
Palästina-Israel: Ein einziger Staat mit Freiheit und Gerechtigkeit für alle
Es gibt am Rande des Gaza Freedom March und in seinem Dunstkreis Informationen über Ereignisse und Erwägungen, die entfernt oder nah mit dem Happening und seinen Zwecken zusammenhängen. Gemeint sind nicht nur Briefe und Grüße, die Code Pink Frauen, die Organisatorinnen des Marsches, von der Hamas und den Taliban direkt ins Weiße Haus tragen - ob die Kommunikation auch in umgekehrter Richtung funktioniert ist nicht bekannt -, sondern grundsätzliche Überlegungen und Vorschläge zur Lösung des Nahostkonfliktes. (1)
Der Marschierer Max Ajl drückt sein Anliegen so aus: Wir sind nicht 7 000 Meilen (11 265 km) geflogen für einen fortschreitenden Wechsel. Wir sind über den Ozean geflogen für einen radikalen Wechsel. Erstens beträgt die Distanz zwischen seinem Wohnort New York-Brooklyn und Cairo Airport 5 611 Meilen/9030 km, und zweitens fliegt er sie, um an der Zerstörung des Staates Israel mitzuwirken, das ist gemeint mit dem radikalen Wechsel. (2)
Die Abschaffung des Staates Israel ist angesagt, des Mitglieds der Vereinten Nationen seit dem 11. Mai 1949. Israel hat diplomatische Beziehungen zu 163 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, keine diplomatischen Beziehungen zu 37 Mitgliedsstaaten, davon 20 Mitglieder von 22 der Arabischen Liga. Einmal jährlich wird Israel von den Vereinten Nationen in Feierlichkeiten zum "Palästinatag" zur Zerstückelung und zur weltweiten Empörung an den Pranger gestellt, die zahlreichen anti-israelischen Resolutionen kommen hinzu. (3)
Zur Unterstützung des Zweckes dieser guten Gesellschaft gibt das Außenministerium Frankreichs den Marschierern gern ein Empfehlungsschreiben mit auf den Weg, man möge sie über Rafah nach Gaza einreisen lassen. Der 25-jährige Anti-Zionist Max Ajl beginnt seinen Situationsbericht aus Kairo, vom 28. Dezember: Alle 32 Mitglieder der griechischen Delegation und 130 Mitglieder der französischen Delegation - the latter had a letter from their government authorizing onward travel to Rafah, letztere besaßen einen sie zur Weiterreise nach Rafah autorisierenden Brief ihrer Regierung - versuchten, Kairo zu verlassen und sich zum Grenzübergang zu begeben. (4)
Barack Obamas Freunde von einst&jetzt, Code Pink, Bill Ayers&Bernardine Dohrn etc. begeben sich zu dem Behufe eigens bis nach Gaza City und zum Übergang Erez, wo sie sich mit Machthabern der Hamas und mit Frauen und Männern aus dem widerständigen Volke treffen. (5)
Unter den etwas veralteten Aktualitäten bei Google.fr gibt´s diesbezüglich eine Art Vermächtnis und Zusammenfassung dessen, was mit dem Gaza Freedom March und ähnlichen Aktivitäten von Muslimen und radikalen Linken aus westlichen Ländern bezweckt wird.
Palästina/Israel: Ein Einheitsstaat mit Freiheit und Gerechtigkeit für alle, ist das auf englisch bereits vor Weihnachten geschriebene und am 29. Dezember 2009 auf der Site Global Arab Network veröffentlichte Vermächtnis der Autorin des Palestine Chronicle Susan Abulhawa und des Chef-Herausgebers eben dieses Pamphlets Ramzy Baroud überschrieben, letzterer verbreitet beispielsweise die Lüge des Teddy Katz über das angebliche Massaker von Tantura und beruft sich dabei auf ihn. In meinem Archiv befindet sich einiges zu Ramzy Baroud. (6)
Das Vermächtnis beginnt mit dem Märchen von multi-kulturellem und multi-religiösem friedlichen Zusammenleben, immerhin bezeichnet als relative harmony, vor der Gründung Israels, einem ähnlichen Phantasiegebilde wie dem von Al-Andalus. Wenn man nicht nur die 61 Jahre seit der Staatsgründung, sondern auch die Zeit von der Ersten Aliyah an ausklammert, also das Zusammenleben der Menschen unterschiedlichen Glaubens bis Anfang der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts betrachtet, so kann von einer Harmonie der Religionen nicht die Rede sein, nicht einmal einer relativen. Es herrscht der Islam, Juden und Christen sind in dauernder Unsicherheit lebende Dhimmis mit eingeschränkten Rechten und vermehrten Pflichten.
