Homepage von Gudrun Eussner
Gudrun Eussner
Links
Homepage von Gudrun Eussner
Artikel

Zeitung gelesen [10]: Lose Bl├Ątter, nicht von Dauer ...

... nur ein leichter Wochenschauer!

Bis ca. Mitte dieses Jahres sind die MSM der USA und Europas Obama-Kampfmaschinen, Obama-Hilfstruppen, Obama-Sprachrohre, Obama-Cheerleaders, Obama-Stiefellecker. Zur Wahlkampfzeit, bis zum 4. November 2008, ist´s besonders arg, da verbreiten sie Halbwahrheiten, M├Ąrchen und L├╝gen ├╝ber "The One" und h├Ąngen an seinen Lippen; sie ├╝berschlagen sich in Bewunderung bis zur Dem├╝tigung. Die Auflagen ihrer Bl├Ątter und ihr Publikum f├╝hren sie in ungeahnte H├Âhen des Taumels der Begeisterung, so da├č der Gewinn eingefahren wird, und 80 Prozent der Franzosen und 78 Prozent der Deutschen den Messias w├Ąhlen w├╝rden.

Der Gegenkandidat John McCain kommt in deutschen und franz├Âsischen MSM nicht zu Worte, er ist eine besprochene Person, f├╝r ihn - und sp├Ąter auch f├╝r Sarah Palin - haben die Korrespondenten nur H├Ąme und Verachtung. Ha├č und Todesw├╝nsche begleiten John McCain im Figaro, wo Anne Jouan Krankheiten und Diagnosen ausbreiten darf: John McCain n┬┤aurait que 24% de chance de survie ├á dix ans en raison de m├ęlanomes malins. John Mc Cain hat nicht mehr als 24 Prozent ├ťberlebenschance f├╝r die n├Ąchsten zehn Jahre, weil er an b├Âsartigen Melanomen leidet. Der Figaro gibt nur gen Ende des Wahlkampfes, als die Schlacht in den USA schon geschlagen ist, zweimal nicht Obama-h├Ârigen Pers├Ânlichkeiten ein Forum, einmal in einem Interview dem Obama-kritischen UMP-Abgeordneten der Nationalversammlung Herv├ę Mariton und ein andermal dem Journalisten und Essayisten Ivan Rioufol, im Figaro-Blog, in der Papierausgabe auf der vorletzten Seite. (1)

Nach dem ersten Interview des ersten "schwarzen" (der ist gar nicht schwarz) Pr├Ąsidenten, mit dem Fernsehsender Al-Arabiya, vom 27. Januar 2009, und dann versch├Ąrft nach der Kairoer Rede, vom 4. Juni 2009, geht es mit der Obama-Euphorie der MSM und der Menschen in den USA und in Europa erst allm├Ąhlich, dann schwindelerregend schnell bergab. Innen- und au├čenpolitische Fehlentscheidungen und fehlende Entscheidungen der neuen Regierung f├╝hren zur Ern├╝chterung. (2)

Inzwischen erreichen die Gallup-Umfrageergebnisse immer tiefere Tiefstst├Ąnde. Zustimmung zur Amtsf├╝hrung 49 Prozent, Ablehnung 44 Prozent, Tendenz der Zustimmung: fallend. (3)

Wieder sind die MSM Deutschlands und Frankreichs vorn, als wenn sie es schon immer gewu├čt h├Ątten, sie bieten dem staunenden Publikum John McCain - ja, genau den, und krank sieht er auf den Fotos nicht aus. Die Korrespondenten von vier europ├Ąische Zeitungen, Le Figaro, Gazeta Wyborcza, S├╝ddeutsche Zeitung und Tagesspiegel, f├╝hren am Rande des von der kanadischen Regierung und dem German Marshall Fund gemeinsam veranstalteten ersten Halifax International Security Forums ein Interview mit dem unterlegenen Pr├Ąsidentschaftskandidaten Senator John McCain, Barack Hussein Obama ist darin der besprochene Politiker. (4)

Teilnehmer des hochkar├Ątig besetzten Forums sind u.a. die Verteidigungsminister der USA und Deutschlands, Robert Gates und Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg. Zur Lage in Afghanistan nimmt Senator John McCain auf dem Forum, am 21. November 2009, im Panel II: Afghanistan: Transition To What? ausf├╝hrlich Stellung. (5)

