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Die Entstehung des arabischen Antisemitismus und die Vertreibung der Juden aus den arabischen Staaten

Das Fl√ľchtlingsthema einmal anders betrachtet

"Ein Ger√ľcht geht um im Irak: die Juden kaufen das Land, um daraus ein neues Pal√§stina zu machen. Sunnitische Immame und schiitische Mollahs schreien nach Vergeltung gegen ´die Schweine und die Affen´. Die 32 letzten Juden in Bagdad zittern." Das berichtet die franz√∂sische Wochenzeitschrift "Marianne" Ende September 2003. (1)

Im Juni ist dieses Ger√ľcht in der irakischen Presse zu lesen, und niemand kann dem seither Einhalt gebieten, obgleich die irakischen Immobilienh√§ndler √ľbereinstimmend erkl√§ren, da√ü nichts von dem wahr sei. Dann kaufen die Juden eben unter falschem Namen, um mit dem Irak zu machen, was sie mit Pal√§stina gemacht h√§tten. Aus Qom im Iran verh√§ngt Kadhem al-Haeri, der geistliche F√ľhrer des jungen irakischen Schiitenf√ľhrers und Idols der n√∂rdlichen Bezirke von Bagdad Moktada as-Sadr eine Fatwa √ľber Juden und ihre Teilhaber, sollten sie versuchen, im Irak zu investieren.

Aber die Paranoia endet noch nicht dort. Die Juden seien gekommen, ihre Vorfahren zu r√§chen, die im sechsten Jahrhundert v.d.Z. ins babylonische Exil gezwungen wurden, nachdem Nebukadnezar Jerusalem und den Tempel zerst√∂rt hatte. An die 2000 j√ľdische Soldaten der US-Armee versammelten sich am Grabe des Propheten Hezekiel, in Kiffle. Man k√∂nne fast sagen, sie kolonisierten die Gegend. F√ľr Hussein Abdel Nasser al-Douleimi, den Redaktionsdirektor der Zeitschrift "As-Saah" des f√ľhrenden sunnitischen geistlichen F√ľhrers Ahmed al-Koubeysi, sind die Amerikaner die Israelis, es sei alles das gleiche. Derselbe Hussein Abdel Nasser al-Douleimi erkl√§rt Ende der 90er Jahre, die Israelis bedienten sich der Djinnen, √ľbernat√ľrlicher Wesen, die laut dem Koran in einer der menschlichen parallelen Welt leben. Djinnen und Juden arbeiteten zusammen, um Chaos im Irak zu stiften, sie seien auch f√ľr die Uneinigkeit unter den verschiedenen irakischen ethnischen und religi√∂sen Gemeinschaften verantwortlich.

Ein anderer Iraker macht die CIA und den Mossad f√ľr das Attentat vom 29. August auf den Ayatollah Mohamed Bakr al-Hakim verantwortlich. Er bemerkt allerdings richtig, da√ü es unwahrscheinlich ist, da√ü gl√§ubige Sunniten oder Schiiten das Attentat ver√ľbten. Auf andere als die Amerikaner und die Juden kommt er nicht. Am Tag nach dem Attentat werden israelfeindliche Slogans skandiert. Der Djihad, der Glaubenskrieg, werde nicht enden, solange die Amerikaner im Irak seien, und die Juden Jerusalem besetzten.

Schwarze Tage k√§men √ľber die winzige Gemeinde von 32 √ľberlebenden Juden, wenn der Irak eine theokratische Regierung habe: sie w√ľrden nicht den Status von Dhimmis erhalten, sie seien die Feinde des Irak, weil sie unter der Hand mit Israel zusammenarbeiteten, verspricht Moktada as-Sadr.

Der Irak hat seit 55 Jahren keinen Friedensvertrag mit Israel.

Dhimmis in islamischen Staaten

Keinen Status von Dhimmis also. Was bedeutet das?

Zur Erkl√§rung m√ľssen wir uns in die Zeit direkt nach Mohammeds Tod (632) und der √úbernahme des neuen Glaubens durch die Bev√∂lkerung der arabischen Halbinsel begeben. Von 638 bis 1683 erobert der Islam in Glaubenskriegen riesige Territorien in Afrika, Asien und Europa. Dort leben V√∂lker mit eigener Religion und Kultur, mit eigener Sprache und Zivilisation. Diese V√∂lker bilden die gro√üe Mehrheit der Menschen in den vom Islam eroberten L√§ndern. Sie alle werden durch das islamische Gesetz, die Schariah, regiert. Diese ist laut islamischer Lehre allgemein und universal und besteht f√ľr alle Menschen und alle Zeiten. Sie ist unver√§nderlich. Es kommt nach dieser Lehre nicht in Frage, da√ü die Menschen der eroberten Gebiete einen anderen als den islamischen Glauben annehmen. Der Djihad, der Glaubenskrieg zwingt sie unter den Islam. Allerdings ist es m√∂glich, seinen Glauben und seine Kultur weiter zu behalten und zu pflegen, wenn man sich unter den Schutz des Islam begibt.

Schon im fr√ľhen Mittelalter werden dazu umfassende Gesetze erlassen. Der anerkannte islamische Jurist Abu´l-Hassan al-Mawardi (gestorben im Jahre 1058 d.Z.) erarbeitet genaue Regelungen, wie mit den Nichtgl√§ubigen und vor allem mit deren Besitz und Land nach gewonnenem Glaubenskrieg umgegangen wird. Das entsprechende Kapitel seines Buches besch√§ftigt sich mit der "Beute", die den Ungl√§ubigen abgenommen wird. Er unterscheidet drei Arten des Landraubs:

Die unter solchem Schutz lebenden Menschen sind die Dhimmis. Nur solche Menschen k√∂nnen Dhimmis werden, deren Glauben auf der Heiligen Schrift beruht, also Juden und Christen. Sie haben kein eigenes Recht auf Leben, Unversehrtheit und Besitz, sondern ein vermitteltes, durch die islamische Regierung gew√§hrtes. Dieses Recht auf Leben mu√ü jedes Jahr neu erworben werden. Der Vertrag, Dhimma, beruht auf Unterwerfung. Der Schutz endet, wenn die j√§hrliche Kopfsteuer nicht gezahlt wird. Die Bescheinigung √ľber die gezahlte Kopfsteuer berechtigt dazu, ein weiteres Jahr zu leben. Die Kopfsteuer dient der Bereicherung der Umma, der islamischen Gemeinschaft, vertreten durch ihre Herrscher. Symbolisch bedeutet sie die Aussetzung des Glaubenskrieges, des Djihad, der Tod, Versklavung oder Vertreibung von Nichtmuslimen mit sich bringt.

Es geht daraus hervor, da√ü die arabischen Herrscher es vorziehen, wenn die Christen und Juden ihr Land verlassen, denn dann k√∂nnen sie sich deren Besitz aneignen, der ein Mehrfaches der Kopfsteuer betr√§gt. Deshalb unterwerfen sie die Dhimmis mannigfachen Einschr√§nkungen, angefangen damit, da√ü sie ihre Kirchen und Synagogen nicht renovieren d√ľrfen, in Rechtsstreits gegen Muslime kein diesen gleiches Recht haben, besondere Kleidung tragen m√ľssen und von Muslimen gedem√ľtigt und beleidigt werden d√ľrfen. Sie k√∂nnen entf√ľhrt oder ausgewiesen werden, leben also in st√§ndiger Unsicherheit. Der Dhimma-Vertrag kann von den Moslems jederzeit aufgek√ľndigt werden. In allen Lebensbereichen sind sie den Muslimen gegen√ľber minderwertig. Das Prinzip des Naturrechts f√ľr alle Menschen wird ihnen vorenthalten, sie leben in einer Atmosph√§re des institutionalisierten Rassismus. (3)

Unter europ√§ischem Druck oder durch die Kolonisierung wird Mitte des 19. Jahrhunderts die Dhimmi-Gesetzgebung im osmanischen Reich aufgehoben. Auch in anderen arabischen Staaten wird diese Gesetzgebung im 20. Jahrhundert gelockert. Die j√§hrliche Kopfsteuer wird in der einen oder anderen Form in √Ągypten, Syrien dem Irak, und dem Libanon noch bis 1909 erhoben. Die gesamte arabische Welt ist bis heute von den Ansichten √ľber die Dhimmis gepr√§gt: sie werden als minderwertige Menschen wahrgenommen. (4)

Anfang des 19. Jahrhunderts gibt es auf Grund dieser Dhimmi-Gesetzgebung sowie zahlreicher Pogrome wegen in Pal√§stina, der Wiege des j√ľdischen Glaubens, kaum noch Juden. Im Irak, ebenfalls ein j√ľdisches Zentrum seit mehreren Tausend Jahren, soll es zuk√ľnftig einen theokratischen Staat geben, der keine j√ľdischen Dhimmis dulden wird. Gegen sie soll der Glaubenskrieg nicht aufgehoben sein. Sie sind zur Vertreibung oder Ermordung vorgesehen. Ende September 2003 gibt es 32 Juden im Irak, die meisten alte Menschen.

Die vom Koran vorgeschriebene Geringsch√§tzung Andersgl√§ubiger, "Ungl√§ubiger", gepaart mit Gewinn- und Machtstreben bilden schon immer die Grundlage f√ľr die Einschr√§nkung von Rechten der Juden in den arabischen Staaten. Eine weitere Grundlage bilden islamische Gesetze, die besagen, da√ü einmal islamisch gewordene Gebiete unbedingt zur√ľckerobert werden m√ľssen. Die Muslime der Welt sind gehalten, in diesem Sinne zu wirken. Das gilt f√ľr Israel, aber beispielsweise auch f√ľr Spanien: sie sind "L√§nder unter dem Schwert".

In Israel gibt es f√ľr die Juden keine irgendwie geartete Rast. Dort tobt der Djihad mit einigen Unterbrechungen, im Islam "Hudna" genannt, seit Jahrzehnten in voller Form. Hudna meint, da√ü sich die Glaubensk√§mpfer mittels eines Waffenstillstands eine Ruhepause g√∂nnen, um ihre Kr√§fte zu sammeln und aufzubauen und dann desto heftiger loszuschlagen. Diese Praxis ist seit dem Propheten Mohammed unter "Hudna" zu verstehen und nicht etwa ein Waffenstillstand als Vorbereitung eines Friedensvertrages.

Es wird klar, da√ü diese Gesetze, fundamentalistisch interpretiert, dazu f√ľhren, in allen arabischen Staaten Juden zu dem√ľtigen und zu verfolgen. Das ist also nicht neu, es ist kein Ergebnis etwaiger Vertreibungen von Pal√§stinensern aus israelischem Gebiet, keine Rache.

Die Rolle Großbritanniens bei der Herausbildung des arabischen Nationalismus und Antisemitismus

Der britische Historiker Arnold Toynbee (1889-1975), Studiendirektor im K√∂niglichen Institut f√ľr internationale Beziehungen und einflu√üreicher Berater der britischen Regierung und ihrer imperialistischen Politik w√§hrend der britischen Mandatszeit √ľber Pal√§stina, beschreibt die Juden als Fossilien, eine veraltete Ausgabe, als Relikte eines altert√ľmlichen Glaubens, der schon l√§ngst h√§tte verschwinden sollen. Eine der gr√∂√üten Entwicklungen des 20. Jahrhunderts werde die Verbreitung des Buddhismus in der westlichen Welt sein. (5) Wenn er heute doch die kopftuchtragende, vom deutschen Verfassungsgericht darin best√§tigte Frau Fereshda Ludin sehen k√∂nnte!

Von 1880 bis 1914 wandern 65 000 der von Arnold Toynbee abf√§llig als Relikte charakterisierten Juden der Verfolgungen in Ru√üland, Galizien, Rum√§nien und Polen wegen wieder nach Pal√§stina ein. Auch aus dem Jemen wandern Juden nach P√§lestina zur√ľck. Viele Araber lehnen diese Einwanderung und erst recht den Zionismus auf Grund ihres Verst√§ndnisses von den Dhimmis ab. Diese sichern noch dem √§rmsten Araber ein √úberlegenheitsgef√ľhl. Wenn sich nun diese Dhimmis als gleichberechtigt ihnen gegen√ľber "aufspielen", bricht dieses jahrhundertealte System zusammen. Hinzu kommen die den islamischen Gesetzen widersprechenden Auffassungen der meisten Juden von liberaler Demokratie, Gleichstellung der Frau, weltlicher Erziehung und sogar sozialistischen Ideen, womit das politische und religi√∂se Herrschaftsmodell des Islam in Frage gestellt wird.

Dies sowie die politischen Entwicklungen in der arabischen Region seit dem w√§hrend des Ersten Weltkrieges beginnenden Zerfall des osmanischen Reiches, und dadurch bedingt die Verhandlungen Gro√übritanniens und Frankreichs zur Aufteilung des Gebietes unter sich, abgeschlossen durch das Sykes-Picot Abkommen, vom 16. Mai 1916, (6) tragen wesentlich dazu bei, da√ü in den arabischen Staaten von dort herrschenden Familien ein arabischer Nationalismus sowie die Opposition gegen den Zionismus und die Verfolgung der Juden gesch√ľrt werden. (7)

Die britische Reaktion darauf ist widerspr√ľchlich. Sie folgt den ebenfalls widerspr√ľchlichen britischen Interessen in der Region. Entsprechend ist ihre Einstellung zu den Juden, ihrer Einwanderung und gar der Bildung eines j√ľdischen Staates gegen√ľber. W√§hrend in der politischen Elite eine starke j√ľdische Pr√§senz in Pal√§stina als f√ľr Gro√übritannien positiv gewertet wird, glauben hochrangige antij√ľdische Verwaltungsbeamte, da√ü die Juden so m√§chtig werden k√∂nnten in Pal√§stina, da√ü sie nicht mehr l√§nger auf die Anforderungen Gro√übritanniens einzugehen br√§uchten. Die Beobachtung der letzteren sei zutreffend, schreibt Joel Bainerman auf Grund der Forschungsergebnisse von William Ziff. Die j√ľdische nationale Unabh√§ngigkeit h√§tte den britischen Herren nicht so gedient wie das ihre korrupten arabischen Marionetten tun. (8)

Diese Erkenntnis verfestigt sich bei den Briten vor allem seit den Einwanderungen nach Ende des Ersten Weltkrieges, da russische, stark kommunistisch geprägte, etwa 2 500 Mann starke "Arbeitsbataillone" sowie, 1924 bis 1931, etwa 80 000 hauptsächlich polnische Juden aus dem Mittelstand, Intellektuelle, Geschäftsleute und Händler nach Palästina kommen. (7)

Mit der Balfour Declaration, vom 2. November 1917 (9), kommen die Briten den Vorstellungen der Zionisten zur Gr√ľndung eines eigenen Staates in Pal√§stina zun√§chst weitgehend entgegen. Diese Deklaration wird in den arabischen Staaten von weltlich orientierten liberalen Familien und Fraktionen durchaus unterst√ľtzt, denn man verspricht sich durch die Einwanderung der Juden einen wirtschaftlichen Aufschwung und politische Liberalisierung.

Im April 1920 lassen sich Briten und Franzosen vom V√∂lkerbund die arabische Region, mit Ausnahme des Hedjaz als Mandatsgebiet zuteilen. Im selben Jahr unterst√ľtzen die Briten einen Aufstand Feisals, des haschemitischen K√∂nigs von Syrien, gegen die Franzosen finanziell und mit Waffen, da ein "syrischer Kongre√ü" Pal√§stina zum untrennbaren Bestandteil Syriens erkl√§rt. Gleichzeitig arrangieren sie mit Hilfe ihrer Gener√§le in Jerusalem ein antij√ľdisches Pogrom, um zu beweisen, da√ü die Balfour Declaration auf Grund arabischer Feindseligkeit nicht durchf√ľhrbar sei. William Ziff dagegen bringt in seinem Buch zahlreiche Belege f√ľr gutes Einvernehmen sowohl des Muftis von Jerusalem als auch arabischer Scheichs und der levantinischen Bev√∂lkerung mit den Juden sowie, da√ü es bis zum Fr√ľhjahr 1920 keine gewaltt√§tigen Ausschreitungen der pal√§stinensischen Araber gegen j√ľdische Einwanderung gibt.

1922 wird Pal√§stina britisches Mandatsgebiet. Die Mandatsverwaltung geht daran, die Einstellung der Araber zu √§ndern. Sie weist die erstaunten Araber Pal√§stinas und √Ągyptens an, den Juden keinerlei Zugest√§ndnisse zu machen. Sie gr√ľndet eine Muslimisch-Christliche Gesellschaft und nutzt sie als Waffe gegen die Zionisten. Junge Araber lehrt sie Nationalismus, damit diese den j√ľdischen Herausforderungen entgegentreten k√∂nnen. In London kontaktiert sie verl√§√üliche antij√ľdische Kreise, um mit ihnen eine Verbindung einzugehen, die bis heute besteht. Die Araber werden nicht nur angestachelt und beraten, sondern sie werden mit finanziellen Mitteln ausgestattet, und ihre Argumente schreiben ihnen hochrangige Briten. Es ist das alles eine gute Investition zur Sicherung der geostrategischen und wirtschaftlichen Interessen Gro√übritanniens in der Region, (8) zur Sicherung des Weges nach Indien und der Ausbeutung des Erd√∂ls. Im Vertrag von Mossul zum Beispiel teilen Gro√übrittanien, Frankreich und die USA, im Jahr 1926, die Iraq Petrol Company untereinander auf: 52,5% f√ľr eine britische und je 21,25% f√ľr eine franz√∂sische und eine US-amerikanische Erd√∂lfirma.

Sp√§ter werden in verschiedenen White Papers, von 1922, 1930 und 1939, die von ihnen selbst geschaffenen Zust√§nde durch Kommissionen untersucht, einzig, um daraus eine Politik zur Eind√§mmung der j√ľdischen Ambitionen zu entwickeln. Das letzte dieser White Paper, von 1939, dreht die Ergebnisse der Peel Kommission zur Teilung Pal√§stinas in einen arabischen und einen j√ľdischen Staat vollst√§ndig um. Die noch im Jahre 1937 erwogene Teilung Pal√§stinas wird in dem Dokument f√ľr nicht machbar erkl√§rt, sondern Pal√§stina solle weder ein j√ľdischer noch ein arabischer Staat sein. Ein unabh√§ngiger Staat solle in zehn Jahren errichtet werden. J√ľdische Einwanderung wird f√ľr die ersten f√ľnf Jahre auf 75 000 begrenzt, sp√§ter solle Einwanderung nur noch mit arabischem Einverst√§ndnis erfolgen. Das zu einer Zeit, als in Deutschland bereits die Judenverfolgungen auf Hochtouren laufen. Als Grund f√ľr die Begrenzung wird die "wirtschaftliche Absorptionsf√§higkeit des Staates" vorgeschoben. (10)

Hadj Amin al-Husseini als willfähriger Helfer der Briten

Die ersten Gewalttaten von Arabern gegen die Juden finden in Jerusalem w√§hrend der Pessach-Zeit statt, im M√§rz 1920. Unbegr√ľndete Ger√ľchte √ľber Ausschreitungen von Juden gegen√ľber Arabern sind der Vorwand. Das britische Milit√§r, das laut William Ziff diese Ausschreitungen organisiert, greift nicht ein, w√§hrend es andererseits Wladimir Jabotinsky und andere Juden der Gr√ľndung einer Selbstverteidigungsgruppe wegen verhaftet. Diese Ereignisse f√ľhren zur Gr√ľndung der Haganah, 15. Juni 1920.

Eine zentrale Rolle bei diesem Terror spielt ein politischer Abenteurer mit Namen Hadj Amin al-Husseini (1893 oder 1895 - 1974), der Sohn des Muftis von Jerusalem. Er entstammt einer der reichsten und m√§chtigsten in der osmanischen Provinz um die Vorherrschaft rivalisierenden Familien, studiert religi√∂ses Recht an der al-Azhar Universit√§t, Kairo, und Verwaltungswissenschaft in Istanbul. 1913 pilgert er nach Mekka. Seine Studien kann er im Alter von 20 bis 21 Jahren nicht abgeschlossen haben, als er sich im Ersten Weltkrieg freiwillig der mit dem Deutschen Reich verb√ľndeten osmanisch-t√ľrkischen Armee anschlie√üt. Als deren Niederlage abzusehen ist und die Briten Jerusalem besetzen, kehrt er 1917 dorthin zur√ľck.

