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Israel. Entschädigung der vertriebenen Juden

Aus aktuellem Anlaß der Gesetzgebung der Knesset, die als Teil des Friedensprozesses eine Entschädigung für die aus arabischen Staaten unter Hinterlassung ihres Vermögens vertriebenen Juden anstrebt, hier zur Schilderung der Lage seit 1947 ein erweiterter und modifizierter Auszug aus dem Artikel Die Entstehung des arabischen Antisemitismus und die Vertreibung der Juden aus den arabischen Staaten. Das Flüchtlingsthema einmal anders betrachtet, vom 11. Oktober 2003. (1)

29. November 1947: Das Ende des Mandatsgebiets Palästina

Im Februar 1947 erklärt die britische Regierung das Mandatsgebiet Palästina der unvereinbaren Anforderungen der Araber und der Juden wegen für nicht mehr regierbar und bringt die Angelegenheit vor die neugegründete UNO. Dort wird in erstaunlicher Einmütigkeit zwischen Ost und West im Mai 1947 eine Komitee eingesetzt, das UN Special Committee on Palestine (UNSCOP); das im Sommer 1947 nach Palästina fährt. Die palästinensischen Araber boykottieren die Zusammenarbeit mit dem Komitee. Arabische und britische Truppen hindern UNSCOP an einer umfassenden Untersuchung, wie UNSCOP dem Sicherheitsrat am 16. Februar 1948 berichtet: (2)

Organisierte Bemühungen werden durch starke arabische Kräfte innerhalb und außerhalb Palästinas unternommen, um den Teilungsplan der Versammlung zu verhindern und ihre Ziele durch Drohungen und Gewalttaten zu vereiteln, einschließlich bewaffneten Eindringens in das palästinensische Gebiet ... Diese Kommission sieht sich nun dem Versuch gegenüber, ihre Absichten zu durchkreuzen und die Resolution der Generalversammlung zunichtezumachen.

Andernorts heißt es anklagend und dabei bezugnehmend auf Hans Lebrecht und Walter Hollstein, die arabischen Palästinenser seien nicht befragt worden: Die UNO-Entscheidung ist tatsächlich in mehrfacher Hinsicht problematisch. Zum einen wurden die arabischen Palästinenser, die Hauptbetroffenen, nicht befragt. Schon das Subkommitee 2 des ´UN Special Committee an Palestine´ erkannte, daß die Vereinten Nationen nicht die Macht haben, einen neuen Staat zu schaffen. Solch eine Entscheidung kann nur durch den freien Willen des Volkes des in Frage stehenden Landes selbst getroffen werden. Diese Bedingung ist im Falle des Mehrheitsvorschlages nicht erfüllt, da er die Errichtung eines jüdischen Staates in völliger Mißachtung der Wünsche und Interessen der Araber in Palästina involviert.

UNSCOP legt zwei Pläne vor, den Mehrheits- und den Minderheitsplan. Im Mehrheitsplan wird eine Teilung des Landes vorgeschlagen, der Minderheitsplan will Palästina als einen föderativen Staat der jüdischen und arabischen Gemeinschaft, mit Jerusalem als Hauptstadt. In Palästina herrschen zu der Zeit bürgerkriegsähnliche Zustände. Die Juden sind mit dem Mehrheitsplan einverstanden, die Araber lehnen beide Vorschläge ab, weil sie die territoriale Einheit Palästinas zerstörten. Sie schlagen ein demokratisches Staatswesen in Palästina vor, das die Rechte und Bedürfnisse aller Menschen und Minoritäten respektiert. (3)

Das stelle man sich vor nach allem, was es seit 1920 in Palästina und in den arabischen Staaten an antisemitischen Ausschreitungen gibt, sowie bei den undemokratischen Zuständen, die in allen arabischen Staaten zu der Zeit und bis heute herrschen.

Unter dem Eindruck des Elends der Holocaust-Überlebenden, denen die Einreise nach Palästina verwehrt wird, überzeugt das Komitee die UNO, Palästina zu teilen. Der Auftrag des Völkerbundes, den Juden eine Heimstatt zu gewähren, sei durch die restriktive Einwanderungspolitik der britischen Mandatsverwaltung niemals ausgeführt worden. Die Teilung wird allerdings nur für den 1923 von den Briten vom gesamten palästinensischen Territorium abgetrennten Teil westlich des Jordans, für 23 Prozent, befürwortet. Auf 77 Prozent des Gebietes von Palästina besteht seit 1923 Transjordanien, das heutige Jordanien.

