Homepage von Gudrun Eussner
Gudrun Eussner
Links
Homepage von Gudrun Eussner
Artikel

Israel. Entschädigung der vertriebenen Juden

Aus aktuellem Anla√ü der Gesetzgebung der Knesset, die als Teil des Friedensprozesses eine Entsch√§digung f√ľr die aus arabischen Staaten unter Hinterlassung ihres Verm√∂gens vertriebenen Juden anstrebt, hier zur Schilderung der Lage seit 1947 ein erweiterter und modifizierter Auszug aus dem Artikel Die Entstehung des arabischen Antisemitismus und die Vertreibung der Juden aus den arabischen Staaten. Das Fl√ľchtlingsthema einmal anders betrachtet, vom 11. Oktober 2003. (1)

29. November 1947: Das Ende des Mandatsgebiets Palästina

Im Februar 1947 erkl√§rt die britische Regierung das Mandatsgebiet Pal√§stina der unvereinbaren Anforderungen der Araber und der Juden wegen f√ľr nicht mehr regierbar und bringt die Angelegenheit vor die neugegr√ľndete UNO. Dort wird in erstaunlicher Einm√ľtigkeit zwischen Ost und West im Mai 1947 eine Komitee eingesetzt, das UN Special Committee on Palestine (UNSCOP); das im Sommer 1947 nach Pal√§stina f√§hrt. Die pal√§stinensischen Araber boykottieren die Zusammenarbeit mit dem Komitee. Arabische und britische Truppen hindern UNSCOP an einer umfassenden Untersuchung, wie UNSCOP dem Sicherheitsrat am 16. Februar 1948 berichtet: (2)

Organisierte Bem√ľhungen werden durch starke arabische Kr√§fte innerhalb und au√üerhalb Pal√§stinas unternommen, um den Teilungsplan der Versammlung zu verhindern und ihre Ziele durch Drohungen und Gewalttaten zu vereiteln, einschlie√ülich bewaffneten Eindringens in das pal√§stinensische Gebiet ... Diese Kommission sieht sich nun dem Versuch gegen√ľber, ihre Absichten zu durchkreuzen und die Resolution der Generalversammlung zunichtezumachen.

Andernorts hei√üt es anklagend und dabei bezugnehmend auf Hans Lebrecht und Walter Hollstein, die arabischen Pal√§stinenser seien nicht befragt worden: Die UNO-Entscheidung ist tats√§chlich in mehrfacher Hinsicht problematisch. Zum einen wurden die arabischen Pal√§stinenser, die Hauptbetroffenen, nicht befragt. Schon das Subkommitee 2 des ¬īUN Special Committee an Palestine¬ī erkannte, da√ü die Vereinten Nationen nicht die Macht haben, einen neuen Staat zu schaffen. Solch eine Entscheidung kann nur durch den freien Willen des Volkes des in Frage stehenden Landes selbst getroffen werden. Diese Bedingung ist im Falle des Mehrheitsvorschlages nicht erf√ľllt, da er die Errichtung eines j√ľdischen Staates in v√∂lliger Mi√üachtung der W√ľnsche und Interessen der Araber in Pal√§stina involviert.

UNSCOP legt zwei Pl√§ne vor, den Mehrheits- und den Minderheitsplan. Im Mehrheitsplan wird eine Teilung des Landes vorgeschlagen, der Minderheitsplan will Pal√§stina als einen f√∂derativen Staat der j√ľdischen und arabischen Gemeinschaft, mit Jerusalem als Hauptstadt. In Pal√§stina herrschen zu der Zeit b√ľrgerkriegs√§hnliche Zust√§nde. Die Juden sind mit dem Mehrheitsplan einverstanden, die Araber lehnen beide Vorschl√§ge ab, weil sie die territoriale Einheit Pal√§stinas zerst√∂rten. Sie schlagen ein demokratisches Staatswesen in Pal√§stina vor, das die Rechte und Bed√ľrfnisse aller Menschen und Minorit√§ten respektiert. (3)

Das stelle man sich vor nach allem, was es seit 1920 in Palästina und in den arabischen Staaten an antisemitischen Ausschreitungen gibt, sowie bei den undemokratischen Zuständen, die in allen arabischen Staaten zu der Zeit und bis heute herrschen.