Die Judenverfolgungen sind nicht beendet mit Kaiser Hadrian, sondern sie sind dem Islam immanent, der religiöse und politische Herrschaft über alle anderen Religionen beansprucht und sie unter der von ihm unterworfenen Bevölkerung Afrikas, Asiens und Europas konsequent durchsetzt. Im 19. Jahrhundert leben kaum noch Juden in Palästina, sie sind vertrieben oder ermordet. Dennoch sind sie Objekte des Hasses der "Rechtgläubigen". Einer der Ausbrüche dieses Hasses ist das vergessene Pogrom von Safed, von 1834. Dort leben zu der Zeit etwa 2000 Juden. (7)
Susan Abulhawa und Ramzy Baroud erzählen geschichts- und kontextfrei von der Enteignung unserer Heimstätten, unseres Erbes, unserer Geschichte, unserer Familien, und auch das werden die friedensbewegten Palästinenserfreunde der westlichen Länder rundum akzeptieren, ohne zu fragen. Dazu gibt´s ein Foto von der al-Aksa Moschee mit ihrer golden leuchtenden Kuppel. Ansonsten kommt Jerusalem in dem Artikel nicht vor. Das hat Tradition; denn außer der Moschee und der Macht über die Stadt ist für die Muslime an Jerusalem noch nie etwas interessant gewesen.
Zum besseren Verständnis der "Enteignungen" könnte man die Stellungnahme von Benny Morris in der Irish Times lesen, auf ihn beziehen sich Juden- und Israelhasser, wenn sie beweisen wollen, daß die Zionisten die Araber 1948 aus rassistischen Motiven vertrieben hätten. Benny Morris widerspricht dem aber und begründet das auch. (8)
Exkurs in die fernere und nähere Vergangenheit Palästinas
Jerusalem wird im Koran kein einziges Mal erwähnt, dagegen 669 Mal in der jüdischen Bibel, und Zion, das als Synonym für Jerusalem und das Land Israel steht, kommt 154 Mal vor, insgesamt 823 Mal. Im Neuen Testament wird Jerusalem 154 Mal erwähnt und Zion 7 Mal. (9)
Mohammed verliert jedes Interesse an Jerusalem, seit die jüdischen Stämme sich weigern, zum Islam zu konvertieren, und er sie auf der arabischen Halbinsel ausrottet. Jerusalem ist nach der Eroberung Palästinas durch die Muslime von keinem ihrer Herrscher jemals zur Hauptstadt gewählt worden, auch nicht von den osmanischen Kalifen und dem haschemitischen Herrscherhaus Jordaniens. Die Provinzhauptstadt ist Ramlah, ca. 50 Kilometer entfernt von Jerusalem. (10)
Zahlreiche Palästinareisende des 19. Jahrhunderts berichten über den Zustand des Landes und der angeblich von den Muslimen so geliebten Stadt Jerusalem. Jakob Philipp Fallmerayer schildert seinen Eindruck aus dem Jahre 1847 über Öde und Verödung des Landes im Kapitel Die heiligen Oertlichkeiten in Jerusalem; die markantesten Stellen habe ich dokumentiert. (11)
Jerusalem, wie es heute ist, in dürre Steinöden traurig hingelegt und dem Weltverkehr völlig entrückt, lebt nach Versiegung aller Quellen der Wohlfahrt und des bürgerlichen Glückes nur noch von der Heiligkeit seines Terrains, vom geistlichen Credit und von den Legenden der Christen wie der Juden und der Mohammedaner. Mit welcher Ehrfurcht insbesondere die Bekenner des Islam über Jerusalem schreiben und sprechen, ist allgemein bekannt. "Die reine, die edle Heilige, "das Haus der Heiligkeit" sind im Orient die landesüblichen Ausdrücke von den höchsten Classen der Gesellschaft bis zu den untersten herab, so oft von Jerusalem die Rede ist.
Haus der Heiligkeit nennen die Juden den Tempel, Beit Hamikdash. Der arabische Begriff Al Qods ist eine Übersetzung aus dem aramäischen und hebräischen "BeiT ha-MiKDaSH", was Tempel heißt. Die arabische Bezeichnung bezieht sich nicht auf Mohammeds nächtliche Reise in den Himmel, sondern auf den jüdischen Tempel, wie man bei Rabbi Joseph Katz nachlesen kann. (12)
Schon damals ist es so: große Worte der Muslime und nichts dahinter. Reisende des 19. Jahrhunderts nach Palästina und Jerusalem bekunden übereinstimmend, daß muslimische Herrscher die Gegend haben vollständig verfallen lassen.