Am 30. November 1947 leben 810 000 Araber auf dem späteren israelischen Gebiet. Am Ende des Krieges gebe es dort noch 168 000 Araber, einschließlich 14 000 Beduinen, von ehedem 66 000. Die meisten von ihnen seien zu ihren Stämmen nach Jordanien und Syrien zurückgekehrt, zahlreiche in Palästina ansässige Familien seien zurück nach Syrien und dem Libanon gegangen, reiche Palästinenser und solche der Mittelklasse hätten sich in anderen Staaten des Nahen Ostens, in Europa oder den USA angesiedelt, so daß es 1949 in den Flüchtlingslagern 550 000 Menschen gegeben habe. (4)

Die Zahlen sind zwischen Israelis und Arabern strittig. Vor allem besteht Uneinigkeit darüber, wer als Palästinenser zu bezeichnen ist.

Den Juden werden 15 100 qkm= 56,47 Prozent, zugebilligt. Es lebten dort 499 020 Juden und 509 780 Araber, wird das UN-Komitee von Walter Hollstein zitiert. Im arabischen Teil, 11 600 qkm= 42,88 Prozent, lebten 749 010 Araber und 9 520 Juden. Die restlichen 176 qkm soll das unter internationale Verwaltung zu stellende Jerusalem einnehmen, wo 99 960 Juden und 105 540 Araber lebten. 75 Prozent des den Juden zugebilligten Teiles sind Wüste, schreiben die Palestine Facts. Sie geben die Anzahl der dort lebenden Araber mit 325 000 an. (2)

Die von den Juden angeblich vorgefundenen blühenden Landschaften sind, was zahlreiche Berichte jüdischer Siedler belegen, von ihnen überhaupt erst angelegt worden. Dennoch verbreiten Muslime und linke Araberfreunde Märchen, wie die ägyptische Journalistin, die zu Besuch bei Gad Granach ist. Sie meint, die Juden hätten sich immer "an den schönsten Plätzen angesiedelt", in den Orangenhainen, die Allah wachsen ließ, oder die gar von Arabern angelegt und von den Juden enteignet wurden? Ich hab gedacht, ich hör nicht recht. Die Frau hat überhaupt nichts begriffen. Als ich 1936 nach Schwajim kam, war da nackter Arsch, wir haben dort die ersten Bäume gepflanzt, schreibt er in seinem Buch Heimat los! (5)

Der den Juden zugebilligte Teil bestünde aus blühenden Zitrushainen, aus bestem ertragreichsten Boden der Küstenebene, meint auch Walter Hollstein. (3)

Am 29. November 1947 beschließt die UNO-Vollversammlung mit 33 Stimmen, darunter die UdSSR, die USA und Frankreich, bei zehn Stimmenthaltungen, darunter die Sicherheitsratsmitglieder Großbritannien und China, mit Resolution 181 den Mehrheitsplan anzunehmen. Die Resolution hat damit die Zweidrittelmehrheit erhalten und ist angenommen, was sechs arabische UN-Delegationen, Ägyptens, des Irak, Syriens, des Libanon, Saudi-Arabiens und des Jemen veranlaßt, unter Protest und mit Krieg und Auslöschung der palästinensischen Juden drohend, die Versammlung zu verlassen. (2)

Saudi-Arabien, der Irak, Syrien und der Jemen erklären in ihrer Antwort an die UN-Vollversammlung offen, sich nicht an die Resolution gebunden zu fühlen.

