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Offener Brief an G├╝nter Piening, eines der "Schafe im Schafspelz"

Sehr geehrter Herr Piening,

m├╝ssen Sie und Ihresgleichen st├Ąndig und immer wieder Ihre Inkompetenz beweisen? Haben Sie keine Bedenken, da├č Sie, offensichtlich ohne jede Kenntnis der Politideologie Islam, solche Ansichten verk├╝nden, wie die von Politically Incorrect aus der TAZ zitierten? (1)

Dadurch, dass Pax Europa grunds├Ątzlich davon ausgehe, dass der Islam unvereinbar mit dem Grundgesetz sei, w├╝rden radikale Islamisten best├Ąrkt, die die gleiche Position vertreten. Der Islam ist tats├Ąchlich mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland unvereinbar, und radikale Muslime werden durch solche Erkl├Ąrungen nicht best├Ąrkt, die gleichen Positionen zu vertreten; denn die vertreten sie unabh├Ąngig davon, sie beruhen auf ihrer 1400 Jahre und f├╝r ewige Zeiten g├╝ltigen Lehre. Einer Vereinigung wie der B├╝rgerbewegung Pax Europa bedarf es dazu nicht, genauso wie es dazu nicht der Juden, Israels und des Nahostkonfliktes bedarf. (2)

Die Site des Beauftragten f├╝r Migration und Integration zeigt jedem, der lesen kann, da├č Sie die Problematik nicht kennen und ihr deshalb nicht gewachsen sein k├Ânnen. Die Ansammlung Ihrer Aufenthalts- und Erkundungsorte als freier Journalist, Japan, China, S├╝dostasien und die westafrikanischen L├Ąnder, zeigt den Eklektizismus Ihres Ansatzes, auf den Sie auch noch stolz zu sein scheinen. Was haben sie dort 1988/89 und 1995 getan, ├╝ber was berichtet? Ist es nicht der Rede wert?

Meine asiatischen Partner nannten derartig undifferenzierte Aufreihungen "well travelled" und feixten sich einen. Solche Informationen halten Pr├Ątendenten, die sonst nicht viel aufzuweisen haben, f├╝r erw├Ąhnenswert. Die Inder und Pakistaner waren darin Meister. (3)

Was hei├čt, Sie arbeiteten ├╝ber den Umgang der japanischen Gesellschaft mit ihrer Geschichte? Waren Sie wissenschaftlich t├Ątig, etwa in Ihrem Studiengebiet Entwicklungsplanung und -politik? Seit wann ist Japan ein Entwicklungsland? Haben Sie Artikel f├╝rs BielefelderStadtblatt verfa├čt? Sie teilen es nicht mit. Sie nennen nicht einmal die Bielefelder Zeitung, bei der Sie 1978 ein Volontariat begannen und sp├Ąter als Wirtschaftsredakteur t├Ątig waren. Ist sie Ihnen peinlich? War´s die Neue Westf├Ąlische Zeitung, fusioniert aus der Westf├Ąlischen Zeitung und der Freien Presse? Letztere hat mein Onkel ab 1946 des Morgens, vor der Arbeit, in die sozialdemokratischen und kommunistischen Herforder Haushalte getragen, erstere war in Herford u.a. best├╝ckt mit, Wolfgang W., ´nem Schriftleiter, der bis 1945 Hauptschriftleiter beim V├Âlkischen Beobachter Wien war. War´s das eher b├╝rgerliche Westfalen-Blatt, das in unserem Hause als Herforder Kreisblatt abonniert war, auch genannt Herforder K├Ąseblatt?

Sie m├╝ssen sich nicht sch├Ąmen, bei der Westf├Ąlischen Zeitung habe ich vor 50 Jahren meine ersten Artikel ver├Âffentlicht, der ehemalige Hauptschriftleiter war ein guter Lehrmeister, er verstand etwas vom journalistischen Handwerk und von den Fuchs Sittengeschichten, die er im Redaktionsschreibtisch verwahrte. Geil! (4)

Warum verschweigen Sie, wo Sie gearbeitet haben? (5)

Was erkundeten Sie in zwei langen Auslandsaufenthalten in Japan, China, S├╝dostasien und den westafrikanischen L├Ąndern? Es gibt f├╝nfzehn von den Vereinten Nationen als West African Countries bezeichnete Staaten; sie erstrecken sich ├╝ber f├╝nf Millionen Quadratkilometer. Waren Sie in allen? Sie lassen Leser, die sich ├╝ber Ihre F├Ąhigkeiten sachkundig machen wollen, im unklaren, aber gerade diese Vorgehensweise gibt sehr viel Klarheit dar├╝ber, was man von Ihnen erwarten kann, ├äu├čerungen wie die in der TAZ beispielsweise, von keinem W├Ąsserchen der Kenntnis getr├╝bt. (6)