Jerusalem ist noch immer in allen ihren Bestandteilen eine orientalische Stadt; in ihrer Enge und dem Dreck, in ihrer Stagnation und sittlichen Dunkelheit. Es war wieder einmal schwierig sich vorzustellen, daß dies tatsächlich die Hauptstadt Davids und Salomons war, zu deren Ehren hebräische Dichter und Propheten ihre beseelten Gedanken hervorbrachten; wo man sagte, daß der Gott Israels auf Erden wohnte und seinen Ruhm im Tempel offenbarte; wo Er, das "Haupt aller kirchlichen Dinge", leibhaftig lebte und lehrte und litt und starb, "das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt." Trotzdem war es genauso; und von diesem nunmehr unbedeutenden Ort, der so erniedrigt und in den Staub getreten ist, ging in früheren Zeitaltern auf die Nationen ein Einfluß von Wohl und Wehe für Zeit und Ewigkeit hernieder, so wie ihn die ganze übrige Welt niemals ausgeübt hat.
So schildert der US-amerikanische Bibellehrer Edward Robinson die Eindrücke von seiner zweiten Reise nach Palästina, im Frühjahr 1852, und die Al-Aksa Moschee findet er vernachlässigt und umwuchert von Kakteendickicht vor. Um Zugang zum Südeingang zu bekommen, muß er einen riesigen Umweg machen. Das Dickicht wuchert so üppig, daß er den Ort den Wänden entlang nicht vermessen kann. (13)
Mark Twain zitiert im Kapitel 56 seines Buches Innocents Abroad, aus dem Jahr 1869, zur Präzisierung seiner Eindrücke vom desolaten Zustand Palästinas einen anonymen Autor:
"Monoton und nicht einladend, wie das meiste des Heiligen Landes Menschen erscheinen wird, die gewohnt sind an nahezu ständig andauerndes Grün der Blumenschmucks, weite Ströme und die wechselnde Oberfläche unseres eigenen Landes, müssen wir doch daran denken, daß für die Israeliten seine Erscheinung nach dem beschwerlichen Wüstenmarsch von vierzig Jahren ganz anders gewesen ist."
Was alle von uns zugestehen werden. Aber es ist tatsächlich "monoton und nicht einladend", und es gibt keinen ausreichenden Grund, es irgendwie anders zu beschreiben.
Der letzte Satz des Kapitels lautet: Palästina ist nicht mehr von dieser Alltagswelt. Es ist der Dichtung und der Tradition heilig - es ist ein Traumland. (14)
Hundert Jahre darauf ist die Lage, was Jerusalem angeht, ebenso. Im Gründungsdokument der PLO, aus dem Jahr 1964, ist Jerusalem als Tagungsort erwähnt. Wo, wenn nicht in dem Dokument, hätten die Araber ihrer angeblichen Verbundenheit mit der Stadt und ihrem Anspruch auf sie schriftlich Ausdruck verleihen können? (15)
Auch in der Palastinian National Charter, von 1964, kommt Jerusalem nicht vor, dafür aber Jihad, der Glaubenskrieg: We, the Palestinian Arab people, who believe in its Arabism and in its right to regain its homeland, to realize its freedom and dignity, and who have determined to amass its forces and mobilize its efforts and capabilities in order to continue its struggle and to move forward on the path of holy war (al-jihad) until complete and final victory has been attained ... Wir, das palästinensisch arabische Volk, die wir glauben an seinen Arabismus und sein Recht, das Heimatland wieder zu erreichen, um seine Freiheit und Würde zu verwirklichen, und die wir beschlossen haben, seine Kräfte zu sammeln und seine Anstrengungen und Fähigkeiten zu mobilisieren, um seinen Kampf fortzusetzen und vorwärts zu schreiten auf dem Weg des Heiligen Krieges (al-Jihad) bis der vollständige und endgültige Sieg erreicht ist ...