  • Emir Feisal Al Saud, Sohn des saudischen Usurpators und Wahhabitenkönigs Abdul Aziz Al Saud "behält sich das Recht vor, frei zu handeln, in welcher von ihm für angemessen gehaltenen Art auch immer, im Einklang mit den Prinzipien von Recht und Gerechtigkeit". (6)
  • Mr. Jarnali, Irak, erklärt: "Der Irak erkennt die Gültigkeit dieser Entscheidung nicht an und behält sich die Freiheit der Entscheidung gegen ihre Durchsetzung vor."
  • Emir Arslan von Syrien sagt: "Mein Land wird eine solche Entscheidung niemals anerkennen. Es wird niemals zustimmen, für sie verantwortlich zu sein. Mögen die Folgen über andere kommen, nicht über uns."
  • Prinz Seif El Islam Abdullah von Jemen ergänzt: "Die jemenitische Delegation hat bereits früher erklärt, daß der Teilungsplan gegen die Gerechtigkeit und gegen die Charta der Vereinten Nationen verstößt. Deshalb zieht die Regierung des Jemen nicht in Betracht, sich an eine solche Entscheidung gebunden zu fühlen." Die Regierung des Jemen behält sich "die Freiheit von Maßnahmen gegen die Durchsetzung dieser Entscheidung vor." (7)

Wie oft berichten die MSM von Protesten der Palästinenser und der Regierungen der arabischen Staaten gegen angebliche oder tatsächliche Verletzungen von Resolutionen der Vereinten Nationen durch Israel!

Diesbezüglich keine störenden Fragen aufkommen zu lassen oder gar die Kampagnen der arabischen und muslimischen Welt zurückzuweisen, trägt die Universität Princeton bei und entfernt die verräterischen Äußerungen der arabischen Delegationen von ihrer Website. Stattdessen gibt´s dort heutzutage das Princeton Peace Network, mit Bowling for Columbine, mit Friedensdemonstrationen und dem ATTAC-Motto Another World is Possible, wie es auch die ATTAC-Vizepräsidentin Susan George auf der Site des Noam Chomsky-Freundes und Ko-Autors Edward S. Herman (Manufacturing Consent) verkündet. (8)

Den Bruch schon der ersten den Staat Israel betreffenden UN-Resolution kündigen die arabischen Staaten öffentlich und unverfroren an. Zwei Tage nach der Entscheidung vom 29. November 1947 wird die Bevölkerung dieser Staaten von den höchsten geistlichen Würdenträgern der Al-Azhar Universität Kairo zum Djihad aufgehetzt, zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen Juden überall im Nahen Osten und in Nordafrika, und nicht allein im Mandatsgebiet Palästina, sondern auch in den arabischen Staaten des Nahen Ostens beginnen unter der Fahne des Islams gewalttätige Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung, deren Gemeinden dort teilweise seit 2 500 Jahren angesiedelt sind. In Jerusalem beginnen blutige Kämpfe, so daß international die Sorge entsteht, Jerusalem könne zerstört werden. In Aleppo werden die Häuser von 300 Juden und elf Synagogen bis auf den Grund abgebrannt, die Hälfte der 4 000 Juden der Stadt fliehen. In Aden werden 82 Juden ermordet. (9)

In diesen Diktaturen können derartige Ausschreitungen nur stattfinden, wenn sie von der Regierung und der islamischen Geistlichkeit veranlaßt und gelenkt sind. Das zeigt zum Vergleich die gewaltsame und brutale Niederschlagung sozialer Proteste in diesen Ländern, wann immer sie stattfinden.

14. Mai 1948: Proklamation des Staates Israel

Schon am nächsten Tag machen die arabischen Staaten ihre Drohung wahr und überfallen unmittelbar nach dem Abzug der britischen Truppen den jungen Staat Israel. Israel erhält von den westlichen Staaten kaum Hilfe, sondern Großbritannien intrigiert noch bis zuletzt gegen die Staatsgründung.

Dieses Verhalten Großbritanniens, aber auch das der anderen Großmächte, ist interessant im Hinblick auf die Einschätzung der gegenwärtigen Situation (Oktober 2003, aber bis heute hat sich kaum etwas geändert) im palästinensisch-israelischen Konflikt sowie des Irakkrieges, der entgegen der Erklärung des US-Präsidenten George W. Bush am 1. Mai 2003 mitnichten beendet ist, sondern vielmehr gerade erst richtig anfängt. Das indifferente bis widersprüchliche Verhalten gegenüber den drängenden Fragen dieser Kriege und Konflikte wie sämtliche Aktionen und kriegerischen Maßnahmen in der Region werden nicht bestimmt durch Wohlwollen gegenüber Israel oder gar den Palästinensern oder Irakern - von den Kosovaren nicht zu reden, sondern allein durch die geostrategischen und wirtschaftlichen Interessen dieser Staaten in der Region. Dies gilt selbstverständlich auch für das Unterlassen derartiger Maßnahmen, beispielsweise für die Ablehnung des Irakkrieges durch Deutschland, Frankreich und Rußland.

