revolution√§re Bewegung nennt,
  • die in mehr als f√ľnfzig Jahren nur sechs Versammlungen abh√§lt,
  • die zwischen diesem und dem vorigen Kongre√ü zwanzig Jahre verstreichen l√§√üt,
  • deren F√ľhrung zwanzig Jahre keinen Rechenschaftsbericht vorlegt und das auch diesmal nicht tut, (8)
  • deren F√ľhrung sich vom Ausland bezahlen l√§√üt,
  • die an den W√§nden des Veranstaltungssaales Poster von Selbstmordattent√§tern und Banner mit Widerstandsparolen aufh√§ngt, einige mit Slogans zum R√ľckkehrrecht, andere mit der Aufforderung zum bewaffneten Kampf ´Resistance is a right of our people´,
  • bei der man sich auf exemplarische Macht und F√§higkeit zur Einsch√ľchterung verlassen kann,
  • deren Delegierte von Gnaden einer ausw√§rtigen Macht zum Kongre√ü reisen k√∂nnen,
  • deren Delegierte im Revolutionskost√ľm und bewaffnet zum Kongre√ü erscheinen,
  • auf deren Kongre√ü laut und unwidersprochen ´Tod dem ...´ geschrien werden kann,
  • deren Generalsekret√§r und Vorsitzender der Politischen Abteilung Verschw√∂rungstheorien √ľber den Tod des letzten F√ľhrers verbreitet,
  • deren Vorsitzender Delegierte aus einem anderen Landesteil und aus dem Ausland ausschlie√üen will,
  • deren Vorsitzender nach Gutd√ľnken ausl√§ndische Fernsehsender zeitweise schlie√üt? (9)

Sousan Hammad z√§hlt G√§ste auf, die sich in Bethlehem eingefunden haben: Delegierte aus Syrien, dem Libanon, Deutschland und anderen Orten lauschten der Rede von Abbas. Das pa√üt zu Ulrike Putz, die in SpiegelOnline schreibt: Die Fatah, die die pal√§stinensische Politik jahrzehntelang dominierte, bevor mit der islamistischen Hamas eine ernste Rivalin auf den Plan trat, gilt der internationalen Gemeinschaft als einziger ernsthafter Partner in den Friedensverhandlungen. F√ľr die Regierung des Barack Hussein Obama, die EU, Peace Now und andere linke Aktivisten, ist die Fatah "moderat" und ein geigneter Verhandlungspartner f√ľr Israel. Die Geldgeber der Partei genannten Terrororganisation Fatah sitzen im Saal. (10)

Die drei Delegierten aus Spanien hat Sousan Hammad nicht erw√§hnt. Der Katalane Joan Calabuig Rull, Europa-Abgeordneter der Sozialitischen Partei PSOE und sozialistischer Sprecher der Kommission f√ľr Zusammenarbeit und Entwicklung des Kongresses, f√ľhrt die Delegation des Sekretariats f√ľr Internationale Politik und Zusammenarbeit des PSOE an. Am zweiten Tag des Kongresses hat er in der Er√∂ffnungssitzung "das klare Einverst√§ndnis des PSOE mit einem lebensf√§higen, demokratischen Staat, der in Frieden mit seinen Nachbarn lebt," kundgetan. Dar√ľber hinaus bekr√§ftigte Calabuig, "die Mehrheit des spanischen Volkes unterst√ľtzt einen Friedensproze√ü, der die Schaffung eines pal√§stinensischen Staates einschlie√üt und betonte die historische Zusammenarbeit, die es immer gegeben hat zwischen dem PSOE und der pal√§stinensischen Formation Fatah, in dem er betonte, da√ü dies sich fortsetzen werde in der Zukunft, gem√§√ü einer Information in einem Kommuniqu√© des PSOE.

Libertad Digital berichtet weiterhin, daß der Abgeordnete im Namen des PSOE die Mauer verurteilt habe, sie sei gegen die Menschenrechte, ihr Schicksal werde das der Berliner Mauer im Jahr 1989 sein. Ohne die Hauptkräfte des palästinensischen Volkes PLO und Fatah sei der Fortschritt zum Frieden nicht möglich.