Die Stadt aber ist nur interessant für sie im Zusammenhang mit der Zerstörung des Staates Israel. Dieses Ziel verfolgen sie als Interessenvertreter Jordaniens, das zur Arab Summit Conference, vom 13. Januar 1964, bereits zukunftsweisende Briefmarken herausgibt, auf denen Judäa und Samaria sowie Gaza zu Jordanien gehören. Eine analoge Briefmarke zur Einverleibung Gazas in Ägypten gibt es schon 1957. Die internationale Grenze Ägyptens verläuft jedoch damals und bis heute bei Rafah. (16)
Die Befreiung, das ist die Befreiung von Israel. Ansprüche auf das Westjordanland und auf Gaza, besetzt bzw. annektiert von Jordanien und Ägypten, zur Gründung eines palästinensischen Staates werden von der PLO nicht erhoben. Im Artikel 24 heißt es ausdrücklich: Diese Organisation (die PLO) übt keinerlei territoriale Souveränität aus über die West Bank im haschemitischen Königreich von Jordanien, über den Gazastreifen oder in der Himmah Gegend (= Enklave am Südost-Ufer des Galiläa-Sees). (17)
Jihad, Glaubenskrieg, wird nur gegen "Ungläubige" geführt, das heißt hier konkret, gegen die Juden und Israel. Wir, das palästinensische arabische Volk, gegründet auf unser Recht der Selbstverteidigung und die vollständige Wiederherstellung unseres verlorenen Heimatlandes, wie es in der Einleitung zur Palestinian National Charter heißt, das meint allein Israel. Ein Befreiungskampf gegen Jordanien und Ägypten ist nicht vorgesehen, wohl aber, gemäß Artikel 2 der Verfassung, die Vereinigung des eroberten Israel mit Westjordanland, Gaza und Jordanien, wie es auch im Phased Plan, Artikel 5, vom 9. Juni 1974, wiederholt wird: Sich gemeinsam mit den jordanischen nationalen Kräften durchzukämpfen, um eine jordanisch-palästinensische nationale Front zu bilden, deren Ziel es sein wird, im engen Kontakt mit dem palästinensischen durch den Kampf befreiten palästinensischen "Gebilde" in Jordanien eine demokratische nationale Macht einzurichten. (18)
Historisch und nach internationalem Recht steht die Argumentation der Autoren des Palestine Chronicle auf tönernen Füßen, wie schon bei den spanischen Genossen, die einfach die UN-Resolution Nr. 181, vom 29. November 1947, wegfallen lassen. (19)
Entscheidungen und Handlungen islamischer Herrscher und ihrer Untertanen kommen bei ihnen nicht vor, Muslime gefallen sich in der Rolle des Opfers, und den anti-imperialistischen Freunden gefällt es noch mehr. So versteht es sich, daß die Absage der arabischen Delegation an die Gründung zweier Staaten in ihrer Argumentation niemals vorkommt. (20)
Ebenfalls übergangen wird die vollständige Vertreibung der Juden durch die Araber, während des Unabhängigkeitskrieges 1948/49 und danach, aus Judäa und Samaria, alias Cis-Jordanien, Westjordanland oder Westbank, sowie aus dem Judenviertel Jerusalems. Jordanien hat Ostjerusalem, Judäa und Samaria von 1949 bis 1967 gegen internationales Recht annektiert, diese Annektion ist nur von Großbritannien und Pakistan anerkannt worden. Fotos von der Vertreibung der Juden aus dem Ostteil Jerusalems hat die Zeitschrift LIFE archiviert. Eine Auswahl sieht man auf der Site von Ben Atlas. (21)
Dieser nahezu judenreine Teil wird heute als "arabisch" beansprucht und nicht nur er, sondern ganz Jerusalem, von der Hamas sowieso und seit ihrem letzten Kongreß auch von der Fatah. (22)
Soweit zur "Judaisierung" des Landes.
Zurück in die Gegenwart
Sich vorzustellen, was unter diesen Umständen Palästina/Israel: Ein Einheitsstaat mit Freiheit und Gerechtigkeit für alle bedeutet, dazu bedarf es keiner besonderen Phantasie. Die Vereinigung Israels mit dem Westjordanland und mit Gaza hieße nicht Demokratisierung des Territoriums - woher sollte die Fähigkeit zur Demokratie bei den Arabern auch kommen, sondern es wäre die Zerstörung Israels in seiner gegenwärtigen demokratischen Verfassung, das Ende der Existenz Israels. An einen demokratischen Staat, an Freiheit und Gerechtigkeit für alle, unbeschadet ihrer Religion, wäre nicht zu denken, sondern an die Unterwerfung des Einheitsstaates unter eine Terrorherrschaft, wie sie heute in Gaza wütet. Was das Vermögen Israels angeht, seine Gebäude, seine Infrastruktur, seine gesellschaftliche Verfaßtheit etc. das würde so enden wie 2005 in Gaza, geplündert, ausgeraubt, zerstört.
Auf diesen Zustand hin arbeiten Vereinigungen wie das International Solidarity Movement, das Free Gaza Movement, der Gaza Freedom March, Viva Palestina, CAPJPO-EuroPalestine, Collectif 66 paix et justice en Palestine, und wie sie alle heißen mögen. Niemand glaube, daß die Mitglieder oder gar die Führer dieser Gruppen ernsthaft annehmen, in einem Einheitsstaat könnten Muslime, Juden und Christen gleichberechtigt und frei leben. Sie kennen Geschichte und Gegenwart von Juden und Christen in islamischen Ländern. Es ist ihnen nicht wichtig, was mit den Menschen in dem Einheitsstaat geschieht, wichtig ist ihnen, daß Israel zerstört wird, und daß die Juden dort in Schach gehalten oder vertrieben oder ermordet werden wie einst in den arabischen Ländern, von Mauretanien bis Oman. (23)
Susan Abulhawa und Ramzy Baroud machen kein Hehl daraus, daß sie diese Lösung mit Gewalt anstreben: Verglichen mit den Erfolgen dieser Graswurzelbewegungen (die oben genannten International Solidarity Movement etc.) wird die Vergeblichkeit von "Verhandlungen" schmerzhaft sichtbar. Es ist klar, daß wird nicht von unseren Führern (gewählt oder oktroyiert) erwarten können, daß sie Gerechtigkeit erreichen.