Wegen Vorbereitung und f√ľhrender Beteiligung an den gewaltt√§tigen Ausschreitungen vom M√§rz 1920, da Juden ermordet und ihre H√§user gepl√ľndert werden, wird der als fanatischer anti-zionistischer Glaubenseiferer und pal√§stinensisch-arabischer Nationalist bekannte Hadji von den Briten zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt, darf aber mit Billigung der britischen Polizei fl√ľchten und setzt sich nach Syrien ab. Man kann wohl davon ausgehen, da√ü dies vor den Ausschreitungen mit dem Hadji so abgemacht wird. Bald darauf gestatten ihm die Briten dann auch, nach Pal√§stina zur√ľckzukehren, wo er gegen den ausdr√ľcklichen Widerspruch des Hohen Muslimischen Rates, der ihn als Ganoven betrachtet, im Alter von 26 Jahren von den Briten zum j√ľngsten Mufti aller Zeiten, zum Gro√ümufti von Jerusalem auf Lebenszeit eingesetzt wird.

Solche gelenkten Aufst√§nde wie der von 1920 gegen die Juden werden von den Briten mit Hilfe des Gro√ümuftis erneut im April 1921 organisiert, der arabische Mob schreit: Bolschewisten! Bolschwisten! und der britische Hohe Kommissar Sir Herbert Samuel, ein Jude (!), verbietet zeitweise j√ľdische Einwanderungen und ein weiteres White Paper, von 1922, (11) wird herausgegeben, das eindeutig belegt, da√ü die Araber mit den Ausschreitungen begonnen haben. Das Ergebnis dieser Untersuchungen, verhandelt zwischen Briten und den USA und abgesegnet vom V√∂lkerbund, richtet sich dann dennoch gegen die Juden, die aufgefordert werden, nichts zu unternehmen, was die zivilen und religi√∂sen Rechte bestehender nichtj√ľdischer Gemeinschaften in Pal√§stina schaden k√∂nnte. (12) Mit dem Eintritt der USA in die Verhandlungen wird klar, da√ü sie ebenfalls ihre geostrategischen und wirtschaftlichen Interessen gewahrt wissen wollen; siehe den Vertrag von Mossul √ľber die Iraq Petrol Company. Der von den Briten initiierte pal√§stinensisch-arabische Nationalismus dient allen beteiligten Staaten und deren Regierungen zur Durchsetzung ihrer Interessen in der Region. Den Gro√ümufti bauen sie dazu als Instrument auf.

Auch die Aufst√§nde von 1929 sind Ergebnis britischer Intrigen, um zu verhindern, da√ü die Jewish Agency, die politische Vertretung der pal√§stinensischen Juden, ein Beteiligungsrecht an der britischen Verwaltung erh√§lt. Sie ermutigen die Araber, den Juden "eine Lektion zu erteilen". Diese Aufst√§nde werden ebenfalls von Hadj Amin al-Husseini angef√ľhrt. Die Juden wollten sich angeblich der heiligen St√§tten bem√§chtigen, verbreitet er und schreit: "T√∂tet die Juden!" was der arabische Mob zur Zufriedenheit in Jerusalem, Hebron und Safed ausf√ľhrt. Am Ende der Ausschreitungen sind 133 Juden ermordet und mehr als 300 verwundet. Die Briten unternehmen nichts, dem Einhalt zu gebieten, und setzen hinterher wieder eine Kommission ein, die 1930 das n√§chste White Paper erarbeitet. (13)

Der Gro√ümufti an der Macht ermordet aber nicht nur Juden, sondern er beseitigt auch zahlreiche ihm unliebsame, seiner Kontrolle √ľber Pal√§stina im Wege stehende arabische Pal√§stinenser. Er ist zu keinerlei Verhandlung bereit. (14)

Im Mai 1930 schreibt die Jerusalemer arabische Zeitung "Al-Iqdam" im Hinblick auf das skandal√∂se Verhalten der Briten: "Wir werden gef√ľhrt von einer Gruppe von M√§nnern, die uns verkaufen und uns wie eine Viehherde kaufen und verkaufen. Das arabische Volk hat noch nicht sein letztes Wort in der arabisch-j√ľdischen Frage gesprochen. Wenn dieses Wort gesprochen sein wird, wird es keines des Hasses, sondern eines des Friedens und der Br√ľderlichkeit sein, wie es angemessen ist f√ľr zwei V√∂lker, die in einem Staat leben." (8)

Anfang der 30er Jahre gibt es sowohl in Syrien als auch in anderen arabischen Staaten keine Ausschreitungen gegen Juden. Einwohner aus Syrien und dem Libanon richten sogar eine Petition an die Franzosen und bitten, j√ľdische Einwanderung zu gestatten, auf da√ü ihr Land prosperiere. In √Ągypten sind die Juden voll ins √∂ffentliche Leben integriert. Anl√§√ülich der Macht√ľbergabe an Adolf Hitler gibt es in √Ągypten gro√üe von der j√ľdischen Gemeinde iniitierte Protestveranstaltungen. Dagegen interveniert die deutsche Regierung und droht einen Boykott der √§gyptischen Baumwollexporte an, worauf die √§gyptische Regierung verspricht, Ma√ünahmen gegen die Juden zu ergreifen. Die √§gyptische Presse beginnt, die Juden als die Zerst√∂rer der √§gyptischen Wirtschaft darzustellen.

Das Auftauchen von Antisemitismus "europ√§ischen Stils" im Nahen Osten, Anfang des 20. Jahrhunderts, schreibt Volker Wei√ü, sei von nichtislamischen Demagogen, von Christen und Kolonialbeamten, bef√∂rdert worden. Diese h√§tten den Arabern sogar den Aufstand und die Macht√ľbernahme der Jungt√ľrken, 1908, als eine "j√ľdische Verschw√∂rung" dargestellt. (15)

William Ziff beschreibt in seinem Buch, da√ü der arabisch-israelische Konflikt, wie er Mitte der 30er Jahre besteht, von den Briten initiiert und nicht durch ethnischen und religi√∂sen Ha√ü geschaffen wurde. Ziffs Buch kommt 1938 heraus. Schon damals ist klar, da√ü es einen j√ľdischen und einen pal√§stinensischen Staat l√§ngst geben k√∂nnte, wenn die Briten den Konflikt nicht gesch√ľrt h√§tten. Man stelle sich vor, was ein j√ľdischer Staat f√ľr die Rettung von Hunderttausenden von Juden vor der Vernichtung durch die Nazi-Deutschen bedeutet h√§tte!

Die jetzige Situation, in der sich die Araber ausnahmslos aller arabischer Staaten befinden, nämlich in feudalen Staaten zu leben und regiert zu werden von Despoten, und korrupten Diktatoren, sie ist verankert worden Anfang des 20. Jahrhunderts. (8)

Gro√ümufti Hadji Amin al-Husseini wechselt zur√ľck ins andere Lager

Als der Mufti sieht, da√ü er mit den Briten nicht zur Kontrolle √ľber Pal√§stina gelangt, bietet er, etwa seit 1933, den Deutschen seine Dienste an. Diese z√∂gern.

Der Gro√ümufti Hadji Amin al-Husseini bildet im April 1936 gemeinsam mit sechs prominenten arabischen F√ľhrern das Arabische Hohe Komitee. Er wird dessen Leiter. Sie protestieren bei den Briten dagegen, da√ü die Zionisten in Pal√§stina weitere Fortschritte machten. 1937 zeichnet sich n√§mlich eine Einigung auf ein Zweistaatenmodell nach einem Teilungsplan der Briten ab. W√§hrend die einflu√üreiche Familie der Nashashibis und weitere moderate Kreise Pal√§stinas sowie der zionistische Weltkongre√ü den Teilungsplan unterst√ľtzen, lehnt der Mufti jeden Teilungsplan kategorisch ab. An ihm scheitert der Kompromi√ü. (16)

Mit Entstehen der Teilungspl√§ne brechen im April 1936 vom Gro√ümufti organisierte Aufst√§nde gegen die Juden aus, in Jaffa beginnen sie, und sie dauern drei Jahre. Deutschland unterst√ľtzt sie finanziell und mit Waffen, die √ľber Syrien und Transjordanien nach Pal√§stina geschmuggelt werden. Die Aufst√§nde werden von der islamistischen √§gyptischen Muslimbr√ľderschaft des Predigers Hassan al-Banna mit fanatischen Solidarit√§tskampagnen begr√ľ√üt. (17) Wer mit den Juden verhandeln will, wird von den Banden des Mufti liquidiert. Der Mufti benutzt diese Aufst√§nde, sich weiterer Widersacher zu entledigen und Teile Pal√§stinas mit terroristischen Methoden zu islamisieren. Dort wird die Schariah-Gesetzgebung und eine Kleiderordnung eingef√ľhrt. (18) Es wird das Tragen des bei Yasser Arafat und der deutschen Linken so beliebten Pali-Tuches dekretiert:

"Bereits zwischen 1936 und 1939 wurde das Kleidungsst√ľck, das urspr√ľnglich nur die l√§ndlichen Fedayin Arabiens trugen, vom Gro√ümufti von Jerusalem unter Strafandrohung bei der eigenen Bev√∂lkerung durchgesetzt. Das Tragen europ√§ischer H√ľte wurde verboten. Diejenigen, die sich dagegen wehrten, wurden verpr√ľgelt oder erschossen. ... Das Pali-Tuch ist der Ausdruck des Kampfes gegen Israel." (19)

F√ľr die Briten ist der Mufti nichts als ein Instrument zur Durchsetzung und Sicherung ihrer Herrschaft in der Region. Als er begreift, da√ü seine Machttr√§ume von den Briten nicht honoriert werden, wendet er sich mit seinen Kumpanen nunmehr gegen Juden und Briten. Damit findet der Mufti auch endlich Unterst√ľtzung bei der Naziregierung, die den Mufti ihrerseits f√ľr sich und ihre Ambitionen in der Region instrumentalisiert. Zu diesem Zweck will Adolf Eichmann ihn 1937 auf seiner Reise nach Pal√§stina und √Ągypten in Jerusalem besuchen, aber er erh√§lt von den Briten kein Einreisevisum. (20)

Als sich die Teilung Pal√§stinas abzeichnet, erkl√§rt der Mufti seine Solidarit√§t mit Nazi-Deutschland, das er bittet, sich gegen die Errichtung eines j√ľdischen Staates und f√ľr die Beendigung der j√ľdischen Einwanderung auszusprechen. Gleichzeitig erbittet er die Lieferung weiterer Waffen. Diese Bitte findet bei den Deutschen Geh√∂r. In Berlin wird entschieden, da√ü die Aufst√§nde des Muftis weiterzuf√ľhren sind. Die Aufst√§nde finden im Zeichen des Hakenkreuzes statt. Ohne diese Unterst√ľtzung h√§tte der Aufstand nicht durchgef√ľhrt werden k√∂nnen, r√§umt der Mufti sp√§ter ein. Alfred Rosenberg, einer der Chefideologen der NSDAP erkl√§rt 1938: "Je l√§nger der Brand in Pal√§stina anh√§lt, um so mehr festigen sich die Widerst√§nde gegen das j√ľdische Gewaltregime in allen arabischen Staaten und dar√ľber hinaus auch in den anderen moslemischen L√§ndern."

Im Epilog "Der Mufti und die Deutschen" zu seinem Buch "Djihad und Judenhass" stellt Matthias K√ľntzel die Frage, warum in den B√ľchern deutscher Autoren kaum √ľber pal√§stinensische Fraktionen berichtet wird, die seinerzeit mit den Zionisten zusammenarbeiten wollen, und warum die umfassendste Untersuchung, die 1988 (!) ver√∂ffentlichte Dissertation von Klaus Gensicke "Der Mufti von Jerusalem Amin el-Husseini und die Nationalsozialisten", in Fachb√ľchern, Universit√§tsseminaren und in den Medien kaum Verbreitung findet. Die Lekt√ľre der Schandtaten dieses Verbrechers m√ľ√üte alle Linken von ihrer Verehrung des Yasser Arafat abbringen, der sich in bester Mufti-Tradition befindet. F√ľr ihn ist der Mufti, Unterst√ľtzer der 1959 von Yasser Arafat gegr√ľndeten Fatah, "Onkel" und ein Held. So sehen es auch "Pal√§stinaspezialisten" wie Klaus Polkehn und Karam Khella, der die Mission des Mufti in Deutschland glatt umkehrt und verkl√§rt.

"Stets wurden in den Texten der deutschen Linken die Ausschreitungen jener Jahre von allen Nazi-Bez√ľgen reingewaschen: Man wollte es nicht beachten, damit es keinen st√∂rt. Stattdessen hat man sie als ´Guerillakrieg und pal√§stinensische Widerstand´ (Marxistische Bl√§tter), als ´bewaffnete Revolution´ (Al Karamah) oder als ´arabische Revolte, mit der die Massen der Bauern ... gegen die zionistische Implantation in ihrem Lande rebellierten´ (Helga Baumgarten) glorifiziert." (21)

Auf Grund seiner Urheberschaft an den Attentaten gegen Briten, Juden und moderate Araber verliert der Großmufti sein Amt. Er flieht 1937 nach Syrien. Von da an ist seine umfassende Zusammenarbeit mit den Deutschen bekannt, dessen Agent er ab 1938 ist.

Nicht erklärt wird, warum die Briten den Teilungsplan nicht durchsetzen nun, da der Mufti außer Landes ist.

Auch zur Untersuchung der Verbrechen des Mufti und seiner Terrorbanden, von 1936 bis 1939, wird anschlie√üend von den Briten eine Kommission einberufen, die schon genannte Peel Kommission, deren Ergebnis das Gegenteil von dem ist, was sie anregt. (22) Einwanderung und M√∂glichkeit zum Landerwerb werden f√ľr Juden weiter eingeschr√§nkt. Dieses Paper bleibt die Grundlage der britischen Politik bis 1947. Selbst da noch enthalten sich die Briten der Stimme, als die neugegr√ľndeten Vereinten Nationen mit Resolution Nr. 181, am 29. November 1947, die Teilung Pal√§stinas und die Gr√ľndung des Staates Israel beschlie√üen. (23)

W√§hrend er in In Bagdad ist, unterst√ľtzt der Mufti dort den mit Berlin koordinierten Pro-Nazi-Aufstand, vom 2. April 1941, des Premierministers des Irak Sayyed Rashid Ali al-Kaylani, eines gl√ľhenden Nationalisten, der schon seit den 30er Jahren ein Anh√§nger des Mufti und von diesem stark beeinflu√üt ist, und der den Irak in die Einflu√üsph√§re der Achsenm√§chte bringen will. Das Ausw√§rtige Amt verspricht die Lieferung von Waffen sowie uneingeschr√§nkte Unterst√ľtzung des Aufstandes.

Sayyed Rashid Ali al-Kaylani versichert den Deutschen, da√ü die Bodensch√§tze seines Landes den Achsenm√§chten zur Verf√ľgung stehen w√ľrden, wenn Deutschland des arabischen Staates Recht auf Unabh√§ngigkeit und politische Einheit sowie das Recht anerkennt, sich mit den Juden, die in arabischen L√§ndern leben, "zu befassen" (deal with). Der Aufstand wird von den Briten niedergeschlagen und der Irak mit schweren Sanktionen belegt. Der Irak ist Hauptlieferant des f√ľr die Kriegshandlungen ben√∂tigten Erd√∂ls und eine wichtige Landbr√ľcke zwischen den britischen Streitkr√§ften in √Ągypten und Indien. (24)

Dem Sturz Sayyed Rashid Ali al-Kaylanis folgt ein von seiner antisemitischen Propaganda angezetteltes Pogrom in der gro√üen j√ľdischen Gemeinde Bagdads. 180 Menschen werden dabei ermordet, an die 1000 verletzt und 586 Gesch√§fte gepl√ľndert und verw√ľstet. (25) So wirkt sich der Antisemitismus des Muftis bereits seit Beginn der 40er Jahre in den arabischen Staaten aus.

1941 flieht der Mufti nach Berlin. Dort wohnt er in einer beschlagnahmten j√ľdischen Schule, in Berlin, sp√§ter im s√§chsischen Oybin. Er erkl√§rt sich bereit zur Zusammenarbeit auf allen Gebieten. Das Einverst√§ndnis der deutschen Regierung erkl√§rt der Staatssekret√§r im Ausw√§rtigen Amt Ernst von Weizs√§cker. Zum Dank verk√ľndet der Mufti am 9. Mai 1941 √ľber das deutsche und irakische Radio eine Fatwa zum Djihad, dem heiligen Krieg.

Die deutsche Regierung ernennt ihn zum Exil-Premierminister einer pan-arabischen pro-Nazi-Regierung. Deutschland hilft dem Mufti, wenn auch zun√§chst nur auf dem Papier, zur Verwirklichung seiner Tr√§ume, Herrscher der arabischen Region zu werden. Zum Exil-Au√üenminister wird Sayyed Rashid Ali al-Kaylani ernannt. Das Au√üenministerium zahlt dem Mufti ein Monatssal√§r von 10 000 Dollar, und Heinrich Himmler transferiert Teile seines aus von Juden beschlagnahmten Mitteln bestehenden "Sonderfonds Reichsf√ľhrer-SS" an ihn, damit dieser Nazipropaganda und antij√ľdische Aktivit√§ten in den arabischen Staaten aufbauen kann.

Das Wirken in Berlin dieses "Exil-Premierministers" f√ľr die "islamisch-arabische Sache" ist in der Dissertation von Klaus Gensicke "Der Mufti von Jerusalem Amin el-Husseini und die Nationalsozialisten" hinreichend dokumentiert. Der Mufti ist spezieller Gast von Adolf Hitler, und er trifft sich mit diesem, beispielweise am 28. November 1941, sowie mit Heinrich Himmler, Adolf Eichmann und vielen anderen Nazi-Verbrechern, von denen einige ihn bereits 1937 in Pal√§stina besuchen.

Dem Mufti erkl√§rt der "F√ľhrer", da√ü er nicht rasten und ruhen werde, bevor nicht die letzten Spuren der "j√ľdisch-kommunistischen Hegemonie ausgel√∂scht" seien, im Zuge dieses Kampfes werde die deutsche Armee bald am S√ľdausgang des Kaukasus sein, und dann sei das einzige noch verbleibende deutsche Ziel in der Region die Vernichtung der unter britischem Schutz lebenden Juden in arabischen L√§ndern. Der Mufti m√∂ge diese Erkl√§rung "tief in sein Herz verschlie√üen". (26)

Der Mufti sch√ľrt Zeit seines Lebens die Judenfeindschaft in allen arabischen Staaten. Dort verbreitet sich gemeinsam mit dem Nationalismus auch der Antisemitismus und es beginnen Judenverfolgungen. In einigen Staaten bilden sich ultrarechte und nationalsozialistische Gruppen und Parteien, beispielsweise die Hisb-el-qaumi-el-suri, in Syrien, mit Ableger im Libanon, und Young Egypt, gegr√ľndet 1933, in √Ągypten. Diese Parteien rufen auf zum Boykott j√ľdischer Waren und zum Pogrom gegen Juden. 1940 bittet der Mufti die Achsenm√§chte, das arabische Recht zu best√§tigen, "... die Frage j√ľdischer Elemente in Pal√§stina und in anderen arabischen Staaten im Einklang mit den nationalen und Rasseninteressen der Araber entlang der Richtlinien zu regeln, wie sie in Deutschland und Italien zur L√∂sung der Judenfrage angewandt werden." (14)

Am 2. November 1943 erh√§lt der Mufti vom Reichsf√ľhrer-SS Heinrich Himmler folgendes Telegramm: (27)

"Deutsche Reichspost - Telegramm, vom 2. November 1943, an den Großmufti von Jerusalem Haji Amin e-Husseini

Die nationalsozialistische Bewegung Grossdeutschlands hat seit ihrer Entstehung den Kampf gegen das Weltjudentum auf ihre Fahne geschrieben. Sie hat deshalb schon immer mit besonderer Sympathie den Kampf der freiheitsliebenden Araber, vor allem in Palaestina gegen die juedischen Eindringlinge verfolgt. Die Erkenntnis dieses Feindes und der gemeinsame Kampf gegen ihn bilden die feste Grundlage des natuerlichen Buendnisses zwischen dem nationalsozialistischen Grossdeutschland und den freiheitsliebenden Mohammedanern der ganzen Welt. In diesem Sinne uebermittle ich Ihnen am Jahrestag der unseligen Balfour-Deklaration meine herzlichsten Gruesse und Wuensche f√ľr die glueckliche Durchfuehrung Ihres Kampfes bis zum sicheren Endsieg.
Reichsfuehrer-SS Gez. Heinrich Himmler"

Dies kann als Belohnung f√ľr des Muftis Unterst√ľtzung angesehen werden, die er dem Nazi-Regime auf mannigfache Weise gew√§hrt. Im Fr√ľhjahr 1943 organisiert er gemeinsam mit der Waffen-SS in Kroatien bosnisch-muslimische Bataillone von 20 000 Mann, die "13. Waffen-Gebirgs-Division der SS Handschar " (28), die gegen die jugoslawischen Partisanen in Bosnien k√§mpft und deren Truppen Polizei- und Sicherheitsdienste in Ungarn leisten. Sie melden sich freiwillig zur Judenjagd nach Kroatien. Der Mufti wird von den Deutschen eigens nach Sarajewo geflogen, um die muslimische Armee zu inspizieren, ihre Man√∂ver zu beobachten und ihr seinen Segen zu erteilen. 1943 schreitet er bosnisch-muslimische Truppen der "Handschar-Division" ab. (4)

1943 ruft er √ľber deutsche Rundfunksender die Bev√∂lkerung der arabischen Staaten auf: "T√∂tet die Juden, wo immer ihr sie findet, das ist zu Allahs Wohlgefallen." (29)

Nach dem Sieg der Alliierten √ľber Nazi-Deutschland flieht der Mufti im Jahr 1945 in die Schweiz. Die Schweizer Beh√∂rden liefern ihn an Frankreich aus. In Jugoslawien steht er auf der Kriegsverbrecherliste, aber Frankreich liefert ihn eigener Interessen in der arabischen Region wegen dorthin nicht aus. Die Muslimbr√ľder betrachten ihn als den einzig rechtm√§√üigen Repr√§sentanten Pal√§stinas und √ľberzeugen die Arabische Liga, sich diesem Standpunkt anzuschlie√üen. Frankreich l√§√üt ihn nach √Ągypten ausreisen, wo er als Nationalheld empfangen wird. (17) Der Mufti wird von den Alliierten niemals angeklagt, weil sie einen Proteststurm in den arabischen Staaten bef√ľrchten, wenn deren "arabischer Nationalheld" der Kriegsverbrechen angeklagt wird. Von √Ągypten aus unterst√ľtzt der Mufti 1948 den Krieg gegen Israel. Als der jordanische K√∂nig Abdullah 1951 die Position des Gro√ümufti von Jerusalem einem anderen gibt, organisiert er dessen Ermordung. In den 50er Jahren wird er im Gaza-Streifen jubelnd empfangen.