Unter dem Eindruck des Elends der Holocaust-√úberlebenden, denen die Einreise nach Pal√§stina verwehrt wird, √ľberzeugt das Komitee die UNO, Pal√§stina zu teilen. Der Auftrag des V√∂lkerbundes, den Juden eine Heimstatt zu gew√§hren, sei durch die restriktive Einwanderungspolitik der britischen Mandatsverwaltung niemals ausgef√ľhrt worden. Die Teilung wird allerdings nur f√ľr den 1923 von den Briten vom gesamten pal√§stinensischen Territorium abgetrennten Teil westlich des Jordans, f√ľr 23 Prozent, bef√ľrwortet. Auf 77 Prozent des Gebietes von Pal√§stina besteht seit 1923 Transjordanien, das heutige Jordanien.

Am 30. November 1947 leben 810 000 Araber auf dem sp√§teren israelischen Gebiet. Am Ende des Krieges gebe es dort noch 168 000 Araber, einschlie√ülich 14 000 Beduinen, von ehedem 66 000. Die meisten von ihnen seien zu ihren St√§mmen nach Jordanien und Syrien zur√ľckgekehrt, zahlreiche in Pal√§stina ans√§ssige Familien seien zur√ľck nach Syrien und dem Libanon gegangen, reiche Pal√§stinenser und solche der Mittelklasse h√§tten sich in anderen Staaten des Nahen Ostens, in Europa oder den USA angesiedelt, so da√ü es 1949 in den Fl√ľchtlingslagern 550 000 Menschen gegeben habe. (4)

Die Zahlen sind zwischen Israelis und Arabern strittig. Vor allem besteht Uneinigkeit dar√ľber, wer als Pal√§stinenser zu bezeichnen ist.

Den Juden werden 15 100 qkm= 56,47 Prozent, zugebilligt. Es lebten dort 499 020 Juden und 509 780 Araber, wird das UN-Komitee von Walter Hollstein zitiert. Im arabischen Teil, 11 600 qkm= 42,88 Prozent, lebten 749 010 Araber und 9 520 Juden. Die restlichen 176 qkm soll das unter internationale Verwaltung zu stellende Jerusalem einnehmen, wo 99 960 Juden und 105 540 Araber lebten. 75 Prozent des den Juden zugebilligten Teiles sind W√ľste, schreiben die Palestine Facts. Sie geben die Anzahl der dort lebenden Araber mit 325 000 an. (2)

Die von den Juden angeblich vorgefundenen bl√ľhenden Landschaften sind, was zahlreiche Berichte j√ľdischer Siedler belegen, von ihnen √ľberhaupt erst angelegt worden. Dennoch verbreiten Muslime und linke Araberfreunde M√§rchen, wie die √§gyptische Journalistin, die zu Besuch bei Gad Granach ist. Sie meint, die Juden h√§tten sich immer "an den sch√∂nsten Pl√§tzen angesiedelt", in den Orangenhainen, die Allah wachsen lie√ü, oder die gar von Arabern angelegt und von den Juden enteignet wurden? Ich hab gedacht, ich h√∂r nicht recht. Die Frau hat √ľberhaupt nichts begriffen. Als ich 1936 nach Schwajim kam, war da nackter Arsch, wir haben dort die ersten B√§ume gepflanzt, schreibt er in seinem Buch Heimat los! (5)

Der den Juden zugebilligte Teil best√ľnde aus bl√ľhenden Zitrushainen, aus bestem ertragreichsten Boden der K√ľstenebene, meint auch Walter Hollstein. (3)

Am 29. November 1947 beschlie√üt die UNO-Vollversammlung mit 33 Stimmen, darunter die UdSSR, die USA und Frankreich, bei zehn Stimmenthaltungen, darunter die Sicherheitsratsmitglieder Gro√übritannien und China, mit Resolution 181 den Mehrheitsplan anzunehmen. Die Resolution hat damit die Zweidrittelmehrheit erhalten und ist angenommen, was sechs arabische UN-Delegationen, √Ągyptens, des Irak, Syriens, des Libanon, Saudi-Arabiens und des Jemen veranla√üt, unter Protest und mit Krieg und Ausl√∂schung der pal√§stinensischen Juden drohend, die Versammlung zu verlassen. (2)

Saudi-Arabien, der Irak, Syrien und der Jemen erkl√§ren in ihrer Antwort an die UN-Vollversammlung offen, sich nicht an die Resolution gebunden zu f√ľhlen.