So sieht es auch die Hamas, und so steht es im Artikel 13 ihrer Verfassung: Initiativen und sogenannte friedliche Lösungen und internationale Konferenzen sind unvereinbar mit den Grundsätzen der Islamischen Widerstandsbewegung (=Hamas). Irgend einen Teil von Palästina zu mißbrauchen, ist gegen einen Teil der Religion gerichteter Mißbrauch. Der Nationalismus der Islamischen Widerstandsbewegung ist Teil ihrer Religion. (24)
Die Autoren erklären: Die Vorstellung von religiös-ethnozentrischem Anspruch und Ausschließlichkeit für ein Volk auf Kosten eines anderen, ist weltweit zurückgewiesen worden. Nun ist aber gerade das die Lage in sämtlichen islamischen Staaten, und da ist es keine Vorstellung, sondern seit der UN-Resolution Nr. 181, vom 29. November 1947, ist er brutale Wirklichkeit, der religiös-ethnozentrische Anspruch. Die Juden werden aus den arabischen Staaten vertrieben. Von 856 000 Juden in zehn arabischen Ländern, im Jahr 1948, sinkt ihre Zahl auf 7 635 Juden in denselben Ländern, im Jahr 2004, wobei Marokko mit 5 500 und Tunesien mit 1 500 Juden hervorstechen. In den acht übrigen Ländern wohnen, im Jahr 2004, 0 bis 200 Juden. Die Gesamtzahl dürfte heute darunter liegen. (25)
Die Juden in Jemen fürchten um ihr Leben, aber weigern sich dennoch, Aliyah zu machen, d.h., nach Israel auszuwandern, lautet die Schlagzeile, vom 7. Januar 2010. (26)
Diesen Zustand der Angst um Leib und Leben hätten die Autoren und ihre Freunde aus den linken Palästinabewegungen gern auch auf dem Gebiet des heutigen Israel. Daher erteilen sie der Zweistaatenlösung eine Absage, sie sei ein Instrument zur Umgehung der grundlegenden Menschenrechte der Palästinenser.
Wie wunderbar das Zusammenleben im Einheitsstaat sein werde, zeige eine Umfrage, die deutlich mache, daß Palästinenser sich weigerten, die Feinde unserer jüdischen Brüder und Schwestern zu sein. Darum sei es Zeit, Palästina wiederzuvereinigen, so wie es einst gewesen sei: Ein einziger demokratischer Staat mit Freiheit und Gerechtigkeit für alle, unbeschadet ihrer Religion. (27)
Der palästinensische Pazifist Sari Nusseibeh
Wenn man seine Tränen der Rührung getrocknet und das Sinnieren darüber beendet hat, warum Susan Abulhawa und Ramzy Baroud nicht die wundervollen Umfrageergebnisse der Freundschaft zum Beweise und für jeden sichtbar verlinken, kann man einen Blick werfen auf einen scheinbar freundlicheren, in Wirklichkeit aber noch heimtückischeren Vorschlag des gelehrten pazifistischen Palästinensers Sari Nusseibeh, des in europäischen MSM gern vorgezeigten Doyens der Universität Al-Qods, der in Jerusalem von Adrien Jaulmes für den Figaro interviewt wird. (28)
Für ihn ist die Jerusalemfrage nicht prioritär. Die Situation dort sei nicht mehr wie 1967, sondern eine Teilung wäre viel schwieriger, wenn nicht unmöglich. Die Zionisten hätten sich mit Beton und Asphaltstraßen in Cis-Jordanien installiert, von diesem Standpunkt aus existieren sie. Aber was Fleisch und Blut angeht, bleiben sie Fremde. Je mehr sie erfolgreich betonnieren, desto weniger erreichen sie eine wahre Demokratie und sich in der Region zu verwurzeln. Fremde! In Judäa und Samaria!
Die Aussicht auf eine Zweistaatenlösung sei auf Grund der Kolonisierungstätigkeit der Israelis ebenfalls entschwunden, die Israelis würden Opfer ihres eigenen Erfolges. Die Kolonisierung Jerusalems und Cis-Jordaniens mache eine Zweistaatenlösung unmöglich und zwinge Israel, mit einer beträchtlichen arabischen Bevölkerung zusammenzuleben und dadurch das demokratische System in Frage zu stellen.
Er räumt gravierende Fehler und Versagen der palästinensischen Araber ein, Unfähigkeit zu verhandeln, oder die Verhandlungen zu verstehen, und auch die Korruption. Die Aktivitäten zur Erreichung eines Staates hätten dazu geführt, daß die Lebensverhältnisse der Bevölkerung vernachlässigt worden seien. Sari Nusseibeh hält also aufrecht, daß es den palästinensischen Führern jemals um die Schaffung eines Staates gegangen ist. Alle Ereignisse der Geschichte sprechen dagegen.
