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Gaza. Europas Aktivisten immer im Dienst

Der Chirurg Erik Fosse wird am 27. Dezember 2009 in Gaza von einem Araber niedergestochen, wÀhrend er an einer SolidaritÀtsdemonstration teilnimmt. (1)

Seine und die seines Kollegen Mads Gilbert Kollaboration mit der Hamas, im Auftrag der norwegischen Regierung, ĂŒber die Regierungsorganisation NORWAC, ist bekannt. Norwegens Kollaboration mit Terrororganisationen und Diktaturen hat Tradition.

Norwegen stellt im Zweiten Weltkrieg, ab 1. August 1941, die SS-Freiwilligen-Legion "Norwegen". Die Freiwilligen strömen in Scharen zur SS. In der 11. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division "Nordland" ist die Legion spĂ€ter das SS-Panzergrenadier-Regiment 23 "Norge" (norwegisches Nr. 1) mit (dem) I. - III. Bataillon; I. aus (der) SS-Freiwilligen-Legion "Norwegen". Die norwegischen SS-Freiwilligen sind an Zahl mehr als die von Oesterreich. Die Web Site Sturmvogel berichtet voller Begeisterung ĂŒber die norwegischen Freiwilligen. Teile der "Nordland" werden im Raum Riga eingesetzt. Was das fĂŒr die Juden dort bedeutet, ist eine andere Geschichte. (2)

Erik Fosse und sein Kollege Mads Gilbert sind im Auftrag der norwegischen Regierung immer im Dienst gegen Israel. Zur Zeit der Operation Cast Lead, plomb durci, GehĂ€rtetes Blei, setzen die Norweger Ägypten unter sehr großen diplomatischen Druck, die beiden ĂŒber Rafah nach Gaza einreisen zu lassen, berichtet Milli GörĂŒs, im Januar 2009. (3)

In Gaza angekommen, nisten sie sich im Shifa-Krankenhaus ein, das auch als provisorischer Sitz der Hamas-Regierung und ihrer militĂ€rischen FĂŒhrung dient, von wo sie am 10. Januar 2009 von Israel vertrieben werden. Ägypten will sie nicht haben, erst nach 20-stĂŒndigem Warten lĂ€ĂŸt man sie am 12. Januar 2009 widerwillig ein- und nach Norwegen weiterreisen. Drei Artikel mit vielen weiterfĂŒhrenden Links findet man dazu in meinem Archiv. Die Reaktion deutscher MSM auf die Kollaboration, ganz auf der Seite der beiden Ärzte und ihres "humanitĂ€ren" Einsatzes, ist nach knapp einem Jahr noch lesenswert. (4)

Über ihre Erfahrungen im Kampf gegen Israel schreiben Mads Gilbert und Erik Fosse ein Buch, Eyes in Gaza, das von der norwegischen Regierung finanziert und gefördert wird. In einem Interview mit der norwegischen Zeitung Aftenposten interpretiert Erik Fosse den Terroranschlag als eine Verzweiflungstat, der mit dem Westen unzufriedenen (sic!) Bewohner von Gaza; er sei attackiert worden, weil er der einzige anwesende blonde Westler gewesen sei, zitiert ihn Tundra Tabloids. (1)

In Gaza finden gegenwĂ€rtig tĂ€glich solche Veranstaltungen zur Erinnerung an die Operation Cast Lead statt, sie sollen kulminieren in einer Demonstration am 31. Dezember 2009, weiß ich aus meinen ProvinzblĂ€ttern. Midi Libre und L´IndĂ©pendant berichten ĂŒber die Aktivisten voller Stolz. Man gebe auf der Startseite des Midi Libre "Gaza" ein, und schon ist man mitten im linksradikalen Soli. 27 BeitrĂ€ge werden allein ab dem 23. Dezember 2009 angeboten, elf davon mit direktem Bezug zu Gaza, die anderen betreffen auch die Westbank.

Tausende von internationalen Freiwilligen werden sich in Gaza einfinden, wie ein Leser des Midi Libre berichtet habe, "besonders einige aus Montpellier stammende Personen." Montpellier ist die Hauptstadt de Languedoc-Roussillon. KĂ€mpfer gegen die Ansiedlung im Hafen von SĂšte des israelischen Exporteurs Agrexco, wie die antiliberale Partei Nouveau Parti Anticapitaliste (NPA) sind dabei vorn, im Schulterschluß mit der BĂŒrgermeisterin der Stadt HĂ©lĂšne Mandroux, vom Parti Socialiste (PS), die zwei humanitĂ€ren Vereinigungen, dem Roten Kreuz und den Ärzten der Welt, 25 000 Euro Steuergelder fĂŒr Gaza spendet. Dieses kann als Wahlkampfgeschenk zu den Regionalwahlen angesehen werden, geht es doch immer noch darum, eine linke Anti-Georges FrĂȘche-Liste aufzustellen, um den leidigen Freund Israels aus dem Amt zu entfernen, und koste es 200 ArbeitsplĂ€tze im Hafen von SĂšte. (5)

Aus dem Roussillon, meiner Wahlheimat, wollen fĂŒnf Aktivisten bereits am 27. Dezember 2009 in Rafah eintreffen und nach Gaza einmarschieren, lese ich in einer Meldung des IndĂ©pendant. Insgesamt werden 1 300 Demonstranten aus 42 LĂ€ndern erwartet fĂŒr die große Abschlußdemonstration. Es geht gegen die unmenschliche Blockade, der Zugang zu Gaza dĂŒrfe nicht abhĂ€ngen vom Diktat Israels.

