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Fundsachen

15.05.2005, 21:47 Uhr

Christoph Martin Wieland (1733 - 1813)

Wieland war ein Dichter des Rokokos und der deutschen Aufklärung, einer der vier "Vorklassiker". Er begründete den modernen deutschen Bildungsroman und war ein bedeutender Übersetzer. (1)

Er begründete die Zeitschrift "Der Teutsche Merkur", worin er auch die ersten Kapitel des nachfolgenden Romans unterbrachte. Dann setzte er an, um diesen Roman "Geschichte der Abderiten" (fertig 1774) zu schreiben. Es geht um die witzige und satirische Entlarvung des kleinbürgerlichen Spießertums, so wie es C.M.W. in Biberach, Erfurt und z.T. auch in Weimar erlebte. Berühmt ist im zweiten Teil des Romans das vierte Buch "Der Prozeß um des Esels Schatten", wo man sich streitet, ob bei Vermietung des Esels der Schatten desselben extra berechnet werden soll oder nicht. Das nächste Buch des Romans "Die Frösche der Latona" zeigt die Unsinnigkeit politischen Geschwätzes und den Triumph der Phrase. (2)

Charakter und Lebensart des Oberpriesters Stilbon

... Stilbon hatte von Jugend an die Einsamkeit geliebt, und sich in den unzugangbarsten Gegenden des Latonenhains, oder in den abgelegensten Winkeln ihres Tempels mit Spekulationen beschäftigt, die desto mehr Reiz für seinen Geist hatten, je weiter sie sich über die Grenzen der menschlichen Erkenntnis zu erheben schienen, oder (richtiger zu reden) je weniger sich der mindeste praktische Gebrauch zum Vorteil des menschlichen Lebens davon machen ließ. Gleich einer unermüdeten Spinne saß er im Mittelpunkt seiner Gedanken- und Wortgewebe, ewig beschäftigt, den kleinen Vorrat von Begriffen, den er in dem engen Bezirke des Latonentempels bei einer so abgeschiedenen Lebensart hatte erwerben können, in so klare und dünne Fäden auszuspinnen, daß er alle die unzählbaren leeren Zellen seines Gehirns über und über damit austapezieren konnte. (3)

Der Schlüssel zur Abderitengeschichte (1781)

" ... Und plötzlich ward es Licht in meinem Kopfe. - Ja, ja, dacht ich, die Abderiten! Was kann natürlicher sein? Die Geschichte der Abderiten will ich schreiben! Wie war es doch möglich, daß mir ein so simpler Einfall nicht schon längst gekommen ist? Und nun setzte ich mich auf der Stelle hin, und schrieb, und schlug nach, und kompilierte, und ordnete zusammen, und schrieb wieder; und es war eine Lust zu sehen, wie flink mir das Werk von den Händen ging.

Indem ich nun so im besten Schreiben war, (fährt unser Verfasser in seiner treuherzigen Beichte fort) kam mir in einem Capriccio, oder Laune, oder wie mans sonst nennen will, der Einfall, meiner Phantasie den Zügel schießen zu lassen, und die Sachen so weit zu treiben als sie gehen könnten. Es betrifft ja nur die Abderiten, dacht ich, und an den Abderiten kann man sich nicht versündigen: sie sind ja doch am Ende weiter nichts als ein Pack Narren; die Albernheiten, die ihnen die Geschichte zur Last legt, sind groß genug, um das Ungereimteste, was du ihnen andichten kannst, zu rechtfertigen.

Ich gesteh es also unverhohlen, - und wenns unrecht war, so verzeihe mirs der Himmel! - ich strengte alle Stränge meiner Erfindungskraft bis zum Reißen an, um die Abderiten so närrisch denken, reden und sich betragen zu lassen, als es nur möglich wäre. Es ist ja schon über zweitausend Jahre, daß sie allesamt tot und begraben sind, sagte ich zu mir selbst; es kann weder ihnen noch ihrer Nachkommenschaft schaden, denn auch von dieser ist schon lange kein Gebein mehr übrig.

Zu diesem allem kam noch eine andre Vorstellung, die mich durch einen gewissen Schein von Gutherzigkeit einnahm. Je närrischer ich sie mache, dacht ich, je weniger habe ich zu besorgen, daß man die Abderiten für eine Satire halten, und Anwendungen davon auf Leute machen wird, die ich doch wohl nicht gemeint haben kann, da mir ihr Dasein nicht einmal bekannt ist. - Aber ich irrte mich sehr, indem ich so schloß. Der Erfolg bewies, daß ich unschuldiger Weise Abbildungen gemacht hatte, da ich nur Phantasien zu malen glaubte." (4)

(1) Christoph Martin Wieland
http://gutenberg.spiegel.de/autoren/wieland.htm

Die drei anderen "Vorklassiker" sind Johann Jacob Wilhelm Heinse, Johann Gottlieb Klopstock und Gotthold Ephraim Lessing.