Er wird politischer Mentor der von Yasser Arafat befehligten pal√§stinensischen Terrorbanden. 1974 stirbt der Mufti im √§gyptischen Exil. Jordanien erlaubt ihm nicht, nach Jerusalem zur√ľckzukehren, weil er nur Unruhe stiften und eine Gefahr f√ľr den Frieden in der Region sein werde. Seinen Platz als F√ľhrer der radikalen nationalistischen pal√§stinensischen Araber nimmt Mohammed Abdel-Raouf Arafat al-Qudwa al-Husseini alias Yasser Arafat ein. Eine direkte Verwandtschaft dieses mit dem Mufti ist nicht nachgewiesen. Im August 2002 gibt Yasser Arafat ein Interview, in dem er sich auf den Mufti als auf "unseren Helden al-Husseini" als ein Symbol des arabischen Widerstandes bezieht. Die Tradition und die geistige Verwandtschaft sind bis heute ungebrochen. (14)

Zur Lage der Juden in einzelnen arabischen Staaten vor der Verk√ľndung der UN Resolution Nr. 181, am 29. November 1947

Die ersten größeren Judenverfolgungen nach dem Ende des osmanischen Reiches finden in den arabischen Staaten seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts, seit Beginn der Propaganda des Großmufti Hadj Amin al-Husseini statt. Diese Verfolgungen verstärken sich mit dem Überwechseln des Mufti und seiner Gesinnungsfreunde in den arabischen Staaten, ab 1936, in das Sympathisanten- und Kollaborationslager Nazi-Deutschlands.

√Ągypten

In √Ągypten leben Juden seit biblischen Zeiten.

Als Beispiel f√ľr das angeblich tolerante Verhalten gegen√ľber den √§gyptischen Juden vor dem Auftreten des Zionismus mag ein Fatimiden-Khalif aus dem 10. Jahrhundert dienen. Al-Hakem, Enkel des Gr√ľnders der Al-Azhar Universit√§t al-Muez, zwingt die Juden zu konvertieren. Als sie das ablehnen, m√ľssen sie Halsketten mit Anh√§ngern in Form eines goldenen Kalbes tragen, als wenn sie noch das goldene Kalb anbeteten, dann m√ľssen sie Schellen und daraufhin schwere Halskrausen aus Holz um den Nacken tragen. Als auch das die Juden nicht zur Konversion bringt, l√§√üt er das Judenviertel und alle j√ľdischen H√§user zerst√∂ren.

Zur osmanischen Zeit leben in Kairo und Alexandria ungef√§hr 25 000 Juden. 1937 ist ein H√∂hepunkt, es leben 63 500 Juden in √Ągypten. 1938 gibt es in zahlreichen St√§dten gewaltt√§tige Proteste gegen die Einwanderung verfolgter Juden aus Nazideutschland. 1945 brechen mit dem Aufkommen des √§gyptischen Nationalismus und der Verbreitung antiwestlicher und antij√ľdischer Propaganda die "Balfour Day Riots" anl√§√ülich des Jahrestages der Balfour Deklaration aus. Es werden 10 Juden ermordet und 350 verletzt. Eine Synagoge, ein j√ľdisches Krankenhaus und ein j√ľdisches Altersheim werden niedergebrannt. (3)

Algerien

Die Juden leben in Algerien, Marokko und Tunesien seit der Zeit der Phoenizier. Am besten geht es ihnen unter den Wandalen (sic!), denen sie Anfang des 5. Jahrhunderts helfen, die R√∂mer zu besiegen. Im 6. Jahrhundert erobern die Byzantiner Nordafrika, und es beginnen schlimme Zeiten f√ľr die Juden. Zwangskonversionen, Verfolgungen, Auspl√ľnderungen. Dennoch kommen von den Wisigothen verfolgte Juden aus Spanien. Anfang des 8. Jahrhunderts beginnt die Islamisierung Algeriens, und mit der t√ľrkischen Herrschaft, ab 1516 beginnt f√ľr die Juden der Dhimmi-Status. Er dauert bis zur Eroberung durch die Franzosen, 1830. Zun√§chst erhalten die Juden dadurch volle Freiheit, die aber auf Grund antisemitischer Tendenzen Frankreichs unter Louis Philippe I.,1840 eingeschr√§nkt wird. (30)

Am 24. Oktober 1870 erhalten die 37 000 Juden Algeriens auf Initiative des j√ľdischen Justizministers Isaac Adolphe Cr√©mieux per Dekret die volle franz√∂sische Staatsb√ľrgerschaft. Die Moslems des Landes werden im Status der "Eingeborenen" belassen. Dies f√ľhrt zu Feindseligkeiten zwischen Juden und Moslems. Die europ√§ischen Algerier lehnen das Dekret ebenfalls ab. Antisemitismus in Algerien und in Frankreich sind die Folge. 1897 gibt es in Marokko Ausschreitungen, Gewaltt√§tigkeiten und Pl√ľnderungen gegen Juden. In Frankreich entwickelt sich dieser Judenha√ü zur Aff√§re Dreyfus. (31)

1934 gibt es bei von Nazis angestachelten Ausschreitungen in Constantine 25 tote und unz√§hlige verletzte Juden. 1937 erkl√§rt der vom italienischen Faschismus und deutschen Nationalsozialismus beeinflu√üte Abb√© Gabriel Lambert in Oran den Kampf gegen Juden und Kommunisten. 1940 wird den Juden von der Vichy-Regierung die Staatb√ľrgerschaft aberkannt. Sie werden zu "Eingeborenen" zur√ľckgestuft. 1941 wird Juden der Zugang zu Erziehung und Bildung verwehrt. 2000 Juden werden in 16 algerische Konzentrationslager eingeliefert und dort von Briten befreit. 1943 werden die Juden vom franz√∂sischen Komitee zur Nationalen Befreiung wieder in ihre Rechte eingesetzt. Die Moslems erhalten dieses Recht wiederum nicht. (32)

Irak

Die Babylonier erobern Jerusalem 597 v.d.Z., zerst√∂ren 586 den Tempel und f√ľhren die Juden in die babylonische Gefangenschaft. Seit der Zeit leben Juden im heutigen Irak. Vom zweiten bis zum 7. Jahrhundert unterstehen sie persischer Herrschaft. Sie entwickeln eine reiche j√ľdische Kultur und Zivilisation. Der Babylonische Talmud entsteht. Die Perser sch√ľtzen die Juden. Damit ist bei der Eroberung des Landes durch arabische Moslems Schlu√ü. Sie sollen konvertieren oder die Kopfsteuer Jizya zahlen. Zu der Zeit schon rufen diese Moslems den "Ungl√§ubigen" zu: "Ein Volk kommt √ľber Euch, das den Tod so liebt wie Ihr das Leben!"

Andererseit verbietet ihnen das religi√∂se Gesetz des Djihad strikt Vergewaltigungen, die Ermordung von Frauen, Kindern, religi√∂sen F√ľhrern und jedes Menschen, der nicht in die Kampfhandlungen einbezogen ist. Man kann also sagen, da√ü die islamische Kriegf√ľhrung im 7. Jahrhundert menschlicher ist als die der heutigen pal√§stinensischen Terrorbanden, die damit nichts gemein haben.

Juden und Christen unterliegen ab dem 9. Jahrhundert der Dhimmi-Gesetzgebung. Die Juden m√ľssen gelbe Stofflicken (!) tragen, damit man sie erkennt. Um 1000 ist die Kopfsteuer so hoch, da√ü sie einer Enteignung gleichkommt. Unter der Mongolenherrschaft kulminiert 1333 die Verfolgung mit Pl√ľnderungen und der Sch√§ndung des j√ľdischen Friedhofs.

Ab Beginn des 16. Jahrhunderts unterstehen sie safavidischer Herrschaft. Herausragend dabei ist die Toleranz des Schah Abbas (1588-1629), der eine multikulturelle Gesellschaft der religi√∂sen Freiheit schafft. 1638 erobern die T√ľrken Bagdad. Zur Zeit der Mamlukenherrschaft √ľber Basra werden dort, im Jahre 1776, Juden niedergemetzelt.Bis 1850 leben im Irak auf Grund der politisch sehr unstabilen Lage im 18. und 19. Jahrhundert (T√ľrken, Scheichs, Mamluken wechseln sich in der Herrschaft ab) nur 3 000 gr√∂√ütenteils arme Juden. Zwischen 1831 und 1869 untersteht Bagdad zehn verschiedenen Regierungen.

1853 k√§mpfen Moslems und Juden gemeinsam gegen eine kurdische Rebellion im Nordirak. Franzosen k√ľmmern sich um die Juden und unterst√ľtzen j√ľdische Schulen. Bis zum Ende der osmanischen Herrschaft haben die Juden des Irak keine Verfolgungen zu erleiden. Die Dhimmi-Gesetzgebung wird milde angewandt. Obgleich einige Juden in einflu√üreiche Positionen aufsteigen, unterliegen sie weiterhin der Kopfsteuer, Einschr√§nkungen in der Berufsaus√ľbung und immer wieder Ausschreitungen von aufgestachelten Massen.

Die Bl√ľtezeit kommt mit der britischen Besatzung, ab 1917. 1930 leben im Irak 100 000 Juden. Die Juden werden in Regierungs√§mter eingesetzt, und die Handelskammer besteht zur H√§lfte aus j√ľdischen Mitgliedern. (33)

Der Gemeinde wird gestattet, zionistische Organisationen zu gr√ľnden und Hebr√§ischstudien zu folgen. Damit ist bei der Unabh√§ngigkeit des Irak, 1932, Schlu√ü. Seit der Zeit haben die Juden, eine Gemeinde von ungef√§hr 135 000, schlimmste Verfolgungen zu erdulden. 1935 werden alle Juden aus Regierungs√§mtern entfernt. 1936 werden 10 Juden bei Ausschreitungen in Bagdad und Basra ermordet. Hebr√§isch darf nicht mehr gelehrt werden. 1937 sind auf Grund der britischen Teilungspl√§ne f√ľr Pal√§stina gewaltt√§tige Demonstrationen gegen Juden, und es wird Besitz zerst√∂rt. 1941 findet das Farhud (Pogrom) statt: W√§hrend der Ausschreitungen nach dem Sturz der nationalistischen pro-Nazi-Regierung des vom Mufti Hadji Amin al-Husseini inspirierten Premierministers Sayyed Rashid Ali al-Kaylani werden mit Hilfe der irakischen Armee und Polizei 180 bis 200 Juden ermordet und 1000 verletzt. 900 j√ľdische H√§user werden zerst√∂rt. Viele Juden werden gefoltert.

Weitere gewaltt√§tige Ausschreitungen finden 1946 statt. Hunderte von Juden werden verletzt und viel Eigentum gepl√ľndert und zerst√∂rt. (3)

Jemen

Im Jemen werden 1905 die strikteren Dhimmi-Gesetze wieder eingef√ľhrt. Verboten wird, da√ü die Juden h√∂here H√§user bauen als die Moslems, sie d√ľrfen ihre Stimme nicht erheben gegen√ľber Moslems oder sich in irgendeinem Gesch√§ft engagieren, das traditionell Moslems vorbehalten ist. (3)

1919, als der Jemen von den T√ľrken an Yahya, den Imam der Zaidi Sekte und sp√§teren K√∂nig √ľbergeht, beginnen antisemitische Ausschreitungen. Die ersten Juden wandern aus. Die Zaidis herrschen bis 1962. Sie bauen einen theokratischen Staat auf, in dem die Dhimmi-Gesetzgebung wieder eingef√ľhrt wird.

1920 werden Juden vom Textil- und Seifenhandel ausgeschlossen und gezwungen, Moslems f√ľr diese Arbeit auszubilden. 1922 wird im unabh√§ngigen Jemen das alte islamische Gesetz wieder eingef√ľhrt, das j√ľdische Waisen zwingt, zum Islam zu konvertieren. Waise ist dabei auch jemand, dessen Mutter noch lebt, da die Kinder nach islamischem Recht in die Familie des Vaters geh√∂ren. Gibt es den nicht bzw. nicht mehr, ist das Kind Waise. Die Mutter hat keine Rechte an ihrem Kind. Wer dem betroffenen Kind zur Flucht verhilft, wird mit dem Tode bestraft.

Die Juden, die auswandern, m√ľssen ihre gesamte Habe zur√ľcklassen. Dennoch wandern von 1925 bis 1945 17 000 jemenitische Juden nach Pal√§stina aus. Danach wollen weitere Juden auswandern, aber die Restriktionen des Whitepaper von 1939 sind noch in Kraft, so da√ü die Juden nur bis Aden kommen, wo sie im absoluten Elend leben. (34)

1925 erkennt Großbritannien die Unabhängigkeit des Jemen an. Aden ist britisches Protektorat.

Libanon

Juden sind im Libanon integraler Bestandteil der konfessionellen Gemeinschaften. Im Libanon werden die Juden unter der christlich-arabischer Regierung tolerant behandelt. 1947 werden sie auf 5 950 geschätzt. (35)

Libyen

Die j√ľdische Gemeinde besteht aus Nachkommen von Juden, die dort seit dem 3. Jahrhundert v.d.Z. leben.

Mit der Besatzung durch die Italiener, im Jahre 1911, bleibt die Lage der 21 000 Juden gut und sie machen gro√üe Fortschritte in Erziehung und Bildung. Ende der 30er Jahre werden nach und nach antij√ľdische Gesetze eingef√ľhrt, und die Juden werden f√ľrchterlicher Unterdr√ľckung ausgesetzt. 1940 leben in Libyen ungef√§hr 38 000 Juden.

1941 ist ein Viertel der Bev√∂lkerung von Tripolis j√ľdisch. Sie unterhalten 44 Synagogen. 1942 erobern die Deutschen das Judenviertel von Benghazi, pl√ľndern gemeinsam mit arabischem Mob die Gesch√§fte und deportieren mehr als 2000 Juden durch die W√ľste, wobei ein F√ľnftel stirbt. Viele Juden aus Tripolis werden in Arbeitslager geschickt.

Mit britischer Besatzung √§ndert sich die Lage nicht sehr. Es gibt eine Serie von Pogromen, das schlimmste 1945, bei dem 100 Juden in Tripolis und anderen St√§dten ermordet und f√ľnf Synagogen zerst√∂rt werden. Ein weiteres Pogrom findet im November 1945 statt, wobei mehr als 140 Juden ermordet und nahezu s√§mtliche Synagogen gepl√ľndert werden. (36)

Marokko

Die Geschichte ist bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts ähnlich der in Algerien und Tunesien. Seit dem 6. Jahrhundert v.d.Z. gibt es auch dort Juden. Dann beginnen mit der Dynastie der Almohaden schlimme Verfolgungen. Die Dhimmi-Gesetzgebung herrscht. Vom 13. bis 15. Jahrhundert bessert sich die Lage unter der Dynastie der Merividen. Die Juden werden einflußreich und halten Posten als Minister und Botschafter.

1438 werden die Juden von Fes beschuldigt, eine Moschee gesch√§ndet zu haben, was zur Gr√ľndung eines Judenghettos, der Mellah f√ľhrt. Dort haben sich alle Juden anzusiedeln, ob arm oder reich. Viele Juden fliehen nach Spanien. Dennoch verbreitet sich der sephardische Judaismus rings ums Mittelmeer. Bis zum Aufstieg der Aleviten, die vom 17. Jahrundert bis heute in Marokko die K√∂nige stellen, schlagen sich die Juden durch, mal besser mal schlechter. Mit den Aleviten beginnt der Aufschwung f√ľr die Juden.

Ab Ende des 19. Jahrhunderts herrschen die Franzosen in Marokko.

1907 werden in Marokko Franzosen und marokkanische Juden ermordet. In Casablanca werden 30 Juden ermordet, 200 Frauen und Kinder entf√ľhrt, mi√übraucht und gegen L√∂segeld freigelassen. Diese Morde sind f√ľr Frankreich der Anla√ü, Marokko zu annektieren. Erst 1912, als Marokko franz√∂sisches Protektorat wird, erhalten die Juden religi√∂se Autonomie und werden gleichgestellt. W√§hrend des franz√∂sischen antisemitischen Vichy-Regimes werden 1942 bei antij√ľdischen Ausschreitungen in Casablanca Synagogen gesch√§ndet. (37)

Es gelingt König Muhammed V. die Deportation von Juden aus Marokko zu verhindern. (3)

Syrien

Im S√ľden Syriens leben die Juden seit der Herrschaft des K√∂nigs David von Ammon, 960 v.d.Z. Sie leben dann unter der Herrschaft Alexanders des Gro√üen, der ihnen gr√∂√ütm√∂gliche Freiheit l√§√üt. Ihre Geschichte ist wechselvoll. Von 1516 bis 1918 geh√∂rt Syrien wie Palestina, √Ągypten und der Hedschas zum osmanischen Reich.

1943 leben in Syrien ungef√§hr 30 000 Juden in drei unterschiedlichen Gemeinden, die jede ihre eigene Tradition hat: die kurdisch sprechenden Juden von Kamishli, die Juden von Aleppo, die ab 1492 aus Spanien kommen, sowie die aus biblischen Zeiten stammenden Juden aus Damaskus, die Must´arab. Heute gibt es davon noch knapp 100.

Die syrischen Juden unterst√ľtzen die Unabh√§ngigkeitsbewegung des arabischen Nationalismus und den Zionismus. Die syrischen Juden glauben daran, da√ü j√ľdische und arabische Interessen vereint werden k√∂nnen, und der Pal√§stinakonflikt friedlich zu l√∂sen ist. 1944 wird Syrien von Frankreich unabh√§ngig. Die neue Regierung verbietet die Auswanderung nach Pal√§stina. Ab 1945 finden massive Ausschreitungen gegen Juden und ihren Besitz statt. Sie kulminieren nach dem Beschlu√ü der Vereinten Nationen, vom 29.11.1947, in einem Pogrom, das s√§mtliche Synagogen und j√ľdischen Gesch√§fte in Schutt und Asche legt. Tausende von Juden fliehen aus dem Land und einheimische Moslems bem√§chtigen sich des Besitzes der Juden. (38)

Tunesien

Die Nachkommen der j√ľdischen Fl√ľchtlinge nach der Zerst√∂rung des ersten und des zweiten j√ľdischen Tempels erdulden wie die Juden Algeriens und Marokkos, die √ľblichen Judenverfolgungen durch die Araber, ab dem 8. Jahrundert, und durch die spanischen und portugiesischen Katholiken, ab 1492. Sie leben bis zum Beginn der Vichy-Regierung, gemessen an der Lage der Juden in anderen arabischen Staaten, relativ friedlich. Selbstverst√§ndlich unterliegen auch sie bis 1881 der Dhimmi-Gesetzgebung.