"Wir wĂŒnschen, daß Ägypten zusammenarbeitet mit den 1 300 Freiwilligen. PrĂ€sident Mubarak ist der unvermeidliche Vermittler zwischen den PalĂ€stinensern und den Israelis fĂŒr den Frieden im Nahen Osten." Es gebe kein ZurĂŒckweichen, die Flugscheine seien schon gekauft und RĂŒckerstattung sei nicht möglich. Es versteht sich, daß weder die Rolle Ägyptens noch die GrĂŒnde der Blockade durch Israel erwĂ€hnt werden. AusfĂŒhrlich berichtet der Midi Libre ĂŒber die Feiern der Hamas zum Jahrestag ihres "Sieges" - immerhin in AnfĂŒhrungsstrichen. Die ganze Sympathie des Blattes fĂŒr die PalĂ€stinenser und die Hamas spricht aus dem Artikel. Es versteht sich, daß der Goldstone-Bericht unkritisch als Referenz erwĂ€hnt wird.

In einem anderen Artikel wird von einem Sonntag begonnenen Sit-in berichtet, das 300 französische Aktivisten vor der Botschaft Frankreichs in Kairo veranstalten, weil sie an der Weiterreise nach Gaza gehindert werden. 1 400 Aktivisten aus 43 LĂ€ndern sind´s inzwischen, die vom Grenzort Rafah aus Gaza aufmischen wollen, am Samstag hĂ€tte damit begonnen werden sollen. Aber die bestellten Fahrzeuge kommen nicht, sie abzuholen, die Ă€gyptische Regierung hat dagegen interveniert. Auf wessen Geheiß? Richtig!

Wie könnte es anders sein, die ganze Propaganda-Aktion wird seitens der Teilnehmer Frankreichs organisiert von Olivia ZĂ©mor, einer linksradikalen JĂŒdin, der GrĂŒnderin 2002 und Vorsitzenden der radikalen pro-palĂ€stinensischen Vereinigung CAPJPO-EuroPalestine. Diese Frau versteht sich bestens mit extrem rechten, radikal linken und islamischen Juden- und Israelhassern, mit Israelboykotteuren, Oumma.com, DieudonnĂ©, Silvia Cattori, Thierry Meyssan. Inzwischen kommt aus Jordanien ĂŒber Syrien auch ein Nahrungsmitteltransport nach Gaza, Ägypten macht zunĂ€chst Schwierigkeiten, und wer trĂ€gt daran die Schuld? Richtig!

Der Midi Libre kann gar nicht genug bekommen von seiner Berichterstattung ĂŒber all die fried- und gerechtigkeitsliebenden BĂŒrger des Languedoc-Roussillon, die nun ihre Winterferien nutzen und aufbrechen zum "Marsch der Freiheit fĂŒr Gaza", "Marche de la libertĂ© pour Gaza", "Gaza Freedom March". Jungaktivisten, Alt-68er, alle kĂŒmmern sich um das Wohlergehen derjenigen, denen Israel so ĂŒbel mitspielt. FĂŒr manche Artikel muß man sogar abonniert sein, also auch noch zahlen, um sich indoktrinieren zu lassen. (6)

Im IndĂ©pendant wird von unseren heldenhaften LokalkĂ€mpfern berichtet. Der Marsch nach Gaza. Le "Collectif 66 paix et justice en Palestine" et l´association "France Palestine SolidaritĂ© 66" communiquent. Das "Kollektiv 66 Frieden und Gerechtigkeit in PalĂ€stina" und die Vereinigung "Frankreich PalĂ€stina SolidaritĂ€t 66" teilen mit ... 66 ist die Nummer unseres Departments, des Roussillon. Im Sommer 2009 hĂ€tten BĂŒrger der USA das Projekt eines großen pazifistischen Marsches in Gaza entworfen, um "non au blocus" zu sagen. Der Marsch werde am 31. Dezember 2009 in Gaza stattfinden, am 27. Dezember treffe die Gruppe in Rafah ein. Hunderte von Internationalisten (1 200 werden erwartet) möchten an der Seite der PalĂ€stinenser sein. Der Marsch ende mit Kundgebungen und Treffen mit Menschen aus Gaza. FĂŒnf Personen des Collectif 66 paix et justice en Palestine wĂŒrden teilnehmen, vier von EuroPalestine, eine Person werde die association FFREEE avec le CCIPPP (Campagne civile pour la protection du peuple palestinien), die Vereinigung FFREEE mit CCIPPP (Zivile Kampagne fĂŒr den Schutz des palĂ€stinensischen Volkes) vertreten. (7)