Pr├Ąsentation des Interviews durch die vier Korrespondenten

Die Papierausgabe des Figaro macht das ganzseitige Interview mit riesigen Lettern auf: John McCain: "Obamas Au├čenpolitik hat bis heute keinen Erfolg gehabt". Die Korrespondentin Laure Mandeville stellt dem Interview diese Information voraus: Am Rande des ersten Forums von Halifax ├╝ber internationale Sicherheit, einer von Kanada und dem German Marshall Fund organisierten Konferenz, hat der republikanische Senator John McCain, 73 Jahre, der ehemalige Rivale von Barack Obama f├╝r die Pr├Ąsidentschaft, dem Figaro und drei weiteren europ├Ąischen Zeitungen (S├╝ddeutsche Zeitung, Tagesspiegel und Gazeta Wyborcza) ein Interview gew├Ąhrt. (6)

Die ├ťberschrift der Internet-Version lautet: McCains Anklage gegen Obama. (7)

Die Gazeta Wyborcza titelt: McCain zur "Gazeta": Mein Problem mit Obama. Unter dem Interview steht, da├č es sich bei dem Interviewpartner um Senator John McCain handelt, den Kandidaten der letzten Pr├Ąsidentschaftswahl in den USA. Am Gespr├Ąch waren die Journalisten der Zeitungen "Le Figaro", "Tagesspiegel" i "S├╝ddeutsche Zeitung" beteiligt. (8)

Le Figaro und die Gazeta Wyborcza setzen nur bei der ersten Frage Le Figaro bzw. Marcin Bosacki davor. Die anderen Fragen sind fettgedruckt, ohne Zuordnung zu einer Person oder Zeitung.

Die S├╝ddeutsche Zeitung (SZ) vereinnahmt alle Fragen f├╝r sich; jede ist versehen mit "SZ:". Am Schlu├č des Interviews ist vermerkt: Das Interview mit Senator John McCain fand am Rande des "Halifax-Forums f├╝r internationale Sicherheit" des German Marshall Funds statt. Neben der SZ waren Le Figaro, Gazeta Wyborcza und der Tagesspiegel am Gespr├Ąch beteiligt. (9)

Auch der Berliner Tagesspiegel tut so, als wenn das Interview von dessen B├╝rochef in Washington gef├╝hrt worden w├Ąre, und die drei anderen Korrespondenten Assistentendienste geleistet oder den Kaffee geholt h├Ątten: Das Interview f├╝hrte Christoph von Marschall beim Halifax International Security Forum. Neben dem Tagesspiegel waren die "S├╝ddeutsche Zeitung", "Le Figaro" und "Gazeta Wyborcza" beteiligt. (10)

Die Regierung Kanadas als Mitveranstalter wird von den deutschen Zeitungen nicht erw├Ąhnt. An dem deutschen Wesen soll die Welt genesen. Diese unredliche Art steht den linken Bl├Ąttern gut an, sie pa├čt. Wenn man dann noch sieht, was die Zeitungen f├╝r berichtenswert halten, und wie sie das Interview pr├Ąsentieren, dann kann man sagen, Informationsgehalt und Stil sind reziprok proportional zur Arroganz.

Einige Anmerkungen zu Fragen und Antworten des Interviews

Die SZ ist anders als die drei anderen Bl├Ątter nicht in der Lage, das Interview sachlich zu beginnen, sondern sie leitet so ein: Der unterlegene Pr├Ąsidentschaftskandidat John McCain l├Ąsst kein gutes Haar an Barack Obama. ├ťberall sieht er Verunsicherung, und die Au├čenpolitik der neuen Regierung sei erfolglos. Das Interview sagt etwas anderes aus, und John McCain verliert auch nicht die Geduld. Es ist keine Rede davon, kein gutes Haar an Barack Obama zu lassen, das trifft´s nicht, und es ist auch keine "Obamaphobie", die den unterlegenen (das mu├č doch nochmal erw├Ąhnt werden!) Pr├Ąsidentschaftskandidaten antreibt, sondern es ist die desolate Au├čenpolitik, die f├╝r die ganze Welt sichtbar ist und sp├╝rbare Auswirkungen hat. Es folgen weitere Interpretationen dieser Art.