  • Emir Feisal Al Saud, Sohn des saudischen Usurpators und Wahhabitenk√∂nigs Abdul Aziz Al Saud "beh√§lt sich das Recht vor, frei zu handeln, in welcher von ihm f√ľr angemessen gehaltenen Art auch immer, im Einklang mit den Prinzipien von Recht und Gerechtigkeit". (6)
  • Mr. Jarnali, Irak, erkl√§rt: "Der Irak erkennt die G√ľltigkeit dieser Entscheidung nicht an und beh√§lt sich die Freiheit der Entscheidung gegen ihre Durchsetzung vor."
  • Emir Arslan von Syrien sagt: "Mein Land wird eine solche Entscheidung niemals anerkennen. Es wird niemals zustimmen, f√ľr sie verantwortlich zu sein. M√∂gen die Folgen √ľber andere kommen, nicht √ľber uns."
  • Prinz Seif El Islam Abdullah von Jemen erg√§nzt: "Die jemenitische Delegation hat bereits fr√ľher erkl√§rt, da√ü der Teilungsplan gegen die Gerechtigkeit und gegen die Charta der Vereinten Nationen verst√∂√üt. Deshalb zieht die Regierung des Jemen nicht in Betracht, sich an eine solche Entscheidung gebunden zu f√ľhlen." Die Regierung des Jemen beh√§lt sich "die Freiheit von Ma√ünahmen gegen die Durchsetzung dieser Entscheidung vor." (7)

Wie oft berichten die MSM von Protesten der Palästinenser und der Regierungen der arabischen Staaten gegen angebliche oder tatsächliche Verletzungen von Resolutionen der Vereinten Nationen durch Israel!

Diesbez√ľglich keine st√∂renden Fragen aufkommen zu lassen oder gar die Kampagnen der arabischen und muslimischen Welt zur√ľckzuweisen, tr√§gt die Universit√§t Princeton bei und entfernt die verr√§terischen √Ąu√üerungen der arabischen Delegationen von ihrer Website. Stattdessen gibt´s dort heutzutage das Princeton Peace Network, mit Bowling for Columbine, mit Friedensdemonstrationen und dem ATTAC-Motto Another World is Possible, wie es auch die ATTAC-Vizepr√§sidentin Susan George auf der Site des Noam Chomsky-Freundes und Ko-Autors Edward S. Herman (Manufacturing Consent) verk√ľndet. (8)

Den Bruch schon der ersten den Staat Israel betreffenden UN-Resolution k√ľndigen die arabischen Staaten √∂ffentlich und unverfroren an. Zwei Tage nach der Entscheidung vom 29. November 1947 wird die Bev√∂lkerung dieser Staaten von den h√∂chsten geistlichen W√ľrdentr√§gern der Al-Azhar Universit√§t Kairo zum Djihad aufgehetzt, zu gewaltt√§tigen Ausschreitungen gegen Juden √ľberall im Nahen Osten und in Nordafrika, und nicht allein im Mandatsgebiet Pal√§stina, sondern auch in den arabischen Staaten des Nahen Ostens beginnen unter der Fahne des Islams gewaltt√§tige Ausschreitungen gegen die j√ľdische Bev√∂lkerung, deren Gemeinden dort teilweise seit 2 500 Jahren angesiedelt sind. In Jerusalem beginnen blutige K√§mpfe, so da√ü international die Sorge entsteht, Jerusalem k√∂nne zerst√∂rt werden. In Aleppo werden die H√§user von 300 Juden und elf Synagogen bis auf den Grund abgebrannt, die H√§lfte der 4 000 Juden der Stadt fliehen. In Aden werden 82 Juden ermordet. (9)

In diesen Diktaturen können derartige Ausschreitungen nur stattfinden, wenn sie von der Regierung und der islamischen Geistlichkeit veranlaßt und gelenkt sind. Das zeigt zum Vergleich die gewaltsame und brutale Niederschlagung sozialer Proteste in diesen Ländern, wann immer sie stattfinden.