Der Mißerfolg sei aber auch zustande gekommen, weil die andere Seite, die Israelis, nichts hätten geben wollen. Heute sähen die Israelis auf Grund ihrer Dynamik keine Veranlassung mehr zu Konzessionen. Die Israelis dächten nur noch in machiavellischen Kategorien, nur die Macht zähle, sie sei der einzige Garant ihres Überlebens.
Er berichtet über einige Pläne, die er seit 1967, den ersten gemeinsam mit Uri Avnery, vorgelegt hat, der beste sei der aus den 80er Jahren gewesen, da er gefordert habe, Israel möchte Cis-Jordanien und Gaza schlicht&einfach annektieren. Mit Ami Ayalon, dem ehemaligen Leiter des israelischen Sicherheitsdienstes Shin-Bet habe er dann 2002 einen Plan zur Zweistaatenlösung vorgelegt. 2003 aber habe Mahmud Abbas die Road Map unterzeichnet, was ein Fehler gewesen sei.
Was empfehlen Sie heute? fragt ihn Adrien Jaulmes.
In einem Brief an Barack Obama und George Mitchell habe er vorgeschlagen, umgehend alle unnützen Verhandlungen einzustellen: alle Fragen sind mehr oder weniger geregelt worden, es bleiben nur noch unlösbare Punkte. Auf der Stelle müßten die USA selbst eine Lösung der verbliebenen Probleme vorschlagen. Jedes Lager schlüge dann den Plan als Referendum vor. Die Abstimmung fände am selben Tag statt und die Antwort hänge ab von der Akzeptanz durch die andere Seite.
Welche Aussicht bleibt für die Palästinenser?
Mein nächster Vorschlag wird sein, Israel zu bitten, uns zu annektieren und uns als Bürger dritter Klasse zu akzeptieren. Dann profitierten die Palästinenser von elementaren Rechten, von freier Bewegung, Arbeit, Gesundheitswesen, Erziehung&Bildung, aber sie hätten kein politisches Recht. Wir wären keine Bürger, sondern nur Untertanen.
Sari Nusseibeh weiß sicherlich, daß selbst solche Bedingungen denen in Cis-Jordanien und Gaza vorzuziehen sind, nicht umsonst wehren sich palästinensische Araber, die bei Grenzbegradigungen nach Cis-Jordanien wechseln und endlich in einem islamischen Land leben könnten, händeringend dagegen. Er weiß auch, daß in arabischen Staaten niemand volle Bürgerrechte besitzt, daß die Bevölkerung dort von Rechten, wie sie die Araber in Israel haben, nur träumen können.
Aber ihm ist sicher klar, daß Israel keine Bürger "dritter Klasse" eingemeinden kann, und noch klarer ist ihm, daß die "internationale Staatengemeinschaft", dieselbe, die sich nicht schert um die inneren Zustände der arabischen Staaten, ein Gezeter anfinge über die Zustände in Israel.
Das Heimtückische an dem Vorschlag ist, daß er dort endet, wo er realisierbar wäre. Judäa und Samaria zu Israel zu geben, und den dort lebenden 2,5 Millionen Arabern Unterstützung für eine Ansiedlung in arabischen Staaten zu gewähren, mit denen der Umzug auszuhandeln wäre. Menschen "dritter Klasse" in Cis-Jordanien zu werden, welch eine absurde Idee! Sie wäre technisch auch gar nicht durchzuführen im Zusammenleben mit Arabern "zweiter Klasse", womit die arabischen Israelis gemeint sind?
Oder sollen die "zweite" und die "dritte Klasse" gemeinsam der "ersten Klasse" den Garaus machen?
Die arabischen Staaten müßten endlich aufhören, die Terrororganisationen in Cis-Jordanien und Gaza zu unterstützen und bereit sein, die palästinensischen Araber in ihren Ländern aufzunehmen und ihnen das Bürgerrecht zu erteilen. In Kuwait haben bis zum Zweiten Golfkrieg fast eine halbe Million Palästinenser gewohnt und gearbeitet, 90 Prozent von ihnen sind vertrieben worden, weil Yasser Arafat auf der Seite des Irak stand. Ich habe einige von ihnen in der Zusammenarbeit als kompetente und freundliche Menschen kennengelernt. Wieso kann man sie im einen Fall vertreiben, ohne daß es die "internationale Staatengemeinschaft" schert, aber eine großzügig finanzierte Umsiedlung der Mehrheit der Araber aus Judäa und Samaria ist nicht möglich?