(2) Christoph Martin Wieland. Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band XIII (1998) Spalten 1062-1083 Autor: Wolfdietrich von Kloeden
http://www.bautz.de/bbkl/w/wieland_c.shtml

(3) Christoph Martin Wieland: Geschichte der Abderiten. Roman. Zweiter Teil. Viertes Buch. Der Prozeß um des Esels Schatten. Viertes Kapitel. Charakter und Lebensart des Oberpriesters Stilbon
http://gutenberg.spiegel.de/wieland/abdera/abdera.htm

(4) Der Schlüssel zur Abderitengeschichte (1781)
http://gutenberg.spiegel.de/wieland/abdera/nachwort.htm


09.05.2005, 16:10 Uhr

Wart auf mich

Wart auf mich, ich komm zurück,
aber warte sehr.
Warte, wenn der Regen fällt
gelb und trüb und schwer.
Warte, wenn der Schneesturm tobt,
wenn der Sommer glüht.
Warte, wenn die andern längst,
längst des Wartens müd.
Warte, wenn vom fernen Ort
dich kein Brief erreicht.
Warte - bis auf Erden nichts
deinem Warten gleicht.

Wart auf mich, ich komm zurück!
Kalt und stolz hör zu,
wenn der Besserwisser lehrt:
"Zwecklos wartest du!"
Wenn die Freunde, wartensmüd,
mich betrauern schon,
trauernd sich ans Fenster setzt
Mutter, Bruder, Sohn.
Wenn sie, mein gedenkend, dann
trinken herben Wein.
Du nur trink nicht - warte noch
mutig, stark, allein.

Wart auf mich, ich komm zurück!
ja, zum Trotz dem Tod,
der mich hundert-, tausendfach
Tag und Nacht bedroht.
Für die Freiheit meines Lands,
rings umdröhnt, umblitzt,
kämpfend, fühl ich, wie im Kampf
mich dein Warten schützt.
Was am Leben mich erhält,
weißt nur du und ich :
Daß du, so wie niemand sonst,
warten kannst auf mich.

Text: Konstantin Simonow (1915 - 1979)

Eines der populärsten und beliebtesten Gedichte der Kriegsjahre war der poetische Brief eines Frontsoldaten an die Geliebte, das Gedicht "Wart auf mich" von Konstantin Simonow. Mit der Musik Matwey Blanters fand das Lied weiteste Verbreitung, besonders unter den Frontsoldaten. (1)

Er nahm ab 1941 bis zur Befreiung vom Hitlerfaschismus in Berlin als Frontberichterstatter für die "Prawda" und die "Krasnaja Swesda" am Großen Vaterländischen Krieg teil...

Eines der bewegendsten Liebesgedichte, das die sowjetischen Soldaten durch alle Schlachten begleitete, schrieb Simonow gleich zu Beginn des Großen Vaterländischen Krieges. (2)

Musik: Matwey Isaakowitsch Blanter (1903 - 1990)

Dieses Gedicht wurde von Michail Blanter vertont und klang in die ganze friedliebende Welt hinaus...

Beim Deutschen Rundfunkarchiv heißt Matwey Isaakowitsch Blanter Michail, wie er sich wohl während der antisemitischen Sowjetzeit nennen mußte.

All-Russia Festival in Memory of Jewish Composer. Bryansk (Blanter´s hometown) - A Music Festival to mark the 100th anniversary of the birth of Matvey Blanter, a well-known Russian Jewish composer, was held in many cities throughout Russia. Matvey Blanter wrote such Soviet hits as "Katyusha" and "Katzatchok". (3)

Übersetzung: Klara Blum (1904 - 1971)

Die Tochter aus wohlhabendem jüdischen Elternhaus arbeitet nach dem Abitur zunächst als Hauslehrerin, beginnt jedoch bald darauf ein Psychologie-Studium an der Universität Wien. Bereits zu dieser Zeit erscheinen erste Gedichte von ihr in jüdischen Zeitungen sowie Beiträge in der Parteizeitung der Sozialdemokratischen Partei Österreichs, der sie seit 1933 angehört. (4)

Dshu Bai-lan
Dshu Bai-lan
Dshu Bai-lan
Ich bin stolz, Chinesin zu sein
ich
Klara
Klara Blum
Geboren auf Europas Hintertreppen,
Geneigt zu Pathos und Verstiegenheit,
Bereit, des Denkens schwerste Last zu schleppen,
Und unter dieser Last noch sprungbereit,
Wuchs ich heran als Kind des Pulverfasses,
Vom Zündstoff voll der Liebe und des Hasses.
Die Judengasse ist mein Ahnenschloss,
mein Vaterland ein bunter Völkertroß,
der rastlos wilde Eigensinn mein Erbe. (5)

