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Gudrun Eussner
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Deutsche Massenmedien. Das "Telefon" klingelt, aber keiner geht ran.

Vielleicht bewirkt es etwas, da√ü Wolfgang R√∂hl sich im STERN der Unversch√§mtheiten annimmt, mit denen ARD und ZDF nun seit Jahren die Zuschauer beleidigen. Ich habe hier, in Perpignan, Canal+ abonniert, das kostet mich 41 ‚ā¨/Monat, hinzu kommen die Geb√ľhren, die das Finanzamt daf√ľr einstreicht, da√ü ich fernsehen darf. Alles zusammen an die 60‚ā¨/Monat. Deutsche zahlen 17,98 ‚ā¨/Monat Zwangsgeb√ľhren.

F√ľr 60‚ā¨/Monat bekomme ich fast nur Schrott, den ich gar nicht erst ein- oder sofort wieder ausschalte. In meinem Archiv befinden sich Artikel √ľber die Programme von ARD und ZDF; in den seltensten F√§llen steht darin ein positiver Satz. (1)

Den beim Publikum laut Eigenwerbung des ZDF beliebten s√§chsischen Schauspieler Wolfgang Stumph alias Wilfried Stubbe und seinen Familienbetrieb schaue ich schon lange nicht mehr, da n√ľtzt auch die lustige Tante Charlotte nicht, sie rei√üt´s nicht raus. Jetzt aber wirft Manuel Ochsenreiter einen Blick auf die Szene, und es stellt sich heraus, da√ü es nicht nur Familien-, sondern linke Vetternwirtschaft ist, DDR-Connections, was da im ZDF abl√§uft: (2)

Das Mitteldeutschland, das am Abend des 21. November 2009 in die deutschen Wohnzimmer flimmerte, ist eine Erfindung von Peter Kahane. Nach Recherchen von ZUERST! findet der eigentliche Krimi hinter den Kulissen von "Stubbe - von Fall zu Fall" statt. Es ist eine Story √ľber alte, gutge√∂lte DDR-Connections, √ľber das linksradikale Establishment, Vetternwirtschaft und √ľber den unverantwortlichen Umgang mit Rundfunkgeb√ľhren. Die Hauptdarsteller sind nicht etwa Kriminalhauptkommissar Stubbe und seine Tochter, sondern die Familie Kahane und ihr linkes Netzwerk.

Der Filz nimmt derartige Ausmaße an, daß das Produkt selbst der TAZ reicht. Peter Kahane dreht den Film, seine Schwester Anetta Kahane gibt die beratende Expertin. Heraus kommt reine Propaganda der Amadeu-Antonio-Stiftung, deren Vorstandsvorsitzende Anetta Kahane ist. (3)

Am 16. Dezember gibt´s nach 22 Uhr im MDR die Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung des Tatorts: Dreimal schwarzer Kater, von 2003, im RBB die Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung des Films Lolita, von 1997, sowie auf ARTE die Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung des Mordes an einem chinesischen Buchmacher, von 1976. Diesmal gibt´s das Programm tats√§chlich auf deutsch. Bis vor kurzem hat Canal+ das angeblich deutsche Programm auf franz√∂sisch gesendet, obgleich ARTE deutsch draufstand. An wem liegt das? Klar, sicherlich nicht an der ARD und dem ZDF, sicherlich nicht an ARTE, sondern die deutsche Sprache wird unterwegs von der brise catalane weggeweht, Canal+ hat sie nicht fest genug gezurrt.

Was die Judy Garland Show angeht, da ist es nicht sicher, ob es sich um eine Wiederholung oder um eine weitere Folge von 26 handelt, ob die 26 Folgen √ľberhaupt ausgestrahlt werden oder nur einige davon, das geht Fernsehzuschauer eh nix an. Es w√§re nun wirklich zuviel verlangt, wenn das im Programm angegeben w√ľrde. Da steht immer dasselbe, sonst m√ľ√üte ja jemand ins Internet und es aktualisieren. (4)