Im franz√∂sischen Protektorat (1881 bis 1956) emanzipieren sich die Juden schrittweise. Im November 1940 beginnt mit der Vichy-Regierung die antisemitische Gesetzgebung gegen die tunesischen Juden, auch gegen die mit franz√∂sischer Staatsangeh√∂rigkeit. Sie werden von allen √∂ffentlichen √Ąmtern ausgeschlossen, die Aus√ľbung der T√§tigkeit als Rechtsanwalt oder Arzt unterliegt dem Numerus Clausus. Die F√ľhrung ihrer Gesch√§fte wird ihnen entzogen und in die H√§nde "arischer" Verwalter gelegt. Ende 1942 wird Tunesien von deutschem und italienischen Milit√§r besetzt. W√§hrend sechs Monaten werden die Juden als Feinde angesehen und so behandelt. An die 100 angesehene j√ľdischer Personen werden als Geiseln genommen. Es wird gedroht, sie zu erschie√üen. Die Deutschen zwingen die j√ľdische Gemeinde, 3000 M√§nner in Arbeitslager abzustellen. Es werden von der j√ľdischen Gemeinde Zahlungen gefordert, um die "Opfer des internationalen Judentums" zu entsch√§digen. Als die Deportation nach Europa zur Vernichtung der den deutschen Befehlen zuwiderhandelnden Juden beginnen soll, wird Tunesien, am 7. Mai 1943, von den Briten befreit.

1946 leben 70 000 Juden tunesischer Nationalität und ungefähr 20 000 bis 25 000 Juden französischer, italienischer und sonstiger Nationalität in Tunesien. (39)

Der Beschlu√ü der Vereinten Nationen zur Gr√ľndung des Staates Israel und die Reaktion der arabischen Staaten

Im Februar 1947 erkl√§rt die britische Regierung das Mandatsgebiet Pal√§stina der unvereinbaren Anforderungen der Araber und der Juden wegen f√ľr nicht mehr regierbar und bringt die Angelegenheit vor die neugegr√ľndete UNO. Dort wird in erstaunlicher Einm√ľtigkeit zwischen Ost und West im Mai 1947 eine Komitee eingesetzt, das UN Special Committee on Palestine (UNSCOP). Es f√§hrt im Sommer 1947 nach Pal√§stina. Die pal√§stinensischen Araber boykottieren die Zusammenarbeit mit dem Komitee. Arabische und britische Truppen hindern UNSCOP an einer umfassenden Untersuchung, wie UNSCOP dem Sicherheitsrat am 16. Februar 1948 berichtet. (40)

Andernorts heißt es anklagend und dabei bezugnehmend auf Hans Lebrecht und Walter Hollstein, die arabischen Palästinenser seien nicht befragt worden:

"Die UNO-Entscheidung ist tats√§chlich in mehrfacher Hinsicht problematisch. Zum einen wurden die arabischen Pal√§stinenser, die Hauptbetroffenen, nicht befragt. Schon das Subkommitee 2 des ´UN Special Committee an Palestine´ erkannte, da√ü die Vereinten Nationen nicht die Macht haben, einen neuen Staat zu schaffen. Solch eine Entscheidung kann nur durch den freien Willen des Volkes des in Frage stehenden Landes selbst getroffen werden. Diese Bedingung ist im Falle des Mehrheitsvorschlages nicht erf√ľllt, da er die Errichtung eines j√ľdischen Staates in v√∂lliger Mi√üachtung der W√ľnsche und Interessen der Araber in Pal√§stina involviert."

UNSCOP legt zwei Pl√§ne vor, den Mehrheits- und den Minderheitsplan. Im Mehrheitsplan wird eine Teilung des Landes vorgeschlagen, der Minderheitsplan will Pal√§stina als einen f√∂derativen Staat der j√ľdischen und arabischen Gemeinschaft, mit Jerusalem als Hauptstadt. In Pal√§stina herrschen zu der Zeit b√ľrgerkriegs√§hnliche Zust√§nde. Die Juden sind mit dem Mehrheitsplan einverstanden, die Araber lehnen beide Vorschl√§ge ab, weil sie die territoriale Einheit Pal√§stinas zerst√∂rten. Sie schlagen "ein demokratisches Staatswesen in Pal√§stina vor, das die Rechte und Bed√ľrfnisse aller Menschen und Minorit√§ten respektiert." (41) Das stelle man sich einmal vor, nach allem, was es seit 1920 in Pal√§stina und in den arabischen Staaten an antisemitischen Ausschreitungen gibt, sowie bei den undemokratischen Zust√§nden, die in allen arabischen Staaten zu der Zeit und bis heute herrschen.

Unter dem Eindruck des Elends der Holocaust-√úberlebenden, denen die Einreise nach Pal√§stina verwehrt wird, √ľberzeugt das Komitee die UNO, Pal√§stina zu teilen. Der Auftrag des V√∂lkerbundes, den Juden eine Heimstatt zu gew√§hren, sei durch die restriktive Einwanderungspolitik der britischen Mandatsverwaltung niemals ausgef√ľhrt worden. Die Teilung wird allerdings nur f√ľr den 1923 von den Briten vom gesamten pal√§stinensischen Territorium abgetrennten Teil westlich des Jordans, f√ľr 23 Prozent, bef√ľrwortet. Auf 77 Prozent des Gebietes von Pal√§stina besteht seit 1923 Transjordanien, das heutige Jordanien.

Am 30. November 1947 leben 810 000 Araber auf dem sp√§teren israelischen Gebiet. Am Ende des Krieges gebe es dort noch 168 000 Araber, einschlie√ülich 14 000 Beduinen, von ehedem 66 000. Die meisten von ihnen seien zu ihren St√§mmen nach Jordanien und Syrien zur√ľckgekehrt, zahlreiche in Pal√§stina ans√§ssige Familien seien zur√ľck nach Syrien und dem Libanon gegangen, reiche Pal√§stinenser und solche der Mittelklasse h√§tten sich in anderen Staaten des Nahen Ostens, in Europa oder den USA angesiedelt, so da√ü es 1949 in den Fl√ľchtlingslagern 550 000 Menschen gegeben habe. (42)

Den Juden werden 15 100 qkm= 56,47 Prozent, zugebilligt. Es lebten dort 499 020 Juden und 509 780 Araber, wird das UN-Komitee von Walter Hollstein zitiert. Im arabischen Teil, 11 600 qkm= 42,88 Prozent, lebten 749 010 Araber und 9 520 Juden. Die restlichen 176 qkm soll das unter internationale Verwaltung zu stellende Jerusalem einnehmen, wo 99 960 Juden und 105 540 Araber lebten.

Man sieht, daß die Zahlen strittig sind. Vor allem ist strittig, wer als Palästinenser zu bezeichnen ist.

75 Prozent des den Juden zugebilligten Teiles sind W√ľste, schreiben die Palestine Facts. Sie geben die Anzahl der dort lebenden Araber mit 325 000 an. (40) Der den Juden zugebilligte Teil best√ľnde aus bl√ľhenden Zitrushainen, aus bestem ertragreichsten Boden der K√ľstenebene, meint Walter Hollstein. (41) Was die bl√ľhenden Landschaften angeht, so sind diese, was zahlreiche Berichte j√ľdischer Siedler belegen, von den Juden √ľberhaupt erst angelegt worden.

Am 29. November 1947 beschlie√üt die UNO-Vollversammlung bei Stimmenthaltung u.a. der Sicherheitsratsmitglieder Gro√übritannien und China mit Resolution 181 den Mehrheitsplan anzunehmen, was sechs arabische UN-Delegationen, √Ągyptens, des Irak, Syriens, des Libanon, Saudi-Arabiens und des Jemen veranla√üt, unter Protest und mit Krieg und Ausl√∂schung der pal√§stinensischen Juden drohend, die Versammlung zu verlassen. (43)

Saudi-Arabien, der Irak, Syrien und der Jemen erkl√§ren in ihrer Antwort an die UN-Vollversammlung offen, sich nicht an die Resolution gebunden zu f√ľhlen. Emir Feisal Al Saud, Sohn des saudischen Usurpators und Wahhabitenk√∂nigs Abdul Aziz Al Saud (44) "beh√§lt sich das Recht vor, frei zu handeln, in welcher von ihm f√ľr angemessen gehaltenen Art auch immer, im Einklang mit den Prinzipien von Recht und Gerechtigkeit". Mr. Jarnali, Irak, erkl√§rt: "Der Irak erkennt die G√ľltigkeit dieser Entscheidung nicht an und beh√§lt sich die Freiheit der Entscheidung gegen ihre Durchsetzung vor." Emir Arslan von Syrien sagt: "Mein Land wird eine solche Entscheidung niemals anerkennen. Es wird niemals zustimmen, f√ľr sie verantwortlich zu sein. M√∂gen die Folgen √ľber andere kommen, nicht √ľber uns." Prinz Seif El Islam Abdullah von Jemen erg√§nzt: "Die jemenitische Delegation hat bereits fr√ľher erkl√§rt, da√ü der Teilungsplan gegen die Gerechtigkeit und gegen die Charta der Vereinten Nationen verst√∂√üt. Deshalb zieht die Regierung des Jemen nicht in Betracht, sich an eine solche Entscheidung gebunden zu f√ľhlen. Die Regierung des Jemen beh√§lt sich die Freiheit von Ma√ünahmen gegen die Durchsetzung dieser Entscheidung vor." (45)

Wie oft berichten Medien von Protesten der Pal√§stinenser und der Regierungen der arabischen Staaten √ľber angebliche oder tats√§chliche Verletzungen von Resolutionen der Vereinten Nationen durch Israel!

Den Bruch schon der ersten den Staat Israel betreffenden UN-Resolution k√ľndigen die arabischen Staaten √∂ffentlich und unverfroren an. Zwei Tage nach der Entscheidung vom 29. November 1947 wird die Bev√∂lkerung dieser Staaten von den h√∂chsten geistlichen W√ľrdentr√§gern der Al-Azhar Universit√§t Kairo zum Djihad, zu gewaltt√§tigen Ausschreitungen gegen Juden √ľberall im Nahen Osten und in Nordafrika aufgehetzt, und nicht nur im Mandatsgebiet Pal√§stina, sondern auch in den arabischen Staaten des Nahen Ostens beginnen gewaltt√§tige Ausschreitungen gegen die j√ľdische Bev√∂lkerung, deren Gemeinden dort teilweise seit 2 500 Jahren angesiedelt sind. In Jerusalem beginnen blutige K√§mpfe, so da√ü international die Sorge entsteht, Jerusalem k√∂nne zerst√∂rt werden. In Aleppo, Syrien, werden die H√§user von 300 Juden und elf Synagogen bis auf den Grund abgebrannt, die H√§lfte der 4 000 Juden der Stadt fliehen. In Aden werden 82 Juden ermordet. (46)

In diesen Diktaturen können derartige Ausschreitungen nur stattfinden, wenn sie von der Regierung und der islamischen Geistlichkeit veranlaßt und gelenkt sind. Das zeigt zum Vergleich die gewaltsame und brutale Niederschlagung sozialer Proteste in diesen Ländern, wann immer sie stattfinden.

Am 14. Mai 1948 wird der Staat Israel proklamiert.

Schon am n√§chsten Tag machen die arabischen Staaten ihre Drohung wahr und √ľberfallen unmittelbar nach dem Abzug der britischen Truppen den jungen Staat Israel. Israel erh√§lt von den westlichen Staaten kaum Hilfe, sondern Gro√übritannien intrigiert noch bis zuletzt gegen die Staatsgr√ľndung.

Dieses Verhalten Gro√übritanniens, aber auch das der anderen Gro√üm√§chte, ist interessant im Hinblick auf die Einsch√§tzung der gegenw√§rtigen Situation im pal√§stinensisch-israelischen Konflikt sowie des Irakkrieges, der entgegen der Erkl√§rung des US-Pr√§sidenten, vom 1. Mai 2003, mitnichten beendet ist, sondern vielmehr gerade erst richtig anf√§ngt. Das indifferente bis widerspr√ľchliche Verhalten gegen√ľber den dr√§ngenden Fragen dieser Kriege und Konflikte wie s√§mtliche Aktionen und kriegerischen Ma√ünahmen in der Region werden nicht bestimmt durch Wohlwollen gegen√ľber Israel oder gar den Pal√§stinensern oder Irakern (von den Kosovaren nicht zu reden), sondern allein durch die geostrategischen und wirtschaftlichen Interessen dieser Staaten in der Region. Dies gilt selbstverst√§ndlich auch f√ľr das Unterlassen derartiger Ma√ünahmen, beispielsweise der Ablehnung des Irakkrieges durch Deutschland, Frankreich und Ru√üland.

Israel wird sich im Zweifelsfalle nur auf sich selbst verlassen k√∂nnen. Der Handlungsspielraum der israelischen Regierung gegen√ľber den Pal√§stinensern ist eng begrenzt durch diese Interessen, die keinen der Akteure in der Region, weder die USA, noch die EU noch Ru√üland veranlassen, sich ganz auf die Seite Israels zu stellen. Leider ist der Politik der israelischen Regierung nicht anzumerken, ob diese sich dessen bewu√üt ist. Von Yasser Arafat und seinen Terrorbanden kann man allerdings sagen, da√ü sie diese Interessen voll in die Strategie zu ihrer Machtsicherung einbeziehen - sonst w√§ren sie schon vor drei√üig Jahren kaltgestellt worden. Gelernt hat Yasser Arafat von seinem gro√üen Vorbild und Helden, dem Mufti Hadji Amin al-Husseini. Ihm zu Ehren tr√§gt er sein Pali-Tuch.

Nun aber zur√ľck zur Zeit der Staatsgr√ľndung!

Der UN-Delegierte der Sowjetunion Andrei Gromyko sagt zum kriegerischen Vorgehen der arabischen Staaten in einer Rede im UN-Sicherheitsrat, am 29. Mai 1948:

"Das ist nicht das erste Mal, da√ü die arabischen Staaten, die den Angriff auf Pal√§stina organisierten, eine Entscheidung des Sicherheitsrates der Generalversammlung mi√üachtet haben. Die sowjetische Delegation h√§lt es f√ľr wesentlich, da√ü der Rat bez√ľglich des Verhaltens der arabischen Staaten seine Meinung deutlicher und bestimmter vortr√§gt." (47)

Zur Lage der Juden in einzelnen arabischen Staaten nach der Verk√ľndung der UN Resolution Nr. 181, am 29. November 1947

In den arabischen Staaten leben 1945 mehr als 870 000 Juden. Schon vor dem UNO-Beschlu√ü warnen arabische UN-Delegierte, vor allem aus √Ągypten und dem Irak, vor ansteigendem Antisemitismus und m√∂glichen Massakern unter Juden f√ľr den Fall einer Annahme des Mehrheitsplanes. Dies ist eine eindeutige Drohung. Die Juden in den arabischen L√§ndern, besonders im Irak, in Syrien, √Ągypten und Libyen stehen noch unter dem Eindruck der durch den pal√§stinensischen Mufti und die √§gyptische Muslimbr√ľderschaft angeheizten antisemitischen Gewaltt√§tigkeiten. Die jetzt oft verbreitete Behauptung, die Juden der arabischen Staaten seien von dort deshalb vertrieben worden, weil Israel die Araber vertrieb, entbehrt jeder Grundlage. (48)

Seit der Aufforderung zur Verfolgung und Vertreibung der Juden aus sämtlichen islamischen Staaten durch die hohe Geistlichkeit der Al-Azhar Universität, im Jahre 1947, ist in den Ländern ganze Arbeit geleistet worden. Mehr als 820 000 Juden leben nicht mehr in ihren Ländern. Von 2001 bis heute sind von den restlichen weitere vertrieben worden. So gibt es im Irak noch 32, wie wir der Zeitschrift "Marianne" entnehmen können.

Yoram Ettinger schreibt, da√ü der von den Pal√§stinensern und den arabischen Staaten Israel 1948 aufgezwungene Krieg 630 000 pal√§stinensische und 820 000 j√ľdische Fl√ľchtlinge hervorbringt. 590 000 der j√ľdischen Fl√ľchtlinge werden von Israel neben Millionen aus Europa aufgenommen. Die pal√§stinensischen Fl√ľchtlinge und ihre Nachkommen leben auf Anweisung ihrer F√ľhrer in Fl√ľchtlingslagern, wo sie eine Brutst√§tte f√ľr Terrorismus bilden. Nichts von den Geldern der USA und der EU an die PLO gehe an die Fl√ľchtlingslager. (42)

Die j√ľdische Bev√∂lkerung in arabischen Staaten von 1948 bis 2001 (49)

1948 1958 1968 1976 2001
Aden 8,000 800 0 0 0
Algeria 140,000 130,000 1,500 1,000 0
Egypt 75,000 40,000 1,000 400 100
Iraq 135,000 6,000 2,500 350 100
Lebanon 5,000 6,000 3,000 400 100
Libya 38,000 3,750 100 40 0
Morocco 265,000 200,000 50,000 18,000 5,700
Syria 30,000 5,000 4,000 4,500 100
Tunisia 105,000 80,000 10,000 7,000 1500
Yemen 55,000 3,500 500 500 200
 
TOTAL 856,000 475,050 72,600 32,190 7,800

Einige der arabischen Staaten sind im w√∂rtlichen Sinne "judenfrei". Saudi-Arabien ist hier nicht aufgef√ľhrt, weil Juden dort schon lange sogar Einreiseverbot zum Besuch haben. In Jordanien leben 1948 keine Juden, es ist deshalb ebenfalls nicht aufgef√ľhrt, obgleich Juden lange vor der Entstehung des Islam in dem Teil Pal√§stinas leben, den die Briten 1923 als Transjordanien abtrennen und sp√§ter Jordanien nennen. Dorthin fliehen auch viele j√ľdische Familien, die im 7. Jahrhundert von der arabischen Halbinsel vertrieben werden, also mehr als tausend Jahre vor der Zeit, da dieses Gebiet zum haschemitischen K√∂nigreich erkl√§rt wird.

Juden, die in Pal√§stina √∂stlich des Jordan und in dem heute als "West Bank" bezeichneten Gebiet leben, werden in den letzten 500 Jahren aus den von Arabern beherrschten St√§dten mittels sporadischer Pogrome und Pl√ľnderungen vertrieben, so da√ü um 1940 diese pal√§stinensischen St√§dte als rein arabisch bezeichnet werden k√∂nnen. Die Juden, die seit Jahrhunderten, teilweise bereits vor der osmanischen Herrschaft, in dem pal√§stinensischen Gebiet leben, das heute Jordanien und "West Bank" genannt wird, werden infolge der arabischen Gewalt zu pal√§stinensischen j√ľdischen Fl√ľchtlingen. Darauf achtet so gut wie niemand, selbst nicht in Israel. Diese Juden lassen sich schon vor der Staatsgr√ľndung Israels an der mehrheitlich von Juden besiedelten K√ľste, dem heutigen Israel nieder. Obgleich 1948 die 77 Prozent Pal√§stinas, das die Briten 1923 abteilen und den Arabern als Transjordanien √ľbergeben, bereits durch zahlreiche gewaltt√§tige Ausschreitungen und Pogrome gegen diese alteingesessenen Juden ges√§ubert sind, erl√§√üt die jordanische Regierung 1954 ein Gesetz, das in Jordanien lebenden Pal√§stinensern die Staatsb√ľrgerschaft nur dann gibt, wenn sie keine Juden sind: Jordanian Nationality Law, Article 3(3) of Law No. 6 of 1954, Official Gazette No. 1171, February 16, 1954 (49)

W√§hrend der Besetzung der "West Bank" durch Jordanien (1948-1967) erkl√§rt die jordanische Regierung den Verkauf von Land an Juden zum Kapitalverbrechen. Dem Mandatsvertrag des V√∂lkerbundes √ľber Pal√§stina widerspricht dieses Verbot. Der Vertrag ist aber mit der Resolution Nr. 181, vom 29. November 1947, und der Gr√ľndung des Staates Israel nicht mehr g√ľltig. Eine andere Regelung gibt es nicht, so da√ü das Recht der Juden, sich in diesen Gebieten anzusiedeln sowie die rechtlichen Anspr√ľche auf das von Juden erworbene Land bis heute weiterbestehen. Eine andere Frage ist die der politischen Sinnhaftigkeit des Siedlungsbaus.Was den Willen der Araber angeht, mit Israel Frieden zu schlie√üen, so zeigt die Zeit von 1948 bis 1967, da den Juden der Siedlungsbau verboten ist, da√ü auch ohne Siedlungsbau von den Arabern kein Frieden gewollt wird. Im Jahr 2000 bietet der israelische Premierminister Ehud Barak den Arabern den Abbau der Siedlungen an. Es f√ľhrt nicht zur Friedensbereitschaft. Der politische Schaden des weiteren Siedlungsbaus f√ľr Israel ist dennoch gro√ü, da hier ein st√§ndiges Argument gegen Israel gewonnen wird. Auch die deutschen Linken steigen voll in dieses Thema ein, das den Blick verstellt. Der Siedlungsbau lenkt von den tats√§chlich zu l√∂senden Fragen ab. (50)

√Ągypten

1948 leben in √Ągypten 75 000 Juden. Zwischen Juni und November 1948 explodieren Bomben im j√ľdischen Viertel von Kairo und t√∂ten 70 Juden. Verwundet werden ca. 200. Der Suezkrieg 1956 wird von der √§gyptischen Regierung zum Vorwand genommen, 25 000 √§gyptische Juden des Landes zu verweisen und getreu dem alten Dhimmi-Gesetz ihren Besitz zu konfiszieren. Ungef√§hr 1000 Juden werden verhaftet und in Gef√§ngnisse oder Lager gesteckt. Am 23. November 1956 wird in ganz √Ągypten eine vom Minister f√ľr religi√∂se Fragen unterzeichnete Erkl√§rung verlesen, in der es hei√üt da√ü "alle Juden Zionisten und Staatsfeinde" seien. Ihre Ausweisung stehe unmittelbar bevor. Tausende von Juden werden aufgefordert, das Land zu verlassen. Einen Koffer und etwas Geld d√ľrfen sie mitnehmen. Sie werden gezwungen zu unterschreiben, da√ü sie ihren Besitz der √§gyptischen Regierung schenken. Einige Juden werden in √Ągypten als Geiseln zur√ľckgehalten, damit die ausreisenden Familien nicht gegen die √§gyptische Regierung aussagen. 1958 leben 40 000 Juden in √Ągypten.

