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Gudrun Eussner
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Tivadar Soros. Maskerade. Dokumentation. Rozhinkes mit Mandlen

  • Das Abenteuer eines Soldaten bedeutet nicht viel, wenn nicht der Held am Leben ist, es zu erz├Ąhlen; Tote erz├Ąhlen keine Geschichten. (20)
  • Es zahlt sich nicht aus, prominent zu sein. Man wird mit seinen Ideen oder Ansichten identifiziert, und wenn diese Ideen unter Beschu├č geraten, mu├č man entweder seine Ansichten oder sich selbst opfern. Da ich nicht den Wunsch hatte, M├Ąrtyrer zu werden, hielt ich mich lieber im Hintergrund. (32)
  • Ich (wurde) nur darum im b├╝rgerlichen Leben nicht prominent, weil ich es nicht versucht hatte. (32)
  • In Zeiten der Gefahr besteht das gr├Â├čte Problem darin, die Menschen dazu zu bringen, da├č sie sich zwischen verschiedenen unerfreulichen Alternativen entscheiden. Ich sah die Sache ganz klar: Wir w├╝rden die kommenden Monate nur durchstehen, wenn wir aufh├Ârten, als Juden zu leben. (35)
  • Hitlers Leitmotiv ist nicht Hochmut, sondern Wut. (Emp├Ârt Euch! G.E.) (37)
  • Die Ausrottung der Juden ist der einzige Punkt in seinem politischen Programm, den er nach dem Prinzip des geringsten Widerstandes umsetzen kann. (37)
  • Leute von fortschrittlicher Gesinnung wie zum Beispiel Sozialisten machten nat├╝rlich keinen Unterschied zwischen Menschen mit j├╝dischem und Menschen mit christlichem Hintergrund. (43)
  • Mut ist eine immaterielle Eigenschaft, die man entweder hat oder nicht hat. Wenn ein Feigling versucht, sich als Held zu beb├Ąrden, mu├č irgend etwas schiefgehen. (54)
  • Immer, wenn das zu erwartende Resultat ├╝ber das aufgewandte Quantum an Energie oder Opferbereitschaft hinausgeht, m├╝├čt ihr helfen. Scheut auch vor einem Opfer nicht zur├╝ck, wenn es f├╝r den Empf├Ąnger mehr bedeutet als f├╝r euch die M├╝he, die ihr hineingesteckt habt. (84)
  • Handle so, da├č niedere Energie unter geringstm├Âglichem Verlust in h├Âhere Energie verwandelt wird. Ostwalds "energetischer Imperativ". (282)
  • F├╝r Intellektuelle ist k├Ârperliche Arbeit doppelt schwer: Ihr Kopf ist immer irgendwo anders, und ihr Herz ist nicht bei der Sache. (95)
  • Ich war beunruhigt dar├╝ber, wie leicht ich manchmal meinen Sinn ├Ąnderte. Trotzdem war ich ├╝berzeugt, ein z├Ąher, abgebr├╝hter, hartn├Ąckiger Bursche zu sein. Ich vermute, da├č derartige innere Konflikte dem Menschen Individualit├Ąt verleihen. (109)
  • Schlimm, wenn ein Mensch, der lediglich Gl├╝ck hat, seinen Erfolg mit Klugheit verwechselt. (109)
  • Das neue Versteck am Esk├╝-Platz bot allen Komfort, und wir f├╝hlten uns sicher. Dieses Gef├╝hl der Sicherheit ist wichtiger als die Realit├Ąt: Man kann in t├Âdlicher Gefahr schweben, ohne sich zu f├╝rchten, weil man die Situation nicht v├Âllig ├╝berblickt. Entsprechend kann man vor Angst schier au├čer sich geraten, ohne da├č es einen wirklichen Grund daf├╝r g├Ąbe. (117)
  • Offensichtlich gab es noch immer Leute, die an die Richtigkeit der faschistischen Idee glaubten. Aber solche Ideen oder Ideale f├╝hrten nur dazu, da├č Millionen von Menschen ermordet, vernichtet, abgeschlachtet wurden. (154)
  • Wie mit schweren Lasten bepackt, schienen wir uns durch die Zeit zu schleppen. Doch wurden diese Tage von einzelnen Episoden unterbrochen, die ein pl├Âtzliches, grelles Licht auf diese Maskerade warfen, auf diese verworrene Welt aus Tod, Wut und Ha├č. (158)
  • Mit gro├čer M├╝he fand mein Sohn eine neue Bleibe im Haus eines pr├Ąchtigen Ehepaares. Der Mann war Kommunist, und seine Frau betrieb eine Gew├╝rzkr├Ąmerei, womit bewiesen war, da├č die Kluft zwischen Kommunismus und Kapitalismus nicht un├╝berbr├╝ckbar sein mu├čte. (154)
  • So machen es auch die Tiere: Wenn sie Gefahr wittern, bieten sie ihren Feinden nicht etwa ein gut sichtbares Ziel; vielmehr besteht ihre nat├╝rliche Methode der Selbsterhaltung darin, mit dem Hintergrund zu verschmelzen und einfach zu verschwinden. (160f.)
  • Ich hatte versucht, ihr (dem Fr├Ąulein Emi, G.E.) klarzumachen, da├č es auch zur Lebenskunst geh├Ârt, die eigenen Gef├╝hle mit einem gewissen Verantwortungsbewu├čtsein in Einklang zu bringen. (162)
  • Wenn wir etwas nur stark genug w├╝nschen, verliert unser Gehirn die F├Ąhigkeit, die Fakten zu pr├╝fen, und Vernunft und Logik sind ausgeschaltet. Zuletzt k├Ânnen wir nicht einmal mehr richtig sehen. (167)
  • Ich konnte mich lange nicht entscheiden, ob ich mich als Jude f├╝rchten oder als Nichtjude sch├Ąmen sollte, weil ich diese Geschehnisse zulie├č. (T.S. und Familie waren als Gojim untergetaucht, G.E.) (179)
  • Nach meiner festen ├ťberzeugung war es unm├Âglich, mit den Nationalsozialisten oder der SS Gesch├Ąfte zu machen, geschweige denn zu einer Vereinbarung mit ihnen zu kommen. F├╝r mich waren sie absolut nicht vertrauensw├╝rdig. (184)
  • Nichts hilft gegen Terrorismus besser als Terror! (195)
  • Doch immer, wenn ich in meinem Leben zu sparen versuchte, zog ich den k├╝rzeren. So war es auch diesmal: Am dritten Tag wurden unsere k├Âstlichen Ananasst├╝cke schlecht, und wir mu├čten die Rationen f├╝r den vierten Tag wegwerfen. (221)
  • Es ist verbl├╝ffend, wie leicht man seinen gesunden Menschenverstand einb├╝├čt, wenn einen die Habgier ├╝bermannt. (222)
  • Es ist schon bemerkenswert, wie die Menschen immer die Schwachen, die Schutzlosen, die Ungebildeten ausbeuten. Das sind dann die Leute, die exorbitante Zinsen zahlen und sich v├Âllig wirkungslose Wunderarzneien aufschw├Ątzen lassen oder mit einem kupfernen Ring anstelle eines goldenen betrogen werden. (234)
  • Ich habe mich nie vom Ha├č versklaven lassen. (238)
  • Wenn man zu lange auf etwas gewartet hat, kann man sich nicht richtig freuen, wenn es endlich kommt. (241)