Die drei Delegierten Joan Calabuig, Andr√©s Perell√≥, ebenfalls Europa-Abgeordneter, und der Rechtsanwalt Juan Jos√© L√≥pez h√§tten sich auch mit Mahmud Abbas getroffen, um die engen und fl√ľssigen Verbindungen zwischen den beiden Parteien zu erneuern. (11)

An eben dem Tag dieser Rede bekr√§ftigt Mohammed Dahlan, der ehemalige Sicherheitschef der Pal√§stinensischen Autonomiebeh√∂rde, da√ü die Fatah die Hamas niemals aufgefordert habe, Israel anzuerkennen, in keiner Sitzung sei dieses Thema angeschnitten worden. Das sei eine L√ľge der Hamas. Ich habe es offen gesagt, da√ü Fatah selbst Israel nicht anerkannt hat, sondern da√ü es die PLO war, die Israel anerkannt hat. Deshalb haben wir nicht gefordert und werden nicht fordern, da√ü die Hamas als eine politische oder faschistische Bewegung Israel anerkennt oder nicht. Das ist die Angelegenheit der Hamas; denn die Fatah hat Israel ebenfalls nicht anerkannt. (12)

Mohammed Dahlan hat Recht damit, niemals sind die Worte und Briefe des Yasser Arafat hinsichtlich der Anerkennung Israels vom Nationalrat, dem dazu befugten Gremium der Pal√§stinenser, ratifiziert worden. Dennoch verbreiten westliche MSM das Ger√ľcht. (13)

Inzwischen berichtet Ami Isseroff auf Grund eines Artikels in der Jerusalem Post, da√ü Mahmud Abbas auf dem Kongre√ü erkl√§rt habe, da√ü die R√ľckgabe sowohl von Ost- als auch von West-Jerusalem an die pal√§stinensische Kontrolle eine "Rote Linie" sei, die nicht verhandelbar w√§re, vorher k√∂nnten keine Friedensverhandlungen beginnen. Israel Radio habe berichtet, da√ü die Delegierten der Fatah ein Dokument beschlossen h√§tten, in dem erkl√§rt werde, die Pal√§stinenser w√ľrden "fortfahren, geopfert zu werden, bis die Einwohner von Jerusalem frei von Siedlungen und Siedlern w√§ren." Das Dokument ging weiter mit der Feststellung, da√ü ganz Jerusalem, einschlie√ülich die umgebenden D√∂rfer, den Pal√§stinensern geh√∂rten, und Land, das im Zuge des Sechstagekrieges erobert wurde, denselben Status h√§tte wie das innerhalb der Gr√ľnen Linie. Das ist, mit anderen Worten ausgedr√ľckt, was Mohammed Dahlan gegen√ľber Al-Arabiya erkl√§rt. (14)

Wer sind die Deutschen, die von Sousan Hammad bei der Er√∂ffnung des Kongresses gesichtet werden? Im Internet finde ich nichts. Hat einer meiner Leser mehr Gl√ľck? Ulrich Sahm berichtet, die Veranstaltung finde unter Ausschlu√ü der Presse und der √Ėffentlichkeit statt. Sein Bericht ist lesenswert. Unter den Delegierten des Kongresses befinden sich M√∂rder und andere ausgewiesene Terroristen. Der gr√∂√üte Feind der Fatah ist nicht Israel, sondern die Hamas. (15)

Inzwischen ist Mahmud Abbas von den mehr als 2200 Delegierten mit klarer Mehrheit per Handzeichen als Fatah-Parteichef best√§tigt worden, berichtet al-Reuter, am Samstag, den 8. August 2009, 16:40 Uhr. Die Nachrichtenagenturen und deutschen MSM verk√ľnden die frohe Botschaft ebenfalls umgehend, einstimmig sei die Wahl, wei√ü AFP, mit breiter Mehrheit, berichtet tagesschau.de. Torsten Teichmann, vom ARD-H√∂rfunkstudio Tel Aviv, wei√ü von Chaos in der Turnhalle, das mindestens noch f√ľnf Tage weitergehen werde, und das Treffen k√∂nnte insgesamt auch scheitern. Interessant ist, da√ü der ARD-Korrespondent nicht von einer "Partei" und einem "Parteitag" spricht. Das Wort "Partei" kommt nur in diesem Satz vor: J√ľngere Delegierte fordern, die Fatah m√ľsse sich als Partei emanzipieren und aus dem Verwaltungsapparat zur√ľckziehen, was deutlich macht, da√ü nicht einmal die J√ľngeren der Fatah diese f√ľr eine Partei halten.