14. Mai 1948: Proklamation des Staates Israel

Schon am n√§chsten Tag machen die arabischen Staaten ihre Drohung wahr und √ľberfallen unmittelbar nach dem Abzug der britischen Truppen den jungen Staat Israel. Israel erh√§lt von den westlichen Staaten kaum Hilfe, sondern Gro√übritannien intrigiert noch bis zuletzt gegen die Staatsgr√ľndung.

Dieses Verhalten Gro√übritanniens, aber auch das der anderen Gro√üm√§chte, ist interessant im Hinblick auf die Einsch√§tzung der gegenw√§rtigen Situation (Oktober 2003, aber bis heute hat sich kaum etwas ge√§ndert) im pal√§stinensisch-israelischen Konflikt sowie des Irakkrieges, der entgegen der Erkl√§rung des US-Pr√§sidenten George W. Bush am 1. Mai 2003 mitnichten beendet ist, sondern vielmehr gerade erst richtig anf√§ngt. Das indifferente bis widerspr√ľchliche Verhalten gegen√ľber den dr√§ngenden Fragen dieser Kriege und Konflikte wie s√§mtliche Aktionen und kriegerischen Ma√ünahmen in der Region werden nicht bestimmt durch Wohlwollen gegen√ľber Israel oder gar den Pal√§stinensern oder Irakern - von den Kosovaren nicht zu reden, sondern allein durch die geostrategischen und wirtschaftlichen Interessen dieser Staaten in der Region. Dies gilt selbstverst√§ndlich auch f√ľr das Unterlassen derartiger Ma√ünahmen, beispielsweise f√ľr die Ablehnung des Irakkrieges durch Deutschland, Frankreich und Ru√üland.

Israel wird sich im Zweifelsfalle nur auf sich selbst verlassen k√∂nnen. Der Handlungsspielraum der israelischen Regierung gegen√ľber den Pal√§stinensern ist eng begrenzt durch diese Interessen, die keinen der Akteure in der Region, weder die USA, noch die EU noch Ru√üland veranlassen, sich ganz auf die Seite Israels zu stellen. Leider ist der Politik der israelischen Regierung, weder des Ariel Sharon noch des Ehud Olmert, anzumerken, ob sie sich dessen bewu√üt ist. Vom inzwischen verstorbenen Yasser Arafat, von seinen Nachfolgern und ihren Terrorbanden kann man allerdings sagen, da√ü sie ihre Interessen voll in die Strategie zur Machtsicherung einbeziehen - sonst w√§ren sie schon vor Jahrzehnten kaltgestellt worden. Gelernt hat Yasser Arafat von seinem gro√üen Vorbild und Helden, dem Mufti Hadji Amin al-Husseini. Ihm zu Ehren tragen er und seine Anh√§nger in Ost und West ihr Pali-Tuch.

Nun aber zur√ľck zur Zeit der Teilungsresolution und der Staatsgr√ľndung!

Der UN-Delegierte der Sowjetunion Andrei Gromyko sagt zum kriegerischen Vorgehen der arabischen Staaten in einer Rede im UN-Sicherheitsrat, am 29. Mai 1948: "Das ist nicht das erste Mal, da√ü die arabischen Staaten, die den Angriff auf Pal√§stina organisierten, eine Entscheidung des Sicherheitsrates der Generalversammlung mi√üachtet haben. Die sowjetische Delegation h√§lt es f√ľr wesentlich, da√ü der Rat bez√ľglich des Verhaltens der arabischen Staaten seine Meinung deutlicher und bestimmter vortr√§gt." (10)