Linke k├Ânnen einfach nicht die Tatsachen zuerst zitieren, sie m├╝ssen ihr Publikum von Anfang an in die von ihnen als richtig bestimmte Richtung dr├Ąngen. Entsprechend unpr├Ązise werden die ├äu├čerungen des John McCain kolportiert.

Laure Mandeville beginnt so: Da nun die Entscheidung des Pr├Ąsidenten Obama ├╝ber Afghanistan eine Frage von Tagen ist, vergleichen viele Analysten die Lage mit der des Pr├Ąsidenten Johnson im Augenblick des Engagements in Vietnam. Erscheint Ihnen, der in Vietnam gek├Ąmpft hat, dieser Vergleich zutreffend? Mit ihrer Frage erreicht die Korrespondentin das, was man "Establishing Credibility" nennt. Sie verweist auf die Erfahrung des John McCain. Die Gazeta beginnt ebenso. Die SZ und der Tagesspiegel bringen diese Frage in verk├╝rzter Form, ohne Hinweis auf den Vietnameinsatz von John McCain, an dritter Stelle.

Zu seiner Bemerkung Fakt ist doch dies: Als die Nordvietnamesen am Ende in S├╝dvietnam einmarschierten - ├╝brigens mit massiver Hilfe Russlands und Chinas - da gab es im ganzen Land keine amerikanischen Soldaten mehr. Wir waren l├Ąngst abgezogen, aber das verschweigt die Linke gern, hagelt es in SZ und Tagesspiegel bissige Kommentare - wie ├╝berhaupt die Kommentare zum Interview einem Delirium tremens anti-americanensis entsprungen scheinen. Zu lange schon w├Ąhrt der Entzug, den man sich seines Idols Barack Obama wegen angetan hat. Jetzt brechen alle D├Ąmme. Die Moderatoren der beiden Zeitungen tragen durch Freischalten und L├Âschen von Kommentaren zum gew├╝nschten Bild bei.

Zu einzelnen Themen unterscheiden sich die Fragen und die Antworten des John McCain in den drei MSM Le Figaro, S├╝ddeutsche Zeitung und Tagesspiegel gravierend. Die Gazeta lasse ich au├čen vor, weil ich dazu die Sprache nicht ausreichend verstehe. Wenn man davon ausgeht, da├č der Interviewte nicht jeweils vier verschiedene Fragen mit vier verschiedenen Antworten versieht, also nicht gleichzeitig vier Interviews gibt, dann gewinnt man einen Eindruck von den Ausma├čen der ideologischen Einf├Ąrbung der Fragen und Antworten.

Ein Beispiel sei der Fragenkomplex zu Ru├čland. Der Reihe nach folgen die f├╝nf bzw. sechs Fragen von Laure Mandeville, Christian Wernicke und Christoph von Marschall:

  • Was halten Sie von der Ru├člandpolitik der neuen Regierung?
  • Gibt es eine Form von Naivit├Ąt in der Au├čenpolitik Obamas gegen├╝ber Ru├čland oder dem Iran?
  • Meinen Sie, da├č Europa die Aggressivit├Ąt Ru├člands untersch├Ątzt? Sollte man h├Ąrter mit Moskau umgehen?
  • Aber es gab den Krieg in Georgien und eine Niederlage des Westens und der NATO zu verhindern.
  • Wenn es keinen Waffenstillstand gegeben h├Ątte, h├Ątten die Russen Tiflis einnehmen k├Ânnen ...
  • SZ: Pr├Ąsident Obama scheint eine neue Russlandpolitik zu verfolgen, die versucht, Moskau zu mehr Kooperation mit dem Westen zu bewegen. Kann das Erfolg haben?
  • SZ: ... Russland geh├Ârt Putin, nicht Medwedjew?
  • SZ: Ist Pr├Ąsident Obama naiv im Umgang mit Russland? Oder gegen├╝ber Iran?
  • SZ: Wie sollte Europa mit Putins Russland umgehen - mit mehr H├Ąrte?
  • SZ: Sie empfehlen eine fundamental andere Politik gegen├╝ber Russland: Prinzipien statt mieser Kompromisse?
  • Pr├Ąsident Obama scheint eine neue Russlandpolitik zu verfolgen, die versucht, Moskau zu mehr Kooperation mit dem Westen zu bewegen. Kann das Erfolg haben?
  • Russland geh├Ârt Putin, nicht Medwedew?
  • Ist Pr├Ąsident Obama naiv im Umgang mit Russland und dem Iran?
  • Wie sollte Europa mit Putins Russland umgehen - mehr H├Ąrte?
  • Sie empfehlen eine fundamental andere Politik gegen├╝ber Russland: Prinzipien statt mieser Kompromisse?
  • Der Westen und die Nato haben damit zuletzt wenig erreicht. Nehmen Sie Georgien - was hat der Westen da ausrichten k├Ânnen nach dem russischen Einmarsch 2008?