Israel wird sich im Zweifelsfalle nur auf sich selbst verlassen können. Der Handlungsspielraum der israelischen Regierung gegenüber den Palästinensern ist eng begrenzt durch diese Interessen, die keinen der Akteure in der Region, weder die USA, noch die EU noch Rußland veranlassen, sich ganz auf die Seite Israels zu stellen. Leider ist der Politik der israelischen Regierung, weder des Ariel Sharon noch des Ehud Olmert, anzumerken, ob sie sich dessen bewußt ist. Vom inzwischen verstorbenen Yasser Arafat, von seinen Nachfolgern und ihren Terrorbanden kann man allerdings sagen, daß sie ihre Interessen voll in die Strategie zur Machtsicherung einbeziehen - sonst wären sie schon vor Jahrzehnten kaltgestellt worden. Gelernt hat Yasser Arafat von seinem großen Vorbild und Helden, dem Mufti Hadji Amin al-Husseini. Ihm zu Ehren tragen er und seine Anhänger in Ost und West ihr Pali-Tuch.

Nun aber zurück zur Zeit der Teilungsresolution und der Staatsgründung!

Der UN-Delegierte der Sowjetunion Andrei Gromyko sagt zum kriegerischen Vorgehen der arabischen Staaten in einer Rede im UN-Sicherheitsrat, am 29. Mai 1948: "Das ist nicht das erste Mal, daß die arabischen Staaten, die den Angriff auf Palästina organisierten, eine Entscheidung des Sicherheitsrates der Generalversammlung mißachtet haben. Die sowjetische Delegation hält es für wesentlich, daß der Rat bezüglich des Verhaltens der arabischen Staaten seine Meinung deutlicher und bestimmter vorträgt." (10)

Nach dem 29. November 1947: Die Lage der Juden in den arabischen Staaten

In den arabischen Staaten leben 1945 mehr als 870 000 Juden. Schon vor dem UNO-Beschluß warnen arabische UN-Delegierte, vor allem aus Ägypten und dem Irak, vor ansteigendem Antisemitismus und möglichen Massakern unter Juden für den Fall einer Annahme des Mehrheitsplanes. Dies ist eine eindeutige Drohung. Die Juden in den arabischen Ländern, besonders im Irak, in Syrien, Ägypten und Libyen stehen noch unter dem Eindruck der durch den palästinensischen Mufti und die ägyptische Muslimbrüderschaft angeheizten antisemitischen Gewalttätigkeiten.

Die jetzt oft verbreitete Behauptung, die Juden der arabischen Staaten seien von dort deshalb vertrieben worden, weil Israel die Araber vertrieb, entbehrt jeder Grundlage. (11)

Seit der Aufforderung zur Verfolgung und Vertreibung der Juden aus sämtlichen islamischen Staaten durch die hohe Geistlichkeit der Al-Azhar Universität, im Jahre 1947, ist in den Ländern ganze Arbeit geleistet worden. Mehr als 820 000 Juden leben nicht mehr in ihren Ländern. Von 2001 bis heute sind von den restlichen weitere vertrieben worden.

Yoram Ettinger schreibt, daß der von den Palästinensern und den arabischen Staaten Israel 1948 aufgezwungene Krieg 630 000 palästinensische und 820 000 jüdische Flüchtlinge hervorbringt. 590 000 der jüdischen Flüchtlinge werden von Israel neben Millionen aus Europa aufgenommen. Die palästinensischen Flüchtlinge und ihre Nachkommen leben auf Anweisung ihrer Führer in Flüchtlingslagern, wo sie eine Brutstätte für Terrorismus bilden. Nichts von den Geldern der USA und der EU an die PLO gehe an die Flüchtlingslager. (4)

Die Tabelle zur jüdischen Bevölkerung in arabischen Staaten von 1948 bis 2004 findet man im Artikel von Jacqueline Shields: Jewish Refugees from Arab Countries. Nach der UN-Resolution Nr. 181, vom 29. November 1947, sinkt in zehn arabischen Staaten die Anzahl der Juden von 856 000 auf knapp die Hälfte, nach dem Sechstagekrieg, vom Juni 1967, um weitere 400 000, und nach dem Yom-Kippur-Krieg bis zum Jahr 2004 auf 7 800, wobei einige Staaten gänzlich "judenrein" sind oder weniger als 100 Juden zählen. Zum Vergleich die Anzahl der im Iran lebenden Juden: 1948: 100 000, 1978/79: 80 000, 2001: 11 500, 2002/03: bis zu 40 000, 2004: 20 000 bis 25 000. (12)