√úber Mohammed Dahlan und Kritik an diesem berichtet Torsten Teichmann ausf√ľhrlich, es reicht aber nicht zu dem Hinweis, da√ü er noch einmal klarstellt, die Fatah habe Israel niemals anerkannt. (16)

Nach alledem w√ľ√üte ich gern, wieso sich die SPD samt ihrer Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) f√ľr die Fatah und neuerdings auch f√ľr die Pal√§stinensische Nationale Initiative Al Mubadara einsetzt. SPD-Delegationen suchen den leidgeplagten Landstrich heim, und Provinzpolitiker aus Schleswig-Holstein treiben eine Woche lang Au√üenpolitik, vom 30. November bis 6. Dezember 2008. Haben sie in ihrem Land nichts zu tun? Will Ralf Stegner Staatssekret√§r im Au√üenministerium einer Regierung des Frank-Walter Steinmeier werden? (17)

Der Leiter des B√ľros der Friedrich-Ebert-Stiftung, in Ost-Jerusalem, berichtet im Dezember 2008:

Zuletzt besuchte Dr. Ralf Stegner, Landesvorsitzender der SPD Schleswig-Holstein, mit einer Delegation die Pal√§stinensischen Gebiete. Ziel der Reise war die Beratung der jungen Partei Al-Mubadara in verschiedenen Orten in der Westbank. Des Weiteren traf der fr√ľhere Innen- und Finanzminister des Landes Schleswig-Holstein wichtige pal√§stinensische Politiker. In seinen Gespr√§chen mit Dr. Salam Fayyad, Premierminister der Pal√§stinensischen Autonomiebeh√∂rde, und mit Dr. Rafiq Husseini, Stabschef von Pal√§stinenserpr√§sident Mahmoud Abbas, war die Frage nach Wahlen in den Pal√§stinensischen Gebieten zentral. ... Ein weiteres wichtiges Thema der von Dr. Stegner gef√ľhrten Gespr√§che war der seit 14 Jahren √ľberf√§llige Generalkongress der Fatah. Um als Verhandlungspartner in Verhandlungen mit der Hamas Erfolge zu verzeichnen sowie um eine Mehrheit im neuen Legislativrat zu erringen, bedarf es dringend einer Reform der Fatah. ...

An der Spitze der Delegation stand Dr. Ralf Stegner, MdL, Landesvorsitzender der SPD Schleswig-Holstein und Mitglied des SPD-Pr√§sidiums. Er wurde begleitet von Christian Kr√∂ning, Landesgesch√§ftsf√ľhrer der SPD, Sven Zylla, Leiter des Ministerb√ľros des Ministeriums f√ľr Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein, und Karsten Reimer, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtrat Schleswig.

Im Auftrag der SPD tut die FES alles, um Fatah und Al Mubadara salonf√§hig zu machen. Den Newsletter gibt es noch cach√©, die Aussagen des Dr. Ralf Stegner sind lesenswert: Die Al-Mubadara stehe f√ľr gewaltlosen Widerstand und gesellschaftliche Gleichberechtigung, wodurch sie eindeutig in der Kontinuit√§t sozialdemokratischer Ideale stehe. (18)

Man werfe einen Blick auf die Website von Al Mubadara, und man weiß, um was es sich handelt bei dieser angeblichen Partei, um eine weitere gegen Israel wirkende Vereinigung, deren Ziel es ist, die USA und die EU einzubinden, um Israel zu bezwingen. Von Kompromißgesten ist jedenfalls nichts auf der Site zu finden, rein gar nichts. (19)

Betreffend Fatah wei√ü die FES, da√ü sie den Wandel von einer Befreiungsbewegung mit Wurzeln im bewaffneten Kampf zu einer demokratischen politischen Partei bislang nicht vollzogen hat. Es geht sofort weiter mit einer L√ľge der FES: Zwar hat man offiziell dem bewaffneten Kampf eine Absage erteilt, Israel anerkannt und den Weg zu Verhandlungen mit dem Ziel einer Zwei-Staaten-L√∂sung geebnet. Wie man erst am 6. August 2009 wieder von Mohammed Dahlan geh√∂rt hat, ist Israel niemals von der Fatah anerkannt worden - und von keinem relevanten Gremium im Westjordanland und in Gaza, kann man erg√§nzen. Auch dem bewaffneten Kampf hat die Fatah nicht abgeschworen, sie unterh√§lt und finanziert zwei bewaffnete Terrorgruppen, die Fatah Tanzim und die Al-Aqsa M√§rtyrerbrigaden. Letztere, wie die Tanzim angeblich aufgel√∂st, bedrohen vor einer Woche Sacha Baron Cohen seines Br√ľno-Filmes wegen mit Vergeltung, deren Ma√ü sie sich vorbehalten; sie senden Delegierte zum Kongre√ü, und sie werden dort von Mahmud Abbas als offizieller bewaffneter Arm der Fatah best√§tigt. Trotz alledem sehen deutsche Sozialdemokraten die Fatah auf einem Weg in die Demokratie. (20)