Die Fragen und Antworten sind zwischen den beiden deutschen Journalisten abgesprochen. Es kann nicht sein, da├č sie einen Mann wie John McCain fragen: Russland geh├Ârt Putin, nicht Medwedew? Bei Laure Mandeville liest man solche Dummheiten nicht. Was hei├čt "geh├Ârt Putin"? Wir wissen sehr wohl, wer Ru├čland regiert. Und wir wissen, da├č er (Vladimir Putin, L.M.) eine harte Linie verfolgt ...

Zum Thema Naivit├Ąt des Barack Obama gegen├╝ber Ru├čland, antwortet John McCain im Figaro: Ich bin nicht sicher, sie als naiv qualifizieren zu k├Ânnen. Aber ich kann sagen, da├č sie bis jetzt keinen Erfolg hatte. Viele von uns haben vorausgesagt, da├č es kein ernsthaftes Gegenangebot der Iraner in der Nuklearfrage g├Ąbe. Man hat ihnen in Wirklichkeit ein globales Forum zur Ausstellung ihrer radikalen Ansichten geboten. Daraus wird bei Christian Wernicke und Christoph von Marschall wortgleich, einschlie├člich Fehler: Vielleicht nicht naiv - aber erfolglos! Ich habe immer gewarnt, dass Iran keine ernsthaften Zugest├Ąndnisse machen w├╝rden (sic!). Aber wir offerieren denen die globale B├╝hne f├╝r ihre radikale, islamistische Propaganda. Im Figaro kein Wort von "islamistischer Propaganda", allerdings k├Ânnte man das aus der Formulierung "radikale Ansichten" entnehmen. Wie staunt man aber, in SZ und Tagesspiegel nichts von der Nuklearfrage zu lesen. Das hat Laure Mandeville sicherlich nicht erfunden. Die deutschen MSM verschweigen dieses heikle Thema. Auff├Ąllig ist auch die schnoddrige Redewendung: Wir offerieren denen (!) die globale B├╝hne ... Pr├Ąsident Medwedews flotte (!) Bemerkung ... Die Korrespondenten sollten von miesen Kompromissen gesprochen haben? Von "cheesy tradeoffs", oder wie?

SZ und Tagesspiegel behaupten, gefragt zu haben: Sie lassen kaum ein gutes Haar an Obamas Au├čenpolitik. Gibt es nichts Positives - nicht mal bei seinem Versuch, die Muslime dieser Welt zu umwerben? Sie haben tats├Ąchlich gefragt: You are picking/pulling Obama to pieces? Sie haben die Muslime dieser Welt erw├Ąhnt? Wieso kommt dazu keine Antwort? Im Figaro hei├čt es: Sie kritisieren die Au├čenpolitik Obamas sehr. Welches sind die positiven Aspekte? In der Antwort auf diese Frage steht im Figaro au├čer der Ansicht zu Israel noch dies: Verstehen Sie mich. Ich m├Âchte den Pr├Ąsidenten der Vereinigten Staaten unterst├╝tzen. Wenn er die gute Entscheidung ├╝ber Afghanistan f├Ąllt, werde ich da sein, um ihn zu unterst├╝tzen. Aber ich versuche mit allem Respekt, das zu sagen, was mir der gute Weg f├╝r das Land zu sein scheint. Diese Konzilianz fehlt in den beiden deutschen Texten. John McCain redet englisch, die deutschen Vokabeln werden durch die deutschen Journalisten gew├Ąhlt. Der Eindruck von Oberfl├Ąchlichkeit des John McCain entsteht dabei sowie durch die Auslassungen ein un├╝berbr├╝ckbarer Widerspruch zu Barack Obama. Darf man raten? Das ist Absicht.