Anl√§√ülich des Sechstagekrieges von 1967 werden weitere Juden vertrieben. Ihre H√§user und ihr Besitz werden beschlagnahmt. Es verbleiben ungef√§hr 1000 Juden im Land. Zur selben Zeit werden von √Ągypten Hunderte von Nazi-Verbrechern aufgenommen. Sie bekommen Posten in der Regierung. Der Leiter der polnischen Gestapo Leopold Gleim kontrolliert den √§gyptischen Geheimdienst.

Anfang der 70er Jahre wird den Juden erlaubt, √Ągypten zu verlassen. 1976 gibt es noch 400 Juden. 1979, nach dem Friedensvertrag zwischen √Ągypten und Israel, ist die √§gyptische j√ľdische Gemeinde die erste, die offiziellen Kontakt zu Israel aufnimmt. Die Juden d√ľrfen ihre Religion frei aus√ľben. 2001 gibt es 100 Juden in √Ągypten, einige Familien, die meisten alte Menschen. Gegen diese winzige Gemeinde, die aus 12 √§lteren Menschen besteht, werden keine antisemitischen Ausschreitungen unternommen. Die j√ľdische Gemeinde ist im Aussterben begriffen. (51)

Algerien

1948 leben 140 000 Juden in Algerien. 1948 wandern 25 681 algerische Juden nach Israel aus.

1956 werden die Juden von der algerischen Befreiungsfront FLN aufgerufen, sich dem Kampf anzuschlie√üen. Dem kommt nur eine kleine Gruppe nach. Sie f√ľhlen sich Frankreich und ihrer Staatsb√ľrgerschaft verpflichtet. 20 000 wandern nach Frankreich aus. Die restlichen wandern nahezu vollst√§ndig aus nach der algerischen Unabh√§ngigkeit 1962, da die algerische Regierung die Juden schikaniert und sie ihrer wirtschaftlichen Rechte beraubt. (32)

1968 gibt es noch 1 500 Juden in Algerien, 1000 im Jahre 1976 und im Jahr 2001: null.

Irak

1946 bis 1949 gibt es wiederholt Ausschreitungen gegen Juden. 1948 leben 135 000 Juden im Irak, davon 77 000 in Bagdad, das zu einem Viertel j√ľdisch ist. 1948 wird Zionismus zum Kapitalverbrechen erkl√§rt. 1948 m√ľssen sie 250 000 Dinar in die Kriegskasse des Irak f√ľr den Krieg gegen Israel einzahlen.

1950 wird den Juden erlaubt, innerhalb des n√§chsten Jahres unter der Voraussetzung den Irak zu verlassen, da√ü sie ihre Staatsb√ľrgerschaft aufgeben. Dennoch wird ein Jahr sp√§ter auch das Eigentum dieser Emigranten eingefroren. Ihre Bankkonten werden gesperrt. Die etwa 10 000 Juden, die noch im Land sind, unterliegen wirtschaftlichen Beschr√§nkungen. Den irakischen Juden geh√∂rt zuvor nahezu der gesamte Souk von Chordja, im Zentrum Bagdads.

"Das ganze Quartier geh√∂rte ihnen", erinnert sich ein alter Mann, "sie verkauften Gold und dienten als Bankiers, weil man ihnen vertraute. Man hatte zwischen den religi√∂sen Gruppen keine Probleme. Der Irak war immer ein Land der Toleranz. Die Erde Ibrahims-Abrahams, des Vaters von Isaac und Isma√ęl, die den Ursprung von Judaismus und Islam bilden. Bis zur Nakba 1948 waren wir Br√ľder. Dann sind sie alle nach Israel ausgewandert."

Sie nennen die Staatsgr√ľndung Israels "Nakba", Katastrophe.

Im B√ľcherbasar ist es √§hnlich. Auch von dort sind alle Juden ausgewandert. Jetzt liegen dort "Die Protokolle der Weisen von Zion" aus. (1)

Von Mai 1951 bis Anfang 1952 werden 104 000 Juden in der "Operation Ezra&Nehemia" √ľber Zypern und sp√§ter direkt von Bagdad aus dem Irak nach Israel evakuiert. Weitere 20 000 werden √ľber den Iran herausgeschmuggelt. Insgesamt erreichen an die 130 000 irakischer Juden in der "Operation Ezra&Nehemia" Israel. Die Operation dauert mehrere Monate. Zun√§chst verlassen die wohlhabenderen das Land. Als die anderen das h√∂ren, schreiben sie sich zu Tausenden in die Auswanderungslisten ein.

Dem irakischen Gesetz entsprechend m√ľssen die Juden ihre gesamte Habe verkaufen und ihre Gesch√§fte liquidieren. Sie erzielen daf√ľr in Auktionen l√§cherlich niedrige Summen. Einen Koffer von 50 kg pro Person d√ľrfen sie mitnehmen. Die irakische Regierung, die von der hohen Zahl der Ausreisewilligen √ľberascht ist (sie rechnete mit ca. 8000) bef√ľrchtet, da√ü durch den Exodus die Verwaltungsinstitutionen lahmgelegt werden. (52)

1952 werden zwei Juden auf Grund falscher Anschuldigungen öffentlich gehenkt.

6000 Juden bleiben im Irak zur√ľck. 1958 wird ihnen der Status als j√ľdische Gemeinde aberkannt. Das Gemeindeeigentum, einschlie√ülich Schulen und Krankenh√§user werden der Regierung √ľberschrieben. Nach dem Sechstagekrieg,1967, verlassen weitere 3 500 das Land. Viele Juden werden verhaftet und aus ihren Arbeitsstellen entfernt.

1968 erreicht die Verfolgung ihren H√∂hepunkt. Ein Gesetz verbietet ihnen, mehr als 100 Dinar im Monat am Verkauf von Immobilien zu verdienen. Hunderte von Juden werden als Mitglieder eines aus Gesch√§ftsleuten bestehenden "Spionageringes" verhaftet. 1969 werden neun von ihnen "zionistischer Umtriebe" und zwei wegen Spionage f√ľr Israel und die CIA wegen unter dem Beifall von an die 500 000 M√§nnern, Frauen und Kindern √∂ffentlich gehenkt. "Kommt, freut Euch des Festes!" ruft der irakische Rundfunk auf. In den Stra√üen wird getanzt und "Tod Israel!" und "Tod allen Verr√§tern!" gerufen.

Juden stehen st√§ndig unter √úberwachung. Die soziale und psychische Pers√∂nlichkeit der Juden wird v√∂llig zerst√∂rt. Sechs weitere werden ermordet. 1973 wird eine f√ľnfk√∂pfige j√ľdische Familie in ihrem Haus ermordet.

Anfang der 70er Jahre d√ľrfen auf internationalen Druck hin die meisten der noch verbleibenden Juden auswandern. 1976 gibt es dort noch 350. Eine Synagoge in sehr schlechtem Zustand ist noch ge√∂ffnet. Juden d√ľrfen weder im √∂ffentlichen Dienst noch in der Armee arbeiten.

Das den Juden enteignete Vermögen geht in die Hunderte von Millionen Dollar.

Heute leben dort noch 32 Juden oder 28, da nach anderen Quellen am Freitag, den 25. Juli 2003, sechs der letzten 34 Juden aus Bagdad ausgeflogen werden. Die Jewish Agency sucht sie im ganzen Land zusammen. Es gab Zeiten, da waren 20 Prozent der Einwohner von Bagdad Juden ... (53)

Jemen (einschließlich Aden)

Unmittelbar nach dem Beschlu√ü der Vereinten Nationen zur Gr√ľndung des Staates Israel werden in den Slums von Aden, bis wohin die Juden des Jemen durch die britischen Restriktionen der Einwanderung nach Pal√§stina nur gelangen konnten, unter Beteiligung der √∂rtlichen Polizei schwere Gewalttaten begangen, bei denen 82 Juden ermordet und das j√ľdische Viertel niedergebrannt werden. Anfang 1948 f√ľhren falsche Anschuldigungen, Juden h√§tten zwei moslemische M√§dchen im Ritualmord get√∂tet, zu Pl√ľnderungen.

1948 leben 8000 Juden in Aden. Sie werden gezwungen zu fliehen.

1948 leben im Jemen 55 000 Juden. Dort werden bei gewaltt√§tigen Aufst√§nden w√§hrend eines Solidarit√§tsstreiks gegen den UNO-Beschlu√ü, am 2. Dezember 1947, mehr als 100 Juden ermordet und die gro√üe Synagoge niedergebrannt. J√ľdisches Eigentum wird besch√§digt, gepl√ľndert oder zerst√∂rt. √Ąhnliche Ausschreitungen finden 1958, 1965 und 1967 statt.

Im Jemen und in Aden leben 1948 insgesamt 63 000 jemenitische Juden, Nachkommen des Volkes der K√∂nigin von Saba. Erst im September 1948 gestattet die britische Verwaltung den Juden die Ausreise nach Pal√§stina. Da die √Ągypter den Suezkanal und die Stra√üe von Tirana geschlossen haben, werden 48 818 Juden in der "Operation Fliegender Teppich" per Airlift nach Israel gebracht. 1962 wird auf Grund von B√ľrgerkrieg jede weitere Auswanderung untersagt.

Danach leben noch ca. 4 300 Juden im Jemen und in Aden. Sie d√ľrfen nicht auswandern, Kontakt mit der Au√üenwelt ist ihnen untersagt. Sie werden in die Berge vertrieben, wo sie keinen Zugang zu Nahrung, Kleidung, medizinischer Versorgung und religi√∂sen Artikeln haben. Das hat zur Folge, da√ü einige Juden ihren Glauben verlassen und zum Islam √ľbertreten.

Im Jahre 2001 sind noch 200 Juden im Land. Ihnen ist die Aus√ľbung ihrer Religion gestattet. Sie unterstehen weiterhin einer Art sozialer Dhimmi-Gesetzgebung, sie sind als Menschen zweiter Klasse angesehen. Dennoch will die jemenitische "Allgemeine Volkspartei" 2001 einen Juden zum Parlament kandidieren lassen, offensichtlich, weil man sich davon finanzielle Hilfe aus den USA verspricht. Die Wahlkommission untersagt seine Kandidatur, weil ein Kandidat zwei moslemische Elternteile haben m√ľsse. (54)

Libanon

1947 leben im Libanon gesch√§tzt 5 950 Juden. 1948 sind es noch 5000. Nach der Gr√ľndung Israels sehen sie sich nicht veranla√üt das Land zu verlassen, da sie dort dank einer christlich-arabischen Regierung toleriert werden. Sie haben gleiches Recht wie alle B√ľrger. W√§hrend der antizionistischen Ausschreitungen 1947 und 1948 wird ihnen nichts zuleide getan.

Im Zuge der Versch√§rfung des arabisch-israelischen Konflikts werden sie in diesen hineingezogen, da sie mit der israelischen Politik in Verbindung gebracht werden. Anfang der 50er Jahre wird ihre Synagoge zerbombt. J√ľdische Mitglieder der libanesischen Armee werden aus dieser entfernt.

W√§hrend des Krieges von 1967 sch√ľtzt die libanesische Regierung die Juden vor gewaltt√§tigen Ausschreitungen der Araber. Einige Hundert verlassen den Libanon. Bis 1972 ist es ihnen gestattet, ihre Habe mitzunehmen. 3000 Juden leben 1968 im Libanon, 1974 sind es 1800. Sie emigrieren nach Frankreich, Israel, italien, England oder S√ľdamerika.

W√§hrend des B√ľrgerkrieges von 1975 postieren die Pal√§stinensische Befreiungsorganisation (PLO) und linke Moslemkr√§fte Milit√§r in die j√ľdische Nachbarschaft von Wadi Abu Jamil. Dennoch w√§chst die Gefahr seitens fundamentalistischer Moslems, vor allem nach der israelischen Invasion von 1982. Zwischen 1984 und 1987 werden von ihnen Juden entf√ľhrt und ermordet. Heute leben in Beirut noch 100 Juden. (55)

Libyen

1948 leben in Libyen 38 000 Juden. 1948 werden 12 Juden und vier Araber bei antij√ľdischen Ausschreitungen ermordet. 280 j√ľdische H√§user werden zerst√∂rt. Die Unsicherheit f√ľr sie durch die Gr√ľndung Israels l√§√üt 3000 Juden, obgleich die Auswanderung illegal ist, das Land verlassen. Viele gehen nach Israel. Als die Briten 1949 die Auswanderung legalisieren, und als Libyen 1951 unabh√§ngig und Mitglied der Arabischen Liga wird , fliehen weitere mehr als 30 000 Juden aus dem Land. In Israel siedeln sich 36 730 libysche Juden an.

1958 wohnen in Libyen noch 3 750 Juden. 1963 wird den Juden das Wahlrecht aberkannt. Es gibt Massenverhaftungen. Juden d√ľrfen keine √∂ffentlichen √Ąmter bekleiden. Der Sechstagekrieg von 1967 hat weitverbreitete Zerst√∂rung j√ľdischen Eigentums zur Folge. 100 Juden werden ermordet. Synagogen, Gesch√§fte und H√§user werden niedergebrannt.

Zur Zeit des Putsches von Kolonel Muammar al-Ghaddafi leben ca. 100 bis 500 Juden in Libyen. Ghaddafi konfisziert nach und nach s√§mtlichen j√ľdischen Besitz und annulliert Schulden, die Moslems bei Juden haben. 1974 leben dort noch 20 Juden, und heute gibt es, nachdem die letzte J√ľdin im Februar 2002 stirbt, in Libyen null Juden. (56)

Marokko

1948 leben in Marokko zwischen 265 000 und 285 000 Juden. Im Juni 1948 werden bei blutigen antij√ľdischen Ausschreitungen in Oujda und Djerada 44 Juden ermordet und Hunderte verletzt. Im selben Jahr wird ein inoffizieller Boykott der j√ľdischen Wirtschaft angezettelt. 1952 finden erneut mehrere antij√ľdische Ausschreitungen durch den arabischen Mob statt. 1954 werden j√ľdisches Eigentum gepl√ľndert und j√ľdische Schulen zerst√∂rt.

1956 erkl√§rt Marokko seine Unabh√§ngigkeit und die Emigration nach Israel wird untersagt. Der antizionistische Kommunist und Widerstandsk√§mpfer gegen die franz√∂sische Besatzung Simon L√©vy, Vorsitzender der j√ľdisch-maokkanischen Gemeinde meint dazu, eine √ľbereilte Auswanderung nach dem Suezkrieg sei in Marokko gegen√ľber anderen arabischen Staaten, beispielsweise des Irak und √Ągyptens, nicht zu beobachten gewesen. 1958 leben 200 000 Juden in Marokko, immerhin mindestens 65 000 weniger als 1948. Er sieht haupts√§chlich wirtschaftliche Gr√ľnde der Auswanderung, zwischen 1948 und 1956, bedauert sie und lastet sie der Agitation der Jewish Agency an. (57)

1958 wird die Anzahl j√ľdischer Regierungsbeamter willk√ľrlich gesenkt. Alle zionistischen Aktivit√§ten sind verboten. 1963 wird die Emigration wieder erlaubt, und es verlassen mehr als 100 000 Juden Richtung Israel das Land. 1965 beschreibt der marokkanische Schriftsteller Said Ghallab die Haltung seiner moslemischen Landsleute gegen√ľber ihren Nachbarn:

"Die schlimmste Beleidigung, die ein Marokkaner wohl bieten konnte, war, jemanden wie einen Juden zu behandeln. ... Meine Jugendfreunde sind antij√ľdisch geblieben. Sie verbergen ihren virulenten Antisemitismus, in dem sie argumentieren, da√ü der Staat Israel ein Gesch√∂pf des westlichen Imperialismus w√§re ... In der Bev√∂lkerung wird ein ungebrochener Hitler-Mythos gepflegt. Die Vernichtung der Juden durch Hitler wird extatisch gepriesen. Es wird sogar vermutet, da√ü Hitler gar nicht tot ist, sondern lebt, und es ihm gut geht. Seine Ankunft wird erwartet, damit er die Araber von den Juden befreie." (58)

1968 leben noch 50 000 Juden in Marokko. 2001 sind es 5 700.

Simon L√©vy gibt eine g√§nzlich andere Schilderung. Die Ausschreitungen seien Ausnahmen. Er behauptet, die irakischen Juden seien geflohen, weil die Jewish Agency Terror in deren R√§ngen ges√§t habe, damit sie nach Israel auswanderten. Die Einsch√§tzung von Simon L√©vy liest sich wie eine m√§rchenhafte Hofberichterstattung. Stutzig mu√ü auch machen, da√ü in Marokko der Kommunist Simon L√©vy so offen auftreten kann. Aus Marokko sind ganz andere Verfahren Kommunisten gegen√ľber bekannt.

Auch Mitchell Bard erw√§hnt, da√ü K√∂nig Hassen II. bis zu seinem Tode, 1999, versucht habe, die Juden zu besch√ľtzen. Marokkanische j√ľdische Auswanderer d√ľrften Freunde und Familie in Marokko besuchen, selbst mit israelischem Pa√ü. Marokkanische Juden seien im Gesch√§ftsleben t√§tig und hielten Posten in der Regierung. Dennoch kann die willk√ľrliche Herabsetzung der Beamtenzahl wohl nicht ohne K√∂nig Hassans Zustimmung geschehen sein. Man kann der Einsch√§tzung Mitchell Bards eher entnehmen, wie bescheiden die Juden schon geworden sind. Es versetzt sie fast in Euphorie, da√ü sie in Marokko nicht so brutal behandelt werden wie sonstwo in arabischen L√§ndern. Marokko sei vielleicht Israels engster Freund in der arabischen Welt. Es mag stimmen. Es sei auch daran erinnert, da√ü K√∂nig Mohammed V. zur Vichy-Zeit die Juden seines Landes vor der Deportation bewahrt.

1999 organisiert K√∂nig Hassan II. das erste Welttreffen der marokkanischen Juden, in Marrakesch. Im April 2000 unterst√ľtzt die marokkanische Regierung unter seinem Nachfoger Mohammed VI. eine Serie von Vortr√§gen und Veranstaltungen zur F√∂rderung der Achtung der Religionen untereinander. Im Oktober 2000 versuchen zwei arabische marokkanische Jugendliche, in Tanger eine Synagoge zu sch√§nden. K√∂nig Mohammed VI. erkl√§rt in einer Fernsehansprache, vom 6. November 2000, da√ü die Regierung die Mi√ühandlung marokkanischer Juden nicht zulassen werde. Wie lange noch kann er solches durchhalten?