Die Lage kann weder der FES Jerusalem noch der SPD, die den Au√üenminister der deutschen Regierung stellt, entgangen sein. Dennoch bringt die SPD mit allen Mitteln Fatah und jetzt auch Al Mubadara in die Sozialistische Internationale (SI), die eine Vereinigung mit beratendem (sic!) die andere mit Beobachterstatus, beehrt sie mit dem Kosenamen Schwesterpartei und nimmt sie damit in die Familie auf. Sp√§testens jetzt m√ľ√üten die Freunde Israels in der SPD ihr Parteibuch zur√ľckgeben. (21)

Im April 2009 ist wieder eine SPD-Delegation in Israel und Pal√§stina. Mitglieder der Delegation sind die Bundestagsabgeordneten Siegmund Ehrmann, Kerstin Griese, Christian Lange, Carola Reimann und Andreas Weigel, hei√üt es im Internet-Auftritt des vorw√§rts, des Parteiblattes der SPD. Die Parlamentariergruppe vor dem Felsendom aber zeigt nicht f√ľnf, sondern acht fr√∂hlich grinsende Urlauber; sie besuchen die besetzten Gebiete und treffen sich mit dem Generalsekret√§r der Pal√§stinensischen Nationalen Initiative (Al Mubadara) Mustafa Barghouthi in Ramallah. Diese Art der SPD-Politik ist aus Portugal bekannt, da findet Anfang der 70er Jahre die Verbr√ľderung mit der Partei des Mario Soares statt. Wie, hat mir ein hochrangiger Genosse seinerzeit treuherzig mitteilt. (22)

Da war es geradezu zwangsl√§ufig, da√ü im Zusammenhang mit dem Entwicklungsproze√ü in Portugal nun in Frankfurt die Frage nach den Chancen und dem Durchsetzungsverm√∂gen der sozialdemokratischen Vorstellungen vom Reformsozialismus gestellt wurde, liest man in der ZEIT, vom 4. November 1975. Heute sind f√ľr die SPD nicht einmal mehr Terror und Aberkennung des Existenzrechts eines Mitglieds der Vereinten Nationen ein Hindernis, sondern sowohl die Fatah als auch Al Mubadara kommen mit ma√ügeblicher Unterst√ľtzung der SPD in die SI. (23)

Lars Haferkamp liefert zwei Beitr√§ge zum Besuch der Delegation, interessant ist, was er im einen bringt und im anderen ausl√§√üt. Im Mai-Heft, das als PDF aufzurufen ist, werden die Delegationsmitglieder nicht namentlich genannt, da grinsen acht namenlose Friedensfreunde von der Seite 12. Was den Besuch in Israel angeht, so liest man: Anschlie√üend besuchte die SPD Delegation Israel und f√ľhrte dort Gespr√§che mit Partnern aus der Arbeitspartei sowie mit Repr√§sentanten der israelischen Zivilgesellschaft. In der Internet-Version stehen f√ľnf Namen und zum Israel-Besuch hei√üt es: Anschlie√üend besuchte die SPD-Delegation unter Beteiligung ihres Ersten Parlamentarischen Gesch√§ftsf√ľhrers Thomas Oppermann Israel und f√ľhrte dort Gespr√§che mit Partnern aus der Arbeitspartei sowie mit Repr√§sentanten der israelischen Zivilgesellschaft. Das sind f√ľr die Abonennten des Parteiblatts offensichtlich unwichtige Informationen. (24)

Es lohnt sich, das ganze Heft anzusehen, dann sieht man, was der SPD wichtig ist. Kein Wunder, da√ü sie mit dem "Projekt 18" z√ľgig fortschreitet.

9. August 2009

Quellen

(1) Le Fatah peine à trouver une unité. Par Adrien Jaulmes, Le Figaro,
7 ao√Ľt 2009
http://tinyurl.com/nnlgtt

(2) Palästinensische nationale Befreiungsbewegung
http://www.fatah.de/

(3) What is Fatah? Palestine Facts
http://palestinefacts.org/pf_1991to_now_plo_fatah.php

(4) New Fatah Leader Farouq Qaddumi: Resistance is the Path to Political Settlement. Al-Manar TV, November 11, 2004. Memri TV Clip No. 344
http://www.memritv.org/clip/en/0/0/0/0/0/0/344.htm