Man ahnt ja gar nicht, was auf dem Gebiet in Frankreich los ist, Gruppen von Abenteurern, Menschen, die anscheinend mit ihrem bescheidenen Leben sonst nichts anfangen können, werfen sich in die Bresche, wenn es nur gegen die Juden und Israel geht. Die französischen MSM machen begeistert mit. In keinem der Artikel wird auch nur mit einem Satz der Zusammenhang erwĂ€hnt, die Geschichte, der politische Anspruch der Araber, die Rolle des Islam, ausgedrĂŒckt nicht nur im Koran, sondern auch in den korankonformen Verfassungen von Fatah, Hamas, PLO, einfach nichts.

Niemand hinterfragt, warum wohl Ägypten Probleme macht, das Projekt betreffend. Eigene Interessen werden der Ă€gyptischen Regierung wie auch denen der anderen islamischen LĂ€nder abgesprochen. Israel hindert Ägypten, und fertig. Im Zweifel steckt immer Israel dahinter, und der Zweifel höret nimmer auf. Es merkt auch niemand, vom palĂ€stinenserfreundlichen jĂŒdischen Professor der Tel Aviver UnversitĂ€t ĂŒber die im Auftrag der norwegischen Regierung mit der Hamas kollaborierenden Ärzte bis zu den Aktivisten des Department 66, daß sie alle den Arabern die Eigenverantwortung fĂŒr ihr Handeln absprechen und abnehmen wollen, daß sie meinen, sie wie Kinder bemuttern zu mĂŒssen, sich fĂŒr sie einzusetzen, fĂŒr Menschen, die inmitten von Millionen von arabischen Muslimen wohnen, besser, zusammengehalten werden, von Ägyptern, Jordaniern, Syrern, Irakern, Libanesen, Saudi-Arabern, deren Regierungen es seit 60 Jahren nicht schert, was aus den Arabern PalĂ€stinas wird, die aus religiös-politischen GrĂŒnden ihr Geld in Terrororganisationen zur Beseitigung Israels investieren, anstatt die Menschen in ihre muslimischen LĂ€nder zu integrieren.

Linke klammern alles aus, was ihre Ideologie ins Wanken bringen könnte, man sieht´s an Erik Fosse, den selbst Messerstiche nicht zu sich kommen lassen. Was diesen KĂ€mpfer fĂŒr die gerechte Sache angeht, so findet man ĂŒber ihn in den Google-AktualitĂ€ten bislang nur norwegische Artikel, die ĂŒber den Messerangriff berichten: Erik Fosse angrepet under demonstrasjon i Gaza. Erik Fosse angegriffen bei einer Demonstration in Gaza. (8)

29. Dezember 2009

Quellen

(1) Breaking: Radical Leftist Norwegian Doctor Erik Fosse Stabbed in Gaza,
Blames The West Not His Attacker ... Tundra Tabloids, December 27, 2009
http://tinyurl.com/yly7zn3

Linksextremer Arzt in Gaza niedergestochen. Politically Incorrect,
28. Dezember 2009
http://www.pi-news.net/2009/12/linksextremer-arzt-in-gaza-ni edergestochen/

(2) 11. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division "Nordland"
http://www.balsi.de/Weltkrieg/Einheiten/SS-Divisionen/11-SS- Div-Startseite.htm

The SS-Freiwilligen-Legion Norwegen. By Jason Long, Sturmvogel
http://www.sturmvogel.orbat.com/norwegen.html

(3) Israel setzt in Gaza Brandbomben ein. Von fy/sa,
Islamische Gemeinschaft Milli GörĂŒs, 6. Januar 2009
http://www.igmg.de/nachrichten/artikel/9007.html?L=

(4) Gaza. Mads Gilbert und die Medien amputieren am laufenden Band.
9. Januar 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-01-09_22-43-13.html

Gaza. Mads Gilbert als Propagandist und Schauspieler in Pallywood.
11. Januar 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-01-11_06-06-32.html

Gaza. Der Tagesspiegel steht zu Mads Gilbert in Treue fest.
12. Januar 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-01-12_05-08-50.html

(5) georges frĂȘche agrexco in meinem Archiv
http://tinyurl.com/yfjnd6t

(6) 27 réponses pour votre recherche "gaza"
http://www.midilibre.com/recherche.php5?recherche=gaza

(7) Marche Ă  Gaza. L´IndĂ©pendant, 27 dĂ©cembre 2009
http://www.lindependant.com/articles/2009-12-27/marche-a-gaz a-101783.php

(8) erik fosse. Google.de AktualitÀten
http://news.google.de/nwshp?hl=de&tab=wn&q=%22erik%20fosse%2 2


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