
Was Arslan zu Thilo Sarrazin einfällt
Die WELT-Zensoren muten es ihren Lesern nicht zu. Meinen sie vielleicht, der heldenhafte Löwe mache die Muslime lächerlich durch unfreiwillige Satire? Ich lese den Kommentar um Mitternacht, zur Geisterstunde, als die Zensoren, nach Hause zurückgekehrt, vollständig übermüdet und ausgepowert in die Kissen sinken - schließlich haben sie in letzter Zeit alle Hände voll zu tun, die WELT zu entsarrazinieren. Irgendwann ist bei jedem einmal Schluß, dann müssen die Leser solche Kommentare selbständig und verantwortungsvoll überlesen, bis sie gen Morgen wieder an die Hand genommen werden können.
Kommentar vom 31.08.2010, 22:21 Uhr
Die Rechtschreibung ist naturbelassen.
Arslan sagt:
Deutschland gehört nicht nur den Deutschen! Es gehört allen. Wir haben das Land aufgebaut nachdem ihr es kaputt gemacht habt. Jetzt werden wir respektlos behandelt! Land gehört niemanden! Wen es stört das wir unsere Kultur hier leben der soll raus aus deutschland. Der kann in die schweiz! Warum sollten wir nach euren Gesetzen leben???? Wir wurden nie gefragt ob wir überhaupt eure gesetze wollen! Die wurden von deutschen für deutsche gemacht wir brauchen neue gesetze von alle nicht nur von deutschen! Ihr lebt auch nicht nach unseren Gesetzen! Es ist doch eure Schuld das euch jeder hasst. Ihr gebt uns keinen schulabschluß weil wir schwarzköpfe sind! Wir sollten Geld von euch bekommen weil ihr unser leben kaputt gemacht habt. Wir können keine gute Arbeit bekommen nur die schlechte die keiner will. Die gute Arbeit ist nur für Deutsche. Unsere gemüseläden bezahlen aber eure Arbeitslosen harzer und ssäufer mit! (1)
Liebe WELT-Zensoren, Arslan spricht mit jedem Wort die Wahrheit. Warum muß sein Beitrag sterben? Deutschland gehört auch den Türken, das predigt ihnen ihr Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, berühmt geworden in der Kölnarena. Der Reporter der Rheinischen Post pflichtet ihm bei; denn er schreibt, daß er die Rede vor 16.000 seiner Landsleute gehalten habe, also alle diejenigen, die im Besitz eines deutschen Passes sind, gelten ihm dennoch als türkische Landsleute. Sie hören ihre Nationalhymne, die türkische. Gegen die Verzierung unserer Nationalfahne mit dem türkischen Halbmond, der Demonstration der Eroberung unseres Landes, hat man in der Rheinischen Post ebenfalls nichts einzuwenden, sonst läse man einen diesbezüglichen Satz, und sei er noch so kurz. (2)
Warum haben Sie etwas gegen Arslans Kommentar?