In der SZ fehlen die Ausf├╝hrungen ├╝ber die Entwicklung der Republikaner. Welchen Weg nimmt Ihre Partei? Anders als Berlin, wo eine rot-rote Koalition regiert, kann sich M├╝nchen anscheinend nicht erlauben, ├╝ber die beiden Siege der Konservativen in Virginia und New Jersey zu berichten: Dort haben Republikaner gewonnen, die sich um die Alltagsprobleme k├╝mmern: Jobs, Jobs, Jobs, Wirtschaft und Immobilienmarkt. Keiner von beiden hat ideologische Fragen wie die Abtreibung zum Thema gemacht. Deshalb haben sie gesiegt. Ich m├Âchte unsere Partei nicht weiter schrumpfen sehen. Das ├╝berschreitet die Schmerzgrenze der M├╝nchner Linken denn doch massiv, und so fallen diese f├╝r die Beurteilung der amerikanischen Politik wichtigen Informationen weg. Unabh├Ąngige W├Ąhler, Wechselw├Ąhler, "Tea Party", warum soll die SZ ihre Leser dar├╝ber informieren? Sie k├Ânnten auf dumme Gedanken kommen.

Im Interview des Figaro wie auch in dem der Gazeta Wyborcza wird ausf├╝hrlich ├╝ber die sich ├Ąndernde politische Landschaft berichtet: Was die Aufmerksamkeit vieler Republikaner auf sich zieht, da├č sind die Ergebnisse der Wahlen in Virginia und New Jersey. Diejenigen Kandidaten der Republikaner, die einen konservativen Anspruch hatten, haben sich auf die konkreten Probleme ihres Staates konzentriert: Die Arbeitspl├Ątze! Niemand von ihnen hat Kommentare zur Abtreibung abgegeben. Sie haben verstanden, da├č man ├╝ber die Besch├Ąftigung reden mu├č, ├╝ber Kredite an Kleinunternehmen, Hilfen. Sie haben gewonnen. Zum Ende der partei├╝bergreifenden Zusammenarbeit zwischen Demokraten und Republikanern und den wechselseitigen Angriffen beider sagt er: Heute bildet sich eine Bewegung der Wut, die sich noch nicht entschieden hat, wohin sie geht. Dieses Potential an unabh├Ąngigen Stimmen f├╝hrt dazu, da├č wir nicht wissen, was geschehen wird.

Die Ansichten des John McCain und vor allem die Begr├╝ndung f├╝r diese, betreffend die von Deutschen so gesch├Ątzte revolution├Ąre, mit astronomischen Kosten verbundene Reform des Gesundheitswesens der USA, referieren beide Zeitungen nicht. Hat Pr├Ąsident Obama das ihm von den W├Ąhlern gegebene Mandat zur Reformierung des Landes, zur Gesundheit, zum Klima, ├╝bersch├Ątzt? fragen Laure Mandeville und Marcin Bosacki, und John McCain antwortet:

Seit der Pr├Ąsident gew├Ąhlt ist, ist die Frage Nr. 1 nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Ausgaben. Das Haushaltsdefizit beunruhigt. Deshalb sind die Leute besorgt, wenn er eine Gesundheitsreform vorschl├Ągt, die mehr als 1000 Milliarden Dollar kosten wird. Seit seinem Amtsantritt gibt es eine exzessive Einmischung des Staates. Niemand hat sich vorstellen k├Ânnen, da├č der Bundesstaat Eigent├╝mer von General Motors und Chrysler w├╝rde. Wir haben auch ein Niveau der Wut, die ich bis heute noch nie gesehen habe, zwischen Main Street (Mittelschicht, Otto-Normal-Verbraucher) und Wall Street. Wall Street macht obsz├Âne Gewinne, w├Ąhrend Main Street Tausende seiner Kleinunternehmen schlie├čt. Die Wut ist echt.