Die Entwicklung in Marokko in den letzten Jahren jedenfalls spricht eine andere Sprache. Das islamistische Attentat in Casablanca, am 16. Mai 2003, ist kein Anzeichen f√ľr einen "moderaten" Islamismus, schreibt Jean-Pierre Tuquoi. Aus den Gemeindewahlen, am 12. September 2003, gehen die "Barttr√§ger" vom Parti de la justice et du d√©veloppement (PJD) als zweitst√§rkste Partei hervor. Geschickt positionieren sie sich zun√§chst in r√ľckst√§ndigen Klein- und Mittelst√§dten und in ausgew√§hlten Bezirken gro√üer Metropolen. In Tanger, dessen Nordteil "Wad el-Yahoud", das Tal der Juden, genannt wird, sind sie gar nicht erst angetreten. Ebenso nicht in der modernen Stadt Agadir. Auch die Nationalisten des Istiqlal k√∂nnen mit ihrem Ergebnis zufrieden sein. (59)

Der von den pal√§stinensischen Arabern seit 80 Jahren gesch√ľrte islamistische antisemitische Fundamentalismus und Nationalismus dringt bis in die entferntesten Winkel der arabischen Welt. Eine Einheit zwischen PJD und Istiqlal ist, wenn n√∂tig, schnell herzustellen.

Ein Schritt, dem Einhalt zu gebieten w√§re, den Pal√§stinensern endlich ihren Staat zuzubilligen. Die arabische Welt m√ľ√üte daraufhin ihre Argumentation neu ordnen. Das w√ľrde geraume Zeit in Anspruch nehmen. Dann w√ľrde endlich der Blick der arabischen Bev√∂lkerung darauf fallen, da√ü sie √ľber Jahrzehnte von Despoten und Diktatoren, angema√üten und anma√üenden K√∂nigen und korrupten Banden regiert wird, im Einklang mit den Interessen m√§chtiger politischer und Wirtschaftskreise der EU bzw. Deutschlands, Gro√übritanniens, Frankreichs, der USA und der Sowjetunion bzw. Ru√ülands. Dieser Blick wird den Arabern durch die in den Lagern vegetierenden Pal√§stinenser verstellt.

Syrien

30 000 Juden leben 1947 in Syrien. Unmittelbar nach Verk√ľndigung des Teilungsbeschlusses verw√ľstet arabischer Mob in Aleppo die 2 500 Jahre alte j√ľdische Gemeinde. Hunderte von Juden werden ermordet und mehr als 200 j√ľdische H√§user, Gesch√§fte und Synagogen zerst√∂rt. Tausende von Juden fliehen illegal nach Israel. 10 000 fliehen in die USA.

Alois Brunner, einer der schlimmsten Nazi-Verbrecher, Hauptgehilfe von Adolf Eichmann, kann sich 1954 in Syrien niederlassen und wird Berater von Hafez al-Assad. Die Bundesregierung interessiert sich nicht im geringsten f√ľr seine Auslieferung.

1958 leben noch 5000 Juden in Syrien. Die syrische Regierung verst√§rkt die Judenverfolgung. Die Freiz√ľgigkeit wird f√ľr sie eingeschr√§nkt. Juden, die zu fliehen versuchen, werden entweder umgebracht oder zu harter Arbeit verurteilt. Juden d√ľrfen nicht f√ľr die Regierung oder in Banken arbeiten, sie d√ľrfen keine Telefone haben und keinen F√ľhrerschein. Es ist ihnen untersagt, Eigentum zu erwerben. Ihre Bankkonten werden gesperrt. Eine asphaltierte Stra√üe zum Flughafen wird √ľber den j√ľdischen Friedhof von Damaskus gef√ľhrt. J√ľdische Schulen werden geschlossen und Moslems √ľbergeben. 1968 leben noch 4000 Juden in Syrien. Sie sind Schachfiguren der syrischen Politik gegen√ľber Israel und in Konflikten mit anderen arabischen Staaten.

1971 erkl√§rt Hafez al-Assad, da√ü Klagen, die Juden w√ľrden in Syrien verfolgt, nur zionistische Propaganda w√§ren. 1972 sitzen elf j√ľdische M√§nner im Gef√§ngnis, nachdem ihre Verwandten aus Syrien zu fliehen versucht haben. Letztere werden gefoltert und mit vier bis sechs Jahren Gef√§ngnis bestraft. Der Vorwand f√ľr diese Ma√ünahmen ist, man m√ľsse die Juden vor der zutiefst antizionistischen Bev√∂lkerung sch√ľtzen. Der Stellvertretende Au√üenminister Abdallah Khani sagt, im Februar 1972:

"Syrien befindet sich im Krieg mit Israel. Wir k√∂nnen nicht zulassen, da√ü unsere Staatsb√ľrger die R√§nge der israelischen Armee verst√§rken."

Im April 1974 demonstrieren 1000 Juden aus Damaskus au√üerhalb ihres Ghettos gegen die Ermordung von vier j√ľdischen Frauen und f√ľr das Recht zu emigrieren.

1976 leben 4 500 Juden in Syrien.

Hafez al-Assad dekretiert 1977, da√ü j√ľdische alleinstehende Frauen erst ausreisen k√∂nnten, wenn sie in den USA einen Ehemann gefunden h√§tten. Die Ausreiseverhandlungen f√ľhrt das US-Au√üenministerium. Es werden zahlreiche Scheinehen geschlossen, um die Frauen au√üer Landes zu bekommen. Alleinstehende j√ľdische M√§nner gibt es kaum noch, sie sind geflohen. Diejenigen, die noch da sind, wollen nicht heiraten, damit sie kurzfristig ohne Familie ausreisen k√∂nnen.

1977/78 werden die Ma√ünahmen gegen Juden gemildert. Syrien verlassen k√∂nnen sie, wenn sie Verwandte als Geiseln zur√ľcklassen. Au√üerdem m√ľssen sie zwischen 300 und 1000 Dollar als Pfand hinterlegen. Jeden Abend um 21 Uhr mu√ü jeder j√ľdische Haushalt die etwaige Abwesenheit eines Mitglieds an die Beh√∂rde melden. Wenn jemand fehlt, werden sie der Komplizenschaft angeklagt. Sie leben st√§ndig unter Bewachung durch die Geheimpolizei, die bei Gottesdiensten in den Synagogen, bei Hochzeiten und allen j√ľdischen Festen dabei ist.

Nach der erfolgreichen Flucht einiger Juden werden die Ma√ünahmen gegen Juden 1979 wieder versch√§rft. Die Familienmitglieder der Gefl√ľchteten werden ins Gef√§ngnis geworfen und gefoltert. Nun d√ľrfen Juden √ľberhaupt nicht mehr ins Ausland reisen. Es gibt nur einige wenige Juden an den Universit√§ten, kein Jude arbeitet in der Regierung, und die j√ľdischen Schulen sind an Moslems √ľbergeben worden.

1987 und 1988 verhaftet und foltert die Geheimpolizei neun Juden unter dem Verdacht, Reise- und Emigrationsgesetze zu brechen, in dem sie zu fliehen geplant und nicht gestattete Reisen ins Ausland gemacht hätten. Ein Rechtsbeistand wird ihnen nicht gewährt. Juden sind Geiseln eines ihnen feindlich gesonnenen Regimes.

Im November 1989 verspricht die syrische Regierung die Genehmigung zur Ausreise von 500 ledigen j√ľdischen Frauen, die an Zahl die M√§nner weit √ľbersteigen und keine geeigneten Ehem√§nner finden k√∂nnen. Insgesamt 24 von ihnen k√∂nnen bis 1991 ausreisen. Anfang der 90er Jahre erreichen die USA bei den Friedensverhandlungen, da√ü das Verbot von Kauf und Verkauf von Eigentum aufgehoben wird.

1992 versch√§rft Syrien seine Hetzkampagnen gegen die Juden. Sie h√§tten Christus gekreuzigt und ben√ľtzten Menschenblut f√ľr ihre Matzen. Der Verteidigungsminister General Mustafa Tlass schreibt das Vorwort zu dem Buch "Die Matzen von Zion" und behauptet, diese Verleumdungen w√§ren wahr. 1992 werden die Reisebeschr√§nkungen f√ľr Juden f√ľr kurze Zeit gelockert. Nach Israel jedoch d√ľrfen sie nicht reisen. Willk√ľrliche Verhaftungen werden fortgesetzt. (60)

In einer verdeckten Operation, Ende 1994, werden 1 262 Juden nach Israel gebracht. Die Entscheidung, die Juden ziehen zu lassen, fällt im Rahmen der Madrider Friedensverhandlungen. Die letzten Juden, die Syrien verlassen wollen, tun dies Ende Oktober 1994 mit ihrem Rabbiner. (61)

2001 leben vielleicht doch mehr als 100 Juden in Syrien, und zwar 150 in Damaskus, 30 in Aleppo und 20 im kurdischen Kamishli. In Damaskus sind zwei Synagogen ge√∂ffnet. Die gro√üe Synagoge in Aleppo, seit mehr als 1600 Jahren in Gebrauch, ist geschlossen. Gelegentlich sind die Juden pal√§stinensischen Protestlern ausgesetzt, die syrische Regierung besch√ľtzt sie jedoch. (62)

Tunesien

1948 leben in Tunesien 105 000 Juden, von denen die ersten gleich nach der Gr√ľndung Israels zu Tausenden dorthin auswandern. Nach der Unabh√§ngigkeitserkl√§rung, 1956, emigriert eine weitere gro√üe Gruppe von Juden, diesmal haupts√§chlich nach Frankreich. Die Unabh√§ngigkeit bringt Judenverfolgungen mit sich. 1957 wird das rabbinische Tribunal abgeschafft und ein Jahr sp√§ter werden die j√ľdischen Gemeinder√§te aufgel√∂st. Die tunesische Regierung zerst√∂rt das Judenviertel. 1958 leben in Tunesien 80 000 Juden. Dennoch sind einflu√üreiche Juden in der durch Habib Bourguiba gef√ľhrten Einheitspartei N√©o Destour und ihrer Regierung t√§tig.

Die Krise von Bizerta, 1961, provoziert durch die Stationierung franz√∂sischer Truppen auf diesem Marinest√ľtzpunkt, sechs Jahre nach der Unabh√§ngigkeit Tunesiens, ohne die Zustimmung der tunesischen Regierung, da das franz√∂sische Milit√§r auf unbewaffnete Demonstranten schie√üt, f√ľhrt bei einem Teil der moslimischen Bev√∂lkerung merkw√ľrdigerweise zu brutal aufflammendem Antisemitismus. Dieser wird mit dem Sechstagekrieg verst√§rkt. Der arabische Mob zerst√∂rt und pl√ľndert j√ľdische Gesch√§fte und setzt die gro√üe Synagoge von Tunis in Brand. Die tunesische Regierung h√§lt die Banden nicht zur√ľck. Weitere Tausende von Juden emigrieren nach Frankreich und Israel. 1968 leben 10 000 Juden in Tunesien.

1971 wird ein Rabbiner im Zentrum von Tunis ermordet, was weitere Auswanderung von ca. 3000 Juden zur Folge hat.

In keinem tunesischen Schulbuch ist die dreitausend Jahre w√§hrende Anwesenheit der Juden und deren Beitrag zur kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes festgehalten. So verfliegt die Erinnerung. Die kleine j√ľdische Gemeinde besteht 2002 noch aus 1500 Menschen. Sie sind, obgleich der Pr√§sident Ben Ali sie besch√ľtzt, nicht vollst√§ndig in die tunesische Gesellschaft integriert.

Im Sommer kehren zahlreiche Juden zu Besuch in ihre Heimat zur√ľck, und bis zum Beginn der zweiten Intifada und den Homizidattentaten vereinen sich jedes Jahr bei der Wallfahrt zur Synagoge Ghriba an die 5000 tunesische Juden aus Frankreich, Israel, den USA, Kanada und anderen Staaten.

Am 11. April 2002 ver√ľbt ein junges Mitglied der Terrororganisation al-Kaida ein Attentat auf die fast 2000 Jahre alte Synagoge Ghriba, auf Djerba. Der Attent√§ter Nizar Nawar wartet, bis sich eine m√∂glichst gro√üe Anzahl von Touristen in der Synagoge sammelt, und l√§√üt dann einen Lastwagen mit einem Gastank explodieren. Bruder und Onkel des Attent√§ters sind an dem Attentat beteiligt. Bei dem Anschlag werden 19 Menschen get√∂tet, darunter 14 Deutsche, drei Tunesier, ein Franzose sowie ein Franko-Tunesier.

Die tunesische Regierung stellt die Explosion zun√§chst als einen Unfall dar. Im Juni 2002 bekennt sich die al-Kaida durch ihren Sprecher Suleiman Abu Ghaith in einer Fernsehansprache des katarischen Senders El Dschasira zu dem Attentat. "Der Attent√§ter habe ´nicht zusehen´ k√∂nnen, ´wie seine Br√ľder in Pal√§stina sich t√∂ten lassen m√ľssen, w√§hrend die Juden spazieren gehen, sich am√ľsieren und ihre Rituale (in Tunesien) √∂ffentlich praktizieren k√∂nnen´," berichtet der Sender Phoenix. (63)

Mit dem Attentat vom 11. April 2002 auf die Synagoge Ghriba, auf Djerba, kann man sagen, da√ü eine 2 500-j√§hrige j√ľdische Pr√§senz in Tunesien zu Ende geht. Dieses Attentat wendet sich gegen die kleine j√ľdische Gemeinde. Nach diesem Attentat pilgern nur 200 Juden zur Synagoge Ghriba. Ein weiteres Attentat wird zeitgleich, in der Nacht vom 10. zum 11. April 2002, auf die Synagoge Keren Yechoua in Marsa, dem Badeort von Tunis, ver√ľbt. Die Synagoge wird regelrecht verw√ľstet. Eine weitere Synagoge, die von Sfax, sowie j√ľdische Friedh√∂fe werden gesch√§ndet, ohne da√ü es die tunesischen Beh√∂rden gro√ü k√ľmmert. Der Pr√§sident will ein internationale Untersuchungskommission einrichten. Nichts geschieht. Diese Ereignisse scheinen das Ende der Koexistenz von Arabern und Juden in Tunesien einzul√§uten. Seit der zweiten Intifada agitiert die tunesische Regierung am heftigsten von allen arabischen Staaten gegen Israel. Pl√§ne franz√∂sischer Tunesier zur Verst√§rkung von franz√∂sischen und europ√§ischen Investitionen im Land werden daraufhin eingefroren. (64)

Gerechtigkeit f√ľr die j√ľdischen Fl√ľchtlinge aus arabischen Staaten

Der Schriftsteller Amoz Oz schreibt zum Thema "R√ľckkehrrecht", bei dem selbstverst√§ndlich alle vereint, Vertreter der Vereinten Nationen, Regierungsvertreter der EU, arabische Staaten, Menschenrechtsorganisationen und gutmeinenden Antiimperialisten ausschlie√ülich an die arabischen Pal√§stinenser denken, √ľber diese:

"Die Verantwortlichen fordern heute offen das ´Recht auf R√ľckkehr´ von Hundertausenden von im Rahmen des Krieges von 1948 vertriebenen oder aus ihren H√§usern geflohenen arabischen Pal√§stinensern, in zynischer Verkennung des Schicksals von Hunderttausenden infolge eben dieses Krieges aus den arabischen Staaten vertriebener oder geflohener Juden."

Das R√ľckkehrrecht f√ľr arabische Pal√§stinenser hei√üe nichts anderes als "statt zwei Staaten f√ľr zwei Nationen" zwei arabische Staaten. Gleichzeitig lehnt Amos Oz die Siedlungspolitik Israels als f√ľr dieses gef√§hrlich und sch√§dlich ab. Er fordert Verhandlungen zum Ausgleich des gesamten Fl√ľchtlingsproblems, des der Juden und der arabischen Pal√§stinenser. (65)

Zum "R√ľckkehrrecht" der Pal√§stinenser gibt es auch Angebote, die Israel 1949 zur Aufnahme von 100 000 Fl√ľchtlingen macht bzw., bei √úbereignung des von √Ągypten besetzten Gaza-Streifens an Israel die Bereitschaft die dortigen 60 000 Einwohner plus 200 000 Fl√ľchtlinge aufzunehmen. Das Angebot wird von den Arabern als viel zu gering abgelehnt. √Ągypten ist auch nicht bereit, den Gaza-Streifen trotz der dort lebenden verarmten arabischen Bev√∂lkerung abzutreten. Die arabischen Staaten wollen die Pal√§stinenser nicht aufnehmen. In sp√§teren Jahren dann wollen die Fl√ľchtlinge nur noch "nach Hause" zur√ľck. (66)

Eine ausf√ľhrliche juristische W√ľrdigung des von den Pal√§stinensern eingeforderten "R√ľckkehrrechts" durch die israelische Regierung kommt zu dem Ergebnis, da√ü ein R√ľckkehrrecht in der von den Pal√§stinensern vorgetragenen Form nicht besteht. (67)

In den USA wird, am 30. September 2002, die Vereinigung "Justice for Jews from Arab Countries (JJAC)" gegr√ľndet. (68) Sie will die seit Jahrzehnten vernachl√§ssigten rechtlichen Anspr√ľche von an die 850 000 aus den arabischen Staaten vertriebener Juden vertreten und die politische Diskussion nicht beim "R√ľckkehrrecht" der pal√§stinensischen Fl√ľchtlinge belassen. Nach internationalem Recht steht den Juden eine Entsch√§digung zu f√ľr die Enteignung j√ľdischen Besitzes durch arabische Regierungen zu.

Die arabisch-pal√§stinensischen Fl√ľchtlinge sind entstanden infolge der Ablehnung der Regierungen der arabischen Staaten, die UN Resolution Nr. 181, vom 29. November 1947, anzuerkennen. Von ihnen wird die erste Resolution, die √ľberhaupt gefa√üt wird, von Anfang an gebrochen. Sie ermuntern die arabischen Pal√§stinenser, ihr Land zu verlassen, um nicht in den Krieg zu geraten, den die vereinigten arabischen Staaten, am 15. Mai 1948, am Tag nach der israelischen Staatsgr√ľndung, gegen Israel beginnen. Ungef√§hr 600 000 Pal√§stinenser werden in Fl√ľchtlingslagern untergebracht. Dort werden sie von den Regierungen der arabischen Staaten ihrem Elend √ľberlassen, um damit ihren Ha√ü auf Israel weiter zu sch√ľren und sie als machtpolitisches Druckmittel sowohl gegen Israel als auch gegen die USA und die EU zu benutzen. Aus diesen Lagern stammen die terroristischen Banden und die Homizidbomber.

Israels Regierung und Gesellschaft ihrerseits integrieren die aus arabischen Staaten geflohenen Juden. Sie erhalten die Staatsb√ľrgerschaft und bekommen Unterst√ľtzung beim Aufbau eines neuen Lebens. Als Fl√ľchtlinge sind sie nicht mehr zu erkennen. Dennoch haben sie berechtigte Forderungen gegen die arabischen Staaten, die sie ab 1948 zu Hundertausenden unter Zur√ľcklassen des gesamten Besitzes aus ihren L√§ndern vertreiben.

Die UN-Resolution Nr. 242, vom 22. November 1967, betont in Punkt 2 die "gerechte Regelung des Fl√ľchtlingsproblems". Die Resolution unterscheidet nicht zwischen arabischen Fl√ľchtlingen und den j√ľdischen Fl√ľchtlingen der arabischen Staaten, die bedingt durch die Gr√ľndung Israels und danach vertrieben werden. (69)

Im Oktober 1977 erkl√§rt US-Pr√§sident Jimmy Carter ausdr√ľcklich, da√ü sowohl das Problem der arabischen als auch das der j√ľdischen Fl√ľchtlinge im Einklang mit zu vereinbarenden Regeln diskutiert werden soll. Bis heute ist nichts dergleichen geschehen. (70)

Im Friedensvertrag von Camp David zwischen √Ągypten und Israel wird in Punkt C.2 die M√∂glichkeit zur Einsetzung eines Komitees zur Geltendmachung von finanziellen Anspr√ľchen ausdr√ľcklich festgehalten. (71)

Bei den Madrider Friedensverhandlungen, 1991, wird eine Multilaterale Arbeitsgruppe eingesetzt, deren Mandat die Sicherung des Status und des Rechts aller Personen ist, die auf Grund des arabisch-israelischen Konffliktes von 1948 vertrieben werden.