Gesang: Ernst Busch (1900 - 1980)

Zwischen 1937 und 1939 kämpfte er im Spanischen Bürgerkrieg auf der Seite der Republikaner. 1943 wurde er in Frankreich verhaftet und bis zum Ende des 2. Weltkrieges in Berlin gefangengehalten. Nach 1945 wirkte er als Schauspieler und Regisseur am Deutschen Theater Berlin und ab 1950 in Brechts Berliner Ensemble. In einer Schallplattenreihe gab er eine Sammlung seiner Kampflieder und Songs heraus. Ernst Busch starb am 8. Juni 1980 in Berlin. (6)

Mit seinem Label "Lied der Zeit" geriet der Unternehmer Busch in die Schusslinien der Formalismusdebatte. "Amerikanischen Jazz" habe er hereingeholt, "rhythmische Elemente überbetont" und "Soldatenlieder der imperialistischen USA" aufgenommen. Hinzu kam das Misstrauen gegen Agitprop als Erbe der Weimarer Kampfjahre. "Eines Tages erging die Order [...], Busch sei Proletkult", erinnert sich Manfred Wekwerth, "Alles, was nach politischer Agitation aussah und nicht die Verbrämung [...] über die Klassik fand, ging in die Linie des Proletkults." Fazit: Ende 1952 Auftritts-, 1953 Sendeverbot für Busch-Platten und -Bänder, die in den Rundfunkarchiven vernichtet wurden. Im selben Jahr wurde sein Unternehmen, weil es angeblich unwirtschaftlich arbeite (und dem Besitzer unterstellt wurde, Buntmetall geklaut zu haben), verstaatlicht. Es wurde zum VEB Deutsche Schallplatten, aus welchem bekannte DDR-Labels wie Amiga, Eterna, Litera usw. hervorgingen - und schließlich auch "Aurora", 1978 gegründet für die im Zeichen der Liberalisierung nicht mehr zu verhindernde Edition des Busch-Lebenswerks. (7)

Quellen

(1) Lied 14: Wart auf mich. Booklet zu Aurora 2: Roter Oktober. EdBa 01402-1
http://www.barbarossa-musik.de/

(2) Konstantin Simonow. Er schrieb über den Krieg, damit es keinen neuen Krieg gibt. Deutsches Rundfunkarchiv. Dokumentation des Monats August 2004
http://www.dra.de/dok_0804.htm

(3) Matvey Blanter. FJC Update. Culture/JCC Development. Russia. Federation of Jewish Communities of the CIS and Baltic States. March 2003, page 9
http://www.jewish.ru/news/fjcnews_march.pdf

Event: Matvey Isaakovich Blanter, composer 1903, February 10. OldEvents.com
http://www.oldevents.com/events/1903/february_10_1903_37030. html

(4) Klara Blum (Dshu Bai-lan). Journalistin und Schriftstellerin. Exil-Archiv - Virtuelles Zentrum der verfolgten Künste - International

http://www.exil-archiv.de/html/biografien/blum.htm

(5) ÖBV-Veranstaltungen und Events 2004. Textbuch: Wie aus Klara Blum Dhsu Bai-Lan wurde
http://www.oebv.com/aktiv/veranstaltungen/2004/2004blum_text e.html

(6) Ernst Busch
http://www.ernst-busch.de/

(7) Hört ihn an und macht es anders. Die Ernst-Busch-Edition bei Barbarossa. Ernst Busch: Chronik in Liedern Kantaten und Balladen 1-9. Aurora 2: Roter Oktober. EdBa 01402-1. Von Nikolaus Gatter
http://www.folker.de/200302/18pp.htm


08.05.2005, 18:01 Uhr

Simcha Bunem Unsdorfer - Tragödie, Mut und Widerstand

"There were no happy hopes of reunion for us. Only tears, tears that were stored away from the moment of our arrival in Auschwitz now poured down our sunken cheeks. Only now did we have time to think of our dear ones who had perished, who were no longer here to see our hour of liberation and join with us in what could have been the happiest days of our lives." - story of Holocaust survivor Simcha Bunem Unsdorfer as read by Sir Ben Kingsley in Liberation

Simon Wiesenthal Center Re-Releases "Liberation" in Conjunction with the 60th Anniversary of the Liberation of The Concentration Camps. Liberation is unique among the many documentaries on World War II because it addresses two themes in a single film: the dramatic story of the battle waged on two fronts during the War - the Allied campaign to liberate Europe and Adolf Hitler´s genocidal war against the Jews.