Faruq al-Qaddumi alias "Abu Lotf". 12. November 2004 / 9. August 2005
http://www.eussner.net/artikel_2004-11-12_20-22-57.html

(5) Die "Drei-Phasen-Strategie" der PLO zur Beseitigung Israels. 28. Juni 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-06-28_17-06-54.html

(6) Al Mubadara. Palestinian National Initiative, arabisch, spanisch, englisch
http://www.almubadara.org/new/index.php

(7) The Fatah Constitution (1964)
http://www.ipcri.org/files/fatah1964.html

(8) Streit zwischen F√ľhrung und Delegierten. FocusOnline, 5. August 2009
http://tinyurl.com/m7ur2l

(9) Smoke, mirrors and acrimony: The 2009 Fatah congress.
By Sousan Hammad, The Electronic Intifada, August 6, 2009
http://electronicintifada.net/v2/article10699.shtml

(10) Fatah versinkt in Machtkämpfen. Von Ulrike Putz, SpiegelOnline,
8. August 2009
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,641230,00.html

"Until the Zionist entity is wiped out", says Fatah, One Jerusalem, August 4, 2009
http://www.onejerusalem.org/2009/08/until-the-zionist-entity -is-wi.php

(11) Se re√ļne con Abbas. El PSOE paticipa en el Congreso de Al-Fatah,
Libertad Digital, 5 de agosto de 2009
http://tinyurl.com/m5julc

(12) Former PA Security Chief in Gaza Muhammad Dahlan: We Never Asked Hamas to Recognize Israel Since Fatah Has Never Recognized Israel Either, Al-Arabiya TV, August 4, 2009. Memri TV Clip No. 2197
http://www.memritv.org/clip/en/0/0/0/0/0/0/2197.htm

(13) Der Stufenplan der PLO von 1974: Palästina =
Gaza + Westbank + Israel + Jordanien. 30. März 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-03-30_16-57-55.html

(14) Fatah Precondition for Peace Talks: Israel must Cede West Jerusalem.
By Ami Isseroff, Israel News, August 8, 2009
http://tinyurl.com/mlb5ld

(15) "Erneuerung oder Untergang". Fatah-Parteitag verlängert.
Von Ulrich W. Sahm, n-tv, 7. August 2009
http://tinyurl.com/nmubmh

(16) Fatah-Kongress in Bethlehem. Chaos in der Turnhalle.
Von Torsten Teichmann, tagesschau.de, 8. August 2009
http://www.tagesschau.de/ausland/fatahkongress102.html

(17) Ralf Stegner: Forsch, ruppig und, ehrgeizig. ZeitOnline, 15. Juli 2009
http://tinyurl.com/nmkywr

(18) Dr. Ralf Stegner in Jerusalem und der Wetbank.
Friedrich-Ebert-Stiftung Jerusalem
http://www.fespal.org/common/pdf/081219%20Bericht_Stegner_We bsite.pdf

(19) Al Mubadara. Palestinian National Initiative, englisch
http://www.almubadara.org/new/english.php

(20) Zur Krise der Fatah. FES Newsletter Nr. 19, Dezember 2008
http://tinyurl.com/lzxmlb

Fatah Tanzim. GlobalSecurity.org
http://www.globalsecurity.org/military/world/para/fatah-tanz im.htm

Al-Aqsa Martyrs´ Brigade. GlobalSecurity.org
http://www.globalsecurity.org/military/world/para/alaqsamart yrs.htm

Al Aqsa Terrorists Appointed Fatah Security Force, One Jerusalem,
August 8, 2009
http://www.onejerusalem.org/2009/08/al-aqusa-terrorists-appo inted.php

(21) Member Parties of the Socialist International
http://www.socialistinternational.org/viewArticle.cfm?Articl ePageID=931

Fatah. Consultative Parties of the Socialist International
Al Mubadara. Observer status
http://www.socialistinternational.org/viewArticle.cfm?Articl ePageID=930#b

(22) SPD-Bundestagsfraktion in Palästina und Israel. Von Lars Haferkamp,
vorwärts.de, 22. April 2009
http://www.vorwaerts.de/artikel/spd-bundestagsfraktion-in-pa laestina-und-israel

(23) Ungeliebter Soares. Von Gerhard Ziegler, Die Zeit Nr. 47, 4. November 1975
http://www.zeit.de/1975/47/Ungeliebter-Soares?page=all

(24) Parlament. Fraktion in Israel und Palästina. Von L.H. (Lars Haferkamp),
vorwärts, Mai 2009, S. 12
http://www.vorwaerts.de/files/vorwaerts0509.pdf


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