Das m├╝ssen die deutschen Leser nicht wissen, da├č das wunderbare Gesundheitsprojekt ihres Idols eine Billion Dollar kostet, 1 000 000 000 000 Dollar. Sie m├╝ssen auch nicht wissen, was das f├╝r eine Gesellschaft bedeutet, die anders strukturiert ist als die europ├Ąische, in der die B├╝rger nicht im System der sozialen Marktwirtschaft, sondern mittlerweile im Sozialismus light leben. ├ťber die Verstaatlichung von General Motors und Chrysler redet man besser nicht, und ├╝ber die Schlie├čung kleiner und mittlerer Betriebe auch nicht. So wie es John McCain gem├Ą├č Laure Mandeville formuliert, entspricht das dem Wahlprogramm der FDP.

Ideologisch verstellte Journalisten und ihre MSM streichen Aussagen des John McCain zu ihnen nicht genehmen Themen einfach weg. Was f├╝r die Leser wichtig ist, das bestimmen sie - zumindest so lange, wie sie sich mit solchen Machenschaften noch am Markt halten k├Ânnen.

24. November 2009

Quellen

(1) Herv├ę Mariton. "Avec Obama, l┬┤UMP fait un complexe de gauche."
Propos recueillis par Samuel Potier, Le Figaro, 28 octobre 2008
http://tinyurl.com/5h64o5

Bloc-Notes : Dire la v├ęrit├ę aux Fran├žais: chiche ! Par Yvan Rioufol,
Le Figaro, 3 octobre 2008
http://blog.lefigaro.fr/rioufol/2008/10/bloc-notes-dire-la-v erite-aux-1.html

(2) Barack Obama. President Bling-Bling gew├Ąhrt Al-Arabiya ein Interview.
29. Januar 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-01-29_21-19-54.html

Barack Obama. Die Fernsehsender haben von ihm die Nase voll. 5. August 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-08-05_23-56-48.html

(3) Gallup Daily: Obama Job Approval, Gallup, November 23, 2009
http://www.gallup.com/poll/113980/gallup-daily-obama-job-app roval.aspx

(4) Halifax International Security Forum, 20-22 Novembre, 2009
Halifax, Nova Scotia
http://www.gmfus.org/halifax/francais/index.html

German Marshall Fund of the United States
http://www.gmfus.org/template/index.cfm

(5) Panel II: Afghanistan: Transition To What? Halifax International Forum,
November 21, 2009
http://www.gmfus.org/halifax/docs/1121halifax%20panel%20II%2 0Transcript.pdf

McCain: Afghanistan surge is vital, but so is long-term plan.
Halifax International Forum, November 21, 2009
http://www.gmfus.org/halifax/docs/McCain-Press-Release-Nov21 .pdf

(6) John McCain : "La politique ├ętrang├Ęre d´Obama n´a pas eu de succ├Ęs jusqu´ici.
Propos recueillis par Laure Mandeville, Le Figaro, 23 novembre 2009, p. 1+6

(7) Le r├ęquisitoire de McCain contre Obama. Propos recueillis
par Laure Mandeville, Le Figaro, 23 novembre 2009
http://tinyurl.com/yg6uw4j

(8) McCain dla "Gazety": M├│j klopot z Obama. Rozmawial w Halifax
Marcin Bosacki, Gazeta Wyborcza, w listopadzie 23, 2009
http://wyborcza.pl/1,76842,7280305.html

(9) USA: McCain ├╝ber Obama. "Amerika schwankt. " Seite 1
"Obama ist eine charismatische Person". Seite 2
Interview: Christian Wernicke, S├╝ddeutsche Zeitung, 23. November 2009
http://www.sueddeutsche.de/politik/885/495213/text/

(10) John McCain. "Obama kann begeistern, aber was n├╝tzt das?" Das Interview
f├╝hrte Christoph von Marschall, Tagesspiegel, 22. November 2009
http://www.tagesspiegel.de/politik/international/John-McCain ;art123,2956878

Bsher erschienen:

Zeitung gelesen [9]: Lose Bl├Ątter, nicht von Dauer ... 19. Oktober 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-10-19_22-34-58.html

Zeitung gelesen [1] bis [9]: Lose Bl├Ątter, nicht von Dauer ...
http://tinyurl.com/ygp3fae


Hoch zum Seitenanfang Diese Seite drucken
Zurück zur vorigen Seite Zum Archivdieses Abschnitts Weiter zur nächsten Seite