Interweaving personal narratives of unforgettable stories of tragedy, courage, resistance, and survival of the Jews of Europe with the story of the Allied campaign to liberate Europe and Adolf Hitler´s genocidal war against the Jews, Liberation reveals the inescapable and sobering reality that while Hitler was losing the war on the Allied Front, the Nazis were winning their war on the Jews and other innocent victims. The film reaches its climax with the dramatic liberation of Paris, the Benelux countries, and the death camps, through to VE Day.

Screened at the 1995 Berlin International Film Festival and the Deauville Festival of American Cinema in France among others, it was selected by the State of Israel as its official film commemorating the 50th anniversary of VE Day.

Liberation. Narrated by Sir Ben Kingsley, Miriam Margolyes, Patrick Stewart, Jean Boht and Whoopi Goldberg.
http://www.kintera.org/TR.asp?ID=M68659926957327514317565

Liberation. Arnold Schwartzman. USA 1994, 100 Min. Berlinale 1995, Sektion Panorama
http://www.berlinale.de/de/archiv/jahresarchive/1995/02_prog ramm_1995/02_Filmdatenblatt_1995_19951024.php

The Simon Wiesenthal Center - the team responsible for the Academy Award-winning film Genocide - LIBERATION begins in 1942, when the struggling allies began envisioning an invasion of Europe. The film reveals the strategies and deceptions on all sides, while vividly depicting the struggle on the battlefield, exploring those fateful years in panoramic detail. But most of all, this remarkable film documents the compelling stories that emerged from the tragedy inflicted upon European Jews — their courage, resistance and survival — stories you will never forget. LIBERATION is the very best in documentary filmmaking and its powerful insights will resonate with you for years to come.

Liberation on DVD. Koch Lorber Films, June 15, 2004
http://www.kochlorberfilms.com/news.asp?ID=17

Far away in Slovakia the Passover Seder was celebrated in a most humble fashion. Simcha Bunem Unsdorfer had been brought to the Auschwitz death camp. There the SS officers killed thousands of men, women and children daily. Simcha knew that there were only two ways to leave the death camp. One was through the chimney of the ovens after being gassed and burned. A better way was to find work for the German war effort...

Passover, Freedom of The Spirit. Shmais News Service
http://www.shmais.com/pages.cfm?page=hechtdetail&ID=27

Simcha survived the death camp and shared his experience in a personal memoir called The Yellow Star:

Yellow Star, von Simcha B. Unsdorfer. Feldheim Publishers Jerusalem/New York 1961. Erscheinungsdatum des Reprint: 1. Juni 1983. ISBN: 0873063376
http://www.amazon.com


08.05.2005, 18:55 Uhr

HaGalil und die "Junge Welt"

Unterstützen Sie haGalil mit Ihrer Spende. Schon zwanzig Euro im Jahr helfen, haGalil zu erhalten. Nicht Reden! Handeln! meint HaGalil ...

HaGalil in Existenznot. Von Thomas Klatt, Junge Welt, 2. April 2005
http://www.jungewelt.de/2005/04-02/018.php

Das stand schon im Februar bei HaGalil (man kann´s dort auch hören!)

HaGalil vor dem Aus? Von Thomas Klatt, HaGalil, 28. Februar 2005
http://www.hagalil.com/archiv/2005/03/hagalil.htm

Am selben Tag, am 2. April 2005, schüttet die "Junge Welt" Mistkübel aus über Josef Joffe und DIE ZEIT:

Feuer frei! Der schwarze Kanal. Von Werner Pirker, Junge Welt, 2. April 2005
http://www.jungewelt.de/2005/04-02/031.php

Die "Junge Welt" ist in der 10 Euro-Kampagne der AIK und in der 20 Euro-Kampagne von HaGalil aktiv:

Die AIK hat die Spendenkampagne "10 Euro für den irakischen Widerstand" initiiert. Und ihr Sprecher Wilhelm Langthaler ist zusammen mit "Junge Welt"-Mann Werner Pirker Autor eines Buches mit dem bezeichnenden Titel "Ami go home. Zwölf gute Gründe für einen Antiamerikanismus". Während dessen im Irak: Auch hier sind wie im letzten Jahr, die Terroristen vor dem Jahrestag besonders aktiv ...