Den Arabern von Gaza könnten ähnliche Angebote gemacht und der Streifen mit denjenigen, die nicht fort wollen, an Ägypten gegeben werden, verwaltet oder eingemeindet. (29)
Die reichen Ölstaaten und die westlichen Geber USA und EU bräuchten ihre Unterstützergelder nur umzuschaufeln von der ineffizienten Palästinensischen Autonomiebehörde und den Terrororganisationen hin zur friedlichen Bevölkerung. Das hätte Sari Nusseibeh zumindest andeuten können, aber es ist mit ihm wie mit allen Palästinensern: Immer werden Anforderungen, Vorschläge, Beschwerden nur an Israel gerichtet; sie sind damit unrealistisch, weil Israel gar nicht einseitig handeln kann. Die eigenen Leute werden nicht gefordert, man könnte bei ihnen in Ungnade fallen, und die reichen Scheichs und Saudis könnten den Transfer der Petrodollar einstellen.
Barack Obama und seine Berater arbeiten derweil den n-ten nicht funktionierenden Friedensplan aus, der in zwei Jahren den Konflikt lösen soll. Wieder wird Zeit vertan, wieder werden Opfer zu beklagen sein, wieder oder noch immer wird Israel schuld sein an allem Übel. Die USA gehen nach wie vor von einer Zweistaatenlösung aus, eine weitere Kolonisierung finde dann nicht mehr statt. Der Palästinenserstaat soll in Cis-Jordanien und in Gaza eingerichtet werden auf der Grundlage der Waffenstillstandslinie zwischen 1949 und 1967, was heißt, daß die Araber nicht zur Rechenschaft gezogen werden für ihre Handlungen, militärischen Operationen und Terroraktivitäten seit dem Sechstagekrieg. Wie man sich einen Staat mit Fatah und Hamas in der Regierung vorzustellen hat, ist auch nicht klar. Wird The One mit dem friedlichen Ismail Haniyeh persönlich verhandeln?
Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man hellauf lachen. Wenn sie wenigstens in dem Punkt auf die Hamas, die palästinensischen und linksradikalen Aktivisten und auf Sari Nusseibeh hören würden: Schluß mit Verhandlungen!
Aber George Mitchell muß noch einmal seine irischen Erfahrungen einbringen, es tut sich etwas: Change. Hillary Clinton und die US-amerikanische Diplomatie sind im Großeinsatz, Paris, Brüssel, Kairo, Amman. Was wollen sie mit ihren ägyptischen Counterparts besprechen, den Aufruhr am "Gaza Freedom Square", die Gefechte mit den Palästinensern in El-Arish und in Rafah?
Man tue sich den AFP-Bericht an, soviel Naivität und Dilletantismus von Politikern hat lange nicht in so wenigen Zeilen Platz gehabt. (30)
8. Januar 2010
Quellen
(1) Hamas Delivers Peace Letter to President Obama. By Medea Benjamin, CommonDreams.org, June 4, 2009
http://www.commondreams.org/view/2009/06/04
Obama´s Newest Taliban Czar is Jodie Evans, Code Pink Commie.
Bare Naked Islam, November 18, 2009
http://tinyurl.com/yhwb3oz
Jane Fonda, Armand Hammer Museum, October 10, 2009
http://janefonda.com/armand-hammer-museum
Jodie Evans is Barack Obama´s Code Pink Liaison to Taliban Insurgents. American Power, November 18, 2009
http://tinyurl.com/yb9cke7
(2) Still in Egypt. By Max Ajl, Jewbonics, January 4, 2010
http://www.maxajl.com/?p=2809
(3) Israel. UN Member States
http://www.un.org/en/members/#i
Foreign Relations of Israel. Wikipedia
http://en.wikipedia.org/wiki/Foreign_relations_of_Israel
Happy Palestine Day. By Ami Isseroff, ZioNation, November 11, 2008
http://www.zionism-israel.com/log/archives/00000629.html
(4) The Gaza Freedom March Loves the Egyptian Government. By Max Ajl, Jewbonics, December 28, 2009
http://www.maxajl.com/?p=2770
(5) Bill Ayers, Israel´s Latest Attacker – by P. David Hornik,
FrontpageMagazine, January 7, 2010
http://tinyurl.com/yb8gmgg
(6) Susan Abulhawa. Arab World Books
http://www.arabworldbooks.com/authors/susan_abulhawa.htm
Al-Tantura: a massacre denied for more than fifty years.
By Ramzy Baroud, Muslimedia: February 16-29, 2000
http://www.muslimedia.com/archives/special00/tantura.htm
Ramzy Baroud in meinem Archiv
http://tinyurl.com/y8zlcbj
(7) Das vergessene Pogrom von Safed. Der Judenhaß der muslimischen Welt
und der Antisemitismus der Nazis haben keinen gemeinsamen Ursprung!