7. Februar 2011 - Links zum Selberkopieren, 6. M├Ąrz 2011

Tivadar Soros: Maskerade. Die Memoiren eines ├ťberlebensk├╝nstlers,
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), Stuttgart - M├╝nchen 2003, ISBN 3421054967,
Gebunden, 317 Seiten, 24,90 EUR. Perlentaucher
www.perlentaucher.de/autoren/12057/Tivadar_Soros.html

Tivadar Soros (1894 - 1968). WorldLingo
www.worldlingo.com/ma/dewiki/de/Tivadar_Soros

Maskerado, zuerst ver├Âffentlicht auf Esperanto 1965 von J. R├ęgulo. (4)

Deutscher Esperanto-Bund
www.esperanto.de/

Friedrich Wilhelm Ostwald (1853 - 1932). Wikipedia
en.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Ostwald

Ostwald interessierte sich auch sehr f├╝r Sprachwissenschaft und stiftete einen Teil seines Preisgeldes f├╝r die Entwicklung der Welthilfssprache Ido, einer Abart des Esperanto. (282)

Deutsche Ido-Gesellschaft / Germana Ido-Societo
www.idolinguo.de/index.php

St├ęphane Hessel: Emp├Ârt Euch! Die L├╝ge h├Âret nimmer auf.
6. Februar 2011
www.eussner.net/artikel_2011-02-06_13-06-55.html

Zur Erholung:

Barry Sisters - Rozhinkes mit Mandlen. Video. YouTube
www.youtube.com/watch?v=hDZJq6Hc9QI

Rozhinkes mit Mandlen. Text und Musik: Abraham Goldfaden (1840 - 1908)
Virtual Klezmer
www.klesmer-musik.de/rosinkes.htm


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