Wolfgang R√∂hl fragt, was mit den sieben Milliarden Euro Zwangsgeb√ľhren geschieht: Wie kann das sein? Wie ist es m√∂glich, dass die im randvollen Zwangsgeb√ľhrenpool planschenden Sender seit Jahrzehnten gro√üe Teile ihrer TV-Programme mit dem Repetieren von ollen Kamellen bestreiten? Sieben Milliarden Euro streichen ARD und des ZDF jedes Jahr ein. Einnahmen f√ľr Werbespots und geldwerte Vorteile aus diversen Kooperationen mit privaten Partnern (wie bei der Produktion der ebenfalls unabl√§ssig wiederholten Serie "Das Traumschiff") gar nicht eingerechnet. Das m√ľsste doch f√ľr ein spannendes, selbst gemachtes Unterhaltungsprogramm reichen? Oder wenigstens daf√ľr, aus den vielen guten ausl√§ndischen Filmen, die es nie in deutsche Kinos schaffen, einige aufzusp√ľren, zu synchronisieren und zu senden? (5)

Ich k√∂nnte vor Begeisterung, da√ü endlich einmal in einem MSM detailliert berichtet wird, den ganzen Artikel hier abkupfern, aber die Leser finden ihn besser im STERN, dort werden am Rande weitere Informationen geliefert, √ľber die Bestimmung von Einschaltquoten und deren Folgen f√ľr Fernsehkarrieren sowie, noch spannender, √ľber beabsichtigte Erh√∂hungen der Zwangsabgaben f√ľr das Schrottprogramm, ab Januar 2009: Die Subventionskultur geht weiter, berichtet Bernd G√§bler vor zwei Jahren. (6)

Wen wundert es, da√ü bei solchem Manna auch die Zeitungen begehrlich nach unverdienten Einnahmen schielen, ohne sie landen sie n√§mlich, weil √ľberfl√ľssig, auf dem Altpapierhaufen der Geschichte. (7)

Konstantin Neven DuMont, aus dem gleichnamigen v√∂llig verarmten Verlag, will Geld eintreiben f√ľr hochwertige journalistische Internet-Beitr√§ge: Dadurch sollen "hochwertige journalistische Inhalte nicht l√§nger im Internet verschenkt" werden, hei√üt es in einem Beitrag von Vorstandsmitglied Konstantin Neven DuMont in der "Berliner Zeitung", berichtet DPA, und: Die Mediengruppe ist der drittgr√∂√üte Zeitungsverlag in Deutschland mit einer t√§glichen Auflage von mehr als 1,3 Millionen. Dazu geh√∂ren die Titel "K√∂lner Stadt- Anzeiger", "K√∂lnische Rundschau", "Mitteldeutsche Zeitung", "Berliner Zeitung", "Berliner Kurier", "Express", "Hamburger Morgenpost" und "Frankfurter Rundschau". (8)

In einem Interview mit der WELT meint er, Blogger schickten keine Reporter nach Afghanistan und finanzierten keine aufwendigen Recherchen. Abgesehen davon, daß auch die meisten MSM das nicht tun, sondern von Agenturen und Wikipedia sowie gern auch von Bloggern abschreiben, haben Blogger das nicht nötig; denn sie haben ihre Internet-Kontakte vor Ort. (9)

Was die aufwendigen Recherchen angeht, so darf frau doch wohl einmal laut auflachen, was? Wenn Geld investiert wird, dann in Beitr√§ge zur Indoktrinierung und Verdummung der Leser. Das ist nicht anders als bei ARD und ZDF. Nicht ein investigativer Journalist eines MSM hat das Climategate enth√ľllt, sondern Personen, die sich des Internets bedienen, in diesem Fall anscheinend Hacker. Wozu bedarf man einer Publikation aus dem Hause NevenDumont? Vielleicht, um die Ergebnisse zu relativieren und zu diskreditieren, damit sich die Klimahysterie nicht in Wohlgefallen aufl√∂st? (10)

Was Vater Alfred NevenDuMont angeht, so fordert er Hilfe vom Staat, also von eben den Steuerzahlern, die sein Altpapier nicht mehr kaufen und finanzieren. Die Zeitungen sollen anscheinend wie im Dritten Reich und in der DDR funktionieren. Was letzteres bedeutet, habe ich w√§hrend der Erstellung meiner Dissertation ausf√ľhrlich studieren k√∂nnen. (11)

Der Verleger h√§lt seine Bl√§tter f√ľr einen positiven Beitrag zur Kultur, er spricht vom "Kulturgut Zeitung", dabei handelt es sich nicht einmal um anst√§ndige Ware. Den MSM geschieht das, was jede faule Ware erleidet, sie f√§llt aus dem Markt. Wenn nicht gegengesteuert werde, k√∂nne es "in 15 oder 20 Jahren keine Tageszeitung mehr in der westlichen Welt" geben. Ja, und? (12)

An ihrem Elend sind unsere MSM selbst schuld, die √∂ffentlich-rechtlichen Anstalten (sic!) wie die Printmedien. Sie ruinieren sich, machen sich √ľberfl√ľssig durch schlechte Programme und Artikel, und jetzt wollen auch die Printmedien Geb√ľhren daf√ľr eintreiben.