Saudi-Arabien ist hier nicht aufgeführt, weil Juden dort schon lange sogar Einreiseverbot zum Besuch haben. In Jordanien leben 1948 keine Juden, es ist deshalb ebenfalls nicht aufgeführt, obgleich Juden lange vor der Entstehung des Islam in dem Teil Palästinas leben, den die Briten 1923 als Transjordanien abtrennen und später Jordanien nennen. Dorthin fliehen auch viele jüdische Familien, die im 7. Jahrhundert von der arabischen Halbinsel vertrieben werden, also mehr als tausend Jahre vor der Zeit, da dieses Gebiet zum haschemitischen Königreich erklärt wird.

Juden, die in Palästina östlich des Jordan und in dem heute als West Bank bezeichneten Judäa und Samaria leben, werden in den letzten 500 Jahren aus den von Arabern beherrschten Städten mittels sporadischer Pogrome und Plünderungen vertrieben, so daß um 1940 diese palästinensischen Städte als rein arabisch bezeichnet werden können. Die Juden, die seit Jahrhunderten, teilweise bereits vor der osmanischen Herrschaft, in dem palästinensischen Gebiet leben, das heute Jordanien und West Bank genannt wird, werden infolge der arabischen Gewalt zu palästinensischen jüdischen Flüchtlingen. Darauf achtet so gut wie niemand, selbst nicht in Israel.

Die geflüchteten Juden lassen sich schon vor der Staatsgründung Israels an der mehrheitlich von Juden besiedelten Küste, dem heutigen Israel nieder. Obgleich 1948 die 77 Prozent Palästinas, das die Briten 1923 abteilen und den Arabern als Transjordanien übergeben, bereits durch zahlreiche gewalttätige Ausschreitungen und Pogrome gegen die alteingesessenen Juden vollständig gesäubert sind, erläßt die jordanische Regierung 1954 das Gesetz Jordanian Nationality Law, das in Jordanien lebenden Palästinensern die Staatsbürgerschaft nur dann gibt, wenn sie keine Juden sind. (13)

Während der Besetzung Judäas und Samarias durch Jordanien, 1948 bis1967, erklärt die jordanische Regierung den Verkauf von Land an Juden zum Kapitalverbrechen. Dem Mandatsvertrag des Völkerbundes über Palästina widerspricht dieses Verbot. Die Resolution Nr. 181, vom 29. November 1947, sieht ein solches Verbot ebenfalls nicht vor. Das Recht der Juden, sich in diesen Gebieten anzusiedeln, sowie die rechtlichen Ansprüche auf das von Juden erworbene Land bestehen bis heute weiter. Die Siedlung Kfar Etzion beispielsweise befindet sich auf Boden, der 1927 von jemenitischen Juden gekauft worden ist. Das Ostjerusalemer Viertel Shimon Hatzadik haben Juden 1891 von Arabern erworben. (14)

Gibt man in die Google-Suchfunktion "jews"+"arab states"+"land left behind" ein, so wird man fast nur konfrontiert mit den Ansprüchen der Araber aus Palästina. "arab states"+"jewish land left behind" gibt einen einzigen Eintrag, der auf ein Buch von Michael R. Fischbach verweist. Dort wird der israelische Unterhändler Maurice Fischer zitiert, der vor der United Nations Conciliation Commission of Palestine, in Paris, am 14. November 1951 (!), erklärt hat, daß Entschädigungsverhandlungen mit der arabischen Seite die Entschädigung der aus der Westbank und Gaza sowie aus den arabischen Staaten vertriebenen Juden einschließen müßten. Es handelt sich zu der Zeit um etwa 400 000 vertriebene Juden, bis heute kommen noch einmal so viele hinzu. (15)

Leider finde ich den Link nicht wieder, in dem vorgerechnet wird, daß die von Juden in den arabischen Staaten ohne jede Entschädigung zurückgelassenen Ländereien zusammengenommen ein Gebiet umfassen, das größer ist als Israel, West Bank und Gaza. Das von den arabischen Regierungen enteignete Vermögen der Juden hat den Wert von mehreren Milliarden Euro.