Ich bin drei├čig Jahre in der Entwicklungszusammenarbeit t├Ątig gewesen, unter den 5. bis 13. Ministern, vom Idealisten Erhard Eppler bis zur Roten Heidi: (7)

  • Erhard Eppler, 1968 - 1974: Idealist und Heuchler.
  • Egon Bahr, 1974 - 1976: Freund von Willy Brandt, befa├čt mehr mit Ostpolitik.
  • Marie Schlei, 1976 - 1978: genannt Mariechen, Berliner Provinzpolitikerin.
  • Rainer Offergeld, 1978 - 1982, genannt Offer-Money, auf internationalem Parkett eine Peinlichkeit f├╝r sich.
  • J├╝rgen Warnke, 1982 - 1987 und 1989 - 1991, genannt Warnke II. Warnke I war der Chef der US-Abr├╝stungsbeh├Ârde Paul C. Warnke
  • Hans Klein, 1987 - 1989, genannt Johnny Klein, ein lustiger ehemaliger Journalist.
  • Carl-Dieter Spranger, 1991 - 1998, der von innenpolitischen Problemen mehr verstand als von der Entwicklungspolitik.
  • Heidemarie Wieczorek-Zeul, 1998 - 2009, genannt Rote Heidi, endlich, endlich! aus dem Amt verschwunden.

Nie w├Ąre es mir eingefallen, auf einer offiziellen Site ├╝ber meine Arbeit zu schwadronieren wie am Stammtisch oder bei einschl├Ągigen Freunden aus dem Metier. Des Weiteren galt seine Leidenschaft dem afrikanischen Kino? Wie kann jemand, der Beauftragter des Berliner Senats f├╝r Integration und Migration ist, sich so ausdr├╝cken? Sind Sie Pfadfinder und erkunden Terrain? Und Ihre Leidenschaft f├╝rs Kino, bitte, was hat die in der Darstellung Ihrer Kompetenzen verloren? Halten Sie Ihren Auftrag f├╝r eine Privatsache? Sind Sie nicht in der Lage, in Kurzform darzustellen, was Sie f├╝r das Beauftragtenamt qualifiziert, oder ahnen Sie, da├č Sie gar nicht qualifiziert sein k├Ânnten?

Wenn letzteres und nicht gerade jetzt in der falschen Partei, h├Ątten Sie das Zeug zum neuen Minister f├╝r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Man sieht´s an Dirk Niebel, dem w├╝rdigen Nachfolger der Roten Heidi. Ich bin gespannt, wo in der Welt er sich in seiner Jugend herumgetrieben und seine Leidenschaften f├╝r die Entwicklungsl├Ąnder entdeckt hat, au├čer als Fallschirmj├Ąger in Calw und als Arbeitsvermittler und -verwalter in Mannheim und Heidelberg. Bestimmt war er da hin&wieder im Kino und hat die Filme Out of Africa und/oder Viva Maria! gesehen, eine notwendige und hinreichende Voraussetzung zur optimalen Ausf├╝llung des Postens. (8)

Geben Sie ihm doch Tips aus dem F├╝llhorn Ihrer Erfahrungen, er dankt es Ihnen nach 2013 in der Jamaika-Koalition.

Mit freundlichen Gr├╝├čen!
Dr. Gudrun Eussner
27. Oktober 2009

Quellen

(1) Islamfeind auf dem Podium. Von SVE, TAZ.de, 27. Oktober 2009
http://tinyurl.com/yfoshhu

(2) Piening: Pax Europa ist "Wolf im Schafspelz". Politically Incorrect,
27. Oktober 2009
http://www.pi-news.net/2009/10/piening-pax-europa-ist-wolf-i m-schafspelz/

Muslim┬žRecht startet Aktion gegen die deutsche Islamkonferenz. Muslim┬žRecht.
Die Muslime sind eine Umma. 29. Juni 2007
http://tinyurl.com/2j4f9p

Wolfgang Sch├Ąuble verscherbelt die Werte der Demokratie. 8. M├Ąrz 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-03-08_22-43-38.html

(3) Der Beauftragte f├╝r Migration und Integration. Berlin.de
http://www.berlin.de/lb/intmig/piening.html

(4) Eduard Fuchs: Illustrierte Sittengeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Fotos. Sós Antikvárium
http://www.sosantikvarium.hu/book2100.html

(5) Bielefeld. Zeitungen
http://www.bielefeld.de/de/si/medien/zeitung/

(6) The ECOWAS Member States. The ECOWAS Commission
http://www.ecowas.int/

(7) Entwicklungshilfeminister. Politik in Deutschland
http://tinyurl.com/yfjgtz2

(8) Das Merkel-Kabinett: viele bekannte, wenige neue Gesichter.
Von Maike R├Âttger, Hamburger Abendblatt, 24. Oktober 2009
http://tinyurl.com/ykx977o


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