Wenn dann auch noch mein Lieblingsm√§rchen Sturm der Liebe weiter an Unterhaltungswert verliert durch die Beschr√§nkung auf primitivste Intrigen, L√ľgen, Zerw√ľrfnisse immer abstruserer Machart, vorgef√ľhrt von bedauernswerten Schauspielern, die nur noch Personen verk√∂rpern d√ľrfen, die hintergehen, l√ľgen, in den Ruin treiben, benutzt werden, psychisch krank sind, wenn´s bergab geht durch Folgen, in denen sogar der ruhende Pol vons Janze, das Ehepaar Alfons und Hildegard Sonnbichler, sich l√§cherlich machen mu√ü, zu Streith√§hnen und -h√ľhnern mutiert, und frau sich zum Ausgleich nicht einmal an gepflegten jungen M√§nnern erfreuen kann, sondern schmierige Haare und Dreitageb√§rte des Prolli-Kults vorgesetzt bekommt, dann, ja dann schaue ich bald gar nicht mehr hin, dann melde ich meinen Ferni um aufs gew√∂hnliche franz√∂sische Programm, was viel preiswerter ist, oder der Ferni fliegt ganz aus der Wohnung. (13)

19. Dezember 2009

Quellen

(1) ARD ZDF in meinem Archiv
http://tinyurl.com/ygh9s74

(2) Stubbe - Von Fall zu Fall. Sonnenwende. ZDF, 21. November 2009
http://stubbe.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,7922359,00.html

Stubbe, Filz und Vetternwirtschaft. Von Manuel Ochsenreiter,
Zuerst! 14. Dezember 2009
http://www.zuerst.de/archives/135

(3) ZDF-Krimi √ľber Rechtsextreme. Nazifreundlich programmiert.
Von Daniel Schulz, TAZ, 18. November 2009
http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/nazifreundlich-pr ogrammiert/

Amadeu-Antonio-Stiftung
http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/start/

(4) It´s Showtime! Judy Garland in Einsfestival. 16. Dezember 2009, 22.35 - 23.25
http://tinyurl.com/yhot7r9

(5) Und ewig klingelt das "Telefon". Von Wolfgang Röhl, STERN,
14. Dezember 2009
http://tinyurl.com/ylpyaae

(6) Die Subventionskultur geht weitert. Von Bernd Gäbler, STERN,
23. Januar 2008
http://tinyurl.com/ylsjr5d

(7) Ab, auf den Altpapierhaufen der Geschichte! 16. November 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-11-16_16-45-35.html

Die Angst der Mainstream-Medien. Von nockerl, PI-M√ľnchen,
3. November 2009
http://www.pi-news.net/2009/11/die-angst-der-mainstream-medi en/

(8) Medienhaus will Geld f√ľr Internet-Beitr√§ge. Von DPA, ZeitOnline,
5. Dezember 2009
http://www.zeit.de/newsticker/2009/12/5/iptc-bdt-20091205-64 -23202744xml

(9) "Kein Blogger schickt Reporter nach Afghanistan".
Das Gespr√§ch f√ľhrte S√∂ren Kittel, WeltOnline, 6. Dezember 2009
http://tinyurl.com/ygmm2vk

KStA Dumont Geb√ľhren. 59 Ergebnisse in den Google.de Aktualit√§ten
http://tinyurl.com/ykw4c67

(10) Klimadebatte. "Da hat sich ein Kartell gebildet". Interview: Robert Czepel.
Science.ORF.at, 18. Dezember 2009
http://science.orf.at/stories/1634164/

(11) Gudrun Traumann: Journalistik in der DDR, Verlag Dokumentation, 1971
http://openlibrary.org/a/OL2053542A/Gudrun_Traumann

(12) DuMont fordert Staatshilfe f√ľr Zeitungen. Von sha/dpa, SpiegelOnline,
11. Dezember 2009
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,666630,00.h tml

(13) Sturm der Liebe. DasErste.de
http://www.daserste.de/sturmderliebe/


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