8. September 2006 / 5. März 2007
http://www.eussner.net/artikel_2006-09-08_01-09-41.html
(8) Israel and Palestine - according to Benny Morris. By Ami Isseroff,
Israel News, February 21, 2008
http://tinyurl.com/yf8pd9j
(9) The Muslim Claim to Jerusalem. By Daniel Pipes, The Middle East Quarterly,
Fall 2001
http://www.meforum.org/490/the-muslim-claim-to-jerusalem
(10) Why and When was the Myth of al-Aqsa Created? By Mordechai Kedar,
October 15, 2000. Jewish Magazine, September 2002
http://www.jewishmag.com/59mag/al-aqsa/al-aqsa2.htm
(11) Jakob Philipp Fallmerayer: Palästina. Die heiligen Oertlichkeiten in
Jerusalem (1852). 13. Dezember 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-12-13_19-13-11.html
Jakob Philipp Fallmerayer. Die heiligen Oertlichkeiten in Jerusalem (1852).
Palästina. Gesammelte Werke, Band I. Wilhelm Engelmann, Leipzig 1861.
Replica Edition, Elibron Classics, S. 143 - 253
http://tinyurl.com/yl76dxc
(12) The name Al-Quds is an abbreviation for "The Jewish Temple".
By Rabbi Joseph Katz, Eretz Yiroel.org
http://tinyurl.com/mynmz
(13) Edward Robinson, Eli Smith: Later Biblical Researches in Palestine,
and in the Adjacent Regions. A Journal of Travels in the Year 1852,
Crocker and Brewster, Boston 1857, Elibron Classics, p. 162+164
http://tinyurl.com/y8c4gf2
Edward Robinson (1794 - 1863). Virtual American Biographies
http://www.famousamericans.net/edwardrobinson/
(14) Mark Twain: Chapter 56. Innocents Abroad. 1869
http://classiclit.about.com/library/bl-etexts/mtwain/bl-mtwa in-innocents-56.htm
Life in the Holy Land. Illustrating the People and Places of Times Past
http://www.lifeintheholyland.com/
William C. Prime: Tent Life in the Holy Land, 1857
http://tinyurl.com/ye44gtm
(15) Statement of Proclamation of the Organization (Jerusalem, 28 May 1964). Permanent Observer Mission of Palestine to the United Nations New York
http://www.un.int/palestine/PLO/doc3plo.html
(16) Occupied or Disputed Territories? Middle-East-Info.org
http://www.middle-east-info.org/gateway/occupation/index.htm
(17) Syrian-Israeli Armistice, July 20, 1949. MidEastWeb
http://www.mideastweb.org/isrsyrarmistice1949.htm
(18) The Palestinian National Charter. Adopted in 1964 by the 1st Palestinian Conference. Permanent Observer Mission of Palestine to the United Nations
New York
http://www.un.int/palestine/PLO/PNA2.html
Die "Drei-Phasen-Strategie" der PLO zur Beseitigung Israels. 28. Juni 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-06-28_17-06-54.html
(19) En Cairo reencontrandonos con l@s compañer@s. By culturaypaz,
Crónicas desde Gaza, 2 enero 2010
http://tinyurl.com/ydmpjax
(20) Die Antwort der Delegation der arabischen Staaten auf die
UN-Resolution 181 zur Teilung Restpalästinas, vom 29. November 1947
http://www.eussner.net/artikel_2006-12-02_19-01-46.html
(21) LIFE in Israel in 1948 - Part 1. By Ben Atlas on July 2, 2009
http://benatlas.com/2009/07/life-in-israel-in-1948-part-1/
(22) Fatah demands return of Jerusalem. UPI, August 8, 2009
http://tinyurl.com/y8ktfhx
(23) Middle East Regimes and Terrorism. Middle-East-Info.org
http://www.middle-east-info.org/gateway.html
The Treatment of Jews in Arab/Islamic Countries. Jewish Virtual Library
http://tinyurl.com/y8qfaeg
Die Entstehung des arabischen Antisemitismus und die Vertreibung der Juden
aus den arabischen Staaten. 11. Oktober 2003
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Caught in Strife, Yemen´s Jews Cling Fiercely to Their Ancient Heritage.
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(27) Palestine - Israel: A Single State, with Liberty and Justice for All.
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Palestine/Israël : Un Etat unique, avec liberté et justice pour tous.
Par Susan Abulhawa et Ramzy Baroud. Traduction : Claude Zurbach.
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(28) Sari Nusseibeh: "Un État palestinien est devenu impossible". Propos
recueillis à Jérusalem par Adrien Jaulmes, Le Figaro, 5 janvier 2010, p. 7
http://tinyurl.com/yglbtue
(29) West Bank. CIA. The World Factbook
https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/ geos/we.html
Gaza Strip. CIA. The World Factbook
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(30) US intensifies diplomacy to restart Mideast peace talks.
By Lachlan Carmichael (AFP), January 7, 2010
http://tinyurl.com/yevsttm
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