Nach dem 29. November 1947: Die Lage der Juden in den arabischen Staaten

In den arabischen Staaten leben 1945 mehr als 870 000 Juden. Schon vor dem UNO-Beschlu√ü warnen arabische UN-Delegierte, vor allem aus √Ągypten und dem Irak, vor ansteigendem Antisemitismus und m√∂glichen Massakern unter Juden f√ľr den Fall einer Annahme des Mehrheitsplanes. Dies ist eine eindeutige Drohung. Die Juden in den arabischen L√§ndern, besonders im Irak, in Syrien, √Ągypten und Libyen stehen noch unter dem Eindruck der durch den pal√§stinensischen Mufti und die √§gyptische Muslimbr√ľderschaft angeheizten antisemitischen Gewaltt√§tigkeiten.

Die jetzt oft verbreitete Behauptung, die Juden der arabischen Staaten seien von dort deshalb vertrieben worden, weil Israel die Araber vertrieb, entbehrt jeder Grundlage. (11)

Seit der Aufforderung zur Verfolgung und Vertreibung der Juden aus sämtlichen islamischen Staaten durch die hohe Geistlichkeit der Al-Azhar Universität, im Jahre 1947, ist in den Ländern ganze Arbeit geleistet worden. Mehr als 820 000 Juden leben nicht mehr in ihren Ländern. Von 2001 bis heute sind von den restlichen weitere vertrieben worden.

Yoram Ettinger schreibt, da√ü der von den Pal√§stinensern und den arabischen Staaten Israel 1948 aufgezwungene Krieg 630 000 pal√§stinensische und 820 000 j√ľdische Fl√ľchtlinge hervorbringt. 590 000 der j√ľdischen Fl√ľchtlinge werden von Israel neben Millionen aus Europa aufgenommen. Die pal√§stinensischen Fl√ľchtlinge und ihre Nachkommen leben auf Anweisung ihrer F√ľhrer in Fl√ľchtlingslagern, wo sie eine Brutst√§tte f√ľr Terrorismus bilden. Nichts von den Geldern der USA und der EU an die PLO gehe an die Fl√ľchtlingslager. (4)

Die Tabelle zur j√ľdischen Bev√∂lkerung in arabischen Staaten von 1948 bis 2004 findet man im Artikel von Jacqueline Shields: Jewish Refugees from Arab Countries. Nach der UN-Resolution Nr. 181, vom 29. November 1947, sinkt in zehn arabischen Staaten die Anzahl der Juden von 856 000 auf knapp die H√§lfte, nach dem Sechstagekrieg, vom Juni 1967, um weitere 400 000, und nach dem Yom-Kippur-Krieg bis zum Jahr 2004 auf 7 800, wobei einige Staaten g√§nzlich "judenrein" sind oder weniger als 100 Juden z√§hlen. Zum Vergleich die Anzahl der im Iran lebenden Juden: 1948: 100 000, 1978/79: 80 000, 2001: 11 500, 2002/03: bis zu 40 000, 2004: 20 000 bis 25 000. (12)

Saudi-Arabien ist hier nicht aufgef√ľhrt, weil Juden dort schon lange sogar Einreiseverbot zum Besuch haben. In Jordanien leben 1948 keine Juden, es ist deshalb ebenfalls nicht aufgef√ľhrt, obgleich Juden lange vor der Entstehung des Islam in dem Teil Pal√§stinas leben, den die Briten 1923 als Transjordanien abtrennen und sp√§ter Jordanien nennen. Dorthin fliehen auch viele j√ľdische Familien, die im 7. Jahrhundert von der arabischen Halbinsel vertrieben werden, also mehr als tausend Jahre vor der Zeit, da dieses Gebiet zum haschemitischen K√∂nigreich erkl√§rt wird.