Was den Willen der Araber angeht, mit Israel Frieden zu schließen, so zeigt die Zeit von 1948 bis 1967, da den Juden der Siedlungsbau verboten ist, daß auch ohne Siedlungsbau von den Arabern kein Frieden gewollt wird. Im Jahr 2000 bietet der israelische Premierminister Ehud Barak den Arabern den Abbau der Siedlungen an. Es führt nicht zur Friedensbereitschaft. Der politische Schaden des weiteren Siedlungsbaus für Israel ist auf Grund der Unkenntnis der Tatsachen in der Öffentlichkeit der westlichen Welt sowie deren mangelnder Bereitschaft, sich sachkundig zu machen, dennoch groß, deshalb gehen die Vorwürfe gegen Israel nicht aus. Gerade die Linken der westlichen Welt, von der linken Mitte bis zu den Linksradikalen, steigen voll in dieses Thema ein. Sie können somit ihren bis jetzt noch nicht wieder hoffähigen Antisemitismus mittels Anti-Zionismus und Anti-Imperialismus verbrämen. (16)

23. Februar 2010: Historisches Gesetz der Knesset

Am 23. Februar 2010 verabschiedet die Knesset, das israelische Parlament, ein Gesetz zur Sicherung der Entschädigung jüdischer Flüchtlinge aus arabischen Staaten und aus dem Iran als Teil zukünftiger Friedensverhandlungen im Nahen Osten. Endlich! Als jüdische Flüchtlinge gelten diejenigen, die aus diesen Staaten aus religiösen Gründen vertrieben worden sind. Es wird keine Verhandlung mehr ohne die Berücksichtigung der Ansprüche der jüdischen Flüchtlinge geben. (17)

Bereits am 1. April 2008 hat das US-Repräsentantenhaus eine entsprechende Resolution gebilligt, so daß nunmehr bei jeder Verhandlung, an der Israel und die USA teilnehmen, die Frage der Entschädigung der Juden aus arabischen Staaten und aus dem Iran aufgeworfen wird. (18)

Das wird den Arabern und den iranischen Mollahs gar nicht passen; denn für sie steht immer nur ihr Recht gegen das Unrecht der Israelis. Gemäß ihrer Religion haben die Juden keine Rechte, sie sind geduldete Dhimmis, wie die Christen übrigens, man lese im Koran und in den Verfassungen der PLO, der Fatah und der Hamas nach. In meinem Archiv befinden sich einige Artikel zum Thema.

11. Oktober 2003. Zuletzt erweitert und aktualisiert, am 5. März 2010

Quellen

(1) Die Entstehung des arabischen Antisemitismus und die Vertreibung der
Juden aus den arabischen Staaten. Das Flüchtlingsthema einmal anders
betrachtet, vom 11. Oktober 2003. Auszug (ab Quelle 40)
http://www.eussner.net/artikel_2004-03-16_00-10-27.html

(2) What was the role of the United Nations? Palestine Facts
http://www.palestinefacts.org/pf_independence_un_role.php

(3) Das Palästina-Problem vor der UNO
http://freenet-homepage.de/edges/sas06.htm

(4) Who were the 1948 Refugees? By Yoram Ettinger.
Freeman Center for Strategic Studies, March 2001
http://www.freeman.org/m_online/mar01/ettinger1.htm

The 1948 Palestinian Refugees - whose Responsibility? Part 2
http://www.freeman.org/m_online/mar01/ettinger2.htm

(5) Gad Granach: Heimat los! Aus dem Leben eines jüdischen Emigranten. Aufgezeichnet von Hilde Recher. Fischer Taschenbuch, Frankfurt 2000, S. 73f.
http://www.fischerverlage.de/

(6) King Abdul Aziz Al Saud (1876-1953)
http://www.the-saudi.net/al-saud/abdulaziz.htm

(7) United Nations General Assembly. The Reponse of The Arab States
Delegation to UN Res. 181 A/RES/181(II) (A+B), 29 November 1947
Von der Universität Princeton vom Netz genommen!
http://tinyurl.com/ydzjqb5
http://www.princeton.edu/main/