Er erinnert uns an unsere Kriegsverbrechen, und das ist gut so, wir können nicht genug daran erinnert werden. Das Stelenfeld in Berlin reicht nicht hin. Gerade Türken und türkischstämmige Deutsche sind berufen, uns immer wieder unsere Schuld ins Gedächtnis zu rufen, gibt es doch auf der Welt kaum eine Nation, die friedlicher war und ist als die osmanisch-türkische. Man befrage die Araber, die sich bis zum Ende des Ersten Weltkrieges unter osmanischer Herrschaft optimal entfaltet und ein blühendes kulturelles Leben geschaffen haben. Die Araber in Gaza sehnen sich so sehr danach zurück, daß sie gern wieder unter türkischer Herrschaft leben würden. Stichwort Mavi Marmara: Wenn das blaue Meer nicht wär´ und die Liebe der Matrosen ... (3)
Wen es stört das wir unsere Kultur hier leben der soll raus aus deutschland. Der kann in die schweiz! Das meint Arslan. Nargess Eskandari-Grünberg hat´s ihm schon vor zwei Jahren islamgrün vorgesprochen:
Der Unmut der Moscheegegner, die weit über 1000 Unterschriften gesammelt haben, schwoll noch an, als ihnen die integrationspolitische Sprecherin der Frankfurter Grünen, Nargess Eskandari-Grünberg, zurief, die Mainmetropole habe nun einmal einen Migrantenanteil von 40 Prozent, und: "Wenn Ihnen das nicht passt, müssen Sie woanders hingehen." (4)
Eine weitere islamgrüne Funktionärin sieht´s ähnlich, türkische Migranten hätten teilweise mehr für unser Land getan als wir selbst:
Deligöz: Zu wenig türkischstämmige Migranten in den Parlamenten
Grünen-Abgeordnete Ekin Deligöz habe gesagt, dass sowohl in den Landesparlamenten als auch in den Stadträten zu wenige türkischstämmige Migranten vertreten sind. Die Zeit sei schon längst gekommen, dass diejenigen, die seit 50 Jahren teilweise mehr für das Land getan haben als die eigenen Bürger und es mehr als manch anderer verinnerlichen und lieben, nun auch gleichberechtigt in den jeweiligen Parlamenten vertreten werden. (SABAH) (5)
Dann kommt Arslan zu den Gesetzen. Da geben ihm ganz andere recht als zwei islamgrüne Provinzpolitikerinnen. Der Koran, die Hadithe, die Scharia, die Imame, einfach alle Muslimfunktionäre seit 1400 Jahren. Muslime haben unsere Gesetze nicht zu wollen, sondern sie müssen sie solange dulden, wie sie in unserem Land noch nicht die Macht haben, sie islamgrün zu verändern. Das befiehlt ihnen u.a. der im Westen sehr beliebte Prof. Dr. Tariq Ramadan, der vorgibt, er vermittle den Muslimen, daß sie mit treuer Loyalität zum Land leben sollten, zu dem sie gehören. Stattdessen predigt er ihnen, unter anderem auf seiner Site, sie hätten einen Vertrag mit ihrem Gastland und allzeit achtzugeben, daß sie bei der Erfüllung dieses Vertrages nicht vom muslimischen Wege der Scharia abkommen. Er fordert sie auf, schrittweise die Rechtsnormen der Scharia in ihren Gastländern flächendeckend einzuführen, wobei es nie eine Rolle spielt, ob die Muslime eine andere Nationalität als das Land haben, in dem sie leben, oder ob sie in dem Land geboren sind. An die Stelle der Nation tritt der Islam. Im Artikel Ian Buruma hat ein Identitätsproblem kann man darüber mehr lesen. (6)
Arslan hat recht, wenn er behauptet: Wir wurden nie gefragt ob wir überhaupt eure gesetze wollen! Die wurden von deutschen für deutsche gemacht wir brauchen neue gesetze von alle nicht nur von deutschen! Er spricht nur nach, was der Konvertit Wilfried Murad Hofmann schon seit langem predigt: Wir müssen durch Parteieintritt - in alle wirklich demokratisch gesinnten Parteien - dazu beitragen, dass die Parteiprogramme islamkonformer werden. (7)
Der Konvertit ist Botschafter a. D. der Bundesrepublik Deutschland, ein anerkanntes Mitglied unserer Gesellschaft. Er will islamkonformere Parteiprogramme, das heißt, diese müssen von muslimischen oder zumindest dem Islam gewogenen Parteimitgliedern erstellt werden. Die Mitglieder werden von den toleranten Deutschen gewählt und in den Deutschen Bundestag einziehen, einige solcher islamgrünen Muslime und ihrer roten Freunde sind bereits dort. Die machen die neuen Gesetze.