Soli für den Heiligen Krieg. Von Ivo Bozic. Henryk M. Broders Homepage. Fremde Federn, 28. März 2005
http://www.henryk-broder.de/html/fr_bozic.html

Die "Junge Welt" setzt sich am 22. März 2005 für HaGalil ein:

"Wir kriegen haufenweise unappetitliche E-mails". Jüdisches Internetportal haGalil ist in Schwierigkeiten. Bund zahlt keinen Zuschuß mehr. Ein Gespräch mit Andrea Livnat. Andreas Siegmund-Schultze, Junge Welt, 22. März 2005
http://www.jungewelt.de/2005/03-22/025.php

Und hier das rotbraune Querfrontorgan rbi-aktuell.de mit massiver Kritik an der "Jungen Welt". Die sind wenigstens konsequent:

Ist die "Junge Welt" jetzt zionistisch? Ein Interview als Hofberichterstattung. Von Elmar Getto. rbi-aktuell.de, 26. März 2005
http://www.rbi-aktuell.de/cms/front_content.php?client=1&lan g=1&idcat=30&idart=249

Die "Junge Welt" ist unermüdlich im politischen Kampf gegen die USA und Israel tätig. Von der Ralph Nader nahestehenden Web Site TomDispatch.com, übersetzt vom Anti-Imperialisten Klaus von Raussendorff und veröffentlicht in seiner AIKor:

Bush pokert um Nadschaf. Von Michael Schwartz. Junge Welt. Beilage Trikont und Irak-Krieg, Anti-Imperialistische Korrespondenz (AIKor), 18. August 2004
http://www.aikor.de/info/04082801.pdf

Gambling in Najaf: Iraq as the Twenty-first Battleground State. By Michael Schwartz, Professor of Sociology at the State University of New York at Stony Brook. TomDispatch.com - a regular antidote to the mainstream media, August 11, 2004
http://www.tomdispatch.com/index.mhtml?pid=1677

Kommunisten-online. Kommunistische Internetzeitung. Mit vielen Beiträgen zur Internationalen Irak Konferenz am 12. März 2005
http://www.kommunisten-online.de/aik-2005-4.htm

Max Brym wendet sich auf HaGalil gegen den Anti-Amerikanismus des Werner Pirker und der "Jungen Welt":

Nordirak: Ein "linksdeutsches" Hurra oder "Kurden gegen Kurden". Von Von Max Brym. HaGalil, 5. Februar 2004
http://www.nahost-politik.de/deutschland/nordirak.htm

Wenn es um "Palästina" geht: "Junge Welt" und HaGalil gemeinsam mit den deutschen Mainstream-Blättern gegen Israels Politik, von Avnery über FR und FAZ bis zur ZEIT, gern verlinkt bei der Deutsch-arabischen Gesellschaft!

Koexistenz oder Konfrontation? Der geplante Verlauf des Sicherheitszauns. HaGalil, 14. September 2003
http://www.nahost-politik.de/westbank/sicherheitszaun.htm
http://www.d-a-g.de/infopalaestina.htm

Und das meint der Rechtsausleger "Junge Freiheit" zu HaGalil:

Einseitige Ausrichtung. Internet: Wie sich die jüdische Informationsplattform "haGalil" zum antirechten Kampfinstrument mauserte. Von Ekkehard Schultz. Junge Freiheit, Nr. 29, 11. Juli 2003, Seite 4
http://www.jf-archiv.de/archiv03/293yy13.htm

Die "Junge Welt" setzt sich für Michel Friedman ein. HaGalil bringt´s am selben Tag auf der Startseite!

Cui bono? Michel Friedman im Visier. Von kf, "Junge Welt", 16. Juni 2003
http://www.jungewelt.de/2003/06-16/003.php
http://www.klick-nach-rechts.de/gegen-rechts/2003/06/friedma n-2.htm

Ein Artikel aus der "Jungen Welt", vom 29. Oktober 2002, auf HaGalil am 31. Oktober 2002

Zeugenschaft. Von Andreas Hahn. Junge Welt, 29. Oktober 2002 - HaGalil, 31. Oktober 2002
http://www.jungewelt.de/2002/10-29/020.php
http://www.klick-nach-rechts.de/gegen-rechts/2002/10/pianist .htm

Max Brym schreibt auf HaGalil gegen Werner Pirker und die "Junge Welt":

Gibt es eine Querfront zwischen Links und Rechts? Von Max Brym, HaGalil, 1. Juli 2002
http://www.antisemitismus.net/antisemitismus/antizionismus/t exte/brym-05.htm

Es ist alte Tradition von HaGalil, sich auf die "Junge Welt" zu beziehen! Mit der "Jungen Welt" gegen Rechts und gegen Neo-Nazis!

Thüringen. Ein normaler Tod in der "national befreiten" Zone? 30. Mai 2001
http://www.klick-nach-rechts.de/gegen-rechts/2001/02/herrent ag.htm


27.03.2005, 16:42 Uhr

Gad Granach zum 90. Geburtstag, am 29. März 2005. Glückwunsch!

