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Zeitung gelesen [3]: Lose BlÀtter, nicht von Dauer ...

... nur ein leichter Wochenschauer!

Barack Obama hĂ€lt eine Rede zum Schulbeginn, er fordert alle Schulkinder auf, sich fĂŒr ihre Studien selbst verantwortlich zu fĂŒhlen, berichtet die Washington-Korrespondentin des Figaro. Es handelt sich um ein PlĂ€doyer fĂŒr "Arbeitsethik", das Wirbel macht, weil das Erziehungsministerium an die Schulen eine BroschĂŒre verteilt, in der die Kinder aufgefordert werden, ĂŒber das Thema zu schreiben: "Wie dem PrĂ€sidenten helfen". (1)

Im vorbereiteten Redetext und in der Rede erklĂ€rt er zum Schulbeginn und ĂŒberhaupt ĂŒber die Schule:

I know that feeling. When I was young, my family lived in Indonesia for a few years, and my mother didn´t have the money to send me where all the American kids went to school. So she decided to teach me extra lessons herself, Monday through Friday – at 4:30 in the morning. Ich kenne das GefĂŒhl. Als ich jung war, lebte meine Familie fĂŒr einige Jahre in Indonesien, und meine Mutter hatte nicht das Geld, mich dorthin zu schicken, wohin alle amerikanischen Kinder zur Schule gingen. So entschied sie sich, mir selbst montags bis freitags, am Morgen, um 4:30 Uhr, Sonderstunden zu geben. (2)

Es weiß aber jeder, daß nicht das mangelnde Geld der Grund ist, daß er nicht auf die amerikanische Schule geht, sondern der Stiefvater, ein radikaler Muslim. In beiden Schulen, in der muslimischen und der katholischen, wird er als Muslim gefĂŒhrt. Das geht vor dem 4. November 2008, angereichert mit Kopien der Dokumente, durch alle Medien. Als Obama zwei Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden. Seine Mutter heiratete Lolo Soetoro, einen RADIKALEN Muslim aus Indonesien. Als Obama sechs Jahre alt war, zog die Familie nach Indonesien. Obama ging zu einer MUSLIMISCHEN Schule in Jakarta. Zwei Jahre war er auch in einer katholischen Schule. (3)

In einem Artikel des Figaro, vom 8. September 2009, Barack Obama : StĂ€rke und SchwĂ€che einer immer noch hohen PopularitĂ€t, auf Seite 16 (nicht online), werden ĂŒber die Zustimmung zu Barack Obama und zu den vorangegangenen PrĂ€sidenten, bis Harry S. Truman, nebeneinander drei Graphiken von Gallup veröffentlicht. (4)

Rechts sind die Werte fĂŒr die gesamten Amtszeiten der letzten elf PrĂ€sidenten aufgefĂŒhrt, John F. Kennedy liegt an der Spitze, mit 70,1% Zustimmung, gefolgt von Dwight D. Eisenhower, 65%, George H.W. Bush, 60,9%, Lyndon Johnson, 55,1%, Bill Clinton, 55,1%, Ronald Reagan, 52,8%, und George W. Bush mit 49,4% hĂ€lt immerhin den siebenten Platz, Richard Nixon, 49%, Gerald Ford, 47,2%, Jimmy Carter, 45,5% und Harry S. Truman, 45,4% lĂ€ĂŸt er hinter sich.

Die mittlere Graphik zeigt die Zustimmung zu den letzten sechs PrÀsidenten, in der Reihenfolge ihrer Amtszeit, jeweils nach sieben Monaten. Barack Obama, 56%, George W. Bush, 55%, Bill Clinton, 44%, George H.W. Bush, 69%, Ronald Reagan, 60%, und Jimmy Carter, 60%.

Wie staunt man, auf der linken Graphik, die nur die Kurve von Barack Obama, ab seinem Amtsantritt, 20. Januar 2009, zeigt, zu sehen, daß die PopularitĂ€tskurve von 67% auf 52% gefallen ist. Diese Graphik, die nicht mit dem Wert der mittleren ĂŒbereinstimmt, soll ebenfalls von Gallup stammen. Wie peinlich wĂ€re es fĂŒr die französischen GlĂ€ubigen des Messias, dessen PopularitĂ€t drei Prozent unter der des verhaßten George W. Bush zu sehen.