Die Antwort der Delegation der arabischen Staaten auf die UN-Resolution 181
zur Teilung Restpalästinas, vom 29. November 1947
http://www.eussner.net/artikel_2006-12-02_19-01-46.html

(8) Das Princeton Peace Network
http://tinyurl.com/y8ehvg6

Peace Network to screen ´Bowling for Columbine,´ Oct. 1. By quinones,
News at Princeton, September 30, 2003
http://www.princeton.edu/main/news/archive/S04/38/86A00/

Another World is Possible. By Susan George, The Nation Magazine,
February 8, 2002. Third World Traveller
http://www.thirdworldtraveler.com/Dissent/AnotherWorldPossib le.html

Edward S. Herman page. Third World Traveller
http://www.thirdworldtraveler.com/Herman%20/Edward_Herman.ht ml

(9) Jews in Arabic/Islamic Countries. The Virtual Jewish Library
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/anti-semitism/ar abjewtoc.html

(10) Security Council Official Records, SA/Agenda/77, (May 29, 1948), p. 2
Myth and Facts Online. The War of 1948, by Mitchell G. Bard.
The Jewish Virtual Library
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/myths/mf4.html

(11) Why did Jews go to Israel from other Middle Eastern countries?
http://www.palestinefacts.org/pf_independence_refugees_jews_ why.php

(12) Jewish Population in Arab Countries 1948-2001, Jewish Refugees from Arab Countries. By Jacqueline Shields, The Jewish Virtual Library
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/History/jewref.h tml

Creating a Land "Free of Jews". Estimated Jewish Population in
Arab Countries. Muftism and Nazism: World War II Collaboration Documents.
EretzYiroel.org
http://tinyurl.com/nmkfwy

The Jews of Iran. Jewish Virtual Library
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/anti-semitism/ir anjews.html

A Brief History of Iranian Jews (Part 1 of 2). By Massoume Price,
Foundation for the Advancement of Sephardic Studies and Culture
http://www.sephardicstudies.org/historyiran.html

(13) Jordanian Nationality Law, Article 3 of Law No. 6 of 1954,
Official Gazette No. 1171, February 16, 1954 (last amended 1987).
The UN Refugee Agency (UNHCR)
http://www.unhcr.org/cgi-bin/texis/vtx/refworld/rwmain?docid =3ae6b4ea13

(14) Why is Kfar Etzion illegal? FresnoZionism.org, June 16, 2009
http://fresnozionism.org/2009/06/why-is-kfar-etzion-illegal/

Obama and Israel, into the Abyss. By Daniel Pipes, Philadelphia Bulletin,
July 21, 2009
http://www.danielpipes.org/7464/obama-israel-into-the-abyss

Obamas Druck auf Israel. Von Daniel Pipes, WeltOnline, 22. Juli 2009
http://tinyurl.com/ycmwjmh

(15) Michael R. Fischbach: Records of Disposession: Palestinian Refugee Property
and the Arab-Israeli Conflict, Columbia University Press 2003, p. 133
http://tinyurl.com/y9omyw4

(16) Zur Frage der jüdischen Siedlungen siehe:
Settlements. Jewish Virtual Library
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Peace/settletoc. html

Israelische Siedlungen - eine völkerrechtliche Betrachtung.
Israel und der Nahe Osten. Botschaft des Staates Israel - Berlin
http://berlin.mfa.gov.il/mfm/web/main/Print.asp?DocumentID=1 20514

(17) Israel Government Approves Historic Bill Calling for Recognition of
Jewish refugees from Arab Countries. Justice for Jews from Arab Countries,
February 23, 2010
http://www.justiceforjews.com/knesset-approves.html

(18) The Jewish Refugees, The New York Sun, April 2, 2008
http://www.nysun.com/editorials/jewish-refugees/74062/

Israel vies to bring Mideast Jewish refugees into talks. By Rachelle Kliger,
Jerusalem Post, February 18, 2010
http://www.jpost.com/JewishWorld/JewishNews/Article.aspx?id= 169043

Gerechtigkeit für Juden aus arabischen Ländern. Von Zvi Gabay,
Israel HaYom, 23. Februar 2010. Newsletter der Botschaft des Staates Israel,
4. März 2010
http://tinyurl.com/ykr67ww


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