"1938 wurde in Jerusalem das berühmte Café ´Atara´ eröffnet, und jedesmal, wenn ich vom Toten Meer kam, ging ich dorthin, das war unser Treffpunkt. Das ´Atara´ war eine Kopie von "Zuntz sel. Witwe" in Berlin, alles in braun gehalten, mit einer Kaffeebohne als Motiv. Die Kellnerinnen trugen weiße Schürzchen mit einer Tasche vorn dran, und sie hatten Kuchen zur Auswahl. ´Atara´ gab es auch in Haifa und in Tel Aviv. Das Café gehörte der Familie Perlmutter, und die alte Frau Perlmutter hat immer die Servietten gezählt - solche typisch israelischen Standardservietten von der Größe einer Briefmarke, mit denen man sich nicht einmal die Nase putzen kann, und tut man es doch, ist man gleich mit der Nase durch. Ins ´Atara´ gingen die Jeckes auf ein Glas Tee und zankten sich um die Zeitschriften, denn immer saß so ein alter Knacker auf der ganzen Mappe. Das ´Atara´ war Europa."

Gad Granach: Heimat los! Aus dem Leben eines jüdischen Emigranten. Aufgezeichnet von Hilde Recher. Fischer Taschenbuch, Frankfurt 2000. Zwei Zitate von den Seiten 30 und 111
http://www.fischerverlage.de/

Ach so! - Gad Granach und Henryk M. Broder auf Tour. Gad Granach liest aus seinem Buch "Heimatlos!". Henryk M. Broder moderiert. Aufzeichnung der Matinee am 2.11.1997 im Centrum Judaicum. 1 CD, 57 Minuten Hörzeit. Ölbaum-Verlag, Augsburg 2000
http://www.perlentaucher.de/buch/684.html

Gad Granach, major domo of the Jerusalem school oversaw a camp staff of seven as General Foreman. Gezer IV, The 1969-1971 Seasons in Field VI, "The Acropolis". Volume IV of the series of publications of the Harvard Semitic Museum-Hebrew Union College Excavations at Gezer. Seger, Joe D. Publisher: Keter Press, Jerusalem 1986
http://library.msstate.edu/msuauthors/jds1/

Hebrew Union College - Jewish Institute of Religion
http://www.huc.edu/

Die Reise nach Jerusalem 3, von Henryk M. Broder. Online-Tagebuch der Mitglieder des publizistischen Netzwerks Die Achse des Guten, 26. März 2005
http://www.achgut.de/dadgd/view_article.php?aid=466&ref=0

Gad Granach und seine Witze. Von Hannes Stein, Die Welt, 22. März 2005
http://www.welt.de/data/2005/03/22/614630.html

Gad Granach zu Gast bei Alfred Biolek: "Ich mache überall Petersilie rein - außer in mein Bett ..."
http://www.alfredissimo.de/gaeste/?action=gast&id=357&sn=

"Es hätte ihm gefallen". Gad Granach stellte die Autobiographie seines Vaters vor. Von Tobias Kaufmann. Jüdische Literatur. Leo-Baeck Book Shop, 2003
http://www.juedische-allgemeine.de/leobaeck/biographien/buch -08019.html

Da geht ein Mensch. Der Tagesspiegel über Alexander und Gad Granach
http://www.henryk-broder.de/php/druck.php?datei=fr_tagesspie gel.html

Alexander Granach: Da geht ein Mensch. Autobiographischer Roman. Mit einem Vorwort von Rachel Salamander. Ölbaum Verlag, Augsburg 2003
http://www.oelbaum-verlag.de


25.03.2005, 20:12 Uhr

Lisa Fittko: Mein Weg über die Pyrenäen. Erinnerungen 1940/41

Wenn man mich heute fragt, wie Frankreich damals die jüdischen und politischen Emigranten behandelt hat, wie die Franzosen sich uns gegenüber benommen haben, weiß ich keine Antwort. Frankreich - welches Frankreich? Die Franzosen - wer ist das?

Ich weiß, daß wir in den Augen der französischen Behörden lästige Fremde waren, die man sich vom Leibe halten mußte; daß sie uns für schädlich hielten, weil wir Frankreichs Beziehungen mit Nazi-Deutschland gefährden konnten. Tausende von Emigranten waren gezwungen, sich illegal durchzuschlagen. Für uns gab es keine Arbeitserlaubnis, wir hatten keine Rechte, nicht einmal heiraten durften wir.

Als der Krieg ausbrach, erklärte uns die französische Regierung zu feindlichen Ausländern und sperrte uns in Konzentrationslager - zusammen mit den wirklichen Feinden, den Nazis. Viele Emigranten meldeten sich als Freiwillige zur französischen Armee, um gegen den deutschen Faschismus zu kämpfen, doch sie wurden zurückgewiesen und statt dessen in die Fremdenlegion gepreßt, um eine Trans-Sahara-Eisenbahn zu bauen.