Juden, die in Pal√§stina √∂stlich des Jordan und in dem heute als West Bank bezeichneten Jud√§a und Samaria leben, werden in den letzten 500 Jahren aus den von Arabern beherrschten St√§dten mittels sporadischer Pogrome und Pl√ľnderungen vertrieben, so da√ü um 1940 diese pal√§stinensischen St√§dte als rein arabisch bezeichnet werden k√∂nnen. Die Juden, die seit Jahrhunderten, teilweise bereits vor der osmanischen Herrschaft, in dem pal√§stinensischen Gebiet leben, das heute Jordanien und West Bank genannt wird, werden infolge der arabischen Gewalt zu pal√§stinensischen j√ľdischen Fl√ľchtlingen. Darauf achtet so gut wie niemand, selbst nicht in Israel.

Die gefl√ľchteten Juden lassen sich schon vor der Staatsgr√ľndung Israels an der mehrheitlich von Juden besiedelten K√ľste, dem heutigen Israel nieder. Obgleich 1948 die 77 Prozent Pal√§stinas, das die Briten 1923 abteilen und den Arabern als Transjordanien √ľbergeben, bereits durch zahlreiche gewaltt√§tige Ausschreitungen und Pogrome gegen die alteingesessenen Juden vollst√§ndig ges√§ubert sind, erl√§√üt die jordanische Regierung 1954 das Gesetz Jordanian Nationality Law, das in Jordanien lebenden Pal√§stinensern die Staatsb√ľrgerschaft nur dann gibt, wenn sie keine Juden sind. (13)

W√§hrend der Besetzung Jud√§as und Samarias durch Jordanien, 1948 bis1967, erkl√§rt die jordanische Regierung den Verkauf von Land an Juden zum Kapitalverbrechen. Dem Mandatsvertrag des V√∂lkerbundes √ľber Pal√§stina widerspricht dieses Verbot. Die Resolution Nr. 181, vom 29. November 1947, sieht ein solches Verbot ebenfalls nicht vor. Das Recht der Juden, sich in diesen Gebieten anzusiedeln, sowie die rechtlichen Anspr√ľche auf das von Juden erworbene Land bestehen bis heute weiter. Die Siedlung Kfar Etzion beispielsweise befindet sich auf Boden, der 1927 von jemenitischen Juden gekauft worden ist. Das Ostjerusalemer Viertel Shimon Hatzadik haben Juden 1891 von Arabern erworben. (14)

Gibt man in die Google-Suchfunktion "jews"+"arab states"+"land left behind" ein, so wird man fast nur konfrontiert mit den Anspr√ľchen der Araber aus Pal√§stina. "arab states"+"jewish land left behind" gibt einen einzigen Eintrag, der auf ein Buch von Michael R. Fischbach verweist. Dort wird der israelische Unterh√§ndler Maurice Fischer zitiert, der vor der United Nations Conciliation Commission of Palestine, in Paris, am 14. November 1951 (!), erkl√§rt hat, da√ü Entsch√§digungsverhandlungen mit der arabischen Seite die Entsch√§digung der aus der Westbank und Gaza sowie aus den arabischen Staaten vertriebenen Juden einschlie√üen m√ľ√üten. Es handelt sich zu der Zeit um etwa 400 000 vertriebene Juden, bis heute kommen noch einmal so viele hinzu. (15)

Leider finde ich den Link nicht wieder, in dem vorgerechnet wird, da√ü die von Juden in den arabischen Staaten ohne jede Entsch√§digung zur√ľckgelassenen L√§ndereien zusammengenommen ein Gebiet umfassen, das gr√∂√üer ist als Israel, West Bank und Gaza. Das von den arabischen Regierungen enteignete Verm√∂gen der Juden hat den Wert von mehreren Milliarden Euro.