Bei den Verhandlungen zu Camp David II, im Juni 2000, erkennt US-Pr√§sident Bill Clinton die Vergleichbarkeit der j√ľdischen Fl√ľchtlinge aus arabischen Staaten und die Notwendigkeit, ihre Verluste zu ber√ľcksichtigen, mit denen der arabisch-pal√§stinensischen Fl√ľchtlinge an. In einer abschlie√üenden vertraglichen Regelung sollen die Anspr√ľche beider Fl√ľchtlingsgruppen geregelt werden. Yasser Arafat jedoch besteht auf einem R√ľckkehrrecht der Pal√§stinenser, so da√ü Camp David II scheitert. (72)

W√§hrend sich die internationale Gemeinschaft f√ľr die arabisch-pal√§stinensischen Fl√ľchtlinge einsetzt, k√ľmmert sie das Schicksal der verfolgten und aus den arabischen Staaten vertriebenen Juden kaum. In den 681 den arabisch-israelischen Konflikt betreffenden Resolutionen der Vereinten Nationen beziehen sich 101 auch auf die Anspr√ľche der pal√§stinensischen Fl√ľchtlinge, aber keine einzige erw√§hnt die j√ľdischen Fl√ľchtlinge. F√ľr die pal√§stinensischen Fl√ľchtlinge werden eigens UN-Organisationen und Agenturen gegr√ľndet, f√ľr die j√ľdischen Fl√ľchtlinge keine einzige. F√ľr keine Fl√ľchtlingsgruppe der Welt werden Milliarden Dollar ausgegeben, um ihnen ihr Schicksal zu erleichtern, und das beim Reichtum der arabischen Staaten und ihrer Herrscher, die das Problem aus machtpolitischen Gr√ľnden schaffen und aufrecht erhalten.

Die United Nations Relief and Works Agency (UNRWA) der Vereinten Nationen k√ľmmert sich nicht um die j√ľdischen Fl√ľchtlinge aus arabischen Staaten, sondern √ľberl√§√üt sie ihrem Schicksal. Internationale Hilfe f√ľr Israel und die anderen Staaten, die diese Fl√ľchtlinge aufnehmen, gibt es zu keiner Zeit. UNRWA bem√ľht sich niemals, auf die arabischen Staaten einzuwirken, dem Elend der pal√§stinensischen Fl√ľchtlinge ein Ende zu machen und sie in die arabischen Staaten zu integrieren, sondern sie beteiligt sich aktiv daran, diese Integration zu verhindern und so die Bedrohung f√ľr Israel aufrechtzuerhalten. Unter der Kontrolle der UNRWA k√∂nnen sich die Lager zu Milit√§rcamps entwickeln. In den Schulen der UNRWA werden die Kinder mit von der EU finanzierten Schulb√ľchern erzogen zur Verherrlichung der Gewalt und zum Terror gegen Israel.

Die pal√§stinensischen Fl√ľchtlinge fordern ein "R√ľckkehrrecht" nach Israel und verbinden das oftmals mit der begleitenden Einladung an die Juden der arabischen Staaten, auch ihrerseits wieder in ihre Heimat zur√ľckzukehren. Das kann angesichts der antisemitischen Zust√§nde, die dort herrschen, nur als Unkenntnis der Lage oder als Zynismus gewertet werden. Wir haben eingangs die Ansichten einiger Iraker und des Geistlichen Moktada as-Sadr zitiert, der den Juden nicht einmal den Dhimmi-Status zugestehen w√ľrde, und dessen geistlicher F√ľhrer eine Fatwa ausspricht gegen jeden, der es wagen sollte, Land an Juden zu verkaufen. Die ab 1948 von den Juden enteigneten Besitzungen erw√§hnt er dabei gar nicht erst. Die bleiben weiter aberkannt. Hinzu kommt, da√ü wohl kein Jude, der diesen Staaten entronnen ist, sich wieder zur√ľck begibt unter Diktatur, Korruption, Elend sowie gelenkte und spontane Verfolgungen durch arabischen Mob.

In den Friedensverhandlungen m√ľssen die Rechte und Anspr√ľche der j√ľdischen Fl√ľchtlinge aus arabischen Staaten von diesen und von der PLO anerkannt werden. Die arabischen Staaten m√ľssen zur Deckung der Kosten aus diesen Rechten und Anspr√ľchen herangezogen werden. Der Wert des Besitzes und der Guthaben allein der irakischen Juden beispielsweise wird vom Generalsekret√§r des World Jewish Congress, im Mai 2003, auf eine Milliarde Dollar gesch√§tzt.

Die internationale Staatengemeinschaft und Israel m√ľssten gemeinsam eine L√∂sung der Fl√ľchtlingsprobleme erarbeiten, wobei sowohl die pal√§stinensischen als auch die j√ľdischen Fl√ľchtlinge aus arabischen Staaten Kompensation erhalten, fordern Stanley A. Urman und die Vereinigung JJAC. (73)

Die Hartnäckigkeit und der ungebrochene Antisemitismus der Regierungen der arabischen Staaten wird an einem bescheidenen Beispiel deutlich:

Aus √Ągypten werden von 1948 bis heute 75 000 Juden vertrieben. Es gibt nur noch etwa 12 √§ltere Juden dort. Von einer Gemeinde kann man nicht sprechen. Deshalb bitten die √§gyptischen Juden der Historical Society of Jews from Egypt, mit Sitz in den USA, die √§gyptische Regierung mehrfach, alte j√ľdische Kultgegenst√§nde und Schriften herauszugeben. Dieser Besitz ist f√ľr die Juden von gro√üem Wert f√ľr ihren Kult. Der Botschafter √Ągyptens in den USA erkl√§rt, da√ü diese Kunstsch√§tze der √§gyptischen j√ľdischen Gemeinde geh√∂rten, sie seien bei der Egyptian Antiquities Authority registriert und damit √§gyptisches nationales Erbe, unterl√§gen entsprechender Gesetzgebung und k√∂nnten deshalb nicht ausgef√ľhrt werden. Obgleich diese Kunstsch√§tze registriert sind, wird die Liste der Kunstsch√§tze nicht an die Juden herausgegeben.

Die √§gyptischen Synagogen seien geschlossen bis auf eine, die bei gelegentlichen Ereignissen benutzt werde. Die Pr√§sidentin der j√ľdischen Gemeinde sei mehrfach kontaktiert worden, man erhalte aber niemals eine Antwort, erwidern die Antragsteller.

Bei den Kultgegenst√§nden und Schriften handele es sich um religi√∂se Artikel, die von privaten Spendern als Geschenk an die Gemeinde gekommen seien, und nicht um "Antiquit√§ten". Nicht nur, da√ü die Regierung und die Gesellschaft √Ągyptens seit 1948 die Juden verfolgen und aus dem Land vertreiben (neben Syrien und dem Irak betreibt √Ągypten die h√§rteste Verfolgungspolitik der arabischen Staaten), nicht nur, da√ü sie ihnen s√§mtlichen Besitz aberkennt, und so den √§gyptischen Juden Werte in H√∂he von mehreren Milliarden Dollar raubt, jetzt verweigert sie auch noch die Herausgabe dieser Kultgegenst√§nde, die in verstaubten Kellern neben den Mumien und allen √ľbrigen √§gyptischen Kunstsch√§tzen verrotten.

Motto der Web Site:

"We must let it be known up-front that we are quite firm in our resolve of getting back all our civil records and religious artifacts. No bargaining, this is our sacred religious heritage that we are reclaiming." Joe Rossano (74)

Die j√ľdischen Fl√ľchtlinge in Politik und Medien

Die Medien befassen sich wenig mit den j√ľdischen Fl√ľchtlingen aus den arabischen Staaten, obgleich sie an Zahl mehr sind als die arabisch-pal√§stinensischen. Es sind an die 850 000. Sie passen weder in das Weltbild der meisten Journalisten und Linken von den armen pal√§stinensischen Fl√ľchtlingen und dem Unrecht, das ihnen durch Israel angetan wird, noch in die Argumentation westlicher Regierungs- und Interessenvertreter. In das Weltbild der Rechtsextremen passen sie sowieso nicht. So geschieht es, da√ü sich eine Einheitsfront von rechts bis links bildet.

Es wird allein das pal√§stinensische Fl√ľchtlingsproblem thematisiert. Den Homizidbombern wird Verst√§ndnis entgegengebracht. Die Schuld an allem wird allein Israel gegeben. Zur Rechtfertigung dieser Einseitigkeit wird ein romantisches Bild der arabischen Welt vor der Gr√ľndung Israels gezeichnet, da Araber und Juden sowie andere Minderheiten in Frieden und Harmonie miteinander gelebt h√§tten. Von islamischer Dhimmi-Gesetzgebung, von Verfolgung und Ermordung moderater Araber, die mit den Juden in Frieden leben wollen, durch von arabischen Regierungen gelenkte Banden seit der Gr√ľndung des Islams, also seit dem 7. Jahrhundert, ist kaum etwas zu h√∂ren und zu lesen.

Stattdessen wird eine friedliche Szenerie gemalt. Daran beteiligen sich in den USA auch Qu√§ker wie Christina H. Jones und ihr Mann, der Mystiker Rufus Jones, die in Ramallah mit Geldern von US-Spendern eine Qu√§ker-Schule betreiben. Die Schulen seien Zentren von Licht und Liebe. Die Qu√§ker verstehen sich seit dem 17. Jahrhundert bestens mit den Moslems des osmanischen Reiches. Christina H. Jones erkl√§rt 1944 (!) in ihrem Buch "Friends in Palestine", da√ü Juden in Pal√§stina in ausgezeichneten Beziehungen zu ihren arabischen Nachbarn leben, die Araber seien von einer wunderbaren Gro√üz√ľgigkeit, und sie zeigten gr√∂√üere Toleranz als die Menschen der westlichen Welt. (75) Diese Ansicht ist bei den Qu√§kern in einflu√üreichen Kreisen der USA noch heute weit verbreitet. Qu√§ker sind stark vertreten in der US-Au√üenpolitik, die sich mit dem Nahen Osten befa√üt.

In Israel und bei israelischen Linken d√ľrfte die tats√§chliche Geschichte der arabisch-j√ľdischen Beziehungen aber nicht unbekannt sein, desto merkw√ľrdiger ist es, da√ü einige von ihnen die Araber als die von Juden unterdr√ľckten Opfer darstellen. An die deutschen Linken ist die Frage zu richten, warum sie trotz der Kenntnis, da√ü der Gro√ümufti von Jerusalem Hadj Amin al-Husseini seit 1937 ein enger Kollaborateur der Nazis ist und von diesen von Berlin aus zum Herrscher √ľber die gesamte arabische Region ausgerufen wird, und trotz der Tatsache, da√ü fast s√§mtliche arabischen nationalistischen und religi√∂sen Gruppen und Parteien auf der Seite Hitlerdeutschlands stehen, und Adolf Hitler immer noch ein gro√ües Vorbild der Herrscher der meisten arabischen Staaten und ihrer Medien ist, heute den Israelis Nazimethoden vorwerfen und sich bedingungslos auf die Seite der Pal√§stinenser schlagen.

Von einem anständigen Linken kann man zum mindesten erwarten, daß er sich einer Verurteilung Israels enthält, und daß er die israelische Politik auf dem Hintergrund der geschichtlichen Erfahrungen der Juden und Israels versteht und darstellt.

Antisemitische und anti-israelische arabische Propaganda

Die von Radio Berlin ausgestrahlte Aufforderung des Mufti an die arabische Welt "T√∂tet die Juden, wo immer Ihr sie findet, das gef√§llt Allah", ist von 1943. (29) Sie ist heute wie seit Gr√ľndung des Islam Schlachtruf der angeblich friedliebenden arabischen Welt.

Der Mufti zitiert hier den ersten Satz des Koran, Sure 2:191. Er geht so weiter: "Und t√∂tet sie, wo immer ihr auf sie sto√üt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben; denn die Verf√ľhrung (zum Unglauben) ist schlimmer als T√∂ten..." Interessant ist, da√ü die Web Site des Islamischen Staates (Khalifah) nur so zitiert: "Und t√∂tet sie, wo immer ihr auf sie sto√üt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben". (76) Damit wird suggeriert, da√ü sich die Aufforderung auf die Rache an den Juden f√ľr die Flucht und Vertreibung der arabischen Pal√§stinenser aus Israel bezieht. Der uralte, vom Propheten selbst verk√ľndete Befehl hat aber damit nichts zu tun. Es ist der Befehl zum Djihad, wie er heute noch f√ľr die gesamte islamische Welt g√ľltig ist. Gleich nach seiner Machtergreifung vertreibt und ermordet Mohammed die j√ľdischen Familien der arabischen Halbinsel und konfisziert ihr Land und ihren gesamten Besitz. Als die K√§mpfe zur Machtausdehnung beginnen, werden Richtlinien zur Behandlung der Menschen in den eroberten Gebieten aufgestellt.

Bis zum heutigen Tage ist jeder Moslem zum Djihad verpflichtet. T√§glich kann man ihren Medien entnehmen, da√ü der Koran w√∂rtlich zu nehmen sei. Die Moslems in aller Welt haben die religi√∂se Verpflichtung, den Islam zu verbreiten, sie sind gehalten, ehemalige arabisch besetzte und islamisierte Gebiete zur√ľckzuerobern, es sind "L√§nder unter dem Schwert". Im Unterschied zu den fr√ľheren Glaubenskriegen allerdings, die ausschlie√ülich religi√∂s und machtpolitisch motiviert sind, in denen es durch das islamische Gesetz Grenzen gibt wie die, da√ü weder Frauen noch Kinder noch andere am Kriegsgeschehen unbeteiligte Menschen einbezogen werden d√ľrfen, ist der jetzige "Djihad" nur durch zweierlei bestimmt, durch wahllosen Mord an den verha√üten Juden und Machtsicherung der korrupten arabischen Herrscher. Eine religi√∂se Komponente gibt es nicht mehr darin. Es ist eine Art s√§kularisierter "Djihad".

Zwar fordert der Koran auf, diesen Krieg mit brutalster Gewalt zu f√ľhren, von Ha√ü aber ist nirgends die Rede:

"Der Glaubenskampf, auch der bewaffnete, ist f√ľr den Moslem religi√∂se Pflicht:
"Und kämpft gegen sie, bis es keine Verwirrung (mehr) gibt und die Religion Allah gehört..." [Sure 2:193];
"Zu kämpfen ist euch vorgeschrieben, auch wenn es euch widerwärtig ist..." [Sure 2:216];
"Bek√§mpft sie; so wird Allah sie durch eure Hand bestrafen und dem√ľtigen und euch gegen sie helfen..." [Sure 9:14].
Unverhohlen fordert der Koran zur Anwendung brutalster Gewalt auf:
"Und t√∂tet sie, wo immer ihr auf sie sto√üt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben; denn die Verf√ľhrung (zum Unglauben) ist schlimmer als T√∂ten..." [Sure 2:191]
"Und wenn sie sich abwenden, dann ergreift sie und t√∂tet sie, wo immer ihr sie auffindet; und nehmt euch keinen von ihnen zum Besch√ľtzer oder zum Helfer" [Sure 4:89] (77)

Zum Kampf gegen die Juden in den arabischen Staaten werden sie durch Propaganda der Regierungen und ihrer Medien aufgehetzt. In √Ągypten wird eine 41-teilige Fernsehserie "Horseman without a Horse" w√§hrend des Ramadan ausgestrahlt. Viele Millionen Menschen in der ganzen arabischen Welt sehen sie. Zu der Zeit sind sie, bedingt durch wochenlanges Fasten, besonders anf√§llig und erregbar. Das Thema der Serie ist die angebliche j√ľdische Weltverschw√∂rung zur weltweiten Machtergreifung, basierend auf der uralten zaristischen F√§lschung, der "Protokolle der Weisen von Zion". (78) Von der politischen, religi√∂sen und kulturellen Elite des Landes kommt keinerlei Protest, obgleich Ha√ü gesch√ľrt wird, was einen indirekten Versto√ü gegen den Friedensvertrag von Camp David bedeutet.

Zur gleichen Zeit verteilt der syrische Verteidigungsminister Mustafa Tlass die achte Ausgabe des Buches "Die Matzah von Zion", in dem das alte Schauerm√§rchen aufgegriffen wird, das die Juden beschuldigt, 1840 in Damaskus einen katholischen Priester ermordet zu haben, um sein Blut in die zum Pessach-Fest hergestellten Matzen einzubacken. Mustafa Tlass hat zu diesem Buch das Vorwort verfa√üt. Auf einer Pressekonferenz dazu erkl√§ren er und der √§gyptische Produzent Munir Radhi, "Die Matzah von Zion" sei die Antwort der arabischen Welt auf den Film "Schindlers Liste". 20 000 Exemplare werden von dem Buch auf der Internationalen Buchmesse in Damaskus, im Jahr 2002, verkauft. Englische und franz√∂sische √úbersetzungen werden dort angek√ľndigt.

Die syrische Tageszeitung "al-Thawra" (die Revolution) ver√∂ffentlicht im Jahre 2002 einen langen Artikel, in dem behauptet wird, da√ü die Nazis und die Zionisten zusammengearbeitet h√§tten, um die Juden im Holocaust zu ermorden. Die Nazis h√§tten das im Auftrag der Zionisten getan. Diese "Weisheit" hat die Zeitung von Mahmud Abbas, im Jahr 2003 kurzzeitig Ministerpr√§sident der Pal√§stinenser, und mit Yasser Arafat Begr√ľnder von Al-Fatah und PLO.

Das Mitglied des Exekutivkomitees der PLO Mahmud Abbas schreibt als Historiker am Moskauer Orient Kolleg, im Jahre 1982, eine Dissertation √ľber den Zionismus: "The Secret Connection between the Nazis and the Leaders of the Zionist Movement", die er in Amman, Jordanien, 1984, als Buch "The Other Side: The Secret Relationship Between Nazism and Zionism" ver√∂ffentlicht. Er bestreitet darin wie die europ√§ischen Negationisten, da√ü es die Vernichtungslager und Gaskammern gegeben habe. Die Zahl der ermordeten Juden sei weniger als eine Million. Er behauptet, die zionistische Bewegung h√§tte mit den Nazis Hand in Hand gegen das j√ľdische Volk gearbeitet, um seine weitgehende Zerst√∂rung zu erreichen. Das, weil die zionistischen F√ľhrer "Pal√§stina" als den einzig legitimen Ort f√ľr j√ľdische Einwanderung angesehen h√§tten. Sp√§ter h√§tten die zionistischen F√ľhrer die Welt davon √ľberzeugen wollen, da√ü eine gro√üe Anzahl von Juden get√∂tet worden w√§re, um mehr herauszuschlagen und die Beute unter sich aufzuteilen.

Immerhin wird hier der Holocaust nicht geleugnet. Vor allem in Syrien ist es seit dem Wirken der französischen Negationisten um Roger Garaudy weit verbreitet, den Holocaust insgesamt zu leugnen. (79)

Die arabischen Medien, allen voran die semioffizielle ägyptische Tageszeitung al-Akhbar, bringen fast täglich antisemitische, anti-israelische Hetzartikel, leugnen den Holocaust und erklären sich solidarisch mit Hitler, der nur den Fehler gemacht habe, nicht alle Juden ermordet zu haben.

Aus geostrategischen und wirtschaftlichen Erw√§gungen bietet niemand diesen kriminellen Machenschaften Einhalt. Auch der Krieg der USA und Gro√übritanniens sowie ihrer Gruppe der Willigen gegen das irakische Regime wird solcher Erw√§gungen halber gef√ľhrt, und nicht etwa zur Demokratisierung des Irak, zur Sicherung der Existenz des Staates Israel oder gar, um die vertriebenen Juden wieder in ihre Rechte einzusetzen.

Dieser Israel seit seiner Gr√ľndung bedrohende Spuk wird erst zu bannen sein, wenn die Pal√§stinenser aus ihren elenden Fl√ľchtlingslagern heraus in einen eigenen Staat kommen. Nicht eher kann in den arabischen Staaten eine liberalere Entwicklung keimen. Das wissen auch diejenigen, die es Yasser Arafat immer wieder durchgehen lassen, da√ü er die Bestrebungen hin zu einem pal√§stinensischen Staat mit seinem Terror unterbricht sowie diejenigen, die Ariel Scharon in seinen verzweifelten Rundumschl√§gen best√§rken. Es hat sich nichts ge√§ndert an der Lage seit dem Ende des Ersten Weltkriegs, da die Briten das friedliche Zusammenleben zwischen Arabern und Juden in Pal√§stina hintertreiben. Eine liberale, demokratische, prosperierende Region, ausgehend von "Pal√§stina", d.h. von Israel und einem pal√§stinensischen Staat, w√ľrde die Karten von Marokko bis Saudi-Arabien und dar√ľber hinaus in der gesamten Welt neu mischen. Keiner der korrupten Herrscher der arabischen Staaten bliebe im Amt. Die geostrategische und wirtschaftliche Billignutzung dieser L√§nder erreichte damit allerdings schrittweise ihr Ende. Dieses Ende abzuwenden, bestimmt die Politik der Regierungen der arabischen Staaten sowie der EU und der USA.