Die Franzosen - Pétain, Weygand, Laval - unterzeichneten den Artikel des Waffenstillstands, der uns Emigranten den Deutschen auslieferte, und die neue Regierung bemühte sich eifrig, die Nazis noch zu übertreffen.

Doch hätte keiner von uns überleben können ohne die Hilfe von Franzosen in jedem Winkel des Landes - Franzosen, deren Menschlichkeit ihnen den Mut gab, diese vertriebenen Fremden aufzunehmen, zu verstecken, zu ernähren. Menschen wie der Kommandant des Bahnhofs von Lourdes, die in der finstersten Stunde ihrer eigenen Niederlage die Last des Schandartikels auf sich nahmen, der ihr Land des stolzen Namens la France généreuse beraubt hatte.

Quellen

Lisa Fittko, Who Helped Rescue Many Who Fled the Nazis, Dies at 95. By Douglas Martin. The New York Times, March 21, 2005
http://www.nytimes.com/2005/03/21/obituaries/21fittko.html?

Lisa Fittko (1909 - 2005). Von Christoph Neidhart. Weltwoche.ch, 11/05
http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=10402&CategoryID=66

Lisa Fittko: Mein Weg über die Pyrenäen. Erinnerungen 1940/41, 1. Auflage Hanser Verlag München, Wien 1985, S. 99f. Reihe Hanser, Oktober 2004
http://www.dtvjunior.de/dtvjunior.cfm?wohin=dtvnr62189&berei ch=J

Ein Film über Lisa Fittko, von Constanze Zahn, Deutschland 1998, 42 min:
Lisa Fittko: "Doch wir, sagten wir, wir ergeben uns nicht..."
http://www.medienwerkstatt-wien.at/videos/lisa-fittko_main.h tm

Dialogliste in deutsch des dokumentarischen Videoessays
http://www.medienwerkstatt-wien.at/videos/bandtexte-dt-eng/f ittko_textliste-dt.htm

Film en français: Lisa Fittko, portrait d´une résistante. Auteur-realisateur: Constanze Zahn. États généraux du film documentaire
http://www.lussasdoc.com/etatsgeneraux/2000/fiche_film.php4? id=44

Lisa Fittko geb. Ekstein, geboren 1909 in Uzhorod, Ukraine. Sie ist jüdischer Herkunft. Ihr antifaschistisches Engagement zwingt sie, Berlin 1933 zu verlassen. Sie engagiert sich weiterhin an jedem Ort ihres Exils, in Prag, Zürich, Amsterdam und Paris gegen Nazideutschland. Sie entkommt nach Marseille und stößt dort auf Varian Fry und das Emergency Rescue Committee., das - meist illegal - organisierte Fluchthilfe betreibt. 1940/1941 ist sie in der Fluchthilfe in Südfrankreich aktiv. Sie ist u. a. die Fluchthelferin von Walter Benjamin.

Lisa Fittko ist am Samstag, den 12. März 2005, in Chicago gestorben.

25. März 2005


25.03.2005, 00:20 Uhr

Sultan Saladin und seine Toleranz den Ungläubigen gegenüber

Des kurdischen Sultans Saladin Ayubi Sekretär, der Perser Imad ad-Din al-Katib al-Isfahani, berichtet über das "Schwert des Islams", wie Saladin auch genannt wird, und dessen Sieg über Jerusalem, aus dem Jahr 1187/578:

"Montagmorgen, den 17. Rabi´II, zwei Tage nach dem Sieg, ließ der Sultan (Saladin) die gefangenen Templer und Hospitaliter suchen und sagte: ´Ich will die Erde von den beiden unreinen Geschlechtern säubern.´

Er setzte 50 Dinar aus für jeden, der einen Gefangenen bringe, und sofort brachte das Heer sie zu Hunderten. Er befahl, sie zu enthaupten, denn er zog es vor, sie zu töten und sie nicht zu Sklaven zu machen. Eine ganze Schar Gelehrter und Sufis und eine gewisse Anzahl Frommer und Asketen befanden sich bei ihm; jeder bat, ob er nicht einen von ihnen umbringen dürfe, zog das Schwert und krempelte die Ärmel auf. Der Sultan saß mit frohem Gesicht dabei, während die Ungläubigen finster blickten...Es gab solche...die laut lachten und mordeten; wieviel Lob ernteten sie, ewigen Lohn sicherten sie sich mit dem vergossenen Blut, wie viele fromme Werke vollbrachten sie mit den Hälsen, die sie duchhieben!...Wie viele Ungläubige töteten sie, um dem Islam Leben zu geben...wieviel Vielgötterei rissen sie nieder, um den Eingottglauben zu bauen..."