Was den Willen der Araber angeht, mit Israel Frieden zu schlie√üen, so zeigt die Zeit von 1948 bis 1967, da den Juden der Siedlungsbau verboten ist, da√ü auch ohne Siedlungsbau von den Arabern kein Frieden gewollt wird. Im Jahr 2000 bietet der israelische Premierminister Ehud Barak den Arabern den Abbau der Siedlungen an. Es f√ľhrt nicht zur Friedensbereitschaft. Der politische Schaden des weiteren Siedlungsbaus f√ľr Israel ist auf Grund der Unkenntnis der Tatsachen in der √Ėffentlichkeit der westlichen Welt sowie deren mangelnder Bereitschaft, sich sachkundig zu machen, dennoch gro√ü, deshalb gehen die Vorw√ľrfe gegen Israel nicht aus. Gerade die Linken der westlichen Welt, von der linken Mitte bis zu den Linksradikalen, steigen voll in dieses Thema ein. Sie k√∂nnen somit ihren bis jetzt noch nicht wieder hoff√§higen Antisemitismus mittels Anti-Zionismus und Anti-Imperialismus verbr√§men. (16)

23. Februar 2010: Historisches Gesetz der Knesset

Am 23. Februar 2010 verabschiedet die Knesset, das israelische Parlament, ein Gesetz zur Sicherung der Entsch√§digung j√ľdischer Fl√ľchtlinge aus arabischen Staaten und aus dem Iran als Teil zuk√ľnftiger Friedensverhandlungen im Nahen Osten. Endlich! Als j√ľdische Fl√ľchtlinge gelten diejenigen, die aus diesen Staaten aus religi√∂sen Gr√ľnden vertrieben worden sind. Es wird keine Verhandlung mehr ohne die Ber√ľcksichtigung der Anspr√ľche der j√ľdischen Fl√ľchtlinge geben. (17)

Bereits am 1. April 2008 hat das US-Repräsentantenhaus eine entsprechende Resolution gebilligt, so daß nunmehr bei jeder Verhandlung, an der Israel und die USA teilnehmen, die Frage der Entschädigung der Juden aus arabischen Staaten und aus dem Iran aufgeworfen wird. (18)

Das wird den Arabern und den iranischen Mollahs gar nicht passen; denn f√ľr sie steht immer nur ihr Recht gegen das Unrecht der Israelis. Gem√§√ü ihrer Religion haben die Juden keine Rechte, sie sind geduldete Dhimmis, wie die Christen √ľbrigens, man lese im Koran und in den Verfassungen der PLO, der Fatah und der Hamas nach. In meinem Archiv befinden sich einige Artikel zum Thema.

11. Oktober 2003. Zuletzt erweitert und aktualisiert, am 5. März 2010

Quellen

(1) Die Entstehung des arabischen Antisemitismus und die Vertreibung der
Juden aus den arabischen Staaten. Das Fl√ľchtlingsthema einmal anders
betrachtet, vom 11. Oktober 2003. Auszug (ab Quelle 40)
http://www.eussner.net/artikel_2004-03-16_00-10-27.html

(2) What was the role of the United Nations? Palestine Facts
http://www.palestinefacts.org/pf_independence_un_role.php

(3) Das Palästina-Problem vor der UNO
http://freenet-homepage.de/edges/sas06.htm

(4) Who were the 1948 Refugees? By Yoram Ettinger.
Freeman Center for Strategic Studies, March 2001
http://www.freeman.org/m_online/mar01/ettinger1.htm

The 1948 Palestinian Refugees - whose Responsibility? Part 2
http://www.freeman.org/m_online/mar01/ettinger2.htm

(5) Gad Granach: Heimat los! Aus dem Leben eines j√ľdischen Emigranten. Aufgezeichnet von Hilde Recher. Fischer Taschenbuch, Frankfurt 2000, S. 73f.
http://www.fischerverlage.de/

(6) King Abdul Aziz Al Saud (1876-1953)
http://www.the-saudi.net/al-saud/abdulaziz.htm

(7) United Nations General Assembly. The Reponse of The Arab States
Delegation to UN Res. 181 A/RES/181(II) (A+B), 29 November 1947
Von der Universität Princeton vom Netz genommen!
http://tinyurl.com/ydzjqb5
http://www.princeton.edu/main/

Die Antwort der Delegation der arabischen Staaten auf die UN-Resolution 181
zur Teilung Restpalästinas, vom 29. November 1947
http://www.eussner.net/artikel_2006-12-02_19-01-46.html

(8) Das Princeton Peace Network
http://tinyurl.com/y8ehvg6

Peace Network to screen ´Bowling for Columbine,´ Oct. 1. By quinones,
News at Princeton, September 30, 2003
http://www.princeton.edu/main/news/archive/S04/38/86A00/