Nun sucht man bei Gallup, vielleicht klĂ€rt sich das RĂ€tsel auf? Autor Pascal Perrineau, Direktor des Centre de recherches politiques de Science Po (Cevipof), eines dem CNRS angegliederten Instituts, ein auf die Erforschung des Rechtsextremismus und die Politik Europas spezialisierter Wissenschaftler, gibt den Link zu Gallup. Wie um sich zu entschuldigen fĂŒr den Widerspruch - oder muß man annehmen, er merkt´s gar nicht? - verweist er darauf, daß die Graphiken von dort stammen. (5)

Also geht die Suche los. Gallup wĂŒrde die Franzosen vom Glauben abfallen lassen, wenn sie wirklich den Link aufriefen. Heute ist die die Kurve des Job Approval, der Zustimmung zur AmtsfĂŒhrung, auf 51% gesunken, und mĂŒhelos kann man sehen, daß die Kurve, die 52% anzeigt, etwas anderes sein muß. Das fĂ€llt hauptberuflichen Politikforschern nicht auf, sie betiteln beide Graphiken gleich. (6)

Nach einigem Suchen, wozu die Studenten und Assistenten des Cevipof-Direktors offensichtlich keine Zeit haben, findet man eine Aufstellung, aus der hervorgeht, woher die 52% kommen, sie sind aus der wöchentlichen Umfrage zur AmtsfĂŒhrung, aus der Woche vom 17. - 23. August 2009; sie wird immer dienstags aktualisiert. Warum die Forscher des Cevipof nicht das zur Zeit des Artikels aktuellste Umfrageergebnis der wöchentlichen Umfragen nehmen, kann man ahnen. In der Woche vom 24. bis 30. August liegt der Wert bei 50%. Bis zum 6. September steigt er um 3% an. Wie rechtfertigt das EinschĂ€tzungen, daß die PopularitĂ€t des PrĂ€sidenten noch immer hoch sei? Sie ist im freien Fall begriffen. (7)

Die Illusionen der französischen Wissenschaftler sterben nicht aus, und sie finden immer andere kongeniale Ideologen und TrĂ€umer, die zitiert werden können, Douglas Brinkley, den Fellow am am Baker III Institute und Professor fĂŒr Geschichte der privaten Rice University, Houston/Texas, einer der besten UniversitĂ€ten der USA. Douglas Brinkley preist Barack Obama als einen Erneuerer, mit ihm sei nun endlich das Zeitalter Ronald Reagans beendet, das von 1980 bis 2008 angedauert habe. "Wir sind jetzt im Zeitalter des Obama ... Es gibt einen neuen Progressismus (was immer das sein mag, Progressivismus; vielleicht Fortschritt?). Selbst wĂ€hrend der acht Jahre des Bill Clinton, war der die Geisel der Politik der Republikaner. Er war integraler Bestandteil der Reagan-Ära. Heute ist eine neue Ära, die fortschrittlichste in politischer Hinsicht, seit 1964, mit Lyndon Johnson." (8)

Schuld sind immer die anderen.

Dieser Artikel zeigt das Elend der Wissenschaft und der MSM gleichzeitig. Zum GlĂŒck kann ich den Schrott in meinem Stamm-CafĂ© lesen und muß dafĂŒr nicht 1,30€ zahlen. Jacques kriegt dafĂŒr von mir einen Galopin ausgegeben, und wir stoßen an auf das Zeitalter des Obama. Prost!

8. September 2009

Das Elend der Wissenschaft und der MSM

(1) Obama crĂ©e la polĂ©mique en s´adressant aux Ă©coliers. Par Laure Mandeville,
Le Figaro, 7 septembre 2009
http://tinyurl.com/novsn6

(2) Prepared Remarks of President Barack Obama. Back to School Event,
Arlington, Virginia, September 8, 2009
http://www.whitehouse.gov/MediaResources/PreparedSchoolRemar ks/

REMARKS BY THE PRESIDENT IN A NATIONAL ADDRESS TO
AMERICA´S SCHOOLCHILDREN, Wakefield High School, Arlington, Virginia,
September 8, 2009, 12:06 EDT
http://tinyurl.com/m8lex6

(3) Who is Barack Obama? Snopes.com
http://www.snopes.com/politics/obama/muslim.asp

Confirmed: Barack Obama Practiced Islam. By Daniel Pipes, FrontPageMagazine.com, January 7, 2008
http://tinyurl.com/quos3d

(4) Barack Obama : force et faiblesse d´une popularitĂ© encore Ă©levĂ©e.
Par Pascal Perrineau, Le Figaro, 8 septembre 2009, p. 16

(5) Pascal Parrineau. Centre de recherches politiques de Science Po (Cevipof)
http://www.cevipof.msh-paris.fr/chercheurs/chercheurs_fiches /perrineau.html

(6) Gallup Daily: Obama Job Approval, Gallup, September 8, 2009
http://www.gallup.com/poll/113980/Gallup-Daily-Obama-Job-App roval.aspx

(7) Obama Weekly Job Approval by Demographic Groups
http://tinyurl.com/ql58su

(8) Douglas Brinkley. Fellow in History, James A. Baker III Institute
for Public Policy, Rice University
http://www.bakerinstitute.org/personnel/fellows-scholars/dbr inkley

Bisher erschienen:

Zeitung gelesen [2]: Lose BlÀtter, nicht von Dauer ... 2. September 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-09-02_17-59-38.html

Zeitung gelesen: Lose BlÀtter, nicht von Dauer ... 31. August 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-08-31_21-24-48.html


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