Das geht nicht so zügig, wie es sich die Muslimfunktionäre und ihre Freunde vom Multi-Kulti-Bündnis vorstellen. Immer wieder gibt´s Hindernisse, da können die Muslime schon mal wütend werden. Der heldenhafte Löwe Arslan spricht´s aus: Es ist doch eure Schuld das euch jeder hasst. Was, liebe Zensoren der WELT, ist daran falsch? Man muß nicht über unsere Grenzen hinaussehen, in Deutschland haßt uns jeder, angefangen bei der CDU bis zur Linkspartei und den Muslimen, ob sunnitischer oder schiitischer Couleur. Wir Deutschen hassen uns selbst. Darum schaffen wir uns ab. Thilo Sarrazin hat´s auf 464 Seiten zusammengefaßt, belegt und zwischen rote Buchdeckel geklemmt. (8)
Wenn wir uns nicht selbst hassen würden, dann gäbe es unsererseits Widerspruch zu diesen Äußerungen von Arslan: Ihr gebt uns keinen schulabschluß weil wir schwarzköpfe sind! Wir sollten Geld von euch bekommen weil ihr unser leben kaputt gemacht habt. Wir können keine gute Arbeit bekommen nur die schlechte die keiner will. Die gute Arbeit ist nur für Deutsche. Unsere gemüseläden bezahlen aber eure Arbeitslosen harzer und ssäufer mit!
Das aber wird mantra-ähnlich wiederholt, von der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung Maria Böhmer bis zum Bundestagsabgeordneten der Grünen Christian Ströbele, wir müßten unsere Fremdenfeindlichkeit ablegen (sie alle wissen, daß wir fremdenfeindlich sind), wir müßten noch mehr bezahlen für die Immigranten aus islamischen Ländern, für ihre Bildung und ihre Haushalte, wir zerstörten ihr Leben, weil wir ihnen keine gute Arbeit gäben. Daher jetzt auch Blindbewerbungen, damit die gute Arbeit nicht mehr nur für Deutsche ist. Und daß aus den Steuereinkommen der türkischen Gemüseläden unsere Arbeitslosen harzer und ssäufer bezahlt werden, das weiß sogar Michel Friedman, seit er das Interview geführt hat. Es ist nachzulesen im Artikel Thilo Sarrazin. Michel Friedman und der Lumpenjournalismus. (9)
Also, liebe Zensoren der WELT, geben Sie sich bitte einen Ruck und setzen Sie den Kommentar wieder ein. Danke im voraus!
1. September 2010
Quellen
(1) Die deutsche Streitkultur wird maßlos überschätzt. Von Jacques Schuster, WELTOnline, 31. August 2010
http://tinyurl.com/34x8ylh
(2) Recep Tayyip Erdogan in der Kölnarena. Ein Staatschef wie ein Popstar.
RPOnline, 10. Februar 2008
http://tinyurl.com/34hcpru
(3) Mavi Marmara in meinem Archiv
http://tinyurl.com/3228ww7
Wenn das blaue Meer nicht wär. Jörg Maria Berg. Video. YouTube
http://www.youtube.com/watch?v=ewe45N7u_lQ
(4) Die Lanzen der Eroberer. Von Jochen Bölsche, SPIEGEL special 2/2008,
25. März 2008, Seite 72
http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-56323073.html
Skandal in Frankfurt. Politically Incorrect, 6. November 2007
http://www.pi-news.net/2007/11/skandal-in-frankfurt/
(5) 14.10.2009 – Sarrazin, Bertrams, Integrationsministerium. MIGAZIN
http://tinyurl.com/39o2cx4
(6) Ian Buruma hat ein Identitätsproblem. 5. Februar 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-02-05_02-04-40.html
(7) Wilfried Murad Hofmann, Botschafter a. D. der Bundesrepublik Deutschland,
im Gespräch mit islam.de. 30. August 2004
http://www.muslimliga.de/archiv/hofmann1.html
(8) Thilo Sarrazin: Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen [Gebundene Ausgabe]. Amazon.de, 22,99 Euro, August 2010
http://tinyurl.com/2g6ojob
(9) Thilo Sarrazin. Michel Friedman und der Lumpenjournalismus.
22. Oktober 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-10-22_20-10-49.html
Thilo Sarrazin in meinem Archiv
http://tinyurl.com/yjcdmmv
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