Hans-Peter Raddatz "Von Gott zu Allah?", 3. überab. Aufl. Jan. 2005, Seite 180


04.05.2005, 13:08 Uhr

Der große Kater

Ich bin der große Kater,
ich sterbe keinen Tod.
Ich habe keinen Vater,
ich habe keinen Gott.

Ich habe keine Meinung,
und wenn die Sonne scheint,
dann tritt nicht in Erscheinung,
wer meine Tränen weint ...


05.03.2005, 23:54 Uhr

Antonio Machado

y cuando llegue el día del ultimo viaje,
y esté al partir la nave que nunca ha de tornar
me encontrareís a bordo ligero de equipaje,
casi desnudo, como los hijos de la mar

Inschrift auf der Grabplatte von Antonio Machado in Collioure
Sevilla, 26. Juli 1875 - Collioure, 22. Februar 1939

Am 22. Januar 1939 unternimmt Machado mit einigen Familienmitgliedern die letzte Flucht: von Barcelona nach Gerona und von dort nach Frankreich. Schon sehr krank, fand er mit seiner Mutter Zuflucht im Hotel Bougnol-Quintana des kleinen Dorfes Collioure, wo er am 22. Februar starb. Drei Tage später starb seine Mutter. Beide sind begraben in einem Familiengrab auf dem Friedhof von Collioure, wo sie seither ruhen.

Nombre del personaje: Antonio Machado
http://redescolar.ilce.edu.mx/redescolar/publicaciones/publi _quepaso/antonio_machado.htm

Página para honrar al gran poeta Español Antonio Machado
http://www.los-poetas.com/a/mach.htm


12.02.2005, 20:27 Uhr

Meinung. Die Polygamie ist in unserer Gesellschaft weiter verbreitet als in der muslimischen, meint Mansur Escudero, Präsident der Junta Islámica, des Islamischen Rates, und Generalsekretär der Comisión Islámica de España, der Islamischen Kommission Spaniens. Interview: Hashim Cabrera

Während der letzten Tage haben viele Medien reagiert auf eine der Äußerungen des Generalsekretärs der Islamischen Kommission Spaniens Mansur Escudero, der es für notwendig und zweckmäßig hält, daß die Regierung über die Möglichkeit nachdenkt, die Polygamie zu legalisieren. Die Frage ist gleichzeitig aufgetreten mit dem Projekt der Legalisierung der Homo-Ehe. Diese Angelegenheit ist jedoch bereits vor fünfzehn Jahren aufgetaucht, als die Islamische Kommission Spaniens mit dem Staat den Vertrag zur Zusammenarbeit verhandelte, der 1992 unterschrieben wurde. Seit der Zeit scheint sich in der spanischen Gesellschaft ein vollständiger Paradigmenwandel über die Konzeption der Ehe und der öffentlichen Moral vollzogen zu haben. Webislam hat Mansur Escudero interviewt, auf daß er seine Meinung dazu äußere, was eine interessante Debatte zu werden verspricht.

Der Konvertit Mansur Escudero nimmt zu folgenden Fragen Stellung:

  • Kannst Du uns erklären, warum und wie dieses Thema gerade jetzt aufgetaucht ist?
  • Welches war Deine Haltung?
  • Denkst Du, daß das heute aufgehört hat, ein Tabu-Thema zu sein?
  • Macht Dir nicht die Reaktion der Feministenorganisationen Sorge?
  • Könntest Du uns erklären, wie sich die Frage stellt?
  • Aber glaubst Du, daß gegenwärtig die Verhältnisse fortdauern, wie sie in Arabien vor vierzehn Jahrhunderten geschaffen wurden?
  • Auf was beziehst Du Dich bei der einverständigen Poligamie?
  • Wie weit ist die Praxis der Poligamie in der islamischen Welt verbreitet?
  • Vorher hast Du erwähnt, daß in der EU Bewegungen christlicher Orientierung zugunsten der Poligamie bestehen. Vertreten diese eine orthodoxe Lehrmeinung oder sind sie liberal?
  • Glaubst Du, wenn sich die Tür zur Poligamie öffnet, sie sich auch zur Vielmännerei öffnen wird? Was würdest Du diesbezüglich meinen?

So, und die Antworten dürfen die- und derjenige lesen, die spanisch verstehen. Ich wünsche viel Spaß dabei zu sehen, wie weit die Einführung der Scharia in Europa schon als selbstverständlich angesehen wird. Man bezieht sich dabei auch auf orthodoxe Katholiken und auf die Torah.

"La poligamia está más extendida en nuestra sociedad que en la musulmana", según Mansur Escudero. WebIslam. Número 277 // 4 de Febrero de 2005 // 24 Dhu´ l Hiyya 1425
http://www.webislam.com/


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