Anmerkungen

(1) Vague d´Antisemitisme sur l´Irak (Eine Welle von Antisemitismus √ľber dem Irak), par Jean-Philippe Hamon, Marianne no 336, du 29 au 5 octobre 2003, pp. 40-43

(2) Tuesday, November 12, 2002
Lecture subject: The Ideology of Jihad, Dhimmitude and Human Rights
By Bat Ye´or, GEORGETOWN UNIVERSITY (WASHINGTON, D.C.)
The Hoya - Georgetown University´s Newspaper of Record Since 1920
http://www.thehoya.com/viewpoint/111202/view_bat.cfm

(3) Jews kicked out of Arab countries, including Egypt. Historical Society of Jews From Egypt
http://www.hsje.org/jews_kicked_out_of_arab_countrie.htm

Mizrahi Timeline. The Forgotten Jewish Exodus
http://www.forgottenexodus.com/mizrahitimeline.htm

(4) The Status of Non-Muslim Minorities Under Islamic Rule
http://www.dhimmitude.org

Antisemitismus, Desinformation und die Besch√∂nigung der Ansichten und Handlungen der pal√§stinensischen F√ľhrung, von Francisco J. Gil-White, 17. Januar 2002
http://emperors-clothes.com/german/articles/d-palestina.htm

(5) The Jews are also genuinely ´a back number´ in another sense. Like the Samaritans, they are surviving representatives of a Syriac civilization that otherwise became extinct as long ago as the third or second century B.C. , if the disuse of the Aramaic koine may be taken as a criterion of the date at which the Syriac Civilization faded out of existence. The Syriac Civilization as a whole, like its contemporary the Hellenic Civilization, is otherwise ´dead´ today except in so far as it still lives in its legacy to the present-day Christian and Islamic civilizations. If it is true - as it seems to be true - that at the western end of the Old World, in contrast to its eastern end, there has been a series of successive ´generations´ of civilizations since the species of human society that we call ´civilization´ made its first appearance, then it is true that the Jews and Judaism are a relic of a ´generation´ that, except for the Samaritans and the Parsees, is otherwise extinct. This is the historical fact that I had in mind when, in volume i of this book, I docketed the Parsees and the Jews (among other present-day communities) with the label ´fossils´. My choice of this particular word may not have been a felicitous one for conveying the historical fact that I wanted to describe. But the fact is a fact, and some name or other for describing it is needed.

Arnold Toynbee, A Study of History Volume XII Reconsiderations, Royal Institute of International Affairs, Oxford University Press, London 1961
XV. The History and Prospects of the Jews
1. The Relativity of the Interpretation of Jewish History, S.479
Zitiert in: Arnold Toynbee on Judaism and on World Government - Peter Myers, March 20, 2003; update April 19, 2003
http://users.cyberone.com.au/myers/toynbee.html

(6) The Sykes-Picot agreement
http://www.iap.org/sykespicot.htm

(7) Zur Einwanderung siehe: Homeward Bound. The Immigration and Settlement Wing
http://www.wzo.org.il/home/aliya.htm

Zur Entwicklung des arabischen Nationalismus siehe:
Deniz Togar "Theories on the Rise of Arab Nationalism: George Antonius in Comparative Perspective", Presented at University of Chicago 16th Annual Middle East Theory and History Conference, May 10-11,2001
http://cas.uchicago.edu/workshops/meht/DenizTogar.pdf

(8) Were Jews and Arabs Destined To Hate Each Other? by Joel Bainerman. The Wisdom Fund News&Views, May 14, 1998. Rezension des Buches von William Ziff "The Rape of Palestine", erstmalig veröffentlicht im Jahre 1938 (!) nach einigen Jahren intensivster Recherchen des Autors
http://www.twf.org/News/Y1998/JewsArabs.html

(9) The Balfour Declaration, November 2, 1917
www.mfa.gov.il/mfa/go.asp?MFAH00pp0

(10) White Papers. The Jewish Virtual Library
http://www.us-israel.org/jsource/History/white.html

(11) British Mandate. 1922 White Paper. Palestine Facts
http://www.palestinefacts.org/pf_mandate_whitepaper_1922.php

The Mandate for Palestine, July 24, 1922
http://www.unitedjerusalem.com/1922_MANDATE/1922_mandate.asp

(12) What happened during the Arab riots of 1920-1921? Palestine Facts
http://www.palestinefacts.org/pf_mandate_riots_1920-21.php

Joel Bainerman, a.a.O. (Anmerkung 8)

(13) The 1929 Riots
http://www.wzo.org.il/home/politic/1929.htm

(14) Who was the Grand Mufti, Haj Muhammed Amin al-Husseini? Palestine Facts
http://www.palestinefacts.org/pf_mandate_grand_mufti.php

(15) Volker Weiß: Europäischer und arabischer Antisemitismus
Versuch einer Differenzierung, in: Phase 2.07 "Den Krieg erkl√§ren", Fr√ľhjahr 2003
http://www.phase-zwei.org

(16) B√ľndnis des Grauens. Die Nazis und der Islamismus in Pal√§stina.
Von Matthias K√ľntzel. Jungle World 49/2002, 27.11.2002
http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2002/49/3 2a.htm

Zu der Familie der Nashashibis und ihrer Rolle in Palästina:
Families of Jerusalem and Palestine. The Nashashibi Family

http://www.jerusalemites.org/people_and_land/families/1.htm

(17) Buchrezension zu Matthias K√ľntzel: Djihad und Judenha√ü, von Andrea Woeldike. HaGalil.com, 16.12.2002
http://buecher.judentum.de/ca-ira/djihad-2.htm

(18) Matthias K√ľntzel: Djihad und Judenhass. √úber den neuen antisemitischen Krieg.
Epilog: Der Mufti und die Deutschen
http://www.matthiaskuentzel.de/artikel.php?artikelID=26

(19) Coole Kids tragen kein Pali-Tuch. Zitate aus: Danny Rubinstein: Yassir Arafat, Heidelberg 1996 und Klaus Gensicke: Der Mufti von Jerusalem, Amin el-Husseini und die Nationalsozialisten, Frankfurt am Main 1988
http://www.antifa-duisburg.de/pali.htm

(20) The Trial of Adolf Eichmann: Jugdement Part 11 und Part 49
http://www.nizkor.org/hweb/people/e/eichmann-adolf/transcrip ts/Judgment/Judgment-011.html
http://www.nizkor.org/hweb/people/e/eichmann-adolf/transcrip ts/Judgment/Judgment-049.html

(21) Deutsches Schweigen. Die Nazis, der Djihad und die Linke, von Matthias K√ľntzel
http://www.matthiaskuentzel.de/artikel.php?artikelID=27

Matthias K√ľntzel: Djihad und Judenhass, a.a.O. (Anmerkung 18)

(22) The White Paper of 1939. Homeward Bound
http://www.wzo.org.il/home/politic/white39.htm

(23) What happened during the Arab revolt of 1936-39? Palestine Facts
http://www.palestinefacts.org/pf_mandate_riots_1936-39.php

(24) Rashid Ali al-Kaylani, from Wikipedia, the free encyclopedia
http://www.wikipedia.org/wiki/Rashid_Ali_al-Kaylani

(25) The Jews of Iraq, by Mitchell Bard
http://www.virtualjewishlibrary.org/jsource/anti-semitism/ir aqijews.html

(26) Excerpts from the meeting between Hitler and the Mufti, Haj Amin Husseini, on 28 November 1941.
The notes were taken by Dr. Paul Otto Schmidt. In: The Nizkor Project
http://www.nizkor.org/ftp.cgi/people/h/hitler.adolf/mufti-no tes

(27) Faksimile in: Muftism and Nazism: World War II Collaboration Documents
http://www.eretzyisroel.org/~jkatz/nazis.html

(28) Third Reich Fact Book. SS-Division
http://www.skalman.nu/third-reich/ss-13.htm

Ein schönes Foto in: The Arab/Muslim Nazi Connection. The Middle East Digest
http://www.cdn-friends-icej.ca/medigest/may00/arabnazi.html

(29) Israel´s Independence. Arab Countries React. Palestine Facts
http://www.palestinefacts.org/pf_independence_arab_countries .php

(30) Des juifs d´Alg√©rie. Histoire
http://www.zlabia.com/histoire.htm

(31) Le d√©cret Cr√©mieux francise les juifs d´Alg√©rie
http://www.herodote.net/histoire10241.htm

(32) Les juifs d´Alg√©rie - extrait de d´une rive √† l´autre - la guerre d´Alg√©rie, de la m√©moire √† l´histoire
de Gilles Manceron et Hassan Remaoun - éd Syros
http://perso.wanadoo.fr/felina/doc/alg/juifs_alg.htm

(33) Iraq History. The Cradle of Civilization
http://home.achilles.net/~sal/iraq_history.html

Iraq, Babylon, and Baghdad in Jewish History and Thought, June 1, 2003
Steven Bayme, National Director, Contemporary Jewish Life Department
The American Jewish Committee
http://www.ajc.org/InTheMedia/RelatedArticles.asp?did=860

(34) The Forced Migration of Jews from Arab Countries and Peace, by Prof. Ada Aharoni
http://www22.brinkster.com/horizon5/jac/THE_FORCED_MIGRATION _yemen.htm

(35) Lebanon. Jews
http://countrystudies.us/lebanon/56.htm

(36) History of the Jewish Community in Libya
http://sunsite.berkeley.edu/JewsofLibya/LibyanJews/thejews.h tml

(37) L´histoire des Juifs du Maroc. Le Portail des Marocains de l´√Čtranger
http://www.bladi.net/modules/news/article-492.html.

(38) The Forced Migration of Jews from Arab Countries and Peace, by Prof. Ada Aharoni
http://www22.brinkster.com/horizon5/jac/THE_FORCED_MIGRATION _syria.htm

Mizrahi Timeline, a.a.O. (Anmerkung 3)

(39) De Carthage à Jérusalem : la communauté juive de Tunis,
Par Robert Attal et Claude Sitbon
http://www.chemla.org/Tunisie.html

Mizrahi Timeline. The Forgotten Jewish Exodus (Anmerkung 3)

(40) Organized efforts are being made by strong Arab elements inside and outside Palestine to prevent the implementation of the Assembly´s plan of partition and to thwart its objectives by threats and acts of violence, including armed incursions into Palestinian territory... This Commission now finds itself confronted with an attempt to defeat its purposes, and to nullify the resolution of the General Assembly.

What was the role of the United Nations? Palestine Facts
http://www.palestinefacts.org/pf_independence_un_role.php

(41) Das Palästina-Problem vor der UNO
http://people.freenet.de/edges/sas06.htm

(42) Who were the 1948 Refugees?, by Yoram Ettinger. Freeman Center for Strategic Studies
http://www.freeman.org/m_online/mar01/ettinger1.htm

The 1948 Palestinian Refugees - whose Responsibility?
http://www.freeman.org/m_online/mar01/ettinger2.htm

(43) What was the role of the United Nations? Palestine Facts, a.a.O.
33 Staaten stimmen f√ľr die Resolution, darunter die UdSSR, die USA und Frankreich, 13 stimmen dagegen, darunter die sechs arabischen Mitgliedsstaaten, 10 enthalten sich der Stimme, darunter Gro√übritanien und China. Die Resolution hat damit die Zweidrittelmehrheit erhalten und gilt als angenommen.

(44) King Abdul Aziz Al Saud (1876-1953)
http://www.the-saudi.net/al-saud/abdulaziz.htm

(45) United Nations General Assembly. The Reponse of The Arab States Delegation to UN Res. 181
A/RES/181(II) (A+B), 29 November 1947
http://www.ee.princeton.edu/~xzhu/documents/resolution181.html

(46) Jews in Arabic/Islamic Countries. The Virtual Jewish Library
http://www.virtualjewishlibrary.org/jsource/anti-semitism/ar abjewtoc.html

(47) Security Council Official Records, SA/Agenda/77, (May 29, 1948), p. 2
Myth and Facts Online. The War of 1948, by Mitchell G. Bard. The Jewish Virtual Library
http://www.us-israel.org/jsource/myths/mf4.html#13

(48) Why did Jews go to Israel from other Middle Eastern countries?
http://www.palestinefacts.org/pf_independence_refugees_jews_ why.php

(49) Jewish Population in Arab Countries 1948-2000, Compiled by the American Sephardi Federation
http://www.jewishrefugees.org/population.html

Siehe auch: Creating a Land "Free of Jews". Estimated Jewish Population in Arab Countries
http://www.eretzyisroel.org/~jkatz/nazis.html

Zum Vergleich: Anzahl der im Iran lebenden Juden:
1948: 100 000, 1978/79: 80 000, 2001: 11 500, 2002/03 bis zu 40 000
The Jews of Iran. Jewish Virtual Library
http://www.virtualjewishlibrary.org/jsource/anti-semitism/ir anjews.html

A Brief History of Iranian Jews by Massoume Price
http://www.sanibrite.ca/iran/page6.asp

(50) Zur Frage der j√ľdischen Siedlungen siehe u.a.:
Myth&Facts Online.Settlements. Jewish Virtual Library
http://www.us-israel.org/jsource/myths/mf22a.html#a
http://www.us-israel.org/jsource/Peace/settletoc.html

Israelische Siedlungen - eine v√∂lkerrechtliche Betrachtung (Die aktualisierte Version vom Mai 2001 ist inzwischen zugunsten der vom Dezember 1996 zur√ľckgezogen worden)
http://www.liste.israel.de/botschaft/hintergrund/siedlung.ht ml

(51) The Jews of Egypt, by Mitchell Bard. The Jewish Virtual Library
http://www.us-israel.org/jsource/anti-semitism/egjews.html

(52) √úber die "Operation Ezra&Nehemia" siehe das Buch des 1949 wieder nach Bagdad, das er 1945 flieht, zur√ľckgeschickten Organisators der Operation: To Bagdad and Back, by Mordechai Ben-Porat
http://www.babylonjewry.org.il/new/english/whats.htm

(53) The Jews of Iraq, by Mitchell Bard. The Jewish Library
http://www.virtualjewishlibrary.org/jsource/anti-semitism/ir aqijews.html

Operation Ezra&Nechemia: The Aliyah of Iraqi Jews
http://www.virtualjewishlibrary.org/jsource/Immigration/ezra .html

Mizrahi Timeline. The Forgotten Jewish Exodus, a.a.O. (Anmerkung 3)

The Forced Migration of Jews from Arab Countries and Peace, by Prof. Ada Aharoni
http://www22.brinkster.com/horizon5/jac/THE_FORCED_MIGRATION _iraq.htm

The End Of Iraqi Jewry In Sight? Arutz Sheva Israel National News.com, July 27,2003
http://www.israelnationalnews.com/news.php3?id=47192

(54) The Forced Migration of Jews from Arab Countries and Peace, by Prof. Ada Aharoni
http://www22.brinkster.com/horizon5/jac/THE_FORCED_MIGRATION _yemen.htm

The Jews of Yemen, by Mitchell Bard. The Jewish Virtual Library
http://www.us-israel.org/jsource/anti-semitism/yemenjews.htm l

(55) The Forced Migration of Jews from Arab Countries and Peace, by Prof. Ada Aharoni
http://www22.brinkster.com/horizon5/jac/THE_FORCED_MIGRATION _lebanon.htm

Country Studies. Lebanon. Jews
http://countrystudies.us/lebanon/56.htm

(56) History of the Jewish Community in Libya
http://sunsite.berkeley.edu/JewsofLibya/LibyanJews/thejews.h tml

Mizrahi Timeline. The Forgotten Jewish Exodus, a.a.O. (Anmerkung 3)

(57) Simon Lévy dirigeant de la communauté judéo-marocaine
Le Maroc n´a pas spoli√© les juifs
http://www.maroc-hebdo.press.ma/MHinternet/Archives_503/html _503/maroc.html

(58) Said Ghallab: "Les juifs sont en enfer", in "Les Temps Modernes", April 1965, pp. 2247-2251. Zitiert in:
The Jews of Morocco, by Mitchell Bard. The Jewish Library
http://www.virtualjewishlibrary.org/jsource/anti-semitism/mo rocjews.html

Mizrahi Timeline. The Forgotten Jewish Exodus, a.a.O. (Anmerkung 3)

(59) Au Maroc, l´implantation urbaine des islamistes se confirme, par Jean-Pierre Tuquoi, Le Monde,15 septembre 2003
http://www.lemonde.fr/

Der Bericht ist auch auf der Web Site des islamistischen Parti de la justice et du développement (PJD), Partei der Gerechtigkeit und der Entwicklung, zu lesen:
http://www.pjd.ma/arabe/Elec2003/0,5987,3209--333970,.pdf

(60) Master Exhibit Series. Syria. Persecution of Syrian Jews. Produced and distributed by HIAS, New York 1992

(61) Jewish Communities of the World
http://www.wjc.org.il/communities/jewish_communities_of_the_ world/middle_east_and_northern_africa/syria.html

(62) The Jews of Syria, by Mitchell Bard. The Jewish Virtual Library
http://www.virtualjewishlibrary.org/jsource/anti-semitism/sy rianjews.html

(63) Acht Verdächtige nach dem Attentat von Djerba festgenommen. Phoenix Online
http://www.phoenix.de/ereig/exp/12153/

(64) Saccage d´une synagogue √† Tunis ! Par Denis Elkoubi, Metula News Agency, 16 avril 2002
http://www.guysen.com/mena.php?sid=115

Origine des Juifs de Tunisie
http://www.ifrance.com/cohenhadria/histoire/originetunis.htm

(65) Droit au retour palestinien = annihilation d´Isra√ęl, par Amos Oz. "Le Monde", 9 janvier 2001, p.1 et 15

(66) Critical Analysis Of The Birth Of The Palestinian Refugee Problem By Benny Morris, 9.9.2001
http://www.palestineremembered.com/Acre/Palestine-Remembered /Story562.html

(67) Do Palestinian Refugees Have a Right to Return to Israel? by Ruth Lapidoth, Professor of International Law at the Hebrew University of Jerusalem. Ministry of Foreign Affairs
http://www.mfa.gov.il/mfa/go.asp?MFAH0j8r0

(68) Jewish Refugees from Arab Countries
http://www.jewishrefugees.org/JusticeForJews.htm

(69) UN Security Council Resolution 242 (1967) of 22 November 1967 S/RES/242 (1967), 22 November 1967
http://domino.un.org/UNISPAL.NSF/0/59210ce6d04aef61852560c30 05da209?OpenDocument

(70) The Carter-Dayan Understanding
http://www.hashd.org/english/readinbook/carterdayan.htm

(71) The Camp David Accords, September 17, 1978
http://usinfo.state.gov/regional/nea/summit/cdavid.htm

(72) The Refugee Issue. Peace with Realism
http://www.peacewithrealism.org/jewarab5.htm

(73) JEWS FROM ARAB COUNTRIES. THE CASE FOR RIGHTS AND REDRESS
David Matas and Stanley A. Urman, June 23, 2003
http://israpundit.com/archives/001798.html

(74) Letter to US Senate and House of Representatives, August 26, 2002. Historical Society of Jews from Egypt
http://64.225.110.172/HSJELetterCongress.htm

(75) "Observing Ramadan": Reflections on Islam and the Current World Situation. Muslim-Quaker Relations: An Historical Overview and Prospects for the Future, by Antony Manousos. Western Quaker Network

http://westernquaker.net/magazine/editor/Ramadan_and_Quakers .html#1

(76) ´And kill them wherever you find them, and turn them out from where they have turned you out´. The Islamic State (Khilafah). Islamic-State.org, Leaflet, 31.3.2002
http://www.islamic-state.org/leaflets/020331_AndKillThemWher eeverYouFindThem.html

(77) Islam und Grundgesetz. Internationaler Arbeitskreis f√ľr Verantwortung in der Gesellschaft e.V. (IAVG)
http://www.iavg.org/iavg011.htm

(78) Protokolle der Weisen von Zion. Shoa.de
http://www.shoa.de/weisen_von_zion.html

(79) New PA ¬īPrime Minister¬ī Denies Holocaust. Mar. 09, ´03 / 5 Adar 5763
http://www.arutzsheva.org/news.php3?id=40157

UNITED NATIONS CALLS SYRIAN DEFENSE MINISTER´S BOOK "‚Ķ CONTRARY TO THE IDEAS OF THE U.N. ...". Simon Wiesenthal Center, November 10, 2002
http://www.wiesenthal.com/social/press/pr_item.cfm?ItemId=67 07

11. Oktober 2003

Dieser Artikel erschien zuerst bei HaGalil Online, am 14. Oktober 2003
http://zionismus.info/antizionismus/arabisch.htm


Quelle: http://www.eussner.net/artikel_2004-03-16_00-10-27.html
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