Another World is Possible. By Susan George, The Nation Magazine,
February 8, 2002. Third World Traveller
http://www.thirdworldtraveler.com/Dissent/AnotherWorldPossib le.html

Edward S. Herman page. Third World Traveller
http://www.thirdworldtraveler.com/Herman%20/Edward_Herman.ht ml

(9) Jews in Arabic/Islamic Countries. The Virtual Jewish Library
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/anti-semitism/ar abjewtoc.html

(10) Security Council Official Records, SA/Agenda/77, (May 29, 1948), p. 2
Myth and Facts Online. The War of 1948, by Mitchell G. Bard.
The Jewish Virtual Library
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/myths/mf4.html

(11) Why did Jews go to Israel from other Middle Eastern countries?
http://www.palestinefacts.org/pf_independence_refugees_jews_ why.php

(12) Jewish Population in Arab Countries 1948-2001, Jewish Refugees from Arab Countries. By Jacqueline Shields, The Jewish Virtual Library
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/History/jewref.h tml

Creating a Land "Free of Jews". Estimated Jewish Population in
Arab Countries. Muftism and Nazism: World War II Collaboration Documents.
EretzYiroel.org
http://tinyurl.com/nmkfwy

The Jews of Iran. Jewish Virtual Library
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/anti-semitism/ir anjews.html

A Brief History of Iranian Jews (Part 1 of 2). By Massoume Price,
Foundation for the Advancement of Sephardic Studies and Culture
http://www.sephardicstudies.org/historyiran.html

(13) Jordanian Nationality Law, Article 3 of Law No. 6 of 1954,
Official Gazette No. 1171, February 16, 1954 (last amended 1987).
The UN Refugee Agency (UNHCR)
http://www.unhcr.org/cgi-bin/texis/vtx/refworld/rwmain?docid =3ae6b4ea13

(14) Why is Kfar Etzion illegal? FresnoZionism.org, June 16, 2009
http://fresnozionism.org/2009/06/why-is-kfar-etzion-illegal/

Obama and Israel, into the Abyss. By Daniel Pipes, Philadelphia Bulletin,
July 21, 2009
http://www.danielpipes.org/7464/obama-israel-into-the-abyss

Obamas Druck auf Israel. Von Daniel Pipes, WeltOnline, 22. Juli 2009
http://tinyurl.com/ycmwjmh

(15) Michael R. Fischbach: Records of Disposession: Palestinian Refugee Property
and the Arab-Israeli Conflict, Columbia University Press 2003, p. 133
http://tinyurl.com/y9omyw4

(16) Zur Frage der j√ľdischen Siedlungen siehe:
Settlements. Jewish Virtual Library
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Peace/settletoc. html

Israelische Siedlungen - eine völkerrechtliche Betrachtung.
Israel und der Nahe Osten. Botschaft des Staates Israel - Berlin
http://berlin.mfa.gov.il/mfm/web/main/Print.asp?DocumentID=1 20514

(17) Israel Government Approves Historic Bill Calling for Recognition of
Jewish refugees from Arab Countries. Justice for Jews from Arab Countries,
February 23, 2010
http://www.justiceforjews.com/knesset-approves.html

(18) The Jewish Refugees, The New York Sun, April 2, 2008
http://www.nysun.com/editorials/jewish-refugees/74062/

Israel vies to bring Mideast Jewish refugees into talks. By Rachelle Kliger,
Jerusalem Post, February 18, 2010
http://www.jpost.com/JewishWorld/JewishNews/Article.aspx?id= 169043

Gerechtigkeit f√ľr Juden aus arabischen L√§ndern. Von Zvi Gabay,
Israel HaYom, 23. Februar 2010. Newsletter der Botschaft des Staates Israel,
4. März 2010
http://tinyurl.com/ykr67ww


Hoch zum Seitenanfang Diese Seite drucken
Zurück zur vorigen Seite Zum Archivdieses Abschnitts Weiter zur nächsten Seite